Helmut Kohls Memoiren - Erinnerungen eines deutschen Patrioten - 500 Beiträge pro Seite

eröffnet am 17.11.07 19:29:04 von
neuester Beitrag 23.11.07 20:32:57 von


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17.11.07 19:29:04
Wie ich mit Gorbatschow die Einheit machte

Kein Bundeskanzler war länger im Amt als er! Ohne ihn gäbe es heute keine deutsche Einheit! Jetzt hat der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl den dritten Teil seiner Memoiren vorgelegt. Darin erzählt er vom Entstehen eines geeinten Deutschland 1990 bis zum Abzug sowjetischer Truppen 1994. BILD druckt exklusiv Auszüge aus seiner Autobiografie.
Heute Teil 1: Wie Kohl und Gorbatschow im Kaukasus Deutschlands Einheit beschlossen.


Als wir auf dem Regierungsflughafen Wnukowo II landeten, war es längst Nacht in Moskau. Wir wurden von Außenminister Schewardnadse außerordentlich herzlich begrüßt. In seiner Begleitung fuhr ich zur Residenz an der Uliza Kossygina 38 auf dem Leninhügel.

Kurz vor Mitternacht hatte ich mit Schewardnadse noch ein kurzes Gespräch, in dem er mir erzählte, wie anstrengend der Parteitag gewesen sei – und dies vor allem auch für Michail Gorbatschow, der in dieser Zeit äußerst wenig geschlafen habe.

Ich griff das Stichwort auf und verabschiedete Schewardnadse. Anschließend setzten Eduard Ackermann, Juliane Weber, mein Büroleiter Walter Neuer, Horst Teltschik und ich uns im Speisezimmer noch zu einem kleinen Abendessen zusammen. In der Hoffnung, dass die Gespräche mit Gorbatschow positiv verlaufen und die erhofften Fortschritte bringen würden, verabschiedete ich mich schließlich von meinen engsten Mitarbeitern.

Es war Sonntag, der 15. Juli 1990, als ich morgens zum Gästehaus des sowjetischen Außenministeriums fuhr. Am Eingang erwartete uns schon der sowjetische Außenminister, um uns über die große Freitreppe in den ersten Stock zu begleiten, wo Michail Gorbatschow wartete.

Er wirkte freundlich und ernst zugleich. Abgesehen von den Dolmetschern nahmen nur Gorbatschows außenpolitischer Berater Anatoli Tschernajew und Horst Teltschik an dem Gespräch teil. Gorbatschow begrüßte mich mit den Worten, die Erde sei rund, und ich flöge ständig um sie herum.

Mein Bedarf an Reisen sei gedeckt, erwiderte ich, aber es handle sich jetzt um historisch bedeutsame Jahre, und solche Jahre kämen und gingen, deshalb müsse man die Chance nutzen.

Wenn man nicht handle, seien sie vorbei, meinte ich und führte Bismarck an mit dem Satz:

„Man kann nicht selber etwas schaffen. Man kann nur abwarten, bis man den Schritt Gottes durch die Ereignisse hallen hört; dann vorspringen und den Zipfel seines Mantels fassen – das ist alles“ – die Medien machten daraus dann den vielzitierten „Mantel der Geschichte“.

Ich erinnerte Gorbatschow daran, dass wir beide der gleichen Generation angehörten, die im Zweiten Weltkrieg noch zu jung war, um persönlich in Schuld geraten zu können, andererseits aber alt genug, um diese Jahre bewusst mitzuerleben. Unsere Aufgabe sei es jetzt, diese Chance zu nutzen.

Gorbatschow erwiderte, in Erinnerung an die Ereignisse in seinem eigenen Land könne er Vergleichbares feststellen. Auch er gehöre einer Generation an, die den Krieg erlebt habe und sich noch daran erinnern könne. Er sei zehn Jahre alt gewesen, als der Krieg begann, und fünfzehn, als er zu Ende war.

Er habe sich alles gut eingeprägt und könne sich sehr gut an die Ereignisse erinnern. Er teile meine Feststellung, dass unsere Generation über eine einzigartige Erfahrung verfüge. Jetzt hätte sich eine große Chance eröffnet und es sei die Aufgabe unserer Generation, diese zu nutzen und zu gestalten. Besonders imponiere ihm die Tatsache, dass heute das Verständnis von der einen Welt vorherrsche und weniger darüber geredet werde, wer gewonnen oder verloren habe.

Ich erinnerte Gorbatschow an unser Gespräch im Juni 1989 im Park des Bundeskanzleramts. Damals hatte ich gesagt, dass ich die Chancen, die sich jetzt eröffneten, gemeinsam mit dem Präsidenten nutzen wolle.

Beim Mittagessen ging es entspannt zu. Der Generalsekretär hob sein Wodkaglas und prostete mir zu: Dies sei das einzige Getränk in der Sowjetunion, das wirklich sauber sei.

Wenig später stellten wir uns ganz kurz der Presse. Gorbatschow berichtete, man sei in den Gesprächen bereits an sehr große Fragen herangetreten. Da wir über gute Zähne verfügten, sei er zuversichtlich, dass alle harten Nüsse geknackt würden.

Gegen 13.30 Uhr stieg ich in Gorbatschows sieben Tonnen schwere und 400 PS starke SIL-Limousine, die uns zum Regierungsflughafen brachte. Wenn ich mich recht erinnere, war es auf dieser Fahrt, dass ich die Frage der Truppenstärke des vereinten Deutschlands ansprach. Michail Gorbatschow antwortete darauf, diese sei doch bereits zwischen unseren Außenministern ausgehandelt worden, und nannte eine Größenordnung von unter 300000 Mann.

Wieder musste ich zur Kenntnis nehmen, dass Genscher selbstherrlich mit Zahlen operiert hatte, die nicht akzeptabel waren.

Diese Angaben entsprächen nicht der Auffassung der Bundesregierung, sagte ich und begründete, weshalb wir in Deutschland weiterhin eine Wehrpflichtarmee benötigten und dass dafür nun einmal eine Truppenstärke von 370000 Mann erforderlich sei. Und ich verwies darauf, dass Karl Marx der Vater des Konzepts einer Armee von Wehrpflichtigen war.

Gorbatschow hörte sich das alles an und widersprach nicht, was mir darauf hinzudeuten schien, dass er meinen Vorschlag nicht von vornherein ablehnte.

Pünktlich hielt die SIL-Limousine auf dem Flugfeld vor der Präsidentenmaschine, einer Iljuschin 62, die kurz darauf in die Heimat des Generalsekretärs startete. Ich saß mit Gorbatschow im luxuriös ausgestatteten Präsidentensalon im hinteren Teil der Maschine. Nur die Dolmetscher waren anwesend, und so unterhielten wir uns ganz privat wie vor einem guten Jahr im Garten des Bundeskanzleramts.

Während kleine, typisch russische Gerichte serviert wurden, erzählte Gorbatschow von der Vergangenheit, von seiner Kindheit im Süden des Landes, von der Partei, die in ihrer langen Geschichte so viele Menschenleben gefordert hatte.

Er berichtete auch von seiner Zeit als Politfunktionär in Stawropol, von seinem Studium an der Lomonossow-Universität in Moskau und von den Jahren, die er dort mit seiner Frau verbrachte. Gegen Ende des tausendsechshundert Kilometer langen Fluges kam Raissa Gorbatschowa zu uns in den Salon.

Nach zwei Stunden Flug über den endlosen Weiten Russlands setzte die Iljuschin auf der Landebahn von Stawropol auf.

Nach kurzem Aufenthalt in der Stadt bestiegen wir zusammen mit den beiden Außenministern einen großen Aeroflot-Hubschrauber und flogen Richtung Kaukasus.

Ein paar Minuten später landeten wir mitten auf einem riesengroßen Stoppelacker und wurden von jungen Bauernmädchen begrüßt, die bei der Erntearbeit waren. Sie überreichten uns Brot und Salz als Zeichen der Gastfreundschaft.

In der alten ländlichen Tradition seiner kaukasischen Heimat küsste Gorbatschow das Brot, bestreute es mit Salz, brach es und verteilte es. Ich machte drei Kreuze auf den Laib. So hatte es früher meine Mutter getan, als ich noch ein Kind war. Ich erklärte Gorbatschow die Bedeutung dieser symbolischen Handlung.

Wenig später kletterten wir beide auf einen Mähdrescher und fuhren ein Stück mit. Gorbatschow berichtete mir von seinen vergeblichen Mühen, die Effizienz der Landwirtschaft zu erhöhen.

Noch immer würden große Teile des Getreides durch unsachgemäße Lagerung oder beim Transport verderben. Dann erzählte ich ihm meine eigene Geschichte, dass ich als Junge davon träumte, einmal Bauer zu werden.

Wir bestiegen wieder den Hubschrauber und flogen weiter in den Kaukasus. Als wir in dem kleinen, im Selemtschuk-Tal gelegenen, von dichten Wäldern umgebenen Dorf Archys landeten, wurden wir wieder herzlich begrüßt wie zuvor in Stawropol. Wir fuhren gemeinsam zu einer versteckten Lichtung, auf der Gorbatschows „Datscha“ stand, eine ehemalige staatliche Oberförsterei, an der der Fluss Selemtschuk wie ein Wildwasser vorbeirauscht.

Kaum war ich in meinem Zimmer, ließ Gorbatschow anfragen, ob wir einen Spaziergang machen wollten. Ich zog meine schwarze Strickjacke an, und wenig später gingen wir am Selemtschuk entlang.

Die Delegationsmitglieder und Journalisten folgten uns. Nach ein paar Metern blieb Gorbatschow stehen, kletterte die Uferböschung hinunter und reichte mir die Hand, um mir zu bedeuten, ich solle ihm folgen. So standen wir am reißenden Wasser und sprachen über die Tücken des Flusses.

Selten habe ich Michail Gorbatschow in einer so gelösten Stimmung erlebt.

Wir machten Rast an einer aus Baumstämmen bestehenden Sitzgruppe. Genscher kam hinzu. Keiner von uns hatte Lust, in diesem Augenblick über „große Politik“ zu reden, und so plauderten wir über Gott und die Welt.

Diese Bilder gingen um die Welt, ARD und ZDF berichteten mit Sondersendungen aus dem Kaukasus. Auch während des Abendessens blieb die Atmosphäre gelöst.

Gorbatschow erzählte von seiner Familie, von der Großmutter, die immer eine Ikone im Zimmer gehabt habe, von seinem Großvater, der früh auf den Kommunismus gesetzt und Lenin und Stalin verehrt habe, weil er sich von ihnen die Verbesserung der ärmlichen Lebensumstände versprochen habe.

Aber auch um weniger ernste Themen kreiste die Unterhaltung, zum Beispiel über die Fußballweltmeisterschaft in Rom. Gorbatschow, der den Deutschen zum Gewinn des Weltmeistertitels gratulierte, hörte meinen Schilderungen über den Verlauf des Endspiels interessiert zu und stellte die eine oder andere Zwischenfrage, die ich sachkundig beantwortete.

Gegen 22 Uhr setzten wir uns zu einem kurzen Vieraugengespräch zusammen, um die für den folgenden Vormittag geplanten Verhandlungen vorzubereiten.

Ich sprach mit dem Generalsekretär noch einmal das Kernproblem an und sagte, dass ich bezüglich der Nato-Mitgliedschaft des vereinten Deutschlands keine Einschränkungen akzeptieren würde. Gorbatschow schwieg wiederum.

Es war schon nach Mitternacht, als ich auf den Balkon der Datscha trat, über mir ein wunderschöner Sternenhimmel und vor mir die dunkle Silhouette des Kaukasus.

Vieles ging mir durch den Kopf, vor allem aber fragte ich mich, was der morgige Tag wohl bringen würde. Es stand für uns Deutsche so viel auf dem Spiel.

http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2007/11/12/kohl-exklusi…
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17.11.07 19:31:07
Abschied von Gorbatschow

Er machte mit den Mächtigen der Welt die deutsche Einheit möglich: Helmut Kohl, Bundeskanzler von 1982 bis 1998. In seinen jetzt erscheinenden „Erinnerungen 1990–1994“ beschreibt Kohl, wie Sowjetführer Michail Gorbatschow die Welt aus der Ära des Kalten Krieges herausführte – und selbst Opfer der Zeitenwende in seinem Land wurde. BILD druckt Auszüge.
Heute Teil 2: Umsturz – Abschied von Gorbatschow


Wir waren Zeugen dramatischer Ereignisse – Am 21. August 1991 hatten die Bürger in der Sowjetunion einen großen Sieg für Demokratie, Freiheit und Recht errungen. Ihr entschlossener Widerstand ließ die Putschisten kläglich scheitern.

Dies geschah auf den Tag genau dreiundzwanzig Jahre, nachdem die Freiheit in Prag von sowjetischen Panzern niedergewalzt worden war. So war der 21. August 1991 ein später Triumph für die Menschen, die sich damals diesen Panzern entgegengestellt hatten. Die Menschen in Moskau, Leningrad – dem alten und neuen St. Petersburg – und in vielen anderen Städten und Regionen der Sowjetunion verdienten unseren höchsten Respekt für ihren Mut und ihre Standfestigkeit.

Ich dankte vor allem Boris Jelzin, dem Präsidenten der Russischen Republik, ohne dessen unbeugsames Engagement der Staatsstreich kaum so schnell gescheitert wäre. Auch die einhellige Verurteilung des Putsches durch das westliche Ausland trug nachdrücklich dazu bei, dem Widerstand den Rücken zu stärken und damit die Junta zur Aufgabe zu zwingen. Präsident Jelzin dankte mir in einem bewegenden Telefongespräch am 21. August für die Unterstützung in den Tagen der Krise.

In der Folge dieser Ereignisse lud ich Russlands Präsidenten zu einem Besuch nach Deutschland ein. Jelzin nahm gerne an und sagte sein Kommen für die nahe Zukunft zu. Wir waren uns noch nie begegnet, und durch seinen Rivalen Gorbatschow hatte ich bisher vor allem negative Informationen über ihn bekommen.

Es war für mich ein großer Augenblick, als Michail Gorbatschow am 22. August nach Moskau zurückkehrte. Und ich füge hinzu: Für mich persönlich war es eine große Freude, den Mann, ohne den die deutsche Einheit nicht möglich gewesen wäre, wieder wohlbehalten zu erleben. Der Erfolg der freiheitlich-demokratischen Bewegung hatte – trotz vieler noch offener Fragen – die Chance vergrößert, dass die notwendigen und grundlegenden Reformen nun tatsächlich verwirklicht werden könnten.

Am 5. September 1991 rief ich den russischen Präsidenten zum zweiten Mal nach dem Putsch an, um von ihm aus erster Hand zu erfahren, wie sich die Lage darstellte.

Jelzin berichtete mir vom Kongress der Volksdeputierten, der eine Übergangszeit für die obersten Staatsorgane beschlossen habe. Alle Anführer des Putsches seien verhaftet worden, die staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen liefen auf Hochtouren. Nun gehe es darum, ein wirtschaftliches Reformprogramm anzunehmen und zu verwirklichen.

Was mich bei diesem Telefonat aber auch brennend interessierte, war die Frage nach der Zusammenarbeit zwischen dem russischen Präsidenten Jelzin und dem Staatspräsidenten Gorbatschow.

Boris Jelzin führte dazu aus, mit dem Putsch habe sich das Land verändert – habe sich Russland verändert und auch Präsident Gorbatschow. Noch vor zwei Wochen habe er nicht mit Sicherheit sagen können, ob der Präsident tatsächlich die demokratischen Reformen fortsetzen wolle – jetzt aber sei er davon überzeugt. Er könne mit Fug und Recht sagen, dass man gut zusammenarbeite. Es gebe keine Frage, die er nicht mit Gorbatschow bespreche, bevor man sie gemeinsam löse.

Jelzin versicherte mir, dass – bis auf die drei baltischen Staaten – alle Republiken an einer erneuerten Union teilnähmen. Dabei bleibe es jeder Republik vorbehalten, über die Form ihrer Teilnahme zu entscheiden: Föderation, Konföderation oder Assoziierung im Rahmen einer Wirtschaftsunion. Das klang zukunftsweisend und beruhigend zugleich. Zum Abschluss des Telefonats schlug ich als Termin für einen Besuch Jelzins in Bonn die zweite Novemberhälfte vor. Er nahm die Einladung zu einem „offiziellen Besuch“ an, und wir verabschiedeten uns herzlich.

Dezember 1991

Zehn Tage nach Jelzins Besuch in der Bundesrepublik telefonierte ich wieder einmal mit Michail Gorbatschow, um Näheres über den Stand der Entwicklung in der Sowjetunion zu erfahren.

Ob ich es wollte oder nicht, eine gewisse Zweigleisigkeit war programmiert, wollte ich den Anschluss an die aktuellen Ereignisse nicht verlieren. Hier der Präsident einer verkleinerten Sowjetunion, die gegen den totalen Zerfall kämpfte, und dort der Präsident des mächtigen und stolzen Russlands. Beide mochten sich eigentlich nicht, beide belauerten einander und beobachteten sich sehr genau. Ich musste mit viel Fingerspitzengefühl die Balance halten und darauf achten, niemanden zu überfordern oder gar zu bevorzugen. Wie sich später herausstellte, war es das vorletzte Telefonat vor Gorbatschows politischem Abschied. Gorbatschow sagte, jetzt seien die entscheidenden Tage und Wochen, in denen es um die Neubildung der Union gehe, also um die Erhaltung der Union als Staat. Mit der Lösung dieser Frage stehe und falle alles, was er betreibe.

Werde dies nicht bald im positiven Sinne gelöst, drohe gesellschaftliche und wirtschaftliche Desintegration. Die Nachrichten aus der auseinanderbrechenden Sowjetunion beunruhigten mich sehr. Was würde aus Gorbatschow werden? Wie würde man mit dem letzten Generalsekretär und ersten Präsidenten der Sowjetunion umgehen? Würde der russische Präsident Boris Jelzin seine Macht und sein Ansehen nutzen, um Gorbatschow einen würdigen Ausstieg aus der aktiven Politik zu ermöglichen?

Die Gerüchte über einen baldigen Rücktritt Gorbatschows wollten nicht enden.

Sein öffentliches Nachdenken über seine Zukunft trug sehr dazu bei, dass nahezu täglich mit seinem Sturz gerechnet wurde. Die unterdessen maßgeblich von Boris Jelzin initiierte Gründung einer „Gemeinschaft unabhängiger Staaten“ (GUS), der die Republiken Russland, Ukraine und Weißrussland angehörten, machte Gorbatschows Projekt von einer „Union Souveräner Staaten“ zunichte. Damit waren Gorbatschows Machtbefugnisse endgültig zerschlagen und die Tätigkeit von Organen der früheren Union für beendet erklärt. Ich habe die zahlreichen Telefonate mit Gorbatschow nie gezählt. Viele sind unvergessen geblieben. Auch jenes zehn Minuten lange Gespräch am Freitag, dem 20. Dezember, um 9.30 Uhr.

Ich fand seine Haltung bewundernswert und ahnte, dass es sich bei seinem Abgang von der politischen Weltbühne nur noch um wenige Tage handelte. Ihm blieb keine andere Wahl als aufzugeben.

Und so kam es dann auch. Einen Tag nach unserem Telefonat traten acht weitere Republiken der von Russland, der Ukraine und Weißrussland gebildeten Keimzelle der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten bei. Mit der Gründung der GUS hörte die UdSSR am 25. Dezember 1991 zu existieren auf. Am gleichen Tag erklärte Gorbatschow seinen Rücktritt. Damit ging am ersten Weihnachtsfeiertag 1991 ein Dreivierteljahrhundert Sowjetherrschaft zu Ende. Zugleich trat mit Gorbatschow der erste und letzte Präsident der UdSSR von seinem Amt zurück. Von der Kuppel im Kreml wurde die sowjetische Fahne eingeholt. Gorbatschow erklärte seinen Rücktritt in einer kurzen Fernsehansprache und begründete ihn mit der Bildung der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten aus elf ehemaligen Sowjetrepubliken. Die Kontrolle der Atomwaffen ging auf den russischen Präsidenten Boris Jelzin über. International trat zunächst die Russische Föderation die Rechtsnachfolge der Sowjetunion an.

An diesem ersten Weihnachtstag erreichte mich ein Abschiedsbrief von Michail Gorbatschow, der auch an Hannelore gerichtet war:

„Lieber Helmut! Ich trete als Präsident der UdSSR zurück. Die Entwicklungen sind anders verlaufen, als ich es für richtig und vernünftig hielt. Jedoch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass das, was ich vor sechs Jahren begonnen habe, am Ende erfolgreich sein wird und Russland und die anderen Staaten, die Mitglieder des neuen Bundes sind, zu modernen und demokratischen Staaten werden.

In diesem für mich nicht einfachen Moment denke ich daran, was wir gemeinsam mit Dir geleistet haben.

Die Vereinigung Deutschlands – das ist ein großes Ereignis der Weltgeschichte und der neuen Weltpolitik. Und dass wir mehr als andere dazu beigetragen haben, bleibt, so hoffe ich, im Gedächtnis der Völker. Ich möchte, dass die deutsch-sowjetischen Beziehungen sich auf dem Fundament des großen Vertrages gut entwickeln. Raissa und ich wünschen Dir und Hannelore, Deiner ganzen Familie, Gesundheit, Wohlergehen und Glück. Dein Michail.“

Als Hannelore und ich diesen Brief gelesen hatten, standen uns die Tränen in den Augen.

Wie nahe waren wir uns in diesen aufregenden Jahren gekommen, Hannelore und Raissa, Michail und ich. Was hatten wir nicht alles diesem ehemaligen kommunistischen Führer zu verdanken! Ohne ihn hätte es die deutsche Einheit so nicht gegeben. Das bleibt für die Ewigkeit. Gorbatschow hatte die Dankbarkeit aller Deutschen verdient und ihre Herzen längst erobert.

Was er für unser Land geleistet hatte, für die Völker, für unsere Nachbarn, das wird für immer in die europäische Geschichte eingehen. Und für Gorbatschow blieb ich ein treuer und verlässlicher Freund.

http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2007/11/13/kohl-helmut/…
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17.11.07 19:34:07
Helmut Kohl schreibt über die schwere Krankheit seiner Frau

Es waren die schwersten Tage im Leben Helmut Kohls! Am 31. Oktober 1991 verunglückte sein Sohn Peter schwer. Am 5. Juli 2001 starb seine geliebte Ehefrau Hannelore, die ihm in 41 Ehejahren mit Rat und Kraft zur Seite gestanden hatte. In seinen „Erinnerungen 1990–1994“ beschreibt Kohl erstmals, wie es zu den schrecklichen Schicksalsschlägen kam – Teil 3 des Vorabdrucks der Kohl-Memoiren: Privates Leid

Zwei Tage vor meiner Abreise (zu einer mehrwöchigen Asienreise im März 1993, d. Red.), hatte Hannelore beim Kofferpacken erste Anzeichen einer beginnenden Erkältung verspürt, dann bekam sie hohes Fieber. Da sie tags darauf trotzdem mit mir nach Fernost reisen wollte, ließ sie sich ein Medikament verschreiben, und obwohl bei ihren Ärzten bekannt war, dass sie kein Penicillin verträgt, wurde ihr versehentlich gegen die bakterielle Infektion, die mit der Erkältung einherging, ein Antibiotikum verordnet, das zu einer Penicillingruppe gehört.

Nichts ahnend schluckte Hannelore drei Tabletten.

Am Tag der geplanten Abreise ging es ihr noch schlechter, und sie beschloss, zu Hause zu bleiben. Mir blieb nichts anderes übrig, als zu akzeptieren, was nicht zu ändern war, und ohne sie aufzubrechen.

Ich war noch nicht in Indien gelandet, als es bei Hannelore ganz schlimm wurde. Das Fieber stieg, die Schmerzen nahmen zu, und infolge einer heftigen allergischen Reaktion verfärbte sich ihre Haut am ganzen Körper dunkelblau.

Als ihr Zustand lebensbedrohlich wurde, ließ sie sich ins Sankt-Marien-Krankenhaus in Ludwigshafen einliefern. Hannelore konnte kaum noch laufen, und es schmerzte fürchterlich, wenn jemand sie stützen wollte, jede kleinste Berührung verursachte ihr unsägliche Schmerzen.

Vier Tage lang lag Hannelore auf Leben und Tod, und Schwestern und Ärzte glaubten nicht, dass sie das überleben würde.

Nach etwa einer Woche ging es ihr Gott sei Dank wieder etwas besser.

Als ich sie am 3. März wiedersah, musste ich mich sehr zusammennehmen, um mein Entsetzen zu verbergen.

Neben ihren starken Schmerzen hatte Hannelore nicht nur extreme Hautprobleme; sie verlor durch die Krankheit auch alle Nägel und ihr schönes blondes Haar.

Glücklicherweise sollte alles wieder nachwachsen. Nach dem Krankenhausaufenthalt ging Hannelore in Kur, um wieder zu Kräften zu kommen. Als sie zurückkehrte, war ihr bereits klar, dass sie die Sonne nicht mehr so gut vertrug; das war der Beginn ihrer Überempfindlichkeit gegen Licht.

In den folgenden Jahren reagierte sie auf Sonnenlicht mit Rötung der Haut, leichter Quaddelbildung und Juckreiz, was zu erheblichen Beeinträchtigungen führte.

Jahre später zeigte sich diese Lichtempfindlichkeit auch in bezug auf Halogenstrahler.

Das bedeutete, dass sie an vielen meiner In- und Auslandsreisen nicht mehr teilnehmen konnte, wenn im Vorfeld die Lichtsituation nicht exakt geklärt werden konnte.

Aber Hannelore litt nicht nur unter der Empfindlichkeit gegen Licht, gelegentlich kam auch eine plötzlich auftretende Atemnot, ein sogenannter Bronchospasmus, hinzu. Zu allem Überfluss war sie immer wieder einem erheblichen äußerlichen Druck ausgesetzt, der auch als „großer Stress“ bekannt ist.

Dieser Stress, der sich natürlich auf die Psyche eines Menschen auswirken kann, beeinflusste bei ihr die Empfindlichkeit von Haut und Atemwegen.

Hannelore war sich über diese Zusammenhänge vollkommen im Klaren. Trotzdem hat sie niemals geklagt. Sie hat immer nur angedeutet, dass sich niemand vorstellen kann, unter welchem enormen Druck sie zeitweise stand und welcher Disziplin sie sich deswegen unterwerfen musste.

Dass sie auf grelles Licht allergisch reagierte und Atemprobleme hatte, wusste außer ihrer Familie und den Ärzten kaum jemand.

Selbst mit ihren engsten Mitarbeitern und ihren Freundinnen sprach sie nur andeutungsweise darüber. Wenn ihre Freundinnen sich wunderten, dass sie am liebsten nur noch im Dämmerlicht mit ihnen spazieren ging und bei Sonnenschein Schattenwege wählte oder einen Schirm benutzte, meinte sie nur, dass sie die Sonne eben nicht mehr so gut vertrage.

Am 31. Oktober 1991 hielt ich mich einmal mehr in den neuen Bundesländern auf, als Juliane Weber mir in Frankfurt/Oder die Nachricht zukommen ließ, dass unser Sohn Peter mit seinem Auto in Italien schwer verunglückt sei.

Zur gleichen Zeit erfuhr Hannelore auf einer Veranstaltung im Ruhrgebiet von diesem schrecklichen Schicksalsschlag.

Es brachte uns beide fast um den Verstand. Niemand wusste in diesem Augenblick, was wirklich passiert war. Wir mussten mit dem Schlimmsten rechnen.

In dieser Situation handelte Juliane Weber, wie man klüger nicht reagieren kann. Sie buchte auf unsere Kosten für Hannelore eine mir für dienstliche Zwecke zur Verfügung stehende Maschine der Flugbereitschaft. Mit ihr flog Hannelore direkt nach Mailand. Eine Dreiviertelstunde nach Einlieferung unseres Sohnes ins Krankenhaus Monza erreichte Hannelore die Klinik.

Ein furchtbarer Schock! Peters Lungen waren weitgehend kollabiert, viele Rippen und sein linker Oberarm waren gebrochen. Der linke Oberarm stand nach außen, und man befürchtete starke Nervenschäden entlang dieses Arms mit der Folge von Lähmungen. Noch war offen, ob der Arm amputiert werden musste.

Peter hatte erheblich Blut verloren, und die inneren Blutungen dauerten an. Wegen der Blutungen im Brustraum war eine Sauerstoffunterversorgung des Gehirns zu befürchten. Es bestand die Gefahr einer Lungenentzündung und einer schweren Gehirnschädigung.

Erst in den nächsten Tagen würde sich erweisen, ob und wie er überlebte.

Seine Chancen standen deutlich schlechter als fünfzig zu fünfzig. Dennoch verlor ich keinen Augenblick die Zuversicht. Peter war an diesem 31. Oktober ganz früh von Wien losgefahren, um seine damalige Freundin zu besuchen. Auf der Autostrada A 13 vor Bologna kam er ins Schleudern.

Er musste fast frontal in eine der massiven Betonwände hineingerast sein, die dort die Fahrtrichtungen trennen. Durch den starken Aufprall wurde das Lenkrad mit voller Wucht gegen seinen Brustkorb gedrückt. Mit dem linken Arm prallte er gegen die Mittelsäule.

Er war angeschnallt, als sich der VW Golf überschlug und dann auf dem Dach liegen blieb. Die Windschutzscheibe war geborsten, der Innenraum voller Splitter, und überall war Benzin ausgelaufen.

Der Motorblock wurde später etwa vierzig Meter vor dem Fahrzeug gefunden.

Peter hatte Riesenglück. Bevor er ohnmächtig wurde, konnte er einem ersten Helfer gerade noch die Telefonnummer meines Büros angeben.

Dieser Lebensretter besaß glücklicherweise ein Mobiltelefon, was 1991 noch keine Selbstverständlichkeit war. Kurze Zeit später kam ein Krankenwagen, der in der Nähe der Unfallstelle unterwegs gewesen war.

Die Sanitäter luden Peter ein und brachten ihn ins nächstgelegene Krankenhaus.

Am folgenden Tag flog ich nach Italien. Ich war wie vom Schlag getroffen vor Entsetzen. Ein Gefühl der Hilflosigkeit beschlich mich.

Nicht genug mit den Sorgen um Peter, wurden wir in Italien von der deutschen und italienischen Presse gnadenlos gejagt. Tag und Nacht lauerten sie uns vor Klinik und Hotel auf.

Wer im Alltag so voll beansprucht wird wie Hannelore und ich, der erlebt bei einer solchen Heimsuchung auch Stunden – vor allem, wenn man die auf einer Intensivstation verbringt –, in denen sich vieles relativiert, vieles weniger wichtig wird.

Insofern kann man auch in einer solchen Lebenssituation dazulernen.

In den Spitzengremien der Partei bedankte ich mich, auch im Namen meiner Frau, für die guten Wünsche und Gebete, die uns in diesen Tagen begleitet hatten. Diese Zuwendung, die Freundschaft und Sympathie und auch die moralische Unterstützung, die wir erfuhren, waren überwältigend.

Auch die Anteilnahme von George und Barbara Bush sowie von Michail Gorbatschow an Peters Schicksal war wohltuend. Bei unseren Telefonaten erkundigten sie sich wiederholt nach dem Gesundheitszustand meines jüngsten Sohnes und waren erleichtert, als ich ihnen mitteilen konnte, dass bleibende Schäden auszuschließen seien.

Nach vier Wochen in Monza wurde Peter zur weiteren Behandlung und zur Reha nach Ludwigshafen in die Unfallklinik verlegt. Sechs Monate nach dem Unfall kehrte er nach Wien zurück, um sein Volkswirtschaftsstudium fortzusetzen, das er im Dezember 1992 in der kürzestmöglichen Zeit abschließen sollte. Uns allen kam der glückliche Ausgang dieses Albtraums wie ein Wunder vor.

Hannelore hatte wieder einmal gezeigt, wie belastungsfähig sie war und mit welcher Umsicht sie gerade in fast aussichtslosen Situationen die richtigen Entscheidungen traf.

Ohne ihr schnelles Handeln und ihre kompetente Fürsorge hätte vieles danebengehen können. Peter wird ihren Einsatz für sein Leben so wenig vergessen wie ich.

http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2007/11/14/kohl-helmut/…
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17.11.07 19:35:33
„Mit Bill Clinton sprach ich über meinen gefallenen Bruder“

Mit der Wiedervereinigung hat sich Helmut Kohl in die Geschichtsbücher als einer der ganz großen deutschen Staatsmänner eingeschrieben! Sein Geheimnis war stets die enge Beziehung zu wichtigen Führern der Welt. In seinen „Erinnerungen 1990–1994“ beschreibt Kohl, wie solche Freundschaften seinen politischen Weg beeinflussten. Teil 4 des BILD-Vorabdrucks der Kohl-Memoiren: Bill Clinton und Wolfgang Schäuble.

Am 25. und 26. März 1993 reiste ich zu meinem Antrittsbesuch beim neuen amerikanischen Präsidenten Bill Clinton.

Bei dieser ersten Begegnung mit dem mir bis dahin völlig unbekannten und dazu noch fast siebzehn Jahre jüngeren Clinton wurde in mehrstündigen Gesprächen die Grundlage zu einer ausgezeichneten persönlichen Beziehung gelegt.

Dabei galt unser Treffen im Vorfeld keineswegs als einfach, und vor allem die Journalisten waren ganz erpicht darauf herauszufinden, wie belastend es sich wohl auf unser erstes Treffen auswirken würde, dass ich mich im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf öffentlich für die Wiederwahl George Bushs stark gemacht hatte.

Ich erinnere mich noch gut, wie beklommen wir beide waren. Als die Fernsehleute im Oval Office des Weißen Hauses ihre Aufnahmen gemacht und die Fotografen hinreichend Fotos geschossen hatten, setzte sich Bill Clinton neben mich an den Tisch.

Er hatte ein ganzes Paket mit für die erste Gesprächsrunde vorbereiteten Papieren dabei, doch bevor es inhaltlich zur Sache ging, sagte ich, dass ich gut verstehen könnte, wenn meine aktive Parteinahme für George Bush ihn nicht nur nicht erfreut, sondern womöglich sogar in irgendeiner Form beleidigt habe. Das täte mir zwar leid, aber in dem Fall könne er das nur akzeptieren, denn ich sei der Meinung, dass Freundschaft etwas zu tun habe mit Dankbarkeit, und deshalb würde ich in einer vergleichbaren Situation genau so wieder handeln.

Wenn ich mit jemandem befreundet sei, dann sei ich mit ihm nun einmal in guten und in schlechten Zeiten befreundet und würde in jeder Situation zu ihm stehen.

Mit größter Aufmerksamkeit hatte Bill Clinton meine Ausführungen verfolgt.

Im ersten Moment war er natürlich verblüfft über diese Gesprächseröffnung. Dann stand er auf, gab mir die Hand und sagte, er bedanke sich sehr für diese Erklärung und wolle mir nur sagen, dass er mich voll und ganz verstehe, diese Haltung entspreche auch seiner Lebensauffassung.

Nun hätten wir eigentlich gemeinsam zur Delegation gehen sollen, doch ich bat Clinton, noch einmal Platz zu nehmen, da ich gerne noch ein Zweites mit ihm besprechen würde. Ich wisse nicht, ob er wisse, wer ich sei, sagte ich. Er habe zwar dort die schlauen Papiere seiner Leute, und ähnliche Papiere über ihn seien mir auch mitgegeben worden. Aber meine Erfahrung sei, dass man mit diesen Papieren in Wahrheit nicht viel anfangen könne.

Wenn der Präsident einverstanden sei, wolle ich ihm einmal selbst erzählen, wer ich sei und wie ich mich sähe, und ich würde ihn bitten, das gleiche für mich zu tun.

Okay, sagte Bill Clinton nach einem kurzen Moment des Stutzens. Daraufhin erzählte ich ihm in aller Kürze die wichtigsten Stationen meines Lebenswegs von Ludwigshafen aus.

Ich sprach über die Erlebnisse im Krieg, über den tragischen Tod meines Bruders, der im Krieg gefallen war, und erzählte von meiner Schüler- und Studentenzeit und von den Jahren beim Chemieverband und in der Landespolitik.

Dazu gehörte natürlich auch mein Engagement für die CDU. Ich berichtete ihm auch über Macht- und Wahlkämpfe, über meine Freunde und meine politischen Gegner.

Bill Clinton hörte sich das alles mit größter Aufmerksamkeit an. Anschließend sprach er von sich und erzählte mir von seiner Kindheit und Jugend, von seinem Vater, den er praktisch gar nicht erlebt hatte. Der neue amerikanische Präsident erläuterte mir, unter welch schwierigen Verhältnissen er bei seiner Mutter aufgewachsen war, die unendlich viel für ihn geleistet habe.

Wir sprachen lange miteinander und hatten das Protokoll bereits ziemlich in Verlegenheit gebracht. Die Stimmung zwischen uns hatte sich völlig entspannt. Als wir schließlich zu den Delegationen hinüberkamen, hatte sich dort große Unruhe breitgemacht. Wegen der Überlänge unserer Begegnung glaubten einige Diplomaten, vor allem auf deutscher Seite, es müsse zu einem riesigen Krach zwischen uns gekommen sein. Um so erstaunter war man, als wir so entspannt zur Delegation stießen.

Nach dem gemeinsamen Abendessen fragte Clinton plötzlich, ob ich noch etwas vorhätte. Als ich die Frage verneinte, lud er mich zu einem weiteren persönlichen Gespräch ein.

Wir verabschiedeten uns von unseren Delegationen und zogen uns in die privaten Räumlichkeiten des Weißen Hauses zurück.

Bill Clinton verließ für kurze Zeit den Raum und kam dann mit einer älteren Dame wieder herein. Er sagte: „Das ist meine Mutter, die heute zum ersten Mal im Weißen Haus ist. Ich habe ihr von Ihnen erzählt, und sie wollte Sie kennenlernen.“

Ich war überrascht und freute mich sehr über die Herzlichkeit dieser angenehmen Dame.

Im Lauf unserer Begegnung lernte ich diese äußerst kluge Frau näher kennen und spürte, wie sehr sie auch die negativen Seiten des Lebens als alleinerziehende Mutter hatte erfahren müssen.

Es war ein unglaublich offenes Gespräch, bei dem sie vieles von mir wissen wollte.

Sie hatte in Amerika beispielsweise nur wenig vom Zweiten Weltkrieg
erfahren und nie etwas von den Bombenangriffen auf Deutschland gehört, über die ich dann berichtete.

So fand unser Gespräch in einer sehr herzlichen Atmosphäre statt, und mit der Stunde des Abschieds begann eine Freundschaft zwischen Bill Clinton und mir, die bis zum heutigen Tag hält.

http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2007/11/15/kohl-helmut-…
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17.11.07 19:37:10
Linke Medien zogen unseren Staat in den Schmutz

1993 starben im norddeutschen Bad Kleinen der Polizist Michael Newzrella († 25) und der RAF-Terrorist Wolfgang Grams († 40). Linke Medien machten aus dem Vorfall die Legende einer Hinrichtung durch Polizeibeamte. In seinen „Erinnerungen 1990–1994“ beschreibt Helmut Kohl die Hintergründe der Krise – Teil 5 des BILD-Vorabdrucks der Kohl-Memoiren.

Am Abend des 27. Juni 1993 erhielt ich einen Anruf von Eduard Ackermann (Kohls engster Vertrauter im Kanzleramt, d. Red.), der mich benachrichtigte, dass es in Bad Kleinen bei Schwerin zu einer Schießerei zwischen Terroristen und einer Einsatzgruppe der GSG 9 des Bundesgrenzschutzes auf dem dortigen Bahnhof gekommen war. Ein Terrorist und ein Beamter der GSG 9 wurden dabei getötet.

Hintergrund der Nachricht waren Informationen, die das Lagezentrum des Bundesinnenministeriums, bei dem unter anderem die Meldungen des Bundeskriminalamts einlaufen, dem Lagezentrum im Kanzleramt übermittelt hatte. Ich bat Eduard Ackermann, die genauen Abläufe in Erfahrung zu bringen und so weit wie möglich einen ersten Lagebericht zu erstellen. Das geschah im Lauf des späten Abends.

Die Informationen waren allerdings noch recht spärlich und widersprüchlich. Das irritierte mich einigermaßen, weil ich gleich an eine mögliche Behördenschlamperei denken musste. Wie viele Stunden würden Experten benötigen, um zu klären, unter welchen Umständen zwei Menschen zu Tode gekommen waren?

Ich brauchte Informationen aus erster Hand und rief anderntags als Erstes Bundesinnenminister Rudolf Seiters an, den ich dringend um rasche Aufklärung bat. Doch in den nächsten Tagen bestimmten gezielte Falschinformationen und undurchsichtige Gerüchte die Nachrichtenlage. Die Medien kündigten in Vorausmeldungen an, Zeugen präsentieren zu können, die gesehen haben wollten, dass der Terrorist Wolfgang Grams aus nächster Nähe oder gar mit aufgesetzter Waffe erschossen worden sei, obwohl er schon kampflos am Boden gelegen habe. Andere Zeugen behaupteten das Gegenteil.

Alle an der Aktion beteiligten GSG-9-Beamten erklärten bei ihrer Vernehmung, sie hätten keinen Schuss aus nächster Nähe oder gar einen aufgesetzten Schuss abgegeben. Fest stand nur, dass der GSG-9-Beamte Michael Newrzella vom Terroristen Grams erschossen worden war.

Es dauerte und dauerte – Klarheit ließ auf sich warten. Tagelang gab es keine neuen Erkenntnisse über den Tod des Terroristen, die Sicherheitsbehörden schoben die Verantwortung hin und her. Immerhin erbrachte die Polizeiaktion von Bad Kleinen die Festnahme der mutmaßlichen RAF-Terroristin Birgit Hogefeld. Somit war es seit langer Zeit zum ersten Mal wieder gelungen, Personen zu stellen, die der Kommandoebene der Roten Armee Fraktion (RAF) zugerechnet wurden.

In der Kabinettssitzung vom 30. Juni führte Innenminister Seiters aus, unter dem Gesichtspunkt, keine dritten Personen zu gefährden, sei der Bahnhof in Bad Kleinen die einzig sinnvolle Zugriffsmöglichkeit gewesen.

Mich bewegte nach wie vor die Frage, was gegen den öffentlichen Vorwurf unternommen wurde, dass in Bad Kleinen polizeiliche Fehler gemacht wurden.

Dass die Beantwortung dieser Frage allein dem Generalbundesanwalt zu überlassen sei und Einzelheiten dazu lediglich im Bundestagsinnenausschuss dargestellt würden, hielt ich für völlig unbefriedigend. Seiters erklärte zwar, Äußerungen der beteiligten Sicherheitsorgane zufolge könnten diese überzeugend darlegen, dass richtig gehandelt worden sei.

Für mich blieben jedoch Zweifel, weil ich mich fragte, warum man nicht offensiv an die Öffentlichkeit ging, wenn es so einfach war, den vielen Unterstellungen, Lügen, Legendenbildungen und Verschwörungstheorien kraftvoll entgegenzutreten.

Was mich an der ganzen Sache zudem maßlos störte, war die verhängte Nachrichtensperre, die ich für völlig falsch hielt, weil sie den ganzen Fall von Bad Kleinen in ein völlig unmögliches Licht brachte und Spekulationen Tür und Tor öffnete, die in der Schlussfolgerung gipfelten, die Polizei habe versagt. Dabei hatten wir gerade auch vor dem Hintergrund des Todes eines GSG-9-Beamten allen Grund, uns vor die Polizei zu stellen.

Aus diesen Gründen forderte ich in der Kabinettssitzung mit großem Nachdruck, die Öffentlichkeit umfassend und offensiv zu informieren. Offenbar stand dem vor allem Generalbundesanwalt Alexander von Stahl entgegen, der – aus welchen Gründen auch immer – verhindern wollte, an die Öffentlichkeit zu gehen.

Noch während der Kabinettssitzung bat ich darum einen Staatssekretär, mit dem Generalbundesanwalt zu telefonieren, um umgehend zu erfahren, wie weiter verfahren werde und wann die Öffentlichkeit endlich aufgeklärt werde.

Dieses Telefonat ergab, dass Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger erklärte, es solle noch keine Erklärung des Generalbundesanwalts abgegeben werden, weil der Sachverhalt in einzelnen Bereichen auf Grund wechselnder Angaben der Ermittlungsbehörden noch recht unklar sei. Dieses Vorgehen sei mit dem Bundeskriminalamt abgesprochen.

Mir blieb nichts anderes übrig, als meine dringende Bitte zu wiederholen, alles zu unternehmen, um möglichst schnell eine Erklärung gegenüber der Öffentlichkeit abzugeben, und ich forderte den anwesenden Minister und den Staatssekretär auf, dafür Sorge zu tragen.

Ich konnte es einfach nicht fassen, was hier vor sich ging. Drei Tage nach Bad Kleinen nahm der Informationswirrwarr kein Ende. Die Karlsruher Informationspolitik war ein Skandal.

Bundesinnenminister Seiters teilte abschließend mit, dass die GSG-9-Beamten in Bad Kleinen keine schusssicheren Westen getragen hätten, weil sie sonst sofort erkannt worden wären. Auch das stimmte mich außerordentlich nachdenklich.

Es dauerte weitere Wochen und Monate, bis der amtliche Bericht der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Unterdessen hatte die Justizministerin Generalbundesanwalt Stahl gegen seinen ausdrücklichen Willen abberufen; doch Klarheit über den Tod des Terroristen Grams gab es immer noch nicht. Auch der neue Innenminister Manfred Kanther konnte in der Kabinettssitzung vom 11. August nichts Neues bieten. Allerdings stellte er einen Zwischenbericht zu den Vorgängen in Bad Kleinen für den Innen- und Rechtsausschuss in Aussicht.

Der Bericht werde von großer Offenheit und rückhaltloser Aufklärung geprägt sein, wobei das Zusammenwirken der Behörden untereinander unberücksichtigt bleibe. Nach Kanthers Darstellung sollte dieser Bericht eine beträchtliche Zahl von Fehlern ausweisen. Die Umstände, die zum Tod von Grams geführt hätten, seien jedoch nicht Bestandteil des Berichts, weil die technischen Daten noch nicht vorlägen.

Ich war fassungslos. Während die Behörden auf der Stelle zu treten schienen, kursierten weiterhin die wildesten Spekulationen um den Tod des Terroristen.

Die Berichte von WDR und „Spiegel“ gaben zu heftigsten Diskussionen Anlass, und solange keine anderen Beweise zutage gefördert wurden, hielt man daran fest, dass Grams von GSG-9-Beamten „regelrecht hingerichtet wurde“.

Heute wissen wir, dass diese Behauptungen von „Monitor“ und „Spiegel“ frei erfunden wurden. Nichts daran hat gestimmt. Der „schlimme Verdacht“ entpuppte sich als böswillige Unterstellung.

Das Ergebnis der Ermittlungen, wonach Wolfgang Grams sich selbst erschossen hatte, belegte die journalistische Fehlleistung der „Monitor“-Macher und „Spiegel“-Manipulateure – eine Fehlleistung, die bis heute ohne Konsequenz geblieben ist.

Rudolf Seiters hätte nicht zurücktreten müssen. Das war keine Staatskrise, es handelte sich schlicht um eine mediale Schmutz- und Desinformationskampagne, wie es sie noch nicht gegeben hatte.

Dass die verantwortlichen Redakteure und Reporter von WDR und „Spiegel“ nie zur Rechenschaft gezogen wurden, empfinde ich als Skandal. Der Manipulateur des „Spiegel“ setzt seit Jahren seine Kampagnen in der „Süddeutschen Zeitung“ fort, und der „Monitor“-Moderator, der 1993 von einem „ungeheuerlichen Vorgang“ sprach, hat die Altersgrenze erreicht.

Wäre es mit rechten Dingen zugegangen, hätten die beiden angeblich investigativen Starjournalisten eine fristlose Entlassung mit rechtlichen Konsequenzen verdient gehabt.

http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2007/11/16/kohl-helmut-…
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17.11.07 19:38:49
mit seinen Memoiren erfüllt Helmut Kohl den Wunsch seiner verstorbenen Ehefrau!
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17.11.07 19:54:07
Heiteres über Helmut Kohls Buch :)
@Captain: Du darf ausrechnen, wie viel Milliarden DM Kohl insgesamt für die Wiedervereinigung verbraten hat und zwar nur die Zahlungen an Russland :laugh:

Kohls Erinnerungen Teil III
Hetzer, Neider, Miesmacher

Helmut Kohl hegt einige Ressentiments, die er gern veröffentlicht sieht: Im dritten Band seiner Memoiren rechnet der Altkanzler mit seinen politischen Freunden und Feinden ab.
Von Franziska Augstein

Seine Memoiren wurden von mindestens zwei Ghostwritern geschrieben: Helmut Kohl stellt seine "Erinnerungen, Teil III" vor.
Foto: Reuters

Gaius Julius Cäsar kam bei der Beschreibung seines Krieges in Gallien mit einem Wortschatz von rund 1300 Wörtern aus, was dafür spricht, dass er diese Erinnerungen selbst verfasste.

Auch die Zarin Katharina, Friedrich II. und Bismarck schrieben ihre autobiographischen Texte selbst.

Heutzutage hat sich das grundlegend gewandelt. Die meisten Politiker reden auf ein Diktaphon und lassen sich von einem Ghostwriter befragen, der dann in ihrem Namen etwas zu Papier bringt.

Das gilt für George Bush senior, Bill Clinton, Gerhard Schröder und viele andere. Staatsmänner verfassen ihre Autobiographien in der Regel nicht mehr selbst.

Der dritte Band der Memoiren Helmut Kohls dürfte von wenigstens zwei Autoren geschrieben sein. Man sieht es schon an der Sprache: Im ersten Teil, der sich mit der deutschen Einigung befasst, wird unentwegt irgendetwas "zum Ausdruck" gebracht.

Im zweiten Teil, der die Regierungsjahre 1990 bis 1994 insgesamt behandelt, kommt dieses Synonym für "sagen" nicht vor. Die Autoren haben die Ergebnis- und Gesprächsprotokolle zahlreicher Gremien herangezogen, um Kohls Einlassungen sachlich zu unterfüttern. Auch haben sie sich bemüht, Kohls Diktion aufzugreifen.
Ein Auftragsschreiber ist natürlich noch vorsichtiger, als der Politiker selbst es wäre. Als Leser solcher Memoiren ist man genügsam: Man freut sich über jede Information, die nicht bis zur Inhaltslosigkeit glattgebügelt ist.
Da kommt es dem Leser entgegen, dass Helmut Kohl einige Ressentiments hegt, die er gern veröffentlicht sieht. Von links bis rechts werden Leute abgewatscht, von denen man nicht glauben mag, dass sie allesamt so unmöglich sind, wie Kohl sie vorführt.
Joschka Fischer: Szenen einer Ehe
Wenn der Kellner vom Koch erzählt mehr...Die Liste beginnt bei Gerhard Schröder, Oskar Lafontaine und Hans-Jochen Vogel, sie schließt Lothar de Maizière ein und endet bei Richard von Weizsäcker und Norbert Blüm. Kohls Invektiven gegen Margaret Thatcher sind geradezu lustig. Mit ihr wurde er nie warm.

Einmal machte die britische Premierministerin Ferien in Österreich, nahe dem Wolfgangsee, als auch der Kanzler dort war. Ein Treffen wurde organisiert: "Nach einer Stunde hatte ich die Lust verloren, schützte Termine vor und begab mich in ein Café. Das verzieh sie mir nie."

In Margaret Thatcher fand Helmut Kohl eine formidable Gegnerin: "Ich hatte eine Weile gebraucht, bis ich verstand, dass sie Kompromissbereitschaft als Schwäche auslegte. Mehr als einmal haben wir furchtbar miteinander gestritten. Das spielte sich in aller Regel so ab: Sie redete mit einer unglaublichen Geschwindigkeit und ließ mich kaum zu Wort kommen. Nahm ich mir dennoch das Wort, fuhr sie regelmäßig dazwischen: ,Unterbrechen Sie mich nicht!"‘

Er mochte sie nicht, sie mochte ihn nicht, und der Leser gewinnt den Eindruck, dass hier zwei aufeinandertrafen, die einander in politischer Hartleibigkeit nicht nachstanden.

Kompromissbereitschaft ist keine Eigenschaft, die man Helmut Kohl nachsagen könnte. Er war "kompromissbereit" nur dann, wenn er tatsächlich die schwächere Position innehatte.

Die besten Seiten des Buches handeln von seinem Umgang mit Michail Gorbatschow. Die Rolle, die Gorbatschow bei der deutschen Einigung spielte, wird heutzutage gern unter den Teppich gekehrt: Ein Kommunist darf nicht daran teilgehabt haben, dass der Kommunismus in Ostdeutschland besiegt wurde.

Der dritte Band der Kohl-Memoiren räumt mit dieser Fehleinschätzung auf. Kohl bezeichnet Gorbatschow als seinen "Freund" und erzählt detailliert, wie sehr er auf das Wohlwollen des sowjetischen Generalsekretärs angewiesen war und ihn dazu brachte, genau das zu tun, was er wollte.

Die UdSSR war 1990 finanziell am Ende. Die Bundesregierung strebte nach dem Beitritt der DDR zum Bundesgebiet, der Fortführung der Mitgliedschaft in der Nato und dem baldigen Abzug der sowjetischen Truppen aus der DDR: Das alles wäre ohne Gorbatschows Zustimmung nicht zu machen gewesen.

Kohl gewährte Gorbatschows bankrottem Staat eine Bundesbürgschaft über einen Kredit von fünf Milliarden D-Mark. Er bemühte sich darum, dass auch die Europäische Gemeinschaft und die USA etwas für die Sowjetunion täten. Sein Kalkül war, Gorbatschows Einlenken zu erkaufen.
Mitterrand zeigte sich verständnisvoll, George Bush senior und Margaret Thatcher taten es nicht. Bush war der Meinung: "Solange die Sowjetunion keine klaren Konturen habe", sei jede Hilfe nur verlorenes Geld. Bush war sehr mächtig: Gegen ihn sagt Kohl kein Wort. Margaret Thatcher hielt er hingegen für ebenbürtig: Dass sie sich ihm nicht unterordnen wollte, wird ihn geärgert haben.

Den Abzug der sowjetischen Truppen aus der DDR unterstützte Kohl mit zwölf Milliarden D-Mark, mit denen in der Sowjetunion Wohnungen für die 400000 Soldaten errichtet werden sollten. Hinzu kam ein zinsloser Kredit von drei Milliarden.

Angesichts allein dieser Ziffern ist es erstaunlich, dass Kohl immer noch behauptet, nicht die deutsche Einigung, sondern der bevorstehende Golfkrieg habe unversehens Steuererhöhungen notwendig gemacht.
Die Bundesrepublik durfte aus verfassungsrechtlichen Gründen 1991 keine Soldaten in den Krieg gegen Saddam Hussein schicken, stattdessen leistete sie finanzielle Unterstützung: "Der Wert der deutschen Hilfe für die Golfallianz machte insgesamt 3,3 Milliarden Mark aus." Im Verhältnis zu dem, was die deutsche Einheit kostete, war das nicht sehr viel.

Der Altkanzler ist in seinem Buch nicht eben selbstkritisch. Für den "Reformstau" der neunziger Jahre macht er auf sozialpolitischem Gebiet den damaligen Arbeitsminister Norbert Blüm verantwortlich. Im Übrigen sei man mit der deutschen Einigung beschäftigt gewesen.

Letztere ist in Kohls Augen so gut wie perfekt abgelaufen: "Ich werde oft gefragt, was vielleicht anders gemacht werden müsste, wenn wir noch einmal einen Einigungsvertrag auszuhandeln hätten." Dazu fällt ihm aber nichts ein.

Im zweiten Abschnitt: Warum Kohl sich nach der Wende für eine schnelle Wahl einsetzte

Die plötzliche Umstellung der Löhne und Gehälter von DDR-Mark auf D-Mark im Verhältnis von eins zu eins führte 1990 dazu, "dass weite Teile Ostdeutschlands deindustrialisiert wurden und nur dank riesiger Subventionen und Transferleistungen überleben können", wie der damalige Bundesbankpräsident Karl Otto Pöhl 2004 in einem Interview feststellte.

"Alle Betriebe der DDR", sagte Pöhl, "mussten von einem Tag auf den anderen ihre Löhne und Verpflichtungen in D-Mark bezahlen, die sie nicht hatten und auch nicht verdienten."

Als die ostdeutschen Waren in D-Mark gehandelt wurden, kam der Export in die osteuropäischen Länder zum Erliegen. Und im Westen waren die DDR-Produkte seit jeher nicht konkurrenzfähig. Diese Zusammenhänge hat Helmut Kohl in seinen Memoiren gar nicht oder anders geschildert.

Er wollte die Währungsumstellung bis zum 1. Juli 1990 über die Bühne bringen, dem Ferienbeginn in der DDR, damit "die DDR-Bürger D-Mark in der Hand hatten, wenn sie erstmals Urlaub im Schwarzwald, in Bayern oder Italien machten". Dass die Absatzmärkte in Osteuropa wegfielen, soll allein am Zusammenbruch der Sowjetunion gelegen haben.
Viele, die 1990 vor einer hastigen Währungsumstellung warnten, die darüber hinwegging, dass die Ost-Mark international fast nichts wert war, werden von Kohl als "Bedenkenträger und Miesmacher" abgekanzelt. Der Sozialdemokrat Karl Otto Pöhl entgeht diesem Verdikt: Der trat - aus "privaten" Gründen, wie er damals sagte - von seinem Posten als Bundesbankchef zurück.

Die Berichterstattung des Westdeutschen Rundfunks war Kohl besonders zuwider: Er fand es "fatal", dass der Sender die "Kosten und Risiken der deutschen Einheit" thematisierte. Journalisten, die Kohl nicht vorbehaltlos applaudieren, sind grundsätzlich Miesmacher. Sozialdemokraten wie Gerhard Schröder und Oskar Lafontaine, die sich damals kritisch äußerten, unterstellt Kohl eine "destruktive, parteitaktisch durchsichtige Haltung".

Seine eigene parteitaktische Haltung hingegen setzt Kohl mit dem Wohl des Landes in eins. Mehrfach erwähnt er, wie wichtig es angesichts der desolaten DDR-Wirtschaft gewesen sei, die ersten gesamtdeutschen Wahlen möglichst frühzeitig stattfinden zu lassen. Die deutsche Einheit wurde am 3. Oktober 1990 vollzogen.

Wieso schnelle Neuwahlen der Wirtschaft helfen sollten, erklärt Kohl nicht. Sein Motiv war denn auch ein anderes: "Allen seriösen Untersuchungen" zufolge habe die Union "eine reelle Chance" gehabt, die nächsten Wahlen zu gewinnen: "Die Prognosen waren umso besser, je eher gewählt wurde." Es sollte offenbar gewählt werden, bevor den Deutschen dämmerte, wie katastrophal die ökonomische Lage war.
Für eine schnelle Wahl hat Helmut Kohl sich dann ins Zeug gelegt. Im Sommer 1990 bestellte er den DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maizière an den Wolfgangsee. Kohl, so heißt es, habe damals schon gewusst, dass de Maizière unter dem Namen "Czerny" bei der Stasi als IM registriert war.

Ob es stimmt oder nicht, was die "Czerny"-Akte besagt: Der Parteifreund war erpressbar. Die beiden vereinbarten, de Maizière solle darauf dringen, dass Neuwahlen nicht erst im Dezember, sondern bereits im Oktober stattfänden. Das hat er dann auch gemacht. Allerdings gab er seine Verlautbarung sofort nach seiner Rückkehr vom Wolfgangsee heraus, was Kohl nicht gelegen kam.

In seinen Memoiren liest sich das so: Der Ministerpräsident habe "im Alleingang, ohne Rücksprache mit dem Koalitionspartner oder der Fraktion, verkündet, dass Beitritt, Landtagswahlen und die erste gesamtdeutsche Wahl am 14.Oktober stattfänden. Ich war fassungslos, als mich Wolfgang Schäuble in St. Gilgen anrief und mich über de Maizières Schritt informierte". In der Presse stand das damals anders: De Maizière war es, der Kohl informierte. Öffentlich bekannte er, alles sei mit dem Kanzler "abgesprochen".

Über die Leute, die nicht seinen Anweisungen folgten, zieht Helmut Kohl unerbittlich her. Das ist für den Leser eine Zeitlang amüsant, und dann wird es unangenehm. Er wolle "nicht nachkarten", sagt Kohl. Aber genau das tut er immerzu. Früher wurde er oft als selbstgefällig bezeichnet. Diesen Eindruck - man hatte es fast vergessen - macht er immer noch. Was schwerer wiegt:

Seine Darstellung ist nicht redlich. Zu vieles wird verschwiegen und verzerrt beschrieben. So mag man ihm auch nicht recht glauben, wenn er sich als einen der engsten Vertrauten des alten Willy Brandt stilisiert. Ein Bekannter Brandts erzählt: Als Frau Seebacher-Brandt einmal mit Kohl telefonierte, tuschelte ihr Mann seinem Besucher ins Ohr: "Reaktionäre unter sich".

Kohls Memoiren sind durchaus interessant. Als Schulbuchlektüre sind sie nicht geeignet. Die Jugendlichen könnten auf die Idee kommen, zu glauben, was darin steht.
HELMUT KOHL: Erinnerungen 1990 bis 1994. Droemer Knaur, München 2007. 784 Seiten, 29,90 Euro.
((SZ vom 17.11.2007/jkr/sma)
http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/673/143355/

Liest man das, könnte man meinen, dass die Wiedervereinigung miserables, politisches Kabarett war, dessen Hauptakteur man zu viel Spielgeld in seine Taschen gestopft hat :laugh:
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17.11.07 20:11:19
Helmut Kohl. Ein Mann der den allergrössten Respekt verdient hat. Meinen hat er und das wird auch so bleiben, egal was die linke Presse über ihn verbreiten lässt.

In Helmut Kohl vereinigen sich viele positive deutsche Tugenden die den heutigen Politik-Machern völlig abhanden gekommen sind.

Er war wohl der letzte der wirklich großen Kanzler der BRD.
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17.11.07 20:13:54
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.464.670 von CaptainFutures am 17.11.07 19:37:10Linke Medien machten aus dem Vorfall die Legende einer Hinrichtung durch Polizeibeamte.

:laugh:

Das war eine Hinrichtung. Niemand glaubt doch ernsthaft, daß sich Grams auf den Gleisen des Bahnhofs selbst erschossen hat. Da hätte er sich sicher eine andere Stelle ausgesucht. Außerdem gab es eine Zeugin, die man aber zum Schweigen gebracht hat.

Grams war zudem ein Spitzel des Verfassungsschutzes, das ist inzwischen klar. Früher hat er in rechtsradikalen Kreisen verkehrt und diese zu Gewalttaten versucht zu überreden, dann tauchte er später bei der RAF auf. In Bad Kleinen hat man sich seiner erledigt, er war wohl überflüssig und lästig geworden.
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17.11.07 20:15:20
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.464.762 von Torsten1000 am 17.11.07 20:11:19Bewundernswert war seine schwarze Kasse und die jüdischen Vermächtnisse - Hut ab, sag ich da nur!
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17.11.07 20:18:03
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.464.711 von StellaLuna am 17.11.07 19:54:07Hast du keinen Liebhaber?:confused:
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17.11.07 20:25:16
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.464.779 von StellaLuna am 17.11.07 20:15:20Schwarze Kassen gab es immer und wird es immer geben. Es kommt darauf an was man damit macht.

Auch der Vorwurf Kohl hätte sich die Wiedervereinigung erkauft. Na und? Selbstverständlich flossen riesige Summen um die Wiedervereinigung möglich zu machen. Wenn es notwendig war dann wurde es gemacht. Diese einmalige Chance war da. Ich will hier die Leistung der demonstrierenden Ostdeutschen nicht schmälern, aber wenn ein Helmut Kohl nicht alles in Bewegung gesetzt hätte um diese Einheit in die Tat umzusetzen dann hätte es über kurz oder lang ein Ende der Demonstrationen wie in China gegeben.
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17.11.07 20:29:13
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.464.762 von Torsten1000 am 17.11.07 20:11:19Genau so ist es ,ein Mann bei dem es noch ein Ehrenwort gibt,
er hat meinen allergrößten Respekt.:kiss:
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17.11.07 20:31:21
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.464.788 von Sondra am 17.11.07 20:18:03... das nenne Assoziation - Helmut Kohl - Liebhaber :laugh: :laugh: :laugh:
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17.11.07 20:33:29
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.464.840 von StellaLuna am 17.11.07 20:31:21Welchen Stoff nimmst du?:confused:
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17.11.07 20:45:56
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.464.824 von Sondra am 17.11.07 20:29:13Genau so ist es ,ein Mann bei dem es noch ein Ehrenwort gibt,

Ein Ehrenwort, das für ihn über dem Recht steht, bei anderen steht sogar der Ehrenmord über dem Recht. :eek:
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17.11.07 20:48:19
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.464.963 von ShanghaiSchwengel am 17.11.07 20:45:56vermutlich wirst Du von Sondra auch gleich gefragt, ob Du einen Liebhaber hast :laugh:
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17.11.07 20:48:55
Dann erzählte ich ihm meine eigene Geschichte, dass ich als Junge davon träumte, einmal Bauer zu werden.


Hätte er doch seinen Traum verwirklicht. Obwohl, in einem Punkt vermisse ich ihn sogar: er war ein hervorragendes Objekt für Karrikaturisten, insbesondere Tomicek hat ihn stets hervorragend vorgeführt.
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17.11.07 20:52:52
Ich sehe Helmut Kohl vor mir, umgeben von w: o- Gartenzwergen die ihm die Ehre erweisen :D
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17.11.07 20:55:02
„Man kann nicht selber etwas schaffen. Man kann nur abwarten, bis man den Schritt Gottes durch die Ereignisse hallen hört; dann vorspringen und den Zipfel seines Mantels fassen – das ist alles“ – die Medien machten daraus dann den vielzitierten „Mantel der Gechichte“.

"In Hölderlin war ich gut"

"Wichtig ist, was hinten herauskommt"

usw.usw.
:laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh::laugh:

Das ist, was bei Helmut vorne rauskommt - da will man erst recht nicht wissen, was da hinten alles rauskommt!
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17.11.07 21:00:41
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.465.027 von StellaLuna am 17.11.07 20:52:52Nochmal meine Frage: welchen Stoff nimmst du?
denkst du Herr Kohl kennt dich kleinen wo-Gartenzwerg?:confused:
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17.11.07 21:05:40
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.465.049 von RizzoRazzo am 17.11.07 20:55:02Bist du Connor?:confused:
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17.11.07 21:11:49
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.464.963 von ShanghaiSchwengel am 17.11.07 20:45:56Ein Ehrenwort ist eben ein Ehrenwort die Bedeutung des Wortes dürfte allerdings im heutigen Deutschland nicht mehr bekannt sein.
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17.11.07 21:12:00
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.464.963 von ShanghaiSchwengel am 17.11.07 20:45:56Na dann paß nur auf,daß du nicht in die Hände derer fällst,
denen der Ehrenmord über dem Recht steht;)
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17.11.07 21:13:21
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.465.100 von Sondra am 17.11.07 21:00:41Heute habe ich in diesem srd gelernt, dass deutsche Bundeskanzler automatisch die Lizenz zum Lügen mit ihrem Amt übernehmen - das ist starker Stoff, mehr brauche ich nicht :laugh:
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17.11.07 21:17:37
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.465.234 von StellaLuna am 17.11.07 21:13:21Das hätte ich jetzt überhaupt nicht gedacht,daß du
den Schröder Gerhard so bloß stellst,Respekt!;)
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17.11.07 21:36:48
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.465.328 von Sondra am 17.11.07 21:17:37Gleiches Recht für alle Kanzler der Republik, auch für Merkel!
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17.11.07 21:40:55
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.465.802 von StellaLuna am 17.11.07 21:36:48Ja ;)
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17.11.07 21:45:58
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.465.802 von StellaLuna am 17.11.07 21:36:48Frau Merkel ist sicher besser als Kanzlerin geeignet als irgendjemand von der SPD respektive den grünen deren einzige Motivation es zu sein scheint sich selber einen guten Posten in irgendeinem Unternehmen der Welt zu verschaffen. Übelster Sozialabbau, Kriegseinsätze der deutschen Armee in der ganzen Welt, der Namensgeber der Hartz-Gesetze ein krimineller. Ein Gerhard Schröder würde seine Mutter verraten wenn es ihm persönlich etwas nutzen würde, ein Helmut Kohl nicht.

Ich hoffe das sie einiges von ihrem Ziehvater gelernt hat, an das Format eines Helmut Kohl kommt sie leider noch nicht heran.
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17.11.07 21:51:21
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.464.805 von Torsten1000 am 17.11.07 20:25:16"Ich will hier die Leistung der demonstrierenden Ostdeutschen nicht schmälern, aber wenn ein Helmut Kohl nicht alles in Bewegung gesetzt hätte um diese Einheit in die Tat umzusetzen dann hätte es über kurz oder lang ein Ende der Demonstrationen wie in China gegeben."

Unsinn! Das Politbüro in der DDR war Mitte Oktober 89 weg vom Fenster. Weggefegt von den Demonstranten. Da hatte Kohl noch nicht einmal kapiert, was passiert war.
Und Honeckers Nachfolger Krenz hat keiner mehr ernst genommen.
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17.11.07 21:51:33
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.466.026 von Torsten1000 am 17.11.07 21:45:58Ja,vielleicht noch nicht?;)
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17.11.07 21:56:40
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.466.157 von Borealis am 17.11.07 21:51:21Sicher war da ein Führungsproblem in der DDR zu diesem Zeitpunkt. Stell dir mal vor der deutsche Bundeskanzler hätte gar nichts getan wie von einigen in der Bundesrepublik gewünscht.
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17.11.07 21:58:34
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.465.203 von Torsten1000 am 17.11.07 21:11:49Ein Ehrenwort ist eben ein Ehrenwort

Genau, wie sagte die CDU-Legende Barschel so schön: Ich gebe ihnen mein Ehrenwort. :laugh::laugh: Ehrenmänner halt. :laugh::laugh:
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17.11.07 21:58:45
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.466.157 von Borealis am 17.11.07 21:51:21Warst du DDR-Bürger?:confused:
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17.11.07 22:03:49
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.466.339 von Sondra am 17.11.07 21:58:45Das hab ich mich auch grad gefragt. Wenn es so ist dann hat er wohl die geballte DDR-Staatsmacht nicht sehen wollen die nur darauf gewartet hat klare Anweisungen zu bekommen.
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17.11.07 22:05:07
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.466.333 von ShanghaiSchwengel am 17.11.07 21:58:34Weißt du was ein Ehrenwort ist ?:confused:
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17.11.07 22:16:53
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.466.333 von ShanghaiSchwengel am 17.11.07 21:58:34Du kannst gerne darüber denken wie du möchtest. Demokratie halt.

Ich kann leider für mich nicht erkennen was sich wohl in Deutschland verbessert hat nach Helmut Kohl. In Leuna würden heute irgendwelche Frösche auf der Wiese quaken wenn es Helmut Kohl nicht gegeben hätte. Stattdessen steht dort ein hochmoderner Industriekomplex mit absolut sicheren Arbeitsplätzen. Gut angelegtes Geld oder?

Sicher, mir geht es gut aber vielen um mich herum eben nicht mehr. Die haben echte Probleme und keine Sau interessiert es. Die wissen nicht mehr wie sie ihren Strom bezahlen sollen oder ihr Auto volltanken sollen. Die erkennen den Öko/Wahnsinn ganz genau der unter Rot/Grün installiert wurde. Klar kann man drüber lachen wenn es einem selber nicht so geht.

Ich hätte nicht gedacht das es einem Kanzler wie Gerhard Schröder in so kurzer Zeit möglich sein würde dieses Land so platt zu machen.

Helmut Kohl machen übrigens die allermeissten in meinem Bekanntenkreis nicht für die Zustände im heutigen Deutschland verantwortlich. Komisch nicht? Alle dämlich nicht wahr?
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17.11.07 22:17:04
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.466.487 von Sondra am 17.11.07 22:05:07Weiss der bestimmt genausowenig wie du weisst was ein Shanghai Schwengel ist.:D
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17.11.07 22:23:38
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.466.772 von Red_Eileen am 17.11.07 22:17:04Da muß ich dir recht geben,kannst du mir bitte erklären,was ein
Shanghai-Schwengel ist?:kiss:
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17.11.07 22:25:38
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.466.339 von Sondra am 17.11.07 21:58:45"Warst du DDR-Bürger?"

Ja.
Die Sache war Mitte Oktober entschieden. Da hatte die "Staatsmacht" in der DDR nichts mehr zu bestellen. Das war lange bevor sich Kohl eingeschaltet hat. Der war ja noch drei Wochen später von der Maueröffnung überrascht und hat sich erst im Dezember in Dresden sehen lassen.
Die jetzigen Großfressen sind erst aus ihren Löchern gekrochen, als keine Gefahr mehr war.
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17.11.07 22:37:34
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.466.767 von Torsten1000 am 17.11.07 22:16:53In Leuna würden heute irgendwelche Frösche auf der Wiese quaken wenn es Helmut Kohl nicht gegeben hätte. Stattdessen steht dort ein hochmoderner Industriekomplex mit absolut sicheren Arbeitsplätzen. Gut angelegtes Geld oder?

Es ist doch gerade die jämmerliche Legende, dass Helmut Kohl die Einheit erst möglich gemacht hat und ohne ihn gäbe es kein wiedervereinigtes Deutschland, bullshit. Glaubst Du heute würde die DDR noch existieren, wenn es Helmut Kohl nicht gegeben hätte? :laugh: Ganz im Gegenteil, er und seine "Experten" haben die "Einheit" in jeder Beziehung dilettantisch durchgeführt, ein einziges Desaster.
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17.11.07 22:47:44
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.466.933 von Sondra am 17.11.07 22:23:38Ein Schwengel ist ein Griff der an ner Gartenpumpe dran ist,
oder auch der Glockenbimmel wird Schwengel genannt.
Vielleicht hat er sich so ein Ding in Shanghai gekauft. :rolleyes:

Was aber den Kohl betrifft - während seiner Regierungszeit haben die Menschen noch Einkommen gehabtund waren freier. Nach ihm ging es in die Kathastrophe.
Schon Schpenhauer warnte vor einem Staat der Sinn stiften will,
vor einem Staat mit Seele, der dann womöglich nach der Seele seiner Bürger greift.
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17.11.07 22:48:07
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.467.256 von ShanghaiSchwengel am 17.11.07 22:37:34Zumindest hat Helmut Kohl es gemacht. Sicher kann man im Nachhinein einige Dinge finden die hätten besser gemacht werden können. Die gibt es immer und in jeder Situation.

Was die SPD/Grünen aus dieser Chance gemacht haben ist das eigentliche Desaster.

Es wird nicht funktionieren Helmut Kohl als Vater der Einheit aus den Geschichtsbüchern zu streichen.

Ich behaupte nicht das er alles richtig gemacht hat, aber er hat zumindest etwas aus Überzeugung für Deutschland getan.

Ganz im Gegensatz zu der heutigen Politikergarde die, wenn überhaupt, nur etwas tun das ihrem persönlichen Machterhalt dient oder aber zumindest ihrem eigenen Bankkonto dient.
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17.11.07 22:53:26
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.465.203 von Torsten1000 am 17.11.07 21:11:49Ein Ehrenwort kann nur ein Ehrenmann geben.
Also nicht einer wie Kohl, der jedes Jahr 600.000 von Kirch eingesteckt hat.
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17.11.07 22:58:56
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.467.491 von Red_Eileen am 17.11.07 22:47:44Ich denke mal das du in vielen Dingen eine ganz vernünftige Einstellung hast. Ich verfolge einige Statments in verschieden Treads von dir.

Ich glaube zwar nicht das Helmut Kohl glücklich damit ist das nach der nächsten Bundestagswahl die Linke in Größenordnung in den Bundestag einzieht. Aber genau das wird passieren. Die SPD ist weder Links noch sozial, sie waren schon immer die Partei der Arbeiterverräter. Also ist ein Einzug der Linken in den Bundestag die logische Konsequenz.

Ich werde wohl eher konservativ wählen obwohl mich Angela Merkel noch immer nicht überzeugt ;)
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17.11.07 23:03:40
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.467.611 von ConnorMcLoud am 17.11.07 22:53:26Ich glaube kaum das dieses Geld auf dem privatem Bankkonto von Helmut Kohl eingegangen ist.

Ich denke aber schon das das Geld von Gazprom auf dem privatem Konto von Gerhard Schröder eingeht.
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17.11.07 23:07:55
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.467.497 von Torsten1000 am 17.11.07 22:48:07Helmut Kohl oder Rot/Grün, das ist interessiert mich letztlich nicht, ich vertrete hier keine SPD-Politik, allerdings hat Lafontaine 1990 die Wahl auch deshalb verloren, weil er teilweise die Wahrheit gesagt hat, das wird bei ihm sicher nicht mehr vorkommen, da hat er sich vom Volk belehren lassen. :laugh:


@ Red_Eileen&Sondra: konkrete Fragen bitte per Boardmail, ich werde antworten, Ehrenwort. ;):laugh:
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17.11.07 23:15:10
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.467.688 von Torsten1000 am 17.11.07 22:58:56
Eine vernunftbezogene Einstellung zu haben, bedeutet leider nicht
immer vernünftiges Handeln ;)

Den Helmut Kohl aber zu beurteilen dürfte sehr schwer sein,
da wir eigentlich sehr wenig von ihm wissen. Seine politischen
Aktivitäten sind Ansichtsache.
Vor 8 Jahren habe ich mal ein Interview seiner Mutter gelesen in dem
sie u.a .sagte, dass er nie gerne in die Kirche gegangen wäre.
Bestimmt war und ist er nichts anderes als ein fehlbarer Mensch der aber aufgrund seiner politischen Stellung oft falsch eingeschätzt wird.
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17.11.07 23:26:11
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.467.730 von Torsten1000 am 17.11.07 23:03:40ch glaube kaum das dieses Geld auf dem privatem Bankkonto von Helmut Kohl eingegangen ist.

Du meinst also er hat es bar bekommen?:confused:
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17.11.07 23:29:43
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.467.497 von Torsten1000 am 17.11.07 22:48:07Kann ich zu 100% unterschreiben ;)
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17.11.07 23:31:32
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.467.611 von ConnorMcLoud am 17.11.07 22:53:26Du bist und bleibst ein Taugenichts,also ein Ossi,oder?;)
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17.11.07 23:33:01
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.467.893 von ConnorMcLoud am 17.11.07 23:26:11Diese Frage kann doch nicht ernst gemeint sein ?

Wer soll das denn wissen auch wenn es wirklich wahr wäre .

also Herr McCloud ich habe den Verdacht du willst die Leute hier bei WO nur zum längeren Verweilen einladen und die Clickquoten fördern.
Wirst du dafür wenigstens anständig entlohnt. :D
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17.11.07 23:34:21
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.467.810 von Red_Eileen am 17.11.07 23:15:10Einiges was passierte wird ihm zu schaffen machen, und ja ich glaube das er einige Dinge anders machen würde wenn er sie im Nachhinein betrachtet.

Mir bereitet es viel mehr Sorgen in welche Richtung sich Deutschland entwickelt. Der massive Sozialabbau wird den Status Quo verändern. Wenn in naher Zukunft der Grossteil der Bevölkerung am Existenzminimum lebt dann wird es das Ende für die Demokratie in Deutschland sein.

Ich glaube kaum das Helmut Kohl die Entwicklung unseres Landes in diese Richtung mitgetragen hätte. Deutschland ein Agrarland, Strom nur wenn der Wind weht und die Sonne scheint. ;)
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18.11.07 00:47:49
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.467.950 von Torsten1000 am 17.11.07 23:34:21In der Euphorie der Wiedervereinigunszeit wußte doch kein Mensch, wie es am besten zu machen wäre, nur es mußte schnell gehandelt werden, um die Sache perfekt zu machen. Es hätte doch z.B.nur in Rußland einen Putsch geben brauchen, und die Wiedervereinigung wäre nicht zustande gekommen.
Aber noch größer sind die Verdienste Kohls wohl noch um sein Eintreten, daß die großen Blöcke und Eiserne Vorhang weg gemacht wurden, und damit die Gefahr eines Dritten Weltkrieges erstmal verringert wurde.Allein die Rüstungsausgaben in Ost und West schmolzen zusammen, was sicherlich die Kosten der Wiedervereinigung übertifft.
wilbi
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18.11.07 12:48:44
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.467.942 von Red_Eileen am 17.11.07 23:33:01Kohl selbst weiß es.:rolleyes:
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18.11.07 12:53:43
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.469.200 von ConnorMcLoud am 18.11.07 12:48:44und der schweigt -

ein Ehrenmann eben :D
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18.11.07 12:57:44
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.468.198 von Wilbi am 18.11.07 00:47:49Aber noch größer sind die Verdienste Kohls wohl noch um sein Eintreten, daß die großen Blöcke und Eiserne Vorhang weg gemacht wurden, und damit die Gefahr eines Dritten Weltkrieges erstmal verringert wurde.

es ganz bestimmt nicht Kohls Verdienst. Es ist allein Reagan zu verdanken, daß die SU bankrottgerüstet wurde.
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18.11.07 13:05:02
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.469.219 von Red_Eileen am 18.11.07 12:53:43In Mafiakreisen nennt man das Omertà
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18.11.07 16:23:21
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.464.711 von StellaLuna am 17.11.07 19:54:07Du darf ausrechnen, wie viel Milliarden DM Kohl insgesamt für die Wiedervereinigung verbraten hat und zwar nur die Zahlungen an Russland

Und wo ist da jetzt das Problem?
Anders wäre die Einheit nun mal nicht möglich gewesen.
Und ob es später wieder so eine Gelegenheit gegeben hätte für uns Deutsche ist sehr zweifelhaft. Heute unter Putin wäre eine Wiedervereinigung wahrscheinlich so gut wie ausgeschlossen.
Er hat also damals richtig gehandelt.
Es sei denn man argumentiert wie Du und bringt damit zum Ausdruck prinzipiell gegen die Wiedervereinigung und damit kein deutscher Patriot zu sein.
Der Preis für die hiostorische Leistung der Wiedervereinigung ist jedenfalls vergleichsweise gering.
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18.11.07 16:24:05
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.469.235 von nichtdie am 18.11.07 12:57:44Stimmt, damit hatte Kohl nichts, aber auch gar nichts zu tun.;)
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18.11.07 16:37:09
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.470.144 von CaptainFutures am 18.11.07 16:23:21Und ob es später wieder so eine Gelegenheit gegeben hätte für uns Deutsche ist sehr zweifelhaft. Heute unter Putin wäre eine Wiedervereinigung wahrscheinlich so gut wie ausgeschlossen.

Wie darf ich mir das vorstellen, die DDR wäre noch heute von russischen Truppen besetzt, die SED noch an der Macht, die Planwirtschaft am Leben :confused:, umzingelt von demokratischen, prowestlichen osteuropäischen Staaten? :laugh: Oder hat Helmut Kohl auch Polen, Ungarn, die Tschechei, Slowakei...und selbst die baltischen Staaten befreit? Schon super, was der Helmut da geleistet hat. :laugh:
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18.11.07 16:40:21
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.464.779 von StellaLuna am 17.11.07 20:15:20Bewundernswert war seine schwarze Kasse und die jüdischen Vermächtnisse - Hut ab, sag ich da nur!


Ach Gottchen, Kohl hat Geld von Spendern erhalten, die er nicht nennen will. Na und? Da kann ich mit leben, weil ich weiß das Kohl stets zum Wohle des deutschen Volkes gehandelt hat. Das reicht mir.
Außerdem wurde das Verfahren gegen ihn wegen geringer Schuld und einer Geldbuße eingestellt. Er ist und bleibt damit unschuldig so wie jeder andere der seine Strafe bezahlt hat.
Nur böswillige Kohlbasher kramen diese Geschichte immer wieder heraus um mit einem Handstreich seine sonstigen Leistungen wegzuwischen und auszublenden wegen der achso skandalösen "schwarzen Kassen". :rolleyes:

Die jüdischen Vermächtnisse gehen nicht auf Kohls Konto sondern auf das des hessischen CDU-Schatzmeisters Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein, der diese Legende erfunden hat.

Also wenn Du mehr nicht zu bieten hast um Kohl anzupissen muß ich Dir leider sagen, daß mir angesichts dessen alleine Brandts Skandale und Fehler deutlich schwerer wiegen als die Parteispenden von Kohl.
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18.11.07 16:46:27
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.464.805 von Torsten1000 am 17.11.07 20:25:16Schwarze Kassen gab es immer und wird es immer geben. Es kommt darauf an was man damit macht.

So ist es! Und Kohl hat immer zum Wohle des deutschen Volkes gehandelt. Er ist eben stets ein deutscher Patriot geblieben.

Was man von heutigen Politikern oder seinem Nachfolger nicht gerade sagen kann.
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18.11.07 16:47:24
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.470.214 von ShanghaiSchwengel am 18.11.07 16:37:09Der unhistorische Schwachsinn, den dieser Captain verzapft,ist vor allem äußerst bemerkenswert. Da sieht man einmal wohin ideologische Verblendung führt.
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18.11.07 16:58:58
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.470.144 von CaptainFutures am 18.11.07 16:23:21Das Problem ist, dass er Steuergeld verschleudert hat für verseuchtes Land, marode Immobilien und eine kaputte Wirtschaft - das, was wir erhalten haben, war nicht ein Bruchteil dessen wert, was Kohl bezahlt hat. Mit einigen zusätzlichen Milliarden wurde entseucht, Landschaften renaturiert, Arbeitslosigkeit in der Ex-DDR finanziert.
Wiedervereinigung ist ja schön und gut, ein paar Millionen zusätzliche Wähler mögen jeden Politiker schmücken, aber nicht zu diesem Preis!
Für den Betrag, den Kohl bezahlt hat, hätten wir bis zum Sankt Nimmerleinstag Bananen spenden können :laugh:

Die Wiedervereinigung war eine Zwangsvereinigung, zwei sehr unterschiedliche Kulturen wurden aufeinander los gelassen, und es wird nicht nur eine Generationen dauern sondern zwei oder drei bis man sagen kann, dass sie Wiedervereinigung gelungen ist - ich bezweifle das allerdings, dass in 30 oder 40 Jahren kein Unterschied mehr gemacht wird zwischen Ost und West. Evtl. brauchen die Unternehmen auch den Osten, damit sie dort zu Bedingungen produzieren können wie in Rumänien oder Bulgarien. Dies dürfte aber nicht der Grund für die Wiedervereinigung gewesen sein, so viel Weitsicht traue ich Helmut Kohl nicht zu.

Letzten Endes ist das eingetreten, was Kohl mit der Wiedervereinigung verhindern wollte. Die, die noch etwas Grips im Kopf haben und flexibel sind, wandern in den Westen der Republik wenn nicht gleich ins Ausland.

Vor diesem Hintergrund sind die Milliardenzahlungen, nur um die Wiedervereinigung zu bekommen, nicht gerechtfertigt.

Wäre Deutschland eine AG hätten sich bereits alle Investoren ob dieses Fehlinvestments verabschiedet und heute würde es dieses Unternehmen nicht mehr geben!
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18.11.07 17:00:58
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.467.256 von ShanghaiSchwengel am 17.11.07 22:37:34Glaubst Du heute würde die DDR noch existieren, wenn es Helmut Kohl nicht gegeben hätte

Na klar, die Einheit wäre über Nacht einfach so zu uns gekommen. :laugh:
So wie der Storch die Kinder bringt. :laugh:
Die Ossis hätten einfach weiter demonstriert und irgendwann die Grenzpfähle geöffnet. Und das sowjetische Brüderchen im Osten hätte still und heimlich zugesehen wie ihm seine Kriegsbeute und vorgeschobener Posten als Stachel im Fleisch des Westens unter den Händen zerrinnt.
Das nenne ich ja mal eine wirklich jämmerliche Legende. :laugh:

Ganz im Gegenteil, er und seine "Experten" haben die "Einheit" in jeder Beziehung dilettantisch durchgeführt, ein einziges Desaster.

Er war wenigstens der einzige der die Einheit wirklich durchführen wollte. Die anderen die da waren wollten den DDR Staat als vollendete Tatsache als Folge der deutschen Geschichte anerkennen und damit leben.
Kohl hat niemals aufgegeben alles für die Einheit zu tun im Gegensatz zu den Duckmäusern aus der SPD!
Das ist sein größter Verdienst und auch der Grund warum er in die Geschichte eingegangen ist als Kanzler der Einheit.
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18.11.07 17:04:53
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.467.611 von ConnorMcLoud am 17.11.07 22:53:26Ein Ehrenwort kann nur ein Ehrenmann geben.
Also nicht einer wie Kohl, der jedes Jahr 600.000 von Kirch eingesteckt hat.


Natürlich kann Ehrenmann Kohl sein Ehrenwort geben, so wie jeder andere Politiker der einen ordnungsgemäßen Beratervertrag bei einem Konzern hat.
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18.11.07 17:05:21
Stimmt, die Verblendung hat uns 1945 ja schon einmal in den Untergang geführt.:(:cry::mad:
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18.11.07 17:08:57
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.467.761 von ShanghaiSchwengel am 17.11.07 23:07:55Helmut Kohl oder Rot/Grün, das ist interessiert mich letztlich nicht, ich vertrete hier keine SPD-Politik, allerdings hat Lafontaine 1990 die Wahl auch deshalb verloren, weil er teilweise die Wahrheit gesagt hat, das wird bei ihm sicher nicht mehr vorkommen, da hat er sich vom Volk belehren lassen.

Das Problem ist nur, daß Lafontaine heute zum Schaden Deutschlands den Leuten die Unwahrheit erzählt.
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18.11.07 17:17:43
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.470.299 von CaptainFutures am 18.11.07 17:00:58...Merkel stellte klar, dass sie eine Ausweitung des Mindestlohns auf verschiedene Wirtschaftsbranchen ablehnt. Das berge die Gefahr, dass bestimmte Produktionskapazitäten im Osten wieder in die alten Bundesländer zurückgingen und der Aufschwung in den neuen Ländern abflaue, sagte die Kanzlerin....

http://www.focus.de/politik/deutschland/kurt-beck_aid_139590…

Und was ist so schlimm, wenn die Jobs wieder in den Westen ausgelagert werden? Sind wir nicht ein EinigLand?
Im übrigen wird kein Unternehmen in den Westen auslagern, da die CDU/CSU dafür sorgen wird, dass die neuen Bundesländer immer Niedriglohn-Region bleiben, da zahlt die Politik lieber HartzIV-Aufstockung im Osten bevor sie dort einen Mindestlohn einführt. Die Menschen dort werden keinen Fuß auf den Boden bringen, die werden immer am Existenzminimum rumkrebsen. Denen kann man nur empfehlen, abzuhauen, damit sie sich dieser menschenverachtenden Politik entziehen, und damit sie ein Leben in Würde, d. h. für mich ein Einkommen über dem Existenzminimum, führen können. Bezieht jemand HartzIV-Aufstockungsunterhalt muss er genau so seine Finanzen offen legen und Kontoauszüge vorlegen, wie jemand, der nicht arbeitet.
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18.11.07 17:24:52
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.470.331 von CaptainFutures am 18.11.07 17:08:57Kohl hat auch die Unwahrheit gesagt, und Du hältst ihn noch immer für einen der Größten.

Warum sollte Lafontaine nicht auch die Unwahrheit sagen dürfen?

Schlimmer als mit Kohl und Merkel kann's nicht werden. Wir haben zwar keine Demarkationslinie mehr, stattdessen haben wir eine Billiglohngrenze. Nun, Merkel dürfte ihre Pappenheimer kennen, sie hat Jahrzehnte mit ihnen und unter ihnen gelebt, sie muss keinen Aufstand befürchten, nur so lässt sich erklären, dass sie die menschen im Osten bezüglich der Löhne diskriminiert und ihr das keiner verübelt.
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18.11.07 17:35:18
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.470.299 von CaptainFutures am 18.11.07 17:00:58Er war wenigstens der einzige der die Einheit wirklich durchführen wollte. Die anderen die da waren wollten den DDR Staat als vollendete Tatsache als Folge der deutschen Geschichte anerkennen und damit leben.
Kohl hat niemals aufgegeben alles für die Einheit zu tun im Gegensatz zu den Duckmäusern aus der SPD!
Das ist sein größter Verdienst und auch der Grund warum er in die Geschichte eingegangen ist als Kanzler der Einheit.




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Kohl war ein gnadenloser Oportunist. Anfangs hatte nie eine eigene Meinung
zu einem Thema, sondern er wartete ab wie sich der Mainstream entwickelte und setzte sich dann, wenn er dies erkannte und er hatte ein gutes Gespür dafür, an die Spitze der Bewegung. 1987 war die Mehrheit eben für die faktische Anerkennung der DDR.
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18.11.07 18:06:21
Kohl war einer der ersten Berufspolitiker, die bevor sie in die Politik gingen, keine Berufserfahrung vorweisen konnten und hat diese salonfähig gemacht. Dieser Typ von Politiker ist ja heutzutage leider in der Mehrzahl.

Kohl hat zwar das Geld das er von anonymen Spendern erhalten hat nicht für sich privat, sondern für die CDU verwendet. Dabei hat er das Geld aber so verwendet, daß es seine eigene Machtposition innerhalb der CDU stärkte was ja auch von den Spendern so bezweckt wurde. Er hat das Geld letztendlich, zu seinem eigenen Vorteil (Machtausbau bzw. -erhalt innerhalb der CDU) verwendet. Man kann Kohl daher mit gutem Gewissen als korrupt bezeichnen.
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18.11.07 18:17:07
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.470.534 von CColumbus am 18.11.07 18:06:21Im Zuge der Flickaffaire hat Kohl, um nur ja weiter an den Trögen von Geld und Macht zu bleiben, sich selbst einen "Black Out" bescheinigt.

Wo bitteschön ist bei einem solchen Mann auch nur ein Funke Ehre vorhanden???? :confused: :confused: :confused:
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18.11.07 18:23:39
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.464.772 von Zaroff am 17.11.07 20:13:54Was in Bad Kleinen wirklich geschah ?

Am 27. Juni 1993 auf dem Bahnhof in Bad Kleinen, Mecklenburg, erschießt der GSG 9-Beamte Michael Newrzella zunächst sich selbst. Tödlich verletzt fällt er zu Boden, erinnert sich aber im letzten Moment seiner Dienstpflicht, schleppt sich zu dem RAF-Mann Wolfgang Grams, der ein Stück den Bahnsteig hoch auf dem Rücken liegt, kniet sich auf ihn, liqidiert ihn mit einem Schuß in die Schläfe, schleppt sich wieder den Bahnsteig zurück, wirft mit letzter Kraft das tödliche Projektil in die Rabatten, gibt aus seiner Dienstwaffe noch gut 50 ungezielte Schüsse wild in die Gegend ab und legt sich mit einem nicht unzufriedenen " Hahaha, bin gespannt, wie ihr aus der Nummer rauskommt, hahaha!" zum Sterben.


Logisch,oder ?
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18.11.07 18:30:03
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.470.586 von CColumbus am 18.11.07 18:17:07Ich glaube,dass zukünftige Generationen den Namen und die Kanzlerschaft Kohls, nur in relativierenden Sätzen benennen werden.
Z.B.: Er war zwar politisch und menschlich unerträglich, dafür hat er aber an der deutschen Wiedervereinigung mitgewirkt.
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18.11.07 18:38:47
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.470.299 von CaptainFutures am 18.11.07 17:00:58"Kohl hat niemals aufgegeben alles für die Einheit zu tun im Gegensatz zu den Duckmäusern aus der SPD!
Das ist sein größter Verdienst und auch der Grund warum er in die Geschichte eingegangen ist als Kanzler der Einheit."

Ich glaube nicht, dass Kohl die Einheit mehr wollte als Lafo. Kohl hatte sich in der Bonner Republik und der alten EU nett eingerichtet, war in ihr aufgewachsen und sah sich als Enkel Adenauers. Erst als er von den Ereignissen überrollt wurde, hat er auch gehandelt (immerhin, das ist viel für Kohl). Willy Brandt war da ganz anders drauf. Der kannte noch die Weimarer Republik und wusste wo Meckenburg liegt. Als OB in Berlin hatte er die Realität der Teilung zu bewältigen und in seinen Memoiren hat er den Mauerfall vorhergesagt. Es war Brandts Ostpolitik, die das Vertrauen bei Deutschlands östlichen Nachbarn schuf, für einen Ausgleich sorgte, der die Wiedervereinigung möglich machte (Kohl hat da eher Porzellan zerdeppert, man denke an seinen unseligen Vergleich). Adenauer gebührt dieses Privileg für den Westen, Brandt für den Osten. Kohl hat seine Verdienste bei der Fortbildung der EU, bei der Einheit hat er nicht viel gerissen.
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18.11.07 19:08:23
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.470.420 von CColumbus am 18.11.07 17:35:18Stimmt, Kohl hat ja mit seinem skandalösen Staatsempfang für Honecker in Bonn 1987 als Erster die DDR anerkannt.:(:cry::mad:
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18.11.07 19:16:13
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.471.608 von ConnorMcLoud am 18.11.07 19:08:23Hat er nicht. Ich glaube Erich hat nur das halbe Wachbattalion bekommen. Da war irgendwas.
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18.11.07 19:20:45
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.471.608 von ConnorMcLoud am 18.11.07 19:08:23Aus der Tischrede des Dicken, das gebietet die Fairness.

Herr Generalsekretär, meine Damen und Herren!

Ich heiße Sie, Herr Generalsekretär, hier in Bonn willkommen. Es ist richtig, daß wir zusammenkommen und miteinander sprechen.

Auf Ihren Besuch in der Bundesrepublik Deutschland und auf unsere Begegnung richten sich die Blicke von Millionen Deutschen zwischen Stralsund und Konstanz, zwischen Flensburg und Dresden - und in Berlin. Viele befinden sich in einem Zwiespalt widerstreitender Gefühle: Die Menschen in Deutschland wissen, daß hier zwei Staaten bestehen, die viele praktische Fragen miteinander regeln müssen. Aber sie wissen auch: Dieser Besuch hat eine besondere menschliche und politische Dimension. Er unterscheidet sich von den üblichen Begegnungen in Ost und West.

Das Bewußtsein für die Einheit der Nation ist wach wie eh und je, und ungebrochen ist der Wille, sie zu bewahren. Diese Einheit findet Ausdruck in gemeinsamer Sprache, im gemeinsamen kulturellen Erbe, in einer langen, fortdauernden gemeinsamen Geschichte. So tut sich heute mancher schwer mit seinen Empfindungen und mit der Überlegung, wie sich diesesTreffen in die Kontinuität deutscher Geschichte einfüge. Unser Zusammentreffen in Bonn ist aber weder Schlußstrich noch Neubeginn. Es ist ein Schritt auf dem Weg einer schon lange währenden Entwicklung. Sie ist gekennzeichnet durch das Bemühen um ein geregeltes Miteinander.

Vor fast fünfzehn Jahren haben die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik den Vertrag über die Grundlagen ihrer Beziehungen unterzeichnet. Dieser Vertrag zeigt Grenzen und Möglichkeiten auf. Möglichkeiten eröffnen sich dort, wo praktische Fragen zum Wohle der Menschen in beiden Staaten gelöst werden können, damit es zu einem Verhältnis guter Nachbarschaft kommt.

Im Rahmen dieses Vertrages steht auch Ihr Besuch, Herr Generalsekretär. Vor fast sechs Jahren, im Dezember 1981, sind Sie mit meinem Amtsvorgänger Bundeskanzler Helmut Schmidt am Werbellinsee zusammengekommen. Damals haben Sie seine Einladung in die Bundesrepublik Deutschland angenommen. Ich habe diese Einladung nach meiner Amtsübernahme aufrechterhalten und bekräftigt. In der Zwischenzeit haben wir bei mehreren Gelegenheiten lange miteinander gesprochen. So wissen wir beide, wo die Chancen dieses Besuchs liegen und bei welchen Fragen wir uns nicht näherkommen werden. Dazu gibt es ja auch im Grundlagenvertrag deutliche Hinweise.

An den unterschiedlichen Auffassungen der beiden Staaten zu grundsätzlichen Fragen, darunter zur nationalen Frage, kann und wird dieser Besuch nichts ändern. Für die Bundesregierung wiederhole ich: Die Präambel unseres Grundgesetzes steht nicht zur Disposition, weil sie unserer Überzeugung entspricht. Sie will das vereinte Europa, und sie fordert das gesamte deutsche Volk auf, in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden.
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18.11.07 22:04:37
Helmut Kohls Freundschaft mit Gorbatschow hat wesentlich zur Entkrampfung von Ost und West und zur Beendigung des Kalten Krieges beigetragen. Da können die Dummköpfe gegen labern was sie wollen, das ist historische Tatsache, einfach nicht wegzuleugnen.
Die Ignoranten würden doch jetzt noch erklären, wenn sie könnten, der Kalte Krieg wäre noch im Gange, aber Tatsachen sind halt kaum widerlegbar. Was das an Rüstungskosten eingespart hat, ist wohl kaum zu ermessen.
wilbi
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18.11.07 22:13:08
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.474.405 von Wilbi am 18.11.07 22:04:37Freundschaft?

da wäre ich sehr vorsichtig. Der eigentliche Vater der Vereinigung (und kaum gewürdigt) dürften ein Herr Bush Sr. und ein Herr Reagan sein. M.E. zwei der besten US Präsidenten in der Geschichte. Ein super Gespann.
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18.11.07 22:19:41
Der Einzige der den Kalten Krieg endgültig beendet hat und sonst wirklich keiner war Gorbatschow.
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18.11.07 22:23:25
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.474.564 von Red_Eileen am 18.11.07 22:19:41Nee, Gorbi ist der sowjetische Dönitz, der die Kapitulationsurkunde eines morschen Imperiums unterschreiben durfte. Gewinner wie Bush sr. sehen anders aus.
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18.11.07 22:38:52
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.474.490 von derbewunderer am 18.11.07 22:13:08Natürlich wäre es vermessen, Kohl als Hauptperson bei dem Prozeß der Entspannung zu nennen. Ist doch klar, daß das eine Sache zwischen Russen und Amerikanern war, aber Kohl hat sich schon in beiden Lagern für Entspannung eingesetzt.
Hab gerade noch so einen alten Vermerk aus der Frankfurter Rundschau vom 22.5.2000 gefunden, ein Artikel der AG Friedensforschung an der Uni Kassel:
Darin heißt es (also 2000):"Deutschland wendet gegenwärtig nur noch 1,1% seines Bruttoinlandsproduktes für Verteidigung auf, gegenüber 3,2% im Zeitraum von 1980 bis 1989."
Heute sind es wahrscheinlich noch weniger.
wilbi
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18.11.07 22:54:39
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.474.766 von Wilbi am 18.11.07 22:38:52Das dürfte stimmen. Ich will die Verdienste von Kohl auch nicht schmälern, aber wir sollte ihn realistisch einordnen. Da gab es nicht die grosse Männerfreundschaft zwischen Kohl und Gorbi. Die UdSSR kollabierte langsam aber sicher und konnte ihre Satelliten nicht mehr halten, mit Ungarn fing es an. Die Grenzöffnung in Ungarn war das Ende der DDR, Kurt Hager vom Politbüro der SED hat das damals trefflich analysiert. Die UdSSR ist implodiert und das waren eben Reagan und Bush sr., die diese Implosion bewusst betrieben haben. Die Leistung der amerikanischen Politik (dafür muss Deutschland dankbar sein), war die volle Rückendeckung aus den Staaten. Und Kohl (darüber muss man sich klar sein) war nichts, wenn es die USA nicht wollten. Die damalige BRD war de facto ein US Bundesstaat.
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18.11.07 23:47:05
Der hat Deutschland mehr geschadet als genutzt.

Die Rentenkasse für Rußlanddeutsche geplündert ohne Ende.


Ich kann nicht so viel fressen wie ich bei diesem Ausplünderer kotzen müsste.
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18.11.07 23:54:40
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.474.911 von derbewunderer am 18.11.07 22:54:39Kohl und Gorbatschow besuchen sich jetzt sogar noch. Wenn das keine Freundschaft ist.
wilbi
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18.11.07 23:56:35
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.475.342 von Waldsperling am 18.11.07 23:47:05Klar Waldi, Du hast damals schon nichts mitgekriegt und heute noch viel weniger.Typisch für Gewerkschaftler.
wilbi
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19.11.07 00:25:15
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.475.421 von Wilbi am 18.11.07 23:56:35vielleicht hast du ja damals nichts mitbekommen und bis heute nicht kapiert.

aber wahrscheinlich gehörst du zu denen : beamte,politiker,frei schaffende künstler +++ oder die von der kohlschen politik veschont und nicht über den tisch gezogen wurden.

allein auf grund seiner katastrophalen bilanz nach 16 jahren reg.verantwortung/bzw. als kanzler dieses landes +++ unrühml.abgang
(schwarze kassen) frage ich mich ernsthaft wie man da noch eine positiven bewertung ..................

der könnte mir sein buch schenken und ich würde es nicht lesen .

reine lobhudelei ohne jede selbstkritik ! also reine zeitverschwendung - da bin ich mir sicher.
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19.11.07 01:17:56
nur mal ein paar zahlen zu dieser ach so "tollen bilanz" dieses
"sonnenkönigs kohl" :

staatsverschuldung 1998 : ca 1200 milliarden euro !

arbeitslosenzahlen : ca. 4-7 millionen !

oder :

1990 : 1:1 umtausch ddr mark/deutsche mark "dank kohl" statt 1:7 = realer umt.wert ! nur um an der macht zu bleiben bzw. die wahlen zu gewinnen !

deal kohl und konsorten : die hauptlasten der dt. einheit den sozialsystemen aufzubürden + EU Osterweiterung (anfang der neunziger !) hat wieviel millionen arbeitsplätze in diesem land vernichtet ??







EU osterweiterung 1992/93
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19.11.07 01:46:20
oder schwarze kasse = xx millionen euro !

egal wo dies geld herkam - ob aus krummen geschäften der dt. einheit oder irg.welchen krummen waffengeschäfte alla schreiber und konsorten oder ... spielt eigentl. keine rolle .

"böse zungen" behaupten ja das er sich damit und nur damit seine machtstellung (nötige stimmen der cdu landesverbände) bis 1998 in der cdu erkauft hat !

das er als amt. deutscher bundeskanzler nicht bereit war die herkunft dieser gelder .............spricht bände !

fakt ist : ein angebliches persönl. ehrenwort - stellt er über seinen geleisteten eid als deutscher bundeskanzler !

allein auf grund dieser tatsache ist ein skandal das dieser kohl heute noch frei herumläuft und monat/monat eine luxusrente aus dem
steuersäckel bekommt.
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19.11.07 02:09:52
und oder :

wer wohl hauptverantwortlich dafür das diese katastrophenpolitik von kohl und konsorten dafür gesorgt haben das es einen regierungswechsel 1998 gab und die geschicke dieses landes hirnlosen und unfähigen politikern alla schröder,fischer,eichel ++++++++++++++++++ ..... wurde ??????

auch diese nummer geht auf das konto von diesem ach so "tollen"
helmut kohl !! oder ????
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19.11.07 02:31:26
und oder :

von einer halbwegs vernünftigen EU verfassung vor der EU osterweiterung ! ganz zu schweigen.
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19.11.07 10:55:56
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.475.697 von monika1955 am 19.11.07 02:31:26Kennst Du den Unterschied zwischen einer Maus und einem Elefanten?

Die Maus ist die unrühmliche Spendenaffäre, und der Elefant, ist das, was er geleistet hat, insbesonder mit der Deutschen Einheit. Kleingeistige sehen das natürlich andersrum.

Warum willst Du wissen, ob ich Freiberufler oder Beamter usw. bin?
Ich bin doch nicht von der Sorte, daß ich Politik nach meiner persönlichen Lage beurteile, da urteile ich lieber neutral. Nur weil ich ne Niete bin, muß doch nicht die Politik schlecht sein.
Und die Bewertung von politischen Leistungen sind (fast) immer subjektiv, je nach politische Einstellung. Für Negativlinge wie Du sind alle politischen Leistungen Müll.
wilbi
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19.11.07 11:12:29
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.475.693 von monika1955 am 19.11.07 02:09:52Was war denn nochmal mit den Wählern ? Oder hat Kohl " die hirnlosen, unfähigen Politiker alla Schröder, Fischer Eichel +++++" gewählt. Die Wähler sind den Schwätzern auf den Leim gekrochen, das ist der Punkt !
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19.11.07 11:34:00
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.477.513 von Brama am 19.11.07 11:12:29Andererseits hatte die CDU mit Kohl nach so langer Zeit abgewirtschaftet. Die hätten 1998 einen anderen als Kanzlerkandidaten aufstellen müssen und sich neu generieren. Insofern war die Ablösung also eigentlich folgerichtig. Nur was den großen Sprüchen dann folgte, Verringerung der Arbeitslosen auf 3 Mio usw, löste natürlich Frust aus, als die Arbeitslosenzahlen noch schlechter wurden, "Spar-Hans", in Wirklichkeit eher Schuldenhans, meistens die Vorgaben nicht einhielt Eu-Schuldenkriterium, die Großindustrie entlastet wurde, wurde es de Leuten zum Horror und mit jeder Landtagswahl verpaßten sie Rot/Grün eine Ohrfeige, sodaß schließlich Schröder wegen Ausweglosigkeit schmiß.Eigentlich hätten vier Jahre für Rot/Grün schon genügt, wenn die Schwarzen einen besseren Kandidaten als Stoiber gehabt hätten.
wilbi
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19.11.07 11:36:52
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.467.932 von Sondra am 17.11.07 23:31:32Du bist und bleibst ein Taugenichts,also ein Ossi

Schön, wie Du Dich selber beschreibst. :)
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19.11.07 11:42:09
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.475.697 von monika1955 am 19.11.07 02:31:26Warum arbeitest Du nicht in der Politik? Du weißt Alles, kannst Alles. Geh und setz es um. Ganz einfach ! Dann kannst Du auch mit Fug und Recht kritisieren !:) So unversöhnlich wie sich in diesem board die Gegner gegenüberstehen, so stehen sie sich auch in den diversen poliischen Foren draußen gegenüber. Dabei geht es gar nicht um die Qualität einer politischen Maßnahme, sondern darum, dass die eine Partei der anderen Partei nicht den Erfolg einer Maßnahme gönnt, da diese bei der Bevölkerung dadurch einen Vorsprung erreichen könnte. Unter diesen permanenten Wettbewerbsbedingung zu tragbaren Kompromissen zu kommen, die alle Interessen gleichgewichtig berücksichtigt, ist eine politische Kunst, die nur selten gelingt. Da nutzt nun das ganze Geschimpfe nichts, wenn man mit Allem nicht einverstanden ist, dann muss man/frau in die Höhle des Löwen und sich bemühen, die Dinge besser zu machen.:)
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20.11.07 00:33:35
Beitrag Nr. 100 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.477.833 von Brama am 19.11.07 11:42:09ach brama,geh in die politik und setz es um.ganz einfach !

dir muss ich doch nicht die modalitätet/gesetzm.keiten der gesamten korrupten und unfähigen parteienmafia in diesem land erklären.

nach fast 40zig berufsjahren in der sog. freien wirtschaft am stück werde ich mir diese nummer sicher nicht mehr antun.
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20.11.07 00:52:07
Beitrag Nr. 101 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.477.354 von Wilbi am 19.11.07 10:55:56das mit der maus und dem elefanten sehe ich (und sicher nicht nur ich) etwas anders.

dieses schwarzgeldkonto in der schweiz sowie die spendenaff.alla
schreiber und konsorten spielten sich ab als helmut kohl bundeskanzler dieses landes war !

du redest von bewertung politischer leistung.ich von der bilanz/fakten : 16 jahre bundeskanzler helmut kohl (cdu/fdp) !

das hat mit subjektiver betrachtung oder polit. einstellungen sicher nichts zu tun.
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20.11.07 01:48:54
Beitrag Nr. 102 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.477.354 von Wilbi am 19.11.07 10:55:56"warum willst du wissen ob ich freiberufler,beamter +++oder bin?"

ganz einfach - weil ich dann deine einstellung/bewertung was die polit. leistungen/entscheidungen von kohl betrifft verstehen könnte. nicht mehr und nicht weniger !

allein die entscheidung/folgen kohls - die hauptlasten der dt.einheit den sozialsysteme aufzubürden bedeutete für millionen menschen dieses landes in den neunzigern massive nettoeikommensverluste (z.b. durch verdoppelung der beiträge : rentenversicherung,arbeitslosenversicherung,gkv beiträge) !

davon waren beamte,politiker,freisch.künstler +++ron sommers natürlich nicht betroffen ! logo oder ?

von den x millionen arbeitnehmern (u.a. z.b. mir !) denen auch noch diese kosten/beitr.steigerungen der arbeitgeber aufs auge gedrückt wurde ganz zu schweigen.

der "motivationsschub" nach dem ich diese schweinereien begriffen/realisiert hatte war gigantisch !

alle register gezogen ! = vorruhestand mit 51 ! = null beiträge von diesem zeitpunkt an a:rentenvers.beiträge und b:arbeitslosenvers. beiträge !

LOGO ODER ????? L O L
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20.11.07 09:22:54
Beitrag Nr. 103 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.489.012 von monika1955 am 20.11.07 01:48:54wilbi war die graue Emminenz bei einem Geldinstitut. Anwesend ja, gearbeitet?
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20.11.07 11:32:07
Beitrag Nr. 104 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.490.089 von Waldsperling am 20.11.07 09:22:54Na klar Gewerkschaftler der IG Bergbau. Echte Arbeit wird für Dich doch nur im Bergwerk oder an den heiße Töfen in den Stahlwerken geleistet.
wilbi
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20.11.07 11:34:34
Beitrag Nr. 105 ()
Der Bimbes war kein Ehrenmann u.wird auch nie einer werden.........
Der hat zuviel Dreck am Stecken......
Pfui Deibel....
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20.11.07 11:36:05
Beitrag Nr. 106 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.489.012 von monika1955 am 20.11.07 01:48:544o Jahre in der Freien Wirtschaft gewesen und nichts dazu gelernt. Ist schon verwunderlich. Na ja, wenns mit den Aufstiegen dann so nicht geklappt hat, kann man schon frustriert über alles sein. Die Andern sind ja schuld. Aber ich weiß, daß Du an einer hohen Stelle gearbeitet hast?
wilbi
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20.11.07 11:49:49
Beitrag Nr. 107 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.477.513 von Brama am 19.11.07 11:12:29"Die Wähler sind den Schwätzern auf den Leim gekrochen, das ist der Punkt!"

Das ist bei jeder Wahl so, solange nur Schwätzer zur Auswahl stehen.
Vorher sind die Wähler den schwarzen Schwätzern ("die Renten sind sicher") auf den Leim gegangen, später den rotgetünchten.
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20.11.07 12:52:08
Beitrag Nr. 108 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.492.331 von Borealis am 20.11.07 11:49:49Das ist bei jeder Wahl so, solange nur Schwätzer zur Auswahl stehen.


Wie wahr, wie wahr.

@Brama
Vielleicht hast du´s vergessen, ist ja schon einige Jahre her. Kohl hat den Leuten im Wahlkampf 1990 wider besseres Wissen genau das gesagt, was sie hören wollten: die Einheit gibt´s zum Nulltarif. Für mich eine der dreistesten Wahlkampflügen, an die ich mich erinnern kann. Aber wie der sog. Ehrenmann zu sagen pflegte: Kassandra wählt man nicht.

Ich bin der festen Überzeugung, daß man den Menschen sehr wohl hätte signalisieren können, daß hier viel Kapital erforderlich sein wird. Die überwiegende Mehrheit hätte es wahrscheinlich verstanden und auch akzeptiert, weil es die Sache ja wert war.
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20.11.07 12:58:36
Beitrag Nr. 109 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.493.201 von MFC500 am 20.11.07 12:52:08Kohl hat den Leuten im Wahlkampf 1990 wider besseres Wissen genau das gesagt, was sie hören wollten

Macht das nicht jeder Politiker?
Wie sonst will man bei dem Volk eine Wahl gewinnen?
Sag denen die Wahrheit,
und du bist erledigt.
Versprech denen das Blaue vom Himmel und...
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20.11.07 14:11:40
Beitrag Nr. 110 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.493.287 von bullshitvestor am 20.11.07 12:58:36war mir klar, daß dieses Pseudo-Argument angeführt wird.

Weder ist es so, daß ausschließlich und von jedem Politiker gelogen wird, noch wäre es eine Rechtfertigung für derartige Handlungen. Überdies gab es im Wahlkampf 1990 durchaus warnende Stimmen, was die Kosten der Einheit anbelangt. Nur wurden die, was zum damaligen Zeitpunkt natürlich besonders wirksam war, in die unpatriotische Ecke gedrängt.

Wie sonst will man bei dem Volk eine Wahl gewinnen?


Sofern du die originäre Aufgabe der Politiker/Parteien darin siehst, Wahlen zu geweinnen, hast du natürlich Recht. Nach meinem, zugegebenermaßen vielleicht etwas naiven, Verständnis, besteht deren Aufgabe jedoch darin, Politik für das Volk zu machen. Dazu gehört für mich auch, den Menschen vorher halbwegs reinen Wein einzuschenken. Jedenfalls mache ich keinen Bewertungsunterschied in Abhängigkeit vom Parteibuch, wenn jemand wie Kohl & Konsorten 1990, der "brutalstmögliche" Aufklärer oder Schröder & Co (Umsatzsteuererhöhung) so dreist lügt. Das Hauptproblem ist aber tatsächlich das Wahlvolk, denn die Masse macht sich deine Einstellung zu eigen ("die machen das ja alle"). Solange das so läuft, so lange wird sich auch nichts ändern.
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20.11.07 16:08:07
Beitrag Nr. 111 ()
Jüdisches Museum ehrt Kohl

Berlin – Er ist ein Fels der Zeitgeschichte. :cool:

Helmut Kohl (77) steht im Smoking unter dem Glasdach des Jüdischen Museums. Ruhig, reif und gerührt blickt er mit blitzenden, brillenlosen Augen in die edelste Festrunde der neuen Berliner Gesellschaft: „Es ist ein bewegender Tag für mich. Ich bin glücklich, dass ich das erleben darf. Nur die Strebenden sind die Lebenden!“ (Theodor Storm)

Prof. Michael Blumenthal (81), Museums-Chef (Ex-US-Finanzminister), verleiht den „Preis für Verständigung und Toleranz“.

Mit-Preisträger: Prof. Dr. Fritz Stern (81), Kult-Historiker der deutsch-jüdisch-amerikanischen Geschichte (Biografie „Fünf Deutschland und ein Leben“).

Stern war 7, als Hitler an die Macht kam. Kohl war am Ende des Nazi-Kriegs 15, Flak-Helfer – und ging zum Nachdenken auf den jüdischen Friedhof in Worms.

Laudatoren: Salomon Korn für Kohl, Richard Holbrooke für Stern.

Die Reden sind kein Vorwurf mehr an das Deutschland des Gestern, es sind Worte an die Zukunft. Stern: „Toleranz ist unsere Bürgerpflicht! Es ist so bequem, unmündig zu sein“ (Kant).

Die 300 Gäste (von Iris Berben, Uli Wickert bis Post-Chef Zumwinkel) erhoben sich zum Applaus.

http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2007/11/19/kohl-helmut/…

Herzlichen Glückwunsch Helmut! :)
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20.11.07 16:10:11
Beitrag Nr. 112 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.493.287 von bullshitvestor am 20.11.07 12:58:36Kohl hat den Leuten im Wahlkampf 1990 wider besseres Wissen genau das gesagt, was sie hören wollten

Damals konnte man doch noch gar nicht wissen, daß die DDR so marode und abgewirtschaftet war und nur noch auf dem letzten Loch gepfiffen hat. Hinterher ist man immer schlauer. :(:cry::mad:
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20.11.07 16:35:15
Beitrag Nr. 113 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.493.201 von MFC500 am 20.11.07 12:52:08"Die Einheit gibts zum Nulltarif" soll Kohl gesagt haben? Ist das nicht nur eine Fabel der Linken, oder ist das irgendwo belegt, aber bitte nicht im Spiegel oder Stern, den Gegnern Kohls.
M.W hat er von blühenden Landschaften gesprochen und wer das nicht glaubt, soll mal in das Gebiet von Bitterfeld fahren, aber es nützt nichts, wenn er es nicht vorher gesehen hat.
Übrigens die Wirtschaft war vor der Wende dicht an einer Flaute. Danach kam ein Konjunkturaufschwung, aber so was wird leicht vergessen.
wilbi
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20.11.07 18:03:13
Beitrag Nr. 114 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.496.810 von Wilbi am 20.11.07 16:35:15den genauen Wortlaut kann ich aus dem Gedächtnis nicht mit 100%-iger Sicherheit wiedergeben. Sinngemäß läuft´s aber darauf hinaus.

Die blühenden Landschaften habe ich nicht in Abrede gestellt. Da ich zuletzt im Sommer in Thüringen war, kann ich nur neidvoll (nicht im negativen Sinne gemeint) insbesondere die im Vergleich zur alten BRD hervorragende Infrastruktur bewundern. Wie auch immer, bezahlt haben das die Bürger dieses Staates durch hohe Steuern und Abgaben. Der Dank ist also den Steuerzahlern geschuldet, nicht dem Oggersheimer. Mit anderer Leute Geld lässt sich leicht agieren.

Der vereinigungsbedingte Aufschwung war leider nur von kurzer Dauer und mit Sicherheit nicht das Verdienst irgendeines Politikers, sondern dem Nachholbedarf der Ostdeutschen, vornehmlich im Konsumbereich, geschuldet
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20.11.07 19:11:44
Beitrag Nr. 115 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.494.308 von MFC500 am 20.11.07 14:11:40Du bist ein Idealist, und das meine ich durchaus positiv und ehrlich !:)Es wird fast immer so laufen. Allerdings sollte man auch Politikern die Möglichkeit des Irrtums und des Lernens nicht absprechen. Dies gilt für alle Parteien. Lafontaine z.B., aus meiner Sicht, bestätigt Deine Hypothese !
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20.11.07 19:53:18
Beitrag Nr. 116 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.499.328 von Brama am 20.11.07 19:11:44Es wird fast immer so laufen. Allerdings sollte man auch Politikern die Möglichkeit des Irrtums und des Lernens nicht absprechen.

Das tue ich auch nicht. Über die "richtige" Vorgehensweise in der praktischen Politik kann und muß man streiten, und daß sich manches im Nachhinein als falsch oder unvollkommen herausstellt, lässt sich sicher nicht immer vermeiden. Das ist aber etwas ganz anderes, als die Wähler bewußt und wider besseres Wissen (Kohl oder Koch) bzw unter Verleugnung der tatsächliche Absichten (Schröder&Co) anzulügen.
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20.11.07 20:00:26
Beitrag Nr. 117 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.499.889 von MFC500 am 20.11.07 19:53:18Also mit den Nullkosten doch nur eine Fake der Linken. Hoffentlixh siehst Du die Probleme in anderen Fällen genauso.Nur die Steuerzahler haben es gerichtet, aber aus beiden Teilen Deutschlands.
wibi
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20.11.07 20:01:49
Beitrag Nr. 118 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.499.889 von MFC500 am 20.11.07 19:53:18Bei Koch und Schröder gebe ich Dir recht! Ob Kohl damals in dem Überschwang der Gefühle und basierend auf den begrenzten Daten über die wirkliche wirtschaftliche Lage der DDR vorsätzlich die Unwahrheit gesagt hat, bezweifele ich. Immerhin galt die DDR damals als der +/- 11 oder 12 zwölft starke Wirtschaftsstaat der Welt. (ich habe keine Lust zum googeln, wenn es jemand besser weiß o.k.)
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20.11.07 22:19:26
Beitrag Nr. 119 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.500.059 von Brama am 20.11.07 20:01:49Auf diese Statistik als Entschuldigung beruft sich Kohl ja auch in seinen Memoiren. Meines Wissen lag die DDR sogar auf Platz 7. Spätestens mit Öffnung der Grenzen konnte man sich indes selbst einen groben Einblick verschaffen. Ich war damals drüben und wirklich schockiert, in welch desolatem Zustand sich einer der angeblich stärksten Industriestaaten der Welt befand. Und hat nicht Kohl selbst immer behauptet, die NBL aufgrund seiner zahllosen Wahlkampfauftritte gut zu kennen. Da muß er schon mit Scheuklappen durchs Land gefahren sein. Mir war jedenfalls schnell klar, daß das sehr viel Zeit und Geld kosten würde. Deswegen behaupte ich, daß Kohl die Wähler wissentlich im Unklaren gelassen hat

@Wilbi
wenn ich mal ein wenig Muse habe, werde ich sehen, ob ich im www entsprechende Belege finde

aber aus beiden Teilen Deutschlands
selbstverständlich, ich habe nichts anderes gesagt oder angedeutet
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21.11.07 00:39:57
Beitrag Nr. 120 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.502.738 von MFC500 am 20.11.07 22:19:26Normalerweise ist das in der Wirtschaft doch auch so. Wenn ein starkes Unternehmen ein schwaches kaputtes , aber mit vermeintlichem Potenzial, übernimmt, geht es meistens aufwärts. Aber wenn man die Stärke des Übernehmers überschätzt, und die Marodität des zu übernehmenden, kann es schiefgehen. Und so war es wohl. Das sind Unternehmerische Entscheidungen, deren Effektivität man niemals richtig voraussehen kann, siehe Daimler/Chrysler.
Wirtschaftlich Unbedarfte wissen natürlich immer wie es richtig ist, nur leider immer im Nachhinein, nur da sind die Fehlplaner auch schlauer.
wilbi
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21.11.07 01:09:56
Beitrag Nr. 121 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.502.738 von MFC500 am 20.11.07 22:19:26Zu den 10 stärksten Industrienationen hat die DDR sich selbst gezählt. Tatsächlich gab es in der 70ern ein paar Jahre, wo das Wirtschaftswachstum ähnlich wie in der BRD war. Aber Honecker setzte auf Sozialpolitik zu Schleuderpreisen. Die DDR hatte wohl den höchsten Fleischverbrauch pro Kopf und beim Energieverbrauch gab es nur ein Land, dass die DDR noch übertrumpfte, die USA. Das führte zu der irrigen Ansicht im Westen, dass es der DDR sehr gut gehen müsse. Tatsächlich war die Energie das größte Problem. Obwohl Honecker immer wieder gewarnt wurde, rückte er nicht von den Preisen ab. So wurde die Industrie auf Verschleiß gefahren und die Stillstandszeiten wegen defekter Maschinen erreichten 20% in der Industrie. Das hat die Menschen genauso demoralisiert, wie die schlechter werdende Versorgungslage.

Den Todesstoß versetzte der Wirtschaft der Versuch, das nicht mehr beherrschbare Energieproblem durch russische Kernkraft zu lösen. Die Russen reduzierten nicht nur ihre Öllieferungen, sondern erwiesen sich auch bei der Kernkraftwerkstechnologie als unzuverlässiger Partner. Siemens wollte bauen, aber das war aus politischen Gründen nicht gewollt.
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21.11.07 09:01:17
Beitrag Nr. 122 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.504.133 von Wilbi am 21.11.07 00:39:57nur leider immer im Nachhinein

wie bereits in #110 dargelegt, es gab auch andere Stimmen, nicht erst im Nachhinein. Nur die wollte niemand hören. Kann ja schließlich nicht sein, daß ein Linker etwas Richtiges sagt, zumal in einer Phase des patriotisachen Überschwangs. Und nochmal: wer sehen wollte, konnte dies auch.

Wenn ich an Kohl denke, fallen mir stets zwei seiner beliebtesten Aussagen sein: "das müsen Sie mir nicht sagen", "das weiß keiner besser als ich"
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21.11.07 09:44:32
Beitrag Nr. 123 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.496.336 von CaptainFutures am 20.11.07 16:10:11Komisch,
jeder hat gewußt,
daß die DDR aus dem letzten Loch pfeift,
quasi ein Staatsbankrott,
darum ließ ja Gorbatschow die DDR fallen,
anscheinend Captain hast es nur du u.der Bimbes nicht gewußt..........
:rolleyes::eek:
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21.11.07 12:45:03
Beitrag Nr. 124 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.505.630 von Claptoni am 21.11.07 09:44:32Klein Erna hat es gewußt, aber Kohl war wie immer ahnungslos.
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21.11.07 12:52:42
Beitrag Nr. 125 ()
Klein Erna ??? Ist das ein Pseudonym für Schröta ????
Oder etwa gar Lafontaine ???

Für die beiden ist die DDR nur zusammengebrochen, weil der böse Westen es so wollte.

Eigentlich war das die richtige Staatsform für diese beiden "Herren". ;)
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21.11.07 14:07:38
Beitrag Nr. 126 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.508.649 von jaujazu am 21.11.07 12:52:42Die beiden genannten Herren sind doch selbst "Klein Erna".
wilbi
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21.11.07 14:36:02
Beitrag Nr. 127 ()
Nur Kohl hat als einziger nicht gewußt wie marode die DDR war.
:laugh::laugh::laugh::laugh::laugh:
Avatar
21.11.07 15:04:26
Beitrag Nr. 128 ()
Wie ich mit Gorbatschow die Einheit machte

Heute Teil 1: Wie Kohl und Gorbatschow im Kaukasus Deutschlands Einheit beschlossen.



Sicher verkauft sich dieser Käse ganz gut, mit der Realität hat er wenig zu tun.


Im kleinen Zirkel entschieden sich Gorbatschow und seine Berater am 26. Januar 1990 für die Aufgabe der DDR und den Abzug der sowjetischen Truppen aus Deutschland.
Avatar
21.11.07 23:27:27
Beitrag Nr. 129 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.509.745 von Wilbi am 21.11.07 14:07:38:laugh::laugh::laugh:
Avatar
21.11.07 23:39:04
Beitrag Nr. 130 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.510.188 von ConnorMcLoud am 21.11.07 14:36:02Hauptsache du hast es gewußt,du warst ja schon mal
14 Tage zu Urlaub in der DDR.Bei deiner "Intelligenz"müßtest
du eigentlich ein hochrangiger Politiker sein:laugh:
Sie lassen dich wohl nicht mitspielen?:confused:
Träum was Schönes!:kiss:
Avatar
22.11.07 02:39:23
Beitrag Nr. 131 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.492.141 von Wilbi am 20.11.07 11:36:05lesen und verstehen ist sicher nicht deine stärke !!!

das es dir heute offensichtlich gut geht ist sicher ein zufall !

das es mir finanz./mat. heute und auch in den nächsten 2-3 jahrzehnten gut gehen wird ist sicher kein zufall !!

und wenn das nicht so sein sollte sind mit sicherheit die "anderen schuld" da gebe ich dir ausn.weise mal recht alter !
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22.11.07 08:50:45
Beitrag Nr. 132 ()
#Connorchen...
Kohl hat die Einheit vollzogen, etwas was Schröder und Lafontaine für unmöglich, bzw. gar nicht gewollt haben. ;)
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22.11.07 10:26:14
Beitrag Nr. 133 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.520.385 von jaujazu am 22.11.07 08:50:45
Es war Pech, dass ausgerechnet Leute wie Lafontaine im Westen und Böhme im Osten an der Spitze der SPD standen. Die SPD im Osten war gerade erst neu gegründet, die Bürgerrechtsbewegungen waren schlecht organisiert. Ihnen fehlte die Zeit, das wußte Kohl.

Die CDU der DDR war etabliert - saß in der Volkskammer der DDR - und erklärte sich von einem Tag auf den anderen zur demokratischen Partei. Für die meisten Wähler im Osten war CDU = Helmut Kohl. Außerdem hatten viele die Vorstellung, dass die CDU das meiste Geld mitbringen würde.


Die SPD wollte ähnlich wie die Bürgerrechtsbewegungen eine Einheit von unten. Eine Konföderation mit anfangs getrennter Währung und festem Umtauschkurs wäre der richtige Weg gewesen.

Dann hätte es eine Diskussion zur neuen Verfassung und eine Volksabstimmung geben müssen.

Auch den Westdeutschen wurde die Einheit übergestülpt, ohne sie zu fragen.
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22.11.07 11:34:53
Beitrag Nr. 134 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.521.504 von LastHope am 22.11.07 10:26:14Du hättest in dem von Dir vorgeschlagenen DDR-System von den 18 Millionen Ossis lieber 10 Millionen davon im Westen gehabt?
Wo hätten die alle hinsollen?
wilbi
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