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Zahl der Ehrenmorde in Deutschland nimmt zu


von Mariam Lau

Berlin/Wiesbaden - In den letzten acht Jahren sind 45 Menschen in Deutschland Opfer von Ehrenmorden gewesen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Bundeskriminalamts (BKA) nach einer Bund-Länder-Abfrage, die durch den Berliner Fall Sürücü und die Debatten darüber angeregt worden war. Die Kriminalitätsstatistik führt diese Fälle normalerweise nicht gesondert und soll das auch in Zukunft nicht tun. Auch die Staatsangehörigkeit der Opfer wird nicht erfaßt, ebensowenig wie Verbrechen, die sich außerhalb Deutschlands abspielen, beispielsweise während eines Urlaubs in der Türkei. Spekulationen über die Menge der in Deutschland verübten Ehrenmorde war so Tür und Tor geöffnet.
Als Ehrenmord werden in der Studie Tötungsdelikte definiert, die "aus vermeintlich kultureller Verpflichtung heraus innerhalb des eigenen Familienverbands verübt werden, um der Familienehre gerecht zu werden", wie es in dem Bericht heißt. Eine wichtige Kontroverse im Zusammenhang mit dem Mord an der 23jährigen Türkin Hatun Sürücü, die von ihrem jüngsten Bruder ermordet wurde, war die Frage, welche Rolle der muslimische Hintergrund der Familie spielte. Während Autorinnen wie Necla Kelek dem Islam eine moralische Mitschuld an der Tat geben, sahen andere wie der Ethnologe Werner Schiffauer in dem Fall eher das Drama einer Unterschichtfamilie, deren soziales Scheitern sich in dem Mord offenbart habe. "Mit dem Etikett Ehrenmord", so Schiffauer, "klebt man eine komplexe soziale Realität zu. Da wird auch eine Lust am Schauern bedient." Auch der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, sieht es als "Unterschichtphänomen". "Ich möchte nichts rechtfertigen", so Kolat, "aber man darf eben auch nicht den Islam oder die Türken stigmatisieren."


Im BKA-Bericht heißt es dazu, das Phänomen Ehrenmorde sei "nicht nur in islamischen Ländern zu verzeichnen, sondern auch unter Christen, beispielsweise im Libanon und Syrien sowie im europäischen Raum. Ehrenmorde sind auch in Deutschland innerhalb von Migrantenfamilien, vorwiegend in Großstädten und Ballungszentren mit hohem muslimischem Einwohneranteil, bekannt." Die Zahl der Fälle hat im Laufe der Jahre zugenommen - was zu der Beobachtung zu passen scheint, daß die dritte Einwanderergeneration sich mehr abschottet, "islamischer" wird und auch häufiger bei der Integration scheitert. Der Hauptanteil der Tatverdächtigen stammt aus der Türkei, die Opfer sind fast ausnahmslos weiblich.
Die Türkische Gemeinde in Deutschland hat kürzlich zum Thema Ehrenmorde eine Delegation türkischer Richter und Parlamentarier empfangen, die auch mit der Integrationsbeauftragten Maria Böhmer zusammenkamen. Die Türkei hat nach 35 Jahren ihr Strafrecht geändert, das bisher mildernde Umstände eingeräumt hat (wie übrigens viele deutsche Gerichte auch). "Für die Bundesregierung besitzt der Schutz von Migrantinnen eine hohe Priorität. Es wird weitere gesetzliche Maßnahmen gegen Zwangsverheiratungen geben." Böhmer hat die Schirmherrschaft über eine Kampagne der Zeitung "Hürriyet" gegen häusliche Gewalt übernommen.

http://www.welt.de/data/2006/05/23/891025.html
Antwort auf Beitrag Nr.: 21.838.567 von daimlerfreak am 27.05.06 20:09:28Alleine die Wortwahl "Ehrenmorde."
allein der Versuch eines Beitritts zur EU unter türkischen Bedingungen benötigt die geschlossene Opposition der gesamten Mitgliedsstaaten :mad::mad::mad:
Antwort auf Beitrag Nr.: 21.838.887 von daimlerfreak am 27.05.06 20:46:10Ja, denn wer diese Morde nicht begeht, ist in den Hirnen dieser Rückwärtsgewandten "unehrenhaft."
die Außenpolitik der Türkei ist derartig nationalistisch gegenüber der EU, nur warum wird es stillschweigend ertragen?

wird die EU letztlich die Zeche der NATO / USA zahlen?
Antwort auf Beitrag Nr.: 21.838.651 von Graf_Voelsing am 27.05.06 20:18:32Genau, der Begriff "Ehrenmord" ist virtuelle Luftverschmutzung. Es ist Mord und nichts weiter, denn es gibt keinen "Ehrenmord".
Antwort auf Beitrag Nr.: 21.838.988 von derbewunderer am 27.05.06 20:58:26Klingt so ähnlich dämlich wie "Ehrenholocaust, oder Ehrenmassentötung oder Ehrenhungersnot"
Antwort auf Beitrag Nr.: 21.838.336 von Graf_Voelsing am 27.05.06 19:45:38Dass man überhaupt darüber spricht, wundert mich sehr!!
In D ist es so, dass alles was ein "negatives" Bild auf unsere "liebe" Miganten wirft, TOTGESCHWIEGEN wird!!!
Im GEGENSATZ zu einzelnen Fällen von Deutschen die sich mit Miganten "anlegen" !!
Dass wir uns richtig verstehen! Bin GEGEN Gewalt, sowohl von Migranten wie von anderen!
TÜRKISCHER TAG

Berlin unter dem Halbmond



Von Ferda Ataman

Ein Meer roter Flaggen mit dem Halbmond begrüßte die Besucher des Türkischen Tags in Berlin. Im Vorfeld hatten türkische Gruppen Kritik an den Veranstaltern geübt - weil das Fest auf Deutsche zu nationalistisch wirken könnte.

Berlin - Ein orientalischer Wind weht durch das Brandenburger Tor, es riecht nach Döner und Knoblauchwurst. Der Standbesitzer Tamer Gelen verkauft Dutzende türkischer Fahnen und roter Mützen mit Sichelmond und Stern. Stolz berichtet er davon, wie er 1969 als erster Türke in Berlin Abitur machte. Heute lebt er wieder in der Türkei und kommt für Veranstaltungen nach Deutschland. "Hüpft ihr Herz nicht höher, wenn Sie die türkische Fahne sehen?" Sein Herz tut es.

Türken am Brandenburger Tor: Kritik aus den eigenen Reihen
Und scheinbar auch das mehrerer Zehntausend Türken. Ein solches Meer rot-weißer Fahnen hat Berlin seit den Länderspielen der Türkei bei der Weltmeisterschaft 2002 nicht mehr gesehen. Es ist der 5. "Türk Günü" (Türkischer Tag) in der Hauptstadt - inspiriert durch die gleichnamige Parade in den USA. In New York ziehen seit 1980 jährlich Tausende Türkischstämmige durch die Madison Avenue und zeigen Präsenz. Das Berliner Fahnen-Spektakel wird von der Türkischen Gemeinde zu Berlin organisiert, "um an die Herzen der hier lebenden Menschen zu appellieren", wie es heißt. Mit Musik und Kulturprogramm soll eine "Brücke zwischen Deutschen und Türken" aufgebaut werden.

Doch es bleibt ein Fest, bei dem die Türken fast unter sich sind. Die deutschen Touristen wagen sich kaum auf die Freßmeile, die auf dem 17. Juni aufgebaut ist. Schon im Vorfeld der Veranstaltung hatte es Kritik von Türken an der Art und Weise der Austragung gegeben. Einige Gruppen verweigerten die Teilnahme, weil sie auf die deutsche Gesellschaft zu nationalistisch wirken könnte. Paraden dieser Art sind in Deutschland - anders als in den USA - eher ungewöhnlich.

Rote Stirnbänder mit der weißen Aufschrift "Die Türkei - das Allergrößte" und im Chor "Türkiye" brüllende Jungen könnten auf Außenstehende tatsächlich eher abschreckend wirken. Deswegen betont Taciddim Yatkin, Vorsitzender des Organisationskomitess, mit Nachdruck, dass es ein türkisch-europäisches Fest sei. "Wir haben am Anfang die gleiche Anzahl an deutschen, türkischen und europäischen Fahnen verteilt." Dass bereits in der ersten Stunde der Parade fast nur noch türkische Fahnen zu sehen waren, habe mit den Veranstaltern nichts zu tun, betont er.

2001 fand der Türk Günü zum ersten Mal anlässlich des 40. Jahrestags des Anwerbeabkommen mit der Türkei statt. Damals wurden 25.000 Teilnehmer erwartet. Für dieses Jahr kündigte die türkische Zeitung "Hürriyet" schon vor Wochen Hundertausende an. Vermutlich unterstützte die großzügige Prognose des Sponsors die Integrations-Staatsministerin Maria Böhmer in ihrer Entscheidung, die Schirmherrschaft zu übernehmen. Doch Deutsche sind kaum bei dem Kulturfest. Das laut Organisationsleiter Yatkin "bunte Beispiel für die Integration der Türken in Deutschland" bleibt in erster Linie rot-weiß.

Auch vom angekündigten Besuch des Ministerpräsidenten Tayip Erdogan, der am Vortag beim Türkisch-Deutschen Wirtschaftskongress in Berlin war, und den türkischen Fußball-Nationalspielern, war bis zum späten Nachmittag niemand zu sehen. Davon ließen sich die Fahnen schwingenden Türken jedoch die Stimmung nicht verderben. Singend erklärt eine Gruppe türkischer Mädels, das sie Türkinnen seien, "auch wenn wir einen deutschen Pass haben". Ein vorbeigehender Mann nickt, "aferin kizlar" - bravo Mädels.

Gastgeber Yatkin spricht die unangenehmen "Türkenthemen" gleich in seiner Anfangsrede auf dem Podium an: "Zwangsehen und Ehrenmorde schaden dem Ansehen der türkischstämmigen Bürger in Deutschland." Verhaltener Applaus ist die Antwort der Zuhörer.

Die Sätze heben nicht gerade die Stimmung, aber sie geben die defensive Situation der Türken in der Öffentlichkeit wieder. Ahmet Iyidirli, Bundesvorsitzender der Föderation der Volksvereine türkischer Sozialdemokraten in Europa, erklärte am Rande der Verantstaltung zu SPIEGEL ONLINE. "Seit eineinhalb Jahren bekommen die Türken alle zwei Monate eine neue Ohrfeige in den Medien", seien es Ehrenmorde, anarchische Hauptschulen oder antiamerikanische Kinofilme. Daher sei der Türk Günü eine gute Gelegenheit, ein positives Zeichen für die Teilhabe der Türken an der deutschen Gesellschaft zu setzen.

Einer der wenigen Deutschen, der sich in das rotweiße Getümmel wagen, ist an diesem Samstag der Spitzenkandidat der Berliner CDU, Friedbert Pflüger. Auf der Bühne hält er eine Rede - als einziger auf Deutsch, denn alle anderen halten es allein mit ihrer Muttersprache Türkisch.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,grossbild-6…
Antwort auf Beitrag Nr.: 21.840.850 von Graf_Voelsing am 28.05.06 08:11:27Gibt es Hinweise,Statistiken,ob es sogenannte"Ehrenmorde" auch innerhalb der deutschen Bevölkerung gibt?
Gruß Muskalowski
Antwort auf Beitrag Nr.: 21.840.863 von Muskalowski am 28.05.06 08:31:43Darüber habe ich keine Infos. Vorstellen kann ich mir schon, daß es so etwas vereinzelt auch unter Deutschen gibt.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,411283,00.html
Ehrenmorde seien allerdings kein "islamisches Phänomen", so Schreiber. Weltweit seien 18 Länder bekannt, in denen "Morde im Namen der Ehre" an Frauen begangen würden, unter ihnen Italien und Brasilien. "Wir betrachten das grundsätzlich eher als patriarchalisches Phänomen und nicht primär als ein religiöses Problem", so Schreiber.
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,431634,00.html

14.08.2006

ITALIEN

Vater schneidet Tochter die Kehle durch


Erschütternder "Ehrenmord": Eine junge Frau pakistanischer Herkunft hat sich in Italien geweigert, in ihr Heimatland zurückzukehren, um dort einen Cousin zu heiraten. Dafür bestrafte sie der Familienclan mit dem Tode.


Brescia - Die Pakistanerin, die in der Nähe von Brescia lebte, pflegte einen westlichen Lebensstil. Sie arbeitete als Kellnerin in einer Pizzeria, trug dort Jeans und Röcke. Zudem hatte die Muslima einen jungen Italiener zum Freund. Doch all das nahm ihr ihre strenggläubige Familie übel: "Sie wurde vom Clan zu Tode verurteilt", schreibt die italienische Zeitung "La Repubblica".

Dem Bericht zufolge warteten der Vater und weitere Familienmitglieder, bis die Mutter der jungen Frau in die Ferien gereist war. Dann überwältigten sie die 20-Jährige und schnitten ihr die Kehle durch. Anschließend vergruben sie die Leiche im Garten des Hauses.

Der 56-jährige Vater tauchte mit weiteren Tatverdächtigen zunächst unter. Inzwischen habe er sich der Polizei gestellt, berichtet das italienische Fernsehen.

Das Verbrechen weckt Erinnerungen an den "Ehrenmord" im vergangenen Jahr in Berlin: Dort hatte ein junger Türke seine Schwester Hatun Sürücü im Namen der Familienehre auf offener Straße erschossen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 21.840.872 von Graf_Voelsing am 28.05.06 08:46:16Wie ich schon mal sagte, es handelt sich hier teilweise um ein Feudalsystem. Der Islam ist nur Mittel zum Zweck, um diese feudalen Strukturen aufrecht erhalten zu können.

Den Islam zu bekämpfen ist daher der falsche Ansatz !


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