DAX-0,04 % EUR/USD+0,09 % Gold+0,52 % Öl (Brent)-0,29 %

Ü b e r l e b e n s s t r a t e g i e n der PARASITEN - 500 Beiträge pro Seite



Beitrag schreiben

Begriffe und/oder Benutzer

 

FIESER PARASIT
Die Zombie-Schnecken von Kalifornien

Von Kurt F. de Swaaf

Trematoden sind grausame Parasiten: Sie nisten sich in Schnecken ein, zerstören deren Sexualorgane und machen sie zu willenlosen Zombies - alles nur, um sie als Brutstätten für weitere Parasiten zu missbrauchen.


Der Artikel, den Forscher der University of California in der Fachzeitschrift "Evolutionary Ecology" publiziert haben, könnte das Skript zu einem Horrorfilm sein: Östlich von Santa Barbara, direkt an dem berühmten Highway 101 gelegenen Naturschutzgebiet "Carpenteria Salt Marsh", haben sie detailliert untersucht, wie Parasiten Hornschnecken das Leben zur Hölle machen.

Kalifornische Hornschnecke: Oben ein nicht infiziertes Tier mit orangefarbigen Geschlechtsorganen. Bei der unteren, infizierten Schnecke hat der Parasit die Geschlechtsorgane komplett ersetzt
Zur Großansicht
Todd Huspen

Kalifornische Hornschnecke: Oben ein nicht infiziertes Tier mit orangefarbigen Geschlechtsorganen. Bei der unteren, infizierten Schnecke hat der Parasit die Geschlechtsorgane komplett ersetzt
Trematoden, parasitische Saugwürmer, nutzen die Kalifornische Hornschnecke Cerithidea californica als Zwischenwirt. Und das auf perfide Art und Weise: Ihre aus Eiern schlüpfenden Larven befallen die Weichtiere und verwandeln diese in zombieähnliche Brutstätten.

"Sie sehen aus wie Schnecken, benehmen sich wie Schnecken, aber sie machen Trematoden-Babies", erklärt der Biologe Armand Kuris, Leiter der Studie, im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. "Es sind eigentlich lebendige Tote."

Die Hornschnecke bevölkert die Wattflächen und Salzmarschen der US-amerikanischen und mexikanischen Pazifikküste. Je nach Region fallen bis zu 40 Prozent von ihnen der Infektion durch die fiesen Saugwürmer zum Opfer. Kein Wunder: C. californica dient mindestens 18 verschiedenen Trematoden-Arten als Zwischenwirt.

Äußerlich sieht man den Heimgesuchten ihr Schicksal nicht an. Die Tiere leben im Rhythmus der Gezeiten wie alle anderen ihrer Artgenossen, verkriechen sich bei Ebbe in ihre hübsch verschnörkelten, etwa zwei Zentimeter langen Häuschen und weiden bei Flut die Schlickoberfläche ab, um die darauf lebenden Diatomeen und andere einzelligen Algen zu verzehren. Eine beschauliche Vita, wie es sich für Schnecken gebührt.

Doch die Schnecken werden von ihrem Parasiten kontrolliert und benutzt: Sie verlieren jedes Interesse an sexueller Betätigung. Gezwungenermaßen, denn die Trematoden-Invasoren zerstören nach dem Eindringen die Geschlechtsorgane der Schnecken. Seitdem fristen die glücklosen Mollusken ihr Dasein als Sklaven im Dienste der fremden Spezies. Die befallenen Schnecken werden nie mehr eigene Nachkommen in die Welt setzen. Ihr genetisches Material ist für die eigene Art verloren, ihre Körper sind nicht mehr als fremdbestimmte Maschinen. Wie Zombies.

Manche Parasiten gehen schleichend vor, manche rabiat

Der Hintergrund: Im Gegensatz zu vielen anderen Schmarotzern gelingt es parasitischen Kastrierern, die Ressourcen, welche der Wirt normalerweise für seine eigene Fortpflanzung mobilisiert, zu ihren Zwecken zu nutzen. Sie können dadurch viel größer werden als nicht-kastrierende Verwandte und sich effizienter vermehren.

Vom Schneckenkörper aus dann machen sich die produzierten Larven der dritten Generation, sogenannte Cercarien, auf die Suche nach weiteren Zwischenwirten oder Endwirten. Das können Muscheln, Krebse, Fische oder Vögel sein.

Kastrierende Trematoden verfolgen nicht alle die exakt gleiche Strategie. Manche gehen eher schleichend vor, andere schnell und rabiat. Besonders brachial geht beispielsweise die Spezies Probolocoryphe uca bei der Inbesitznahme von Schneckenleibern vor. Ihre Larven der zweiten Generation befallen nicht nur die ehemaligen Geschlechtsorgane des Wirtes, sondern greifen auch auf dessen Verdauungsorgane und andere Weichteile über. Bis zu 39 Prozent des Körpergewichts einer von P. uca infizierten Kalifornischen Hornschnecke können aus Wurmlarven bestehen. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Forscher solch befallene Schnecken salopp als "Handpuppen" bezeichnen. Die lenkende Macht bleibt zwar unsichtbar, sie füllt aber einen wesentlichen Teil der Puppe aus.

Mit Sklaven pfleglich umgehen

Interessanterweise sind Probolocoryphe uca und andere brutal vorgehende Schnecken-Quälgeister sich ihres eigenen Lebens nicht sicher. Unter den verschiedenen Trematoden-Arten herrscht heftige Konkurrenz, denn schließlich sind Kalifornische Hornschnecken überaus beliebte Wirte. Wer als Wurm zuerst eine solche befällt, wird diese nicht unbedingt behalten. Vertreter anderer Arten können nachträglich eindringen und mit dem Erstankömmling um die Schnecke kämpfen - in der Schnecke! Der Schwächere stirbt meist bei einem solchen Verdrängungskampf. Die Wissenschaftler unterscheiden deshalb zwischen dominanten und untergeordneten Kastrierern.

Je niedriger eine Trematoden-Spezies auf der Rangliste steht, desto größer scheinen die von ihm verursachten Schäden im Körper der Wirtsschnecke zu sein. Armand Kuris und seine Kollegen interpretieren dies als Folge unterschiedlicher Überlebensstrategien. Wurmarten wie P. uca, deren Larven sich sehr stark im Schneckenkörper vermehren, reduzieren zwar die Lebensfähigkeit ihres Wirtes, produzieren dafür aber wahrscheinlich mehr Cercarien in kürzerer Zeit. Mit anderen Worten: Sie nutzen die Gunst der Stunde, bevor ihnen ein eventuell auftauchender Konkurrent den Garaus machen kann. Im Gegensatz dazu gehen die Alpha-Trematoden anscheinend vorsichtiger mit ihrem Wirt um und besetzen weniger Raum in dessen Körper. Kalifornische Hornschnecken können etwa zehn Jahre alt werden. Für dominante Parasiten lohnt es sich also, ihre Sklaven pfleglich zu behandeln.
-------------------------------------------------------------------

Ist das Wallstreet-Online-Forum eine Bruthöhle für Parasiten ?

Wer ist hier Schnecke und wer Parasit ?



Euer Seuchenvogel
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.712.073 von Seuchenvogel am 27.10.08 13:46:14...wieso? willst du dich in irgendwelchen sexualorganen einnisten? oder willst du, dass sich jemand in deinen sexualorganen einnistet?
:confused:
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.712.073 von Seuchenvogel am 27.10.08 13:46:14Der gierige Verstand ist nicht nur ein saugender Parasit an einem selber, sondern auch an der Menschheit und schließlich saugt er auch an den Geschenken dieser Erde.

Die Gier scheint eine Krankheit zu sein.
Eine krankhafte Suche nach Macht und Ansehen.
Eine krankhafte Überlebensangst.

Ein völliges Abkapseln vom pulsierendem Leben.
Eine superegoistische Wahrnehmung einer eigenen Inselsituation.

Die Liebe dagegen möchte teilen, möchte alles geben, der Tod wird
an einem Liebenden nichts mehr finden.
Der Augenblich wird ausgekostet.
Der Liebende kennt keine Zeit, da ist nur der Augenblick.


Beitrag zu dieser Diskussion schreiben


Es handelt sich hier um einen ältere Diskussionen, daher ist das Schreiben in dieser Diskussion nicht mehr möglich. Bitte eröffnen Sie hier ein neue Diskussion.