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Verwaltungsgebühr/TER - 500 Beiträge pro Seite



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Hallo WO-Gemeinde,

hat jemand eine Erklärung, wie die Total Expense Ratio eines Fonds geringer sein kann als seine Verwaltungsgebühr? In der TER stecken doch neben der Verwaltungsgebühr noch weitere Kostenpositionen (Depotbank, Wirtschaftsprüfer etc.). Ich habe nicht systematisch recherchiert, aber z.B. sind mir auf der Union-Website mehrere Fonds aufgefallen, bei denen dieses Phänomen auftritt.

Guten Jahresstart wünscht Simplizissimus
schau mal hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Total_Expense_Ratio

Entscheidend ist dieser Satz:
Die Bezeichnung „Total Expense Ratio“ (TER) ist grob irreführend, da sie einen oftmals grossen Anteil an den Gesamtkosten, nämlich die Transaktionskosten bei der Abwicklung von Börsenaufträgen der Investmentfonds gerade nicht enthält.(wikipedia)

Habe die durchschnittlichen Transaktionskosten p.a.für einen Fonds vor kurzem angefragt. Werde mich wieder melden, falls eine Antwort kommen sollte.

Gruß
eden04
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.942.363 von eden04 am 04.01.08 18:21:12Hi Eden,

das erklärt mE aber trotzdem nicht, wieso die TER niedriger ist als die Verwaltungsgebühr-Quote, denn die "Management-Fee" beinhaltet ja nach meiner Kenntnis nicht die Transaktionskosten, sondern eben nur die reinen Verwaltungskosten.

Übrigens ist es mE so, dass auch die Performance-Fee, also die Erfolgsgebühr bei gutem Kursverlauf, nicht in die TER eingerechnet wird. Auf diese Weise tricksen die KAGs besonders gerne bei neueren Fonds. Da zu Recht heutezutage kaum mehr Bereitsschaft besteht, sich um 5 % Ausgabeaufschlag abzocken zu lassen, versuchen die KAGs über Schwindeleien im Rahmen der laufenden "Kosten", an das Geld der Anleger heranzukommen. Früher waren performance-fees wohl eher unüblich, während neuere Fonds wohl inzwischen oft eine solche Gaunergebühr enthalten. Teilweise sollen sogar ältere Fonds auf PF umgestellt werden.

VG

pyramus
#3

Ja, das stimmt, die Performance-Gebühr ist in der TER noch nicht enthalten. Wie auch? Durch die Schwelle (Hurdle) ist die Perfomance-Fee ja nicht immer ein fester Prozentsatz sondern betrifft nur die die Schwelle übersteigenden Performance. Ich glaube aber, dass die Fonds mit Performance-Fee überhaupt keinen Wert bei der TER angeben werden.

Zudem sehe ich die PF ebenfalls sehr kritisch, ich glaube so linkt man viele Anleger. Viele gutgläubige Anleger sind wohl der Meinung "wenn der Fonds gut läuft darf der Manager auch was für sich behalten". Aber der genaue Anreizmechanismus für den Fondsmanager ist wohl keinem wirklich klar (mir im übrigen auch nicht :)). Wenn ich Fondsmanager wäre und z. B. einen festen Vertrag mit Laufzeit 5 Jahre hätte würde ich im letzten Jahr schon in Versuchung geraten hochspekulative Invests einzugehen. Wenns gut läuft verdiene ich mir mit der Performance-Fee noch mal eine goldene Nase, wenn nicht - naja ist ja nicht mein Geld gewesen.

Grüße,
sunny
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.949.398 von sunnyberny am 05.01.08 14:05:21Dass die TER die Verwaltungsgebühr enthalten sollte, ist eine Richtlinie des BVI, deren Einhaltung stellt aber keine Verpflichtung dar:http://www.fondsvermittlung24.de/ter-total-expense-ratio.htm…
Hinzu kommt, dass Begriffe, wie "Verwaltungsgebühr", "Beratervergütung", "Managamentgebühr" durchaus Verschiedenes beinhalten können. Mit einer klaren, transparenten und einheitlich verbindlichen Kostenstruktur hat das wenig zu tun. Und dass dann die Verwaltungsgebühren schon mal höher sein können als die TER verwundert nicht. Wie Sunnyberny schon andeutet, ist das für die KAG's häufig auch nicht unbedingt von Interesse hier für mehr Klarheit zu sorgen. Bin bei einem Fonds ebenfalls am Rätseln, was die TER nun enthält und was nicht. Im Zweifel hilft dann die Lektüre des Verkaufsprospektes (empfiehlt sich generell) und/oder direkte Anfrage bei der KAG. Bleibt die Antwort unbefriedigend, würde ich es dabei belassen. Am sympatischsten ist mir noch die Angabe "all-in-fee". Aber auch hier gilt. Symapathie ist das Eine, Gewissheit das Andere.

Gruß
eden04
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.943.534 von pyramus am 04.01.08 19:51:43@Pyramus:
Ich habe im neuen Buch von Eckart Sauren gelesen, daß er mit ca. 0,1 % die Transaktionskosten bei seinen Dachfonds beziffert.

Murdo
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.957.361 von Murdo am 06.01.08 00:19:20http://www.geldanlage-brief.de/boerse-und-geldanlage/0715-di…
Dort wird der DWS Multi Opportunities (WKN: LU0148742835) - ein wie ich finde sehr guter Dachfonds - beworben. U.a. heißt es dort:
Die Kosten: Fürs Agio zahlen Sie bis zu fünf Prozent, die laufenden Gebühren liegen bei knapp 0,9 Prozent. Hinzu kommt die Verwaltungsvergütung, die der Fonds an Zielfonds zahlt: pro nicht-hauseigenem Zielfonds bis zu 3,25 Prozent pro Jahr.

Selbst wenn diese Verwaltungsvergütung nicht voll weitergegeben wird,
gehe ich mal davon aus, dass es mit 1% p.a. nicht getan ist.
Würde mich freuen, wenn zur Kostenftrage mal jemand posten würde, der/die sich besser damit auskennt und bestätigt oder auch verwirft, was hier geschrieben wird.

eden04
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.957.361 von Murdo am 06.01.08 00:19:20Nachtrag:
@ Murdo. 0,1% Transaktionskosten sind vor diesem Hintergrund schwerlich nachvollziehbar
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.961.306 von eden04 am 06.01.08 18:25:07@eden04

"Das Sauren Fondskonzept", 2008, Seite 186/187:
"Auch die Summe der für Transaktionen innerhalb der Sauren Dachfonds anfallenden Gebühr ist äußerst gering und liegt deutlich unter 0,1 Prozent pro Jahr."

Ob dies nachvollziehbar ist oder nicht, mußt Du Eckhard Sauren auf seiner Investmentkonferenzfragen:
http://www.sauren.de/downloads/tmp/SaurenInvestmentkonferenz…
Antwort auf Beitrag Nr.: 32.961.306 von eden04 am 06.01.08 18:25:07Warum sollte dies denn nicht stimmen? Hier wird ja von den Transaktionskosten geschrieben. Da Sauren beim Kauf der Fonds keinen Ausgabeaufschlag zahlt, fallen hier doch kaum Kosten an. Ebenfalls fallen in der Regel beim Verkauf von Fonds keine Gebühren an.
Von jemandem aus der Fondsbranche habe ich gehört, dass sich das Phänomen Verwaltungsgebühr > TER wie folgt erklärt:

Die Verwaltungsgebühr beziehe sich auf das laufende Geschäftsjahr, die TER aber auf das vergangene. Wenn das stimmt, würde ein Fall wie oben (Verw. > TER) ja bedeuten, dass es vom vergangenen auf das laufende Geschäftsjahr eine Erhöhung der Verwaltungsgebühr gegeben hat, die erst in der nächsten TER-Berechung berücksichtigt werden wird.

Was haltet ihr davon?

Simplizissimus


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