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http://focus.msn.de/politik/deutschland/polit-affaere_nid_36…

25.09.06

Barschel-Witwe beschuldigt Kohl


19 Jahre nach dem Tod des ehemaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Uwe Barschel (CDU) fordert seine Witwe eine Neuaufnahme der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen.

„Da geht kein Weg dran vorbei“, sagte Freya Barschel der Oktober-Ausgabe des Politikmagazins „Cicero“ unter Verweis auf das neu erschienene Buch „Der Doppelmord von Uwe Barschel“ von Wolfram Baentsch. Ihr Mann habe keinen Selbstmord begangen. Er sei fest entschlossen gewesen, „die Umstände des Komplotts gegen ihn aufzuklären“. Die Witwe fügte mit Blick auf Altkanzler Helmut Kohl (CDU) hinzu: „Ich würde Helmut Kohl fragen: War es Mord aus Staatsräson?“

„Es ging um Waffenlieferungen“

Freya Barschel attackierte außerdem den verstorbenen CDU-Politiker Gerhard Stoltenberg. Ihr Mann habe ihr gesagt, wie schwer ihn das Erbe seines Vorgängers im Amt des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten belaste. „Dass es Vorfälle gebe, mit denen er überhaupt nicht einverstanden sei, es aber niemanden gebe, mit dem er darüber sprechen könne. Aus seinen Andeutungen konnte ich schließen, dass es um Waffenlieferungen ging“, betonte die Witwe.

„Noch immer stellen sich mir die Nackenhaare auf, wenn ich die Menschen sehe, die ebenfalls mitverantwortlich sind. Das war Bernd Neumann aus Bremen, der heute Kulturstaatsminister ist“, fügte Freya Barschel hinzu. Neumann habe ihren Mann beim aus Bremen kommenden Medienreferenten Reiner Pfeiffer auflaufen lassen und ihm „von all den schlechten Erfahrungen, die man mit Pfeiffer gemacht hatte, nichts mitgeteilt“.

Buch-Autor spricht von Mord

Baentsch legt in einer in „Cicero“ erschienenen Zusammenfassung seines Buches dar, Barschel sei am 11. Oktober 1987 nicht in der Badewanne ertrunken, sondern an Vergiftung gestorben. Er habe von Lieferungen verbotenen Kriegsgeräts an die feindlichen Parteien im Golfkrieg zwischen 1980 und 1988 erfahren, Schleswig-Holsteins Häfen für den Waffenhandel sperren und die Ausbildung iranischer Piloten durch israelische Fluglehrer stoppen wollen. Dies seien Gründe gewesen, den aus dem Amt geschiedenen CDU-Politiker zum Schweigen zu bringen.

Deutsche Beamte oder Politiker hätte diese Anweisung nicht erteilt, stellt Baentsch klar. Es sei aber nicht auszuschließen, dass die Deutschen „Hand- und Spanndienste“ bei der „Einkreisung“ Barschels geleistet hätten. Der Fall wäre längst gelöst, wenn die ermittelnden Lübecker Staatsanwälte ihrer Arbeit ungehindert hätten nachgehen können, so der Autor.

:eek:
Antwort auf Beitrag Nr.: 24.190.775 von Blue Max am 25.09.06 18:42:09 . . . damals zog auch ein Hamburger Speditionsgeschäftsführer namens Ihle in die ewigen Jagdgründe ein . Da gings ooch um Bumbum . Wurde als Beziehungstat vakooft . Wohl alles ein Komplex . . .
..naja, wer beim "persönlichen Ehrenwort" gelogen hat, was ja nun mal feststeht, dem muss man nicht glauben, dass er auf einmal der große Wohltäter der Menschheit war und Waffenhandel unterbinden wollte. Dass seine Frau ihm glaubt, ist wohl normal.

Ich glaub ihm eher nicht.
Antwort auf Beitrag Nr.: 24.193.050 von kraftmobil am 25.09.06 20:16:09So, so, ein Komplex...

http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Parteifirmen

Parteifirmen waren Wirtschaftsunternehmen im NSW, vor allem in der BRD, die mit Mitteln oder auf Initiative der SED gegründet wurden. Für die ideologische Überwachung der Parteifirmen war die "Abteilung Verkehr" des ZK der SED zuständig, diese hatte auch die letztendliche Entscheidungsgewalt in Personalfragen (Besetzung der Geschäftsführerposten etc.).

Die Parteifirmen waren eingebunden in das Firmengeflecht des Bereichs Kommerzielle Koordinierung und häufig Partner von KoKo-Firmen bei problematischen Geschäften (Importe von Embargogütern in die DDR, Finanztransaktionen zugunsten der DKP).

Beispiele für Parteifirmen:
* Chemoplast GmbH (Westberlin)
* Intema (Essen)
* Richard K. Lämmerzahl International, RKLI
* Spedition Ihle (Hamburg)

Es handelte sich bei den Parteifirmen in der BRD keinesfalls nur um unbedeutende Unternehmen. Die Spedition Ihle wickelte zeitweise über 10 Prozent des Warenumschlags im Hamburger Hafen ab. Die RKLI war ein wichtiger Möbelgroßhändler.
Antwort auf Beitrag Nr.: 24.194.478 von infilTRADER am 25.09.06 21:13:14 . . . :laugh::laugh::laugh: ja , ja , ein Komplex . Onkel Barschel hatte ja auch ne Zeitlang größeres Interesse an der TÄTÄRÄ und dort an ner Minna ..... Bei Ihle hing noch LASSEN drin , Besitz von sonem Rhodesier , der in London abhing , Lonrhow oder so hieß sein Konzern . LASSEN bereederte auch die TÄTÄRÄ Handelsmarine , griff auch ca 50% der Speditionskosten von Westumzugsbuden bei Ausreise von DDR Bürgern ab , die Kosten erstattete meist die öffentliche Hand , und war sich für kein Geschäft zu schade . Die Verantwortlichen haben immer fleißig gezählt und erzählt . . .
Wenn man in einer Demokratie zuviel weiß, oder Sachen weiß die nicht korrekt sind, dann erzählt man es normalerweise dem Mandatssouverän, dem Volk.

Aber erst wird alles mal unter der Decke gehalten, gemauschelt, geprüft auf alle möglichen parteipolitischen Konsequenzen, auf Ränke und Kabale, und zwar so lange bis es objektiv schon nicht mehr feststellbar ist wer Opfer und Täter ist.

Insofern täuscht sich die Witwe Barschel.
Wenn sie glaubt daß man einen eventuellen politischen Mord aufklären kann ohne daß die Rolle des Opfers in sehr ernüchternder Weise auf den Prüfstand kommt, dann ist sie entweder sehr naiv oder glaubt an dieselben falschen Möglichkeiten wie ihr verschiedener Mann.
Antwort auf Beitrag Nr.: 24.190.775 von Blue Max am 25.09.06 18:42:09Das wäre ja ungeheuerlich.:eek::mad:
aus heutiger Sicht könnte man tatsächlich drauf kommen, hinter Barschels Tod stecke bestimmt Helmut Kohl, denn kein Politiker würde heute wegen solcher Dinge noch Selbstmord begehen.


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