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Mahnmal für die Opfer des Neuen Marktes und der Börse - 500 Beiträge pro Seite



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Hallo WO-Gemeinde,

es gibt in Deutschland bereits viele Mahnmale. Aber die meisten Mahnmale beziehen sich auf eine mehr oder weniger weit zurückliegende Vergangenheit. Fast alle Mahnmale sind politisch bedingt.

Nun aber gab es in Deutschland auch einmal den "Neuen Markt", der unter Namensänderung "Tech-Dax" ja fortbesteht. Dieser "Neue Markt" hat einige wenige sehr reich, aber viele, viele Kleinanleger arm gemacht.

In Börsenbriefen, Börsenzeitschriften und in Fernseh-Shows wurden Aktien von Unternehmen vorgetellt, die eine gigantische Zukunft versprachen, die aber vielfach ins bodenlose abstürzten.


Der unbedarfte Kleinanleger, der bis dato keine Börsenerfahrung hatte, beziehungsweise mit Aktien wie BASF, EON, etc. nur gute Langfristerfahrungen gemacht hatte,

war mit all diesen "Lach- und Sach-" besser gesagt "Lug- und Trug-Geschichten" hoffnungslos überfordert.

Wie gesagt, viele, sehr viele Anleger haben Geld am NM verloren. Das Vertrauen einer ganzen Generation von Anlegern in die Börse wurde zerstört. Dies zeigt der jüngste Bericht, aus dem hervorgeht, dass die Deutschen heuer schon wieder netto 8 Milliarden aus Aktienfonds abgezogen haben, während ausländische Investoren den Deutschen Markt für so günstig halten, dass sie sich massig einkaufen.

Es gibt Leute, die haben an der Börse, speziell am NM all ihre Ersparnisse verloren. Manche die Ersparnisse eines langen Arbeitslebens. Es gingen wegen fallender Aktienkurse Ehen und Familien und Freundschaften kaputt. Gewiss sind auch Menschen am Verlust ihres Vermögens erkrankt - vielleicht haben sich - man hat es eventuell nie erfahren - Menschen wegen der desaströsen Kursverluste ihr Leben genommen.......

Nun, jeder trägt die Verantwortung für sein Vermögen - aber am Neuen Markt herrschten Zustände, die viele Kleinanleger nicht durschauen konnten. Staat, Banken, Fonds und die Deutsche Börse haben hier ökonomisch (siehe Folgeschäden für die Aktienkultur und moralisch) total versagt.


Ich würde mir wünschen,

dass die Deutsche Börse, unterstützt von Banken, Fonds, Maklern, Instis und eventuell den börsennotierten Unternehmen,

ein "Mahnmal für die Opfer des Neuen Marktes und der Börse" errichtet.

In diesem Mahnmal könnten einige besonders schlimme Aktionärs-Schicksale besprochen werden, um Managern und Banken etc. aufzueigen, was sie durch ihr Tun bewirken; was Schlimmes herauskommt, wenn jeder nur an das schnelle Geld denkt, welche man auf Kosten der nicht, falsch oder uninformierten Kleinanleger zu machen gedenkt.

Ferner sollte dieses Mahnmal auch die Namen jener Vorstände nennen, welche ihren Aktionären ganz besonders viel versprochen aber ganz besonders wenig gehalten haben.


Ich denke der Aktienkultur in Deutschland würde die Aufarbeitung der Vergangenheit - speziell der Jahre 1998 bis 2003 wirklich gut tun. Das Vertrauen der Menschen in die Börse und in die Aktie als Anlageinstrument könnte so vielleicht wiedergewonnen werden.


mfg
thefarmer


mit der Bitte an die Börsen-Verantwortlichen in diesem unserem Lande diese Idee aufzugreifen un zu unterstützen!
aber am Neuen Markt herrschten Zustände, die viele Kleinanleger nicht durschauen konnten

Das Problem war anderer Natur: Es war die Gier, möglichst schnell reich zuwerden ohne großen persönlichen Einsatz (Recherchen). Mahnende Stimmen gab es doch genug, z.B. seitens Kostolany. Auch der erfolgreichste Anleger aller Zeiten, Warren Buffet, hat die Finger von den vollkommen überteuerten Hightech-Aktien gelassen. Davon abgesehen hätte bei den allermeisten Unternehmen ein Blick auf die Marktkapitalisierung in Relation zu Umsatz und Gewinn genügt, um Abstand von einem Kauf der Aktien zu nehmen.

Und schau dir doch das heutige Treiben an: Die Leute verhalten sich so, als hätte es das Deasaster nie gegeben, obwohl es nur wenige jahre zurückliegt. Die vermeintlichen Gurus (z.T. alte bekannte) haben wieder Hochkonjunktur und die Anleger kaufen erneut den letzten Müll, der ihnen von den selbst ernannten Experten empfohlen wird.

Börse lebt von Eigenverantwortung. Ein "Mahnmal" bringt da überhaupt nichts.
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.553.527 von MFC500 am 07.07.07 23:38:38MFC500


Ich teile Deine Meinung nicht.

Ja, dass eine Intersthop oder eine n-tv keine 10 oder mehr Milliarden Euro wert sein konnte war klar und hätte mit ein wenig Recherche erkannt werden können.


Aber andere Fälle liegen nicht so klar.

Ich nehme jetzt mal meinen Spzeialfall SCM-Microsystems.

Hier war die Ausgangslage wie folgt:

Das Digitale Fernsehen kommt und zwar sogar laut Gesetz. SCM hat hierzu die Schlüsseltechnologie. 1999 oder 2000 prognostizierte der Vorstand, dass man die Milliarde beim Umsatz in 5 Jahren erreichen könne. Zudam wurde SCM als Weltmarktführer bei Smard-Card-Readern bezeichnet, ebenfalls ein Markt, der in den Kinderschuhen steckt, aber riesig werden würde...... Der Laden machte Gewinn und hatte weit über 100 Mio Cash in der Kasse, zeitweise pro Aktie sogar 10, 15 Euro!

Jetzt steht die Aktie bei 2,2 - weil die Digital-TV-Sparte verdummt (????) wurde und die Gesundheitskarte und andere Sicherheitsdinge nicht so laufen wie gedacht.........

Verlust vom Hoch bei über 130 Euro bis heute knapp 99 Prozent - also kaum Unterschied zum Totalverlust bei Pleiten.

Grund bei SCM: Unfähiges Management


Nehmen wir SER. Der Vorstand ließ sich im Jahr 2000 als das "Größte Genie seit Guttenberg" feiern, weil er angeblich eine Software entwickelt habe, welche das Dokumentieren und Wiederauffinden von Daten viel einfacher und besser machen würde. Gerhard Schröder war bei der Einweihung des neuen Firmengebäudes dabei, ebenso Kurt Beck und lobten den SER-Vorstand als vorbildlichen Unternehmer. Der Laden zahlte noch seine Dividende und war Monate später pleite. Der Vorstand setzte sich nach England ab, nachdem er zuvor die wertvollen Teile des Unternehmens Freunden zugeschanzt hat.

Grund bei SER: Betrügerisches Management



Nehmen wir Mühl. Ein Baukonzern an dem die Allianz mit 25 Prozent beteiligt war und im Aufsichtsrat saß. Ein wachsendes Unternehmen mit Milliardenumsatz, das über großen eigenen Grundbesitz u.a. Berlin verfügte und dem glänzende Zukunftsaussichten prognostiziert wurden. Auch hier war Schröder mal zu Gast. Auch dieser Laden zahlte Dividende. Das Umsatzmultipple und das KGV waren zeitweise extrem niedrig und dennoch verschwand der Laden binnen weniger Monate in der Versenkung - nachdem der Vorstand den Kleinaktionären noch am Tag vor der Stellung des Insolvenzantrag versichert habe, dass die Großaktionäre und er alles tun würden, um das Unternehmen zu retten und die versprochenen Ziele - 2004 sollten es 4 Mark oder 4 Euro (?) Gewinn je Aktie sein - zu erreichen.

Grund hier: Falsche Branche, falsches Konzept + meines Erachtens Bilanzbetrug durch Überbewertung der Aktiva!!!


Augusta Beteiligungs AG:

Super Gesellschaft, die billig Unternehmen aufkaufte und hielt bzw. an die Börse brachte. 2000 wurde der vorsichtige Weg verlassen und Augusta kaufte voll auf Pump und zu Bedingungen, die man als Wahnsinn bezeichnen muss. Bei einem Kauf wurde den Käufern bereits ein zukünftiger Börsenwert vertraglich zugesichert - bei Nichterreichen kostenlose Rückgabe der von Augusta gekauften Anteile an die Verkäufer....

Und tatsächlich, es kam der Verfall und Augusta musste viele Unternehmen wertberichtigen und den Anteil an einem Unternehmen entschädigungslos zurückgeben.

Kursverluste für die Aktionäre auch hier vom Hoch gerechnet fast 99 Prozent. Laden ist wieder saniert und läuft unter neuem Management wieder und die Schulden sind zurückgezahlt.


Pandatel: Vom Traumstart in die Pleite - oder haben sie Konkurs doch noch nicht angemeldet. Für mich war es die beste Aktie aller Zeiten. Ich hatte Augusta-Aktien und habe deshalb Pandas zugeteilt bekommen für 22 Euro. Dann war ich auf der Cebit und fragte einen dieser Jungen Cebit-Schnösel ob sie nicht der Meinung wären, dass Pandatel bei einem Umsatz von deutlich unter 100 Mio nicht mit einer Bewertung von bald 1 oder waren es gar fast 2 (?) Milliarden hoffnugnslos überteuert wäre. Ohne auch nur nachzudenken sagte er den damiligen Standardsatz "Wir sind unterbewertet". Ich habe meine 10 Stück Pandatel dann am nächsten Tag für 150 Euro verkauft - einige Tage später hätte ich sogar 180 Euro bekommen können. Jedenfalls von 22 auf 150 binnen weniger Monate, das machte eine aufs Jahr hochgerechnete Rendite von mehren 1000 Prozent - mir reichte das. :) Auch wenn es wie gesagt nur 10 Stück waren.


Aixtron: Ein Top-Unternehmen. 2000 wie heute. Schindlhauer war oft in n-tv. Durfte seine Aktie anpreisen - während er selber verkaufte und dann aus dem Vorstand ausschied. Durfte der Kleinanleger auf Kim Schindlhauer und die Börsenbriefe, die Aixtron pushten reinfallen? Mussten die ganzen schnell aufgelegten Neuer Markt-Fonds wirklich sofort zu irrationalen Preisen investieren um dann das Geld ihrer Anleger zu vernichten, während gleichzeitig die andere Abteilung der selben Bank das große Geld machte?


Qiagen. Die Perle vom NM - nach wie vor. Aber wie sollte der Kleinaktionär, dem diese Aktie in 2000 stets als Basisinvestment verkauft wurde, erkennen, dass 6 oder 8 Milliarden Euro Börsenwert für ein so kleines, wenn auch rasch wachsendes Unternehmen vergliechen mit dem Merck KGaA-Konzern, der zeitweise an der Börse niedriger bewertet wurde, hoffnungslos überteuert ist?

Selbst mit Qiagen sind viele Aktionäre seit dem Hoch noch 75 Prozent im Minus!


T-Online ersparen wir uns mal - da gibt es die bösere Geschichte mit der Mutter, die den Aktionären zu über 60 Euro in einer Kapitalerhöhung das Geld aus der Tasche zog - deshalb ja auch nicht die reine Beschränkung des Mahnmals auf den NM.


Infomatec? Täglich eine belanglose News, aber kein Geschäftsmodell - das war eine der Geschichten, wo die Betrüger am leichtesten zu erkennen waren.

EM-TV: Stets braungebrannte Haffa-Strahlemänner, hatten scheinbar ein Goldader gefunden, mit alten Filmen viel Geld zu machen. Wer zu früh verkaufte, war der "Verlierer"; weshalb sollte ausgerechnet 2000 schluss sein mit der Story??


Morphosys: "Dausnd." So wurden Kurse verdoppelt. Wenn ein kleines Bio-Tech-Unternehmen als Star hingestellt wird, der diese oder jene Krankheit bekämpft, woher soll der Kleinaktionär wissen, dass dieses Mittel gerade erst in die med. Testphase I gehen darf und noch 10 Jahre von der Zulassung - die vielleicht nie kommt - entfernt ist. Auch hier wurden dem Kleinaktionär die Fakten deutlich schöner dargestellt, als die Lage war; unabhängig von der jetzigen Stellung des Unternehmens.


Mobilcom. Wieviel durfte diese Aktie wert sein? Hätte Mobilcom nicht eine Story wie Vodavon werden können, wenn nicht plötlich der Finanzminister habgierig geworden wäre und die Nutzung der Funkfrequenzen versteigert hätte?


Nehmen wir die Solaraktien, die allesamt ihre Anleger glücklich machen - waren diese allesamt nicht bereits vor 2 Jahren zu teuer -hätten hier die Kleinanleger je einsteien dürfen - außer vielleicht bei Schleuderpreisen in 2003? Warum erfüllen die Solarwerte so selbstverständlich ihre Versprechen, während so viele andere Versprechen, die ebenfalls so logisch erscheinen, wie jene der Solaraktien auf bitterste gebrochen wurden??



Ja, MFC500,

überteuert kaufen, das ist der Fehler der Aktionäre,


aber falsche Preise zu zahlen, weil die Bilanzen frisiert, die Marktstellung fiktiv und die genannten Ziele nur erstunken und erlogen sind, das darf man dem Kleinaktionär, der nicht spekulieren, sondern nur sein Geld für die Rente und andere Zwecke mehren wollte, nicht vorhalten!

Deshalb brauchen wir das Mahnmal!


mfg
thefarmer
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.555.212 von thefarmer am 08.07.07 00:38:14Mache aus n-tv - ein EMTV

mfg
thefarmer
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.555.212 von thefarmer am 08.07.07 00:38:14

TOP!!!!

oder Comroad ... Bilanzen frisiert von vorn bis hinten, welche stets als ok abgewinkt wurden von führenden Bilanzprüfern

oder letsbuyit.com - das war Vearsche pur!!
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.553.527 von MFC500 am 07.07.07 23:38:38Natürlich wieder mal die Gier.

Hat der Aktionär Verluste war die eben die Gier Schuld.
Hat er aber Gewinne erzielt, ist er eben ein echter Kostolany:laugh:

Du solltest aber auch die Gier der Instituionellen ansprechen.:D

Es war die nackte Gier der Bankenvorstände die jede Losbude, Klitsche und Groschengräber am Markt plaziert haben, um die dicken Gebühren abzusahnen. Den eigenen Kunden wurden dann die Neuemissionen aufgequatscht, um das System am laufen zu halten.

Und der Halbgott in Nadelzwirn und Schlipschen namens Kurt Ochner hat ganze Fonds samt deren Anleger ruiniert.

Apropos Fonds. Dort haben sogenannte Aktien-Experten dutzende Techno-Fonds aus dem Boden gestampft, die heute nichts mehr wert sind.

Die Kleinanleger mit Gier zu beleidigen ist hier doch völlig unangebracht.
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.553.527 von MFC500 am 07.07.07 23:38:38Ich gehoere sonst nicht zu den gluehendsten Fans von MFC. Aber das Posting kann ich Satz fuer Satz unterstreichen. Druckt es Euch aus und haengt es an die Wand. Dann habt Ihr Euer Mahnmal.
Ich habe das Geld der Lemminge..warum auch nicht.

Börse ist wie Schwarzer Peter....am Schluss muss ihn ein anderer in der Händ haben.

Schaut euch das Goldboard an.....da treibne sich nur noch Vögel rum die von der Phantastik des Unerreichbaren träumen.

cu DL
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.553.527 von MFC500 am 07.07.07 23:38:38Ich kannte während dieser Zeit (1997-2000) viele Menschen, die zeichneten jede Neuemission und verkauften sie bei der Erstnotierung.

Das konnte einfach unmöglich gutgehen. Man muß sich schon besser auseinandersetzen mit dieser Materie.
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.555.212 von thefarmer am 08.07.07 00:38:14" Zudam wurde SCM als Weltmarktführer bei Smard-Card-Readern bezeichnet, ebenfalls ein Markt, der in den Kinderschuhen steckt, aber riesig werden würde "

Und ich dachte OTI wäre Weltmarktführer bei den Smard Cards gewesen :confused:
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.553.527 von MFC500 am 07.07.07 23:38:38@ MFC500

Sorry, hier muss ich mal einen deutlichen Kommentar loswerden:
Diese Argumentation ist - gelinde gesagt - Unfug. Und sie
arbeitet nach dem alten Prinzip: Nicht die Täter sind schuld,
sondern die Opfer.

Natürlich gab es Gier in jenen Zeiten, aber doch nicht nur
bei den so genannten Kleinanlegern, sondern vor allem
bei den Vorständen, den Banken, den Analysten, den so
genannten Börsen-Journalisten und anderen Gaunern. Die
Kleinanleger waren da, um Gottfried Heller zu zitieren,
nichts anderes als Kanonenfutter.

Der eigentlich Skandal liegt daran, dass diese unglaublichen
Schweinereien am Neuen Markt zum allergrößten Teil strafrechtlich
nie geahndet wurden. Was sich die Deutsche Börse da geleistet
hat, ist wirklich unglaublich. Ein Glück, dass wir nicht in China
leben - dort sind Manager schon für kleinere Vergehen hingerichtet
worden.
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.555.212 von thefarmer am 08.07.07 00:38:14Ich denke, man muß hier schon gewaltig differenzieren zwischen eindeutigem Betrug (z.B. Comroad) und Mißmanagement. Auch ein Vorstand kann irren und beispielsweise die Marktlage falsch einschätzen.

Was nun die geradezu phantastischen Zukunftsaussichten anbelangt, die von manchen Vorständen gezeichnet wurden und unter freundlicher Mitwirkung der Medien unter´s Volk gebracht wurde: Wer hat denn hinterfragt, wie realistisch diese atemberaubenden Wachstumszahlen sind? Die Leute haben blind das geglaubt, was ihnen vorgebetet wurde. Und davon abgesehen: selbst vor dem Hintergrund dieser Phantasie-Planspiele waren die meisten Aktien eben vollkommen überbewertet. Da hätte man sich nur sagen müssen, jetzt warte ich mal zu und schau, wie es um die Prognosenfähigkeit "meines" Vorstandes bestellt ist.

Beispiel SER: da hat jeder davon geträumt, er habe die neu EMC gefunden. Das weiß man aber immer erst hinterher. Ich werde da immer sehr vorsichtig, wenn Menschen so euphorisch gefeiert werden.

Beispiel Augusta: da hätte man nur einen Blick auf den Expansionskurs des Managements und die Finanzierung desselben werfen müssen, um zumindest skeptisch bzw vorsichtig zu werden.

Beispiel Pandatel: du sagst es doch selbst: 100 Mio Umsatz, von "Gewinn" mal ganz zu schweigen, und eine Milliardenbewertung an der Börse. Offensichtlicher kann´s doch gar nicht sein.

Beispiel Aixtron: ein Vorstand preist die Aktien seines Unternemens an und verkauft diese dann? Wenn einem das nicht zu denken gibt, vom schlechten Stil mal ganz abgesehen. Jedenfalls auch das Informationen, die zugänglich waren und in die Entscheidungsfindung eines Anlegers hätten einfließen können.

Informatec: exakt auf den Punkt gebracht. Aber dennoch haben die Anleger gekauft. Warum? Genau das widerholt sich heute permanent. Wie oft ich hier bei WO den Satz "die müssten mal wieder eine News bringen" lese. So lässt man Aktien, die nur relevante Dinge melden und dementsprechend wenig publizieren, links liegen und stürzt sich wieder auf Unternehme mit einem regelmäßigen, aber oftmals vollkommen inhaltsleeren Newsflow.

Morphosys: auch hier gibst du die Antwort selbst, warum vieles gegen den Kauf der Aktie gesprochen hat. Auch hier wurde das - offensichtliche - Risiko vollkommen ausgeblendet

Ich bleibe dabei: in den meisten Fällen (abgesehen von Betrug/Manipulation) hätten die Anleger zumindest nicht soviel Geld verlieren müssen, wie es wohl der Fall war. Ein bißchen mehr kritisches Hinterfragen und sich wenigstens rudimentär mit dem Zahlenwerk einer Gesellschaft auseinandersetzen. Dazu muß man auch kein Bilanzexperte sein. Insofern sage ich, auch wenn das natürlich niemand hören möchte: die meisten Leute sind selbst schuld an ihren Verlusten. Schau ich mir an, was gerade bei WO so alles abgeht, muß ich außerdem hinzufügen: sie haben nichts gelernt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.557.189 von BoersenHighlander am 08.07.07 03:43:09Es war die nackte Gier der Bankenvorstände die jede Losbude, Klitsche und Groschengräber am Markt plaziert haben, um die dicken Gebühren abzusahnen. Den eigenen Kunden wurden dann die Neuemissionen aufgequatscht, um das System am laufen zu halten

Da frage ich nur: wurde jemand gezwungen, den Schrott zu kaufen? Wenn ich dir heute mein Auto in den höchsten Tönen zum Verkauf anpriese - eigentlich viel mehr wert, top Zustand, blablabla - würdest du es dann kaufen, ohne mal näher hingesehn zu haben? Wohl kaum. Aber an der Börse agieren die Menschen genau so. Das ist faszinierend und erschreckend, v.a. aber überhaupt nicht nachvollziehbar. Schließlich geht es doch um mein Geld!
viele haben nie gelernt zu verkaufen

ebenso gibts viele die einfach zu doof sind
sich scheiden zu lassen
und lieber über 25 Jahre finanziell zugrunde gehen

und erst im Rentenalter merken das sie beschissen wurden.

P.S.: Es gibt Ehen die sinnvoll sind aber der Standesbeamte
sagt bei jeder Eheschliessung zur Zukunftsperspekive einer Ehe immer nur positive Worte.

Standesbeamten die grössten Lügner wenn jede 3. Ehe geschieden wird ???

Vorsicht es gibt sowas wie Beamtenbeleidigung.
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.561.765 von cyberkai99 am 08.07.07 10:43:32Nicht die Täter sind schuld,
sondern die Opfer.


Das habe ich so weder gesagt, noch angedeutet. Bei klaren Betrugsfällen (z.B. Comroad, Informatec) kam es auch zu Verurteilungen, wobei man über die Höhe des Strafmaßes natürlich geteilter Meinung sein kann. M.E. ist D. in puncto Anlegerschutz ohnehin Entwicklungsland

Worum es mir geht, und was ich anprangere, ist die Leichtfertigkeit, mit der viele Menschen an der Börse agieren. Aufgrund ihres Verhaltens sind sie mitnichten Opfer und sollten auch nicht Dritte für eigene Versäumnisse und die daraus resultierenden Verluste verantwortlich machen. Hierbei von Tätern und Opfern zu sprechen, halte ich - Ausnahme wie gesagt Betrug/Manipulation - für verfehlt.
Die deutsche Telecom war viel schlimmer, als der neue Markt,
von der Politik getrieben,,,,,,,,,,,:laugh::laugh:
ich hab mir auch schon über ein Mahnmal Gedanken gemacht,schwierige Sache.Es müßte ein Tier darstellen,eine Kreuzung zwischen Rindvieh,Schaf und Lemming :rolleyes: dürfte aber dem Künstler einiges abverlangen :laugh:
Es gab auch positiv Szenarien am NM: Man denke nur an Pfeiffer Vacuum oder LHS.
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.562.178 von MFC500 am 08.07.07 11:13:57Hinterher ist man immer schlauer...
Den Kleinanlegern kann man doch da gar keinen Vorwurf machen. Auf allen Kanäler wurde doch getrommelt. ARD, N-TV, 3-Sat..
Alle eingeladenen Schnösel und Milchbubies, alle ANAL ysten, Banken, Vorstände haben doch getrommelt, was das Zeug hält. Selbst die "Vermägensverwalter" und Bankberater haben doch massiv ihre Kunden in die Aktien rennen lassen. Sich nun hinzustellen und zu schreiben, der Anleger hätte ja selber Schuld gehabt, ist doch sehr einfältig. Am neuen Markt wurde belogen und betrogen auf Kosten des Anlegers. So war es doch !
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.567.828 von Procera am 08.07.07 15:26:40Nein,so wars nicht!wenn die im supermarkt einen artikel für 10€ kaufen wird er viermal umgedreht und immer noch gemäkelt,wird für 30 000E aktien gekauft wird nicht mal nachgefragt was das für eine firma ist und ob sie zukunft hat.selbst schuld!!! :laugh::laugh::laugh:
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.567.828 von Procera am 08.07.07 15:26:40Einfältig war die Verhaltensweise der Masse. Gerade daß Hinz und Kunz plötzlich zu Börsenexperten mutierten, hätte einem doch zu denken geben müssen. Außerdem, ich habe es bereits erwähnt, gab es durchaus auch mahnende Stimmen - und zwar von Personen, die über Jahre/Jahrzehnte erfolgreich an der Börse agiert haben. Nur wurden diese ignoriert, weil die Heilsbotschaften der "Schnösel und Milchbubies" sich viel besser angehört haben.
Ich habe es doch im eigenen Bekanntenkreis miterlebt, wer da alles plötzlich Aktionär war, ohne jegliche Ahnung und rein basierend auf mehr oder weniger dubiosen Empfehlungen, sich dabei gegenseitig hochpuschend. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich habe meine ersten Schritte auf dem Börsenparkett auch gemacht, ohne mich zuvor mit grundlegenden Dingen beschäftigt zu haben. Dabei habe ich eine Menge Lehrgeld bezahlt (war aber letztendlich gut angelegt). Dennoch käme ich nie auf die Idee, Andere für meine Verluste anzuprangern.

Was Betrug anbelangt, da stimme ich dir ja zu, nur das allein wäre verhältnismäßig unproblematisch gewesen. Das war nämlich keine Erfindung der "New Economy", das gab´s vorher auch schon. Nur ein Bruchteil der von Privatanlegern erlittenen Verluste resultiert aus Betrug. Der überwiegende Teil kam zustande, als eine grandiose Spekulationsblase platzte. Schau doch, wieviele NM-Firmen es heute immer noch gibt. Nur daß diese ihre alten Höchstkurse zum ganz überwiegenden Teil nie mehr erreichen werden, da es sich um Mondpreise handelt. Und nicht jede Firma, die pleite gegangen ist, erlitt dieses Schicksal wegen Betrugs ihrer Vorstände. Nicht tragfähige Konzepte, verfehlte Akquisitionspolitik, unzureichendes Controlling,...die Gründe sind vielfältig. Das sind jedoch die grundsätzlichen Risiken eines Aktieninvestments
1,

heute ist doch alles anders.;)

Es gibt keine Gier mehr, keine gefakten Analysen, keine Zukunftsspekulationen und vor allem keine Pusher.

Heute, wo sogar der Staat die Wähler auf den Kapitalmarkt einschwört und Aktienbesitz als perpetuum mobile der Geldvermehrung anpreist , muss ja alles in Ordnung sein.;)

Wer denkt da schon an Verschuldungsgrad, kreditfinanzierte Übernahmen, Umsatzsteigerungen und Gewinne bei steigenden Zinsen.
Ist doch nur was für notorische Schwarzseher. :D
Insbesondere aber nicht nur an MFC500,


ich denke so einfach darf man die Schuld nicht auf den Kleinaleger schieben und so offenkundig waren viele Überbewertungen nun auch wirklich nicht.


Ich war auf der Nemetschek HV, als deren Kurs bei 50 oder 60 Euro stand - die Kleinaktionärsvertreter lobten den Vorstand - wünschten sich aber eine Dividende. Am Hoch hatte Nemetschek bei 100 gestanden - im Tief bei 1 -- jetzt stehen sie, nach einigen Dividendenzahlungen und einer Sonderdiv. von 2 Euro vor 2 Jahren bei knapp 30.

Für einen Weltmarktführer in Bau-Software, mit sauberer Bilanz und jährlichem Gewinnwachstum wäre Nemetschek in 2000 bei 60 Euro nicht zu teuer gewesen - Dividende zeichnete sich ab und zudem wurden die Zukäufe von Nemetschek, welche die Banken Nem. aufgeschwatzt hatten von allen gepriesen - "Diversivizierung" -
und dennoch stürzte die Aktie bis 1 ab, weil sich herausstellte dass Nemetschek viel Schrott zugekauft hatte, an dem nur die Banken und die Verkäufer verdient hatten. Jetzt war und ist aber Nemetschek eines der wirklich seriösen Unternehmen am NM und Prof. Nemetschek hatte, so ich aus verschiedenen Quellen weiß, wirklich moralische Bedenken, bezüglich der Verluste oder des Spiels, das da, auch in seinem Namen mit den Aktionären gespielt wurde........


Nehmen wir meine "Lieblingsaktie" SCM. Welchen fairen Wert durfte die 2000 haben - wie groß musste man das Risiko einschätzen, wenn alle Börsenbriefe sie als Marktführer mit gigantischen Aussichten darstellten. SCM war aus meiner Sichtweise in 2000 eine sicherere Investition als EON oder RWE? Warum? Nun: Strom brauchen die Menschen immer. Aber sie können Strom bei EON, RWE, Vattenfall, ENBW, oder anderen großen Herstellern kaufen, notfalls und in Zukunft immer stärker, sogar selber herstellen, Wind, Solar!

SCM dagegen hatte quasi das Monopol auf den Zugriff zum Digitalfernsehen. Fernsehen schauen die Menschen immer. Aber so wie der Kenntnisstand damals war, würde dies bald nur noch mittels SCM-Technologie möglich sein.

Wenn ich also Strom kaufen muss und den Fernsehzugang kaufen muss, dann kaufe ich das Unternehmen, das als einziger den Zugang zum digitalen Fernseher anbieten kann, als einen der unzähligen, in Konkurrenz stehenden Stromversorger. Doch logisch?

SCM hatte im Jahr 1999/2000 über 10 Euro Cash pro Aktie in der Kasse, hatte Kunden wie die US-Army, und die maßgeblichen Kontakte zu vielen Fernsehanbieter - es wäre nur noch eine Frage von Quartalen, bis die Umstellung der Fernsehwelt auf digital beginne.

Durfte man da in 1999/2000 nicht 60 Euro für einen Weltmarktführer zahlen - oder umgerechnet eine Milliarde Marktkapitalisierung, wenn doch die Milliarde beim Umsatz bald erreicht sein werde und bei 60 Euro sich ein 2002 oder 2003 er KGV von 12 bis 15 rechnen ließ - wie gesagt, für ein Unternehmen, das jährlich mit 50 Prozent bei Umsatz und noch mehr beim Gewinn wachsen sollte - und laut logik ja zwangsläufig wachsen musste, weil ja SCM und nur SCM die Zugangstechnologie für die neue Fernsehwelt hat.......

Ich war auch hier auf der HV 2000 - und von 15 Mio SCM-Aktien waren damals 2 Mio Short - der Vorstand von SCM versicherte, dass es dafür keine Gründe gäbe - die Leerverkäufer also wussten mehr, als wir Kleinaktionäre je über offizielle Quellen hätten wissen können. Wo war da der Fehler - darf man als Kleinanleger nur noch den Charts glauben????


Nehmen wir Mühl - auf der letzten HV gab es noch Dividende und die Kleinaktionärsvertreter lobten den Vorstand (Wolf) und hatten, so ich es richtig im Kopf habe, keine größeren Bedenken. Nur ein Rechtsanwalt, der ein aufgekauftes Unternehmen vertrat machte das Unternehmen madig, weil sein Auftraggeber, der an Mühl verkauft hatte, sich über den Tisch gezogen fühlte.

Die Allianz war bei Mühl Großaktionär, der Ex-Chef von Heidelberger Zement war AR-Chef, es gab Dividende und die Ziele waren vielversprechend - binnen ein Jahr hat sich dann das Unternehmen in Luft aufgelöst - Überbewertung der Aktiva und der Vorstand ist verschwunden. Ich hatte mehrmals in der IR angerufen und auch einen Vorstand am Telefon - mir wurde versichert, dass die Bilanzen o.k. waren. ........ Während wir Kleinanleger gutgläubig auf die Rückkehr in die Gewinnzone warten, liefen im Hintegrund wohl ganz andere Dinge.

Durfte man sich am NM wirklich nicht auf testierte Bilanzen und auf die Aussagen von Vorständen und Quartalsberichten verlassen? Durfte man nicht einmal angesehenen Aufsichtsräten vertrauen??


Bei SCM, bei Mühl auch bei SER waren also die Bewertungen in 2000 so, dass man nicht von Gier bei denen sprechen kann, die in so ein Unternehmen kauften. Wenn in Börse-Online ein 2001er oder 2002er KGV von 10, 15 oder auch 20 auftaucht und schon Dividende prognostiziert wird, dann denkt man als Kleinaktionär seine Arbeit getan zu haben. Hätte man in Werte ohne KGV oder in Werte mit 3-Stelligem KGV investiert, hätte man ja noch fragen können, musste das sein...... aber es gab am NM auch Werte, die ein niedriges bzw. zumindest im Vergleich zur Branche in relativ niedriges KGV hatten,

nur woher sollte der Kleinaktionär wissen, dass Voraussagen über KGV´s am NM nichts weiter als Träume sind, während die selben Schätzungen über Unternehmen aus der DAX-Familie sehr wohl realistisch waren.......


Schaut euch mal die Gewinnreihen bei Börse-Online an. da stehen alphabetisch alte Unternehmen gleich neben neuen Unternehmen; da stehen die Gewinnreihen seriöser Unternehmen direkt eins unter oder über Betrügern... woher sollte also der Kleinanleger wissen, dass die Gewinnreihen ein und der selben Zeitschrift auf der gleichen seite, nur einen Zentimeter voneinander entfernt, einmal stichhaltig und einmal "gewürfelt" sind????????????


Die Verantwortlichen bei den Banken, bei der Deutschen Börse und auch beim Staat hätten wissen müssen, dass die Verkaufsprospekte aufgebauscht, die Unternehmen überschön dargestellt, die Prognosen geschönt, die Marktstellungen übertrieben........... und demzufolge die Preise vielfach zu hoch waren. Aber sie haben nichts getan und sich stattdessen alle am Spiel und letztendlich am Leid der Kleinanleger bereichert.

Was für die einen ein seriöses Investment war - war für die anderen, die besser informierten - bereits als überteuert zu erkennen - aber die, die es wußten haben geschwiegen - allenfalls den ganzen Markt schlecht gemacht - oder sich, wohl weit häufiger an fallenden Kursen, bzw. am Insiderwissen über überbewertungen durch rechtzeitige Verkäufe bereichert.


mfg
thefarmer
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.577.899 von thefarmer am 08.07.07 20:34:01Noch zu Börse-Online und anderen Börsenbriefen:

Da gab der Kleinanleger 100e vielleicht gar zusammen mit anderen 1000e Euro für Börsenzeitschriften und Börsenbriefe, wie Börse-Online, Platow-Brief, Bernecker...., etc. etc. aus

und glaubte damit, wirklich in seriöse Informationsquellen investiert zu haben, nicht in die berühmten F - Fritsch und Förtsch...


Woher sollte der Kleinanleger, den auch die Politik davon überzeugte, er müsse zur Sicherung seiner Renten in Aktien investieren,

wissen, dass die Gewinnreihen in 2000 sich bei vielen Werten zwar schön laßen, aber diese Gewinnreihen vielfach nicht mehr Aussagekraft hatten, als die Vorhersage der Lottozahlen???


Da machten sich die fleißigen Kleinanleger die Mühe, durchstöberten die Gewinnreihen der berühmten Börsenbriefe/Zeitschriften nach unterbewerteten Aktien, freuten sich teilweise, dass es Wachstumswerte (also Werte, bei denen rasch steigende Gewinne prognostiziert wurden) manchmal sogar eine ordentliche Dividenrendite aufwießen, und erlebten dann, dass sich ihr schwer erarbeitetes und mühsam gespartes Geld in Lufte auflöste.........

Dann wurden da die vielen Kaufempfehlungen publiziert. Teilweise wunderschöne Kurzstudien - die nur einen Zweck hatten, Kleinanleger gezielt in Schrottwerte zu treiben, damit die Banken und Fonds, die ihr Geld bereits gemacht hatten, verkaufen konnten, bzw. damit die Herren Manager von so mancher Klitsche ihr Geld vor dem kommenden Crash auf Kosten der Kleinanleger retten konten.



Oder machen wir es kurz:


In einem fairen Spiel zu verlieren ist keine Schande,


aber der Neue Markt war ein manipulierts Spiel, bei dem mit gezinkten Karten gespielt wurde. Banken, Fonds, Instis, haben die Karten gezinkt - und viele Kleinalger wußten das nicht und konnten es aus damaliger Sicht nicht wissen.

Und dass die Kleinanleger belogen und betrogen wurden, haben sie den Banken und Fonds bis heute nicht verziehen, wie der starke Rückgang der Zahl der Depots oder auch die ständigen Mittelabflüsse aus den Fonds zeigen.

Der Deutsche spart sein Geld lieber wieder für wenige Prozent auf dem Sparbuch oder Festgeld - nur um ja nie, nie, nie, nie wieder Gefahr zu laufen, auf Betrüger hereinzufallen. Ausländische Heuschrecken leihen sich das Geld der Deutschen Sparer und verdienen sich an unterbewerteten Deutschen Aktien eine goldene Nase.


Die Mißachtung der Interessen der Kleinanleger,

das miese Spiel von 1999, 2000, 2001,

Lug und Betrug,

und alles, ohne dass die Verantwortlichen ernsthaft bestraft wurden,

haben die Deutschen nicht vergessen und nicht verziehen.

Die 1999 ff. gerade im Entstehen begriffene Aktienkultur, wurde zerstört,

mit bis dato großen nachteiligen Folgen für die ganze Deutsche Volkswirtschaft.


Um sich bei den belogenen und übervorteilten Kleinaktionären für das ihnen ab Ende 1999, speziell am NM zugefügte Leid und Unrecht zu entschuldigen,

und somit etwas für die Aktienkultur in Deutschland zu tun,

erachte ich die Schaffung eines Mahnmales für die Opfer des Neuen Marktes und der Börse für dringend geboten.


mfg
thefarmer
Es waren wohl weniger die Banken und Anlageberater, die den sogenannten kleinen Mann an die Börse gelockt haben. Das waren eher Arbeitskameraden,Sportsfreunde Stammtischgäste, Leute die in der Haussezeit zunächst mit kleineren Transaktionen eingestiegen waren, dann mit Gewinn verkauften, und den anderen verklickerten, wie dumm sie wären. Wer wollte als dumm gelten?
Das ist nun mal so: Gier frist Hirn.
Normal ist es doch auch so, daß jeder der ein Haus, eine Wohnung kaufen will, sich diese auch vorher ansieht.
Aber die Gier auf Steuereinsparungen war so groß, daß viele es nicht für nötig hielten, diesen alten Grundsatz zu befolgen. Zu spät bemerkten sie, daß sie Schrottimmobilien gekauft hatten.
Wie gesagt: GfH.
wilbi
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.578.846 von Wilbi am 08.07.07 21:41:07Wilbi,

ich haben eben einige Beispiele beschrieben, wo man bei genauem Anschauen der Aktie zu dem Ergebnis kommen musste, sie sei günstig -

sich aber herausstellte, dass hier die Prognosen zu leichtfertig als quasi sichere Wahrheiten verkauft wurden.


Schrott-Aktien mit Schrott-Immobilien zu vergleichen ist nicht ganz fair,

wenn, ja wenn einige Schrott-Aktien (SER, Mühl) selbst vom Bundeskanzler aufgewertet wurden, oder namhafte Instis und Persönlichkeiten (Mühl) im AR saßen oder wie bei SCM das Howshow der Branche als Kunden aufgeführt war.


Das Problem des Neuen Marktes war nicht die Gier der Kleinanleger,
sondern das systematische Ausnutzen des Wunsches der Kleinanleger auch einmal zu Geld zu kommen.


Mal ehrlich, wer ist frei von Gier? Selbst der Frömmste der Frommen, der als Gott wohlgefälliger Einsiedler von Wasser, Brot und Beeren lebt, ist gierig - vielleicht sogar besonders gierig, weil er mehr als irdischen Lohn möchte. Die Kleinanleger wollten ja nur mal ihre 100 Prozent, vielleicht einmal im Leben auch die Berühmten "Dausend" von Förtsch, aber die Gier nach dem ewigen Leben hatte bestimmt kein Kleinanleger :)


mfg
thefarmer
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.577.899 von thefarmer am 08.07.07 20:34:01das sehe ich auch so wie du, woher sollten denn die Kleinaktionäre wissen, wie viel eine neue Zukunftstechnologie kosten dürfte ? Was war teuer ? Wie bewertet man exorbitantes Gewinnwachstum ? Woher sollte man wissen, dass Gewinnwachstum, Aussichten und Prognosen zu hoch gegriffen waren ? Das war damals der Beginn von Internet und Biotechnologie. Alle seriösen Banken und Bankhäuser haben Strong buy Kursziele ausgegeben. Sich nun im Nachhinein hinzustellen und zu sagen, die Kleinaleger sind an ihrer Gier schuld, greift da meines Erachtens viel zu kurz .
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.579.841 von Procera am 08.07.07 22:31:21War doch fast alles überzeichnet damals, schon die Graumarktpreise bei Schnigge waren absurd. Viele Emissionen waren von den Banken eher fair gepreist, aber wer Zeichnungsgewinne satt mitnehmen wollte.... Die unseriösen Kurse und Kursziele kamen auch nicht von Banken, sondern von den üblichen Verdächtigen in Presse, Funk und Fernsehen, die das Thema für sich entdeckten. Das das alles hohes Risiko war, hätte jedem klar sein können. Okay, ein Land über Jahrzehnte jedes Gefühl für den Kapitalmarkt und die Marktwirtschaft verloren hatte, hat Lehrgeld bezahlt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.577.899 von thefarmer am 08.07.07 20:34:01Farmer, was SCM anbelangt, so hast du wie viele andere auf eine neue Technologie "gewettet" und bist davon ausgegangen, daß diese konkurrenzlos ist und sich durchsetzen muß. Das ist so nicht eingetreten. Es war eine Fehleinschätzung. Das nennt man auch "sich verspekulieren". Dafür kannst du doch nicht ernsthaft anderen die Schuld geben? Und zum entsprechenden Zeitpunkt war in der AKtie schon dermaßen viel Zukunftsphantasie eingepreist, die sich erst noch hätte realisieren müssen, um überhaupt den Kurs zu rechtfertigen, von weiterer Performance ganz zu schweigen.

Die Verantwortlichen bei den Banken, bei der Deutschen Börse und auch beim Staat hätten wissen müssen, dass die Verkaufsprospekte aufgebauscht, die Unternehmen überschön dargestellt, die Prognosen geschönt, die Marktstellungen übertrieben...........

Der Staat nun wirklich nicht, was hat der damit zu tun? Die Banken oder besser der Bankberater von Otto Normalverbraucher hat doch selbst keine Ahnung. Das war schon immer so. Oder, wie die DAB es man so schön in einem Werbespot formuliert hat: Wenn der so gut ist, warum geht der dann noch arbeiten?

Einzelne Firmen herauszupicken macht auch nicht wirklich Sinn, du wirst für alle Argumente eine passende Aktie finden. Tatsache bleibt, daß die meisten Aktien vollkommen irrational bewerte waren und man das bei etwas näherem Hinsehen hätte erkennen können. Zumal das ja keine wirklich neuen Erfahrungen waren. Oft genug wurde auf die berühmte Tulpenzwiebeln-Euphorie verwiesen. Oder wesentlich zzeitnäher auf die geplatzte Spekulationsblase in Japan. Ich erinner mich noch gut daran, daß im Handelsblatt ein nahezu ganzseitiger Artikel zu lesen war, in dem begründet wurde, warum die KGV´s von 50 und mehr gerechtfertigt seien. Aber sie waren es eben nicht.

Es ist immer bedauerlich, und ich spreche da aus eigener Erfahrung, wenn man an der Börse Geld verliert. Jedoch sollte man auch selbstkritisch hinterfragen, warum man eine Aktie gekauft hat und ob die Gründe stichhaltig und wohlüberlegt waren. Und wer eine Aktie kauft, nur weil X oder Y diese empfiehlt, ohne eigene Recherchen anzustellen, der sollte sich dann auch nicht beklagen, wenn es ein Flop war. User zocklany hat´s in #20 sehr treffend beschrieben. Das ist - leider - auch heute noch (oder wieder) so.
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.580.557 von MFC500 am 08.07.07 23:06:23Sehr richtig, Englisch nennt man das Venture Capital. Für den Rest gab es Prospekte und teilweise IPO Studien der vielgescholtenen Analysten mit einer Chancen Risiken Analyse. Das konnte man lesen oder für die noch besseren Kleinanleger mal in einen Geschäftsbericht gucken. Hier hat mal einer Pandatel erwähnt (ich war lange bei Augusta dabei), der Emssionspreis lag irgendwo bei 20 Euro, erster Kurs war irendwo bei 80 - 120. Wer war jetzt schuld? Die Bank? Nee, Gier frisst leider Hirn und das System Frick funktioniert heute noch. Junge Unternehmen und gute Ideen brauchen Kapital und dafür war der Neue Markt da, anstatt die Anleger mit miesen Sparbuchrenditen oder LVS abzuspeisen. Klar High Risk, High Return. Viele haben es ja auch geschafft, siehe United Internet. Man behält immer nur die Pleiten im Auge, aber EMTV, Mobilcom, freenet, Augusta, Comdirect und viele andere gibt es noch heute.
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.580.726 von derbewunderer am 08.07.07 23:21:27derbewunderer
und MFC500,


ihr macht es euch meines erachtens wirklich zu leicht, wenn ihr sagt, man hätte auch mal einen Blick in die Bilanzen werfen müssen.

Mein Problem ist: Gerade weil ich den Blick in die Bilanzen und Quartalsberichte warf, habe ich Geld verloren!


Nehmen wir SCM:

1998/99/2000


Umsatz: 85 Mio / 127 Mio. / 158 Mio.

Cash EPS: 0,58 / 0,95 / 0,66


Liquide Mittel: 130 Mio / 125 Mio / 67 Mio


Die EK-Quote lag stets um die 80 Prozent.

Solidere Bilanzzahlen als bei SCM damals sind kaum möglich!
Der Umsatz entwickelte sich prächtig.

Jetzt könnte man auf einen ersten leichten Einbruch 2000 verweisen.

Aber:


1. Der Einbruch beim Gewinn wurde mit einer Ausnahmesituation begründet.

2. Es wurde ein Unternehmen zugekauft und konservativ sofort im selben Jahr abgeschrieben.

3.Dass es bei der Einführung der SCM-Technologie zu Umsatzverschiebungen kommen könne, hatte der Vorstand auf der HV angekündigt -


Dann lesen wir mal im Geschäftsbericht 2000:



"....Der größte Markt für Conditional Access Module ist derzeit Europa, wo SCM einen geschätzten Marktanteil von 90 Prozent hält. Damit befindet sich SCM in einer ausgezeichneten Position, auch in anderen Ländern einen erheblichen Anteil auf diesem Wachstumsfeld zu gewinnen. Standardisierte Geräte sind weltweit zunehmend gefragt. So werden aufgrund neuer Vorgaben des Gesetzgebers in den nächsten fünf Jahren in den USA die Kabelfernseher auf einen einheitlichen Standard umgestellt. Das allein eröffnet ein Marktpotential für austauschbare Sicherheitsmodulte von 70 Millionen Empfangsgeräten. Auch die Nachfrage nach standardisierten Home-Gateways - wie das gemeinsam mit Microsoft entwickelte Media Center, in das die SCM-Sicherheitstechnologie integriert ist - wird steigen."


So liest sich der Ganze 2000er Geschäftsbericht von SCM. Zumindest in Deutscher Fassung - Lediglich der K-10-Bericht auf Englisch enthält Risikohinweise. Meine Nachfragen bei SCM ergaben aber damals: Alles halb so wild - man kenne doch die Prozessflut in Amerika, wo selbst wegen Nichtigkeiten Millionenentschädigungen zu zahlen wären.

Die ganzen Risiken auf die SCM also im K-10-Bericht in Englisch verwiesen hat, welche die vielen Instis und Leerverkäufer ernst nahmen, wurden uns Deutschen Kleinanlegern als bloße Formsache verkauft.

Bereits hier stellt sich die Frage, weshalb die Amis bereits vor 2000 darauf bestanden, dass Firmen ihre Anleger auf Risiken hinweisen, während die Deutschen Geschäftsberichte nach wie vor Werbeanzeigen für die eigenen Aktien sein dürfen!!!!!


Gut, SCM bei 130 Euro kaufen, das war ein Risiko, da kaufte man schon Umsätze und Gewinne von 2003 oder 2004 - aber bei 60 Euro erklärte uns der Vorstand von SCM auf der HV, dass SCM unterbewertet sei: Robert Schneider GEO wörtlich: "Allein unsere Patente sind mehr wert" - da standen wir bei 60 Euro.

So, und jetzt die Frage:

Wie sollte ich als Kleinanleger, der bisher mit Aktien wie BASF, Krones und Co. nur gute Erfahrungen bezüglich Glaubwürdigkeit von Aussagen gemacht hatte, wissen,

dass SCM, deren Patente laut GEO mehr als 60 Euro je Aktie wert sein sollten + über 10 Euro Cash je Aktie, + Gewinn-Wachstum + Super-Kunden etc. nicht mindestens 60 Euro wert sein sollte??????


Wenn die Patente wirklich mehr als 60 Euro wert waren, dann musste man doch Kursrückschläge auf 40 Euro und dann immer weniger zum Nachkaufen nutzen - das war doch in sich vollkommen logisch und schlüssig.

Zudem ergaben meine Nachfragen bei SCM stets, dass sich an der Marktstellung und den langfristigen Zukunftsaussichten von SCM nichts geändert hätte.

Wir schrieben das Jahr 2001 - ich glaube da war 9.11. --- wenn die Aktien wegen so etwas abstürzen,

dann der Golfkrieg - wenn die Börsen schon mal aus politischen Gründen nach unten übertreiben, muss man zuschlagen,

und lange kann es ja nicht mehr dauern, bis alle Fernseher auf digital umgestellt werden.

Dann die Turnarroundankündigungen. Jedesmal musste man davon ausgehen, jetzt schaffen sie es aber wirklich.

Doch in Wahrheit wurde den Kleinaktionären bei SCM die wahre Situation nur Scheibchenweise kenntlich gemacht.

Bei den vielen großen, offensichtlichen Betrügern, SER aber auch Mühl, ganz besondes Infomatec, da war die Hoffnung auf eine Trendwende rasch begraben, da kam man wenigstens nicht in Versuchung nachzukaufen. Aber speziell SCM, aber auch Aixtron und einige andere, hier hatte, oder sollte sich an den Langfristzielen nichts verändert haben - aber aus kurzfristigen Einbrüchen, wurden Dauerzustände. Dauerzustände, die man als Kleinanleger eben nicht erahnen konnte, die aber jene nutzten, die mehr Infos hatten als wir.

Ich erinnere nur an Kim Schindlhauer, der seine Aktien gut verkaufte, sich aus dem Vorstand zurückzog, während er kurz zuvor noch bei SCM einen auf Strahlemann in Sachen Aixtron gemacht hat.


Fast jeder von uns hier in WO kennt ähnliche Geschichten. Jeder kann ein paar Namen nennen. Und das Schlimme ist, es sind so viele Namen und stets fast die gleichen Geschichten.

Warum? Weil der NM als System geschaffen wurde, bzw. sich mangels rechtzeitiger Eingriffe der Deutschen Börse, dazu entwickelte, das letztendlich auf die Abzocke der Kleinanleger hinauslief. Sie es in Form von Kursverlusten in direkt gehaltenen Aktien oder in Form von beinahe Totalverlsuten bei vielen NM-Fonds.


Der Kleinanleger wurde auch nie darüber informiert, dass der NM etwas völlig anderes ist, als der DAX. Dass in diesem Marktsegement statt Fakten jeder Vorstand seine Wünsche und Träume verkaufen darf - und dies auch ohne strafrechtliche Folgen bleibt.

Wenn der NM angeblich ein Risikokapitalmarkt war, bzw. als solcher gedacht war, warum hat man ihn dann nicht Neuer- Risiko-Kapitalmarkt genannnt?

Ich habe beispielsweise im Jahr 2000 mit so mancher IR telefoniert.

Ich sagte zum IR-Mann von Krones, die damals bei 20 Euro standen, dass der faire Kurs doch eher bei 100 (jetzt 170 bald kommt Splitt!) stehen müsse. Aber der IR-Mann war so bescheiden.

Bei der Merck KG aA meinte ich, der Laden müsse doch mehr wert sein als Qiagen und meinte binnen weniger Jahre sollten 3-stellige Kurse gerechtfertigt sein. (Jetzt so um die 100) Aber der IR-Mann war ja so bescheiden und wollte nicht einmal etwas von 50 Euro sagen und ja keine steigenden Gewinne versprechen.........


Die IR-Dame von Schwarz-Pharma riet mir vom Kauf ihrer Aktien ab und verwies auf die anstehende Restrukturierungsphase mit der Umstellung von Generika auf forschende Pharma-Firma. Sie meinte wörtlich: "Dieses Risiken müssen Sie als Kleinanleger nicht eingehen". Die Aktie verlor daraufhin tatsächlich gut 50 Prozent an Wert und wurde dann Jahre später, nachdem die Restrukturierung gelungen war, zu wirklich guten Kursen (hab ich jetzt nicht im Kopf) übernommen.


Drei Mal das Jahr 2000, dreimal äußerst seriöse IR; dreimal vorsichtige IR, dreimal Verlässlichkeit bezüglich allen Punkten. Dreimal vorsichtige Aussagen, die eher unter als übertrieben.

Und ich könnte weitere solcher Geschichten nennen.


Und dann der Neue Markt: Gleiches Jahr, gleiche Fragen bei den Unternehmen, aber völlig andere Ergebnisse?????


Frage:

Warum durfte ich den Bilanzen und Aussagen der am NM notierten Unternehmen nicht die gleiche Wahrheitsliebe wie jene anderer, nicht am NM notierten Unternehmen unterstellen?????


Oder anders ausgedrückt:


Nicht die Unfähigkeit oder Unwilligkeit Bilanzen zu lesen hat mich eine Menge Geld gekostet,

sondern meine Unfähigkeit zwischen seriösen und unseriösen Unternehmen, IR, Bilanzen und Infos zu unterscheiden.


Woher sollte ich wissen, dass die "alten" Unternehmen in den anderen Indices die Wahrheit sagen,

während am NM jedes Unternehmen größenwahnsinnige Ziele, Bilanzen und Aussagen treffen darf und dies zum Nachteil seiner Aktionäre auch leidlich ausnützt????


Oder noch ein wenig anders dargestellt:


Wenn ich eine Immobilie kaufe und die nicht anschaue, bin ich selber schuld, wenn ich Schrott kaufe.

Aber was wenn ich die Wahl zwischen zwei vergleichbaren Immobilien habe,

von denen die eine auf einer Sondermüll-Deponie mit verseuchten Materialien gebaut wurde, während die andere, äußerlich gleichwertig wirkende Wohnung auf gutem Boden mit gutem Material erstellt wurde.

Ja, was ist, wenn ich bei beiden Wohnungen sogar gezielt nachfrage, was vorher auf dem Gelände war und woher das Material stammt -

muss ich dann davon ausgehen, weil ich die eine Immobilie bei Meier, die andere bei Schmidt kaufe, der eine lügt, der andere nicht?

Nicht ich als Käufer einer Immobilie, die auf verseuchtem Gelände steht trage die Verantwortung für diesen Fehler, sondern jene, die den Bau darauf genehmigt und durchgeführt und finanziert haben. Also Gemeinde, Bauträger und Banken - die allesamt besser informiert sind......

Nun soll keiner sagen, dann hättest Du eben nicht über Deine Stadt hinaus, in der Du Fremder bist gehen und kaufen dürfen....... Aber dann dürfte sich ja nie ein Hamburger in München und ein Münchner nie in Hamburg eine Wohnung kaufen........ Vielleicht nicht mal im anderen Stadtteil......

Und genau so ist es mit Aktien!


Bilanzen, Informationen und Aussagen müssen stimmen -

dafür hat der Gesetzgeber bzw. der Börsenbetreiber zu sorgen.


Von mir als Kleinanleger kann wirklich niemand erwarten, dass ich Bewertungs- und Aussagefehler in der Bilanz erkenne,

wenn nicht einmal der Wirtschaftsprüfer, der sie testiert hat und viel Zeit im Unternehmen verbrachte und Einsicht in die Kontoauszüge etc. hat, diese erkannt hat.


Oder kurz gesagt:

Nicht die Kleinanleger haben am NM versagt, sondern die Instituionen und Instutionellen.

Viele Kleinanleger haben sehr wohl gewußt was sie kaufen - aber der Inhalt entsprach nicht der Beschreibung. Sie haben also irrtümlich etwas gekauft, was, sie, wäre die Beschreibung so seriös gewesen, wie bei vergleichbaren alten Unternehmen, nie gekauft hätten. Viele Kleinanleger wurden durch Bilanzen, Quartalsberichte, Adhocs, Börsenbriefe, n-tv-Shows, Banken, Fonds, Emissionsbanken und ganz besonders Vorständen und IR-Abteilungen etc. etc. arglistig getäuscht!!!!

Wie gesagt: Diese arglistige Täuschung hat der Kleinanleger den Verantwortlichen bis heute nicht verziehen. Viele Kleinanleger sind der Börse für immer verloren gegngen und nicht zuletzt arbeiten immer mehr internationale "Heuschrecken" mit dem Geld Deutscher Sparer, das diese lieber für 3 Prozent auf dem Sparbuch anlegen, als sich nochmals von der Börse belügen und betrügen zu lassen.


Deshalb: Das Mahnmal für die Opfer des Neuen Marktes und der Börse ist dringend notwendig.


mfg
thefarmer
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.581.897 von thefarmer am 09.07.07 01:10:41Es muss in meinem vorherigen Beitrag an einer Stelle richtig heißen:

"Kim Schnindlhauer auf n-tv".


mfg
thefarmer
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.581.897 von thefarmer am 09.07.07 01:10:41bevor ich mich nun in Wiederholungen ergehe zwei Fragen:

-wieso sprichst du im Falle SCM´s von Täuschung? So wie ich das sehe, waren die Macher (Auszug des Geschäftsberichtes in Verbindung mit der von dir genannten Umsatz- und Ergebnisentwicklung) bestenfalls ebenso optimistisch wie du.

-""Allein unsere Patente sind mehr wert" - da standen wir bei 60 Euro." Das dürfte demnach ein mittlerer/hoher dreistelliger Millionenbetrag gewesen sein. Hast du diesen Wertansatz hinterfragt? Bei derartigen Angaben gilt doch höchste Vorsicht. Wie lässt sich denn der Wert der Patente beziffern?

Darüberhinaus zeigst du ja auch auf, daß es Warnsignale gab, dies wurden aber offensichtlich ausgeblendet. Die AKtie ist ein sogenanntes Risikopapier. Abgesehen von Betrug/Manipulation ist man für Fehlentscheidungen an der Börse selbst verantwortlich.

Im Übrigen, jetzt muß ich mich doch wiederholen, macht es wirklich keinen Sinn, auf ein einzelnes Unternehmen von ich weiß nicht wieviel hunderten abzuheben. Und außerem hast du ja wohl nicht nur mit SCM Geld verloren.

Anderes Beispiel: Intershop. Wann hat dieses Unternehmen jemals seine völlig aberwitzige Börsenbewertung gerechtfertigt? Der Blick auf ein paar Kennzahlen hätte genügt, um zu sehen, wie überbewertet die Aktie ist. Und so war es nunmal bei einer Vielzahl der NM-Unternehmen. Selbst wirklich gute AG´s, die auch heute noch existieren, waren eben vollkommen überteuert. Und wer kauft schon einen VW, aber bezahlt den Preis für einen Porsche?
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.551.813 von thefarmer am 07.07.07 22:47:07#1

Und muss das "internationale Finanzspekulatentum" dann auch Wiedergutmachung an alle Kleinanleger zahlen ?

:confused:
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.586.377 von MFC500 am 09.07.07 09:04:54MFC500,

ich will mich keinesfalls auf SCM beschränken.

Aber mal eine Frage:

Angenommen der Vorstand von Krones, Thyssen, BASF etc. nennt einen Wert den er glaubt, dass die Patente seines Unternehmens haben könnten, dann geht doch jeder davon aus, dass dies ein realistischer Wert ist!

Mein Problem ist:

Dass es in 2000 am Markt - selten am NM - Unternehmen gab, die fair, ehrlich und konservativ Auskunft gaben und deren Bilanzen nach den Grundsätzen eines vorsichtigen Kaufmanns erstellt waren,

während am NM in der Regel straflos jeder die Bilanz verkaufen (sogar testiert) konnte, die er gerade wollte.


Wenn ich zwei Autos zur Auswahl habe, die wie ein Porsche aussehen, und bei denen im KFZ-Brief, der mir gezeigt wird steht, dass es ein Porsche ist, und sogar ein geprüfter Ingenieur dabei ist, der mir bestätigt, ja, das ist ein Porsche,

dann ist es doch nicht mein Fehler, wenn sich hinterher herausstellt, dass der eine nur für die Probefahrt taugt und dann auf den Müll gehört, während der andere, bei dem nicht am Tacho und an anderen Teilen manipuliert wurde, Top ist.

Beim Autokauf wurden oft schon Profis reingelegt und hier hat der Gesetzgeber eben, um Betrug einen Riegel vorzuschieben, die Gewährleistungsansprüche eingeführt und Käufern das Recht eingeräumt, unter gewissen Umständen, Kaufpreisminderung, Umtausch eventuell zusätzlich sogar Schadenersatz zu verlangen.


Aktien wurden im Jahr 2000 auch "verkauft",

und es kann wirklich niemand mit gutem gewissen sagen, dass da an der Börse, am NM nicht mit den gleichen Tricks gearbeitet wurde, wie beim Gebrauchtwagenhandel,

nur eben mit dem Unterschied, dass es an der Börse keine Gewährleistungsansprüche gibt,


und die meisten der "Verkäufer" die wissentlich gelogen und beschönigt haben, nie zur Rechenschaft gezogen werden.


Im übrigen jammere ich nicht wegen dem verlorenen Geld,


sondern es geht um die Moral!


Mann sollte immer daran denken, was bei manipulierten Börsen rauskommen kann:

Weltwirtschaftskrisen, Revolutionen, Diktatoren und Kriege.


Es genügt im Grunde ein einziger betrogener Aktionär, der aus Frust ein Ideologie in die Welt setzt, welche zu einem Weltenbrand wird - das sollte jeder, aber auch jeder, der an der Börse glaubt mit Lügen, Halbwahrheiten und Beschönigungen einen Vorteil zu erzielen, sich merken. Die langfristigen Folgen des Werteverfalls an den Finanzmärkten können oft verheerend sein - der Zweite Weltkrieg war im Grunde eine Folge des Börsencrashs von 1929.


So, und jetzt steht noch meine Frage offen:

Weshalb musste ich im Jahr 2000 wissen,

dass die gleiche Aussage eines Vorstandes oder IR-Mannes am NM deutlich weniger Wert ist, als die selbe eines alten Unternehmens aus dem M- oder S-Dax??????????


Der Neue Markt war nicht als Ramschladen - oder als "Vorsicht Betrüger, Schönrödner, Größenwahnsinige" gekennzeichnet,

sondern firmierte als ganz normaler Markt neben der Dax-Familie.

Man musste also davon ausgehen, dass Bilanzen, Infos, Aussagen etc. an diesem Markt die gleiche Qualität haben wie bei der Dax-Familie.


mfg
thefarmer
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.589.021 von Blue Max am 09.07.07 11:24:38Blue Max,

von den "Internationalen Finazspekulanten" bekommt kein Kleinanleger etwas, das ist doch klar.

Aber die Deutsche Volkswirtschaft zahlt den Preis, dafür, dass die Kleinanleger kein Vertrauen mehr in die Deutsche Börse haben.


Hast Du es letzte Woche nicht gelesen? Die Deutschen haben heuer bereits 8 Milliarden aus den Aktienfonds abgezogen, während internationale Anleger sich um Deutsche Unternehmen reißen, weil sie sie noch immer für unterbewertet halten!


Hohe Börsenbewertungen sind eine Art "Waffe" im Kampf um die weltweit beste Marktposition. Wenn diese "Waffe" einer Volkswirtschaft wie der Deutschen stumpf ist, weil die Kleinaktionäre sich enttäuscht von der Börse abwenden, dann geht es hier langfristig um Firmensitze, hochqualifizierte Arbeitsplätze, Steuereinnahmen etc. etc. etc.


Der Missbrauch der Börse zum Geldverdienen für einige wenige um 2000 hat auch Folgen für Existenzgründer. Gute Ideen, die es in Deutschland schon immer schwer hatten, verwirklicht zu werden, haben es jetzt noch schwerer Geld zu finden......... ganz einfach deshalb, weil in 2000 so viel Vertrauenskapital zerstört wurde....


Aber einige hier wollen dies ja nicht einsehen, und den Kleinaktionären die Schuld dafür geben, dass Gefälligkeitsstudien geschrieben, Bilanzen bedenklos testiert, ........... etc. etc. wurden....


mfg
thefarmer
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.590.069 von thefarmer am 09.07.07 12:15:09Und die Politik sorgt mit ihrer neuen miserablen Steuergesetzgebung dafür, dass auch die letzten Kleinanleger sich innerhalb der nächsten Monate von der Börse verabschieden...

:eek:
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.589.935 von brunnenmann am 09.07.07 12:09:09brunnenmann,

das ist eben die Gemeinheit: Man spricht zu leicht von "dummen Anlegern",

anstatt von systematisch geprellten Anlegern!


Wenn ich ein Haus, ein Auto oder sonst ein Produkt verkaufe, und einen verdeckten Mangel, den man nicht sofort erkennt, von dem ich aber weiß, veschweige, dann hafte ich. Alleine schon die Moral gebietet die Nennung des Mangels.

Nun gibt es aber Zeitgenossen die moralisch weniger Skrubel haben und hatten, und die systematisch am NM mehr versprochen haben, als die je halten konnten und dies wissentlich taten.

Ich beispielsweise könnte nie in der IR-Abteilung eines Unternehmens arbeiten, das seinen "Klein-" Aktionären Lügen verkauft; die Dinge erzählt, von denen selbst der IR-Mann/Frau wissen muss, dass sie nicht wahr oder nicht realistisch sind.


Bisher hat noch immer niemand die Frage beantwortet, weshalb

Unternehmen wie Merck, Krones, BASF etc. etc. etc. ihre wirtschaftliche Situation stets vorsichtig beschrieben haben,


während am NM jeder die Narrenfreiheit hatte, straflos mit Traumzahlen und Fantasien zu arbeiten und diese so zu verkaufen, als hätten sie die gleiche Aussagekraft, wie jene von erstgenannten Unternehmen.

Die Dummen sind nicht die Kleinaleger, sie sind die Betrogenen,

die Dummen, das ist die ganze Volkswirtschaft, die wie ich es schon mehrmals gesagt habe, unter den Folgen leidet, wenn die Aktionärskultur zerstört ist.


mfg
thefarmer
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.589.903 von thefarmer am 09.07.07 12:07:51Angenommen der Vorstand von Krones, Thyssen, BASF etc. nennt einen Wert den er glaubt, dass die Patente seines Unternehmens haben könnten, dann geht doch jeder davon aus, dass dies ein realistischer Wert ist!


und

Weshalb musste ich im Jahr 2000 wissen,

dass die gleiche Aussage eines Vorstandes oder IR-Mannes am NM deutlich weniger Wert ist, als die selbe eines alten Unternehmens aus dem M- oder S-Dax??????????



ich ganz sicher nicht, zumindest nicht ohne Begründung. Würdest du mir ein Auto für 10.000 € abkaufen, nur weil ich dir sage, daß es soviel wert ist? Nein, du würdest meine Preisvorstellung selbstverständlich hinterfragen.

Hier liegt doch das Kernproblem: an der Börse wird jede Aussage für bare Münze genommen, etwas, das man im sonstigen Leben nie machen würde. Vorstand Meier, Müller, Schulze sagt... Kenne ich den Mann etwa persönlich? Weiß ich, ob er vertrauenswürdig ist? Im Regelfall nicht, demnach ist eine Grundskepsis immer angebracht.

Es ist diese unglaubliche Leichtfertigkeit, mit der an der Börse vielfach agiert wurde und wird. Und nochmal: wir müssen strikt trennen zwischen "nur" völlig überzogenen Börsenbewertungen, die irgendwann korrigiert werden mussten, und Betrug. Letzteres ist ein ganz anderes Thema. Daß wir in puncto Anlegerschutz ein Entwicklungsland sind, habe ich außerdem schon zum Ausdruck gebracht. Wer auf diese Weise Geld verliert, hat meine volle Anteilnahme.

Aber in den übrigen Fällen gilt das vorher Gesagte: die Aktie ist ein Risikopapier. Prognosen zu Umsatz- und Gewinnentwicklung sind stets mit Unwägbarkeiten behaftet und natürlich auch auf Plausibilität zu prüfen. In jedem Fall bleibt es aber deine und meine ureigenste Entscheidung, die Aktie eines Unternehmens zu kaufen. Niemand wird dazu gezwungen. Insofern ist auch jeder für seine Handlungen eigenverantwortlich. Mitleid ist auch vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen z.B. bei WO deplatziert. Die ganzen sog. Raketen irgendwelcher Pseudo-Gurus werden gepuscht, die Leute stürzen sich wie von Sinnen darauf und erleiden mehrheitlich Verluste, weil sie zu faul waren, zunächst mal etwas zu recherchieren. Aber nein, man könnte ja was verpassen. Das ist dasselbe Schema wie zu NM-Zeiten. Nix dazugelernt, aber hinterher wird wieder gejammert.
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.590.069 von thefarmer am 09.07.07 12:15:09den Kleinaktionären die Schuld dafür geben, dass Gefälligkeitsstudien geschrieben, Bilanzen bedenklos testiert, ........... etc. etc. wurden....


du verdrehst das. Natürlich tragen die Kleinaktionäre nicht schuld daran, sondern daß sie geradezu blind jeden Schwachsinn akzeptieren, der ihnen aufgetischt wird. Wozu gibt´s denn das Internet? Alle Informationen sind für jedermann frei zugänglich. Jedoch ist das mit einem gewissen Aufwand verbunden, den zu betreiben viele Anleger nicht bereit sind. Damit habe ich kein Problem. Nur darf man dann hinterher auch nicht jammern. Ich warne ja selbst immer wieder im Board, wenn ich auf irgendwelche kritischen Faktoren gestoßen bin, und zwar mit konkreten fakten und belegen. Das will nur keiner hören!
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.591.083 von MFC500 am 09.07.07 13:21:54MFC500,

ich beispielsweise habe mit SCM sehr viel Aufwand getrieben, Bilanzen gelesen, HV-Besucht, IR-kontaktiert, Adhocs, News-Quartalsberichte etc. etc. etc. gelesen.

Und was habe ich davon? 15 Kilo - Lügen im Schrank - denn ich habe alles auf Papier ausgedruckt. "Lügen" ist vielleicht ein wenig übertrieben, denn für manche Dinge konnte SCM nichts - für die Verschiebungen der Großkunden und der staatlichen Stellen. Viele Dinge jedoch hat SCM beschönigt und immer wieder beschönigt und so manche fällige Rückstellung wurde nie oder zu spät gebildet.

SCM hat beispielsweise letztes Jahr die Digital-TV-Sparte verkauft. Gesagt wurde den Aktionären, man habe einen Kaufpreis von 100 Mio erzielt - tatsächlich geflossen sind etwas über 10 Mio. Die Frage nach der Differenz wurde nie beantwortet. Ich habe damals SCM deutlich reduziert...


Heuer schien der Turnarround endgültig erreicht. Nur Q-2 wurde etwas schwächer angekündigt - tradtionell das schlimme Quartal von SCM. Dann trat kurz vor Quartalsende der GEO überraschend zurück (wurde von den Heschrecken, die die HV-Mehrheit haben gefeuert) - aber erst wenige Tage später kam eine drastische Umsatz- und Gewinnwarnung. GEO-Rauswurf und Gewinnwarnung hätten am gleichen Tag kommen müssen - das ist so offensichtlich..........

Wie gesagt, ich könnte zu SCM so viel schreiben, weil ich so viele Infos gesammelt habe - nur ich konnte mir nicht vorstellen, dass bei denen alles schief läuft, also alle Infos stets zu optimistisch sind, während ja ach so viele andere Unternehmen äusserst zuverlässig sind........


Im übrigen bin ich ja nicht gegen die Börse,

trotz der vielen Verluste - Du nennst es Lehrgeld -

bin ich voll von der Börse überzeugt. Ganz besonders von den vielen abgestürzten Werten des ehemaligen NM :)

So wie die Börse 2000 übertrieben hat, untertreibt sie jetzt - sogar bei SCM, für die ein Übernehmer durchaus bereits heute 200 % zum jetzigen Kurs drauflegen könnte.....


Aber weshalb hab ich mit Basler oder Nemetschek ab 2003 zumindest prozentual -wenn auch mit kleinem Einsatz - viel (500-1000 %) verdient,

während sich das von mir beispielsweise in 2003 sicherere Investment SCM seither mehr als halbiert hat?

Ganz einfach:

Basler und Nemetschek u.a. haben ab 2003 ihre Prognosen, ihre Versprechungen weitestgehend erfüllt bzw. übererfüllt. Während SCM in 2003 noch immer nichts dazu gelernt hatte und weiterhin regelmäßig mehr versprach, als es halten konnte.


Wenn Du 5 Kinder hast und jedes verspricht Dir seine Hausaufgaben ordentlich gemacht zu haben, dann gehst Du doch auch nicht her und mißtraust einem, wenn alle die gleiche "Historie" haben.




mfg
thefarmer
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.591.083 von MFC500 am 09.07.07 13:21:54Jetzt fällt mir noch ein guter Spruch ein:


"Wir haben Aktionäre gesucht - aber Menschen sind gekommen".



Hinter jedem Aktionär steckt ein Mensch (sogar hinter jedem Insti)

Mit jedem Menschen sind auch seine Schiksale verbunden......


Deshalb sind Wahrhaftigkeit und Seriosität bei Aussagen gegenüber Aktionären so wichtig.


Und weil vom Kursverfall insbesondere am NM keine Aktionäre, sondern Menschen betroffen wurden, teilweise gibt es schlimme Schicksale....

deshalb bin ich dafür, ein Mahnmal zu errichten.



mfg
thefarmer
Antwort auf Beitrag Nr.: 30.591.496 von thefarmer am 09.07.07 13:51:31Ich bleibe schon dabei, daß menschliche Gier, die ich leider auch hatte (und auch noch habe) den gesunden Menschenverstand vernebeln.Viele Neueinsteiger haben sich doch animieren lassen durch das Geprahle, wie leicht und schnell man an der Börse Geld verdienen kann.Mit gesundem Menschenverstand hätten Neueinsteiger Dax-_Aktien gekauft. Da waren zwar Gewinne nicht so exorbitant, aber diese waren sicherer.
Obwohl, ich behaupte mal, nur ganz wenige sind ohne Blessuren davon gekommen. Ich war auch der Meinung, ich wäre ein alter Hase und mir könnte nichts passieren.Ich hatte gut gestreut in verschiedene Branchen, auch Ausland, mit Stop-Los operiert,und trotzdem einiges verloren.Was hat es denn genutzt, daß ich nach absinken ausgestiegen bin, dann aber wieder in andere Papiere rein, die wiederum sanken im allgemeinen Abwärtsgang.
M.E. sind nur diejenigen ohne Schrammen weggekommen, die rigoros in der höchsten Euphorie ausgestiegen sind und nicht wieder rein.


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