Abgeltungssteuer mit Dachfonds umgehen? (z.B. MPC Superfonds?) - 500 Beiträge pro Seite



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Weiß jemand, wie nun eigentlich die Aussichten sind, die Abgeltungssteuer mittels Dachfonds zu umgehen. Der eine sagt, es ginge, der nächste wiederum meint, dieses Schlupfloch würde noch rechtzeitig gestopft. Ich bin verwirrt. :confused:

In diesem Zusammenhang würde mich interessieren, ob es hier Meinungen zu den Superfonds von MPC Capital gibt: http://www.presseportal.de/pm/25671/1165528/mpc_capital_grup…
Weniger Rendite ohne Fondsprivileg
von Robert Kracht

Kaum eine Anlage bleibt verschont: Nach neuen Plänen aus Berlin soll die Abgabe ab Januar 2009 beinahe den gesamten Depotbestand im In- und Ausland erfassen. Die FTD erklärt, was sich für die verschiedenen Fondsarten ändert, wenn die Vorschläge Gesetz werden.

Wer sich bis Ende 2008 mit Investmentfonds eindeckt, kann die anschließend realisierten Kursgewinne wahrscheinlich nicht mehr auf Dauer steuerfrei genießen. Denn das im Fonds reinvestierte Kursplus wird nach ersten Plänen zum Jahressteuergesetz 2009 wie bei der Direktanlage mit 25 Prozent Abgeltungsteuer belegt. Anders als nach der noch geltenden Rechtslage kann der Fondsmanager dann nicht mehr laufend die Favoriten wechseln und etwa Rentenpapiere in Zertifikate tauschen, ohne den Bestandsschutz für Anleger auszuhebeln. Dieser sieht vor, dass noch vor 2009 erworbene Titel nach Ablauf der einjährigen Spekulationsfrist auf Dauer steuerfrei verkauft werden dürfen.

Für Fonds soll es nun eine Sonderregelung geben. Auf Dauer steuerfrei bleiben nur noch Verkäufe von Aktien, festverzinslichen Anleihen und am Terminmarkt. Die übrigen im Fonds thesaurierten Gewinne gelten dem Anleger einmal jährlich als zugeflossen und unterliegen dann der Pauschalsteuer von 25 Prozent. Damit schützt die Investition im Fondsmantel nicht mehr vor dem Zugriff des Fiskus. "Das gilt in erster Linie für Dachfonds, die als Vermögensverwaltung in einem Papier auf mehrere Asset-Klassen setzen", erklärt Steuerberater Volker Schmidt von Ebner, Stolz & Partner aus Stuttgart. "Dachfonds als steuerfreies Konservierungsmodell sind damit akut gefährdet", betont Steueranwalt Rolfjosef Hamacher von der Axer Partnerschaft in Köln. Sofern das Gesetz wie jetzt geplant in Kraft tritt, entfällt die bisherige Strategie, über Dachfonds wie ein Anleger zu agieren, ohne aber auf Gewinne Abgeltungsteuer zahlen zu müssen.

Kleiner Bestandsschutz

Fest steht, dass Zertifikate betroffen sein sollen. Da nach dem 14. März 2007 direkt erworbene Titel bei Verkauf oder Fälligkeit ab Juli 2009 der Abgeltungsteuer unterliegen, rettet nach geltendem Recht nur die Investition im Fondsmantel eine dauerhafte Steuerfreiheit auf die Erträge aus Bonus, Discount oder Express. Dies gelingt nun langfristig nicht mehr, sofern das Gesetz wie geplant im Dezember in Kraft tritt. Dann fehlt dem Fonds ein gutes Viertel vom Kursplus für die Umschichtung. Immerhin soll es hier einen kleinen Bestandsschutz für das an Silvester 2008 vorhandene Vermögen geben. Dieses kann die Gesellschaft für die Anteilsbesitzer steuerfrei realisieren, die vor 2009 einsteigen. Dieser Vorteil verflüchtigt sich aber nach und nach.

Deutliche Einbußen
Vergleich der Erträge eines Zertifikatefonds, Angaben in Euro
Gesetzeslage aktuell geplant
Bestand Ende 2009 100000 100000
Wertzuwachs 2010 7500 7500
Abgeltungsteuer* 0 –1978
Reinvestition 2010 107500 105522
Wertzuwachs 2011 8063 7914
Abgeltungsteuer* 0 –2087
Reinvestition 2011** 115563 111379
Bestand 2050 1804424 858460

*) Abgeltungsteuer plus Soli = 26,375 %;
**) Die Schritte Reinvestition, Wertzuwachs, Abgeltungsteuer werden bis zum Jahr 2050 wiederholt; Quelle: eigene Berechnungen


Da eine Reihe von Fondsgewinnen schneller in die Abgeltungsteuer rutschen sollen, lassen sich im Umkehrschluss auch Verluste besser verrechnen. Bringt der Jahressaldo aus verkauften Zertifikaten ein Minus, kann der Fonds dies mit Zinsen und Dividenden verrechnen. Insoweit geht der Fiskus leer aus. Reichen die positiven Erträge nicht aus, wird der Verlust aufs folgende Geschäftsjahr vorgetragen. Das neue Verlustpotenzial ist wohl auch der Grund dafür, warum Termingeschäfte und Aktien ausgenommen werden: "Hier soll die Haushaltskasse nicht durch Kurseinbrüche wie derzeit belastet werden", vermutet Schmidt.

Termingeschäfte bleiben aber nicht generell ohne Abgeltungsteuer. Privatanleger dürfen nur in Hedge-Fonds als Dachkonstruktion investieren. Die wiederum sollen gerade keinen Bestandsschutz erhalten. Gleiches gilt für eine Reihe von Rentenpapieren. Gewinne aus Anleihen sollen nämlich nur dann im Fonds steuerfrei thesauriert werden können, wenn sich der Ertrag nach einem fixen Prozentsatz vom Nennbetrag bemisst. Das ist bei vielen Genussscheinen nicht der Fall, bei denen sich der Zins nach Umsätzen oder Gewinnen richtet. Somit fallen Genussscheinfonds wohl genauso aus dem Bestandsschutz wie Gesellschaften, die auf Floater und sonstige Bonds mit variablem Kupon setzen.

Eine Sonderrechnung müssen Rentenfonds zudem bei Zerobonds oder abgezinsten Sparbriefen anstellen. Während Anleger bei der Direktanlage erst bei Fälligkeit oder Verkauf Abgeltungsteuer auf die bis dahin aufgelaufenen Zinsen zahlen, muss der Fonds die Abgaben jährlich abführen. Das mindert das Vermögen für die Reinvestition. "Insgesamt keine rosigen Aussichten für Fondssparer, sollte die bisher beschlossene Gesetzeslage tatsächlich gekippt werden", resümiert Experte Schmidt.

http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/:Abgeltungssteuer%2…
Antwort auf Beitrag Nr.: 33.805.543 von Jens T am 04.04.08 00:31:14"Weiß jemand, wie nun eigentlich die Aussichten sind, die Abgeltungssteuer mittels Dachfonds zu umgehen."

Nein, dass weiss niemand. Die Politiker halten es für angebracht, zunächst Gesetze zu verabschieden, nach denen innerhalb eines Dachfonds keine Abgeltungssteuer anfällt.
Wenn dann der Anleger danach handelt, sich eine langfristige Anlagestrategie für seine Altersvorsorge entwickelt und Dachfonds kauft (unter Umständen dafür hohe Ausgabeaufschläge gezahlt hat), überlegen sich die Politiker, ob innerhalb eines Dachfonds doch Abgeltungssteuer anfallen soll (siehe Posting #2).

Im Moment herrscht Planungsunsicherheit. Man weiss nix.
Die deutsche Steuergesetzgebung ist leider völlig unsystematisch, beliebig, willkürlich, dilletantisch und von kurzfristigen fiskalischen Begehrlichkeiten getrieben.
Die beste Altersvorsorge ist und bleibt, für ein paar Jahre ein politisches Amt auszuüben.

Was kann ein Anleger tun :confused:
Eigentlich nur bei den nächste Wahlen die Politiker dafür gnadenlos abzustrafen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 33.806.395 von TokioBill am 04.04.08 09:10:00Wenn dann der Anleger danach handelt, sich eine langfristige Anlagestrategie für seine Altersvorsorge entwickelt und Dachfonds kauft (unter Umständen dafür hohe Ausgabeaufschläge gezahlt hat), überlegen sich die Politiker, ob innerhalb eines Dachfonds doch Abgeltungssteuer anfallen soll

Genau das ist mein Problem. Normalerweise käme ich wegen der hohen Kosten nie auf die Idee, in Dachfonds zu investieren. Als einziges Argument sehe ich im Moment die Abgeltungssteuer.
Wenn ich nun einen langfristigen Sparplan mit Dachfonds abschließe und dann wird diese blöde Abgeltungssteuer plötzlich auf Dachfonds erweitert, würde ich mich ja echt in den Arsch beißen. :mad:

Hat jemand eine Meinung zu den Superfonds von MPC Capital? http://www.presseportal.de/pm/25671/1165528/mpc_capital_grup…
Antwort auf Beitrag Nr.: 33.811.430 von FCO_Alpha am 04.04.08 16:38:56Kannst du mir dazu einen Link oder irgendwas geben.
Riester ohne staatl Förderung? Kann ich mir grad keinen Reim drauf machen ...
Antwort auf Beitrag Nr.: 33.813.039 von FCO_Alpha am 04.04.08 19:04:45Danke! Interessante Idee, muss man erst mal drauf kommen.
Für Leute mit hohem Steuersatz aber eher weniger attraktiv, oder?


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