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Credit Suisse zahlt Investmentbankern Schrott-Boni
Von Martin Vetterli. 38 Kommentare

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Die Credit Suisse krempelt ihr Bonusmodell schon wieder um. Investmentbanker erhalten einen guten Teil ihrer Boni künftig in Schrottpapieren statt in Aktien.
Schöne Bescherung? Credit-Suisse-Hauptsitz in Zürich.


Die Credit Suisse zaubert für die Boni ihrer Investmentbanker eine neue Formel hervor, die an die Nationalbank-Hilfe für die UBS erinnert: Sie lagert toxische Schrottpapiere im Wert von rund 5 Milliarden Dollar in ein Investmentvehikel aus und befreit so ihre Bilanz von dieser Last.

Dieser Topf wird mit illiquiden kommerziellen Hypotheken und Unternehmensanleihen gefüllt und an die Chefs der Investmentbank weitergereicht. Deren Boni werden im kommenden Frühling nur noch zu rund 20 Prozent in Form von Aktienanteilen ausbezahlt. Der Rest wird aus Anteilsscheinen für diesen Schrott bestehen. In den Genuss der Neuregelung kommen 1000 bis 2000 Kaderleute der Investmentbank – vorwiegend in New York. Trotz der beispiellos hohen Milliardenabschreiber, die auch die CS vornehmen musste, werden sie Boni in Höhe von mindestens 100’000 Dollar einstreichen.

Die Idee hinter dem neuen Konzept: «Die Kadermitarbeiter werden direkt an der Risikoreduktion der Investmentbank beteiligt», sagt Sprecher Andrés Luther. Dadurch werde der Abschreibungsbedarf des Bankenkonzerns sinken. Zudem setzt die CS mit diesem System einen zusätzlichen Anreiz für die Investmentbanker. Können sie die Ramschpapiere zu einem guten Preis verkaufen, verdienen sie mit.

Privatebanker nicht betroffen

Die Privatebanker und das Asset-Management sind vom System ausgenommen. Ihre Boni werden auch in Zukunft zu grossen Teilen in Form von Aktien ausgeschüttet. Beim Bargeld-Anteil des Bonus müssen allerdings auch sie zurückstecken. Wer die Bank vor Ablauf von zwei Jahren verlässt, muss ihn pro rata temporis zurückzahlen. Wer also nach einem Jahr kündigt, muss die Hälfte seines Bonus zurückgeben. Mit diesen goldenen Fesseln will die Bank ihre Chefs dauerhafter binden.

Die Umgestaltung kommt überraschend. Konzernchef Brady Dougan hatte in den letzten Wochen nur eine gewisse Weiterentwicklung angedeutet. In einem Memo schreibt die Konzernleitung, man müsse einen Ausgleich zwischen den Interessen der Aktionäre und der Angestellten schaffen: «Wir müssen demonstrieren, dass wir ein verantwortungsbewusster Akteur in unserer Branche sind.»

Die neuen Boni-Regeln stossen bei Aktionärsschützern auf wenig Gegenliebe. Für Ethos-Direktor Dominique Biedermann ist es nach den Milliardenabschreibern der letzten Monate unverständlich, dass die CS ihren Investmentbankern Boni ausschütten will. Er kritisiert zudem, dass die Ramschpapiere nicht zu ihrem ursprünglichen Wert in den 5-Milliarden-Topf gelegt werden, sondern zu den heute viel tieferen Preisen. Damit würden sie gegenüber den Aktionären bevorteilt. Biedermann fordert die CS zudem auf, das von der UBS vor Wochen vorgeschlagene Bonus-Malus-System zu übernehmen, statt am alten Modell herumzuschrauben.

Piff, paff, puff

Weiterer Kritikpunkt: Obergrenzen kennt das neue CS-Modell nicht. Falls das Geschäft mit den illiquiden Papieren wieder in Gang kommen sollte, dürften die Boni für das Krisenjahr 2008 im Nachhinein explodieren – um den Faktor drei, heisst es bei der Credit Suisse. Im besten Fall kommen die Investmentbanker damit voll auf ihre Rechnung. Allerdings tragen sie auch ein erhebliches Risiko: Bricht der Wert der Ramschpapiere um weitere 15 Prozentpunkte ein, sind die sogenannten Partner Asset Facilities (Paf) nichts mehr wert. Die Banker können nur hoffen, dass dieser Name kein Omen ist: Platzen in US-Comics Seifenblasen, machts jeweils «puff».


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