Unternehmenssteuerreform-Massenexodus droht! - 500 Beiträge pro Seite



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Die Mehrzahl der Einzelhändler wählte bei der Gründung die "Personengesellschaft. "Arbeiten und Wohnen in einem Geschäftshaus in der Innenstadt"

Der Gasthof oder das Hotel im Grünen- unten die Betriebsstätte, oben Wohnen.

Diese Gewerbebetriebe sind in allerhöchster Gefahr, sofern sie noch nicht Millionen € auf der Kante liegen haben.
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Quelle: IHK-Zeitung
Innerstädtischer Einzelhandel in Existenz bedroht

Die Neuregelung bei der Hinzurechnung von Mieten, Pachten oder Leasingraten belastet den innerstädtischen Einzelhandel existentiell. Deshalb fordern IHK und der Landesverband des Bayerischen Einzelhandels Nachbesserungen.

Beim innerstädtischen Einzelhandel, betonen IHK und LBE in einem Brief gegenüber dem bayerischen Finanzminister Kurt Faltlhauser, betragen die Mieten häufig über 10 Prozent des Nettoumsatzes. Durch die gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen kommen die innerstädtischen Händler in eine 'prekäre Lage', heißt es in einem Brief an den Bayerischen Städtetag. IHK und LBE befürchten, dass die Mehrbelastung viele Händler auch in München zum Aufgeben zwingen könnte.

Die Belastung ist nach Auffassung von IHK und Handelsverband so hoch, dass die Gesetzgebung noch in diesem jahr korrigert werden müsse. Notwendig sei die Streichung der Hinzurechnung für Immobilien. Sofern an der Hinzurechnung von Mieten, Pachten oder Leasingraten für Immobilien bei der Gewerbesteuer festgehalten wird, sollte sie zumindest von 75 auf 25 Prozent der Miete, Pacht oder Leasingrate gesenkt werden.

Die Briefe (rechts zum Download) stützen sich auf eine gemeinsame Untersuchung von DIHK und Einzelhandelsverband (rechts zum Download).

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Diese Unternehmenssteuerreform wird den Einzelhandel Stück für Stück komplett filetieren.
Quelle: IHK-Zeitung
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Wie wird Ihr Unternehmen ab 2008 besteuert?


Der Bundesrat hat am 6. Juli 2007 die Unternehmensteuerreform endgültig verabschiedet, die damit zum 1. Januar 2008 (Unternehmensbesteuerung) bzw. 1. Januar 2009 (Abgeltungsteuer) wirksam wird.

Mit der Absenkung der Körperschaftsteuer auf 15 %, der Reduzierung der Gesamttarifbelastung auf ca. 30 % sowie der – pragmatischen – Implementierung einer Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge in Höhe von 25 % setzt Deutschland ein gutes Signal im internationalen Steuerwettbewerb: Investitionen werden attraktiver; niedrigere Steuern signalisieren höhere Renditen. Für die Wirtschaft ergibt sich insgesamt eine Netto-Entlastung in Höhe von 5 Mrd. Euro.

Zu beachten ist jedoch, dass die Vorteile nicht gleichmäßig allen Unternehmen zugute kommen: Die Tarifsenkung bringt denjenigen Kapitalgesellschaften die größte Entlastung, die aus dem Vollen schöpfen können: mit viel Eigenkapital, wenig Schulden und guten Gewinnen. Ferner profitieren große, dauerhaft ertragstarke Personenunternehmen, die von der Thesaurierungsrücklage Gebrauch machen können.

Erhebliche Mehrbelastungen haben hingegen z. B. Filialbetriebe im Einzelhandel, in der Gastronomie und im Hotelgewerbe zu befürchten: Überall dort, wo das Gewerbe in gemieteten Räumen ausgeübt wird, wo Einrichtungen oder der Fuhrpark geleast sind, steigt die Gewerbesteuer durch die neuen Hinzurechnungen.

Darüber hinaus können viele Personenunternehmen den Nachteil aus dem Wegfall der degressiven AfA weder durch Investitionsabzugsbeträge / Sonderabschreibungen nach § 7g EStG noch durch die Bildung von Thesaurierungsrücklagen nach § 34a EStG kompensieren. So gehören schätzungsweise 200.000 mittelständische Unternehmen nicht zu den Gewinnern der Reform.

Schließlich führen Regelungen wie die Zinsschranke, die Funktionsverlagerung, die Änderungen bei den geringwertigen Wirtschaftsgütern und die Hinzurechnungen bei der Gewerbesteuer zu einer erheblichen Verkomplizierung des Steuerrechts und zu einer zunehmenden Planungsunsicherheit für die Unternehmen.

Die IHK-Organisation wird sich daher weiter nachdrücklich für steuerpolitische Korrekturen einsetzen. Ziele sind: weniger Bürokratie und eine einheitliche, rein gewinnorientierte Bemessungsgrundlage für die Einkommen-/Körperschaftsteuer und die Gewerbesteuer. Ferner die steuerliche Anerkennung von Pensionsrückstellungen auch für mitarbeitende Gesellschafter von Personengesellschaften.

Einen Überblick über die wesentlichen Änderungen bei der Besteuerung von Unternehmen in Deutschland durch die Unternehmensteuerreform 2008 enthält nebenstehendes Merkblatt.

Detaillierte Informationen sind in der frisch veröffentlichten DIHK-Broschüre 'Die Unternehmensteuerreform 2008 mit Ausblick auf die Erbschaftsteuerreform' nachzulesen, die im Internetshop des DIHK http://verlag.dihk.de/ bestellt werden kann
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.838.208 von Dorfrichter am 04.10.07 09:52:31Was verstehst du in diesem Zusammenhang unter einem "Massenexodus" ?
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.838.767 von BarnyXXL am 04.10.07 10:28:51Wer die "Personengesellschaft" als Unternehmesform wählte, hat künftig nicht die Spur einer Überlebenschance.

Hier sind Pleiten vorprogrammiert.

Was in dieser Zeitung aber noch nicht steht, daß beispielsweise ein Einzelhändler Gewerbeimmobilienbesitzer(oben wohnen) wenn in Rente gehen möchte, seine Gewerbefläche(unten verkaufen) nicht mehr herauslösen wird können, da ab 2009 andere Regelungen gelten für diese Immobilien.

Auch diese Einzelhändler stecken in einem fürchterlichen Dilemma.
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.838.767 von BarnyXXL am 04.10.07 10:28:51Der "Domino-Effekt" wird eintreten für die SPARKASSEN UND DIE GENOSSENSCHAFTSBANKEN, die genau hier ihr Geld stecken haben.
Das ist das Problem. Der Einzelhändler kann nicht ins Ausland flüchten.
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.838.913 von Dorfrichter am 04.10.07 10:39:04
cura:confused:..ist das absicht oder dummheit des gesetzgebers?:keks:
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.838.999 von curacanne am 04.10.07 10:45:53Ich weiß es nicht, bin aber schon längere Zeit an der Sache dran. Ich vermute, als seinerzeit die MERKEL Heinrich von Pierer als Wirtschaftsberater ins Kabinett hebelte, Dieser einfach nur die großen Kapitalgesellschaften sah- immerhin ist das seine Lobbyecke.

Von einem Michael Glos erwartete ich ohnehin überhaupt nichts, genau wie von Markus Söder oder einem Peer Steinbrück. Diese Politiker konnten wohl kaum abschätzen, welche Konsequenzen das haben wird für die Personengesellschaften.

Ich weiß nur soviel, daß das wohl Methode hat, denn es laufen mittlerweile zuviele "ROLAND BERGERS" herum, die ihre Brötchen von den großen AG´s gereicht bekommen.

Die Unternehmenssteuerreform steht bereits im Bundesgesetzblatt. es ist ohnehin bereits zu spät.
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.838.913 von Dorfrichter am 04.10.07 10:39:04Wenn man als Kapitalgesellschaft angeblich soviel besser dran ist, warum dann nicht einfach eine gründen? Gewerbesteuer wirst du damit aber nicht sparen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.839.238 von BieneWilli am 04.10.07 11:03:17Wie soll das denn laufen?! Die Mischimmobilie übertragen auf die GmbH und dann wertmäßig (bereits abgeschrieben) zum Schätzwert nochmals einbringen und dann bei Geschäftsaufgabe zu 100% versteuern?!
(Immerhin ist auch ein Wohnbereich angegliedert-unveräusserbar und daher hoch in der Schätzung).

Das wäre ja noch krasser!
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.839.303 von Dorfrichter am 04.10.07 11:08:10Siehe auch diesen Thread:

Thema: Heinrich von Pierer- der richtige Mann?! [Thread-Nr: 1003465] Ansicht:
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Man beachte das Datum:31.8.2005(!!)
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.839.386 von Dorfrichter am 04.10.07 11:14:20Ich darf mal leise auf folgenden Thread hinweisen: Thread: Die Eckpunkte für die große Unternehmenssteuerreform stehen - demnächst nur noch konkurenzlos günsti

Hat damals aber niemanden interessiert. Threads aus dem Themenbereich "Die Großen bereichern sich auf Kosten der Kleinen" bekommen hier wesentlich mehr zuspruch.

Ich muß aber gestehen daß ich nicht ganz weiß, wo dein Problem liegt. Bin jetzt wirklich nicht im Thema und verstehe daher #1 und #2 nicht so ganz, wo da jetzt die Neureglung ist.
Ein Beispiel:

Erhebliche Mehrbelastungen haben hingegen z. B. Filialbetriebe im Einzelhandel, in der Gastronomie und im Hotelgewerbe zu befürchten: Überall dort, wo das Gewerbe in gemieteten Räumen ausgeübt wird, wo Einrichtungen oder der Fuhrpark geleast sind, steigt die Gewerbesteuer durch die neuen Hinzurechnungen.


Mieten und Pachten (Ausgaben) hochzurechnen als Gewinn, um dann daraus die Gewerbesteuer zu errechnen ist schon ein dicker Hund!
Oder um es ganz einfach auszudrücken:

Gezahlte Miete mutiert plötzlich zu Gewinn.
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.839.859 von AlterMann am 04.10.07 11:49:03Weiter gedacht: Durch die Absenkung der Körperschaftssteuer entsteht natürlich auf der anderen Seite bei den Kapitalgesellschaften auch eine Minderbelastung bei der Gewerbesteuer(!!)

Und nun geht man einfach her-(die Einen steuerlich entlastet, die Anderen unverändert hocken auf der alten hohen Steuerlast) und rechnet die Gewerbesteuer anders. Das Manko bezahlt der Personengesellschafter!

Die haben doch ein Rad ab!
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.839.807 von Dorfrichter am 04.10.07 11:45:24Sekunde, so weit ich das mitbekommen habe, haben die doch die Unabeziehbarkeit von Zinsen, Leasingraten (vgl. #1) usw. im letzten Moment noch gekippt. Ist das bei Mieten und Pacht jetzt nicht mehr so. Wirken die demnächst nicht mehr gewinnmindernd?
#14 versteh ich, #13 nicht
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.839.807 von Dorfrichter am 04.10.07 11:45:24Du hast Recht Dorfrichter: Steuersystemtisch richtig wäre es, die Mieten beim Empfänger gewerbesteuermäßig zu erfassen. Nun hat der Gesetzgeber sich entschieden, aber das Gewerbe einschließlich der Immobilie zu betrachten.

Aber der Artikel ist doch nur ein Beweis, wie überflüssig die IHK sind: Bei einem Hebesatz von 400 % werden nämlich 400 % * 3,5 % * 25 % * 75 % = 2,625 % der Miete fällig. Daran geht das Abendland nun wahrlich nicht zu Grunde. BTW: Wenn man eine Zweitwohnung sich für privat mietet, werden oft 10 % fällig. Betreibe ich ein Gewerbe darin, sind es nun 3 %.
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.839.986 von BieneWilli am 04.10.07 11:57:36Nicht bei der Berechnung der Gewerbesteuer. Ursprünglich wollte man ja sogar diese Gebühren als GEWINN versteuern!

irgendwie haben sie geschnallt, daß das ja unmöglich durchführbar ist! Da hätte ja JEDER sofort seinen Gewerbebetrieb einstellen müssen!
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.839.992 von siebi71 am 04.10.07 11:58:11Du hast Recht Dorfrichter: Steuersystemtisch richtig wäre es, die Mieten beim Empfänger gewerbesteuermäßig zu erfassen. Nun hat der Gesetzgeber sich entschieden, aber das Gewerbe einschließlich der Immobilie zu betrachten.

OK, ich oute mich mal als Volltrottel. Ich verstehe nämlich nur Bahnhof.
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.839.992 von siebi71 am 04.10.07 11:58:11Das ist aber bei Weitem nicht Alles, denn auch der Vermieter wird selbstverständlich zur Kasse gebeten- jedoch mit der pauschalierten Abgabe von 25%, was dann eine Entlastung darstellt(wenn er vormals einen höheren Steuersatz zu entrichten hatte- und davon kann man in aller Regel ausgehen).

Hinzu gerechnet werden aber neuerdings auch noch die Leasingkosten.

Uns soweit ich´s ja noch im Kopf habe, die langfristige Zinsbelastung- das war wohl die Nachbesserung.

Verbessert mich bitte, wenn ich irgendwo falsch liege.
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.840.580 von invest2002 am 04.10.07 12:42:35Vielleicht kann jemand mal ein Beispiel in der Art vorher, nacher bringen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.841.019 von BieneWilli am 04.10.07 13:14:01Ok, ok, hab jetzt was gefunden...

5. Gewerbesteuer: Bei der Ermittlung der Bemessungsgrundlage für die Gewerbesteuer sollen Finanzierungsaufwendungen künftig einheitlich zu 25 % hinzugerechnet werden, soweit deren Summe den Freibetrag von 100.000 € übersteigt. Zu den Finanzierungsaufwendungen zählen sämtliche Entgelte für Schulden (also nicht nur Dauerschulden) einschließlich gewährter Skonti, Zinsanteile aus Renten und dauernden Lasten, Gewinne stiller Gesellschafter sowie Lizenz- und Konzessionsgebühren (ausgenommen Vertriebslizenzen). Mit einem typisierten Finanzierungsanteil von 20 % werden Mieten, Pachten und Leasingraten für bewegliche Anlagegüter hinzugerechnet; der zurechnungspflichtige typisierte Finanzierungsanteil bei Mieten und Pachten einschließlich Leasingraten für nicht bewegliche Anlagegüter beträgt dagegen 75 %.

http://www.schuster-ulm.de/content/steuerberater_ulm_steuerb…

Was mir jetzt noch nicht ganz klar ist, wo da die Benachteiligung von Personengesellschaften gegenüber Kapitalgesellschaften sein soll. Immerhin haben die Personengesellschaften gegenüber einer Kapitalgesellschaft ja immer noch einen Gewerbesteuerfreibetrag, oder irre ich? (Sorry, hab mich nie mit den steuerlichen Regelungen für Personengesellschaften auseinander gesetzt.)
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.841.019 von BieneWilli am 04.10.07 13:14:01Zur Berechnung der Gewerbesteuer werden (aktuell meines Wissens) derzeit nur die Hälfte der (langfristigen)Zinsbelastung miteingerechnet. Mieten,Pachten oder Leasing soweit ich sehen kann, nicht.

Die Steuerbelastung für Personengesellschaften ist kontinuierlich gewachsen, durch vermindetre Abschreibungsmöglichkeiten steigen die ausgewiesenen Gewinne bei stagnierenden Umsätzen.

In meinem Fall stieg sogar die Gewebesteuer in schöner Regelmäßigkeit an, obwohl man sagte, die Gewerbesteuer abgesenkt zu haben.

Da wächst sich was aus zu einer Pestbeule für die Betroffenen.

Peer Steinbrück sagt beispielsweise, daß 2/3tel der Personengesellschaften unter 15% EKSt bezahlten (was ja bedeuten würde, daß keine Gewerbesteuer zu entrichten wäre)

DAS STIMMT NIEMALS!

Die Gesamtsteuerbelastung dürfte für die Betroffenen bei über 30% liegen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.841.164 von BieneWilli am 04.10.07 13:23:33@BieneWilli ich muß ja nur nachsehen in den Bilanzen um klar zu erkennen, daß die Gewerbesteuer nur eine Richtung kennt-(trotz der prahlerischen "Absenkung")

Wie genau das zustande kommt, darüber müßte ich erst mal mit meinem Steuerberater sprechen.

Die Gewerbesteuerbelastung in meinem Fall hat sich verdoppelt bis verdreifacht.
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.841.231 von Dorfrichter am 04.10.07 13:28:20Auch wenn die Gewerbesteuersätze in den letzten Jahren eventuell gestiegen sind (Hebesätze), so sollte man nicht vergessen, dass mit der Anrechenbarkeit der Gewerbesteuer auf die Einkommenssteuer die tatsächliche Steuerlast bei den Gesellschaftern der Personengesellschaften deutlich reduziert wurde.
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.841.231 von Dorfrichter am 04.10.07 13:28:20Also wenn ich in unserer Bilanz nachschaue, dann wünschte ich mir auch einen Gewerbesteuerfreibetrag. Hätten wir mal aufgepaßt und eine GmbH & Co KG gegründet und nicht nur eine einfache GmbH. So wirklich toll ist man als Kapitalgesellschaft auch nicht dran.
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.843.007 von T.Hecht am 04.10.07 15:39:39Unterm Strich über die Jahre kam trotzdem ein Mehr an Steuern heraus.

Konsequenz daraus?!

Nehmt leise Abschied von den Parteien, den Politikern, raus aus aus den Verbänden, Verweigerung jeglicher ehrenamtlicher Tätigkeit, und klammheimliche Verabschiedung jeglicher Wahlbeteiligung.

Wir haben hier nichts mehr verloren, denn man hat uns bekämpft.
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.843.818 von Dorfrichter am 04.10.07 16:27:31Herzlichen Glückwunsch zu deiner Gewinnentwicklung
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.843.834 von T.Hecht am 04.10.07 16:28:41Darauf kann ich ehrlich gesagt verzichten!:(:confused:

Die "Gewinnentwicklung" kam auch nur durch rigide Sparmaßnahmen zustande, durch Abschaffung von PKW, Abbau von Schulden und verringerte Personalkosten.

Im Prinzip unter dem Zwang der auferlegten Gesetze.

Aber gut, wenn Du das so siehst?!
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.844.153 von Dorfrichter am 04.10.07 16:48:43Steuermehrbelastungen in absoluter Höhe können bei der steuerlichen Ausgangslage (Anrechenbarkeit der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer) nur aus einer verbesserten Gewinnsituation resultieren. Und das mehr Steuern abngedrückt werden müssen wenn das zu versteuernde Einkommen steigt sollte niemanden ernsthaft verwundern und stellt auch kein Problem dar.
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.845.116 von T.Hecht am 04.10.07 17:49:45Ich schreibe mal weiter:

Ein Problem stellt aber dar, wenn man Personengesellschaften solchen Ungleichgewichten aussetzt, soweit das verfassungsrechtlich übberhaupt möglich sein wird.

Und wenn ein Peer Steinbrück hergeht, und sagt, So etwa 70% der Personengesellschaften bezahlten ohnehin nur 15% und weniger EKSt, dann wäre es doch ganz einfach, für die Personengesellschften die Gewerbesteuer zu erlassen! Und weil das keinesfalls stimmt, deshalb macht er´s ja auch nicht.

Und selbst wenn es stimmen würde, wäre das eine Riesenverwaltungsentlastung, denn wer nur etwa 15% Steuern verdient, muß ohnehin keine Gewerbesteuer entrichten!

Also, was jetzt?!

STEINBRÜCK LÜGT! Sonst hätte er zumindest den Personengesellschaften die Gewerbesteuer erlassen. Und genau das wäre der gerechte Ausgleich gewesen gegenüber den Kapitalgesellschaften und deren künftig reduzierter Körperschaftssteuer, die vormals(vor 2002) schon 40% betrug.

Jetzt steht diese Gesellschaftsform vor 12,5%, das muß man sich mal vorstellen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.846.083 von Dorfrichter am 04.10.07 18:59:13Korrigier mich, wenn ich mich irre, aber demnächst habe ich auf unsere ausgeschütteten GmbH Gewinne eine Steuerlast von pi mal Daumen 48%. Und das vom ersten Euro an! Ist dir das zu wenig?
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.838.208 von Dorfrichter am 04.10.07 09:52:31Unternehmenssteuerreform-Massenexodus droht!
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Propagandaparole aus vergangenen Zeiten:
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Die DDR ist der beste Beweis dass es ohne Kapitalisten besser geht
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Antwort auf Beitrag Nr.: 31.846.083 von Dorfrichter am 04.10.07 18:59:13Dass die Gewerbesteuer an die Kommune geht, weißt du aber? Deshalb würden die Länder dem nie zustimmen.

Ich mach dir mal einen Vorschlag: Du sagst, was der Staat ausgeben soll und wie er das finanzieren soll.
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.847.152 von BieneWilli am 04.10.07 20:12:15Warum denn?! Alleine die Gewerbesteuer hält tausende von Beamten auf Trab. Man verkündet doch vollmundig, daß die Unternehmenssteuerreform dem Fiskus über 20-30 Milliarden kosten wird.

Würde man die Gewerbesteuer streichen, wäre das ein riesiges Einsparpotenzial auf Verwaltungsseite und die Bilanzen kosten die Unternehmen ebenfalls weniger. 3% MWST-Erhöhung, das wäre die Größenordnend der Gewerbesteuer gewesen. Nun hat man aber das Geld längst schon wieder verplant in Elterngeld und Kindertagesstätten(letzteres befürworte ich ja sogar).

@Siebi71 noch vor der MWSt-Erhöhung hätte man ein erstklassiges Instrument der Gegenfinanzierung bei Abschaffung der Gewerbesteuer gehabt. Die Gelder wandern aber nicht nur in die kommunalen Haushalte, da verbleibt auch noch ein Teil bei den Ländern.

Es kommt aber so, daß diese Steuerreform ohnehin beim Bundesverfassungsgericht landen wird, denn es wird Druck gemacht auf die Mittelstandsverbände, indem ihnen die Mitglieder weglaufen werden. Und die werden feststellen, daß es ein "duales Steuersystem" für Unternehmen überhaupt nicht geben kann! Man kann nicht verschiedene Gesellschaftsformen unterschiedlich besteuern.

Prof. Kirchhof äusserte sich abwinkend ähnlich und genauso sehe ich das auch.

@obus der Titel ist absichtlich überzogen(gegenwärtig) und wird sich bewahrheiten, denn der Einzelhandel geht seit Jahren schon kontinuierlich über die Wupper. Das kommende Gesetz wird die Lage noch verschärfen, denn er ist nichtmehr wettbewerbsfähig gegenüber den großen Warenhausketten.

Bäcker, Metzger, Einzelhändler und Gastronomen sehen sich bereits jetzt schon als Verlierer.
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.850.893 von Dorfrichter am 05.10.07 09:19:46Man verkündet doch vollmundig, daß die Unternehmenssteuerreform dem Fiskus über 20-30 Milliarden kosten wird.

Die Unternehmenssteuerreform wird den Fiskus 4-5 Milliarden kosten. Kleiner Unterschied, oder? Ob von den 4-5 Milliarden wirklich was bei den Betrieben ankommt wird sich zeigen. Gut möglich, daß erhebliche Teile durch noch mehr Verwaltungsaufwand aufgefressen werden.
Pressemitteilung Nr. 006 vom 09.01.2008


Einzelhandelsumsatz 2007 real mindestens um 1,5% gesunken

WIESBADEN – Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) liegt der Umsatz des Einzelhandels in Deutschland im Jahr 2007 nominal voraussichtlich zwischen 0,7% und 1,0% unter dem Wert des Jahres 2006. Real ist ein Umsatzrückgang zwischen 1,5% und 1,8% zu erwarten. Der Vorjahresvergleich wird von vorgezogenen Käufen im Jahr 2006 und von Auswirkungen der Mehrwertsteuererhöhung ab Januar 2007 beeinflusst. Im langjährigen Vergleich dürfte der nominale Umsatz in 2007 in etwa das Niveau des Jahres 2005 erreicht haben, real dürften die Umsätze niedriger liegen.

Von Januar bis November 2007 lag der Umsatz des Einzelhandels nach vorläufigen Ergebnissen von Destatis nominal 0,8% und real 1,7% unter dem Wert des vergleichbaren Vorjahreszeitraums.

Im November 2007 setzte der Einzelhandel in Deutschland nominal 1,0% und real 3,2% weniger um als im November 2006. Beide Monate hatten jeweils 26 Verkaufstage. Dieses vorläufige Ergebnis wurde aus Daten von sieben Bundesländern berechnet, in denen circa 76% des Gesamtumsatzes im deutschen Einzelhandel getätigt werden. Im Vergleich zum Oktober 2007 sank der Umsatz im Einzelhandel unter Berücksichtigung von Saison- und Kalendereffekten nominal um 0,6% und real um 1,3%.

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im November 2007 nominal 2,0% mehr und real 1,7% weniger um als im November 2006. Bei den Supermärkten, Selbstbedienungs-Warenhäusern und Verbrauchermärkten wurde nominal mehr (+ 2,2%), real aber weniger als im Vorjahresmonat abgesetzt (– 1,6%). Beim Facheinzelhandel mit Lebensmitteln lagen die Umsätze nominal und real unter denen des Vorjahresmonats (nominal – 0,9%, real – 3,3%).

Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln waren die Umsätze im November 2007 nominal und real niedriger als im Vorjahresmonat (nominal – 2,9%, real – 4,0%). Nur eine der sechs Branchen in diesem Bereich konnte ihre Umsätze nominal und real gegenüber November 2006 steigern: der Facheinzelhandel mit kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten (nominal + 2,6%, real + 0,8%). In den anderen fünf Branchen dieses Bereichs wurde nominal und real weniger als im Vorjahresmonat abgesetzt.

Kostenlose Ergebnisse zum Einzelhandelsumsatz in tiefer Wirtschaftsgliederung einschließlich der Unternehmensmeldungen, die nach dieser Pressemitteilung eingegangen sind, stehen in etwa 14 Tagen beim Publikationsservice des Statistischen Bundesamtes, Suchwort „Einzelhandel“ (Fachserie 6, Reihe 3.1), zur Verfügung.

Methodische Informationen zu den vorläufigen Monatsergebnissen im Einzelhandel und zur Jahresschätzung:

Die nachgewiesenen ersten Ergebnisse werden laufend aktualisiert. Diese Revisionen entstehen durch zusätzliche statistische Informationen aus den zunächst nicht einbezogenen Bundesländern sowie durch verspätete Mitteilungen der befragten Unternehmen. Der durchschnittliche Revisionsbedarf des in etwa 14 Tagen vorliegenden Messzahlenberichts (= Fachserie 6, Reihe 3.1) zu den vorläufigen Zahlen dieser Pressemeldung (Vorbericht) für den nominalen Einzelhandelsumsatz insgesamt liegt im Schnitt bei einem Plus von 0,1 Prozentpunkten (der Messzahlenbericht liegt somit im Schnitt 0,1 Prozentpunkte höher als der Vorbericht).

Ausführlichere Informationen zur Methodik der Monatserhebung enthält der Qualitätsbericht, der kostenlos auf der Homepage des Statistischen Bundesamtes abgerufen werden kann.

Die Jahresschätzungen basieren auf allgemein anerkannten Prognosemethoden und tragen den makroökonomischen Rahmenbedingungen für den Einzelhandel in Deutschland im Jahr 2007 Rechnung. Dazu zählen die Auswirkungen der höheren Mehrwertsteuer, höhere Preise für Güter des täglichen Bedarfs (Energie, Grundnahrungsmittel), eine höhere Sparquote und höhere verfügbare Einkommen aufgrund gestiegener Arbeitnehmerentgelte und neuer Arbeitsplätze. Im Einzelnen wurden Intervalle für die endgültigen Umsatzmesszahlen des Novembers geschätzt, und zwar nominal (116,1; 116,4) und real (112,7; 114,4). Für die nominale Umsatzmesszahl im Dezember wurde ein Intervall von (131,1; 135,7) und für die reale Messzahl ein Intervall von (133,9; 135,5) unterstellt.

Weitere Auskünfte gibt:
Michael Wollgramm,
Telefon: (0611) 75-2423,


E-Mail: binnenhandel@destatis.de
News - 19.05.08 08:33
Kfz-Steuer soll kräftig steigen

Millionen Autofahrer müssen einem Zeitungsbericht zufolge mit einer Anhebung der Kraftfahrzeugsteuer rechnen. Die Erhöhung richte sich dabei nach der Größe des Hubraums. Betroffen seien "Altfahrzeuge mit Zulassung vor 2009" - kurzum: alle bisher angemeldeten.


Dies gehe aus einem Eckpunktepapier des Bundesfinanzministeriums hervor, berichtete die "Bild"-Zeitung am Montag. Besitzer von Pkw mit Erstzulassung vor dem 1. Januar 2009 sollen dann eine Strafsteuer von 1,25 Euro je 100 Kubikzentimeter Hubraum entrichten. Für ein Fahrzeug mit mittlerem Hubraum (Benziner) seien im Schnitt 21 Euro pro Jahr mehr Steuern zu zahlen, für einen Diesel 26 Euro. Ab Januar 2009 erstmals zugelassene Fahrzeuge sollen nicht mehr nach Hubraum, sondern dann in unterschiedlicher Höhe nach dem Kohlendioxid-Ausstoß besteuert werden.



Auf der Grundlage des Eckpunktepapiers wolle das Bundeskabinett kommende Woche über einen Gesetzentwurf zur Änderung der Kfz-Besteuerung beraten, berichtete die Zeitung. In dem Dokument räumt das Finanzministerium laut dem Bericht bis 2013 insgesamt 26 Mio. Euro Steuermehreinnahmen durch die Umstellung der den Ländern zustehenden Kfz-Steuer ein.





Quelle: Financial Times Deutschland
News - 16.09.08 08:41
Neue Regeln für Familienunternehmen

Bisher stellte die Umstellung der Rechnungslegung auf die International Financial Reporting Standards für Familienunternehmen keine echte Alternative dar. Mit der Überarbeitung der International-Accounting-Standard-Regel 32 ist jetzt aber auch für Nicht-Kapitalgesellschaften eine wesentliche Hürde gefallen, die bislang die Umstellung auf die internationalen Bilanzstandards deutlich erschwert hat.



DÜSSELDORF. Eine wesentliche Ursache der Ablehnung der International Financial Reporting Standards (IFRS) war bisher die Frage der Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital gemäß der International-Accounting-Standard-Regel 32 (IAS 32).

Die Definition von Eigenkapital im deutschen Handels- und Gesellschaftsrecht ist für die Bilanzierung im IFRS-Abschluss in keiner Weise bindend. So führte die IAS-Regel 32 bei Nicht-Kapitalgesellschaften dazu, dass Gesellschaftereinlagen regelmäßig als Fremdkapital auszuweisen waren. Dies hatte zur Konsequenz, dass Familienunternehmen in der Rechtsform von Personengesellschaften oftmals ohne bilanzielles Eigenkapital dastanden.

Viele Familienunternehmen haben daher auf IFSR verzichtet. Gesellschaften, die in der Rechtsform einer OHG, KG oder GmbH & Co. KG organisiert sind, können nun aber aufatmen, denn die IAS-Regel wurde überarbeitet. Künftig können diese Unternehmen wie im Handelsrecht die Einlagen ihrer Gesellschafter auch nach IFRS als bilanzielles Eigenkapital ausweisen.

Das grundlegende Konzept der Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital ist mit der Änderung zwar nicht verändert worden, aber es wurden Ausnahmetatbestände in den Standard aufgenommen. Die Neuregelung wird ab dem 1. Januar 2009 angewendet. Deutsche IFRS-Benutzer müssen jedoch noch die Übernahme in europäisches Recht abwarten.

Ein Wermutstropfen ist allerdings, dass im Zusammenhang mit der Novellierung umfangreiche Angaben im Anhang geliefert werden müssen. So ist der mögliche Zahlungsmittelabfluss bei Kündigung der Gesellschaftereinlagen anzugeben. Die Ermittlung dieser Kennzahl wird in der Praxis noch zu einem erheblichen Mehraufwand führen.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass für Nicht-Kapitalgesellschaften mit der Überarbeitung des IAS 32 eine wesentliche Hürde gefallen ist, die bisher die Umstellung auf IFRS deutlich erschwert hat. Viele Familienunternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen, können sich der Forderung nach international vergleichbaren Finanzinformationen ihrer Kunden, Lieferanten und Kapitalgeber nicht entziehen. Insofern ist der neue IAS 32 ein wichtiger Schritt zur Sicherstellung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstandes, vor allem im Hinblick auf den zunehmenden Wettbewerb um Eigen- und Fremdkapital.

Joerg Schoberth ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberater sowie Geschäftsführender Partner bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Mazars Hemmelrath.



Quelle: Handelsblatt.com
Es ist so weit, die Unternehmenssteuerreform greift jetzt!

Quelle: AZ

Der absolute Steuer-Hammer


Müssen 2000 Euro mehr Gewerbesteuer bezahlen: Stefan Szekessy und Ralf Ehlers (r.) mit dem Bescheid in ihrer Werkstatt. Foto: Sigi Müller Die Gewerbesteuer steigt für Kleinbetriebe um bis zu 250 Prozent. „Diese Reform ist ein echter Skandal“, sagt ein Münchner Unternehmensberater. Die AZ hat mit Betroffenen gesprochen.
MÜNCHEN - Besonders Inhaber kleiner Geschäfte, Betriebe und Existenzgründer trauen derzeit ihren Augen nicht, wenn sie diese Post erhalten: Plötzlich sollen sie bis zu 250 Prozent mehr Gewerbesteuer bezahlen. Schuld daran ist die so genannte „Unternehmenssteuerreform“ der Großen Koalition in Berlin, die alles „einfacher“ machen sollte. Fakt ist: Es wird ungerechter. Denn in Zukunft gibt es nur noch einen einheitlichen Gewerbesteuersatz von 3,5 Prozent.

Diese „Reform“ bevorzugt also wieder einmal die „Großen“: Während die Regierung Banken und Konzernen Milliarden-Kredite bewilligt und die Branchen-Riesen in Zukunft auch noch 1,5 Prozent weniger Gewerbesteuer bezahlen lässt, müssen Kleinunternehmer deutlich tiefer in die Tasche greifen.




Zwei "Kursschmiede"-Betreiber müssen das Dreifache an Steuer zahlen

Ralf Ehlers und Stefan Szekessy von der „Kursschmiede“ auf dem Optimol-Gelände etwa sind Opfer der Reform. Statt mit gut 1000 Euro wie im letzten Jahr sind sie diesmal mit über 3000 Euro Gewerbesteuer dabei. Für die zwei Jungunternehmer ein echtes Ärgernis: „Man kämpft und schlägt sich durch“, sagt Ehlers. „Und dann kommt so ein Bescheid. Da macht sich schon Resignation breit.“ Seine Devise: „Zahlen – und auf die Arbeit konzentrieren.“

„Diese Reform ist ein echter Skandal“, sagt der Münchner Unternehmensberater Wolfgang Kanz, der viele Geringverdiener und Existenzgründer berät: „Das kann gerade kleine Betriebe in den Ruin treiben.“ So müsse zum Beispiel ein anderer Handwerksbetrieb, dem bisher 490 Euro Gewerbesteuer in Rechnung gestellt wurden, in Zukunft 1600 Euro bezahlen. „Kurz vor Weihnachten wissen viele nicht, woher sie das Geld für die Vorauszahlung hernehmen sollen, wenn sie kein Bargeld in der Kasse haben.“

Für kleine Unternehmen kann die neue Regel zur Existenzbedrohung werden

Die neue Regelung sei absolut ungerecht: „Die großen Betriebe erhalten dadurch noch zusätzliche Steuergeschenke. Für die kleinen, die ohnehin ums Überleben kämpfen müssen, kann die Erhöhung zur existenziellen Bedrohung werden“, kritisiert Kanz. Und ökonomisch unsinnig sei sie außerdem: Das könnte weitere Arbeitsplätze kosten, da viele Kleinbetriebe mit niedrigem Einkommen so überhaupt nicht mehr rentabel seien.

Bisher mussten Gewerbebetriebe je nach Höhe ihres Gewinns eine unterschiedlich gestaffelte Gewerbesteuer abführen: Ab einem Gewinn von 24 000 Euro betrug sie ein Prozent und stieg dann bis zu maximal fünf Prozent an. Damit ist Schluss: Jetzt müssen alle Betriebe, unabhängig vom Gewinn, einheitlich 3,5 Prozent Gewerbesteuer bezahlen. Dazu kommt noch der so genannte „Hebesatz“, dessen Höhe die einzelnen Kommunen selbst bestimmen.

In der Stadtkämmerei verweist man auf die Berliner Zuständigkeit: „Wir stehen ganz am Schluss“, sagt Sprecher Christian Ketterle. Die Berechnung der Gewerbesteuer sei Sache des Finanzamtes: „Die Kommune kann da nicht viel machen.“ Wirklich? Eine Hebesatz-Senkung, mit der die Stadt zumindest soziale Härten der „Reform“ abmildern könnte, ist nach Ketterles Worten derzeit jedoch nicht geplant.

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Siehe Threaderöffnung und Diskussion damals.
quelle: FTD

Das Kapital
Ein ganzes Land subprime
Die Anleger scheinen tatsächlich zu glauben, dass die Fed die vielen wertlosen Dollar, mit denen sie derzeit um sich wirft, bei erster Gelegenheit wieder einsammelt. Nicht doch, sie wird noch mehr drucken.



Wer noch einen Cent in Dollar hält, dem ist kaum mehr zu helfen. Die Fed hat ihre Bilanzsumme seit September von 900 auf 2 200 Mrd. $ erhöht und will jetzt 800 Mrd. $ durch den Aufkauf von Ramschkrediten nachschießen. Auch damit wird sie es nicht bewenden lassen, denn die Instrumente zur Ausweitung der Zentralbankmenge, die die Fed sich jüngst gebastelt hat, geben noch einiges her.

Doch wird sie die geldpolitische Lockerung, wie dieser Wutanfall euphemistisch genannt wird, auch zurücknehmen, sobald die US-Konjunktur sich fängt? Natürlich nicht - oder jedenfalls nur zum Teil. Denn am Ende werden die Schulden von Verbrauchern, Firmen, Staat und Finanzsektor, die sich auf 49.000 Mrd. $ summieren, noch weiter steigen, schließlich ist die Freischaufelung der Kreditkanäle das erklärte Ziel der US-Notenbank. "Normale" Realzinsen wird die US-Wirtschaft dann aber noch weniger wegstecken können als derzeit - schon mit Blick auf die gleichzeitig ausufernden Staatsschulden, die bereits auflaufen, bevor es mit den Defiziten im Gesundheits- und Sozialwesen ab 2010 so richtig losgeht. Im Gegenteil: Die Fed wird ihre Dosis künftig bei jedem Anzeichen konjunktureller Schwäche noch erhöhen müssen. Und davon wird es viele geben, sobald die gewünschte Inflation ausbricht - oder das Ausland die Überflutung der Welt mit wertlosen Dollar nicht mehr mitmacht, es zu einer Vertrauenskrise und zu einer Flucht aus US-Staatsanleihen kommt.



Das Desaster auf einen BlickDas Problem bleibt schlicht, dass die Ursachen der aus Amerika rührenden Wirtschaftskrise - zu niedrige Realzinsen, zu geringe Ersparnis, zu viel Konsum, beträchtliche privatwirtschaftliche Finanzierungsdefizite, Überschuldung und Kapitalfehlallokation - mit einer Politik bekämpft werden, die es darauf anlegt, alles noch zu verschlimmern. Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen: Den revidierten BIP-Zahlen gemäß wiesen die USA selbst im dritten Quartal noch ein Außenhandelsdefizit von annualisiert 706,5 Mrd. $ auf; dabei ist die Arbeitslosenquote in der weitesten offiziellen Abgrenzung bereits um vier Prozentpunkte gestiegen, und das Fiskalpaket von wohl 700 Mrd. $ steht noch bevor.

Alle Ausländer, die mit dem Gedanken spielen, diese Maßlosigkeit weiter zu finanzieren, müssen sich da fragen, ob es ihnen mit ihren US-Aktiva künftig besser ergeht als bisher. Denn obwohl sie ein US-Leistungsbilanzdefizit von kumuliert 5 177 Mrd. $ gestopft haben, hat sich die Nettovermögensposition der USA gegenüber dem Ausland zwischen 1997 und 2007 ja bloß um 1 662 Mrd. $ verschlechtert.

Natürlich hat Europa ähnliche und eigene Probleme. Aber solange der Euro-Raum davon verschont bleibt, Großbritannien aufnehmen zu müssen, sind diese schon angesichts der privaten Sparquote von 14 Prozent vergleichsweise überschaubar. Eine gezielte Inflationierung ist jedenfalls kaum zu erwarten. Das ist immerhin schon mal was in diesen Tagen.
News - 04.04.09 19:38

20 Milliarden weniger Steuereinnahmen

Gleich fünf Prozent sinkende Wirtschaftsleistung im Jahr 2009 liegen laut Medienberichten der aktuellen Steuerschätzung des Finanzministeriums zugrunde. Demnach müsste der Fiskus im laufenden Steuerjahr auf rund 20 Mrd. Euro Steuereinnahmen verzichten.

HB BERLIN. Wegen der Wirtschaftskrise rechnen Beamte der Bundesregierung einem Magazinbericht zufolge in diesem Jahr mit Steuerausfällen von 20 Mrd. Euro bei Bund, Ländern und Gemeinden. Entsprechende interne Berechnungen des Bundesfinanzministeriums gingen davon aus, dass die Wirtschaftsleistung 2009 um fünf Prozent sinken werde, meldete der "Spiegel" am Samstag vorab. Ein Sprecher des Ministeriums bezeichnete die Zahlen als Spekulation und lehnte einen Kommentar dazu ab. Er verwies auf die nächste Steuerschätzung im Mai.

Die Bundesregierung geht bislang offiziell von einer Schrumpfung der Wirtschaft um rund 2,25 Prozent in diesem Jahr aus. In Berichten hieß es zuletzt, die in der zweiten Aprilhälfte anstehende neue Regierungsprognose könne einen Rückgang von etwa 4,5 Prozent voraussagen.

Nach "Spiegel"-Informationen entfällt die Hälfte der Steuerausfälle auf den Bundeshaushalt, die andere Hälfte der Einbußen komme auf Länder und Gemeinden zu. Die entstehenden Lücken wolle Finanzminister Peer Steinbrück durch höhere Schulden und nicht durch Einsparungen ausgleichen. Der Arbeitskreis Steuerschätzung, an dem neben Bund, Ländern und Bundesbank auch die großen Wirtschaftsforschungsinstitute beteiligt sind, gibt zu den Steuereinnahmen stets im Mai und im November eine Prognose ab. Bei der Schätzung im Herbst vergangenen Jahres sagten die Experten für 2009 Steuereinnahmen in Höhe von 572 Mrd. Euro voraus.

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Quelle: HANDELSBLATT
Threaderöffnung war im Herbst 2007. Heute kommen die Meldungen, die zwangsläufig kommen müssen, aufgrund einer total verfehlten Politik!

Sage also Keiner, man hätte es nicht gewußt!

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Einzelhandel
HDE sieht 5000 Einzelhändler vor dem Aus
Erschienen am 16. April 2009 | bab
Der Einzelhandel fürchtet eine Pleitewelle

Angesichts der Insolvenzverfahren bei Woolworth und Hertie fordert der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) niedrigere Mieten und warnt vor weiteren Pleiten. "Die Mieten sind das Problem, das vielen Händlern jetzt das Genick bricht", sagte HDE-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr der "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung" (NRZ). Schuld sind Änderungen bei der Gewerbesteuerberechnung.

Besteuerung von Mieten soll weg
Nicht nur große Kaufhausketten stecken laut Pellengahr derzeit in der Krise. "5000 mittelständische Einzelhändler werden in diesem Jahr die Waffen strecken. Über die redet niemand." Deshalb müssten Immobilienbesitzer die Mieten senken und die Politik die 2008 eingeführte Besteuerung von Mieten wieder abschaffen. Seit dem 1.Januar müssen Gewerbetreibende "unbeweglichen Wirtschaftsgüter" versteuern, was zu einer höheren Belastung bei der Gewerbesteuer führt. Die Mehrbelastung von 18,75 Prozent bei der Miete ist schlicht zu viel für viele Ladenbesitzer.


Belastende Zusatzkosten durch Steuerreform
Neben der Mehrbelastung bei unbeweglichen Wirtschaftsgütern müssen Gewerbetreibende seit dem 1. Januar 2009 auch bewegliche Wirtschaftsgüter wie ihren Fuhrpark mit fünf Prozent versteuern. Allerdings greift die Steuer erst bei Ausgaben von über 100.000 Euro. In der Summe sind das dennoch Zusatzkosten, die offensichtlich vielen Einzelhändlern die Luft zum Atmen nehmen.

Experte: Miete an Umsatz koppeln
Branchenexperte Jörg Lehnerdt vom Beratungsunternehmen BBE Retail Experts plädiert derweil dafür, verstärkt auf flexible Mieten zu setzen. "Es wäre gut, wenn die Immobilienbesitzer - wie in vielen Einkaufszentren - umsatzabhängige Mieten verlangten." Sowohl bei Hertie wie auch bei SinnLeffers machten die Insolvenzverwalter zuletzt hohe Mieten für die jeweilige Schieflage verantwortlich. Beide Unternehmen befinden sich zurzeit in einem Insolvenzverfahren.



Gewerkschaft fordert mehr Geld
Ungeachtet dessen fordern die Beschäftigten im Einzelhandel mehr Geld. In der Tarifauseinandersetzung bereitet die Gewerkschaft Ver.di noch für April Warnstreiks vor. "Erste Anträge auf Warnstreiks liegen uns bereits vor. Das heißt, wenn es sein muss, starten wir noch im April", sagte die stellvertretende Ver.di-Vorsitzende Margret Mönig-Raane der Tageszeitung "Die Welt". Die Gewerkschaft fordert im Schnitt mehr als sechs Prozent Einkommenszuwachs. Die Arbeitgeber haben noch kein Angebot vorgelegt.

Mindestlohn Teil des Forderungskatalogs
Mönig-Raane kündigte "fantasie- und effektvolle Aktionen" an. "Wenn im Lager des Großhändlers wegen Arbeitskampfmaßnahmen kein Lkw rausgeht, kommt im Einzelhandelsladen auch keine Ware an. Da können wir mit wenig Aufwand viel erreichen", sagte Mönig-Raane. Aktuell werden zeitgleich die Tarife für den Groß- und den Einzelhandel verhandelt. Die Unternehmen könnten sich trotz der Krise deutliche Lohnaufschläge leisten. "Die Krise hat den Handel doch noch gar nicht erreicht. Edeka und Rewe, Aldi, Lidl, Kaufland geht es zum Beispiel richtig gut", sagte die Gewerkschafterin der Zeitung. Sie forderte zudem einen Mindestlohn für den Einzelhandel.
Antwort auf Beitrag Nr.: 37.138.461 von Dorfrichter am 10.05.09 10:21:57Besteuerung von Mieten soll weg
Nicht nur große Kaufhausketten stecken laut Pellengahr derzeit in der Krise. "5000 mittelständische Einzelhändler werden in diesem Jahr die Waffen strecken. Über die redet niemand." Deshalb müssten Immobilienbesitzer die Mieten senken und die Politik die 2008 eingeführte Besteuerung von Mieten wieder abschaffen. Seit dem 1.Januar müssen Gewerbetreibende "unbeweglichen Wirtschaftsgüter" versteuern, was zu einer höheren Belastung bei der Gewerbesteuer führt. Die Mehrbelastung von 18,75 Prozent bei der Miete ist schlicht zu viel für viele Ladenbesitzer.


Belastende Zusatzkosten durch Steuerreform
Neben der Mehrbelastung bei unbeweglichen Wirtschaftsgütern müssen Gewerbetreibende seit dem 1. Januar 2009 auch bewegliche Wirtschaftsgüter wie ihren Fuhrpark mit fünf Prozent versteuern. Allerdings greift die Steuer erst bei Ausgaben von über 100.000 Euro. In der Summe sind das dennoch Zusatzkosten, die offensichtlich vielen Einzelhändlern die Luft zum Atmen nehmen.

Experte: Miete an Umsatz koppeln
Branchenexperte Jörg Lehnerdt vom Beratungsunternehmen BBE Retail Experts plädiert derweil dafür, verstärkt auf flexible Mieten zu setzen. "Es wäre gut, wenn die Immobilienbesitzer - wie in vielen Einkaufszentren - umsatzabhängige Mieten verlangten." Sowohl bei Hertie wie auch bei SinnLeffers machten die Insolvenzverwalter zuletzt hohe Mieten für die jeweilige Schieflage verantwortlich. Beide Unternehmen befinden sich zurzeit in einem Insolvenzverfahren.


immer weider interessant, was sich das bürokratenpack so einfallen läßt um an geld zu kommen... na gut, bin kein steuerberater, aber mir reicht das lesen dieser floskeln, wenns denn stimmt, wird zeit, für....steuerverweigerung


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