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NOTAKTION WEGEN KREDITKRISE
US- Regierung bereitet totale Übernahme von Fannie Mae und Freddie Mac vor


Es geht offenbar nicht mehr anders: In einer dramatischen Rettungsaktion bereitet sich die Regierung Bush jetzt mehreren Zeitungen zufolge darauf vor, die riesigen Finanzinstitute Freddie Mac und Fannie Mae komplett zu übernehmen. So soll ein Kollaps des Kreditmarkts verhindert werden.


Minister Paulson, Fed-Chef Bernanke: Gespräche mit Fannie und Freddie

Washington - Die Krise am US-Finanzmarkt spitzt sich zu. Die US-Regierung könnte noch an diesem Wochenende die Kontrolle über die angeschlagenen halbstaatlichen US-Immobilienbanken Fannie Mae und Freddie Mac komplett übernehmen, um den kriselnden Hypothekenmarkt zu schützen. Das berichten übereinstimmend "Wall Street Journal", "New York Times" und "Washington Post". Sowohl das Finanzministerium als auch Fannie Mae und Freddie Mac wollten sich offiziell zu den Berichten nicht äußern.

Einzelheiten des Rettungsplans könnten schon an diesem Samstag bekanntgegeben werden. Die Direktoriumsmitglieder beider Häuser sollen ausgewechselt werden. Die Führung der Unternehmen werde zunächst einem Verwalter übertragen. Es wird erwartet, dass die beiden Unternehmenschefs Daniel Mudd und Richard Syron zurücktreten.

Die Regierung unter Präsident George W. Bush und die US-Notenbank Fed hätten leitende Angestellte von Fannie Mae und Freddie Mac schon am Freitag einbestellt und ihnen die Pläne dargelegt, berichteten die Zeitungen. Der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg zufolge traf US-Finanzminister Henry Paulson die Chefs von Fannie Mae und Freddie Mac, Fed-Chef Ben Bernanke und den Direktor der Regulierungsbehörde für Hausfinanzierungen, James Lockhart. Vertreter des US-Kongresses hielten sich über das Wochenende für eine Unterrichtung über die Pläne in Bereitschaft.

Die Aktien der beiden Institute waren am Freitag wegen erster Berichte über die Rettungsaktion im nachbörslichen Handel abgestürzt. Die Aktie von Fannie Mae brach um 24 Prozent ein, Freddie Mac verloren 19 Prozent. Schon in den vergangenen Wochen hatte es verstärkt Spekulationen gegeben, dass Fannie Mae nach heftigen Milliardenverlusten vom Staat gerettet werden müsse. Aktionäre befürchten, dass ihre Papiere durch einen staatlichen Aufkauf praktisch wertlos werden könnten. Der Börsenwert der Gesellschaften ist seit dem verschärften Ausbruch der Kreditkrise vor rund einem Jahr um jeweils mehr als 90 Prozent gefallen.

Fannie Mae und das kleinere Schwesterunternehmen Freddie Mac stehen direkt oder indirekt für fast die Hälfte der US-Hypotheken im Gesamtwert von zwölf Billionen Dollar gerade. Ihre Zahlungsunfähigkeit könnte den völligen Kollaps des US-Immobilienmarkts bedeuten - mit unabsehbaren Folgen für die Weltwirtschaft.

Beide Institute kaufen Immobilienkredite kleinerer regionaler Banken und haben so einen gewaltigen Hypothekenberg angehäuft. Durch die vor rund einem Jahr ausgebrochene Krise sind sie schwer in Bedrängnis gekommen. Beide Institute haben von April bis Juni 3,1 Milliarden Dollar verloren, weil immer mehr Hauseigner ihre Kredite nicht zurückzahlen können.

Bank mit McCain-Sohn in der Führung pleite

In der Kreditkrise sind viele Finanzunternehmen bedroht oder bereits insolvent. An diesem Freitag musste die elfte Bank in diesem Jahr schließen, die Silver State Bank in Nevada mit Einlagen von fast zwei Milliarden Dollar und 17 Filialen auch in Arizona. Sie hatte Ende Juni Vermögenswerte von zwei Milliarden Dollar und Kundeneinlagen über 1,7 Milliarden Dollar in ihren Büchern. Die Nevada State Bank aus Las Vegas werde die versicherten Kundeneinlagen des zusammengebrochenen Geldinstituts übernehmen, teilte der staatliche Einlagensicherungsfonds FDIC mit. Die Pleite werde den Fonds mit 450 bis 550 Millionen Dollar belasten. Derzeit sichert die FDIC US-Konten über insgesamt rund 45 Milliarden Dollar ab.

Der Zusammenbruch des relativ kleinen Kreditinstituts aus Nevada könnte auch Folgen für den US-Wahlkampf haben: Ein Sohn des republikanischen Kandidaten John McCain saß bis vor kurzem im Verwaltungsrat der Bank und war unter anderem mit für die Aufsicht über die Finanzen zuständig, berichtete das "Wall Street Journal". Der 46-jährige Andrew McCain, ein Adoptivsohn aus John McCains erster Ehe, habe seinen Posten bei der Bank am 26. Juli aus "persönlichen Gründen" aufgegeben. Es gebe keine Hinweise auf ein Fehlverhalten seinerseits. Ebensowenig gebe es Anzeichen dafür, dass Präsidentschaftskandidat McCain von den Problemen der Bank Bescheid gewusst habe.

Die Zahl insolvenzgefährdeter Banken war in den USA zuletzt auf den höchsten Stand seit fünf Jahren gestiegen. Die Aufsichtsbehörden erwarten weitere Pleiten in diesem und dem kommenden Jahr. Auf einer FDIC-Beobachtungsliste standen zum Ende des zweiten Quartals 117 Banken und damit 30 Prozent mehr als drei Monate zuvor.

Die bislang folgenschwerste Pleite in der US-Branche seit Jahresbeginn und die drittgrößte einer US-Bank überhaupt war die Insolvenz des größten unabhängigen börsennotierten Baufinanzierers IndyMac. Er wurde nach einem Kapitalengpass vom Staat übernommen. Dieser Fall kostete die FDIC 8,9 Milliarden Dollar.

plö/Reuters/AP/dpa

SPIEGEL ONLINE 2008
dann gute nacht u$a. das sind die usa pleite und das fiananzsystem am ende.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.005.936 von 2bing am 06.09.08 10:29:40wieso?

Für eine Privatisierung von Banken spricht vieles und ist nicht das Ende eines Finanzsystems, sondern stabilisiert es - in diesem Fall.

Selbst Liberalisten wie Graf Lambsdorf plädierte bereits vor 20 Jahren für die Privatisierung Deutscher Banken, jedoch aus anderen Gründen.
letzte Woche habe ich noch fest daran geglaubt,das eine Trendwendung stattfinden könnte.Wie es aussieht,landet der DJ wohl bald unter 10000.:cry:
http://www.sfgate.com/cgi-bin/article.cgi?f=/c/a/2008/09/06/BUKS12OVO1.DTL

Tja für die Aktionäre wirds nichts mehr geben und der Steuerzahler muss für mehrere 10 Milliarden an Verlusten aufkommen. Ich hoffe das man zumindest die Aufsichtsgesetze massiv verschärft und auch durchsetzt, sonst haben wir den selben Scheiß in 10 Jahren schon wieder.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.006.226 von DerBergderruft am 06.09.08 11:53:57Aus dem Ami-Yahoo Board zu Fannie:

Re: Will anyone lose more than me?
37 minutes ago you might be able to dump some shares in germany

http://aktien.onvista.de/kurse.html?ID_O...

and replace your position with options - or buy some put options.

http://optionsscheine.onvista.de/os-verg...

Quelle: Yahoo


Vorsicht bitte, denen keine Chance lassen, hier noch abzuladen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.006.816 von DerBergderruft am 06.09.08 14:45:16So blöd es klingen mag. Freddie und Fannie würde ich nicht mit der Kneifzange anpacken, ansonsten würde ich Montag einsammeln, was eben geht. Damit wäre der ganze ABS Krempel quasi durch Steuergelder gedeckt, die facto ginge das Riskiko auf Treasury Niveau zurück. Ende der Kreditklemme, es spült unglaubliche Liqui in den Markt.
@ GMBH

die aktionäre gehen leer aus und der graf ist ein vorbestrafter verbrecher genauso wie die banken.

fakt ist: das papiergeldsystem und der moderne kapitalismus stehen so nah am abgrund wie noch nie. gold, silber, land sind jetzt die sicherste anlage.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.006.891 von 2bing am 06.09.08 15:15:29In wiefern sollte das eine Bedrohung des Papiergeldsystems werden ? Gibt es eben eine Währungsreform und weiter gehts ;)

Am Abgrund stehen nur die, die sich verzockt haben, aber nicht das System an sich.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.006.891 von 2bing am 06.09.08 15:15:29Glaub ich nicht, schau mal auf die Börse in Zimbabwe. Wer klug ist, setzt auf Aktien, die haben auch 1923 ihren Wert behalten.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.006.904 von Battlelore am 06.09.08 15:20:10Durch die Überschwemmung mit unbegrenzt geschaffenem Geld und dies wird in Zukunft auch so weitergehen, ist der Inflation das Tor geöffnet worden. Sie setzt im ersten Stadium langsam ein und entwickelt sich im Verlauf der Jahre immer schneller.

Ich kann derzeit vor dieser Entwicklung nur warnen und ich sehe persönlich für die kommenden Jahre schwarz für den Geldwert "aller" globaler Währungen.

Da keinerlei Anstrengungen seitens der Zentralbanken unternommen werden, um die seit Jahren geschaffene überschüssige Geldmenge abzuschöpfen (dies ist nur durch kräftige Zinserhöhungen möglich), sondern ganz im Gegenteil noch weiteres billiges Geld in das System gepumpt wird, ist dies eine offensichtliche Kapitulation der Zentralbanken vor der Inflation.

Man kann durchaus in den Raum stellen, dass ein naives Glauben an die Inflationskontrolle der Notenbanken in der heutigen Zeit nicht mehr angebracht ist.

Der Geldbedarf grosser Industrienationen ist schon so gross geworden, dass ohne die offensichtliche Versorgung über die Notenpresse, die Marktzinsen explodieren würden. Sie werden aber dadurch durchaus künstlich niedrig gehalten.

Bitte vergesst nicht, dass im Jahr 2008 in den USA nochmals Anleihen im Gesamtwert von über 552 Milliarden $, sowie in 2009 über 343 Milliarden $ fällig werden und in neuen Serien wiederaufgelegt werden.

Die gut 700 Milliarden $, die in 2007 fällig wurden haben bestimmt zu einem guten Teil auch zu der allgemeinen globalen "Liquitätsknappheit" beigetragen.

Aber das ist doch alles kein Thema. Die Zinsen sind ja schon günstig und noch besser, sie werden noch weiter zurückgenommen, damit es noch günstiger wird sich zu verschulden.

Klingelt´s nun bei Euch ?
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.006.929 von Marchella am 06.09.08 15:28:31Dass es so dauerhaft abwärts ging, war eine Frage des Glaubens. Denn Dogmen und Glaubensartikel entfalten in der Wirtschaftspolitik manchmal eine verheerende Wirkung. Politiker und Professoren verband ein gemeinsames Credo: dass die größten Gefahren für die Konjunktur immer von Inflation und Staatsverschuldung ausgehen. Nach den Erfahrungen der Hyperinflation von 1923, in der das Geld buchstäblich von Tag zu Tag seinen Wert verlor und die Ersparnisse des Mittelstandes zunichte gemacht wurden, war eine solche Haltung zwar verständlich, aber gefährlich. Denn in der Weltwirtschaftskrise stiegen die Preise nicht, sondern fielen in rasendem Tempo: Das traf die Kaffeebohne aus Übersee, deren Preis binnen eines Jahres um 60 Prozent absackte, genauso wie jedes Industrieprodukt – und wenn sich ein Erzeugnis nicht mehr kostendeckend verkaufen lässt, dann macht der Erzeuger Bankrott.

Die Wirtschaftsweisen jener Tage hielten das für ein Übergangsphänomen, einen Korrekturprozess, der Überkapazitäten vernichte. Und das sei gut so. Denn wenn man den "normalen Liquidationsprozess" behindere, befand beispielsweise der renommierte konservative Ökonom Friedrich von Hayek, dann würde das die Depression und den Preisverfall nur wesentlich verlängern.

Für den Staat, da waren die Mehrheit der Fachleute und die Politik einer Meinung, gab es in Zeiten sinkender Steuereinnahmen und wachsender Zahlungen an Hilfsbedürftige vor allem eine Aufgabe: zu sparen. Dem amerikanischen Präsidenten Herbert Hoover, in dessen Amtszeit der rasante Abschwung fiel, war der Gedanke an ein Defizit ein Gräuel, und sein deutscher Kollege Heinrich Brüning glaubte, die Krise am besten mit einem eisernen Sparkurs bekämpfen zu können. Was das praktisch bedeutete, beschreibt der Beiname, den Brüning sich mit dieser Politik einhandelte: Er war der "Hungerkanzler".

Weniger Panik durch mehr Urlaub

Dennoch konnte selbst die strikteste Haushaltspolitik, für sich allein, die Wirtschaft nicht kaputt sparen. Dort, wo die Depression am heftigsten wütete – in Deutschland und den USA –, war eine besonders sensible Branche in schweres Fahrwasser geraten. Auch heute macht sie die Finanzwelt schnell nervös: Wenn es bei den Banken kriselt, wird es eng.

Dass es den Geschäftsbanken schlecht ging, hatte meist denselben, einfachen Grund: faule Kredite. Durch die Rezession waren ihre Schuldner in Schwierigkeiten geraten, und es kam bei so mancher Bank der Verdacht auf – manchmal auch nur das Gerücht –, dass sie nicht mehr zahlungsfähig sein könnte. Eine solche Bank bekam schnell Besuch von ihren Kunden, und zwar von allen auf einmal. Denn nur, wer zuerst am Schalter war, hatte noch eine Chance, an seine Einlagen zu kommen. In den USA, wo es viele kleinere Banken gab, machte der panikartige Ansturm auf die Wackelkandidaten binnen vier Jahren sage und schreibe 9096 Banken den Garaus.

Auch an sich solvente Kreditinstitute hatten keine Chance, wenn eines Tages ihre Kunden vor der Tür standen und ihr Geld zurückverlangten. Die Situation geriet außer Kontrolle. Als der kleinste Anlass genügte, um nervöse Anleger zum Sturm auf die Banken ansetzen zu lassen, griff man zu radikalen Gegenmaßnahmen: Man machte Ferien. Nachdem in Deutschland die erste große Bank zusammengebrochen war, wurden die darauf folgenden Tage kurzerhand zu "Bankfeiertagen" erklärt, damit die Gemüter sich etwas beruhigen konnten. Auch jenseits des Atlantik musste man sich in bank holidays retten: Auf dem Höhepunkt der Krise kamen Bankgeschäfte in den USA zeitweilig komplett zum Erliegen.

Horten für den Untergang

Um für den nächsten Ansturm gewappnet zu sein, hielten die überlebenden Banken ihre Kassen möglichst gut gefüllt. Die Angst vor zahlungsunfähigen Schuldnern tat ein Übriges: Die Institute gaben eine ihrer Kernaufgaben, die Kreditvergabe, allmählich auf, und verwandelten sich in Geldverwahrungsanstalten. Die Konsequenzen waren fatal. Denn wenn Banken das Geld, das ihnen überlassen wird, nur noch horten, dann ziehen sie es de facto aus dem Verkehr. Das Ergebnis war Inflation mit umgekehrten Vorzeichen: Deflation. Genauso, wie die Preise steigen, wenn immer mehr Geld gedruckt und in Umlauf gebracht wird, so fallen sie auch, wenn sich die Geldmenge verringert. Die Krise der Banken brachte den Niedergang der Preise erst richtig in Fahrt.

Man drehte sich im Kreis, besonders in den USA. Fallende Preise ruinierten Betriebe; insolvente Betriebe gefährdeten die Zahlungsfähigkeit der Banken, die ihnen geliehen hatten, und die nun unter dem Ansturm nervöser Kunden zusammenbrachen. Die verbliebenen Banken schränkten die Kreditvergabe immer mehr ein, die Menge umlaufenden Geldes ging zurück, und die Preise fielen weiter. Um diesen Zyklus zu stoppen, hätten die Zentralbanken der betroffenen Länder die Geldmenge wieder vergrößern und große Mengen druckfrischer Scheine in Umlauf bringen müssen – um zu ersetzen, was in den Tresoren der Banken als Reserve für die nächste Panik verschwand. Doch das benötigte Geld, es wurde nicht gedruckt.

Gold für Papier

Stattdessen beschäftigten sich die führenden Köpfe in Zentralbanken und Ministerien damit, die Illusion einer harten Währung aufrecht zu erhalten. Man misstraute dem beliebig vermehrbaren Papiergeld, es sollte von Gold gedeckt und in Gold umtauschbar sein. Die Goldwährung war der Inbegiff von Seriosität. Wer daran festhielt, genoss den Respekt der Finanzwelt – und verantwortete den Niedergang seiner Volkswirtschaft. Denn wo jede Banknote durch Gold gedeckt sein musste, ließ sich Geld nicht nach Belieben nachdrucken und der Verfall der Preise nicht bekämpfen. Der gemeinsame Glaube an das Gold band den Zentralbanken weltweit die Hände.

Dass man darauf verzichtete, den sinkenden Preisen entgegenzuwirken, hat das Firmensterben andauern und die Krise eskalieren lassen. Der Konsens in Politik und Wissenschaft war von der Wirklichkeit längst überholt, bevor er erstmals in Frage gestellt wurde. Die damals herrschende Lehrmeinung, selbst die dramatischste Wirtschaftsentwicklung würde sich langfristig wieder von selbst einpendeln, quittierte der Reformer John Maynard Keynes sarkastisch mit dem Hinweis, dass wir langfristig vor allem eines sind: nämlich tot. Wenn es an der Börse kracht, ist das nicht nur der mögliche Auftakt zu einer Krise – sondern auch das Signal, die aktuell gültigen Wahrheiten noch einmal auf den Prüfstand zu stellen. Bevor der Markt es tut.

Quelle: SPON

Herr Bernanke hat das sehr genau analysiert und handelt völlig richtig. Ein großartiger Mann zur rechten Zeit.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.006.981 von derbewunderer am 06.09.08 15:47:49Falles jetzt jemand meint, das ist falsch, wir haben ja Inflation. Nun gegenwärtig steigen die Immopreise in den Staaten nicht gerade gewaltig. Die Folgen sind letzlich gleich, keine Liquidität bei den Banken, wirtschaftlicher Exitus. Gegen die grosse Depression 1929 war die Inflation von 1923 ein Pillefitz, aber das raffelt Michel nie, schließlich kam dann ja der Führer, dann wurde alles besser. (Klar, der hat Scheinchen drucken lassen).
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.006.929 von Marchella am 06.09.08 15:28:31Wir in Europa und in D werden uns noch wundern, was geschieht, wenn die Rohstoffpreise weiter sinken. Von Iflation spricht hier bald niemand mehr, sondern von Defl... Und dann Herr Trichet, richtig, dann haben Sie Herr Trichet in Zusammenarbeit mit Sparmerkel die Karre an die Wand gefahren, aber so richtig achtkantig. Und dann sind wieder die hohen Lohnkosten schuld, das wird immer lächerlicher dank dieser Amateure.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.007.153 von derbewunderer am 06.09.08 16:42:23ie Kolumne - Deutschland träumt noch
04. September 2008 20:13 Uhr
Thomas Fricke

Europa koppelt sich gerade eindrucksvoll von der US-Wirtschaft ab - nur leider in die falsche Richtung. Ein Desaster, das deutsche Notenbanker und Konjunkturpaket-Neurotiker in Erklärungsnot bringt.

Amerika hat eine Krise, mit der Deutsche und Europäer dank Reformen und Radikalkuren nur sehr bedingt zu tun haben. So oder so ähnlich klingt, was Bundesbanker und Regierung derzeit vor sich her erzählen. Die deutsche Wirtschaft sei doch in besserer Verfassung als die amerikanische, meldet Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen.

Komisches Verständnis von wirtschaftlicher Verfassung. Die Europäer scheinen sich in der Tat gerade von der US-Konjunktur abzukoppeln - nur leider in die falsche Richtung. Ein Desaster. Könnte sein, dass US-Politiker auf Ölpreisexplosion und Finanzdramen viel besser reagiert haben, als es die Ultraszene europäischer Notenbanker, Finanzminister und sonstiger Konjunkturpaket-Neurotiker vermittelt.

Amerika hält sich wacker

Nach offizieller Schätzung ist die US-Wirtschaft zuletzt um gut drei Prozent gewachsen - die Euro-Wirtschaft um zwei Prozent geschrumpft. Die US-Industrie bekam im Juni fünf Prozent mehr Aufträge als im Januar, die deutsche ein Zehntel weniger. Die Amerikaner konsumieren trotz Benzinpreisrekorden ein Prozent mehr als zu Beginn des Ölschocks, die Deutschen 1,3 Prozent weniger. Und US-Firmen verkaufen ein Fünftel mehr Waren im Ausland - die Deutschen nur fünf Prozent (siehe Grafiken).

Dahinter stecken mehr als nur Ausreißer. Nach Umfragen unter Einkaufsmanagern wächst die US-Wirtschaft zwar nicht mehr kräftig, sie steckt aber auch in keiner Abwärtsspirale. Der Index pendelt seit Monaten um die neutrale 50er-Marke. Anders als in der Euro-Zone, wo er um 5 auf 47 Punkte eingebrochen ist und fast alle Frühindikatoren im freien Fall sind.

Noch im Juni glaubten Experten der OECD, die US-Wirtschaft werde 2008 langsamer wachsen als die Europas. Nach der neuen Prognose wird es erstmals seit drei Jahren umgekehrt sein. Die Ökonomen der Deutschen Bank rechnen bereits mit Rezession - im Euro-Raum, nicht in den USA, der Mutter von Subprime und Blasen.

Wenn das stimmt, drängt sich die Frage auf: Warum? Am Ölpreis kann es nicht liegen. Der ist ja für die Europäer nicht stärker gestiegen als für die Amerikaner. Im Gegenteil: Die Euro-Aufwertung trug lang dazu bei, dass die Verteuerung in Euro weniger schlimm ausfiel als in Dollar.

Ebenso abwegig wäre die Vermutung, die Finanzkrise schade Europa stärker. In den USA sind die Hausinvestitionen atemberaubend eingebrochen, in Europa höchstens in ein paar Ländern. In den USA sind einige Banken bereits pleite, nicht hier. In Europa werden immer noch ordentlich Kredite vergeben, eher als drüben. Auch das kann's nicht sein.

Zumindest gewagt wäre auch die frühere Standarderklärung, dass Amerika eben strukturell viel besser und flexibler ist - wo es im Boom gerade noch hieß, dass Deutschland jetzt viel besser dastehe, und selbst Ifo-Chef Hans-Werner Sinn diagnostiziert, dass dank Hartz, Simsalabim, die Sockelarbeitslosigkeit sinkt. Mal sehen, wann die Ersten wieder sagen, dass Deutschland eben zu wenig reformiert hat (Was macht eigentlich Sabine Christiansen?).

Plausibler ist etwas anderes. Die Amerikaner haben "das bessere makroökonomische Krisenmanagement", sagt Thomas Mayer, Europa-Chefökonom der Deutschen Bank. Der US-Konsum ist nicht eingebrochen, weil die Regierung 90 Mrd. $ Steuerschecks verschickt hat. Nach Schätzung der US-Ökonomen Christian Broda und Jonathan Parker haben die Schecks im zweiten Quartal ganz unmittelbar zu 2,4 Prozent mehr Ausgaben für langlebige Güter geführt - was das Konsumgefälle zum steuerscheckfreien Deutschland ganz gut erklärt.

Die US-Politiker haben zwei Prozent der Wirtschaftsleistung gegen den Absturz aufgebracht. Das hielten die Euro-Kollegen nicht für nötig (siehe Grafik). In den USA hat die Notenbank dafür gesorgt, dass die Zinsen am Geldmarkt heute fast drei Prozentpunkte niedriger liegen als bei Ausbruch der Krise. In der Euro-Zone ist Geldausleihen heute 0,8 Prozentpunkte teurer. Und während der Dollar zugunsten der US-Exporteure über Monate immer billiger wurde, setzten Europas erklärte Währungshüter auch hier nichts entgegen: Der Euro war im Juli weltweit 18 Prozent teurer als Anfang 2006. Ein gigantischer Wettbewerbsschock.

Höhere Zinsen in der Krise

Nehme man Geld- und Devisenmarkttrends zusammen, haben sich die monetären Rahmenbedingungen der Euro-Zone so stark verschlechtert, dass dies einer Leitzinserhöhung um 1,5 Punkte gleichkomme, so Mayer. Mitten im Abschwung. Und ohne dass die Kerninflation nur einen Hauch angezogen hat. Absurd.

Man kann streiten, ob das, was Regierung und Notenbank in den USA tun, nicht zu viel des Guten ist. Immerhin werden die Amerikaner auf Dauer mehr sparen müssen. Es gehört aber nicht viel Fantasie dazu zu erkennen, warum die Europäer nun in eine Krise rauschen.

Amerika hat die Abwärtsspirale 2008 verhindert, in die die Euro-Zone jetzt zu fallen droht. Wer inmitten globaler Turbulenzen absurd steigende Zinsen hinnimmt, den Außenwert der Währung enorm steigen lässt und neurotische Kämpfe gegen Konjunkturpakete führt, die anderswo prima funktionieren - der darf sich nicht wundern, dass die Wirtschaft abstürzt.

Dem ist nichts hinzufügen, danke Merkel, danke Trichet, Entschuldigung Sarko.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.007.231 von derbewunderer am 06.09.08 16:52:15Aus vorgenannten Gründen wird derbewunderer Montag massiv in US Werte investieren. Die Rezession überlase man den rezesssionserfahrenen Deutschen, die kennen nichts anderes als Rezession (einige Ältere noch, aber lang lang ists her).Soll Michel mal schön weiter Kosten sparen, über Hartzler ablästern und auf seinem Sparbuch hocken. Der Euro kackt eh weiter ab, da die EZB die Zinsen bald auf 0,5% senken muss. Kommt aber zu spät.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.007.398 von derbewunderer am 06.09.08 17:13:44Achja, beim Exportweltmeister wird in diesem Szenario noch mehr Kapital abesaugt. Wegen der hohen Sparquote und seinem dümmlichen Exportüberschuss, auf den er soooo stolz ist, wird Michel mal wieder besonders tief ins Klo greifen, wie immer. Wer in Europa kaufen will, trotz der wohl grottigen Währungsentwicklung sollte Frankreich nehmen, die sind nämlich nicht Eportweltmeister und daher besser aufgestellt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.007.231 von derbewunderer am 06.09.08 16:52:15Finde den FTD Artikel ziemlich schwach. Da wird kurzfristiges Denken wiedermal langfristiger Planung vorgezogen. Die USA vertagen ihre Probleme Mit dem Konjunkturprogramm und den niedrigen Zinsen nur um einige Quartale. Früher oder später fliegt ihnen der ganze Laden mit der nächsten Blase wieder um die Ohren und dann hat man dank höherer Staatsschulden und höherer Inflation weniger Handlungsspielraum.

Ich halte die Entscheidungen der EZB bisher für sehr gut. Die Amerikanische Reaktion dagegen ist in meinen Augen eher fragwürdig. Da werden die Verantwortlichen für ihre Dummheit belohnt bzw. zumindest nicht bestraft.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.007.498 von Battlelore am 06.09.08 17:27:19Ja, ja wie Keynes sagte, langfristig sind wir alle tot.

Aber gut, dass wir keine Blasen haben, die Deutschen lieben Massenarbeitslosigkeit, Hartz IV, niedriges Wachstum, keine Lohnzuwächse, sicher ist sehr solide, typisch deutsch, gefällt mir aber nicht. Ich falle da aber wohl aus dem Rahmen. Die meisten in D brauchen diese Miesepeterstimmung auf dem Chritiansen Sofa. Sonst fühlen sie sich nicht wohl. Vielleicht gehören Blasen zur Markwirtschaft dazu, mal platzen sie, dauert 6 Monate, dann ist es vorbei. D bevorzugt immer den Schrecken ohne Ende gegenüber dem Ende mit Schrecken.
Falls du derzeit in Fannie oder Freddie drin bist, dann sitzst du im gleichem Boot wie:

China sitzt auf 1 Billion $ wertverfallender US Schatzbriefe, wertverfallender Fannie May und Freddie Mac Aktien und Anleihen, und last but not least 0,6 Billionen US Dollar.
Russland sitzt ebenfalls auf 1 Billion $. Indien, den arabischen Staaten und Europa geht es nicht besser.


und du ist also an der Front des: 1. Finanz-Weltkrieg in der Menschheitsgeschichte.


kannst du bei Mross lesen gehen...
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.007.575 von DerBergderruft am 06.09.08 17:36:16Ich habe davor gewarnt einzustigen, für FNM und FRE Aktionäre nicht schön (vielleicht bekommen sie nichts), gute Nachrichten für die Bondholder uns super News für den Rest des Finanzsektors. Ab Montag können ABS gepreist werden, der Markt wird wieder auftauen, weniger gute Nachrichten für den US Steuerzahler, das stimmt natürlich, aber was solls, das starke Wachstum sollte bald wieder für sprudelnde Steuerquellen sorgen. Auch das kapiert Michel nicht, Defizite verschwinden durch Wachstum, nicht durch dümmliches Sparen. Wenigstens diese einfache Lektion sollte man in den letzten Jahren verstanden haben.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.007.658 von derbewunderer am 06.09.08 17:46:59Lucas Zeise - Auswüchse der Angebotstheorie
02. September 2008 10:13 Uhr
In Europa wird Deutschland wegen der kümmerlichen Inlandsnachfrage am ehesten in die Rezession rutschen.

*
Ralph Atkins, Kollege und Korrespondent der FT in Frankfurt, hat letzte Woche auf dieser Seite viele Gründe zusammengetragen, warum die Euro-Zone seiner Meinung nach nicht in die Rezession rutschen wird. Die Argumente waren angenehm unsystematisch. Besonders angetan hat es mir die Überlegung, dass der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy eine Rezession nicht zulassen werde. Ein französischer Analyst habe ihm gesagt, schreibt Atkins, notfalls werde Sarkozy seine Frau zum Einkaufen schicken.

So scherzhaft dieser Gedanke daherkommt, so überzeugend finde ich ihn im Kontext von Atkins’ Argumenten. Seiner Zuversicht liegt meiner Meinung nach die Unterschiedlichkeit Europas, auch der Euro-Zone, zugrunde. Weil die Verhältnisse in den Ländern Europas so verschieden sind, weil es zum Beispiel in Frankreich derzeit einen leicht ausgeflippten Staatspräsidenten gibt, ist es so unwahrscheinlich, dass die Region wirklich komplett in die Rezession abrutscht. Die verschiedenen Dummheiten der Politik in den verschiedenen Ländern heben einander zum Teil auf.

Bei der Betrachtung der deutschen Verhältnisse gibt es solch mildernde Umstände nicht. Im Gegenteil, hier potenzieren sich die Dummheiten. Schlechte Politik wird nicht von anderer schlechter Politik konterkariert, sondern sie ist immer von der gleichen Sorte: Angebotslehre, wie sie in Kiel und beim Sachverständigenrat in den 70er-Jahren als Gegenentwurf zu den Vorstellungen der mild reformgeneigten sozialliberalen Koalition entwickelt wurde.

Verkommene Infrastruktur als Vorbild

Diese Angebotslehre wäre ja nicht so schlimm, wenn sie dazu führen würde, dass, wie der Name suggeriert, wenigstens das Angebot (an Produktionsfaktoren) gestärkt würde. Davon kann aber keine Rede sein. In die Ausbildung der Arbeitskräfte wird nicht investiert, vielmehr wird hier ganz besonders gespart. Infrastruktur wird privatisiert oder als Public-Private Partnership vergeben, ausgerechnet nach dem Vorbild der verkommenen Infrastruktur Großbritanniens. Unrentable Bahnstrecken werden eliminiert, mehr Verkehr auf die nur noch zögerlich ausgebauten Autobahnen umgeleitet, auf dass die Produktivität der Volkswirtschaft durch stetig wachsende Stauzeiten wieder abgebaut werde.

Die deutsche Politik meint mit Angebot in Theorie und Praxis etwas anderes. Nicht die Produktionsfaktoren selber sollen gestärkt werden, sondern Unternehmen die Produktionsfaktoren billig, das heißt zu Ramschpreisen, geliefert bekommen. Denn erstklassige und zuverlässige Arbeitskräfte, die fast nichts kosten, erhöhen die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie im Ausland und steigern, was schließlich der Zweck der Übung ist, die Gewinne.

Die volkswirtschaftlichen Eckdaten zum zweiten Quartal 2008 haben die Folgen dieser verheerenden Wirtschaftspolitik wieder einmal mit aller Deutlichkeit gezeigt. Nur schaut kaum jemand mehr hin. Klar, dass das Wachstum des BIP mit minus 0,5 Prozent negativ war, das war vorab schon bekannt, und alle Beschwichtiger hatten uns schon beruhigt, das sei nur eine unvermeidliche Reaktion auf die verzerrt hohe Wachstumsrate des ersten Quartals. Dass die Nettolöhne pro Kopf gegenüber dem Vorjahr wieder um ein Prozent gesunken sind und der Konsum privater Haushalte dementsprechend im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Prozent abgerutscht ist, interessiert kaum jemanden.

Noch erschreckender ist die Entwicklung seit 2000. Der Ökonom Joachim Jahnke führt verdienstvollerweise auf seiner Webseite (jjahnke.net) längerfristige Charts zu dem Thema, die einen gruseln machen. Seit 2000 sind die Bruttolöhne je Arbeitnehmer um fünf Prozent gesunken, die Unternehmens- und Vermögenseinkommen aber im selben Zeitraum um 40 Prozent nach oben geschnellt. Mir scheint, die Öffentlichkeit hat sich an diese Entwicklung gewöhnt. Ein Beispiel: Der Deutschlandfunk, dessen Wirtschaftsredaktion ganz besonders gern oft gehörte Stereotype nachplappert, führt als Begründung für Arbeitsminister Scholz’ Beteiligungsmodell der Arbeitnehmer am Produktivvermögen an, das sei gut für die Arbeitnehmer, denn die Gewinne stiegen nun mal schneller als die Löhne und Gehälter.

Ehernes Gesetz geworden

Diese katastrophale Entwicklung ist in Deutschland dabei, zu einem ehernen Gesetz zu werden. Das hindert die, die daran nichts auszusetzen haben, nicht daran, weiter auf ein Anspringen des Konsums zu setzen. „Das Kapital“ karikierte diese schon nicht mehr komische Haltung mit den Worten: „Denn wie soll die Inlandsnachfrage wegbrechen, wenn sie doch seit acht Jahren stagniert, die aufgestaute Nachfrage mithin gewaltig sein muss?“ (FTD vom 27. August 2008).

Der massive Druck auf die niedrigsten Lohngruppen, das Wachstum des Billiglohnsektors, das Strangulieren des Konsums, all das ist extrem in Deutschland. Deshalb wird dieses Land auch wegen der stets kümmerlich bleibenden Inlandsnachfrage von der Wachstumsschwäche der Weltwirtschaft am härtesten betroffen sein und in die Rezession rutschen, selbst wenn die Euro-Zone insgesamt sie vermeiden kann.

Die Lohndrückerei, die Einkommensspreizung und die anderen verheerenden Wirkungen der Angebotspolitik haben sich, wie die Daten ausweisen, im Vergleich zu den Kohl-Jahren mit Antritt der rot-grünen Regierung Schröder verschärft. Während zuvor die oppositionelle Sozialdemokratie in Maßen eine gewisse Schutzfunktion für die abhängig Beschäftigten wahrnahm, ist sie danach, sehr knapp formuliert, ins Arbeitgeberlager übergelaufen und steht ihm trotz gelegentlicher Lockerungsversuche fest zur Seite. Unverändert treibt sie die Privatisierung von Staatsvermögen weiter voran, hält an der Agenda 2010 fest und plädiert für niedrige Tarifabschlüsse. Erfreulich immerhin: Diese Position bekommt der SPD nicht. Mitglieder und Wähler laufen ihr davon.

Ökonomisch betrachtet ist ein Bruch mit der schädlichen Angebotspolitik dringend nötig. Politisch ist ein solcher Bruch ohne die SPD schwer denkbar. Wenn die Partei so bleibt, wie sie jetzt ist, bricht sie oder, besser, zerbröselt sie selbst.

Quelle: FTD

Hier habe ich ein paar Einwände politischer Art, aber im Prinzip hat der Mann Recht, Goldman sagt sein Jahren nichts anderes, aber D hört lieber auf Pr. (Un)Sinn. Wohl bekomms!
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.007.658 von derbewunderer am 06.09.08 17:46:59mit Fannie + Freddie konnte man auf Tagesbasis schöne Gewinne einstreichen....
jedoch musste man jedes WE befürhten, dass sie verstaatlicht werden konnten... deshalb haben viele auch vor dem WE immer wieder verkauft...
Und eben, am WE weiss man nie was passieren kann, Kriegsbeginn ja oder nein... verstaatlichungen oder Bankrotte usw...
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.007.575 von DerBergderruft am 06.09.08 17:36:16Und wenn wir den Amis jetzt nichts leihen, kann Daimler, Porsche und der ganze Exportrotz die Tore schliessen. In China und Japan auch. Dürfte unlustig werden, aber weniger in den USA als vor den Suppenlüchen der so genannten Exportweltmeister.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.007.575 von DerBergderruft am 06.09.08 17:36:16es fällt mir auf, dass Mross die Japaner nicht erwähnt hat....
Haben die kein Geld mehr auf Fannie + Freddie investiert oder hat er sie vergessen? Oder durften ausnahmsweise nur die Japaner, als sehr gute Freunde der Amis, die Papiere stillschweigend verkaufen?
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.007.850 von DerBergderruft am 06.09.08 18:12:02Klar haben die Bonds, verkaufen muss die niemand, ab Monag sind das Treasuries mit Triple A Rating. Die Dinger werden Montag massiv anziehen. Warum sollte man verkaufen?:eek::eek:
Blatt: Rettungsplan für Fannie und Freddie bald fertig
Samstag, 6. September 2008,

- Das US-Finanzministerium steht nach einem Zeitungsbericht kurz vor dem Abschluss eines Rettungspaketes für die beiden angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac.

Wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Sachlage vertraute Personen berichtet, soll es im Rahmen des Pakets auch Veränderungen im gehobenen Management beider Firmen geben. Die Pläne könnten bereits am Wochenende bekannt gegeben werden. Sowohl das Finanzministerium als auch Fannie Mae und Freddie Mac wollten sich zu dem Bericht nicht äußern.

Die "New York Times" und die "Washington Post" berichteten am Freitag zudem übereinstimmend, dass die US-Regierung die beiden halbstaatlichen Institute komplett unter ihre Fittiche nehmen wolle. Die Regierung unter Präsident George W. Bush und die US-Notenbank Fed hätten leitende Angestellte von Fannie Mae und Freddie Mac bereits am Freitag einbestellt und ihnen die Pläne dargelegt, schreibt die "New York Times". Die Direktoriumsmitglieder beider Häuser sollen ausgewechselt werden.

Ende Juli hatte der US-Senat ein Gesetzespaket zur Bekämpfung der Hypothekenkrise verabschiedet, das dem Finanzministerium erlaubt, Fannie und Freddie Kredite in nicht genannter Höhe zu gewähren und sich an den beiden Firmen zu beteiligen, sollten sie in Schwierigkeiten geraten.

Fannie Mae und Freddie Mac stehen direkt oder indirekt für fast die Hälfte der US-Hypotheken im Gesamtwert von zwölf Billionen Dollar gerade. Ihre Zahlungsunfähigkeit könnte den völligen Kollaps des US-Immobilienmarktes bedeuten mit unabsehbaren Folgen für die Weltwirtschaft.



© Thomson Reuters 2008 Alle Rechte vorbehalten.
Ende September werden 234 MRD USD Anleihen fällig, die vermutlich nicht mehr refinanziert werden können,

also wird verstaatlich, damit AAA für Anleihen und knock out für Aktien

Finanzweltkrieg ist damit verhindert und ein paar Übriggebliebene Aktionäre schauen in die Röhre

es kann also weitergehen
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.008.157 von Oakatzl am 06.09.08 18:50:15Eben, Aktionäre von Freddie und Fannie wiped out, für den Rest nur gut, kein Finanzweltkrieg, sondern jetzt kriegen wir bald eine schöne Hausse in den Staaten. Rückschläge in der nächten Berichtssaison dürfte es geben, aber das System ist erst einmal reapariert.

Gute Arbeit Bernanke.

Go, Dollar!
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.008.157 von Oakatzl am 06.09.08 18:50:15wirklich sicher das die märkte positiv am monatg darauf reagieren werden???? hab da meine zweifel.....
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.008.460 von FrankHerres am 06.09.08 19:29:37Good news, wie ich auf 3 Seiten dargelegt habe. Sehr gute Nachrichten, wenn es so kommt. Wieso Zweifel?
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.008.483 von derbewunderer am 06.09.08 19:33:02hier in diesen FRE Foren wird nur noch elendes bashing und und doomsday klugscheiserei betrieben.Ihr stupid Krauts verschwindet wieder in Euren Führerbunker!


yours sincerely
ballcock
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.008.729 von ballcock am 06.09.08 20:03:37derbewunderer basht doch nicht, sieht doch alles positiv (zumindest für die gesamtmärkte!!)
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.008.483 von derbewunderer am 06.09.08 19:33:02hinweise das es zur verstaatlichung kommt verdichten sich ja!!! bin mal gespannt auf montag ob es zur rally an den märkten kommt????
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.008.758 von FrankHerres am 06.09.08 20:07:33Ja, der user hat nicht verstanden, das der US Markt aus mehr als zwei Werten besteht und es auch Bondholder gibt. Pech für ihn, wenn er alles auf zwei Karten gesetzt hat.

Und nun zurück in den Führerbunker, marsch Blondie, die Eva wartet.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.008.803 von derbewunderer am 06.09.08 20:13:18Commmon stock Buchwert laut Yahoo Finance bei Fannie nur 642 Mio. USD Buchwert, das wird wegradiert, meine Meinung. Preferred, man wird sehen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.008.803 von derbewunderer am 06.09.08 20:13:18ja aber hundertprozentig bin ich mir immer noch nicht sicher ob das nen befreiungsschlag für die märkte ist....

nach der übernahme von bear stearns ging es erstmal auch rapide abwärts in den indizes.

gut das hier ist ne andere hausnummer und eventuell vorerst unsicherheit bezüglich kredite raus, aber es werden sich auch gedanken gemacht wie diese zeche bezahlt werden soll.

naja, deine argumente sind nachvollziehbar, hoffen ma das es so eintrifft (für meine dax-longs am freitag!!!)
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.009.135 von FrankHerres am 06.09.08 20:54:44Wenn sich das auswirkt, wird die Rendite der Treasuries anziehen und die Spreads zwischen Agency Debt und Treasuries werden enger werden. Zieht die Rendite für Treasuries an, ziehen auch die Cost of Capital an, in der Theorie, nicht gut für Aktien, aber das Riskpremium müsste bei Equity sinken und das kompensieren. Oder einfacher gesagt, Fremdkapital verteuert sich stärker als Eigenkapital. Gut für den Aktienmarkt. Aber mal abwarten, ist ja höchst spannend, wie ein Krimi.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.009.300 von derbewunderer am 06.09.08 21:16:47ich glaub halt das eine riesen-enttäuschung enstehen wird das es zu keiner anderen lösung kam!!!?

fühle mich zumindest nicht wohl mit meiner long-position im dax....
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.009.330 von FrankHerres am 06.09.08 21:20:34Möglich, aber glaube ich nicht, die Gesetzgebung war da und der Markt hat viel in die Kurse eingepreist, eine Rettung ohne staatliche Intervention ist bei diesen Giganten eh nicht möglich. Selbst eine 10. Mrd. KE wäre nur ein Tropfen auf den glühenden Stein gewesen. Gut, wenn der Markt das Damoklesschwert los ist und es der US Steuerzahler an der Backe hat. Positiv für Europa ist, dass wenigstens diese Verluste vorerst in den Staaten bleiben. Aber viel Glück, ich denke es geht gut.
dazu artikel vom 11.juli 2008:

Fannie Mae und Freddie Mac nicht verstaatlichen
US-Regierung will Hypotheken-Finanzierer in heutiger Form erhalten

Die Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae sind ein Klumpenrisiko für den Staat. (Bild: Reuters) Fenster schliessen Toolbox
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Fannie Mae und Freddie Mac nicht verstaatlichen
US-Regierung will Hypotheken-Finanzierer in heutiger Form erhalten

Die amerikanische Regierung will die angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae nicht durch eine Verstaatlichung vor der Pleite retten. Man wolle die halbstaatlichen Firmen in ihrer «derzeitigen Form» am Leben erhalten, erklärte Finanzminister Paulson. ...


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Fenster schliessen Die amerikanische Regierung will die angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae nicht durch eine Verstaatlichung vor der Pleite retten. Man wolle die halbstaatlichen Firmen in ihrer «derzeitigen Form» am Leben erhalten, erklärte Finanzminister Paulson.

(sda/Reuters/dpa) Die amerikanische Regierung will die angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae nicht verstaatlichen. Da die beiden halbstaatlichen Firmen eine «wichtige öffentliche Aufgabe» erfüllten, sollen sie «in ihrer derzeitigen Form» beibehalten werden, sagte der amerikanische Finanzminister Henry Paulson am Freitag.

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Freddie und Fannie haben Schuldverschreibungen im Volumen von insgesamt fünf Billionen Dollar in ihren Büchern, was mehr als einem Drittel des amerikanischen Bruttoinlandprodukts entspricht. Im Falle einer Pleite würde ein völliger Kollaps des Immobilienmarktes drohen, weil die beiden Firmen den Markt für Hypotheken nach dem Rückzug vieler Banken derzeit fast allein am Laufen halten.

Investoren gehen deshalb davon aus, dass die US-Regierung einen Zusammenbruch der beiden Institute mit allen Mitteln verhindern will.

Börsen stürzen ab
Die amerikanischen Börsen stürzten nach Paulsons Aussagen weiter ab. Der Dow verlor über 2% und rutschte zum ersten Mal seit zwei Jahren unter die Marke von 11'000 Punkten. «Das ist keine gute Nachricht für den Dollar und für die Aktienmärkte. Ich verstehe nicht, was noch passieren muss, bis die Regierung Freddie Mac und Fannie Mae rettet», sagte ein Analytiker.

Präsident Bush bezeichnete Fannie Mae und Freddie Mac als «wichtige Institutionen». Paulson und Fed-Chef Ben Bernanke würden hart an einer Lösung arbeiten. Ein Sprecher des Weissen Hauses sagte, die Regierung beobachte das Vorgehen an den Märkten intensiv.

Zu möglichen Rettungsaktionen wollte er sich jedoch nicht äussern. Auch die Notenbank (Fed) lehnte einen Kommentar zur Finanzausstattung von Freddie und Fannie ab.

Genügend Kapital?
Beide Firmen sahen sich am Donnerstag genötigt, Gerüchte über ihre drohende Zahlungsunfähigkeit zurückzuweisen. Freddie versicherte, über ausreichend Kapital zu verfügen und will an seinen Plänen festhalten, dieses zu gegebener Zeit aufzustocken. Die Aktien beider Unternehmen haben diese Woche bereits massiv an Wert verloren, Freddie um 45% und Fannie um 30 Prozent.

Trotz den Äusserungen Paulsons glauben die meisten Analytiker weiterhin, dass die Regierung in Washington beide Firmen auf irgendeine Weise vor der Pleite bewahren wird. Es wäre bereits zum zweiten Mal, dass der Staat die Privatwirtschaft wegen der internationalen Finanzkrise stützt.

Im Frühjahr hatte die Notenbank Fed dem Institut JP Morgan dabei geholfen, die vor dem Konkurs stehende Investmentbank Bear Stearns zu übernehmen.
Von einer möglichen Verstaatlichung der beiden Immobilienfinanzierer, will die US-Regierung angeblich nichts wissen. Der US-Finanzminister Henry Paulson erklärte: "Heute liegt unser Hauptaugenmerk darauf, Fannie Mae und Freddie Mac in ihrer derzeitigen börsennotierten Form zu unterstützen, weil sie eine wichtige Aufgabe erfüllen." Hand in Hand mit Fannie Mae und Freddy Mac versucht auch Paulson, den Spekulationen über die drohenden Riesenpleiten zu beseitigen. Dabei wurden bei den Krisengesprächen in vergangenen Tagen, die auf höchster Ebene geführt wurden, alle Möglichkeiten ins Auge gefasst. Es wurde sogar über ein Gesetz debattiert, womit die Regierung für die gesamten Einlagen der beiden Hypothekenfirmen gerade stehen sollte. Das sei aber verworfen worden, da sich so sogar die immensen Staatsschulden der USA noch einmal verdoppelt hätten. Quelle: ralf streck

keine zwei monate her da wollte paulson absolut nichts von verstaatlichung wissen. deshlab glaube ich das enttäuschung groß sein wird, vor allem weil die staaatsschulden ins unermessliche steigen!! aber bringt nix jetzt zu spekulieren, bin auf die ersten futures montag morgen gespannt!!
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.009.494 von FrankHerres am 06.09.08 21:42:23Stimmt natürlich, aber Paulson hat inzwischen eine "Bazooka" bekommen, davon hat er wohl wörtlich gesprochen. Der Typ kommt von Goldman, die feuern sowas auch ab. Pimco hat sich auch dafür ausgesprochen und indirekt auch Buffet. Ja, der Verschuldungsanstieg wäre erheblich, wenn man Zeug in die Bilanz nehmen müsste, Paulson wird versuchen, beide Teile aus den Staatsschulden rauszuhalten mit einem Konstrukt, da müssen wir uns überraschen lassen. Nimmt er das Zeug voll aufs Buch, hätten wir eine Verschuldung von ca. 120% des GDP. Nicht schön, aber verglichen mit Japan noch bedienbar, wahrscheinlich auch noch Triple A. Wer traute sich Zeug runterzustufen? Oaulson hat ja eine "Bazooka".
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.009.612 von derbewunderer am 06.09.08 21:58:24ich bin leider mittlerweile der überzeugung das es montag dunkeldunkelrot an den börsen wird!!!!? das war der letzte ausweg den die regierung wählen konnte, da sieht man wie schlecht es aussieht. denke wird zu panik an den märkten führen!!!?
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.009.612 von derbewunderer am 06.09.08 21:58:24irgendwas scheinst du nicht begreifen zu wollen.. eine Wirtschaft die sich über Jahrzehnte immer schneller verschuldet als sie wächst ist dem Untergang geweiht .. dieser enorme Schuldenanstieg muss über Zins und Zinseszins bezahlt werden. Das nimmt dem Staaat einerseits Spelräume für zukünftige Investitionen und den Bürgern Kaufkraft..

dazu kommt der enorme Vertrauensverlust weltweit. Wer soll den zukünftig US-bonds kaufen wenn unterm Strich eine negative Realverzinsung bei rumkommt?

Das ganze System kann ur noch über Inflationierung am laufen gehalten werden. So siehts aus. Lohnt denn sparen noch? Wohin mit den Rücklagen wenn nix mehr sicher ist bzw, man keinem mehr trauen kann?

Im juli sagt man noch "keine Verstaatlichung" ..einen Monat später steht sie vor der Tür. Das ist höchst unsolide und bedenklich.

Die Aktionäre sind die Dummen in diesem Spiel , mal wieder. Du glaubt doch nicht im ernst das diese verstaatlichung den Märkten mittelfristig gut tun wird? Man kann sich doch nicht mehr sicher sein wo der Staat einem noch die butter von Brot nimmt bzw, in die Tasche greift.


Wenn es einen Gewinner gibt dann sind es die Edelmetalle und die damit verbundenen Aktien.... wenn sie denn steigen dürfen und nicht wie im August gesehen mit millardenschweren Derivaten unten gehalten werden. Früher oder später wird die Krise ihr wahres Gesicht zeigen ... Edelmetalle sind Trumpf..
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.009.780 von German2 am 06.09.08 22:19:28"irgendwas scheinst du nicht begreifen zu wollen.. eine Wirtschaft die sich über Jahrzehnte immer schneller verschuldet als sie wächst ist dem Untergang geweiht .. dieser enorme Schuldenanstieg muss über Zins und Zinseszins bezahlt werden. Das nimmt dem Staaat einerseits Spelräume für zukünftige Investitionen und den Bürgern Kaufkraft."

Das ist so im Prinzip richtig, daher ist ja Wachstum so wichtig und da liegst du mit Jahrzehnten und der US Wirtschaft falsch. Die Verschuldung der USA in Prozent des GDP liegt bisher auf Augenhöhe mit D und z.B. Frankreich (alle ca. 60%), Länder wie Italien, Belgien (Eurozone, also deine und meine Schulden) oder Japan haben da noch anderes zu bieten. Außerdem bezahlt werden muss gar nichts. Versuche mal deine Staatsschulden in den Staaten zu vollstrecken, ein Gerichtsvollzieher reicht da nicht, ich würde es mit 20 Flugzeugträgern versuchen, viel Spass dabei.

Wegen der Märkte, wir werden sehen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.009.780 von German2 am 06.09.08 22:19:28Zudem können die USA locker 300% Staatsverschuldung verkraften, sie bekommen das Geld immer geliehen. Von wem? Im Zweifelsfall von den Exportweltmeistern, die dort verkaufen müssen. Die Suppenküchen in Zuffenhausen oder Untertürkheim möchte ich sehen, wenn die USA keinen Kredit mehr erhalten. In einem System freier Wechselkurse gleichen sich Kapital und Warenströme notwendig aus. Will heissen, erwirtschaftet ein Land einen Überschuss (sei es als Exportweltmeister) ensteht anderswo ein Defizit. Dieses Defizit wird automatisch durch den Überschiessenden per Kapitalexport ausgeglichen. Der Exportweltmeister exportiert immer im gleichen Maße Kapital, wie Überschuss erwirtschaftet wird. Umgekehrt gilt diese Gleichung auch.

Will z.B. auch heissen, da die USA gegenwärtig ihr Handelsbilanzdefizit (sei es mittels Abwertung) reduzieren, trifft es automatisch die Handelsbilanzen der Exportweltmeister, die ihrerseits mehr Kapital importieren.

Nachzulesen ist das bei wikipedia

Stichwort: Zahlungsbilanz
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.010.079 von derbewunderer am 06.09.08 22:57:27Der Sachverhalt, dass der Außenhandelssaldo zum großen Teil durch die Kapitalbilanz ausgeglichen wird, ist der Hintergrund für die Frage, ob Deutschland ein guter oder ein schlechter Unternehmensstandort ist. Bei ersterem wird der Exportüberschuss an Waren und Dienstleistungen betont, bei letzterem der Kapitalexportüberschuss. Da beides saldenmechanisch gleichzeitig stattfinden muss (von den anderen in der Regel kleineren Salden abgesehen), liegt hier aus bilanztechnischer Sicht eine Art Henne-Ei-Problem vor.

Im ökonomischen Kontext darf diese Kausalität aber als längst gelöst angesehen werden. Wie bereits Böhm-Bawerk erkannte, „regiert die Kapitalbilanz die Leistungsbilanz“: Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage aggregiert sich aus Konsumnachfrage und Investitionsnachfrage, wobei die Investitionsnachfrage stark variieren kann, während die Konsumnachfrage verhältnismässig stabil ist. Dahinter stehen Investitionsentscheidungen, die wiederum von der Standortattraktivität abhängen. Der Kapitalbilanzsaldo reflektiert also die Summe der Investitionsentscheidungen. Daher sind sowohl Brutto- als auch Nettoinvestitionen eine Funktion der Kapitalbilanz. Eine negative Kapitalbilanz schlägt sich bei gegebener Sparquote zwangsläufig in einer niedrigen Investitionsquote nieder, mit den entsprechenden Implikationen für die wirtschaftliche Entwicklung. So wird schließlich verständlich, weshalb Länder mit hohen positiven Nettoexporten unter Umständen stagnieren, während Volkswirtschaften mit negativen Leistungsbilanzen möglicherweise prosperieren. Eine allgemeingültige Aussage, ob Exportüberschüsse gut für eine Volkswirtschaft sind oder nicht, ist daher nicht möglich.

Quelle: wikipedia

Das sind die Kernsätze, Exüportüberschüsse, werden automatisch über die Kapitalbilanz abgegeben. Die Kapitalbilanz regiert sogar die Leistungsbilanz und in aller Regel geht es Lädern mit Exportüberschüssen nicht so prickelnd. Gut wäre es für die Staaten und D, wenn das ausgeglichen wäre, die Überschüsse schaden uns und sind teilweise eine bezeichneneder Beleg dafür, warum Entwicklungs. und Schwellenländer am Warenexport kleben, entwickeltere Ländern leben vom Kapitalimport und lassen sich beliefern.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.010.164 von derbewunderer am 06.09.08 23:09:30das mag richtig sein, aber..




wie du siehst stellt sich die Verschuldungssituion weit dramatischer dar. Wenn du das so fortschreibst bleibt nichts anderes übrig als immer weiter zu inflationieren.

Da stellt sich doch die Frage wo man denn als Akteur an der Börse eigentlich REAL sein Geld verdienen will ohne das es sie inflation wieder auffrisst.

Ein Dow bei 11000 Punkten enstpricht REAL viel 20-30% wertverlust über die letzen 7 Jahre, wenn nicht mehr. Für Anlager aus dem Euroraum noch viel schlimmer durch die €-Aufwertung.

Ich gehe davon aus die Kaufkraftverluste der Währungen weltweit sich mehr und mehr auf die Preise der Edelmetalle niederschlagen.
Hallo zusammen,
wer hätte gedacht dass der Herr Bernanke schon so bald den Heli besteigt um sein Land aus der Luft mit frischem Geld zu versorgen.
Übernahme der beiden grössten Pleitegeier der Welt, bedeutet für eine Weltmacht den Abstieg vom Thron.
Dann druckt mal schön und diesesmal keine Flugzettel über einem Kriegsgebiet, sondern Dollars, auf die die halbe Welt seine Wirtschaft und Finanzen aufgebaut hat.

Gratulation

didi58
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.010.368 von German2 am 06.09.08 23:39:53"Da stellt sich doch die Frage wo man denn als Akteur an der Börse eigentlich REAL sein Geld verdienen will ohne das es sie inflation wieder auffrisst.

Ein Dow bei 11000 Punkten enstpricht REAL viel 20-30% wertverlust über die letzen 7 Jahre, wenn nicht mehr. Für Anlager aus dem Euroraum noch viel schlimmer durch die €-Aufwertung.

Ich gehe davon aus die Kaufkraftverluste der Währungen weltweit sich mehr und mehr auf die Preise der Edelmetalle niederschlagen."

Das ist sicherlich so korrekt, Das würde aber implizieren, dass es einen direkten Zusammenhang z.B. zwischen Staatsverschuldung und Inflationsrate geben würde und den sehe ich nicht. Nehmen wir Japan, Staatsverschuldung inzwischen bei 180 % vom GDP und Japan hat alles getan, um zu reinflationieren. Es gab über ein Jahrzehnt eine Deflation, trotz enormer Ausweitung der Geldmenge durch die BoJ. Die haben gedruckt wie der Teufel, nichts ist passiert.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.010.368 von German2 am 06.09.08 23:39:53Behalte auch im Hinterkopf, dass eigentlich nur die Zinsen bedient werden müssen. Nehmen wir D. Der Staat zapft ca. 50% der Wirtschaftsleistung des GDP ab. Zinsen kalkulieren wir mit 5%. Verschuldung ist ca. 60% des GDP. Sagen wir überschlägig, dass 7% des GDP an Zinsen gezahlt werden müssen. Gut hat Herr Steinbrück noch 43% Verteilungsspielraum. Zurückgezahlt werden muss nichts, eine Anleihe ersetzt die nächste.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.010.433 von didi58 am 06.09.08 23:48:45Bens Heli wird gerade aufgetankt :D

http://www.mmnews.de/index.php/20080906986/MM-News/Fannie-un…

Haltet die Waschkörbe bereit :laugh:
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.010.504 von derbewunderer am 06.09.08 23:58:27Auch wenn nichts zurückgezahlt wird, irgendwann ist auch die reine Zinsenlast zu hoch und macht den Staat handlungsunfähig.

Das Bsp. Japan ist sehr interessant. Die Inflationsrate mag nicht direkt mit der Staatsverschuldung zusammenhängen, aber wurde die Geldmenge wirklich vergrößert in Japan ? Nur weil der Zins bei fast 0 ist, muss das doch nicht heißen, dass auch die Geldmenge stark gestiegen ist. Widerspricht das aber nicht auch deiner Theorie, dass ein niedriger Zinssatz jetzt das richtige Mittel wäre?
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.010.593 von Battlelore am 07.09.08 00:09:52"Auch wenn nichts zurückgezahlt wird, irgendwann ist auch die reine Zinsenlast zu hoch und macht den Staat handlungsunfähig."

Irgedwann schon, aber wo ist irgendwann? Das weiss niemand. Zumal ein Grossteil der Verschuldung oft Inlandsverschuldung ist d.h. Papi Staat holt sich einen Teil der Zinsen gleich wieder zurück. Einen großen Teil frisst die Inflation (wenn es welche gibt). Das ist halb so wild, wie es mancher Endzeit Fanatiker es gerne haben möchte.

"Das Bsp. Japan ist sehr interessant. Die Inflationsrate mag nicht direkt mit der Staatsverschuldung zusammenhängen, aber wurde die Geldmenge wirklich vergrößert in Japan ? Nur weil der Zins bei fast 0 ist, muss das doch nicht heißen, dass auch die Geldmenge stark gestiegen ist."

Habe icht nicht behauptet, im Gegenteil, ich würde überhaupt den Zusammenhang zwischen Staatsverschuldung und Inflationsrate in Frage stellen. Bei der Geldmenge wäre es sicher logisch, aber ich kenne die japanischen Geldmengenzahlen nicht, hier passe ich fairerweise, man muss nicht alles wissen.

"Widerspricht das aber nicht auch deiner Theorie, dass ein niedriger Zinssatz jetzt das richtige Mittel wäre."

Was heisst niedrig, ein koordiniertes Vorgehen zwischen FED, EZB und BoE wäre besser gewesen, um diese Wechselkursverwerfungen und Finanzkrise zu verhindern. Das war nicht koordiniert, sondern Kindergarten (s. Northern Rock). Hallo, es gibt Telefon und Internet.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.010.704 von derbewunderer am 07.09.08 00:26:21Nehmen wie eine 10-jährige Bundesanleihe. Rendite ca. 4,5 Prozent geschätzt für den Investor. 2,5 Prozent frisst die Inflation. Bleiben 1,5 Prozent wahre Belastung, Uuups wir haben auch 1% Wachstum, bleibt 0,5 Pozent, Uuups es gibt noch die Kapitalertragssteuer, Einkommensteuer, Mehrwertsteuer.

Was bleibt für den Investor hängen? Richtig nichts. Echt übel diese Staatsverschuldung.

Ein dolles Geschäft für den Finanzminister, mehr nicht.
Sehr interessanter Thread!

Hab mal hierzu was gefunden im na presseportal
http://www.presseportal.de/pm/41150/1253202/die_linke

26.08.2008 | 12:22 Uhr
Oskar Lafontaine, Werner Dreibus: Union und SPD spalten das Volk

Berlin (ots) - "Dass immer mehr Menschen immer niedrigere Löhne haben, ist ein Ergebnis der Agenda 2010, insbesondere von Hartz IV", erklärt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Oskar Lafontaine, zur Einkommensstudie der Universität Duisburg. "Die gesetzliche Verpflichtung, jede Arbeit annehmen zu müssen, zeigt ihre fatale Wirkung in der Lohnabwärtsspirale." Lafontaines Stellvertreter Werner Dreibus kritisiert: "Die so genannten Volksparteien SPD und Union spalten das Volk in Arme und Reiche. Die Privatisierung öffentlicher Einrichtungen und die Hartz-Gesetze führen zu Armut trotz Arbeit. Und sie zwingen die Gewerkschaften in die Defensive."

Oskar Lafontaine weiter: "Was jetzt noch nicht zu Tage tritt ist, dass damit auch die Rentenerwartung für zukünftige Rentnerjahrgänge sinkt. Während im OECD-Durchschnitt ein Arbeitnehmer, der heute 1000 Euro verdient, eine Rente von 730 Euro zu erwarten hat, sind für ihn in Deutschland ganze 400 Euro Rente vorgesehen. Damit ist millionenfache Altersarmut gesetzlich programmiert. Das ist ein Skandal.

Dass unter diesen Voraussetzungen der Private Konsum das deutsche Wirtschaftswachstum nach unten zieht, wie vom Statistischen Bundesamt heute bekanntgegeben, ist nicht überraschend.

In einer solchen Situation muss die Regierung handeln. Sie muss die Infrastruktur ausbauen. Die Lohnpolitik muss wieder darauf ausgerichtet werden, dass sich die Einkommen entsprechend der Produktivität und der Preissteigerungen entwickeln. Die Gesetze, die wie Hartz IV zum Lohndumping einladen, müssen geändert und der allgemeine gesetzliche Mindestlohn endlich eingeführt werden."

Werner Dreibus: "Dass die Koalition die Einführung eines allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns und die deutliche Erhöhung des Arbeitslosengeldes II mit Verweis auf fadenscheinige Argumente unterlässt, ist weder christlich noch sozial, das ist einfach nur schäbig. Ein Mindestlohn, dass zeigen unsere europäischen Nachbarn, kostet keine Arbeitsplätze und eine starke Volkswirtschaft kann sich ohne weiteres menschenwürdige Sozialleistungen leisten."

Pressekontakt:
DIE LINKE.
Fraktion im
Bundestag
Hendrik Thalheim
Tel.: 030/22752800
Mobil: 0172/3914261
Mail: pressesprecher@linksfraktion.de

Da hat wohl der meistgescholtene Politiker D nicht ganz unrecht mit seinen Vorschlägen, wenn er sogar indirekt Beifall von der FTD erhält (siehe #26):eek:

Gruß Kirschkern
Wahnsinn! Erste Meinung hierzu:
1.Zinsen werden in US und dem Euroraum fallen (müssen)
2.Aktien Fannie und Freddie fast wertlos
3.Dax 5 % weniger wegen den Banktitel und Alianz oder Deutsche Post/Postbank
4.Versicherungswerte minus
5.Dollarkurs steigend
6.Edelmetalle langsam steigend (sofern von den Regierungen erlaubt)
7.Hektische Kursschwankungen weltweit
8.Immobilienpreise langsam weiter fallend in D

Möchte sich noch jemand aus dem Fenster lehnen?
Freddie Mac und Fannie Mae
Der Anfang vom Ende

Von Claus Tigges

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07. September 2008 Aus heiterem Himmel kommt sie nicht, die Verstaatlichung der beiden amerikanischen Immobilienfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae. Die finanzielle Schieflage der Unternehmen ist seit geraumer Zeit bekannt. Nun sieht die Regierung in Washington, allen voran Finanzminister Henry Paulson, offenbar keinen anderen Ausweg mehr, als sie unter ihre Fittiche zu nehmen. Zu groß, zu bedeutend sind Freddie Mac und Fannie Mae über die Jahre geworden, als dass ihr Untergang ohne weiteres von der schon geschwächten Wirtschaft verkraftet werden könnte.

Die Schuld an der Misere tragen nicht nur die Manager der beiden börsennotierten Gesellschaften; auch die Politik, insbesondere der Kongress in Washington, muss sich Kritik gefallen lassen. Senat und Repräsentantenhaus haben ein ums andere Mal nicht den Mut aufgebracht, das schnelle Wachstum von Freddie Mac und Fannie Mae durch schärfere gesetzliche Regeln und Vorschriften zu bremsen. An fachkundigen Warnungen vor dem hohen Risiko der Geschäfte mit Hypothekendarlehen hat es nicht gemangelt. Doch Freddie Mac und Fannie Mae durften nahezu ungehindert gewähren, durften immer mehr Hypothekendarlehen aufkaufen, weil die Politiker den Vorwurf fürchteten, sie zerstörten den Traum vieler Amerikaner vom eigenen Heim.

Nun sind die beiden Kinder, die der Kongress einst mit dem Auftrag schuf, das Wohneigentum zu fördern, in einen tiefen Brunnen gefallen. In welcher Höhe die amerikanischen Steuerzahler letztlich zur Kasse gebeten werden, lässt sich noch nicht sagen. Es dürften viele Milliarden Dollar werden. Die Verstaatlichung ist freilich nur der Anfang. Am Ende müssen die Aufspaltung von Freddie Mac und Fannie Mae und der Verkauf an private Investoren stehen.
:eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek::eek:
Eilmeldung: US-Regierung übernimmt Fannie und Freddie



Die US-Regierung übernimmt die Kontrolle bei den zwei strauchelnden grössten Baufinanzierern des Landes, Fannie Mae und Freddie Mac.

Erstellt: 07.09.2008, 17:12 Uhr
Sehr geehrte Damen und Herren,

Fannie Mae und Freddie Mac sind am Ende. Die größten Hypothekenbanken der
Welt werden praktisch verstaatlicht. Diese beiden Institute standen für 12
Billionen Dollar Schulden gerade. Wie geht es jetzt weiter?

Wenn die größten Banken und alle kleinen Banken in den USA pleite sind,
bedeutet dies dann, dass es dem Rest gut geht?

Die Kreditkrise in den USA geht in die letzte Phase. In diesem Zusammenhang
ist eine weltweite Ignoranz an den Weltmärkten spürbar.

Schon wieder eine Bank pleite?
Kaum jemand interessiert sich dafür.

Fannie und Freddie verstaatlicht?
Viele Börsianer glauben sogar, dass dies gut sei.

Da 99,9% der Menschen auf dieser Welt keine Ahnung haben, wie Geld entsteht
und wie es wertvoll oder wertlos wird, könnte dieses Spielchen durchaus
noch eine Weile so weiter gehen. Letzten Endes hängt alles davon ab, ob
US-Schuldscheine akzeptiert werden oder nicht.

Es ist unzweifelhaft, dass die USA überschuldet sind - nicht nur als Staat,
sondern auch das Individuum. Ein Beobachter in Los Angeles schätzt, dass
von 150 Millionen Haushalten mindestens 120 Millionen verschuldet, bzw.
überschuldet sind.

Ich möchte Sie an dieser Stelle mit Statistiken verschonen. Diese haben
sowieso kaum noch Aussagekraft. Nur Eines zum Vergleich:

Wenn ihr Nachbar hoffnungslos überschuldet ist, würden Sie ihm dann noch
Geld leihen? – Wahrscheinlich nicht. Bei den USA funktioniert das aber
immer noch prima. Der Grund: Niemand kann sich vorstellen, dass Amerika
pleite ist.

Wenn die größten und die kleinen Banken pleite sind, dann muss man schon
großer Optimist sein, anzunehmen, dass es den anderen gut geht. Vielmehr
muss hier auch das Schlimmste befürchtet werden.

Mit anderen Worten: Wenn die größten und die kleinen Banken pleite sind,
dann ist es sogar hoch wahrscheinlich, dass es den anderen auch nicht viel
besser geht. Bildlich gesprochen: Die Schlinge zieht sich zu.

Es ist ein normaler Prozess, der immer dann unausweichlich ist, wenn man zu
sehr über die Verhältnisse lebt. Kleinere Staaten wären schon längst
exitus. Warum soll den USA nicht das gleiche Schicksal drohen wie
beispielsweise Argentinien?

Immer wieder werden die viel zitierten „besseren Selbstheilungskräfte“
ins Spiel gebracht, wenn es um die Überlebensfähigkeit der USA geht. Doch
sich selbst heilen kann nur, wer noch über Substanz verfügt. Das kann beim
US-Finanzsystem derzeit bezweifelt werden.

Wir müssen uns also mit dem Worst Case vertraut machen. USA vor
Staatsbankrott – eine Option, die realistisch geworden ist.

Michael Mross
2 Gewinner gibt es auf jeden Fall:

a) Die Kommunisten, die hier einmal mehr ihre These bestätigt sehen, dass Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden, mit der Folge, dass man dem System misstrauen muss.
(da wird es kommende Woche wohl etliche threads zu geben, unsere Salonkommunisten haben scheinbar heute Ruhetag)

b) Die Gold Bugs, die dem System ebenfalls misstrauen, wenn auch aus anderen Motiven und mit anderen Konsequenzen......:D
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.016.001 von Cashlover am 07.09.08 18:27:30Systemkonformisten haben einen großen Vorteil beim Nachdenken.

Zweifel am System des Kapitalismus sind Ihnen fremd,
dadurch wird die Welt für sie leichter verständlich.

Gruß Kirschkern
hier die aktuell gestellten Kurse über L+S


Fannie Mae.......... 3.30 zu 3,80 euro

Freddie mac......... 2,50 zu 2,90 euro..


in etwa 25 - 30 % Minus vom Freitagkurs.


hier der link..

http://www.ls-d.de/L-S-BLUE-CHIPS.97.0.html

DAX-Werte sind praktisch unverändert oder nur sehr leicht im Minus...
mich würde nur eines interessiern (zeitungsberichte haben wir ja nun genug gelesen), könnte es nicht sein, dass die übernahme von fannie und freddie durch den staat nicht mittelfristig auch positiv für den aktienkurs sein könnte?

denke mal an alstom, vor einigen jahren wurde dieser konzern auch massiv vom staat gestützt und als dann die sanierung positiv verlief, dann gab es für den kurs fast kein halten mehr.

die frage ist wohl, inwieweit sich die usa hier einmischen, den berichten nach wollen sie nach sanierung die unternehmen ja wieder privatisieren.

wäre interessant, ob hier auch wer anderer eine meinung dazu hat!
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.015.535 von Marchella am 07.09.08 17:35:22der Mross ist aber auch selten dämlich!

"Warum soll den USA nicht das gleiche Schicksal drohen wie
beispielsweise Argentinien?"

Vielleicht u.a deshalb, weil die usa die mit Abstand am höchsten aufgerüstete Industrienation auf diesem Globus sind.
Kann mir nicht vorstellen, dass so ein Militärkoloss mal so eben umfällt.
Meint hier jemand wirklich, die usa würden so einfach mir nix dir nix abtreten, nachdem sie schon seit einem Jahrzehnt regelmässig >50% der weltweiten Rüstungsausgaben stemmen?
Vielleicht sollte jemand mal Herrn Mross erklären, dass das auch nicht so ohne weiteres geht, denn die usa haben sich seit Jahrzehnten sehr bequem und kuschelig in die Rolle einer Hegemonialmacht integriert.
Freiwillig kommen die da nicht raus, eher gibts einen big bang.
Das die sich jetzt so einfach ob einiger, sagen wir mal, Verbindlichkeiten :laugh:, so davon trollen, mit eingeklapptem Schwänzchen.........kann doch niemand gesunden Geistes erwarten.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.016.337 von nero11 am 07.09.08 19:01:19Äußerst unwahrscheinlich! Wenn also der Amerkianische Staat die Schulden der halbstaatlichen Geldhäuser garantiert und aus seinen Staatshaushalt finanziert (auch schon um andere Banken zu stabiliseren u.a.) dann wird dieser nach einem Ende der Krise auch wieder z.B. als NEUE Aktiengesellschaften verkaufen. Die jetzuigen Aktien sind eigentlich fast wertlos!!!
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.016.413 von Briefmarke am 07.09.08 19:09:30wäre jetzt nur eine theorie von mir, aber wenn sich der staat im rahmen einer kapitalerhöhung bei den beiden beteiligen würde, so müßte man in 1-2 jahren keine neuen aktien begeben.

es würde lediglich der gewinn verwässert, weil einfach nur mehr aktien im umlauf wären und die usa könnten die wertpapiere zum gegebenen zeitpunkt wieder an private investoren veräußern.
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.016.478 von nero11 am 07.09.08 19:18:54US Finanzminister und FHFA-Regulator:

- Hypotheken mit steigenden Zahlungsstockungen.
- Schlussfolgerung: Fannie und Freddie können nicht mehr gesund alleine überleben.
- Fannie und Freddie jetzt unter Kontrolle des Regulators. Die Vorstände akzeptieren den Schritt.
- Entscheidung ist nicht leichtgefallen.
- Geschäft von Fannie und Freddie läuft weiter wie bisher im vollen Umfang weiter.
- Vorstände treten zurück und werden ersetzt.
- Dividenden von Stammaktien und Vorzügen werden gestrichen.
- Aktien bleiben notiert!
- Staat kauft im Notfall Vorzugsaktien, um das Eigenkapital von Fannie und Freddie positiv zu halten.
- Bisherige Aktionäre tragen zuerst anfallende Verluste. Danach erst der Staat mit seinen Vorzugsaktien.
- Staat kauft Hypotheken an.
- Die USA fühlen sich verantwortlich für die Besitzer von Hypotheken.

US-Finanzminister:
Fannie und Freddie haben jetzt NICHT mehr den Zweck, Shareholder Value für deren Aktionäre zu schaffen.Fannie und Freddie werden den US Steuerzahler entschädigen.
Fannie und Freddie werden in ihrer derzeitigen Form nicht existieren.

Damit ist eigentlich alles gesagt. Die US-Regierung wird nach meiner Meinung (Stamm)Aktien regnen lassen die in ihren Besitz sind. Sowie der Eigenbestand der Aktien bei Freddi und Fanni sowie der bereits
untergegangen anderen elf Banken die verstaatlicht geworden sind.
Die US-Regierung wird nach meiner Meinung (Stamm)Aktien regnen lassen die in ihren Besitz sind. Sowie der Eigenbestand der Aktien bei Freddi und Fanni sowie der bereits
untergegangen anderen elf Banken die verstaatlicht geworden sind.



Wie genau meinen Sie das???
"...They said Fannie Mae and Freddie Mac would continue as going concerns and common and existing preferred shareholders would not be wiped out..." :rolleyes:
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.016.706 von Biotechspezialx am 07.09.08 20:02:11Etliche Hypothekenbanken in den USA halten als Aktiva Fannie und Freddie Aktien. Fannie hat vor ca.6 Monaten sogar noch neue Aktien ausgegeben. Sollten sich noch, was nicht unwahrscheinlich ist, eigene Stammaktien im Besitz von Fannie und Freddie befinden werden diese garantiert schnell veräußert. Ist ja nun Eigentum der US-Regierung die hauptsächlich nun für das Hypothekengeschäft von Fannie und F. und auch der Anleihen für das In. und Ausland geradestehen muss. Aktien sind alleine schon bei der Reihenfolge wenn eine Haftung gegenüber Gläubiger eintritt unterrangig! Meiner Meinung in diesem Fall völlig wertlos! Was natürlich an der Börse nichts heißen muß. Der Kurs kann aber auch nicht so deutlich fallen wie ich vermute!
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.016.880 von Briefmarke am 07.09.08 20:19:27The U.S. government on Sunday seized control of mortgage finance companies Fannie Mae <FNM.N> and Freddie Mac <FRE.N>, in what could be the biggest federal bailout in U.S. history in a bid to support the U.S. housing market and ward off more global financial market turbulence.

"Our economy and our markets will not recover until the bulk of this housing correction is behind us," U.S. Treasury Secretary Henry Paulson said at a news conference. "Fannie Mae and Freddie Mac are critical to turning the corner on housing."

The two companies, publicly traded but also serving a government mission to support housing, were put in a conservatorship that allows their stock to keep trading but puts common shareholders last in any claims.

Their top executives were ousted. Freddie Mac chief executive Richard Syron and Fannie Mae's CEO, Daniel Mudd, were replaced by David Moffett, a former top official at US Bancorp <USB.N> and Herb Allison, a former top official at both Merrill Lynch and pension fund TIAA-CREF.

In addition, the U.S. Treasury will immediately take $1 billion equity stakes in each company that could grow to be as large as $100 billion each and which would be senior to both existing preferred and common shares. The senior preferred stock in each GSE will carry warrants that will give the government an ownership stake of 79.9 percent.

The Treasury will initially purchase an upfront $1 billion worth of senior preferred stock in each GSE, with a 10 percent coupon, quarterly dividend payments, and warrants representing an ownership stake of 79.9 percent in each GSE going forward, and a quarterly fee starting in 2010.


Treasury also set up a program under which it would buy mortgage-backed securities currently held by Fannie Mae and Freddie Mac to pump fresh funds into the mortgage market. It said it would begin buying MBS later this month, and it would have authority to make such purchases through December 31, 2009.

Officials were concerned mounting losses at the two companies, which own or guarantee almost half of the country's $12 trillion in outstanding home mortgage debt, was sapping their vitality and threatening to undermine them at a time other sources of housing finance had largely run dry.

Paulson said Fannie Mae and Freddie Mac were so large that "a failure of either of them would cause great turmoil in our financial markets here at home and around the globe."

Several analysts said the move should help instill some confidence in shaky credit markets and lower mortgage costs.

"The government had to do something to eliminate uncertainty," said Peter Goldman, a principal with Front Barnett Associates in Chicago. "Anything that eliminates uncertainty in the credit markets is a good thing."

The Treasury Department said the plan to shore up the finances of the two government-sponsored enterprises, which have $1.6 trillion in debt outstanding, should not cost U.S. taxpayers money in the long run and could even return cash to the government coffers eventually.

The companies have suffered combined losses of nearly $14 billion in the last four quarters and large holders of their debt, including overseas central banks, have begun to show signs of increasing nervousness over their financial health.

Worries over their shrinking capital position led their regulator, the Federal Housing Finance Agency, to place them in conservatorship.

"As house prices, earnings and capital have continued to deteriorate, their ability to fulfill their mission has deteriorated," FHFA Director James Lockhart told the news conference. "They have been unable to provide needed stability to the market."

He said the companies lacked sufficient capital to continue taking losses while supporting the housing market at the same time.

Federal Reserve Chairman Ben Bernanke said in a statement that he "strongly" endorsed the action. "These necessary steps will help to strengthen the U.S. housing market and promote stability in our financial markets," he said.

As part of the plan, FHFA will operate the companies until they are stabilized and the Treasury will extend financing to the companies, as well as to the Federal Home Loan Banks, through a new lending facility until December 31, 2009, if needed.

In addition to the senior preferred stake Treasury is taking in the companies, it will immediately receive warrants for the purchase of some common stock.

The stock of the two companies has fallen more than 90 percent in the past year and in recent months foreign investors have pared their holdings of the companies' securities.

Paulson had briefed both Democratic presidential nominee Sen. Barack Obama and Republican contender Sen. John McCain earlier in the weekend. Both candidates indicated they would support the plan, but wanted to ensure taxpayers were safeguarded and shareholders and management took a hit.


VG lordmare
trotzdem ist folgender absatz für mich nicht uninteressant:

UNTERNEHMENSCHEFS WERDEN IHRE POSTEN VERLIEREN

Die beiden bisherigen Unternehmenschefs Daniel Mudd und Richard Syron werden ihre Posten verlieren. Zwei vom Staat eingesetzte Verwalter sollen die Leitung der Immobilien-Giganten übernehmen und mit Milliarden aus dem Staatshaushalt für eine Stabilisierung sorgen. Die Hypotheken-Banken gehören aber weiterhin den alten Aktionären und nicht dem Staat.
Die Intervention wird vermutlich die teuerste staatliche Sanierungsmaßnahme für den Privatsektor in der US-Geschichte, meinte der Wirtschaftsexperte Lawrence White (Universität New York) in der ´New York Times´. ´Faktisch bedeutet das eine staatliche Übernahme der Immobilien-Giganten´, kommentierte das ´Wall Street Journal´ den staatlichen Eingriff.

Fannie Mae und der kleinere Finanzierer Freddie Mac stehen mit einem Volumen von mehr als fünf Billionen Dollar (3,4 Billionen Euro) hinter jedem zweiten US-Hauskredit. Beide Unternehmen haben in der Vergangenheit zahlreiche Immobilienkredite kleiner regionaler Banken, die in Finanzierungsnöte geraten waren, aufgekauft.
Treasury to buy $5 bln in Fannie, Freddie MBS

WASHINGTON (Reuters) - The U.S. Treasury expects to purchase $5 billion of Fannie Mae and Freddie Mac mortgage-backed securities within the next month as part of its takeover of the mortgage finance giants.

Senior government officials told reporters in a news briefing the program would be the first taxpayer cash outlays associated with the plan to put Fannie Mae and Freddie Mac into a government conservatorship.

The purchases will be on the open market and will be managed by a private investment manager appointed by the Treasury.

This week, the Treasury will receive $1 billion in a new class of senior preferred stock from each of the two companies as "compensation" for signing the agreement to support the two main sources of U.S. mortgage liquidity, the officials said. This stock has a 10 percent coupon.

The Treasury also will receive warrants representing 79.9 percent ownership share of each firm, but the officials said the government has no plans to exercise those warrants, which carry a nominal exercise cost of less than $1 a share.

The officials said the Treasury has set up an automatic mechanism to inject fresh capital into Fannie Mae and Freddie Mac through senior preferred stock purchases when their liabilities exceed their assets according to their quarterly financial reports. The earliest this could start would be within 60 days of the companies' September 30 report, the officials said.

The current limit on the quarterly preferred stock purchases of $100 billion per institution was a figure chosen "to provide market stability", they added.

The officials insisted the federal takeover of the two government-sponsored enterprises was not analogous to a bank failure, in which an insolvent institution is put into receivership and its deposits shifted to other banks and its shareholder equity eliminated. They said Fannie Mae and Freddie Mac would continue as going concerns and common and existing preferred shareholders would not be wiped out.

The step was taken largely because a lack of market confidence in Fannie and Freddie impaired their ability to raise new equity capital in the face of mounting credit losses, threatening to cut off the flow of new mortgages to homebuyers and worsen the U.S. housing collapse.

Through consultations with the Federal Reserve, the new Federal Housing Finance Agency and Treasury GSE adviser Morgan Stanley, hired just a few weeks ago, Treasury officials decided they had to step in.

"It became clear ... the financial conditions of the GSEs is deteriorating. There are growing losses in their credit book and their ability raise capital in private markets were impaired throughout the summer and through the fall here," one of the officials said.

Je nachdem man es auslegt, kann man die Maßnahmen gut oder schlecht finden. Mal schauen was morgen ab 15.30h in USA passiert.
PLUNGEPROTECTION - Das unsichtbare Netz

In Amerika behaupten sich Immobilienmärkte und Börsen viel besser als in anderen Ländern. Welche Rolle spielt dabei das ominöse Plunge Protection Team?

Manche vermuten eine andere Institution, in der in solchen Augenblicken die Drähte glühen. „Plunge Protection Team“ heißt im Finanzjargon ein Zusammenschluss von Notenbankern, Finanzpolitikern und Wall-Street-Größen. Die Gruppe, so vermuten immer mehr Insider, ziehe die Märkte mit gezielten, eng koordinierten Stützungsaktionen wie etwa am 4. April 2000 nach oben. Das Team geht auf die Direktive 12631 zurück, die der damalige US-Präsident Ronald Reagan im März 1988 als Antwort auf den Crash von 1987 erließ. Der Finanzminister, der Chef der US-Notenbank und die Vorsitzenden der Wertpapieraufsichtsbehörde und der Terminmarkt-Handels-Kommission treffen sich seitdem in regelmäßigen Abständen in einer „Arbeitsgruppe für die Finanzmärkte“.

Schon von der Reagan-Regierung wurde das Ziel der Gruppe formuliert: „Das Vertrauen der US-Investoren bewahren.“ Inzwischen soll das Anti-Absturz-Team auf 35 Mitglieder angeschwollen sein, darunter einflussreiche Banker wie Goldman-Sachs-Chef Henry Paulson und Merrill-Lynch-Boss Stanley O’Neal, die die schnellen Eingreiftruppen in den Handelsräumen der Wall Street steuern. „Den Amerikanern soll gezeigt werden, dass die Flagge noch über der Wall Street weht“, sagt der US-Finanzanalyst Robin Aspinall.

Es war einer dieser Tage, die auch Fachleute ratlos hinterlassen. In den ersten vier Handelsstunden des 4. April 2000 verlor der Dow Jones fünf und der Nasdaq-Index sogar 15 Prozent. Zwei Stunden später beendete der Schlussgong der New Yorker Börsen eine Aufholjagd, die beide Barometer fast noch ins Plus gehievt hätte – ohne einen erkennbaren Grund. „Als ob Gott selbst interveniert hätte“, staunte tags darauf die „New York Post“.


O P E R A T I O N " M A R K T E I N G R I F F "

Wie das Plunge Protection Team funktioniert

1. Das Treffen
Das Plunge Protection Team aus Notenbankern, Finanzpolitikern und Wall-Street-Größen tagt regelmäßig. Informationen erhält das Team reichlich. Behörden, so die Verfügung 12631, „sollen, unter Erweiterung der gesetzlichen Befugnisse, der Gruppe alle Informationen zuleiten, die sie benötigt.“

2. Die Abstimmung
„Wir haben die Festnetz- und Handy-Nummern der anderen Teilnehmer“, sagt ein ehemaliges Mitglied der Arbeitsgruppe. Kommt es zu einer finanziellen Krise, startet das Team prompt durch. Alle Behörden des Plunge Protection Team, so berichten Insider, greifen dann auf einen Notfallplan zurück.

3. Der Einsatzbeginn
Das Plunge Protection Team nutzt frisch gedrucktes Geld der US-Notenbank, um den Aktienmarkt zu stabilisieren. Gewöhnlich beginnen die Interventionen um 21 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit. Die Notenbank und die verbündeten Investmentbanken kaufen Aktien – etwa von ängstlichen Aktienfondsmanagern.

4. Die Deals
Die Investmentbanken des Plunge Protection Teams kaufen massiv Aktienindex-Futures. Trotz relativ geringem Kapitaleinsatz erzielen sie so maximale Wirkung. Die Börsen stabilisieren sich. Zu dem Einsatz dieser Derivate riet schon 1989 der ehemalige NotenbankGouverneur Robert Heller.

5. Die Wirkung
Schnell sickert durch, dass bedeutende Investmentbanken kaufen. Andere Banken und Broker-Häuser ziehen nach – die Aktienindizes schießen nach oben. Verstärkt wird dieser Effekt durch optimistische Stimmen einflussreicher Analysten. Bei der Nasdaq scheiterte die Stabilisierung allerdings.


F I N A N Z S P R I T Z E D U R C H H Y P O T H E K E N B A N K E N

Trügerischer Reichtum

Nicht nur der Dow, auch die US-Wirtschaft und ihre Bürger erhalten Hilfe. Sprechen will über die Kreditspirale, die sich im halbstaatlichen Kreditsektor immer schneller dreht, offiziell niemand. Doch in den Bilanzen der unter Staatseinfluss stehenden Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac finden sich ihre Spuren: Die beiden Institute haben ihre Kredite seit 1997 auf knapp 1,4 Billionen Dollar fast verdreifacht. Der Clou: Dank ihrer Staatsnähe können die Hypothekenbanken die Ausleihungen zu US-Regierungskonditionen refinanzieren. Mit Hilfe dieser Finanzspritzen können die Verbraucher ihre teuren Kreditkartenkonten umschulden und zum Wohl der amerikanischen Wirtschaft weiter auf Einkaufstour gehen.

Die Stützungsaktionen im Immobilien- und Aktienmarkt zeigen Wirkung. Der Dow-Jones-Index verlor seit Anfang 2000 lediglich 29 Prozent. Vergleichbare Indizes wie der Dax stürzten dagegen um 64 Prozent ab. Die US-Immobilien verteuerten sich seit Anfang 2000 sogar um 22 Prozent – trotz Konjunkturflaute und New-Economy-Krise. Durch den Hausboom, den die lockere Kreditpolitik von Fannie Mae und Freddie Mac erst ermöglichte, fühlen sich viele US-Bürger reicher, als sie tatsächlich sind – eine psychologische Unterstützung für Aktienmärkte und Konsumklima.

Auch das Plunge Protection Team leistet bisher solide Arbeit. Das Schema ist immer das gleiche: Mit der Notenbank im Boot stellt die Gruppe Milliarden US-Dollar für den Einsatz an der Börse zur Verfügung. Massive Käufe von Aktienindex-Futures durch die Investmentbanken bringen dann die Wende. Mit diesen Derivaten setzen Profis nur einen Bruchteil der Summe ein, die zum Kauf des Index notwendig wäre. Trittbrettfahrer springen auf und treiben das Börsenbarometer nach oben. Die Banken erschweren gleichzeitig den Leerverkauf von Aktien, etwa durch eine Vergrößerung der An- und Verkaufsspanne. Dieses Verfahren funktionierte beim Kollaps des Hedge-Fonds-Giganten LTCM 1998 offenbar genauso wie kürzlich vor Ausbruch des Irak-Kriegs.

Doch die Risiken sind enorm. Scheitert die Intervention, sitzen Investmentbanken und Notenbank auf einem Berg von (Buch-)Verlusten. Um weitere Einbußen zu vermeiden, müssen sie auf fallende Kurse wetten, um ihre Spekulation auf die Hausse zu neutralisieren. Mit diesem Glattstellen beschleunigen sie aber ungewollt die Abwärtsbewegung.


I M M O B I L I E N G E S C H Ä F T

Enorme Bonitätsrisiken drohen

Dazu kommen die Gefahren aus dem Immobiliengeschäft. Fannie Mae und Freddie Mac tragen jetzt die Bonitätsrisiken für die Hälfte des US-Immobilienmarkts – mit wachsender Tendenz. Rund 71 Prozent aller Neukredite an Private gehen inzwischen auf ihr Konto. Die Gegenfinanzierung der wuchernden Kredite läuft über neue Anleihen. Brisant: Ausländische Versicherer und Banken kauften allein in den vergangenen drei Jahren Papiere im Wert von rund 500 Milliarden Dollar und vertrauten dabei auf den Status von Fannie und Freddie als „Government Sponsored Enterprises“. Tatsächlich fehlt jedoch die explizite Staatsgarantie.

Noch scheint das US-Establishment entschlossen, an den marktfremden Eingriffen unter allen Umständen festzuhalten. „Die Regierung besitzt eine Hochtechnologie, so viele Dollars wie gewünscht zu drucken – die Druckerpresse“, verkündete Ben Bernanke, US-Notenbank-Gouverneur, erst im November 2002. Noch deutlicher wurde ein leitender Greenspan-Mitarbeiter wenige Monate zuvor: „Die Notenbank könnte theoretisch alles kaufen, um Geld ins System zu pumpen.“

Doch die Nervosität wächst, ungeachtet des öffentlich zur Schau gestellten Zweckoptimismus. Armando Falcon, Chef der Aufsicht über die Hypothekenbanken und damit auch Wächter über Fannie Mae und Freddie Mac, erhielt am 5. Februar überraschend die Kündigung. Der Rauswurf kam nur Stunden vor einer Rede Falcons in New York. Thema: Risiken für das US-Finanzsystem durch die beiden Immobilienbanken.

http://focus.msn.de/PF1D/PF1DN/PF1DNA/pf1dna.htm?id=1085&mid=1085


:eek:
Tageschart in USA..

Fannie.Mae............................................................................................Freddie.Mac



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