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Die Deutschen zeigen den Amerikanern, was Kultur ist. - 500 Beiträge pro Seite



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German staging of Verdi's A Masked Ball on 9/11 with naked cast in Mickey Mouse masks
By Harry de Quetteville in Berlin
Last Updated: 3:24pm BST 11/04/2008

A German opera house is to unveil a provocative new production staged in the ruins of New York's World Trade Centre.



It features naked pensioners and Mickey Mouse masks, Hitler salutes and Elvis impersonators.

The self-consciously outrageous September 11th staging of Verdi's 'A Masked Ball' has been dreamed up by Austrian director Johann Kresnik.

He has described the concoction as a populist critique of modern American society, aimed at showing up the disparities between rich and poor, which is attracting a large audience.



"It will be a different, a provocative masked ball on the ruins of the World Trade Centre," he told reporters before Saturday's premiere. “The naked stand for people without means, the victims of capitalism, the underclass, who don’t have anything anymore."

Rehearsals suggest that Mr Kresnik's anti-capitalist staging is unlikely to be celebrated for its subtlety.

Some of the cast are dressed in soldiers uniforms, or in the red white and blue of Uncle Sam, or in day-glow pink Elvis costumes, slashed to the waist. Many, however, appear to spend their time on stage not wearing anything at all.



They include dozens of local pensioners, recruited by the opera house in Erfurt, eastern Germany, to appear naked wearing nothing but plastic Mickey Mouse masks.

"It’s a very beautiful, poetic scene," said Guy Montavon, the theatre’s general manager.

He said that 60 eager amateurs were keen to appear naked before an audience for the premiere, but only 35 made the final cut.

The staging deliberately toys with images that are extremely sensitive both in the US and Germany.



Foreign audiences may find naked singers cavorting in front of the iconic ruined mesh of World Trade Centre metalwork most provocative.

In Germany however, a female singer with a painted-on toothbrush moustache performing a straight arm Nazi salute appears particularly conceived to outrage.

The obvious ostentation of the production prompted one local politician to call for locals to boycott the performances.

But that call has been completely ignored.

Indeed, though the production looks unlikely to win many prizes for the nuance of its message, Mr Kresnik has succeeded in his other aim, selling out the Erfurt opera house for the premiere.

Only a handful of tickets are available for subsequent performances later this month.

"One has to introduce new elements," he said. “Otherwise it is difficult to attract new theatregoers."

http://www.telegraph.co.uk/news/main.jhtml?xml=/news/2008/04…
Antwort auf Beitrag Nr.: 33.869.601 von jetlagged999 am 11.04.08 19:10:42Ist Peymann eigentlich schon aus Teheran zurück?
Antwort auf Beitrag Nr.: 33.869.824 von Blanchefort am 11.04.08 19:40:51Die Frage nach Peymann erübrigt sich, da Johann Kresnik, der Mann der das Ganze erdacht und in Szene gesetzt hat, Österreicher ist.

Insofern ist der threadtitel mit dem Bezug auf Die Deutschen zeigen..... irreführend.
Antwort auf Beitrag Nr.: 33.870.124 von bares@nobles am 11.04.08 20:17:33Wieder ist ein Österreicher daran schuld und die Deutschen wussten von nichts und haben nichts damit zu tun.
Johann Kresnik, Otto Mühl, Hermann Nitsch, hausmannskost ...

wenn's um pathologische Auswüchse geht, sind die Österreicher stets ganz vorn mit dabei
Antwort auf Beitrag Nr.: 33.870.124 von bares@nobles am 11.04.08 20:17:33Insofern ist der threadtitel mit dem Bezug auf Die Deutschen zeigen..... irreführend.

Ist er nicht unbedingt. Johann Kresnik gilt (angeblich) als einer der Pioniere des deutschen Tanztheaters und hat hauptsächlich in Deutschland gelebt und gewirkt z.B. als Ballettdirektor in Bremen und Heidelberg oder an der Volksbühne Berlin und am Choreographischen Theater in Bonn. Auch seine Aufführungen fanden hauptsächlich in Deutschland statt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 33.870.429 von CaptainFutures am 11.04.08 20:55:38Aha, dann ist also Claus Peymann, der lange die Direktion des Burgtheaters in Wien innehatte und überwiegend mit Stücken österreichischer Autoren aneckte, zwangsläufig ein Österreicher.
Anders verstehen es die Amis nicht, den muss man die Kultur halt auf diesem Wege beibringen.
Zumindest arbeitet dieser Österreicher Kresnik kostenbewusst.
Die Inszenierung kostet laut Bildzeitung nur schlappe 20.000 Euros.

http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/03/12/skandal-…

Selbstverständlich regt sich die Bildzeitung gewaltig über die vielen Nackten von Kresnik auf, um andererseits selbst täglich massenweis Nackte im eigenen Blatt zu positionieren.
Antwort auf Beitrag Nr.: 33.872.106 von bares@nobles am 12.04.08 09:33:03Der Unterschied: Die Bild-Zeitung erhebt nicht den Anspruch, eine kulturelle Veranstaltung zu sein.
Antwort auf Beitrag Nr.: 33.872.129 von jetlagged999 am 12.04.08 09:46:11Aha!
Ergo dürfen Nackte zwar nicht auf die Bühne, aber in die Presse.
Antwort auf Beitrag Nr.: 33.870.627 von bares@nobles am 11.04.08 21:24:03Aha, dann ist also Claus Peymann, der lange die Direktion des Burgtheaters in Wien innehatte und überwiegend mit Stücken österreichischer Autoren aneckte, zwangsläufig ein Österreicher.

Peymann hat nur wenig und kurz zur österreichischen Kulturlandschaft beigetragen. Überwiegend hat auch er wie Johann Kresnik in Deutschland gewirkt und somit überwiegend zur deutschen Kulturlandschaft beigetragen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 33.872.142 von bares@nobles am 12.04.08 09:51:26Ergo dürfen Nackte zwar nicht auf die Bühne, aber in die Presse.

Natürlich dürfen vor den Ruinen des World Trade Centre auch Nackte mit Mickymausmaske auf die Bühne oder eine Frau im Hitlerlook mit ausgestrecktem rechten Arm wenn man seine grenzdebilität künstlerisch zum vollen Ausdruck bringen will und eine neue begeisterte Theatergängerschaft aus dem Prekariat gewinnen möchte.
Antwort auf Beitrag Nr.: 33.872.303 von CaptainFutures am 12.04.08 10:55:41du hast recht!solche Inszenierungen bestätigen immer wieder wie sich das Publikum vom Regisseur verarschen läßt.So etwas kann man sich nur leisten wenn man ausreichend Subventionen abgreift. :cry:
Sehr gute Sraederoeffnung, Kompliment! Die ganze chose dargebracht mit trockenem britischen Understatement. Ich hoffe doch sehr, dass die Sache auch in den USA Beachtung findet. Sie sind schliesslich die Adressaten dieser sensationellen Auffuehrung. Oder nicht?

Die Vorstellung findet also in Erfurt statt, ist ausverkauft, ist voll durchsubventioniert, wird von einem Oesterreicher inszeniert und findet auf den Truemmern des WTC statt.

Erfurt: scheint mir der passende Ort fuer eine solche Auffuehrung zu sein. Dieser Ort hat in den Tagen der glorreichen Sowjetunion geradezu gestrotzt vor Civil Courage. Kulturelle Kritik fand man dort an jeder Ecke.

Ausverkauft: Na klar, aus den Zeiten der Regimekritik hat man eine Tradition zu pflegen. Ausserdem: was ist denn in Erfurt sonst noch los?

Subventionen: Seit den Zeiten des seligen FJS hat man dort noch nie von etwas anderem gelebt. Das ist ein erfolgreiches Geschaeftsmodell. Warum sollte man das aendern?

Oesterreicher: Damit waere die kuenstlerische Verantwortung entsorgt. Klasse, dem Kulturgenuss steht nichts mehr im Wege.

WTC: Das WTC passt ihnen weder in heilem Zustand ("obszoenes Mahnmal des US-Kapitalismus") noch kaputt ( "obszoenes Mahnmal des US-Imperialismus").

Vielleicht sollten die durchsubventionierten Kulturschaffenden im Osten in ihrer komplett mit Fremdmitteln wiederaufgebauten Puppenstubenspiesserstadt sich mal wieder zu einem Unternehmen entschliessen, das sie bisher noch nicht gewinnen konnten: einen Krieg gegen Amerika - voll durchsubventioniert natuerlich! Bei dem wuerde sogar ich mitmachen ...
So einen Schei... kann man aber auch nur im total verblödeten Amerika aufführen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 33.873.039 von niemwolf am 12.04.08 15:06:59Ach so, Erfurt Opera House steht also im "total verbloedeten Amerika". Nun, wie verbloedet Du eigentlich bist, darf man hier taeglich ueberpruefen ...
Und die WTC`s standen in Erfurt. Oder wo wird das Stück jetzt aufgeführt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 33.873.084 von niemwolf am 12.04.08 15:23:48Keine Ahnung wieviele WTCs Du meinst (der Ossiapostroph verraet Dich ... so wie in Hofmann's :laugh: ).

Nee, Genosse, offen herumliegende WTC-Truemmer gibt es bis auf Weiteres nur aus Pappmache und sie liegen auf den durchbsubventionierten Buehne in Erfurt herum. In NYC wird gebaut.

Ich moechte lieber nicht wissen, was fuer ein Geheule und Gejammer in der Puppenstubenspiesserstadt mit dem erfolgreichen Subventionierungsgeschaeftsmodell ausbraeche, wenn ein Osama-Geschoss dort einschlagen wuerde. Na ja, und der wahre Schuldige stuende natuerlich auch schon fest.
Antwort auf Beitrag Nr.: 33.873.084 von niemwolf am 12.04.08 15:23:48Maskenball auf den Truemmern von Ground Zero - Kresniks Verdi-Inszenierung in Erfurt

Erfurt (ddp). Was andere nur zynisch finden mögen, ist für Regisseur Johann Kresnik konsequent: Giuseppe Verdis «Maskenball» tanzt auf den Trümmern des World Trade Centers in New York. Der international bekannte und streitbare Künstler verspricht eine politisch aufgeladene Inszenierung, die am Samstag (12. April) in der Neuen Oper Erfurt Premiere hat.

Bei Verdi spielte die Geschichte um Macht, Mord und Liebe ursprünglich in Stockholm. Weil ein Königsmord die Zensoren im 19. Jahrhundert aufschreckte, verlegte Verdi den Schauplatz ins nordamerikanische Boston und verfremdete die Figuren, ohne die Grundkonstellation zu verändern. Kresnik geht an der Erfurter Oper in eine neue Richtung. Er erkennt im «Maskenball» als innere Triebfeder der Figuren eine Verschwörungstheorie. Deshalb verlegt er den Handlungsort in das zerstörte World Trade Center.

Dazu ist natürlich erforderlich, hinter dem terroristischen Attentat vom 11. September 2001 ebenfalls eine Verschwörung zu sehen. Kresnik zweifelt daher die gängige Version des Anschlags an, da gäbe es sehr viele Theorien, sagte er im ddp-Gespräch. Beim 11. September und im «Maskenball», so sein Vergleich, gehe es um Macht und Politik, die in Frage zu stellen seien.

Kresniks harsche Kritik an den USA hat ihre Ursachen im Vietnam-Krieg. Seitdem sei er kein Freund Amerikas mehr, sagt der 68-Jährige über sich selbst. Er habe in Los Angeles den «Rosenkavalier» inszeniert und zugleich aus nächster Nähe das schreckliche Elend auf den Straßen erlebt, die totale Überwachung und Kontrolle durch die Polizei. Diese Erfahrungen und seine marxistische Grundhaltung, zu der er sich bekennt, prägen seit über 40 Jahren seine Arbeit als Künstler und seine Distanz zum politischen System in den USA.

Die Masken in seiner Erfurter Inszenierung, verspricht Kresnik, würden nichts mit den sonst oft verwendeten wunderschönen Masken Venedigs zu tun haben. Sie versteckten das Gesicht der Täter, deshalb verwende er brutale Kostümierungen, wie etwa Schweinsmasken.

Bereits vor der Premiere sorgte Kresnik für Schlagzeilen und rief die Kritik einzelner lokaler Politiker hervor, weil in seiner Inszenierung ältere Statisten nackt auf der Bühne agieren. Der Regisseur lässt sie im «Maskenball» als die Unterschicht auftreten, die nichts mehr in dieser Gesellschaft zu gewinnen habe. Unter den Statisten gebe es einige, sagt der Regisseur, die aus eigener Erfahrung diese soziale Situation kennen würden.

Generalintendant Guy Montavon kennt Kresnik und seine unkonventionellen Arbeiten seit über 20 Jahren. Dessen Sicht auf den «Maskenball» sei etwas für Hartgesottene, meint Montavon, eine radikale Uminterpretation. Die derzeit an der Erfurter Oper laufende italienische Spielzeit sei sonst sehr «soft».

Anders als bei Verdi gibt es auf der Bühne in Erfurt kein Happy End, sondern der Konflikt endet in einer Katastrophe. Ob auch die Inszenierung als solche aufgenommen wird oder einen Skandal provoziert, bleibt abzuwarten. Ihn interessiere nicht, sagt Kresnik, ob Buhrufe oder Bravos zur Premiere fielen. Wenn aber nur Bravo gerufen werde, dann habe er etwas falsch gemacht. Schließlich wolle er mit dem Publikum eine Diskussion führen.

ZDFtheaterkanal

Fr, den 11.04.2008

http://www.theaterkanal.de/theater/deutschland/thueringen/er…

Armes Deutschland!
Der bekannte linke Neusprech:

Hetze = Kritik
Frieden = Krieg
vorbildlich = obszön
Wohlstandsbürger = Opfer des Kapitalismus
Sozialistische Ausbeutung = Kapitalistische Ausbeutung
Demokratisierung = Machtgier


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