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Geno BioEnergie 1 - 500 Beiträge pro Seite



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Hi miteinander,

auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten im Bereich Biogas (macht für mich vom Gefühl her irgendwie mehr Sinn als Windenergie) hat mir mein Banker von diesem Biogasfonds vorgeschwärmt, wie sicher, wie ertragreich und so weiter. Im Internet habe ich nach längerer Suche nur das gefunden:

http://www.doricassetfinance.com/de/news.html

Liest sich ja alles ganz toll, aber das tut es immer. Nachdem ich mich da nicht recht auskenne: Kann mir einer der Profis da draußen weiterhelfen?

Danke schon mal im Voraus!
Antwort auf Beitrag Nr.: 21.848.358 von emtec3000 am 28.05.06 14:43:39es gibt dazu schon ein paar threads, aber das ALLERWICHTIGSTE ist die Erfahrung des Betreibers... Zur Zeit stürzen sich alle möglichen Nasen ,mit zweifelhaftem KnowHow auf das Thema, also Vorsicht!
Weiß jemand, wann man hier jetzt endlich investieren kann? Und kann ich irgendwo eine unabhängige Studie über diesen Fonds lesen?
Antwort auf Beitrag Nr.: 21.848.358 von emtec3000 am 28.05.06 14:43:39Hi,

habe nun mehrere Angebote verglichen, was finde ich okay:

1) Überdurchschnittliche Verzinsung
2) Leasingkonzept/kein Unternehmerrisiko

was gefällt mir nicht:

1) Betreiber hat nach meiner Recherche keine Ahnung, was z.B. auch gegen BEV Biogas usw. spricht
2) Fondabhängige Kosten mit 15% sehr hoch!
3) DZ-Bank bzw VR beteiligt sich nicht mal mit einem Darlehen an dem Ding: Warum, wenn das doch alles so sicher sein soll?
4) BioEnergie 1 unterstellt einen Kaufpreis von 47 Mio (ca.50% der Anschaffungskosten in 2017..... eine Frechheit! In 2019 von 37 Mio, also haben wir 10 Mio weniger in nur 2 Jahren, aber 50 Mio in 2007-2017 in 10 Jahren, glaubt hier wirklich jemand an einen linearen Wertverfall?

Mein Meinung: Sieht wieder mal nach den alten DG Fonds aus, die unter www.zweitmarkt.de auch keiner haben will.
Antwort auf Beitrag Nr.: 24.341.715 von omang am 02.10.06 13:45:03hallo zusammen,

nach einiger Zeit passiver Forumteilnahme habe ich mich jetzt dazu entschlossen, hin und wieder meine Einschätzungen mit anderen zu teilen.

Ich habe ebenfalls seit Längerem auf den GENO Bioenergie gewartet. Obwohl die Thematik an sich sehr interessant ist und vor allem hohe Cash Flows produzieren kann, war bisher noch kein Anbieter dabei, dem ich genügend Seriösität und Sachverstand zugetraut habe, um eine solche Anlage in den nächsten 20 Jahren vernünftig zu betreuen (wichtig ist ja nicht nur ein guter Vertrieb für die Zeit bis zur Fondsschließung, sondern besonders die Zeit danach).

Leider hat der GENO-Fonds meine Erwartungen absolut nicht getroffen. Die Kalkulation ist zwar blitzsauber und seriös, da ein reiner EK-Fonds immer etwas sicherer ist, als gehebelte FK-Produkte. Besonders störend finde ich aber die magere Renditechance von unter 7 % vor Steuern bei der kalkulierten Laufzeit von 20 Jahren (= Gesamtausschüttung von ca. 215 Mio bei 103 Mio Einsatz).

Der Knackpunkt dabei ist, daß zwar sämtliche Mehrertragschancen bei den Leasingnehmern (=Nawaro GmbH = einige hochdotierte Glücksritter) liegen, im Falle von Mindererträgen aber absolut keine Sicherheiten vorliegen, die Nawaro zur Annahme des Andienungsrechts befähigen würden. Somit geht diese GmbH eben einfach pleite, wenn´s nicht wie erwartet läuft und das Betreiberrisiko liegt sofort beim Fonds und damit beim Anleger.

Die vom Vorschreiber genannten Zahlen in 2017, bzw. 2019 sind übrigends keine am Markt zu erzielenden Kaufpreise, sondern die zu zahlenden Preise bei Ausübung des Sonderkündigungs- bzw. Andienungsrechts. Kalkuliert ist bei Betrieb bis 2026 ein Restwert von 0.
Das Andienungsrecht ist wie o.g. allerdings völlig wertlos, da es sich beim Leasingnehmer um eine neue GmbH ohne finanziellen Backround handelt (nicht wie z.B. beim Flugzeugleasing um solvente globale Unternehmen). Diese GmbH wird sich die Anlage nur andienen lassen, wenn es für sie (und nicht für den Fondsanleger) wirtschaftlich Sinn macht - ansonsten gehts halt einfach in die Pleite. Genauso wirds passieren, wenn sich die kalkulierten Einnahmen zur Bezahlung der Leasingraten nicht erwirtschaften lassen. Mehrerträge bleiben bis auf einige "Peanuts" dagegen fast vollständig beim Leasingnehmer.

Für einer Nachsteuerrendite von unter 5 % ist das leider kein sinnvolles Investment - ich muß deshalb noch warten, bis was Vernünftiges kommt.

Erläuterungen und insbesondere fundierte Gegenaussagen sind gerne willkommen!
Antwort auf Beitrag Nr.: 24.341.715 von omang am 02.10.06 13:45:03... noch kurz was zu den fondsabhängingen Kosten:

omang schreibt, diese wären mit 15,23 % sehr hoch - das ist nicht so, da dieser Wert incl. Agio ist.

z.B. beim MTV IV fallen dagegen (immer auf EK bezogen - denn nur diese Betrachtung ist sinnvoll) insgesamt 18,38 % zzgl. 5 % Agio an!!!

Das sind dann insgesamt mehr als 23 % und mehr als 8 % über den Werten vom Geno-Fonds, die sich die Initiatoren in die Tasche stecken!
Antwort auf Beitrag Nr.: 24.342.340 von Schein_und_Wahrheit am 02.10.06 14:22:03Hallo ScheinundWahrheit.

Ich verfolge diesen Beteiligungsbereich auch mit Interesse.

Nach Durchsicht des Angebots denke ich auch das es sich hier um einen seriösen Anbieter(Geno-Sektor) handelt. Die Kalkulation ist schlüssig.

Problem wäre natürlich die mangelnde Erfahrung in dem Bereich. Aber das liegt nun mal in der Natur der Geschäftsform. Sie ist ja ziemlich jung.

ich muß deshalb noch warten, bis was Vernünftiges kommt.



Wie stellst Du Dir denn ein "vernünftiges" (und seriöses!) Angebot vor? Ich denke das bei gleicher Struktur mehr Rendite in dem Bereich nicht zu machen ist....
Antwort auf Beitrag Nr.: 24.518.695 von BIG.M am 09.10.06 16:12:36Hallo,

Grundsätzlich haben wir die gleiche Meinung. Aber wenn ich unternehmerische Risiken eingehe, will ich
a) mit entsprechenden Renditechancen belohnt werden
b) unternehmerische Chancen erhalten

zu a) die Rendite im Prospektszenario liegt bei ca. 6,9 % - und das nahezu voll steuerpflichtig (die steuerfreien Anteile an der Ausschüttung von 11 % sind überwiegend die Kapitalrückzahlungen). Die Nachsteuerrendite liegt somit bei ca. 4,5 % (je nach persönlicher Belastung). Besonders hier bitte nicht Ausschüttung mit Rendite verwechseln, weil beim Basisszenario von 20 Jahren Laufzeit keine Schlußzahlung mehr erfolgt. Die Schlußausschüttung setzt sich nur aus der normalen 11 %-Ausschüttung und dem Auskehren der kalkulierten Liquiditätsreserve zusammen. Da das Andienungsrecht im Ernstfall nichts wert ist, habe ich bei meinem Erstposting bereits erläutert (Nawaro = kein bonitätsstarker Leasingnehmer). Somit muß ich bei meiner Anlageentscheidung zwingend das 20-Jahre-Szenario unterstellen, egal was der freundliche Geno-Bänker über die Ausübungswahrscheinlichkeit des Andienungsrechts sagt. Außer Ihr bekommt solche Aussagen schriftlich, dann würde zumindest die Geno-Bank zahlen, wenn´s nicht funktioniert.
Und 4,5 % nach Steuern sind MIR für eine unternehmerische Beteiligung zu WENIG!

zu b) hier gehts schneller: die Risiken bleiben beim Fonds, bzw. beim Anleger weil bei Mißerfolg der Leasingnehmer pleite geht und der Fonds die Anlagen weiter betreiben kann. Die Chancen liegen aber (fast) vollständig beim Leasingnehmer, der (fast) jeden Mehrertrag über den Leasingraten (fast) vollständig vereinnahmen kann, wenn´s gut läuft.

Und noch zum Schluß: Wie würde ein Bio-Fonds aussehen, der mir gefällt: Genau wie der Geno Bioenergie I aber nicht als Leasingmodell, sondern mit der Fondsgesellschaft als Betreiber. Somit wäre die Kalkulation gleich gut, aber sämtliche Risiken und besonders CHANCEN lägen beim Anleger/Fonds. Der Fonds hätte z.B. die Nawaro auch selbst gründen können (mit Gewinnabführungsvertrag).
Antwort auf Beitrag Nr.: 24.519.671 von Schein_und_Wahrheit am 09.10.06 16:56:06Deine Argumente kann ich nachvollziehen.

Ich glaube das Problem ist, daß hier viele Leute am Tisch sitzen und nur ein Kuchen auf dem Tisch steht. Und alle wollen lächelnd den Tisch verlassen.

Das geht nur mit Kompromissen. Durch den Geno-Vertrieb wird die Finanzierung wohl auch gelingen. Als Anleger muss man sich allerdings 2x fragen, ob man mit dieser (nach oben begrenzten) Rendite das Risiko tragen will. Aber das Renditeproblem ist ja nicht selten am Beteiligungsmarkt zur Zeit. Siehe (seriöse) Immo-Fonds. Für mich wäre Biogas höchstens als Beimischung im kleineren Rahmen empfehlenswert.
Hast Du noch weitere Angebote in dieser Richtung analysiert? Im Vergleich zu Wind/Sonne/Wasser erscheinen mir biologische oder geothermische Anlagen im Reg-Bereich noch am ehesten kalkulierbar.


Ich pers. räume momentan dem Aktienmarkt ein (noch!) besseres Chance/Risiko-Verhältnis ein. Siehe neues ATH Dow Jones! Oft gut für 10-15% Move. Deshalb bin ich zur Zeit noch immer deutlich übergewichtet in Blue Chips. Allerdings wird die Zeit für Umschichtungen kommen. Und da hält man schon mal die Augen offen! ;)
Antwort auf Beitrag Nr.: 24.524.555 von BIG.M am 09.10.06 20:38:56Hallo,

nein, ich habe noch keine anderen Bio-Fonds analysiert, da beim ersten Blick auf den Finanzierungs- und Investitionsplan das Angebot für mich erledigt war. Ganz nett sind hier die Cashcow-Fonds, die von der Regensburger Lacuna vertrieben werden. Macht Euch mal den Spaß und setzt die ausgewiesenen Weichkosten ins Verhältnis zum Eigenkapital - da schlackert man mit den Ohren. Aber auch die anderen räumen kräftig ab. Außerdem ist bei einer EK:FK-Quote ab 30:70 Schluß mit lustig. Der kleinste Wackler auf der Einnahmenseite und das Ding geht hops. Die erste Ausnahme war -wie beschrieben- der Geno-Fonds. Aber über dessen Schwächen habe ich bereits alles geschrieben.

Ansonsten gibt es auch für mich viele Anlagen mit einem wesentlich besseren Chance/Risiko-Verhältnis. Jeder halbwegs gute Aktienfonds sollte auch in Zukunft locker die Renditen des Geno-Bioenergie schlagen. Zur Absicherung und gegen stürmische Börsenzeiten noch einige gute Bonuszertifikate mit hohem Risikopuffer ins Depot und als Abrundung einen GUTEN offenen Immo-Fonds (AXA, SEB, CS). Da lasse ich jede Wette mitlaufen, daß diese Mischung auf Sicht von 15 - 20 Jahren mehr Freude macht, als alle Bio-Fonds, die zur Zeit auf dem Markt sind. Natürlich erhebt diese Zusammenstellung keinen Anspruch auf Vollständigkeit - aber für den Anfang ist es sicher eine sinnvolle Mischung.

Weitere Meinungen sind natürlich gerne willkommen.
Heute wurde mir der GENO Bioenergie 1 Fonds bei meiner Volksbank angeboten ab 10.000Euro zzgl. 5% Agio, aber die Zeichnung wird nicht mehr lange dauern.

Habt Ihr schon gekauft???
Antwort auf Beitrag Nr.: 25.100.154 von GueldnerG45S am 03.11.06 11:12:01Ist er schon fast ausverkauft?

Na dann les doch die letzten 10 Postings und bild Dir eine Meinung!

:rolleyes:
Antwort auf Beitrag Nr.: 25.100.154 von GueldnerG45S am 03.11.06 11:12:01Hallo,

ganz so eilig ist es nicht, wie Dir der nette Volksbänker suggerieren wollte.

Der Fonds ist aktuell zu ca. 50 % plaziert und somit sind noch ca. schlappe 50 Mio Euro zur Zeichnung offen.

Die ersten 40 % sind innerhalb von 3 Tagen nach Markteinführung verkauft worden, da bereits im monatelangen Vorfeld viele Kunden angesprochen wurden, die dann schnell "eingetütet" wurden. Danach wurden in ca. 2 Wochen die restlichen 10 % plaziert.

Ganz so anders als freie Vertriebler sind Sparkassler und Volksbänker auch nicht - Zeitdruck ist halt oft ein gutes Verkaufsargument und führt schneller zur heißbegehrten Unterschrift.

Also, laß Dir nichts vormachen, lies in Ruhe den Prospekt und informiere Dich bei Bedarf tiefgreifender und setze dann Deine Unterschrift unter den Zeichnungsschein, wenn Du von der Sache vollständig überzeugt bist. Denn leider gehts bei geschlossenen Fonds nicht mehr ganz so leicht raus, wie´s reingegangen ist :-)

Ich wünsche viel Spaß und eine richtige Eingebung!
Antwort auf Beitrag Nr.: 24.342.792 von Schein_und_Wahrheit am 02.10.06 14:45:48Habe mir mal hoffnungsvoll den Prospekt Geno angesehen. Mein Banker hat ihn in den höchsten Tönen gepriesen.

Habe ihn enttäuscht weggeworfen, weil:

Extrem hohe Nebenkosten von rund 24%.

Ausschüttung wird eine ganze Zeit durch Liquiditätsreserve geschönt, d.h. ich zahle mir einen Teil selber.

Die haben noch längst nicht alles unter Vertrag, d.h. es können noch ganz erhebliche Kosten auf den Fonds zukommen.

Die Vermittlungsprovision, die sich der Initiator für die Zwischenfinanzierung einsteckt, ist eine Frechheit! Immerhin rund eine Million Euro, die die Anleger bezahlen! DENEN stünde das Geld zu!

Produktionsergebnisse sind SEHR ambitioniert! Da darf aber überhaupt nichts schiefgehen, um die prospektierten Ergebnisse zu erzielen.

Hat schon mal jemand in Erfahrung gebracht, ob der Fonds bei Jenbacher (gute Wahl, da Marktführer) überhaupt genug Blockheizkraftwerke kontrahieren konnte? Die haben nach meinem Wissen gerade erhebliche Lieferengpässe.

Wenn ich mir die Lebensläufe der Betreiber so ansehe, wird mir schlecht. Die Bezeichnung in deinem ersten Beitrag, "hochdotierte Glücksritter", finde ich absolut treffend. Woher wollen diese Spaßvögel die Kompetenz nehmen, so eine Anlage ordentliche betreiebn zu können? Ich habe aus vielen Gesprächen vor allem gelernt, daß das alles andere als ein Selbstläufer ist. Sondern QUALIFIZIERT gesteuert werden muß.

Fazit: Schade um einen gar nicht mal so schlechten Ansatz. Aber irgendwie auch logisch, denn immer, wenn Banken mit im Spiel sind, geht es im wesentlichen zum Nachteil für die Anleger aus.

Auch wenn ich mit dem BEV Biogasfonds Deutschland nicht 100% glücklich bin (ist wohl auch eine utopische Erwartung), überzeugt mich dort wenigstens die kompetente Betriebsführung. Nein, ich bin kein Ingenieur. Aber ich habe ein ausführliches Gutachten (Intitut Energetik und Umwelt) vorliegen, welches eben das bestätigt. Und scheinbar sind die Leute bei BEV vom Fach. Und stapeln mit ihren Angaben eher tief. Hat über diesen Fonds jemand noch weitere Hintergrundinfos?
Ecoreporter.de, grösstes Portal für Umweltfinannzanlagen, hat
ebenfalls ein negatives Fazit über den Fonds gezogen:


"Fazit:
Die in Aussicht gestellte Rendite steht nicht in vernünftigem
Verhältnis zum Risiko des Investments. ....... "


Als kritische Punkte werden u.a. angeführt, das

- dass die Nawaro BioEnergie AG (und ihre Töchter) im Rahmen des Beteiligungsangebots
Verpflichtungen eingehen, die ihre Kapitalausstattung weit übersteigen.

- Es keine unabhängige Mittelverwendungskontrolle gibt

- das durch die Leasingkonstruktion das Beteiligungsmodell intransparent für den Anleger ist.

Ich persönlich störe mich insbesondere an zwei Punkten:
1) Fremdkapital für Biogasanlagen in Ostdeutschland ist bereits für 3,5-4 % von der KfW erhältlich.
Eine deutlich höhere Eigenkapitalrendite wäre durch Nutzung zinsvergünstigter KfW-Kredite möglich.
2) Überplanmässige Mehrerträge schöpft überwiegend der Leasingnehmer ab - sollte
es schlecht laufen, kann er jedoch aufgrund geringen Kapitals nicht ausreichend haften.
In diesem Thread kann wieder geschrieben werden.

E-Schwarz
w: o Team
Nawaro Ag (Geno Bioenergie 1) kurz vor der Pleite?
20.02.2009
| Energie: Erneuerbare Energie

Agrar-Landwirtschaft
Betreiber von Biogasanlagen unterliegen in Karlsruhe
Karlsruhe - Die Betreiber von Biogasanlagen haben vor dem Bundesverfassungsgericht eine Niederlage erlitten.
Betreiber von Biogasanlagen unterliegen in KarlsruheDie Karlsruher Richter lehnten am Donnerstag einen Eilantrag gegen die faktische Kürzung der Einspeisevergütung zum Jahresanfang ab. Wegen einer Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) werden nebeneinander errichtete Biogas-Meiler seither als eine einzige Anlage angesehen. Damit kann nicht mehr jeder einzelne Meiler von den erhöhten Vergütungssätzen profitieren. Bis 150 Kilowatt werden deutlich höhere und auf einer zweiten Stufe bis 500 Kilowatt noch leicht erhöhte Sätze gezahlt.

Dagegen hatte ein großer Bioenergiepark aus Penkun an der deutsch- polnischen Grenze geklagt. Dort sind zwischen Ende 2006 und Ende 2007 insgesamt 40 solcher Meiler mit je 500 Kilowatt in Betrieb genommen worden. Vor der Änderung wurde jeder einzelne als Anlage eingestuft, was in der Summe zu einer deutlich höheren Vergütung führte. Mit der Novelle werden alle Penkun-Meiler als eine einzige Großanlage eingestuft. Weil die neuen Vorschriften auch auf bereits bestehende Anlagen angewendet werden, sieht der Betreiber, die Leipziger Nawaro AG, den Bioenergiepark in seiner Existenz bedroht. (Az: 1 BvR 3076/08 - Beschluss vom 18. Februar 2009)

Eine Begründung des vorläufigen Eilbeschlusses steht noch aus, allerdings war die Entscheidung im ersten Senat umstritten: Drei der acht Richter stimmten dagegen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) begrüßte die Entscheidung. Das Gesetz habe klargestellt, dass das sogenannte Anlagen-Splitting unzulässig sei, teilte er in Berlin mit. Aus Sicht der Regierung sei dies bereits nach der früheren Fassung des EEG nicht erlaubt gewesen. In Penkun wird im industriellen Maßstab Mais, Gülle und Getreide zu Strom verarbeitet. Bundesweit sind nach Angaben des Branchenverbandes Biogas 250 Anlagen von der Gesetzesänderung betroffen. (dpa)

Betreiber von Penkun mit Klage vor Verfassungsgericht gescheitert
(20.02.09)

Die Leipziger Nawaro AG und die Betreibergesellschaft des Bioenergieparks Penkun haben vor dem Bundesverfassungsgericht eine Niederlage erlitten. Die Karlsruher Richter haben den Erlass einer einstweiligen Anordnung gegen die faktische Kürzung der Einspeisevergütung zum Jahresanfang abgelehnt. Nach der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) werden seit Jahresanfang nebeneinander errichtete Biogas-Anlagen als eine einzige Groß-Anlage gewertet und kommen damit nicht mehr in den Genuss der erhöhten Vergütungssätze für kleinere Anlagen. Dagegen hatten u.a. die Betreibergesellschft des Bioenergieparks Penkun geklagt. Dort sind zwischen Ende 2006 und Ende 2007 insgesamt 40 solcher Biogasanlagen mit einer Leistung von jeweils 500 KW in Betrieb genommen worden.
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.617.949 von Agrarwissenschaftler am 20.02.09 10:36:09Falls der Fonds in die Insolvenz wg. der geringeren Einspeisevergütung geht, haben die Geno-Banken wohl die nächste Klagewelle von geprellten Anlegern am Hals. Die Pleite der DG Anlagefonds aus den 9oer Jahren ist ja m.Wissens noch nicht gerichtlich abgeschlossen.

Hat IGB nicht einen ähnlichen Fonds plaziert ?? Auch mit Nawaro !!
Aus der Ostseezeitung vom 16.02:

Zitat:

Biogas-Erzeuger klagen gegen neues Gesetz
Penkun/Leipzig (dpa) Mit Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht wollen Betreiber großer Biogasanlagen in Deutschland eine Gesetzesänderung der Bundesregierung rückgängig machen. „Wenn das nicht gelingt, müssen wir die weltweit größte Anlage, in der Mais und Gülle in industriellem Maßstab zu Strom verarbeitet wird, im März abschalten“, sagte der Vorstand der Nawaro BioEnergie AG (Leipzig) Felix Hess heute.

Die Anlage, die aus Mais und Gülle 20 Megawatt Strom erzeugen kann, arbeitet im vorpommerschen Penkun. Laut Hess sind bundesweit 250 solcher Anlagen betroffen. Neben Nawaro gebe es zwei weitere Kläger in Karlsruhe, eine erste Entscheidung werde bis Anfang März erwartet.

Hintergrund sind Änderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes zum 1. Januar 2009, die Nawaro einen Umsatzrückgang von 48 Prozent beschert haben, wie aus einem Gutachten der IHK Neubrandenburg hervorgeht. So werde die Anlage in Penkun, die aus 40 Kesseln mit je 0,5 Megawatt Leistung besteht, rückwirkend anders eingestuft. Dadurch nehme Nawaro jährlich rund 16 Millionen Euro weniger ein. Von einer Insolvenz würden nicht nur die Anlage in Penkun allein, sondern auch die BioEnergie AG in Leipzig, rund 5000 Kleinanleger sowie Arbeitsplätze im Umfeld der Anlage betroffen sein, hieß es.
Zitat aus einem anderen Forum:


"Auswirkungen des BVG Urteils zur Einspeisevergütung

Als Insider der BRANCHE kann ich nur feststellen:

Durch das Urteil des BVG gibt es endlich eine Korrektur der wahnwitzigen Auswüchse einer Branche. Die Entwickler von solchen Biogasparks hatten weder die Umwelt noch nachhaltige Anlegerrenditen im Sinn. Das Ziel der Parks war ausschließlich die Maximierung der Projektentwickler- und Fondsverwaltervergütungen.

Nicht nur zufällig haben auch die Unternehmen der hier dikutierten Unternehmen ENVITEC AG & SCHMACK AG davon erheblich profitiert. Die Anlagen beider Hersteller waren immer im Vergleich zu anderen erheblich überteuert und dazu aufgrund der schlechteren Anlagenstruktur deutlich leistungsschwächer als die von anderen Biogasanlagenherstellern und -entwicklern.

Aufgrund unserer langfristigen Auswertung haben die auch in den Biogaspark verbauten Standard-Anlagen von Schmack & Envitec einen um 15 - 30 % geringeren Gesamtwirkungsgrad (Output an Elektr. Energie i.V. zu Input an organischer Substanz) als andere BGAs nicht börsennotierter Unternehmen. Biogas Nord AG baut im Vergleich eine deutlich effizientere Anlagenstruktur als die beiden o.a.. Die Nähe der beiden börsennotierten Hersteller zu den Entwicklern der Biogasparks hat m.E. die Struktur und Grösse der Parks erheblich geprägt.

Envitec und Schmack haben mehr als 75 % der durch die engere Auslegung des Anlagenbegriffes betroffenen 250 Biogasanlagen in den Parks gebaut bzw. geliefert. Es darf vermutet werden, das die konzeptionellen Anfänge dieser Parks auch aus den Führungsetagen von RUHE und SCHMACK geprägt wurden.

Insbesondere da ja die NAWARO AG aber auch andere Parkinitiatoren das Argument immer wiederholen, das ja keine leistungsfähigeren Anlagen als die 500 KW Muster damals verfügbar waren. Andere BGA-Hersteller hatten dagegen schon immer deutlich größere Anlagentypen im Programm, diese wurde dann aber ja bekannterweise nicht bei der Ausführung berücksichtigt.

Ich kenne genügend Landwirte, die mit solchen Angeboten der Ansiedlung von Biogasparks in den Jahren 2004 bis 2006 überhäuft wurden.

Ich kann nur allen Anlegern der NAWARO AG empfehlen, noch ein paar Euro gemeinsam in den Hand zu nehmen und einen erfahreren Anlegerschutzanwalt zu beauftragen. Vielleicht gelingt es dem ja auch, noch etwas mehr Licht in die enge Verzahnung dieser Branchenauswüchse hineinzubringen.

Für mich steht mit dem BVG Urteil auf jeden Fall fest:

- die BIOGASBRANCHE hat gewonnen (mit Ausnahme von Schmack & Envitec)
- die Umwelt wird gewinnen, da das Substrat der Grossprojekte für sinnvolleren Einsatz wie bspw. auch für die Biogaseinspeisung wieder zur Verfügung stehen wird
- die Landwirte haben gewonnen, da die Konkurrenz um Flächen auch zu unvernünftigen Flächenkosten in den betroffenen Regionen geführt hat, wirklich Tierhaltungsbetriebe um Fläche mit BGA´s kämpfen mussten
- eine Vergütungs / Subventionsgerechtigkeit wiederhergestellt wurde, ein Landwirt bekommt auch nicht mehr Förderungsmittel, wenn er einen geplanten Schweinestall von 5000 Mastschweinen in 5 Einheiten von jeweils 1000 Mastschweinen aufteilt.(M.E. sind die Vergütungsregelungen des EEG subventionserheblich, also könnte man auch den § 42 AO in die Diskussion hineinbringen, denn warum hat man 40 x 500 KW und nicht 4 x 5 MW gebaut.)

Allen ein schönes Wochenende

vom Biogaslandwirt


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