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(Day)Trader & Elterngeld - 500 Beiträge pro Seite



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Es heißt, Elterngeld erhält nicht, wer sein Einkommen aus Kapitalvermögen bestreitet.

Wie sieht es aber bei Vollzeit-(Day)Tradern aus, deren Erwerbstätigkeit nun einmal das Traden ist oder bei Tradern, die einen Teil ihres Einkommens dadurch bestreiten und darauf Einkommensteuern zahlen?

Sie können sich also nicht ein Jahr von der Börse zurückziehen, Elterngeld als (kleinen) Ersatz des Einkommens kassieren und sich um den Nachwuchs kümmern?

Was soll das für eine Logik sein?

Weiß da jemand näheres?
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.379.061 von enuxx am 04.09.07 00:06:13Ohne die Rechtslage zu kennen, vermute ich, dass die Handhabung seitens des FA ganz wesentlich vom Umfang des eingesetzten Kapitals abhaengen duerfte. Reicht der zur Verfuegung stehende Betrag aus, auch auf Basis einer risikolosen Verzinsung (bzw. solche mit bei langfristigen Investitionen im Mittel zu erwartender Rendite) den Lebensunterhalt hiervon zu bestreiten, so duerfte es irrelevant sein, dass hierzu "aus freien Stuecken" noch taegliche Arbeitszeit investiert wird (Bsp.: EUR 150.000+).
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.379.061 von enuxx am 04.09.07 00:06:13Hallo enuxx ;)

biste Papa geworden:rolleyes:
Elterngeld erhält nach meinem Infostand, wer eine Erwerbstätigkeit zu Gunsten der Kinderbetreung aufgibt. Die Erzielung von Einkünften aus Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung sowie privaten Veräußerungsgeschäften gelten nicht als Erwerbstätigkeit.
Siehe hierzu § 2 BEEG:

§ 2 Höhe des Elterngeldes

(1) 1Elterngeld wird in Höhe von 67 Prozent des in den zwölf Kalendermonaten vor dem Monat der Geburt des Kindes durchschnittlich erzielten monatlichen Einkommens aus Erwerbstätigkeit bis zu einem Höchstbetrag von 1.800 Euro monatlich für volle Monate gezahlt, in denen die berechtigte Person kein Einkommen aus Erwerbstätigkeit erzielt. 2Als Einkommen aus Erwerbstätigkeit ist die Summe der positiven Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbstständiger Arbeit und nichtselbstständiger Arbeit im Sinne von § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bis 4 des Einkommensteuergesetzes nach Maßgabe der Absätze 7 bis 9 zu berücksichtigen.

(2) In den Fällen, in denen das durchschnittlich erzielte monatliche Einkommen aus Erwerbstätigkeit vor der Geburt geringer als 1.000 Euro war, erhöht sich der Prozentsatz von 67 Prozent um 0,1 Prozentpunkte für je 2 Euro, um die das maßgebliche Einkommen den Betrag von 1.000 Euro unterschreitet, auf bis zu 100 Prozent.

(3) 1Für Monate nach der Geburt des Kindes, in denen die berechtigte Person ein Einkommen aus Erwerbstätigkeit erzielt, das durchschnittlich geringer ist als das nach Absatz 1 berücksichtigte durchschnittlich erzielte Einkommen aus Erwerbstätigkeit vor der Geburt, wird Elterngeld in Höhe des nach Absatz 1 oder 2 maßgeblichen Prozentsatzes des Unterschiedsbetrages dieser durchschnittlich erzielten monatlichen Einkommen aus Erwerbstätigkeit gezahlt. 2Als vor der Geburt des Kindes durchschnittlich erzieltes monatliches Einkommen aus Erwerbstätigkeit ist dabei höchstens der Betrag von 2.700 Euro anzusetzen.

(4) 1Lebt die berechtigte Person mit zwei Kindern, die das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, oder mit drei oder mehr Kindern, die das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, in einem Haushalt, so wird das nach den Absätzen 1 bis 3 und 5 zustehende Elterngeld um 10 Prozent, mindestens um 75 Euro, erhöht. 2Zu berücksichtigen sind alle Kinder, für die die berechtigte Person die Voraussetzungen des § 1 Abs. 1 und 3 erfüllt und für die sich das Elterngeld nicht nach Absatz 6 erhöht. 3Für angenommene Kinder und Kinder im Sinne von § 1 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 gilt als Alter des Kindes der Zeitraum seit der Aufnahme des Kindes bei der berechtigten Person. 4Die Altersgrenze nach Satz 1 beträgt bei behinderten Kindern im Sinne von § 2 Abs. 1 Satz 1 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch jeweils 14 Jahre. 5Der Anspruch auf den Erhöhungsbetrag endet mit dem Ablauf des Monats, in dem eine der in Satz 1 genannten Anspruchsvoraussetzungen entfallen ist.

(5) 1Elterngeld wird mindestens in Höhe von 300 Euro gezahlt. 2Dies gilt auch, wenn in dem nach Absatz 1 Satz 1 maßgeblichen Zeitraum vor der Geburt des Kindes kein Einkommen aus Erwerbstätigkeit erzielt worden ist. 3Der Betrag nach Satz 1 wird nicht zusätzlich zu dem Elterngeld nach den Absätzen 1 bis 3 gezahlt.

(6) Bei Mehrlingsgeburten erhöht sich das nach den Absätzen 1 bis 5 zustehende Elterngeld um je 300 Euro für das zweite und jedes weitere Kind.

(7) 1Als Einkommen aus nichtselbstständiger Arbeit ist der um die auf dieses Einkommen entfallenden Steuern und die aufgrund dieser Erwerbstätigkeit geleisteten Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung in Höhe des gesetzlichen Anteils der beschäftigten Person einschließlich der Beiträge zur Arbeitsförderung verminderte Überschuss der Einnahmen in Geld oder Geldeswert über die mit einem Zwölftel des Pauschbetrags nach § 9a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchstabe a des Einkommensteuergesetzes anzusetzenden Werbungskosten zu berücksichtigen. 2Sonstige Bezüge im Sinne von § 38a Abs. 1 Satz 3 des Einkommensteuergesetzes werden nicht als Einnahmen berücksichtigt. 3Als auf die Einnahmen entfallende Steuern gelten die abgeführte Lohnsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer, im Falle einer Steuervorauszahlung der auf die Einnahmen entfallende monatliche Anteil. 4Grundlage der Einkommensermittlung sind die entsprechenden monatlichen Lohn- und Gehaltsbescheinigungen des Arbeitgebers. 5Kalendermonate, in denen die berechtigte Person vor der Geburt des Kindes ohne Berücksichtigung einer Verlängerung des Auszahlungszeitraums nach § 6 Satz 2 Elterngeld für ein älteres Kind bezogen hat, bleiben bei der Bestimmung der zwölf für die Einkommensermittlung vor der Geburt des Kindes zu Grunde zu legenden Kalendermonate unberücksichtigt. 6Das Gleiche gilt für Kalendermonate, in denen die berechtigte Person Mutterschaftsgeld nach der Reichsversicherungsordnung oder dem Gesetz über die Krankenversicherung der Landwirte bezogen hat oder in denen während der Schwangerschaft wegen einer maßgeblich auf die Schwangerschaft zurückzuführenden Erkrankung Einkommen aus Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise weggefallen ist.

(8) 1Als Einkommen aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb und selbstständiger Arbeit ist der um die auf dieses Einkommen entfallenden Steuern und die aufgrund dieser Erwerbstätigkeit geleisteten Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung einschließlich der Beiträge zur Arbeitsförderung verminderte Gewinn zu berücksichtigen. 2Grundlage der Einkommensermittlung ist der Gewinn, wie er sich aus einer mindestens den Anforderungen des § 4 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes entsprechenden Berechnung ergibt. 3Kann der Gewinn danach nicht ermittelt werden, ist von den Einnahmen eine Betriebsausgabenpauschale in Höhe von 20 Prozent abzuziehen. 4Als auf den Gewinn entfallende Steuern gilt im Falle einer Steuervorauszahlung der auf die Einnahmen entfallende monatliche Anteil der Einkommensteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. 5Auf Antrag der berechtigten Person ist Absatz 7 Satz 5 und 6 entsprechend anzuwenden.

(9) 1Ist die dem zu berücksichtigenden Einkommen aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb und selbstständiger Arbeit zu Grunde liegende Erwerbstätigkeit sowohl während des gesamten für die Einkommensermittlung vor der Geburt des Kindes maßgeblichen Zeitraums als auch während des gesamten letzten abgeschlossenen steuerlichen Veranlagungszeitraums ausgeübt worden, gilt abweichend von Absatz 8 als vor der Geburt des Kindes durchschnittlich erzieltes monatliches Einkommen aus dieser Erwerbstätigkeit der durchschnittlich monatlich erzielte Gewinn, wie er sich aus dem für den Veranlagungszeitraum ergangenen Steuerbescheid ergibt. 2Dies gilt nicht, wenn im Veranlagungszeitraum die Voraussetzungen des Absatzes 7 Satz 5 und 6 vorgelegen haben. 3Ist in dem für die Einkommensermittlung vor der Geburt des Kindes maßgeblichen Zeitraum zusätzlich Einkommen aus nichtselbstständiger Arbeit erzielt worden, ist Satz 1 nur anzuwenden, wenn die Voraussetzungen der Sätze 1 und 2 auch für die dem Einkommen aus nichtselbstständiger Arbeit zu Grunde liegende Erwerbstätigkeit erfüllt sind; in diesen Fällen gilt als vor der Geburt durchschnittlich erzieltes monatliches Einkommen nach Absatz 7 das in dem dem Veranlagungszeitraum nach Satz 1 zu Grunde liegenden Gewinnermittlungszeitraum durchschnittlich erzielte monatliche Einkommen aus nichtselbstständiger Arbeit. 4Als auf den Gewinn entfallende Steuern ist bei Anwendung von Satz 1 der auf die Einnahmen entfallende monatliche Anteil der im Steuerbescheid festgesetzten Einkommensteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer anzusetzen.
2Als Einkommen aus Erwerbstätigkeit ist die Summe der positiven Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbstständiger Arbeit und nichtselbstständiger Arbeit im Sinne von § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bis 4 des Einkommensteuergesetzes nach Maßgabe der Absätze 7 bis 9 zu berücksichtigen.


Die Daytrader-Mutti (oder Papi) bekommt also nur 300 EUR/Monat.
Danke.

"Die Daytrader-Mutti (oder Papi) bekommt also nur 300 EUR/Monat."

Ok, wird das Kind halt abgetrieben. Soll doch der Staat zusehen, wie er seine Rentenlöcher stopft.

Steuern werden auch nicht mehr gezahlt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.383.545 von steuer_inc. am 04.09.07 13:32:56Frag mal die 40% kinderlos bleibenden Akademikerinnen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.382.679 von enuxx am 04.09.07 12:54:43:laugh::laugh:

heftig deftig.........;)
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.383.602 von enuxx am 04.09.07 13:37:02Und was werden uns diese Damen entworten? Richtig, dass ihnen - aus welchen Gruenden auch immer - Karriere wichtiger als Kinder sind, bzw. ihnen die Zeit fuer eine ordentliche Kindererziehung neben der akademisch fundierten Karriere fehlt. Nicht aber, dass ihnen die finanzielle Zuwendung des Staates zu gering ausfaellt. Diese Denkweise widerspraeche auch dem payslip der Besserverdienenden.

Dass finanzielle Sicherheit Voraussetzung zum Kinderkriegen sein sollte, steht ausser Frage. Dass diese aber vom Staat erwartet wird, enttaeuscht. Was passiert naemlich - welch Wunder - wenn dem nicht aus eigener Kraft erfolgreichen Buerger zu grosszuegig Foerdergeld gewaehrt wird? Richtig, es entsteht gezielt ein Anreiz bei tendenziell (keine Verallgemeinerung!) schlecht ausgebildeten und unterdurchschnittlich intelligenten Buergern, sich ueberdurchschnittlich stark zu vermehren. Umgekehrt ueberzeugt die mit Karriere und Geldverdienen beschaeftigte Seite dieser Geldanreiz weit weniger, als es ausreichend Kindergartenplaetze, ein besseres Schulsystem, etc. erreichten.

Ergo verbloedet die Gesellschaft Stueck fuer Stueck. ;-)
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.385.247 von steuer_inc. am 04.09.07 15:10:36Jetzt driftet die Diskussion etwas ab. Mir gehts eigentlich nur darum, dass der Staat hier eine Gruppe von Arbeitnehmern besser stellt, als andere, aber bei beiden Einkommensteuern kassiert.

Natürlich ist ein Kind in die Welt zu setzen, nicht von den Zahlungen von wem auch immer abhängig. Der Staat greift auch nicht aus Nächstenliebe ein, sondern weil ihm schlicht die Beitragszahler heute und später für die Rentenkasse fehlen werden. Zudem gibt es eine Menge Frauen/Männer, gerade auch Besserverdienende, die es sich zwei mal überlegen, ob ein Kind mit wenigen finanziellen u. persönlichen Einbußen, erzogen werden kann, oder nicht, bspw. genügend Krippen-/Kindergartenplätze, und zwar rund um die Uhr, sowie Ganztagsschulen. Deutschland ist, insofern ich mich recht erinnere, dass einzigste Land in Europa, wo die Schüler schon nachmittags nachhause kommen. Und wer betreut sie dann? Niemand.
Mir gehts eigentlich nur darum, dass der Staat hier eine Gruppe von Arbeitnehmern besser stellt, als andere, aber bei beiden Einkommensteuern kassiert.

Daytrader sind keine Arbeitnehmer.
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.389.469 von NATALY am 04.09.07 19:27:40Mit "anderen" waren auch nicht Arbeitnehmer gemeint. Wr evtl. nicht ganz glücklich formuliert.
@enuxx zu #1:
Was soll das für eine Logik sein?

Die Logik bei § 2 Abs. 1 Satz 2 BEEG ist die, dass bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung, Kapitaleinkünften und Eikünften aus privaten Veräußerungsgeschäften typischerweise davon ausgegangen wird, dass durch Kinderbetreuung kein Einkommensverlust eintritt, weil das Kassieren von Mieten, Zinsen und Dividenden sowie Veräußerungsgewinnen durch Kinderbetreuung nicht beeinträchtigt wird.
Bei Daytradern mag dies anders sein, dies ist aber ein untypischer Fall. Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts darf der Steuergesetzgeber typisieren unter Vernachlässigung einer ausgefeilten Einzelfallgerechtigkeit.
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.392.129 von NATALY am 04.09.07 23:11:40"Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts darf der Steuergesetzgeber typisieren unter Vernachlässigung einer ausgefeilten Einzelfallgerechtigkeit."

Eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. :cry:

Gibt es evtl. rechtliche Mittel? Oder eine Petition?
typischerweise davon ausgegangen wird, dass durch Kinderbetreuung kein Einkommensverlust eintritt, weil das Kassieren von Mieten, Zinsen und Dividenden sowie Veräußerungsgewinnen durch Kinderbetreuung nicht beeinträchtigt wird.

Dass die Nichthafter im Bundestag der Ansicht sind, dass das Erzielen von "Veräußerungsgewinnen" ohne Leistung erreicht werden kann, überrascht nun wirklich nicht. Wahrscheinlich verwechseln sie das mit ihren Diäten.
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.392.301 von bonAPART am 04.09.07 23:57:48:laugh:

Eigentlich macht mich dieses Gesetz aber extrem wütend. Ich arbeite hart für mein Einkommen. :mad:


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