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Ehrenmorde - kein Schutz nirgends - 500 Beiträge pro Seite



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Dunkles Kapitel unter Verschluss
Gülsen Celebi hat ein umstrittenes Buch über Ehrenmord geschrieben


Mord aus verletzter Ehre: Am 9. März 2007 erschießt der Türke Erol in Mönchengladbach seine Ex-Frau Rukiye und die
gemeinsame Tochter Derya. Denn Rukiye, von ihm jahrelang terrorisiert und verprügelt, hat in seinen Augen ein Verbrechen begangen - weil sie sich von ihm trennte und ihm die Kinder entzog. Gülsen Celebi, die Anwältin von Rukiye hat ein Buch über den Mord an ihrer Mandantin geschrieben: "Kein Schutz, nirgends" allerdings steht derzeit nicht zum Verkauf. Ein Gericht hat den Vertrieb untersagt.
"Kein Schutz, nirgends" ist ein Insiderbericht aus einer Parallelwelt, in der minderjährige junge Frauen wie Rukiye zwangsverheiratet und in Deutschland wie Sklavinnen gehalten werden. Rechtlos und schutzlos. Und wer ausbrechen will, wird bestraft - von der Familie, vom Clan. "Wir müssen uns bewusst werden, wenn ein Clan vorhat, jemanden umzubringen, dann wird der alles drum geben, das dass auch verwirklicht wird", so Gülsen Celebi. "Da sind wir und da ist auch die Justiz nicht vorbereitet."
Kein Fehlverhalten der Justiz

Das Buch ist auch eine Anklage gegen das deutsche Justizsystem. Denn Erol hat seine Frau nach einer Gerichtsverhandlung ermordet - obwohl er wegen der Vergewaltigung einer Schwester seiner Frau mit internationalem Haftbefehl gesucht wurde. Darüber informierte Gülsen Celebi den Familienrichter. Der ruft bei der Staatsanwaltschaft an. Doch es geschieht nichts. Erol verlässt das Gericht als freier Mann und erschießt einige Stunden später kaltblütig Frau und Tochter. Ein Fehlverhalten der Justiz habe nicht vorgelegen, ergeben interne Untersuchungen. Joachim Banke, Pressesprecher vom Landgericht Mönchengladbach, erklärt: "Ich muss zum einen sagen, dass wir nach wie vor von Seiten der Justiz bedauern, dass es zu diesen schrecklichen Vorfällen in Mönchengladbach gekommen ist. Ich habe allerdings selbst im April letzten Jahres in einer Presseerklärung dargelegt, dass der Familienrichter selbst kein Recht hatte, den Betroffenen zu verhaften."


Gülsen Celebis Buch zeigt, wie Justiz und Gesellschaft der Gewalt in dem Migrantenmilieu hilflos gegenüberstehen: den patriarchalisch geprägten Vorstellungen von Ehre und Familie, die für die davon betroffenen Frauen oft Erniedrigung und Misshandlung bedeuten. Die kulturellen Missverständnisse beginnen schon mit der Definition des Begriffs Ehrenmord. "Außerdem bedeutet Ehrenmord, dass in der Regel ein Familienrat entscheidet und sagt, diese Frau muss getötet werden im Interesse der Familie", so Joachim Banke. "Das ist hier vorliegend nicht der Fall gewesen. Es ging um einen verlassenen Ehemann, der mit der Situation nicht fertig geworden ist und dann Frau und Tochter erschossen hat. Das kommt in sämtlichen Kulturkreisen vor - und hat mit diesem so genannten Phänomen Ehrenmord nichts zu tun." Gülsen Celebi sieht das anders. Sie sagt: "Es gibt bestimmte Verhaltensmuster, die typisch für Ehrenmorde sind. Die waren auch in diesem Fall gegeben. Wie zum Beispiel die arrangierte Ehe, dass die Ehefrau gehorchen musste, dass der ganze Clan sich gegen sie gerichtet hatte, dass ihr keiner geholfen hat - das sind alles Indizien. Und letztendlich haben wir auch gesehen, dass er sie ermordet hat. Das war keine Beziehungstat."

Wie stark der Ehrbegriff und die Bindungskräfte der Familie sind, wurde kürzlich im Landgericht in Mönchengladbach deutlich. Denn auf einmal will eine der im Buch erwähnten Schwestern der ermordeten Rukiye nicht mehr gewusst haben, dass es sich beim geplanten Buch um ein Werk handelt, welches zur Veröffentlichung bestimmt war. Außerdem fühlt sich die Frau, ebenfalls zwangsverheiratet und ohne deutsche Sprachkenntnisse, verletzt, weil im Buch ihre Vergewaltigung angedeutet wird. "Sie ist eine traditionelle türkische, muslimische Frau", so ihre Anwältin Hiltrud Hören. "Und dass nun diese Einzelheiten dann auch für jedermann nachlesbar sind, hat sie ganz furchtbar tief verletzt."

Boykott gegen das Buch

Gülsen Celebi hat es versäumt, sich schriftliche Einverständniserklärungen zu holen. Weil damals alle das Buch wollten, so sagt sie heute. Das Gericht glaubt der Familie - und verbietet das Buch. Doch Gülsen Celebi lässt sich nicht einschüchtern. Auf einer Internetseite dokumentiert sie Ehrenmorde, Taten, die meist im Dunkeln bleiben. Nur wenige erregen so viel Aufsehen wie der Mord an Hatun Sürücü, jener jungen Kurdin, die von ihrem Bruder ermordet wurde, nur, weil sie ein selbstbestimmtes Leben führen wollte. Gülsen Celebi möchte, "dass diese Frauen nicht vergessen werden. Und nicht nur eine Zeile in der Lokalpresse wert sind". Diese Frauen seien bestimmt alle starke Frauen gewesen, die es aber nicht geschafft hätten, sich diesem Druck zu entziehen. "Immerhin hatten sie nicht einen Feind, sondern einen Clan. Es ist wichtig, dass wir ein Zeichen setzen und sagen, wir vergessen euch nicht, und wir wollen, dass jeder von ihrem Schicksal Kenntnis hat", so die Autorin.

Der Verlag wird Einspruch gegen das Verbot des Buchs einlegen. "Kein Schutz, nirgends" zeigt, wie hermetisch abgeriegelt diese Welt ist, mit ihren archaischen, frauenfeindlichen Wertvorstellungen, genannt: die Ehre. Umso wichtiger wäre es, dass dieses Buch wieder erscheinen kann.


http://www.3sat.de/mediathek/frameless.php?url=/kulturzeit/t…
Hatun S., Rukiye und Derya P., Morsal O...
Die Akte Ehrenmord
Immer wieder werden Frauen und Mädchen, die frei leben wollen, von ihren Vätern oder Brüdern umgebracht. Die türkische Anwältin Gülsen Celebi schrieb darüber ein Buch. Jetzt hat ein deutsches Gericht es verboten
SaSCHA LANGENBACH




Anwältin Gülsen Celebi (36) aus Düsseldorf schrieb über Ehrenmorde. Ihr Buch "Kein Schutz, nirgends" soll in neuer Auflage erscheinen.
ddp

Sie bringen ihre Frauen, Töchter und Schwestern um: schießen, stechen, erwürgen, überfahren sie im Namen der Ehre – weil sie ihnen nicht zugestehen, dass sie anders leben wollen. Die Anwältin Gülsen Celebi hat eine Mandantin durch einen "Ehrenmord" verloren. Der Täter bekam lebenslänglich – aber für die Juristin aus Düsseldorf hat der Kampf für die Rechte islamischer Frauen gerade erst begonnen.
Gülsen Celebi ist intelligent, sie ist jung und attraktiv. Und was sie sagt, bringt viele muslimische Männer in Rage. "In Deutschland findet in der türkischen Gemeinschaft eine Re-Islamisierung statt. Das Wort Integration ist bei diesen Menschen nicht angekommen", sagt die 36-jährige Anwältin in einem ruhigen, bestimmten Ton. Man kennt diesen Ton von Menschen, die von einer Sache völlig überzeugt sind.
Celebi ist überzeugt, dass das Kopftuch, ein rückständiges Symbol der Tradition, ein äußeres Zeichen der Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist. "Mit dem Kopftuch kann ich mich nicht frei entfalten. Und warum soll ich mich als Frau einschränken? Warum sollen Mädchen ein Tuch tragen, die Jungen aber keinen Fez?"

Natürlich ist es ein großer Schritt vom Kopftuch-Streit zum Ehrenmord. Aber folgt man Celebi, gibt es Zusammenhänge, die vielen Deutschen nicht ohne Weiteres einleuchten. Da ist der Begriff der Ehre. Die erwirbt man nicht, zum Beispiel durch ein vorbildliches Leben; die ist einfach da, und sie muss verteidigt werden, immer, permanent, von der ganzen Familie. Und wer kann die Ehre verlieren? "Frauen und Mädchen, die sich dem Diktat des Clans nicht beugen, die frei leben möchten", sagt Celebi. Wer sich diesen Argumenten anschließt, der versteht, warum ein gefaltetes Stück Stoff zum Symbol von Unterdrückung werden kann. Und Anlass für Gewalt.

Leider sehen viele patriarchalische türkischstämmige Familien Gewalt als relativ normal an, "und da darf man sich nichts vormachen: Auch Akademiker schlagen Frauen und Kinder", sagt Celebi. Dabei sei Gewalt kein Teil der türkischen Kultur und Tradition, erklärt die Deutsch-Kurdin. "Aber sie wird zum Erhalt der Macht eingesetzt."
Die Anwältin musste im März 2007 selbst erleben, mit welcher tödlichen Konsequenz Gewalt zu Ehrenmorden führen kann – sie benutzt, wie auch andere türkisch- oder arabischstämmige Frauenrechtlerinnen, das Wort konsequent in diesem Zusammenhang.

9. März 2007: Eigentlich hätte Erol P. längst im Knast sitzen müssen, als er die tödlichen Schüsse auf seine Noch-Ehefrau Rukiye (38) und seine Tochter Derya (19) abfeuert. Denn gegen den Mann lag ein Haftbefehl wegen Vergewaltigung vor. Gülsen Celebi war verblüfft, dass Erol am Morgen überhaupt im Familiengericht erschienen war, wo es um das Sorgerecht für die drei Kinder des Paares gehen sollte.

Rukiye P., die als junge Frau gegen ihren Willen mit Erol verheiratet worden war (und als so genannte "Import-Braut" nach Westeuropa kam), hatte sich nach Jahren der Gewalt und Unterdrückung durch ihren Mann von ihm getrennt.

Celebi teilt dem Richter mit, dass es ein Schreiben der Staatsanwaltschaft gebe, wonach es in der Vergangenheit einen Haftbefehl gegeben haben solle, der außer Vollzug gesetzt wurde. Sie wollte sicher gehen und bat den Richter um Klärung. Nachlässigkeit oder Schlamperei: Erol wird jedenfalls nicht verhaftet. Ihrer Mandantin rät Celebi, die Polizei zu rufen, falls Erol ihr auflauern sollte. Die Warnung kommt zu spät: Kaum hält die Familie vor der Wohnung, erschießt Erol P. Frau und Tochter.

Damals bangte Gülsen Celebi selbst um ihr Leben. Wie Rukiyes Schwestern. Eine von ihnen verklagte die Anwältin, weil ihre Rolle in Celebis Buch "Kein Schutz, nirgends" geschildert wurde – angeblich ohne ihr Wissen. Jetzt hat das Landgericht Mönchengladbach den Vertrieb des Ehrenmord-Buchs verboten.

Celebi zu unserer Zeitung: "Ich würde mit der Öffentlichkeit lieber über Ehrenmorde diskutieren als über einstweilige Verfügungen. Ich bin geschockt: Drei Stunden nachdem mein Buch vom Markt genommen war, geschah der nächste Ehrenmord" – in Hamburg, an Morsal O. (16).
Übrigens wollte die Familie von Erol P. den überlebenden Sohn aufnehmen (von der Schwester kein Wort). Auch die Familie der Berliner Deutsch-Türkin Hatun S., die 2005 von einem ihrer drei Brüder erschossen wurde, hatte das Sorgerecht für ihren Sohn beantragt. Der jüngste Bruder verbüßt eine Jugendstrafe (neun Jahre und drei Monate). Seine älteren Brüder, die freigesprochen worden waren, sollen nochmals vor Gericht – sie leben in der Türkei, werden nicht ausgeliefert.

Wie viele Ehrenmorde es in Deutschland gibt, weiß niemand. "Jeder Ehrenmord verläuft anders", sagt Celebi. Meist geben die Täter nicht "Ehre" als Motiv an, sondern Depressionen oder Affekthandlung, "damit die Strafe geringer ausfällt". Die Juristin hat schon viele Motive gehört, aber: "Egal, wie die Rechtfertigung lautet: Bei uns gilt das Grundgesetz, nicht die Scharia."

Mit Religion seien die gesellschaftlichen Konflikte ohnehin nicht zu erklären, vielmehr mit einem Mangel an Bildung. Celebis Fazit: "Ehrenmorde finden nicht in religiösen Familien statt, sondern in kaputten!"

Berliner Kurier, 25.05.2008

http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/ratgeber/21…
Schutz ?

Bei solchen Fanatikern gibt es keinen Schutz.
Aufhören mit dem anbiedern an den Islam, aufhören mit der Kuschelpolitik bei nichtintegrationswilligen Moslems, Grenzen dicht, Visazwang und genaues Hinschauen.
Einwanderung aus islamischen Ländern nur mit schärfsten Auflagen.

Fanatiker erhängen Fünfjährigen

http://www.stern.de/politik/ausland/:Irak-Fanatiker-F%FCnfj%…
DIe dürfen halt alles. Schamlos abkassieren, kriminelle Netze aufbauen, ohne Angst vor der deutschen Justiz treiben was sie wollen.

Soweit sind wir hier schon, dank den Gutmenschen der SPD und den anderen linksradikalen Parteien. Die CDU will natürlich gleich die deutschen Bürger mit totaler Überwachung einpferchen.

Das wirkliche Problem wird überhaupt nicht angegangen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.228.339 von DScully am 03.06.08 17:06:24wie ist denn zur zeit das parteiengefüge in der regierung?,bin da nicht so gut informiert wie du.


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