Verbund AG Österreich / Österreichische Elektrizitätswerke - 500 Beiträge pro Seite



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Hi, hier neben der Geothermie ein weiterer dauerhafter Gewinner von hohen Energiepreisen. Da die Strompreise den Ölpreisen gefolgt sind und Regenwasser ja bekanntlich im Gegensatz zu Uran, Kohle und Gas nichts kostet, profitiert die Verbund AG da dauerhaft dran.
Bleibt ein Altersvorsorgebaustein von mir ;-)

Macht euch vom Öl... etwas unabhängiger und investiert in
einen langjährigen soliden Gewinner.
Hierzu empfiehlt es sich auch die Geschäftsberichte zu lesen und die Investitionen zu beurteilen. Das sieht richtig solide aus.

Gruß Udo

29.07.2008
Zwischenbericht 2/2008: Verbund steigert sein Ergebnis deutlich und erhöht Prognose kräftig

Die Geschäftszahlen des Verbund-Konzerns zeigen auch im ersten Halbjahr 2008 steil nach oben. Insbesondere infolge gestiegener Absatzpreise in den europäischen Großhandelsmärkten und der guten Wasserführung heimischer Flüsse legten in den Quartalen 1-2 Umsatz, Operatives Ergebnis und Konzernergebnis von Österreichs führendem Elektrizitätsunternehmen deutlich zu. Auch die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2008 wird kräftig erhöht.

Die Umsatzerlöse des Verbund stiegen um 10,6 % auf 1.649,2 Mio. Euro, das Operative Ergebnis konnte um 26,1 % auf 564,2 Mio. Euro verbessert werden, und das Konzernergebnis erhöhte sich sogar um 30,0 % auf 429,0 Mio. Euro.

Verbund-Vorstandsvorsitzender Michael Pistauer: \"Aufgrund des erfreulichen Ergebnisses können wir auch die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr deutlich erhöhen: Wir erwarten eine Steigerung des Operativen Ergebnisses sowie des Konzernergebnisses um zumindest 20 %.\"

Auch die steuerungsrelevanten Kennzahlen im Verbund legten in der ersten Jahreshälfte deutlich zu. So stieg die EBIT-Marge von 30,0 auf 34,2 % und liegt damit im absoluten Spitzenfeld der europäischen Versorger. Der Verschuldungsgrad konnte trotz des neuen Investitionsprogramms, das bis 2015 knapp 7 Mrd. Euro vorsieht, weiter gesenkt werden, und zwar von 85,2 auf 72,1 %. Auch der Operative Cashflow konnte deutlich verbessert werden; er stieg von 384,3 Mio. auf 950,3 Mio. Euro. Und der Economic Value Added (EVA) zeigt ein Plus von 86,7 %.
Hi, morgen kommt der nächste Quartalsbericht. Nachdem der Kurs heute um ca. 10 % gestiegen ist, scheint da jemand mehr zu wissen oder zumindest darauf zu spekulieren. Tippe mal auf hohe Strompreise und gute Wasserkrafterträge. Da sich Verbund immer auch etwas in die Zukunft absichert, sollten noch eine zeitlang steigende Erträge die Regel sein.
Börse Online hat die Aktie seit Mitte September in einem Musterdepot mit SL 32,90 €;
ich habe mir in der letzten Woche zu 39,-- auch einige geholt
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.636.970 von wallonl am 20.10.08 23:19:05Hallo, so einen (guten) Bericht in diesen Zeiten kann man suchen. Ertragslage (s. verbund.at) ist noch besser als ich gehofft habe. Ein Großteil des Stroms für 2009 (auch schon danach ?!) sind schon zu einem guten Preis verkauft worden. Neue Kraftwerke bzw. Optimierungen kommen. Verspreche mir einiges von der neuen Hochspannungsleitung, welche dann wohl mehr Stromtransport ins teure Italien erlauben dürfte. Die Aktie ist ja auch zurückgekommen. Auf Grund der stabilen Lage (Dividende wird wohl auch um +/- 20 % erhöht) muss man halt Schlaftabletten nehmen und warten.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.666.261 von udo_70000 am 22.10.08 21:08:34Ich war Anfang des Jahres nach einer Empfehlung/Vorstellung in der 3sat-börse noch zu 49€ eingestiegen (:cry:). Diese Woche habe ich zu 31,60 € nachgelegt (natürlich am Donnerstag, sonst hätte ich sie am Freitag ja auch zu 29,xx € haben können). Im Ganzen komme ich also im Schnitt auf 40,xx € und einem aktuellen Verlust von ca. 25%.

Gut, das sind jetzt keine Hammerwerte, aber im derzeitigen Börsenumfeld kann ich damit leben (muss ich ja auch :laugh: ).

Generell stehe ich dem Wert positiv gegenüber:

- Es soll ein langfristiger Einstieg in "grüne" Energie sein (Wasserkraft statt Atomenergie beruhigt ein wenig das Gewissen ;) ).
- Die Energiepreise werden m.E. auf die nächsten 10 Jahre gesehen wieder ordentlich ansteigen. Schon alleine der aktuelle Ölpreis ist ein Witz, wenn man die Begrenztheit des Rohstoffes in Betracht zieht.

Mit aktuellen Neuigkeiten zum Unternehmen kann ich leider nicht aufwarten und würde mich freuen, falls jemand dazu etwas beitragen könnte.

Wie schon von udo_70000 gesagt: Schlaftabletten und in ein paar Jahren mal wieder nachsehen => es könnte sich lohnen.

Keine Kaufempfehlung, nur meine persönliche Einschätzung.
Hi, werde wohl auch am Montag nachkaufen. In Österreich soll es ja mächtig geschneit haben, sollte damit die Stauseen füllen. Da der Verbund schon ca. 60% des Stromes für 2009 zu hohen Preisen verkauft hat, ist ein gutes 2009 auch schon vorprogrammiert, wie sage ich meinen Kindern immer Wasser/Schnee/Sonne/Wind kostet als Brennstoff nichts ;-)
Hi, die Übersetzung sinngemäss sei gefrässig/kauffreudig wenn andere ängstlich sind, scheint sich zu bewahrheiten. Verbund ist jetzt auch schon wieder deutlich von den Tiefständen weggekommen. Verbund sollte auch von wiederanziehenden Öl-/Energiepreisen profitieren, zudem profitieren diese von niedrigen Zinsen und dauerhaften Ausschüttungen/Renditen sowie bei Umfinanzierung von Darlehen. Für gute Schuldner wie der Verbund, sollten die Zinsen ja fallen.
Verbund bekräftigt Prognose 2008, höhere Dividende winkt

Wien, 17. Dez (Reuters) - Die Verbundgesellschaft <VERB.VI> hat für das Jahr 2008 ihre Ergebnisprognose graduell angehoben. Das Betriebsergebnis (EBIT) soll um bis zu 25 Prozent höher ausfallen und der Gewinn um mehr als 20 Prozent steigen, sagte der scheidende Verbund-Chef Michael Pistauer am Mittwoch.

"Zumindest 20 Prozent" mehr Betriebsergebnis hat die Verbund angekündigt. "Das Betriebsergebnis wird mehr als 20 Prozent steigen, nahe an die 25 Prozent heran", sagte Pistauer.

Den Aktionären winke aufgrund einer vermutlich stabilen Ausschüttungsquote eine höhere Dividende, sagte Pistauer. 0,90 Euro je Aktie waren für das Vorjahr ausgeschüttet worden.

Für das nächste Jahr seien Prognosen mit Unsicherheiten behaftet. Der Stromverbrauch werde in der Rezession sinken und wie sich der Ölpreis und damit auch der Strompreis entwickle, sei schwierig abzuschätzen. Dazu komme auch die Unwägbarkeit der Wasserführung. Insgesamt könnte 2009 aber noch ein weiteres "gutes Jahr" werden, sagte Pistauer, ohne dies näher zu qualifizieren.

Pistauer verlässt nach insgesamt 15 Jahren, davon die meiste Zeit als Finanzchef, das Unternehmen, das praktisch entschuldet worden ist. Zu Jahresbeginn 2009 rückt Wolfgang Anzengruber, zuvor Chef der Palfinger AG <PALF.VI> , an die Spitze von Österreichs größten Stromerzeuger.

Verbund betreibt knapp 100 Kraftwerke, fast ausschließlich Wasserkraftwerke und generiert rund die Hälfte des jährlichen Stromverbrauchs. In diesen Kraftwerkspark soll weiter investiert werden. Nächstes Jahr sollen in Österreich rund 500 Millionen Euro in Mellach, den Neu- und Ausbau von Wasserkraftwerken investiert werden. Insgesamt wird Verbund über eine Milliarde Euro nächstes Jahr ausgeben, neben Österreich vornehmlich bei den Beteiligungen in Italien und in der Türkei. In beiden Ländern wurde über die vergangenen Jahre in Joint Ventures bedeutende Marktanteile gewonnen.

Die Finanzierung sei gesichert. Pistauer sagte, Verbund erwirtschafte heuer einen Cash Flow von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro, verfüge daher über eine hohe Eigenfinanzierung. Man habe auch einen syndizierten Kreditrahmen von 700 Millionen Euro, den er nicht antasten wolle. Aus heutiger Sicht benötigt die Verbund nächstes Jahr brutto zwei Milliarden Euro an Liquidität, wovon 600 Millionen Euro noch aufzubringen sind. Dies sei wegen der guten Bonität der Verbund aber überhaupt kein Problem, sagte Pistauer.

Verbund notierten zuletzt mit 31,24 Euro.

(Reporter: Christian Gutlederer, redigiert von Alexandra Schwarz)
Verbund-Chef sieht 2009 Gewinn auf Vorjahresniveau

Wien, 14. Jan (Reuters) - Die Verbundgesellschaft

"Wir werden 2008 ein Betriebsergebnis von rund 1,1 Milliarden Euro erreichen", sagte Anzengruber am Mittwoch im Klub der Wirtschaftspublizisten. Näheres sagte Anzengruber nicht. Verbund hat bislang ein Plus von 20 bis 25 Prozent im EBIT in Aussicht gestellt.

2007 war das EBIT bei 916,1 Millionen Euro gelegen. 1,1 Milliarden Euro entspräche einem Zuwachs von rund einem Fünftel.

Hinter die Prognose für 2009 stellte Anzengruber aber ein Fragezeichen.

"Das ist natürlich abhängig davon, wie tief und lang die Rezession tatsächlich ist, weil ja der Verbrauchszuwachs nicht so groß sein wird und es hängt auch von unserer Wasserführung ab. Aber unser Ziel ist, dieses Ergebnis aus 2008 zu halten", fügte er an.

Verbund produziert etwa die Hälfte des in Österreich erzeugten und verbrauchten Stromes. In den über 100 Kraftwerken generiert Verbund knapp 27 Terawattstunden Strom. 86 Prozent davon stammen aus Wasserkraftwerken.

Verbund notierten zuletzt mit 30,74 Euro.

(Reporter: Christian Gutlederer, redigiert von Alexandra Schwarz)
Ergänzend: Im Sommer hat die Verbund AG angekündigt gehabt, dass 59% des 2009 Stroms schon verkauft wären, wahrscheinlich auch schon ein Teil des Stromes der Folgejahre an den Terminbörsen was ja möglich ist und dies zu den hohen Preisen vom Juli. Wodurch ein Teil der Einnahmen die nächsten 4 Jahre sicher ist. Wenn man bedenkt, dass der Stromverkaufspreis noch vor wenigen Jahren bei ca. 2 Cent pro KWh Baseload war. Sind jetzt 5-6 Cent auch kein Beinbruch. Zumal in wenigen Jahren die Öl-Energie und damit auch die Strompreise wieder deutlich steigen dürften. Interessant ist ab Sommer die durchgehende Hochspannungsringleitung, welche Optimierungen innerhalb Österreichs erlaubt aber vor allem günstigen Strom von Österreich/Deutschland/Schweiz/Skandinavien.... nach Italien transportierbar macht, da Italien bisher immer deutliche höhere Preise als Deutschland hatte. Dies dürfte die nächsten Jahre auf jeden Fall die Gewinne hoch halten. Man sprach früher von Witwen- und Waisenpapieren, man hat fast keine Risiken sondern große Chancen bei wieder steigenden Energiepreisen. Und Rohöl wächst bekanntlich nicht nach ;-)
Hi nächste Woche kommt der Jahresbericht. Der gute Schnee zur Zeit sollte auch 2009 für viel Strom und Ertrag sorgen. Mitte nächster Woche wissen wir mehr. Habe mal noch aufgestockt.
Hi, nun kann wohl noch mehr aufstocken ;-)
Heute kam der Jahresbericht heraus. Gewinn und Ausschüttungen steigen gut 2stellig (ca. 20%). Normwasserjahr wurde nur um 1 Prozent überschritten, dafür liegt jetzt genügend Schnee in Österreich, der ja (hoffentlich nicht zu schnell) zu Wasser wird.
Zudem wurde 70% des Stromes von 2009 schon zu ca. 7 Cent pro KWh statt ca. 6,3 Cent in 2008 verkauft. Auch wird tief gestapelt, dass man so nur noch einen Gewinn wie 2008 erwartet (nun das wären dann ca. 10% des aktuellen Aktienwertes). Nunja es wird weiter an Wasserkraftwerken gebaut und optimiert. Kundenzahl wächst auch noch. Dies sollte die nächsten Jahre wieder qualitatives und quantitatives Wachstum bringen. Ist halt ein Witwen und Waisenpapier.
16. April 2009, 16:20 UhrFINANZMISERE
Österreich wehrt sich gegen Pleite-Warnung
Von Alexander Hämmerli

Österreich ist empört: US-Starökonom sieht das Land angesichts üppiger Finanz-Engagements in Osteuropa vom Staatsbankrott bedroht. Davon könne keine Rede sein, heißt es nun unisono im Alpenstaat.

New York - Die Aussage des Wirtschaftsnobelpreisträgers Paul Krugman treffen Österreich ins Mark: Dem Land drohe der Staatsbankrott, so die Warnung des Princeton-Professors.



DPA
US-Ökonom Krugman: Warnung vor dem Staatsbankrott
Dabei zog Krugman den Vergleich zu Island. Der Beinahe-Bankrott des Inselstaats habe gezeigt, dass auch hoch entwickelte Volkswirtschaften nicht vor der Insolvenz gefeit seien. "Island und Irland geht es ziemlich schlecht, Österreich könnte sich dieser Liga als drittes Land anschließen", orakelte Krugman anlässlich einer Pressekonferenz für ausländische Journalisten jüngst in New York.

Die Bedrohung für die finanzielle Stabilität Österreichs ergebe sich aus dem großen Engagement der Banken in Osteuropa, begründete der Ökonom das Schreckensszenario für den Alpenstaat. Viele Kreditnehmer seien dort nicht mehr in der Lage, ihre Schulden zurückzuzahlen.

Hauptgrund dafür ist, dass scharenweise Schuldner, darunter private wie öffentliche, ihre Kredite in ausländischen Währungen, etwa in Euro, Schweizer Franken oder Dollar aufgenommen haben. Denn so ließen sich in den vergangenen Jahren Zinsen sparen. Doch durch die Rezession und die schwächelnden Währungen in Osteuropa sehen sie sich nun mit einer massiven und teilweise unbezahlbaren Kreditlast konfrontiert.

Darlehen in der Höhe des Bruttoinlandsprodukts

In der Tat sieht sich das österreichische Finanzsystem einer erheblichen Gefahr aus dem Osten ausgesetzt: Von den gut 563 Milliarden Euro an Auslandskrediten haben die heimischen Banken und ihre Töchter fast die Hälfte an Schuldner in Osteuropa vergeben. Insgesamt entfallen laut der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel 277 Milliarden Euro an österreichischen Darlehen auf die Region. Das entspricht satten 98 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Alpenrepublik.

Diese Zahl müsse man allerdings relativieren, betont Franz Hahn vom österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo). Denn die BIZ-Statistiker würden bei ihrer Berechnung auch Bankentöchter mitzählen, die außerhalb von Österreichs Grenzen angesiedelt sind.

Einlagen werden vor Ort vergeben

"Bei den ausländischen Tochterbanken werden fast alle Einlagen vor Ort vergeben. Deshalb sind im Fall einer Bankenpleite auch hauptsächlich die Einlagen der Osteuropäer betroffen", so Hahn. Konkret seien rund 80 Prozent der Kredite vor Ort durch Einlagen gedeckt. "Rund 20 Prozent entfallen auf das Eigenkapital der Banken oder auf Zwischenbankeinlagen." Da im Fall der Fälle aus Sicht der Bank lediglich das Eigenkapital verloren gehe, könne "formal" daraus kein Staatsbankrott entstehen.

Auch das österreichische EZB-Ratsmitglied Ewald Novotny widerspricht US-Forscher Krugman. "Die Bonität des Staates und der österreichischen Banken steht außer Zweifel", ließ er sich von der österreichischen Presseagentur zitieren. Die Staatsverschuldung habe in Österreich Ende des Vorjahres 62,5 Prozent des BIP betragen. Damit liege man unter dem Mittelwert der Staaten des Euro-Raums.

Empört auf Paul Krugmans Aussagen hat Österreichs Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) reagiert: "Glatt falsch" sei die Analyse, da sei nichts dran. Er erinnerte daran, mit welchem Argwohn die Expansion der österreichischen Banken in Osteuropa beobachtet worden sei, insbesondere von Ländern, die die Entwicklung selber verschlafen hätten.

Neben Pröll zeigte sich auch Erich Foglar verärgert. Der Präsident des österreichischen Gewerkschaftsbundes bezeichnete die Einschätzung Krugmans als "in keiner Weise richtig."

Staatsschulden als ernster Test

Die Bewertungen der Ratingagenturen Fitch und Moody's stimmen mit Krugmans Warnung ebenfalls nicht zwingend überein, auch wenn sie in der Finanzierbarkeit der Staatsschulden einen "ernsten Test" sehen. Erst kürzlich hatten sie die Kreditwürdigkeit Österreichs mit einer Bestwertung von AAA bestätigt. "Und im Zusammenhang mit Osteuropa waren die Ratingagenturen in der Vergangenheit jeweils sehr kritisch und vorsichtig", erinnert Wifo-Ökonom Hahn.

Finanzminister Pröll sieht denn auch keinesfalls die Gefahr eines Flächenbrands, der das österreichische Finanzsystem in ernsthafte Bedrängnis bringen könnte. In der Krise sei zwar mit Kreditausfällen der Banken in Osteuropa zu rechnen, realistische Schätzungen würden aber von maximal 10 Prozent ausgehen. Die Osteuropabank EBRD erwartet etwa, dass Österreichs Banken in Osteuropa höchstens einen Ausfall von 20 Milliarden Euro zu befürchten haben, die Experten von Goldman Sachs rechnen mit 5 bis 26 Milliarden Euro. Außerdem sei es unwahrscheinlich, dass in allen 20 Ländern auf einmal solche Probleme auftauchen würden.

Rettungsaktion in vollem Gange

Die Abhängigkeit des österreichischen Bankensystems von Osteuropa bleibt groß. Um die Risiken abzufedern, hat die österreichische Bundesregierung nicht zuletzt deshalb ein Hilfspaket von 100 Milliarden Euro abgesegnet. Gemessen an der Größe der Volkswirtschaft ist das einer der stärksten Bankenschutzschirme überhaupt. 15 Milliarden Euro sind dabei für die Stärkung des Eigenkapitals der Banken vorgesehen. So sollen die Großbanken ihre Kernkapitalquote von derzeit 5 bis 7 mittelfristig auf 9 Prozent erhöhen. "Alle Banken, die sich in Osteuropa engagieren, haben sich zudem auf Druck der Öffentlichkeit vorsorglich für die staatliche Unterstützung angemeldet", so Franz Hahn vom Wifo.

Entlastend für Österreichs Banken kommt hinzu, dass die internationalen Finanzinstitute sowie die Europäische Union viel Geld in die klammen osteuropäischen Kassen pumpen. So erhielten im März Rumänien, die Ukraine, Ungarn sowie Lettland Finanzspritzen in Milliardenhöhe. Auch wenn eine flächendeckende Kreditvergabe kürzlich abgelehnt wurde, rechnet Wifo-Experte Hahn damit, dass der Geldstrom in den Osten nicht versiegen wird.

Entsprechend versicherte die Österreichische Nationalbank Ende Februar, den heimischen Banken drohe wegen ihren Geschäften im Osten keine Gefahr. Selbst wenn sich die Schätzungen der Analysten bewahrheiten sollten, seien die Verluste durch Gewinne aus anderen Sektoren sowie durch die Fördermittel im In- und Ausland zu bewältigen. Eine ernsthafte Prognose ist gemäß Hahn trotz allem nicht möglich. Ob sich also die Versicherung der Nationalbank oder vielleicht doch das Horrorszenario von Seiten Paul Krugmans bewahrheiten wird, werden die nächsten Monate zeigen.



URL:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,619411,00.html
Hi, sehe darin jetzt kein Problem für die Verbund AG. Die verkaufen den Strom ja europaweit (auch in den Westen). Die Krise dürfte nicht nur für österreich einschneidend werden sondern für fast alle Länder und großen Industriefirmen. Der sinkende Strompreis hat diesem schon Rechnung getragen. Man darf aber nicht vergessen, dass die Auffallinie auf jeden fall der Ölpreis ist. Wenn es billiger sein würde mit Strom statt mit Öl zu heizen würden dies viele tun. Und jeder weiß ja das Öl zur Neige geht.
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.986.208 von udo_70000 am 17.04.09 09:43:57Für den Krisenfall à la http://www.hartgeld.com/ stellt sich die Frage nach Bonität und EK-Quote;
Verbund hat derzeit lt. FAZ vom 16.04.2009 die Ratings A1/A. (Moody's/S&P).

Großaktionäre sind:
Republik Österreich (AAA noch?) 51,00%
EVN AG 12,84%
Wiener Stadtwerke Beteiligungsmanagement GmbH 12,50%
TiWAG (Tiroler Wasserkraft AG) 5,00%.

Im Allgemeinen gilt, daß Unternehmen nicht bessere Ratings als ihre Heimatstaaten haben; Ausnahme ist m.W. Japan/ Toyota.
In den letzten zehn Jahren gibt es zwei Präzedenzfälle für Versorger in nationalen Wirtschaftskrisen:

Rußland/Mosenergo/Irkutskenergo: alle drei bedienten ihre Eurobonds pünktlich und vollständig.

Brasilien/CESP (Companhia Energética do Estado de São Paulo):
beide bedienten ihre Eurobonds pünktlich und vollständig.


Wer aber ganz sicher gehen will, um Ehekräche, Magengeschwüre und schlaflose Nächte etc. zu vermeiden,
sollte statt eines Einzeltitels einen Stoxx 600- Versorger-Indexfonds erwerben.
Ein erfolgreicher schottischer Hedgefund- Manager (und nebenberuflicher Alpaca-Züchter) sagte einmal zur Begründung seiner breit diversifizierten Fonds:
"Einem Tausendfüßler kann man 40 Beine abhacken, und er wird trotzdem weitermarschieren."
Die Donaukraftwerke gehören lt. Zeitungen und ORF Diskussionen nicht hinzu. Diese wurden an AIG (USA) verkauft - ziemlich komplizierte Vorgangsweise - cross border leasing.

http://reports.verbund.at/2008/gb/konzernanhang/risikenrisik…

Ab zwischenzeitig die Verträge allesamt aufgelöst wurden, entzieht sich meiner Kenntnis.

Geht AIG hopse, müssen die Kraftwerke zurück gekauft werden, so damals Stand der Dinge.


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