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Staatsanwaltschaft geht gegen organisierten Aktienbetrug vor - 500 Beiträge pro Seite


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http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,719243,00.html

Endlich passiert mal was.

...
Zum einen seien fast wertlose sogenannte Pennystocks gekauft, die Kurse durch gezielt positive Nachrichten nach oben getrieben und dann wieder verkauft worden.
...
unser andre is ooch dabei.sicher auch die eine und andere düsseldorfer börsenbörsenbrosche.hauptsache kurzweil.jeser scheißt den andern an:laugh: km
passiert doch eh am ende nichts

der typ, der mit russenaktien die leute um hunderte mio geprellt hat, läuft ja auch immer noch frei rum
na also, passiert doch was. dass bereits drei Leute einsitzen heisst, dass es diesmal schon umfangreichere Ausmasse angenommen hat.

Frick wäre ja da auch so ein Kandidat, aber da wird aktuell noch ermittelt wie aus dem Bafin Bericht hervorgeht...
Was man in diesem Zusammenhang erwähnen sollte ist die tatsache das die website von Gomopa seit 3 Tagen nicht mehr zu erreichen ist: www.gomopa.net
Der Server soll laut ntv auch bei der Staatsanwaltschaft München stehen,Stichwort Wirecard
Unsere Staatsanwälte/innen sind genauso abgehoben wie die Politiker.
Zudem strunzdumm und ohne Rückgrat. Die befürworten doch derartige unseriöse Bereicherungen noch. Sind doch vom selben Schlage.
weiß jemand wer verhaftet wurde?

sind ja ein paar Namen herumgegeistert 2008, hier ein Artikel von damals: http://www.sueddeutsche.de/geld/skandal-bei-aktionaersschuet…


spannend zu beobachten die Geschichte!
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.206.398 von kraftmobil am 24.09.10 16:13:51Untersuchungshaft
Markus Straub
Thobias Bosler
Stefan Fiebach
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.208.043 von Memyselfandi7 am 24.09.10 19:57:39Im Fokus der Ermittler
Oliver J. Daniel T. Gerd W. Trung-Tin M, Robert B,
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.208.043 von Memyselfandi7 am 24.09.10 19:57:39Die Namen sind ja nicht unbekannt und erst recht nicht unbefleckt.
Hast Du eine Quellenangabe?
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.208.167 von Memyselfandi7 am 24.09.10 20:13:39Benutzername: memyselfandi007 (Mitgliedschaft durch User beendet)
Registriert seit: [ seit 14.877 Tagen ]
Benutzer ist momentan: Offline seit dem 12.07.2008 um 00:16

bist du der Bruder vom Straub ?
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.209.491 von Loserin am 25.09.10 08:10:53Weder der Bruder vom Straub, noch der Hund vom Röhrborn
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.209.666 von Memyselfandi7 am 25.09.10 09:56:25Aber du identifizierst dich durch seinen Namen ?
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.208.043 von Memyselfandi7 am 24.09.10 19:57:39Straub war bei der inzwischen insolventen PrimaCom im AR.

Da gab es nette Aktienoptionen fürs Management, die nach meiner Erinnerung nicht mit Verlust ;) verkauft wurden, und zwar bevor die zur Inso führende Krise so richtig sichtbar wurde.

So belohnt man ein erfolgreiches Management!!!

Zur PrimaCom erwarte ich noch Strafanzeigen.
es kursieren ja etliche bekannte Namen, bin mal gespannt wie die Geschichte weiter geht. Offenbar fast alles Börsenbriefschreiber oder Mitarbeiter bekannter Börsenmedien.
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.209.948 von cocho am 25.09.10 11:53:39Straub ist aus meiner Sicht ein Genialer Player und unschuldig.
Die Vorwürfe gegen Wirecard werden sich bestätigen und er wird Recht behalten.
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.211.671 von Memyselfandi7 am 26.09.10 09:01:05Straub ist aus meiner Sicht ein Genialer Player und unschuldig.

Und Du bist anscheinend etwas betriebsblind.:laugh::laugh:
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.213.702 von Memyselfandi7 am 27.09.10 01:56:17du scheinst ja echte insiderinfos zum fall zu haben.

ich habe gehört, dass hochrangige w:o (ex-)mitarbeiter ebenfalls verwickelt seien!? ist das richtig? wenn ja, was war ihre rolle in diesem "netzwerk"?

weiter munkelt man, dass in kitzbühel regelmäßig konspirative parties stattgefunden haben sollen, bei denen den bosler-jüngern neue "kursraketen" vorgestellt wurden... weisst du darüber mehr?
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.213.715 von kingkongtrader am 27.09.10 03:25:53Wenn W:O tatsächlich in den FAll verwickelt ist, wird das Unternehmen keine Zukunft haben. Braun und Wirecard hinterlassen verbrannte Erde.
Konspirative Treffen hat es meines Wissens nicht gegeben, weder Renate Daum noch Christian Kirchner waren jemals vor Ort, dafür andere Redakteure aus dem Hause FTD.


quelle gomopa

Hausdurchsuchungen wegen Wirecard-Marktmanipulation

Die Haudurchsuchungs-Beschlüsse lagen schon im Juli 2010 von Richter Meixner unterschrieben in München bereit.

Doch das Verfahren wegen Marktmanipulation bei dem TecDax-börsennotierten Bezahldienst Wirecard AG aus Grasbrunn in Bayern ist so riesig, dass die Münchener Staatsanwaltschaft und die Bonner Finanzmarktaufsicht BaFin noch einmal zwei Monate brauchten, um endlich zuzuschlagen.

Vorige Woche am 21. September 2010 war es dann soweit. 160 Polizisten, zwölf Staatsanwälte und sieben BaFin-Mitarbeiter durchsuchten in der ersten Bürostunde in Deutschland und Österreich 48 Privat- und Geschäftsräume von insgesamt 31 Verdächtigen. Drei Männer kamen in Untersuchungshaft.


Verhaftet: Ex-SdK-
Sprecher Tobias
Bosler© SdKNach Berichten mehrerer Zeitungen sollen sich unter den Verhafteten der frühere Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) aus München, Vermögensverwalter Tobias Bosler, und der ehemalige Vorstandsvize der SdK, Markus Straub, befinden.

1. Absturz der Wirecard-Aktie am 24. Juni 2008 um 25 Prozent

Bosler und Straub waren bereits im Jahre 2008 von der Wirecard AG wegen Insiderhandels und Marktmanipulation angezeigt worden. Nachdem der SdK-Chef, Klaus Schneider, auf der Hauptversammlung der Wirecard AG am 24. Juni 2008 der Wirecard AG Bilanzfälschungen und Überbewertung vorwarf, stürzte die Wirecard-Aktie um rund 25 Prozent ab. Bosler und Straub hatten bei dem Londoner Bankhaus CMC Markets auf die fallenden Kurse von Wirecard gewettet und machten einen Riesengewinn.


Verhaftet: Ex-SdK-
Vorstand Markus
Straub© SdKNach Ermittlungen der Wirecard AG hätten die beiden bis 4. Juli 2008 mit insgesamt 330.000 Papieren (so genannten Contracts for Difference) einen Gewinn in Höhe von 3,3 Millionen Euro erwirtschaftet. SdK-Vorstand Straub erwiderte 2008, er habe den größten Teil der Position noch offen, und sein bisheriger Buchgewinn liege "nicht im Millionenbereich". Beide SdK-Funktionäre traten zurück.

2. Absturz der Wirecard-Aktie am 29. März 2010 um 32 Prozent

Eine ähnliche Manipulation mit der Wirecard AG soll sich im März 2010 wiederholt haben. Der in München wohnende Bosler habe laut Hausdurchsuchungsbeschluss (Aktenzeichen 306 Js 30808/07) anfang diesen Jahres den Plan gefasst, gemeinsam mit Markus Straub und vielen anderen „durch einen konzertierten Angriff auf die Aktie der Wircecard AG, in deren Zentrum eine unrichtige Presseveröffentlichung steht, deren Kurs zu drücken und dank entsprechender Spekulationen einen erheblichen Gewinn zu erzielen.“

Die Rechnung ging laut Durchsuchungsbeschluss wohl auch auf. Im Beschluss heißt es: „Der Beschuldigte Bosler konnte einen Gesamtgewinn von mindestens 400.000 Euro erzielen, der Gesamtgewinn aller Beschuldigten dürfte deutlich höher sein.“

Und so sollen Bosler, Straub und Co. vorgegangen sein. Sie manipulierten zuerst Wallstreet:online, dann den Finanznachrichtendienst GoMoPa.net.

Schritt Nummer 1: Wallstreet:online

Im richterlichen Durchsuchungsbeschluss heißt es: „Auf Wallstreet:online wurden unter der AKA Abzocke (ein User-Name - Anmerkung der Redaktion) zumindest seit März 2010 negative Nachrichten über Wirecard eingestellt; es besteht der Verdacht, dass die hinter dieser AKA stehende Person einer der Beschuldigten ist oder mit den Beschuldigten kooperiert.“

Schritt Nummer 2: GoMoPa.net

Unter dem, wie sich später herausstellte, falschen Namen Wildmoser und einer falschen Adresse in Berlin-Neukölln schickte einer der Verdächtigen an GoMoPa.net eine angebliche Insiderinformation. GoMoPa.net möge sich doch bitte Mal bei der Münchener Staatsanwaltschaft I erkundigen, da gebe es bei einem Oberstaatsanwalt Wolfgang Natale eine Anzeige gegen die Wirecard AG wegen Geldwäscheverdachts.

GoMoPa.net erkundigte sich sowohl bei der Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft als auch bei der Sprecherin der Wirecard AG. Beide bestätigten die Richtigkeit dieser Information.

Wildmoser informierte GoMoP.net weiter, dass der am 28. Februar 2010 in Naples (Florida) festgenommene mutmaßliche Auszahler illegaler Wettgewinne, Olaf Schütt, ein Geständnis abgelegt hätte, in dem er behauptet, mit zwei Vorständen der Wirecard AG zusammengearbeitet zu haben. Die Lokalzeitung in Naples hätte das Geständnis online veröffentlicht, habe es aber auf Druck der Schütt-Anwälte vom Netz nehmen müssen.

GoMoPa.net fragte bei den Behörden in Florida nach und erfuhr, dass es ein mündliches Geständnis von Schütt gebe, aber eine Abschrift könne man nicht schicken. GoMoPa.net erhielt lediglich die Anklageschrift. Aus der ging hervor, dass die bayerische Wirecard Bank AG im Auftrag der englischen Immobilienfirma Bluetool Limited im vergangenen Jahr 5,7 Millionen US-Dollar (4,2 Millionen Euro) nach Florida an den dort lebenden Berliner Immoblienmakler Michael Olaf Schütt überwiesen haben soll. Allerdings, so das FBI, seien die Gelder nicht für Immobiliengeschäfte bestimmt gewesen, sondern hätten dazu gedient, illegale Gewinne aus verbotenen Glücksspielen in Online-Casinos auszuzahlen.

Die Rechtsabteilung von Wircecard bestätigte gegenüber GoMoPa.net, dass es eine diesbezügliche Anfrage eines FBI-Agenten im Frühjahr 2010 an die Wircecard AG gegeben habe und sich Wirecard sofort von seinem Kunden Bluetool getrennt habe und das Konto Anfang März vorsorglich geschlossen hätte.

GoMoPa.net-Meldung löste Kurssturz aus

GoMoPa.net veröffentlichte daraufhin am 29. März 2010 die Meldung: "Wirecard Bank AG wegen Geldwäsche angezeigt." Die Aktie fiel daraufhin um 32 Prozent.

Die Geldwäscheanzeige und die FBI-Ermittlungen bestätigten sich. Was sich allerdings auf nochmaliges intensives Nachfragen bei dem Gericht in Florida als falsch herausstellte, war die Behauptung, Schütt habe in seinem Geständnis die Wirecard-Vorstände belastet.

Das entstammte der Falschinformation des angeblichen Insider-Informanten Wildmoser. Der war nach dem GoMoPa.net-Bericht nicht mehr erreichbar.

GoMoPa.net löschte zwar das falsche Geständnis aus der Meldung, aber geriet wegen der veröffentlichten Falschinformation ins Visier von Staatsanwaltschaft und BaFin.

Der Verdacht lautete: GoMoPa.net hätte „für den Artikel entweder Geldzahlungen von dem Beschuldigten Bosler oder anderen noch nicht bekannten Personen“ erhalten oder hätte „selbst mit den Werten“ gehandelt.

Die Folge: Auch GoMoPa.net bekam vorige Woche Besuch von der BaFin. GoMoPa.net übergab den Beamten alle Recherche-Daten über die Wirecard und gewährte Einblicke in die Konten.

GoMoPa.net-Gründer Mark Vornkahl: „Endlich haben wir die Chance, auch die Unterstellung einiger Pressevertreter ausräumen, dass wir wegen eines finanziellen Vorteils kritisch über die Wirecard berichteten. Wir gehen davon aus, dass das Verfahren gegen uns eingestellt wird.“

Eine Anfrage der Süddeutschen Zeitung um ein Zitat zu den aktuellen Vorwürfen der Kursmanipulation und Ermittlungen der BaFin haben wir gern beantwortet: "GoMoPa® informiert seit 10 Jahren über fragwürdige Anbieter, dubiose Angebote sowie betrügerische Strukturen und manipuliert keine Kurse."

GoMoPa.net konnte gegenüber den Ermittlern klarstellen, dass der GoMoPa.net-Redakteur einen Fehler beging, aber niemand bei GoMoPa.net davon irgendeinen Vorteil hat.
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.217.396 von Memyselfandi7 am 27.09.10 17:01:28Hi,

man hat halt die Community von W:O manipuliert und nicht das Unternehmen W:O AG selber. Das ist ein Unterschied!

Denke schon das W:O Zukunft hat
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.218.174 von der_hoellenhund am 27.09.10 18:19:05Die Mühlen arbeiten sehr sehr langsam und der Skandal wird sich noch um über 5000%
ausbreiten.
Noch fühlen sich einige in Sicherheit.
Im Fondsbereich wird die Angst umgehen. Die Kitzbühel Connection mutiert zum Tanz um das goldene Kalb.
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.218.418 von Memyselfandi7 am 27.09.10 18:51:17Weiß jemand, welche Medien betroffen waren? Das werden ja nicht nur w:o und GoMoPa.net
gewesen sein.
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.225.470 von cash_is_king am 28.09.10 17:15:35FOCUS MONEY IST DEFINTIV AUCH IN DIE SACHE VERWICKELT!

Im FTD-Artikel vom 26.9. steht:

"Ausgerechnet Straub und ein weiteres SdK-Mitglied spielen eine wichtige Rolle in einem besonders eindrucksvollen Beispiel - dem Fall Nascacell Technologies. Beide gaben dem kleinen Münchner Unternehmen 2000 Risikokapital. Einer übernahm zeitweise den Aufsichtsratsvorsitz. Ende 2006 wurde die auf kleine Biomoleküle spezialisierte Firma in den unregulierten Markt der Frankfurter Börse einbezogen - ohne offiziellen Prospekt. Auffällig war, dass rund um diesen Termin eine Reihe geradezu euphorischer Kaufempfehlungen erschienen. Ein bundesweites Anlegermagazin jubelte: "Das Management weiß, auf welchem Schatz es sitzt." Es sei nun "die einmalige Chance, zu Schnäppchenpreisen an die Aktien zu kommen". (...)"

Dazu folgender Artikel des Focus Money Redakteurs Oliver Janich vom 31.5.2006:

(Quelle: http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/hot-stock-und150-…)


HOT STOCK – NascacellEine neue Kultur
Mittwoch 31.05.2006, 00:00 · von FOCUS-MONEY-Redakteur Oliver Janich

Ein noch unbekannter Börsenneuling könnte bald für Furore sorgen. Das Biotech-Unternehmen Nascacell bietet hohe Kurschancen

Für Erich von Däniken ist die Sache klar: Die geheimnisvollen 2000 Jahre alten Linien der Hochebene von Nasca in Peru sind eigentlich ein Ufo-Landeplatz. Die Münchner Biotech-Firma Nascacell dagegen benannte sich nach diesen Linien, weil sie eine Parallele ihres Geschäftmodells zu der historischen Stätte sieht. „Vom Boden aus sind diese Linien kaum zu erkennen. Erst wenn man sich in die Lüfte begibt, wird das Bild klar. Auf ähnliche Weise verschafft unsere Technologie eine ganz neue Perspektive auf Zellmechanismen“, sagt Vorstandschef Ernst Böhrlein.

Geheime Aktie. Ähnlich unentdeckt, wie es die Nasca-Linien lange waren, ist heute das Unternehmen Nascacell, das noch nicht an der Börse notiert ist. Heimlich, still und leise lässt sich die Firma erst einmal ohne Kapitalerhöhung listen. Das Management weiß, auf welchem Schatz es sitzt, und braucht den Wirbel eines großen Börsengangs nicht. Für Anleger ist dies die einmalige Chance, zu Schnäppchenpreisen an die Aktie zu kommen.

Ab Dienstag, dem 30. Mai, dürfte die Aktie im Xetra-Handel in Frankfurt notiert werden. Um sich eine Vorstellung für eine faire Bewertung zu machen, muss das Geschäftsmodell unter die Lupe genommen werden. Es gliedert sich in drei Teilbereiche.

Der erste ist das Geschäftsfeld Service. Hier arbeitet Nascacell als Dienstleister für große Unternehmen. Die Münchner liefern so genannte Aptamere und Microbodies. Aptamere sind derzeit das heißeste Thema auf Biotech-Konferenzen. Es sind chemisch zusammengesetzte kurze DNS-Stränge, die sich an hochspezifische Moleküle binden. Sie sind wesentlich kleiner als herkömmliche Antikörper, mit denen Krankheiten üblicherweise bekämpft werden. Noch kleiner sind so genannte Microbodies, die Nascacell ebenfalls produziert. Sie zeichnen sich durch eine hohe Stabilität und Löslichkeit aus und sind vollständig chemisch herstellbar. Zudem ist der Reinheitsgrad höher als bei anderen Biomolekülen. Mit Aptameren können neue Medikamenteschneller entwickelt werden, weil die anzugreifenden Ziele (Targets) schneller zu identifizieren (validieren) sind.

Da es für Pharma-Konzerne um Milliarden an Einsparungen geht, sind sie äußerst angetan von den neuen Möglichkeiten. Das Research-Institut Frost & Sullivan erwartet, dass der Umsatz mit Aptameren bis zum Jahr 2010 von derzeit 22,8 Millionen Euro auf 146 Millionen Euro geradezu explodieren wird. Nascacell hat ein patentiertes Verfahren entwickelt, das in der Fachwelt für Aufsehen gesorgt hat. Vergangene Woche erhielt das Unternehmen auf dem World Pharmaceutical Congress in Philadelphia einen Preis für den besten Fachartikel zum Thema Target-Validierung mit Hilfe von Aptameren.

First-Class-Kunden. Große Konzerne wie Sanofi Aventis, Hoffmann-LaRoche und Boehringer Ingelheim setzen bereits auf die Technologie von Nascacell. Henkel zählt ebenfalls zu den Kunden. Aptamere finden auch in der Industrie Verwendung. Mit Hilfe dieser Stoffe können auch Eigenschaften von Produkten wie Waschmittel verbessert werden. Das eröffnet einen weit größeren Kundenkreis, als Biotech-Unternehmen ihn sonst besitzen. Nascacell hat hierfür den Geschäftsbereich technische Produkte aufgesetzt.

Dritte Säule des Geschäftsmodells: die Entwicklung eigener Wirkstoffe. Nascacell hat den Wirkstoffkandidaten Thromboplus entwickelt, der die Anzahl der roten Blutkörperchen erhöhen kann. Zum Beispiel während einer Chemotherapie nehmen die roten Blutkörperchen ab, was für den Patienten lebensbedrohlich ist. Das Medikament befindet sich bereits in der präklinischen Phase und hat bei Mäusen schon sehr gute Ergebnisse gezeigt. Der Pharma-Riese Amgen erzielte mit einem ähnlichen Präparat 2005 Umsätze von 3,5 Milliarden US-Dollar.

Nur vier Millionen Aktien. Das Beste zum Schluss: Es gibt nur vier Millionen Aktien. Branchenkenner erwarten Eröffnungskurse zwischen sieben und acht Euro. Das wäre eine Marktkapitalisierung von um die 30 Millionen Euro. Solche Unternehmen werden üblicherweise aber mit mehr als hundert Millionen Euro bewertet.

Die Fakten:

Name Nascacell

ISIN DE000A0F5WL9

Kurs Kaufen bis 10 Euro

Aktienzahl 4 Millionen

52-W.-Hoch/-Tief –

Kursziel 20 Euro

Stoppkurs 7 Euro

liquideste Börse Xetra, Frankfurt
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.228.822 von kingkongtrader am 29.09.10 06:07:52Selbiger Focus Money Redakteur Oliver Janich ist übrigens mittlerweile Bundesvorsitzender der "Partei Der Vernunft": http://www.fair-news.de/news/Die+Partei+der+Vernunft+denkt,+…



Ich habe zum Thema Tobias Bosler weiter recherchiert. Die Personen-Suchmaschine Yasni wirft folgende Informationen aus: http://www.yasni.de/tobias+bosler/person+information

u.a. unter Branchenbuch/Sonstiges einen Link zur LifeJack AG, wo Bosler ab 30.3.2007 stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender war.

Zur LifeJack AG schrieb selbiger Focus Money Redakteur Oliver Janich am 28.11.2007, siehe http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/hot-stock-und150-…:

HOT STOCK – LifejackEinfaches Modell
Mittwoch 28.11.2007, 00:00 · von FOCUS-MONEY-Redakteur Oliver Janich

Lifejack ist erst seit Kurzem online, dafür ist die Bewertung auch noch sehr niedrig. Mutige kaufen schon jetzt
* n den Neunzigern haben Unternehmer rund um die Welt tausende von Internet-Geschäftsmodellen ausprobiert. Nur eine Handvoll überlebte. Bei Ebay sagen die Beobachter jetzt: War ja klar, der Konzern hat keinen Aufwand für Logistik, den übernehmen die Kunden selbst. Ein bisschen Software, und das wars.

Da an Ebay keiner mehr vorbeikommt, gilt es, Nischen zu finden. Lifejack hat eine entdeckt. Auf deren Software-Plattform können Kunden ihre gebrauchten Lebensversicherungen versteigern. Da die Rückkaufswerte zu gering sind, ist das ein gigantischer Markt – Policen über zwölf Milliarden Euro werden jährlich storniert.

Vorbild Ebay. Das Geschäftsmodell ist mindestens so schlank wie Ebay, da keine Ware verschickt werden muss. Die Frage ist: Wie als Erster den Markt erobern? Abgesehen davon, dass Lifejack die derzeit einzige Versteigerungsplattform anbietet, hat das Unternehmen ein extrem gut durchdachtes Konzept. Statt mit teuren Werbemillionen Endverbraucher anzusprechen, zielt Vorstand Knut Rollig auf die Makler. Denn wohin geht ein Kunde höchstwahrscheinlich, wenn er seine Police auflösen will? 12000 Makler sind bereits unter Vertrag. Weitere große Pools und Vertriebe sollen folgen.

Eine klassische Win-win-Situation. Jeder Makler bekommt im Schnitt zwei bis drei Policen pro Monat zurück. Der Makler verliert seine Provision nicht durch Storno, Lifejack nimmt ihm auf Wunsch sogar die Abwicklung ab. Zudem ist der Makler seiner verschärften objektiven Beratungspflicht nachgekommen. Der Kunde erzielt nach dem Versteigerungsprinzip den höchstmöglichen Preis.

Lifejack kassiert ein Prozent auf jeder Seite. Die Firma braucht lediglich 10000 Policen zu 15000 Euro im Jahr, um mindestens eine halbe Million Euro Gewinn zu machen. Nach Deckung der Fixkosten fließt fast alles in den Gewinn.

Die FOCUS-MONEY-Hot-Stocks können Abonnenten bereits am Dienstagmittag abrufen und als PDF-Datei herunterladen.

www.focus.de/aboandmore

Hot Stocks eignen sich nur für den spekulativen Anleger. Er muss in der Lage sein, die Kursentwicklung laufend zu verfolgen. Da diese Aktien sehr risikoreich sind und ihre Kurse stark schwanken, ist es unerlässlich, den angegebenen Stoppkurs zu beachten. Der Stoppkurs sollte auch schnellstmöglich (nach zehn Prozent Kursplus) auf den Einstandskurs nachgezogen werden.

Die Fakten:

Name Lifejack

ISIN DE000A0NK3H5

Kurs 2,10 Euro

Marktkapitalisierung 4,725 Mio. Euro

52-W.-Hoch/Tief 2,18/2,0

Kursziel 5 Euro

Stoppkurs 1,90 Euro

liquideste Börse Frankfurt


Also selbe Kategorie bei Focus Money wie Nascacell, selber Autor wie bei Nascacell und wieder eine Verbindung zu Tobias Bosler... Zufall?!

Die LifeJack AG habe ich an der Börse unter der o.a. ISIN übrigens nicht mehr gefunden...
Focus Money habe ich bislang ohnehin eher als Kontraindikator wahrgenommen. Wenn die auf dem Titel von sicheren Zinsanlagen reden, ist meist ein guter Zeitpunkt, um Aktien zu kaufen, wenn von "100%-Chance mit Fonds" die Rede ist, sollte man über eine Absicherung der Aktienbestände nachdenken. ;-)
!
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Antwort auf Beitrag Nr.: 40.259.562 von snafur am 04.10.10 15:04:35...TFB Capital GmbH freut sich Euch persönlich zu unserem sehr exklusiven 1.Oktoberfest-Stammtisch am 30. September 2010 nach München einladen zu dürfen. Dieser Event richtet sich an einen ausgewählten und kleinen Kreis von lediglich 30 Investoren.
Am Nachmittag werden sich die zwei Börsenkandidaten Aixum Tec AG und die MediNavi AG sowie die solarhybrid AG im noblen Hotel Mandarin Oriental präsentieren......
Im Anschluss geht es dann gemeinsam auf das Münchner Oktoberfest, wo ausreichend Gelegenheit ...
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.295.473 von level2trader am 10.10.10 13:54:55(...)"Bei den Empfehlungen haben nach Darstellung der Staatsanwaltschaft rund 20 Webseiten eine Rolle gespielt. Allein drei davon entfallen auf die ISCR in der Schweiz. Zwei weitere Webseiten (www.swisstrading.de und www.deraktieninvestor.de) gehören zum DWV in Iserlohn.(...)"

>> siehe www.iscr.ch:

Die 3 in den Skandal verwickelten Webseiten/Börsenbriefe lauten:

SmallCapScout (http://www.iscr.ch/index.php?iscr=scs und http://www.smallcapscout.com/),

International Stock Picker (http://www.iscr.ch/index.php?iscr=isp und www.international-stock-picker.ch) sowie

TurboAktien.at (http://www.iscr.ch/index.php?iscr=ta und http://www.turboaktien.at/).

Laut Impressum ISCR zeichnet sich ein gewisser Jörg Nebel als Chef-Analyst (DVFA-Analyst) :eek: für die Firma und die Publikationen verantwortlich, siehe: http://www.iscr.ch/index.php?iscr=imprint.

Hier ist der Beweis und einige seiner "Empfehlungen": http://www.small-cap-news.de/index.php?action=detail&show=co….

Dieser Jörg Nebel sitzt wohl in Wien und ist auch bei XING geführt als CEFA (Certified Financial Analyst): http://www.xing.com/profile/Joerg_Nebel2.

Eine wahrhaftig ehrenwerte Gesellschaft... :rolleyes:
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.319.615 von kingkongtrader am 14.10.10 11:19:14Weitere interessanter Hintergrundbericht aus der Wirtschaftswoche:
http://www.wiwo.de/finanzen/aktionaersschuetzer-unter-manipu…
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.319.805 von kingkongtrader am 14.10.10 11:42:07In dem verlinkten Artikel heißt es:

"...Wirecard schlug zurück, sammelte Informationen zu den SdK-Funktionären und deckte schließlich auf, dass Straub seit Mai 2008 auf einen Kursrutsch der Wirecard-Aktie spekuliert hatte. ..."

Das ist definitiv falsch. Nicht Wirecard hat "aufgedeckt" dass Straub Shortpositionen hatte, sondern die Shortpositionen wurden dadurch öffentlich, dass die SDK selbst den "Entwurf" für eine "Vereinbarung", mit dem sie anscheinend zu einer freundlichen Stellungnahme bzgl. Wirecard genötigt werden sollte, für kurze Zeit auf ihre Internetseite gestellt hatte. Dem Inhalt des Schreibens nach zu urteilen, hatten die Verantwortlichen bei Wirecard ganz anderes im Sinn als eine Aufdeckung.

Hier nachzulesen:
http://www.wallstreet-online.de/diskussion/1140904-1731-1740…
#1734
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/medien_politik_wirtschaft/boerse153.html
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.360.187 von Memyselfandi7 am 20.10.10 18:54:08Ist eigentlich bekannt, was aus der Strafanzeige der SdK geworden ist? Aus meiner Sicht begründet der "Entwurf" für eine "Vereinbarung" mindestens den Anfangsverdacht einer Nötigung, vom Auftritt bei Bosler ganz zu schweigen.
Davon hört man gar nichts mehr.
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.388.021 von WIMP am 25.10.10 23:10:03Unter Verdacht: Quartett der Aktientrommler


Unter Verdacht: Quartett der AktientrommlerIm Skandal um mögliche Aktienkurs­manipulationen haben neben dem Münchner Researchhaus Performaxx mindestens drei weitere Börsenpublikationen und Webseiten­betreiber eine auffällige Rolle gespielt.
Das ergibt eine Auswertung der Kaufempfehlungen für die rund 20 von der Staatsanwaltschaft untersuchten Aktien durch Euro am Sonntag. Danach entfallen alleine mindestens sieben der veröffentlichten Empfehlungen auf das Schweizer Unternehmen Independent Small Cap Research (ISCR) mit Small Cap Scout und International Stock Picker.
Daneben haben die Börsendienste Betafaktor und Prior, Focus Money sowie das Researchhaus Performaxx mit teils euphorischen und nahezu zeitgleich veröffentlichten Einschätzungen für mehrere der untersuchten Werte getrommelt. Dazu kommen weitere Dienste wie Prior oder Der Börsendienst. Er wird dem Chef des Münchner Fondsgesellschaft TFB Capital, Tobias Bosler, zugerechnet. Bosler sitzt gemeinsam mit dem früheren Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Markus Straub, sowie einem früheren Chefredakteur von ISCR in Untersuchungshaft. Er hatte als Untermieter ein Büro bei Performaxx.

Nach vorläufigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft sollen sie mit weiteren 28 Beschuldigten spätestens ab Februar 2005 die Kurse von rund 20 Aktien manipuliert haben und so einen Schaden von mindestens 16,7 Millionen Euro verursacht haben. (utz)
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.493.473 von Memyselfandi7 am 10.11.10 16:04:59Hintergrundartikel im aktuellen Spiegel:

13.11.2010
Affäre um Aktienmanipulationen weitet sich aus

Die Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft zu Aktienmanipulationen rund um den Zahlungsdienstleister Wirecard und weitere 19 Firmen könnten sich deutlich ausweiten. Nach Informationen des Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL prüfen die Strafverfolger zurzeit den Handel mit weiteren Aktien. "Die Zahl der verdächtigen Transaktionen ist enorm", sagte ein Ermittler dem SPIEGEL. Wie das Magazin weiter schreibt, soll es sich bei den meisten der 30 bislang Beschuldigten um Journalisten handeln, die mit ihren Publikationen mehr als eine Million Leser erreichen. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft sollen die Auftraggeber der Börsentipps, darunter der Aktienhändler Tobias Bosler, sowie weitere Mitglieder von dessen Netzwerk, durch ihre Aktiengeschäfte mehr als 17 Millionen Euro Gewinn und im Schnitt eine Rendite von 34 Prozent erzielt haben. Auf Boslers Laptop fanden die Ermittler laut SPIEGEL sogar eine detaillierte Planung der positiven Storys unter Nennung aller Beteiligten für eine kleine Ölfirma namens Petrohunter. Boslers Anwalt wollte mit Hinweis auf das laufende Ermittlungsverfahren keine Fragen beantworten. Insgesamt 7,2 Millionen Euro soll die Gruppe um Bosler verdient haben, als sie ab Mitte Mai 2008 und erneut im Frühjahr 2010 eine PR-Kampagne gegen die Firma Wirecard startete und im großen Stil auf fallende Kurse bei dem Unternehmen wettete. Allein Bosler, der nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft bei den Aktionen Pseudonyme wie "Conni Huber" oder "Peter Müller" nutze, soll nach einer Schätzung der Ermittler insgesamt 13,6 Millionen Euro bei den vermutlich illegalen Transaktionen kassiert haben.


http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,728971,00.html
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.529.001 von kingkongtrader am 16.11.10 11:54:54Hier der gesamte Spiegel-Artikel:

> AFFÄREN
> "Bullshit mit Bildchen"
> Der Aktienhändler Tobias Bosler soll mit Hilfe etlicher Journalisten und Freunde die Kurse vieler Unternehmen manipuliert haben. Es ist der größte derartige Fall, und er untergräbt zugleich die Glaubwürdigkeit des deutschen Börsengeschäfts. Die Kleinanleger sind die Dummen.
> Wenn's ums Geld geht, hört für viele die Freundschaft auf. Für andere allerdings beginnt sie damit erst. Ohne die Lust am Geld wären beispielsweise Tobias Bosler, Markus Straub und Oliver Janich vielleicht nie so dicke Spezln geworden, als sie Mitte der neunziger Jahre noch Wirtschaft studierten und sich an der Universität München regelmäßig im "Akademischen Börsenzirkel" trafen.
>
> Hier ein paar Mark Spielgeld, da ein heißer Tipp - so ging das los mit der Freundschaft.
>
> Als Bosler im Jahr 2007 heiratet, lädt er selbstverständlich auch seine zwei Kumpel ein. Die Mitglieder des Trios sind mittlerweile Ende dreißig, jeder hat Karriere gemacht: Janich veröffentlicht als freier Mitarbeiter von "Focus Money" regelmäßig Aktientipps, Straub ist Vizechef der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) und Bosler selbst, der Bräutigam, führt die TFB Capital, eine Firma, die in Aktien investiert.
>
> Die drei verstehen sich blendend. Zu blendend. Denn am Ende wird sie ihre Geldgier vielleicht sogar in den Knast bringen. Der Vorwurf: Gemeinsam mit anderen soll das Trio über fünf Jahre hinweg die Aktienkurse von 20 Firmen manipuliert haben, um damit kräftig zu verdienen.
>
> Vor sieben Wochen ließ die Staatsanwaltschaft München Wohnungen und Büros der drei Freunde sowie 27 weiterer Verdächtiger durchsuchen. Aber damit beginnt die Arbeit der Fahnder erst, denn es könnten noch weit mehr Fälle auftauchen.
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> Über 17 Millionen Euro sollen die Amigos mit ihren Deals in die eigenen Taschen gelenkt haben - nach bisheriger, eher konservativer Schätzung. Wenn sich die Vorwürfe bewahrheiten, wäre es der größte derartige Fall von Aktienmanipulation, den die deutsche Wirtschaftsgeschichte je erlebt hat. Die Dummen sind Zigtausende Kleinanleger, die noch immer darauf vertrauen, dass es an der Börse mit rechten Dingen zugeht. Und die glauben, dass vermeintliche Anleger-Gurus nur ihrem Gewissen verpflichtet sind, nicht ihrer eigenen Brieftasche oder ihren Freunden - was in dieser Affäre auf das Gleiche hinausläuft.
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> Die Kumpel Bosler und Straub sitzen seit der Großrazzia in Untersuchungshaft, ebenso wie Stefan Fiebach, ein Börsenjournalist, der systematisch jene Aktien hochgejubelt haben soll, die Bosler und seine Freunde zuvor erworben hatten.
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> Doch nicht nur Fiebach und Oliver Janich sind Börsenjournalisten. Bei den meisten der 30 Beschuldigten handelt es sich nach Informationen des SPIEGEL um Journalisten. Rechnet man die Verbreitung ihrer Medien zusammen, erreichten diese Autoren mehr als eine Million Leser.
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> Dabei war das Modell nach den bisherigen Ermittlungen in den meisten Fällen sehr ähnlich: Bosler sucht sich eine kleine Firma aus, für die sich sonst kaum jemand interessiert. Er kauft Aktien dieser Firma, seine Bekannten steigen mit ein, und anschließend beginnt die Medienarbeit: Von befreundeten Börsenjournalisten wurden die Werte systematisch hochgeschrieben, als "Hot Stock" empfohlen, als heißer Tipp, gern auch als spottbillig und Schnäppchen mit riesigem Potential.
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> **************
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> So was weckt immer auch die Gier der Leser, die den Börsentipps glauben, weil die Euphorie schließlich nicht nur in "Focus Money" verbreitet wurde, sondern auch vom "Aktionär", von "Performaxx", Wallstreet-Online und dem "Small Cap Trader", ebenso wie im "International Stock Picker", im "Traders Journal" und im "Aktieninvestor", in "Swiss Trading" oder wie die Börsenbriefe und Publikationen sonst noch alle heißen, die ihren Lesern das schnelle Geld versprechen.
>
> Eines der Blättchen mag ja irren, aber so viele? Also steigt der Kurs der bejubelten Papiere - für Bosler und seine Freunde der richtige Moment, ihre zuvor günstig erworbenen Papiere teuer zu verkaufen, bis irgendwann klar wird, wie wenig Substanz sich hinter den gefeierten Firmen verbirgt. Oft stürzt der Kurs daraufhin ins Bodenlose. Die Zockerkumpel sind da schon längst weitergezogen.
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> Sie sind auch die Einzigen, die rechtzeitig satten Gewinn einstreichen konnten: Im Schnitt 34 Prozent auf ihr eingesetztes Kapital, meist innerhalb weniger Tage oder Wochen, glauben die Ermittler.
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> Wie so ein Deal funktioniert, sieht man am Fall von Rubincon Ventures, einer kleinen Nanotech-Firma aus den USA, in deren Zukunft kaum jemand investierte. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass zumindest Fiebach bis März 2006 Aktien von Rubincon gekauft hat. Der Kurs stand damals bei etwa einem Euro. Dann dreht sich das Empfehlungskarussell.
>
> Der "International Stock Picker" (ISP), ein von Stefan Fiebach herausgegebener Börsenbrief, preist sich selbst als "Aktien-Wegweiser" an: "Wir entdecken unterbewertete Aktien meist sehr viel früher als andere Börsenbriefe." Am 28. März 2006 feiert er Rubincon als die "Nano-Tech Aktie 2006".
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> Einen Tag später erscheint auch "Focus Money". Dort feiert Boslers Freund Janich die Firma als "Hot Stock". Zwar sei von Rubincon "kaum etwas bekannt", doch vor kurzem hätten Investoren fünf Millionen Dollar in die Firma gesteckt und einen führenden Nanotech-Experten als Berater gewonnen. Janich hält diese Meldungen für "pures Dynamit" und schwärmt: Nach oben sei "der Himmel naturgemäß offen", und "Nano-Firmen werden in der Regel mit mehreren hundert Millionen Euro bewertet".
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> Drei Wochen später folgt der "Aktieninvestor", ein Börsenbrief, für den Robert Burschik als Chefredakteur verantwortlich ist. Burschik lässt sich auf seiner eigenen Homepage als "bekannt aus n-tv, 3sat-Börse und N24" feiern. Auch er gehört zum Kreis der Bosler-Buddys, auch er war zu dessen Hochzeit und zu Boslers Sommerfest 2007 eingeladen.
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> Burschiks "Aktieninvestor" sieht die Winzfirma Rubincon schon zu einem "Nanotechnologie-Konzern" aufsteigen. Obwohl die Aktie bereits teurer geworden sei, biete "das aktuelle Kursniveau noch eine interessante Einstiegschance".
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> Der Journalist Fiebach gab neben dem "International Stock Picker" auch den Börsenbrief "Small Cap Scout" ("SCS") heraus, der die US-Firma am 20. Juni 2006 ebenfalls empfiehlt. Einen Monat später rät auch "Performaxx" zum Kauf.
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> Könnten die gemeinsamen Empfehlungen auch Zufall sein, weil viele Experten eben zur gleichen Zeit zu einem gleichen Urteil kommen? Möglich wäre das schon. Im Fall der Bosler-Clique deutet aber zu vieles auf gezielte Absprachen hin.
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> Auf Boslers Laptop etwa fanden Ermittler eine detaillierte Planung der Positivartikel unter Nennung aller Beteiligten. Dabei ging es um eine kleine Ölfirma namens Petrohunter, die von der Clique ebenfalls hochgeschrieben wurde.
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> In einer E-Mail vom 26. April 2006 schreibt Bosler: "Denkt daran: Das Teil kann locker über 10 USD (US-Dollar -Red.) gehen, wir müssen da alle nur an einem Strang ziehen!!!" Wenige Tage später schreibt er erneut eine E-Mail an die beteiligten Journalisten: "Ziel ist eine kontinuierliche Berichterstattung zu dieser Traumaktie aufzubauen."
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> Eine besonders verräterische E-Mail schreibt nach den Ermittlungen der Journalist Fiebach am 23. November 2006 an Bosler. Darin beklagt er sich, noch immer kein Geld für die "Projekte Rubincon und Solarenertech" erhalten zu haben. "Wir haben im SCS 14 Abhandlungen über Rubincon ab Mitte März gemacht. (.) Damit gilt für mich die Arbeitsleistung als erbracht. Wenn hier Deine Geschäftspartner meinen, nicht gut bedient worden zu sein, dann empfinde ich das als Frechheit. (.) Dein Geschäftsprinzip ist es ja gerade, alles schön anonym zu halten." Und weiter jammert er: "Es sind Millionen von Aktien von Rubincon über die letzten Monate verkauft worden. Es sind Promo-Touren gemacht worden, die ich bezahlt habe. Ich habe mich hingesetzt und alles geschrieben (.). Es haben alle ihr Geld bekommen und alle haben prächtig verdient an diesem Deal. Deine Geschäftspartner, die ihre Aktien verkauft haben, alle die von mir bezahlt worden sind (.). Mir fehlen ca. 50 000 - 80 000 Euro aus diesen beiden Geschäften in meinem Geldbeutel (.). Dass es mir nicht an Loyalität fehlt, siehst du an vielen Dingen. Jede Woche gehen die Sachen raus! Du bist der Spiritus Rector! Nicht eine Aussendung verlässt ohne Deine Einwilligung das Account. Ich habe, seit wir zusammenarbeiten, über 1,5 Mio CHF (Schweizer Franken -Red.) an Gelder zur Weiterleitung erhalten! Nie gab es irgendwelche Beanstandungen! Alle haben ihr Geld erhalten! Das läuft alles lautlos ab!"
>
> Fiebachs Ärger scheint aber bald verraucht zu sein, die Kooperation zwischen Bosler, der die Aktien aussucht, und Fiebach, der die Werbung organisiert, läuft weiter wie geschmiert. Nach Erkenntnissen der Ermittler nutzte Bosler dabei rund ein halbes Dutzend anonyme Mail-Namen wie "barnabus05", "digitaleco", "michael-mayer-007" oder Pseudonyme wie "Conni Huber" und "Peter Müller". Und der Zirkel wird immer mutiger.
>
> Einen ihrer größten Deals startet die Clique im Jahr 2006 bei Nascacell. Auch diese Biotec-Firma kennt zunächst fast niemand. Nach den Ermittlungen deckt sich diesmal neben den üblichen Akteuren eine ganze Medien-Phalanx mit Nascacell-Aktien ein: Der frühere "Performaxx"-Chef Christian Jüptner, Wallstreet-Online-Vorstand André Kolbinger und der Chef des Börsenbriefes "Small Cap Trader", Stefan Kallabis. Mit im Spiel waren auch Markus Straub und Christoph Öfele, ausgerechnet zwei Funktionäre der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), die sich eigentlich als Anwälte der Kleinaktionäre verstehen sollten.
>
> Den Start gab erneut Fiebachs "International Stock Picker", einen Tag bevor Nascacell an die Börse kam: "Das Kursziel sehen wir bei 20 Euro." Einen Tag später nahm TV-Experte Burschik Nascacell in ein Musterdepot seines Börsenbriefs "Swiss Trading" auf, und "Performaxx" sah einen "fairen Aktienkurs" bei 14,54 Euro. Für "Focus Money"-Mann Janich war Nascacell ebenfalls ein ganz heißer Tipp: "Für Anleger ist dies die einmalige Chance, zu Schnäppchenpreisen an die Aktie zu kommen."
>
> Wer sich an Janichs Tipp hielt, konnte mal wieder richtig viel Geld verlieren. Seit seiner Empfehlung ging die Aktie in den Sinkflug über, aber das musste Bosler und seine Freunde nicht kümmern. Sie hatten nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft zu diesem Zeitpunkt ihre Wertpapiere bereits wieder verkauft.
>
> Bosler hatte für die positive Berichterstattung zwar ein paar Kosten, jedenfalls findet sich in seinem BlackBerry unter dem 11. Mai 2006 die Notiz: "handgeld fuer analysten". Doch unterm Strich war der Gewinn aus diesem Deal großartig: Allein er, Straub und Öfele sollen bei Nascacell jeweils rund eine Million Euro verdient haben.
>
> Wer als normaler Leser die Börsentipps zum Anlass nahm, ebenfalls einzusteigen, erlebte dagegen ein Fiasko: Der Kurs startete bei acht Euro am ersten Handelstag, Ende des Jahres war das Papier weniger als einen Euro Wert, Anfang 2010 pendelte die Aktie um vier Cent. Im letzten Monat wurde der Wert schließlich von der Börse genommen, das Unternehmen aufgelöst.
>
> Im Fall Nascacell arbeitete die Staatsanwaltschaft eng mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zusammen, denn die kann bis 1996 zurückverfolgen, wer wann wie viele Aktien gekauft oder verkauft hat. Wer etwas zu verbergen hat, handelt zwar oft über Depots im Ausland. Doch selbst die Schweiz zeigt sich in der Regel nach einer Weile kooperationsbereit.
>
> Im Januar 2007 leitete die Münchner Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige gegen Fiesbach an die BaFin weiter. Die Untersuchungen förderten schnell mehr als ein halbes Dutzend weiterer Verdächtiger zutage. Mit Hilfe der BaFin-Erkenntnisse konnte die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen ausweiten auf ähnlich dubiose Geschäfte rund um Firmen wie Petrohunter, Splendid Medien, Barnabus, Medec, Tiptel, Hucke, 3S Swiss Solar, New Value, Convisual, Solar Millennium, Rubincon, Cinemedia, Berentzen, Solar Enertech, Thielert, Metrodome, Dolphin, Conergy, Lifejack und Wirecard.
>
> Deshalb wissen die Ermittler heute ziemlich genau, wer wie viel mit dem Kauf der Aktie verdient hat. Zurzeit wird der Handel weiterer Aktien geprüft. "Die Zahl der verdächtigen Transaktionen ist enorm", sagt einer der Ermittler. Die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Anzeigen erfolgen, ist sehr hoch.
>
> **************
>
> Doch warum veröffentlichen Börsenjournalisten "Tipps", bei denen ihre Leser Geld verlieren? Einmal verzeihen die Leser das vielleicht. Aber zweimal? Dreimal? Zehnmal? Selbst den Börsen-Autor Fiebach beschlichen bisweilen düstere Ahnungen, was aus seiner Glaubwürdigkeit werden könnte. Ende November 2006 mailte er an Bosler: "Unsere Leser sind gar nicht in der Lage, Geld zu verdienen; deshalb werden sie sich auch von uns abwenden (...). Von 10 Empfehlungen haben sich 9 nach hinten entwickelt: Von Hucke (letzte Woche pleite gegangen) über Nascacell (-90 Prozent innerhalb von 2 Monaten) über Barnabus (-50 Prozent) über. über. etc. Diese Liste lässt sich unendlich fortsetzen, es war alles der schnelle Deal! Von Nachhaltigkeit keine Spur. Alle ,synthetischen Deals' sind ausnahmslos in die Grütze gegangen. Wir sind damit der perfekte Kontraindikator (.). Es läuft immer gleich ab: die Aktien steigen, wenn überhaupt, leicht an, jeder entsorgt seinen Müll und dann geht die Aktie auf Tauchfahrt (.) wenn unsere Leser investiert sind, gibt es keine Investoren mehr, die nachkommen. Klar - wer will auch solche Aktien!"
>
> Bis Ende 2007 hatten Bosler & Co. vor allem auf steigende Kurse kleiner, unbedeutender Aktien gesetzt. Dann änderten sie ihr Geschäftsmodell und versuchten verstärkt, auch von fallenden Kursen zu profitieren, zum Beispiel beim Hamburger Solarunternehmen Conergy.
>
> Anfang Oktober 2007 bekam Bosler von einem Mitarbeiter der Conergy-Finanzabteilung einen Hinweis, dass die Firma eine Gewinnwarnung plane. Bosler soll diesen Hinweis an Freunde weitergegeben und auf fallende Kurse spekuliert haben. Insgesamt strich die Clique im Fall Conergy nach den bisherigen Ermittlungen 1,1 Millionen Euro ein.
>
> Sogenannte Leerverkäufe sind in der Finanzwelt ein übliches Mittel. Im Prinzip funktionieren sie so: Man leiht sich etwa von einer Bank 1000 Stück Aktien, die man aber erst zu einem späteren Zeitpunkt zum dann gültigen Kurs zurückgeben muss. Verkaufen kann man die 1000 Aktien aber sofort. Wenn der Kurs bei 100 Euro steht, erzielt man auf diese Weise 100 000 Euro. Wenn dann die Aktie in zwei Monaten, also zum Ende der Leihfrist, nur noch 80 Euro Wert ist, muss man nur noch 80 000 Euro bezahlen, um der Bank ihre Aktien zurückzugeben - macht also einen Gewinn von 20 000 Euro. Börsenhändler können auf diese Weise mit fallenden Kursen große Geschäfte machen, ganz legal.
>
> Ihr Meisterstück lieferte die Truppe im Jahr 2008 ab: Anfang Mai erschien auf der Internetseite Wallstreet-Online der anonyme Leserbrief eines gewissen "Memyselfandi007". Unter der Rubrik "Top-Wachstumswert oder nur heiße Luft" attackiert der Autor die Bilanz von Wirecard, einem Zahlungsdienstleister mit damals 460 Mitarbeitern und 134 Millionen Euro Umsatz. Der Artikel schmäht das Wirecard-Rechenwerk als "Bullshit mit bunten Bildchen" und wirft dem Vorstand "Ausplünderung" des Unternehmens vor.
>
> Die Polizei hat "Memyselfandi007" inzwischen ausfindig gemacht, mit dem Netz um Bosler hat er offenbar nichts zu tun. Doch sein Beitrag animierte die Freunde, ihren größten Coup zu starten.
>
> Offenbar von Mitte Mai 2008 an wettete Bosler im großen Stil auf fallende Kurse bei Wirecard. Mit von der Partie gewesen sein sollen auch die SdK-Funktionäre Straub und Öfele, der im selben Gebäude wie die SdK seine Firmen CHO und WAI GmbH betreibt. Wenig später weihten die Rädelsführer Banker und Investoren ein und starteten eine PR-Offensive gegen die Firma.
>
> Straub schaffte es, SdK-Vorstandschef Klaus Schneider einzuspannen. Mitte Mai 2008 soll er Schneider erstmals per SMS darauf hingewiesen haben, dass die Wirecard-Bilanz vermutlich falsch sei. Schneider ließ sich überzeugen - und stellte der Führung des Unternehmens auf der Hauptversammlung am 24. Juni 2008 rund drei Dutzend kritische Fragen.
>
> Nach eigenen Angaben wusste der SdK-Chef nicht, dass sein Vize da bereits auf fallende Kurse spekulierte. Doch die Ermittler verdächtigen auch ihn.
>
> Schneider schickte am 17. Juni, wenige Tage vor der offiziellen Hauptversammlung, eine E-Mail an Straub, in der er ihn nach den Möglichkeiten fragte, mit denen man von fallenden Wirecard-Kursen profitieren könne. Ein SdK-Sprecher weist den Verdacht zurück, Schneider könne sich selbst bereichert haben. Der SdK-Chef habe sich mit Hilfe von Straub im Vorfeld der Hauptversammlung lediglich einen Überblick verschaffen wollen, ob am Markt schon verstärkt auf fallende Wirecard-Kurse gesetzt werde.
>
> Wirecard selbst war so erbost über die Angriffe, dass die Firma schließlich Strafanzeige gegen Bosler, Straub, Schneider und andere wegen des Verdachts auf "Insiderhandel und Marktmanipulation" erstattete. Wirecard hatte sich offenkundig Informationen über die Aktiendeals der Beteiligten verschafft - auf welche Weise, will sie nicht verraten. Gut eine Woche später rückt jedenfalls die Staatsanwaltschaft an. Das hinderte die Truppe um Bosler allerdings nicht, Wirecard im Frühjahr 2010 erneut zu attackieren. Insgesamt soll das Freundesnetz bei Wirecard 7,2 Millionen Euro Gewinn gemacht haben.
>
> Keiner aus der Clique soll indes von den Manipulationen so profitiert haben wie Bosler, den sie mal "Spiritus Rector" und mal einfach "Kapitän" nannten. Nach einer Schätzung der Ermittler kassierte er mit den bisher untersuchten 22 Fällen von Aktiendeals 13,6 Millionen Euro.
>
> Bosler pflegte vermutlich auch den aufwendigsten Lebensstil des Zockerzirkels und leistete sich eine 20-Meter-Yacht, die zwischen Mallorca und Ibiza kreuzte. Er lebte in Kitzbühel in Österreich, wo er in den vergangenen Jahren regelmäßig seine "Kapitalmarkt-Konferenz" veranstaltete, standesgemäß im feinen Grand Spa Resort A-Rosa.
>
> Dieses Jahr kam sogar Deutschlands bekanntester Börsenmakler Dirk Müller vorbei, allerdings nur als Gast, wie er betont, und ohne Honorar. Müller, bekannt als "Mr. Dax", gibt inzwischen selbst einen Börsenbrief namens "Cashkurs Trends" heraus. Als Redakteur findet sich im Impressum Daniel K., der nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft ebenfalls zum Netz gehört. Auch er war zu Boslers Hochzeit eingeladen, auch er soll in fünf Fällen im "Traders Journal" und "Betafaktor" für die Aktien getrommelt haben.
>
> K. bestreitet eine Beteiligung, niemals habe er für seine Aktientipps Geld von Bosler erhalten. Auch Dirk Müller beteuert, mit der Truppe nichts am Hut zu haben. Er ärgere sich inzwischen selbst, die Einladung nach Kitzbühel angenommen zu haben, und sagt, es störe ihn seit Jahren, wie Börsenjournalisten bestimmte Aktien hochschrieben, ohne dass klar sei, weshalb sie das täten. Wenn stimmt, was der Bosler-Clique vorgeworfen wird, sei das eine "Schweinerei", die die "Investitionskultur kaputtmacht".
>
> Mr. Dax kann sich da richtig echauffieren: "Die normalen Leute werden nicht mehr an die Börse gehen, sie werden keine Aktien mehr kaufen und sich am Ende mit den paar Prozent zufriedengeben, die es aufs Sparbuch gibt. Das ist doch das Schlimmste, was passieren kann."
>
> Und was sagen die anderen? Die Anwälte von Bosler und Fiebach beantworten mit Hinweis auf das laufende Ermittlungsverfahren keine Fragen. Öfele und Burschik wollen derzeit keine Angaben machen. André Kolbinger will sich nicht zu Details äußern, geht aber davon aus, dass "kein Fehlverhalten von Organen und Mitarbeitern der Wallstreet-Online AG vorliegt". "Der Aktionär" teilt mit, der beschuldigte Mitarbeiter habe eidesstattlich versichert, "dass er mit der Angelegenheit nichts zu tun habe".
>
> Oliver Janich antwortet per E-Mail, er habe "niemals Aktien in ,Focus Money' empfohlen, von denen ich wusste, dass Herr Bosler sie besitzt". Zur Frage, ob er für seine Empfehlungen Geld erhalten habe, schreibt er: "Der Vorwurf ist absurd (...). Ich empfehle Aktien nicht, weil ich von irgendjemand Hinweise bekomme, sondern recherchiere selbst." Der Anwalt von Markus Straub und Stefan Kallabis reagierten nicht auf die Fragen des SPIEGEL.
>
> Janich pflegt heute als Vorsitzender der "Partei der Vernunft" ganz andere Verschwörungstheorien. Völlig frei von Selbstironie hat er vor wenigen Wochen ein Buch vorgelegt mit dem Titel: "Das Kapitalismus-Komplott. Die geheimen Zirkel der Macht und ihre Methoden".
>
> Sein eigenes Spezl-Netz hätte wunderbar hineingepasst. Doch in diesem Buch sucht man es vergebens.
Toller Artikel. Die kleinen Fische bekommen die volle Staatsmacht zu spüren. Und wo bleibt die Staatsanwaltschaft bei HRE, Commerzbank, IKB, den ganzen Landesbanken, etc.?

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Antwort auf Beitrag Nr.: 40.546.880 von kingkongtrader am 18.11.10 15:39:33Einen ihrer größten Deals startet die Clique im Jahr 2006 bei Nascacell. Auch diese Biotec-Firma kennt zunächst fast niemand. Nach den Ermittlungen deckt sich diesmal neben den üblichen Akteuren eine ganze Medien-Phalanx mit Nascacell-Aktien ein: Der frühere "Performaxx"-Chef Christian Jüptner, Wallstreet-Online-Vorstand André Kolbinger

Gibt es seitens w:o hierzu eigentlich eine Stellungnahme? Oder beruft man sich auf ein laufendes Ermittlungsverfahren um einer Stellungnahme auszuweichen?

@ A.Mueller

Wäre nett hierzu mal von dir eine Stellungnahme zu lesen!!
Warum sitzt eigentlich der angeklagte Börsenbäcker Markus Frick, der jetzt schon wieder mit Jan Pahl den Börsenbrief moneymoney.de betreibt nicht in Untersuchungshaft? Der kann auch sein schäbiges Geschäft mit der Dummheit der Börsenanfänger weitertreiben. In Deutschland werden solche Typen einfach nicht hart genug bestraft, der Frick-Fall ist aus dem Jahr 2007 und der läuft immer noch frei herum. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln...
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.564.591 von bosphoroustrader am 22.11.10 10:41:31Hallo bosphoroustrader,

eine Stellungnahme ist in dem Artikel bereits vorhanden.

Freundliche Grüße
a.mueller
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.568.551 von a.mueller am 22.11.10 18:42:45Untersuchungen um mögliche Kursmanipulationen: Haftbefehl ausgesetzt
by Thomas Schmidtutz on 04/02/2011
Börsenbriefschreiber wieder auf freiem Fuss

München. In der Affäre um mögliche Kursmanipulationen ist einer der drei Inhaftierten inzwischen wieder auf freiem Fuss. „Der Haftbefehl gegen einen der Beschuldigten ist vor einigen Tagen außer Vollzug gesetzt worden“, bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München entsprechende Informationen von Euro am Sonntag. Bei der betreffenden Person soll es sich um den ehemaligen Chefredakteur eines Börsendienstes handeln. Dazu lehnte die Sprecherin jede Stellungnahme ab.

In den vergangenen Monaten hatten sich in informierten Kreisen hartnäckig Spekulationen gehalten, wonach der Börsenbriefschreiber zu einer umfassenden Aussage bereit sein könnte. Beobachter werten die Aussetzung der U-Haft daher als Hinweis, dass der beschuldigte Börsenbriefschreiber womöglich eine umfassende Aussagen gemacht haben könnte.

Die Staatsanwaltschaft München hatte bei einer Razzia Ende September insgesamt 48 Privat- und Geschäftsräume in Deutschland und Österreich durchsucht. Insgesamt richtete sich das Verfahren gegen 31 Beschuldigte, drei Personen landeten in Untersuchungshaft. Neben dem Börsenbriefschreiber soll es sich dabei nach übereinstimmenden Medienberichten um den Chef der Münchner Vermögensverwaltung TFB Capital, Tobias Bosler, sowie den Ex-Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Markus Straub handeln. Beide sitzen offenbar weiter in U-Haft.

Nach den Erkenntnissen der Behörden soll das von Bosler geführte Netz aus Anlegerschützern, Vermögensverwaltern und Börsenbriefschreibern die Kurse von rund 20 Aktien manipuliert haben, darunter Nascacell, Petrohunter oder Dolphin Capital. Insgesamt soll die Clique damit zwischen Juni 2005 und Januar 2008 nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden Gewinne von mindestens 17,6 Millionen Euro ergaunert haben. Mit mindestens 13,7 Millionen Euro soll Bosler sich dabei den Löwenanteil in die eigene Tasche gesteckt haben.

Aus Finanzkreisen heißt es, derzeit versuche die Staatsanwaltschaft Zugriff auf die Schweizer Konten Boslers zu erhalten. Dazu lehnte die Sprecherin ebenfalls jeden Kommentar ab.

http://schmidtutz.wordpress.com/2011/02/04/haftbefehl-ausges…
Antwort auf Beitrag Nr.: 41.034.334 von kingkongtrader am 14.02.11 12:03:39Millionendeals mit Aktienbetrug
by Thomas Schmidtutz on 10/12/2010

In der Affäre um Kursmauscheleien soll ein Trio schwer abgeräumt haben

München. In der Affäre um mögliche Aktienkursmanipulationen haben die beiden Hauptbeschuldigten nach vorläufigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft millionen-schwere Gewinne eingefahren. Danach hat alleine der Chef der Münchner Vermögensverwaltung TFB Capital, Tobias Bosler, rund 13,7 Millionen Euro ergaunert. Der Ex-Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Markus Straub, soll rund 2,7 Millionen Euro zusammengezockt haben. Beim früheren Chefredakteur eines Börsenbriefs gehen die Ermittler bislang von einem Gewinn von 23.000 Euro aus. Er war nach Darstellung der Staatsanwaltschaft einer der zentralen Handlanger Boslers. Alle drei Beschuldigten sitzen seit Mitte September wegen Fluchtgefahr in U-Haft. Daneben soll der frühere SdK-Sprecher Christoph Öfele rund 1,1 Millionen Euro kassiert haben.

Nach Erkenntnissen der Behörden soll eine Clique aus Vermögensverwaltern, Aktionärsschützern und Börsenbrief die Kurse von rund 20 Werten manipuliert und so insgesamt mindestens 17,6 Millionen Euro eingesteckt haben. Der tatsächliche Schaden dürfte laut Staatsanwaltschaft jedoch weit höher liegen.

Alleine die Spekulation auf einen Kursverlust bei Wirecard soll Bosler knapp 5,8 Millionen Euro eingetragen haben. Weitere Millionen soll er mit Splendid Medien, (1,8 Millionen), 3S Swiss (1,5 Millionen), Conergy (1,0 Millionen) und Nascacell (1,2 Millionen) gemacht haben.

http://schmidtutz.wordpress.com/2010/12/10/millionendeals-mi…
Habe heute schon wieder die Empfehlung zum Kauf von Hybridbox unter dem Absender "Ruecklagendepot (info@ruecklagendepot.de) " erhalten. Die sind aber ganz einfallsreich im Erfinden neuer Börsenbriefe. Wenn die alle bisher wirklich gekauft hätten, dann müsste die Akltie sich doch mal vom Fleck bewegen.
Staatsanwaltschaft !? - das ich nicht lache.- Die werden das wie auch die Regierung bei Wirtschaftsbetrügern der Großkonzerne "b e o b a c h t e n", und das wars.
Ob es dem Bäcker jetzt an die Karre geht ?

Vielleicht muss diese Sa . seine 80 Mille wieder zurück geben, hoffentlich.




Mittwoch, 2. März 2011, 23:53

14:06 Uhr

Markus Frick
Für den deutschen Börsenguru wird es ernst


Er liebte die Auftritte vor Tausenden Zuschauern, schrieb eigene Bücher: Nun steht der deutsche Börsenguru Markus Frick vor Gericht.

Der ehemalige Börsenberater Markus Frick muss sich ab Donnerstag wegen strafbarer Manipulation am Aktienmarkt vor dem Berliner Landgericht verantworten. Dem Fernsehmoderator, Autor und Herausgeber verschiedener Börseninformationsdienste wird vorgeworfen, zwischen September 2005 und Juni 2007 in 49 Fällen in seinen per E-Mail vertriebenen Börsenbriefen an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelte Aktien empfohlen und dabei private wirtschaftliche Interessen verfolgt zu haben.

Laut Staatsanwaltschaft empfahl der 38-Jährige Wertpapiere, die er selbst über eine mauritische Treuhandgesellschaft hielt. Bei den Unternehmen soll es sich um die drei Rohstofffirmen Star Energy Corp., StarGold Mines Inc. und Russoil Corp. handeln. Die durch seine Empfehlungen hervorgerufene Steigerung von Nachfrage und Kursniveau nutzte Frick laut Anklage aus, indem er Papiere in großem Umfang veräußerte.

Die Börsengeschäfte sollen von zwei gesondert verfolgten Hintermänner vom Ausland aus gesteuert worden sein. Sie sollen die wertlosen Aktien in den Freiverkehr der Frankfurter Börse eingebracht haben. Aufgrund von Fricks Empfehlungen seien die Börsenkurse der Unternehmen zunächst auf Spitzenwerte gestiegen, bevor sie Mitte 2007 auf nahezu null abstürzten.

Nach Ermittlungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatten rund 20.000 Anleger 760 Millionen Aktien der drei Unternehmen auf Empfehlung von Frick geordert. Die Staatsanwaltschaft stellte 80 Millionen Euro sicher. Sie geht davon aus, dass es sich bei dem Geld um Verkaufserlöse handelt. Frick soll dies allerdings stets bestritten haben. Für das Verfahren sind mehrere Verhandlungstage bis Mitte April vorgesehen.

Frick war mit Büchern wie "Ich mache Sie reich. Der Mann, der Millionäre macht" bekannt geworden, hatte Börsenseminare vor Tausenden Zuschauern gegeben. Zudem gab er in einer N24-Sendung Anlagetipps.

Quelle: Welt Online dapd/lw



http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article1801773/Fuer-den-…
Antwort auf Beitrag Nr.: 41.137.281 von boersentrader02 am 03.03.11 00:03:05hoffentlich ;)

Früherer N24-Börsenguru gesteht Manipulation

"Make Money" hieß seine TV-Show - und Geld machte Markus Frick tatsächlich. Doch dabei täuschte der frühere N24-Moderator die Zuschauer, wie er jetzt gestand. Dennoch sieht sich Frick als Opfer und gibt weiter den Experten.

Berlin - Vor Gericht machte er gleich reinen Tisch: Der wegen strafbarer Marktmanipulation angeklagte ehemalige N24-Börsenberater Markus Frick hat zum Prozessauftakt am Donnerstag ein Geständnis abgelegt. Der frühere Moderator von "Make Money - die Markus Frick Show" räumte vor dem Landgericht Berlin ein, sein "mittelbares Interesse" an von ihm empfohlenen Aktien den Anlegern gegenüber nicht offengelegt zu haben. Er habe dies damals nicht für erforderlich gehalten. "Wenn ich mich falsch verhalten habe und dies strafbar sein soll, übernehme ich dafür die Verantwortung", sagte er.

Frick wird vorgeworfen, er habe zwischen September 2005 und Juni 2007 in 49 Fällen in seinen per E-Mail vertriebenen Börsenbriefen Aktien empfohlen, die er selbst hielt und dabei private wirtschaftliche Interessen verfolgt zu haben. Zudem soll Frick den Anlegern zum Kauf wertloser Aktien geraten haben. Bei den Unternehmen handelte es sich um Papiere der Rohstofffirmen Star Energy Corp., StarGold Mines Inc. und Russoil Corp., die Frick ebenfalls selbst besaß. Aufgrund seiner Empfehlungen sollen die Börsenkurse der Firmen zunächst auf Spitzenwerte gestiegen sein, bevor sie Mitte 2007 auf nahezu null abstürzten.

Der 38-Jährige sagte, er bedauere es sehr, "wenn Anlegern aufgrund meiner Empfehlungen Nachteile entstanden sind". Dies habe er weder gewollt, noch sei es vorhersehbar gewesen. Er sei damals überzeugt gewesen, dass es sich bei den Rohstoffpapieren um "gute Aktien" handelte. Von deren Wertlosigkeit oder Minderwertigkeit habe er keine Kenntnis gehabt. Erst nach dem Absturz der Russoil-Aktie sei ihm klar geworden, dass er "von zwei Herren aus den USA, die ich als seriöse Geschäftspartner kannte, instrumentalisiert wurde". Heute halte er es für wahrscheinlich, dass die Kursentwicklung gezielt beeinflusst wurde, um Russoil auf den Markt zu bringen.

Nach Ermittlungen der Finanzaufsicht BaFin hatten rund 20.000 Anleger auf Empfehlung von Frick 760 Millionen Aktien der drei Unternehmen geordert. Viele Kleinanleger sollen dadurch alles verloren haben. Die Staatsanwaltschaft stellte 80 Millionen Euro sicher. Frick sagte, er habe mit 867 Anlegern Vergleiche geschlossen und ihnen insgesamt 4,6 Millionen Euro gezahlt.

Frick inszeniert sich auch heute noch als Börsenexperte mit eigenem E-Mail-Newsletter, selbstgemachter Fernsehsendung und regelmäßigen Seminaren. Auf seiner Homepage wird der Prozess mit keinem Wort erwähnt, stattdessen gibt es dort für 79 Euro die DVD "Die todsichere Strategie" zu kaufen. Beworben wird sie mit den Worten: "Markus Frick zeigt Ihnen auf, wo Ihre Fehler liegen."

dpa/dapd/dpa
Antwort auf Beitrag Nr.: 41.141.803 von santakl am 03.03.11 16:45:20Langwieriges Verfahren
by Thomas Schmidtutz on 25/02/2011
Ermittlungen wegen des Verdachts der Kursmanipulation dauern an

München. Im Skandal um mögliche Aktienkursmanipulationen geht die Auswertung des Beweismaterials weiter. „Das wird wohl noch ein halbes Jahr dauern, vielleicht auch noch länger“, heißt es aus Justizkreisen. Dies sei bei umfangreichen Verfahren jedoch „nicht ungewöhnlich“.

Die Staatsanwaltschaft hatte bei einer Razzia im September umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft lehnte einen Kommentar ab. Das Verfahren dauere so lange wie nötig. Zum Stand der Ermittlungen hieß es lediglich, es gebe „keine Veränderung bei der Anzahl der Beschuldigten“. Nach bisherigen Erkenntnissen der Behörden soll ein Netz aus 31 Aktionärsschützern, Vermögensverwaltern und Börsenbriefschreibern mit Kursmauscheleien bei Werten wie Petrohunter oder Nascacell insgesamt mindestens 17,6 Millionen Euro ergaunert haben. Dabei soll allein der Chef der Münchner Vermögensverwaltung TFB Capital, Tobias Bosler, rund 13,7 Millionen Euro abkassiert haben, der Exsprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger, Markus Straub, etwa 2,7 Millionen Euro. Beide sitzen seit September in Untersuchungshaft. Ein dritter Beschuldigter, gegen den zunächst ebenfalls Haftbefehl erlassen wurde, ist inzwischen wieder auf freiem Fuß.

http://schmidtutz.wordpress.com/2011/02/25/langwieriges-verf…
Ob der Staatsanwalt auch hier demnächst tätig wird. Betroffen ist der frühere "Traumtänzer" von der AWD, Maschmeyer.

Wie man hier liest ist auch er unter die Betrüger einzuordnen, wie z. B. der "Lügenbaron" zu Guttenberg auch. Bei Maschmeyer geht es nur um Geld, bei dem "Lügenbaron" halt um den Ehrverlust. Ob auch der Alt-Bundeskanzler, mit seinen "nicht gefärbten Haaren" Schröder, auch bald vor Gericht aussagen muß ?

Da wird der Schröder wohl nur als Zeuge vernommen werden, oder sollte er doch später auch als Angeklagter vor Gericht müssen.

Was haben wir nur für Leute in der Politik ? Nur noch korrupte und geldgierige Ich-Menschen, wo soll denn dann das nur noch in Deutschland hingehen ?

Bin gespannt wie es hier weiter gehen wird ?



"Staatsersetzende Funktion" Zahlte Maschmeyer eine Million an Schröder?
Autor: Redaktion w:o
04.03.2011, 11:50 | 1142 Aufrufe

Der Finanzvermittler AWD hat unter Carsten Maschmeyer seinen Kunden in bisher nicht bekanntem Ausmaß riskante Finanzprodukte verkauft, für die er gleichzeitig die höchsten Provisionen kassiert hat. So hat der Bereich „Immobilien / steueroptimierte Anlagen“ in einem Jahr mit 31 Prozent so viel Umsatz gebracht wie kein anderer Bereich im AWD-Konzern. Dabei wurden in diesem Bereich neben Immobilien vor allem geschlossene Fonds verkauft, die Anleger in dieser Form in vielen europäischen Ländern gar nicht kaufen können. So hat der AWD rund 47.000 Kunden allein in die verlustreichen Dreiländerfonds und die IMF-Medienfonds vermittelt, berichtet das Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“.

Interne AWD-Unterlagen zeigen, dass den Anlegern dabei hohe Renditen versprochen wurden. Dorothea Mohn vom Bundesverband der Verbraucherzentralen kritisiert: „Das Gros der Bevölkerung kann weder die Risiken einschätzen noch kontrollieren, ob die Versprechungen überhaupt eingehalten werden.“

Dennoch vermittelte der AWD geschlossene Fonds ledigen Kunden bereits ab einem Nettoeinkommen von 1.450 Euro im Monat, bei Verheirateten lag die Grenze bei 1.850 Euro. Für den AWD waren die Produkte des Bereichs „Immobilien / steueroptimierte Anlagen“ besonders lukrativ: Während das Unternehmen bei der Vermittlung einer Lebens- oder Krankenversicherung im Schnitt rund 275 Euro Gewinn machte, waren es bei der Vermittlung dieser Produkte 1.120 Euro.

Besonders eng waren die Beziehungen des ehemaligen AWD-Chefs zu Bundeskanzler Gerhard Schröder, den er nach eigenen Angaben erst im August 2002 persönlich kennenlernte. 2004 trat Schröder als Gast vor AWD-Führungskräften auf und erklärte laut einer internen AWD-Mitarbeiterzeitung: „Sie als AWD-Mitarbeiter erfüllen eine staatsersetzende Funktion. Sichern Sie die Rente Ihrer Mandanten, denn der Staat kann es nicht.“

Nach dem Ausscheiden aus dem Amt schloss Maschmeyer mit Schröder einen Vertrag und soll ihm rund eine Million Euro für dessen Memoiren gezahlt haben. Maschmeyer dementierte die Zahl gegenüber dem „Spiegel“ nicht, Schröder ließ lediglich ausrichten, „dass er zu Privatangelegenheiten keine Auskunft gibt“.


http://www.wallstreet-online.de/nachricht/3112056-staatserse…
" target="_blank" rel="nofollow">Auf diesem Portal gibt es einige Infos zu den "Schwarzen Schafe" in unserer Republik. :D


Markus Frick – Anklage wegen Börsenmanipulation erhoben

- Jetzt Hoffnung für viele Anleger -

Gegen den selbsternannten Börsencoach Markus Frick wurde nunmehr seitens der Staatsanwaltschaft Berlin vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Berlin Anklage wegen strafbarer Marktmanipulation am Aktienmarkt erhoben. Vor allem im Zusammenhang mit den Unternehmen „Star Energy Corp.“, „StarGold Mines Inc.“ und „Russoil Corp.“ wird Herrn Frick vorgeworfen, nach dem „Pump and Dump-Modell“ zu seinen Gunsten Kursmanipulationen vorgenommen zu haben.



http://www.anleger-helfen-anlegern.de/hier-sind-wir-aktiv/ma…
wer ist das nun wieder? nochn Pusher...


Polizei verhaftet Millionenbetrüger
16. März 2011 | 15:48 | Salzburg Stadt | | Teilen Einen mutmaßlichen Millionenbetrüger, der mit europäischem Haftbefehl gesucht worden ist, hat die Polizei am Mittwoch in der Stadt Salzburg festgenommen.
Symbolbild: SN
(SN, APA). Der 31-jährige Deutsche soll den Kurs eigener Aktien künstlich in die Höhe getrieben und dann die in Wahrheit fast wertlosen Papiere verkauft haben. Dadurch ergaunerte er den unvorstellbaren Betrag von rund 24 Millionen Euro, teilte die Sicherheitsdirektion Salzburg mit.

Der 31-Jährige gehört einer Gruppe an, die mit zahlreichen Börsenbriefen den Kurs von selbst erworbenen Aktien dermaßen in die Höhe schrauben konnte, obwohl hinter den Papieren kein operatives Geschäft stand und die Aktien offiziell eigentlich negativ bewertet wurden. Durch den Verkauf konnte die Gruppe schließlich einen Gewinn von 24 Millionen Euro erzielen.


In der Vorwoche hat die Polizei in Salzburg den Hinweis erhalten, dass sich der mit einem in Stuttgart ausgestellten Haftbefehl Gesuchte in der Mozartstadt aufhalten könnte, so Kripo-Chef Andreas Huber. Am Mittwoch wurde er in seiner Wohnung in Salzburg verhaftet. Er wurde in die Justizanstalt gebracht und wird nach Deutschland ausgeliefert. Nähere Einzelheiten zu den vorgeworfenen Straftaten waren in Salzburg nicht bekannt.


http://www.salzburg.com/online/salzburg/stadt+salzburg/Poliz…

und:

http://salzburg.orf.at/stories/504746/
Wer könnte das wohl sein? Ich hätte da so eine Idee: Alter stimmt, Staatsangehörigkeit stimmt, Wohnort stimmt und so einiges mehr:

http://www.moneyhouse.ch/p/pascal-geraths

http://www.ftd.de/finanzen/geldanlage/:hochgezockt-und-abgestuerzt/109454.html

http://bluhmbergspressedienst.twoday.net/stories/2673798/
Na, wenn dass der Pollinger ist dann hört es ja jetzt auf mit den sogenannten Kaufempfelungen für irgendwelche Werte, oder schreibt die dann ein Anderer ?

Bin mal gespannt auf die nächsten Tage.
Antwort auf Beitrag Nr.: 41.227.691 von boersentrader02 am 17.03.11 22:32:24Pollinger ist deutlich älter als 31 Jahre und kein Deutscher, sondern Österreicher.
Antwort auf Beitrag Nr.: 41.227.825 von sunbeamer am 17.03.11 23:08:53Vielleicht hat der Vorgaenger vom Pollinger was damit zu tun?
Das Alter waere passend, der Wohnort waere auch Volltreffer und die Staatsangehoerigkeit sowieso.
mal sehen, vielleicht bekommt man am BV Stand auf der Invest was raus, sofern sie da auch vertreten sind.
sieht aus, als wird in dieser Szene von nun an aufgeraeumt.

BULLAG
Also ich denke, anhand meiner geposteten Links ist mehr als deutlich, wen ich meine. Ich wundere mich nur, dass es hier anscheinend Mißverständnisse geben kann. Falls es einen BV-Stand auf der Invest geben sollte, wird man dort vermutlich nicht auskunftsfreudig sein, bei den Verstrickungen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 41.232.029 von sunbeamer am 18.03.11 15:20:34Ich glaube, mittlerweile darf man das Kind beim Namen nennen:

Quelle: http://www.gomopa.net/Pressemitteilungen.html?id=698

25.03.2011
Österreich: Marktmanipulation keine Straftat - Pascal Geraths auf freiem Fuß


Haftbefehl in Deutschland:
Pascal Geraths (31)
© The brandgeneration AGDer am 16. März 2011 in seiner Salzburger Wohnung verhaftete mutmaßliche deutsche Millionenbetrüger Pascal Geraths (31) ist schon wieder auf freiem Fuß und muss auch keine Auslieferung nach Deutschland fürchten. "Trotz unseres Haftbefehls ist der Beschuldigte wieder frei und wird nicht ausgeliefert, weil Marktmanipulation in Österreich keine Straftat ist", sagte die Erste Staatsanwältin und Pressedezernentin der Staatsanwaltschaft Stuttgart, Claudia Krauth, dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net.

Natürlich bleibe der Haftbefehl in Deutschland bestehen. Aber solange sich Geraths in Österreich aufhält, haben die deutsche Justiz und Polizei keinerlei Handhabe. Dabei war die österreichische Polizei sehr hilfsbereit. Der Salzburger Kripo-Chef, Andreas Huber, reagierte sofort, als er von deutschen Fahndern den Hinweis bekam, dass sich der in Deutschland per Haftbefehl gesuchte mutmaßliche Millionenbetrüger Pascal Geraths in Salzburg aufhalten soll. Der Kripo-Chef ließ den Deutschen in Haft nehmen. Doch nach Überprüfung des genauen Tatvorwurfs Marktmanipulation musste ein Richter den Gesuchten nach österreichischen Gesetzen wieder freilassen. Marktmanipulation ist in Österreich nur ein Vergehen und begründet kein Strafverfahren.

In Stuttgart ist man darüber nicht erfreut. "Immerhin hat der Beschuldigte durch die Marktmanipulation im Frühsommer 2006 einen Erlös von über 47 Millionen Euro erzielt", sagte die Erste Staatsanwältin Claudia Krauth gegenüber GoMoPa.net.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wirft dem aus Nordrhein-Westfalen stammenden Geraths vor, im Jahre 2006 über seine Salzburger PR-Firma Pascal Geraths GmbH die kanadische Goldminenfirma De Beira Goldfields mit gezielten Falschmeldungen im Freiverkehr der Frankfurter Börse gepusht zu haben, um dadurch später, als herauskam, dass die Gesellschaft gar kein operatives Geschäft hat und eigentlich nur ein leerer, wertloser Firmenmantel war, an den Leerkäufen (Wetten auf fallende Kurse) ein Vermögen zu verdienen. Geraths soll sich dabei zweier Komplizen bedient haben.

Zum einen gab der in Australien lebende deutsche Geologe Klaus Eckhoff seinen zugkräftigen Namen für die Goldminen-Firma her und übernahm sogar den Vorstandsvorsitz von De Beira Goldfields. Die Aktie schoss dadurch im Juni 2006 für einen Moment um 400 Prozent in die Höhe.

Zum anderen bediente sich Geraths in dieser Zeit des Finanz- und Newsmagazins "bullVestor" von Inhaber Helmut Pollinger. Geraths vermarktete bullVestor nicht nur, Geraths übernahm auch gleich noch die Chefredaktion, um seine Goldminenaktien zu pushen. Geraths leistete nach eigenen Angaben PR-Arbeit für insgesamt 17 Goldminen-Pennystocks.

Eine unrühmliche Rolle habe auch ein Focus-Redakteur gespielt, der dann aber sofort entlassen wurde.

Der verantwortliche Finanzredakteur Christian Euler hatte eine Doppelrolle inne. Erstens als Focus-Redakteur und zweitens als Herausgeber eines Börsenbriefes namens "Blue SkyLevel", den er über die britische Firma Grosvenor vertrieb. Euler empfahl am 15. Mai 2006 im "Focus" die Aktie des Goldminenkonzerns De Beira und und wenig später auch in seinem Börsenbrief. Die Aktie von De Beira fiel aber in den zwei Monaten nach dem "Focus-Money"-Bericht von 18 Euro auf 3,58 Euro.

Nachdem die Bonner Finanzmarktaufsicht BaFin bei den dubiosen Goldminen-Firmen eine Untersuchung auf Marktmanipulation eingeleitet hatte, sattelte Geraths auf einen neuen Geschäftszweig um: Die Verlags-, Musik- und Filmindustrie. Und pusht aktuell schon wieder unter dem Schutz österreichischer Gesetze eine leere Firmenmantel AG im Freiverkehr der Frankfurter Börse. Und natürlich wieder mit Hilfe eines Börsenbriefes, der anonym arbeitet, aber ihm gehören soll.

Neuer Aktien-Push-Versuch mit The brandgeneration AG und dem Börsenbrief IQ.BB der Purple Capital AG:

... Fortsetzung

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Liebe Österreicher: Wie wäre es mal mit einer Gesetzesänderung....;)
Ob wohl alle Verlierer mit dem, nach eigenen Worten genannten des "Börsenguru" Frick, mit dem Urteil welches Morgen fallen soll einverstanden sind ? :confused:

Ich schätze er soll mindestens 100 Millionen an die Stadtkasse zahlen und nicht solch einen kleinen Betrag von nur 40 MILLIONEN EUROS, denn es soll doch eine Strafe sein. 40 Millionen sind doch aus der Portokasse von ihm zu bezahlen. :mad:


[b]Börse: Markus Frick[/b]
Der Guru war schlampig
05.04.2011, 17:38 2011-04-05 17:38:45
Von Camilo Jimenez und Hannah Wilhelm

Vor Gericht zerfiel das Image des Ex-Börsenstars Markus Frick. Nach vielen Jahren im Geschäft droht ihm nun erstmals eine Verurteilung.

Markus Frick soll mit seinem Börsenbrief Kurse beeinflusst haben. (© ddp

Bisher ist es immer noch gut gegangen für ihn. Alles perlte irgendwie von ihm ab. Kritik, Wut, Klagen. Markus Frick, 38, selbsternannter Börsenguru, Strahle- und Geschäftsmann, ist bisher bestens durchs Leben gekommen. An diesem Donnerstag könnte es zum ersten Mal nicht so richtig gut ausgehen für ihn. Er könnte verurteilt werden, vom Strafgericht Alt-Moabit.

Er war in der Branche der Zocker mal einer der Großen. Der gelernte Bäckermeister aus dem Kraichgau moderierte eine Börsensendung beim Sender N24 und gab einen Börsenbrief mit Aktientipps heraus, den Anleger für Geld abonnieren konnten. Tausende reisten zu seinen Seminaren. Sie kauften die von ihm bejubelten Aktien und seine Bücher mit Titeln wie "Ich mache Sie reich: Der Mann, der Millionäre macht". Ja, es lief gut für Markus Frick.

Die Fassade bekam 2007 Risse. Die Börsenaufsicht Bafin begann gegen ihn zu ermitteln und dann auch die Staatsanwaltschaft. Sie vermuteten, dass Frick mit seinem Börsenbrief Kurse beeinflusst, eigentlich wertlose Aktien hochgeschrieben und damit Geld verdient habe. Seine Privat- und Geschäftsräume wurden durchsucht. Die Medien berichteten über die Ermittlungen und empörte Anleger, der Beschuldigte verlor seine Arbeit bei N24 und verschwand kurzzeitig von den Bühnen und der Bildfläche. Aber nicht lange: Er kam wieder, lud Anleger von früher zu Seminaren ein, empfahl wieder Aktien. Nur hielt sich Frick mehr im Hintergrund. Zivilklagen von erzürnten Anlegern, die Geld verloren hatten, verglich er oft heimlich, still und leise.

Doch seit Anfang März läuft der Strafprozess am Berliner Gericht in Alt-Moabit gegen ihn. Und das ging dann nicht mehr so heimlich, still und leise ab. Gut frisiert und glatt gebügelt trat Markus Frick auf und entschuldigte sich bei den Anlegern - erstmals.

Seit Kurzem ist nun absehbar, dass das Urteil wohl an diesem Donnerstag fallen wird.

Der Vorsitzende Richter Günter Willnow hat eineinhalb bis zwei Jahre Haftstrafe in Aussicht gestellt. Außerdem soll Frick um die 40 Millionen Euro, die er mit den Aktientransaktionen verdient hat, an die Staatskasse zahlen. Und weil Frick stets kooperativ gewesen sei und bereits Vergleiche mit einigen Kunden seiner Börsendienste geschlossen habe, soll die Strafe wohl auf Bewährung ausgesetzt werden.

Noch steht nichts fest. Aber sollte es so kommen, ist es angesichts der Umstände noch ganz glimpflich ausgegangen für den Markus Frick. Ein Kratzer am Image, eine Verurteilung, das ist es.


Wieder gewonnen

Das reicht den betroffenen Anlegern nicht. Anlegeranwalt Andreas Köpke moniert, für viele Anleger, die Schadensersatz von Frick wollen, werde die wichtige Frage nicht geklärt, "ob ihm die Wertlosigkeit der empfohlenen Wertpapiere bekannt gewesen ist". Das müssten die Anleger jetzt in privaten Schadensersatzprozessen selbst erledigen. Und auch die Staatsanwaltschaft wird mit dem wahrscheinlichen Urteil nicht zufrieden sein.

Sie und das Berliner Landeskriminalamt hatten mehr als drei Jahre lang quer durch Deutschland und mit Hilfe des FBI und der Schweizer Behörden ermittelt. Allein die Anklageschrift war 335 Seiten lang. Das versprach mehr. Das versprach eine gute Show - so wie man sie von Markus Frick, dem Bühnenstar, dem Börsenguru stets gewohnt war.

Am ersten Tag des Prozesses, dem 3. März, verlas Staatsanwalt Tarvo Hovi die Anklage. Darin warf er Frick vor, zwischen 2005 und 2007 in 49 Fällen den Kauf von Aktien empfohlen zu haben, ohne zugleich seine "bestehenden eigenen wirtschaftlichen Interessen" offen gelegt zu haben. Das soll so abgelaufen sein: Die fast 20.000 Abonnenten des Börsenbriefs investierten in die Aktien, wodurch die Kurse stiegen und Frick stillschweigend profitierte.

Er verkaufte die Wertpapiere, mit denen er sich selbst zuvor günstig eingedeckt hatte. Viele Anleger verloren dagegen Geld. Der Staatsanwalt warf Frick zudem vor, wertlose Aktien empfohlen zu haben. Dabei soll es sich um Papiere der Rohstofffirmen Star Energy, StarGold Mines und Russoil gehandelt haben. Aufgrund seiner Empfehlungen sollen die Kurse zunächst enorm gestiegen sein, bevor sie auf nahezu Null abstürzten. Frick sei sich "bewusst" gewesen, so Hovi Anfang März, dass die Steigerung der Nachfrage ihm zugute kam. Eben dies ist die zentrale Frage der Verhandlung. Hat Markus Frick die Anleger bewusst getäuscht? Hat er bewusst substanzlose Aktien empfohlen, um ihren Wert zu steigern und daraus Gewinne zu ziehen? Oder hat er nur geschludert?

Vier Wochen später nun wiegelt der Staatsanwalt ab: "Ob er bewusst getäuscht hat, ist ja nun egal. Denn seine Börsenbriefe an sich waren wohl eine Gefährdung für die Allgemeinheit." So gesehen, hat doch wieder Frick gewonnen. Denn das ist eben seine Version der Geschichte, die er vor Gericht zu Protokoll gab: Er habe bei den Börsenbriefen geschlampt und schlecht recherchiert. Ja, deshalb hätten seine Empfehlungen vielen Anlegern Verluste beschert und das tue ihm leid: "Wenn ich mich falsch verhalten habe und dies strafbar sein sollte, übernehme ich die Verantwortung." Ein Kniefall. Frick weiß, zu wirken.

Dass es doch ein bisschen anders gewesen sein könnte, diesen Eindruck hätten Zuschauer des Prozesses durchaus gewinnen können. Insbesondere, als ein Kriminalbeamte als Zeuge auftrat, der sich drei Jahre lang in die internationalen Geschäfte rund um Frick vertieft hatte. Mehr als zwei Stunden lang berichtete er detailliert über die aufwendige Arbeit. Wie die Ermittler Fricks Konten durchleuchteten und dabei hinter die Fassade der Großinszenierung blickten: ein hochkomplexes System von Transaktionen und Firmen, Aktien von Offshore-Firmen und fragwürdigen Finanzdienstleistern.

Die Ermittler reisten nach Zürich, Frankfurt, Berlin und Sinsheim. Ihre Erkenntnisse: Frick stand in Verbindung mit Firmen in Mauritius und in der Schweiz, bei denen "nicht alles steuerrechtlich in Ordnung" ablief. Er arbeitete mit Leuten zusammen, die in der Grauzone der Zockerei verkehrten. Einige hatten schon im Gefängnis gesessen, unter anderem wegen Marktmanipulation. Auch mit dem deutschen Börsenspekulanten Sascha Opel arbeitete er zusammen, der hinter Gittern gelandet war.

Keine gute Gesellschaft, nein. Und für naiv möchte man den Profi Frick eigentlich nicht halten. Doch der Gutfrisierte sagt, er sei selbst getäuscht worden von den zwei Herren aus den USA, die er als seriöse Geschäftspartner gekannt habe. Sie hätten ihn mit positiven News über Firmen "instrumentalisiert". Er habe nicht gewusst, dass die von ihm empfohlenen Aktien wertlos waren. Er habe oft in Stresssituation die Unterlagen unterschrieben, die ein Berater reichte.

Bewusst oder unbewusst - über diese sehr zentrale Frage wird der Richter am Donnerstag entscheiden. Aber einen ordentlichen Kratzer wird das Perlweiß-Image von Markus Frick bei einer Verurteilung in jedem Fall abbekommen. Selbst, wenn der Richter seiner Version der Geschichte glaubt. Denn man wird Markus Frick, dem selbsternannten Börsenguru, in Zukunft vorhalten dürfen, schlampig recherchiert zu haben. Nicht gut für einen Mann, der einst von sich behauptete, Millionäre zu machen.


http://www.sueddeutsche.de/geld/boerse-markus-frick-der-guru…
http://www.sueddeutsche.de/U5F381/4019560/Nur-getaeuscht-nic…

Nur getäuscht, nicht manipuliert

08.04.2011 05:40

Finanzberater Markus Frick könnte mit einer Geldstrafe davonkommen

Berlin - Der Prozess gegen den selbst ernannten Börsenguru Markus Frick hat in letzter Minute eine neue Wendung genommen. Mangels Beweisen ließ Staatsanwalt Tarvo Hovi am Donnerstag den zentralen Vorwurf der Anklage fallen, Frick habe in seinen Börsentipps Informationen vorsätzlich verschwiegen und von den Folgen des Schweigens profitiert. 'Es kann nicht gesagt werden, dass er bewusst unzutreffende, verfälschte oder unvollständige Empfehlungen gegeben hat', sagte Hovi. Damit kann Frick wahrscheinlich nicht mehr der Marktmanipulation, sondern nur der Täuschung bezichtigt werden. Er könnte mit einer milden Strafe davonkommen, eventuell nur mit einer Geldstrafe statt mit den bis zu zwei Jahren Haftstrafe, die der Vorsitzende Richter Günter Willnow vorher in Aussicht gestellt hatte. Angesichts der neuen Lage entschied Willnow, das Urteil um eine Woche zu verschieben.

Markus Frick, 38, gab bis 2007 einen Börsenbrief mit Aktientipps heraus, den Anleger für Geld abonnieren konnten. Fast 20 000 Abonnenten investierten in die von ihm empfohlenen Aktien. Frick war einer der berühmtesten Börsentippgeber Deutschlands. 2007 begann die Staatsanwaltschaft, gegen ihn unter dem Verdacht der Marktmanipulation zu ermitteln. Fahnder durchsuchten Büros und Wohnräume, arbeiteten mit ausländischen Behörden zusammen und vernahmen zahlreiche Zeugen.

Im März begann der Prozess im Strafgericht von Alt-Moabit in Berlin. In der Anklageschrift warf die Staatsanwaltschaft Frick vor, zwischen 2005 und 2007 in 49 Fällen den Kauf von Aktien empfohlen, ohne zugleich seine 'bestehenden eigenen wirtschaftlichen Interessen' offen gelegt zu haben. Tausende Abonnenten hatten in die Aktien investiert, wodurch die Kurse angeblich stiegen und Frick profitierte. Er soll die Wertpapiere verkauft haben, mit denen er sich zuvor selbst günstig eingedeckt hatte. Viele Anleger verloren ihr Geld.

Eine Woche vor Prozessende bleibt unklar, ob Frick eigene Interessen an den von ihm empfohlenen Aktien bewusst verschwieg. Während des Plädoyers nahm der Staatsanwalt seinen ursprünglichen Vorwurf zurück, Frick habe bewusst agiert. Einiges spricht dafür, dass Frick selbst instrumentalisiert wurde. Laut Zeugen hat er den zwei Managern, deren wertlose Aktien er empfiehl, schreiend vorgeworfen, seine Existenz ruiniert zu haben. Der Staatsanwalt beantragte dennoch eine Haftstrafe von drei Jahren. Er sieht es als bewiesen an, dass Frick eigene Interessen verschwieg, unabhängig davon, ob er es bewusst tat. 'Die Strafe muss eine abschreckende Funktion haben', so Hovi.

Fricks Verteidiger Daniel Krause nutzte die Argumentation der Staatsanwaltschaft, um die Zweifel an den Vorwürfen zu stärken. 'Alles, was diesem Verfahren bösen Anschein gegeben hat, ist weg', sagte er. Es gehe nur noch darum, dass Frick schlampig recherchierte. Nach der Auswertung von fast 20 000 E-Mails und etlichen Vernehmungen könne man nichts anderes zeigen. Frick habe Fehler eingeräumt und Vergleiche mit 867Geschädigten geschlossen. 'Ein strafbares Verhalten liegt nicht vor', sagte Krause. Allein das 'Verschweigen eigener Interessen' definiere die Rechtsprechung nicht ausreichend. Der Staatsanwalt stimmte zu: 'Wir betreten hier Neuland.'
Hat hier jemand eine Meinung zu VEGAS77 - das stinkt gewaltig zum Himmel
Ich finde es schon sehr gewagt hier den angeblichen "Finanznachrichtendienst" Gomopa zu zitieren, da diese ja nun selber in den Skandal verwickelt sind.


Das Geschäft von Gomopa fußt ohnehin nur auf Falschmeldungen. Entweder Sie erhalten Geld um Unternehmen herunterzuschreiben siehe Wirecard oder wollen Unternehmen zu Beraterverträgen nötigen sonst wird schlecht darüber geschrieben.

Einen auf den Deckel haben Sie dafür vom Landgericht Berlin bekommen:

http://www.immovation-ag.de/pages/richtigstellung/Justiz/05_Landgericht_Berlin_Beschluss_31.08.2010.pdf

Der ganze Fall ist hier: http://immovationag.wordpress.com/2010/09/14/das-sagt-die-justiz/

Meine Vermutung ist das der Betreiber von Gomopa in den Knast geht. Gebt ins google mal Klaus Maurischat und Betrug ein. Satte 20 Verurteilungen + 1 mal im Knast gesessen. Und die Staatsanwaltschaft München haut ja immer richtig drauf....



Zitat von cooleOma: Ich glaube, mittlerweile darf man das Kind beim Namen nennen:

Quelle: http://www.gomopa.net/Pressemitteilungen.html?id=698

25.03.2011
Österreich: Marktmanipulation keine Straftat - Pascal Geraths auf freiem Fuß


Haftbefehl in Deutschland:
Pascal Geraths (31)
© The brandgeneration AGDer am 16. März 2011 in seiner Salzburger Wohnung verhaftete mutmaßliche deutsche Millionenbetrüger Pascal Geraths (31) ist schon wieder auf freiem Fuß und muss auch keine Auslieferung nach Deutschland fürchten. "Trotz unseres Haftbefehls ist der Beschuldigte wieder frei und wird nicht ausgeliefert, weil Marktmanipulation in Österreich keine Straftat ist", sagte die Erste Staatsanwältin und Pressedezernentin der Staatsanwaltschaft Stuttgart, Claudia Krauth, dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net.

Natürlich bleibe der Haftbefehl in Deutschland bestehen. Aber solange sich Geraths in Österreich aufhält, haben die deutsche Justiz und Polizei keinerlei Handhabe. Dabei war die österreichische Polizei sehr hilfsbereit. Der Salzburger Kripo-Chef, Andreas Huber, reagierte sofort, als er von deutschen Fahndern den Hinweis bekam, dass sich der in Deutschland per Haftbefehl gesuchte mutmaßliche Millionenbetrüger Pascal Geraths in Salzburg aufhalten soll. Der Kripo-Chef ließ den Deutschen in Haft nehmen. Doch nach Überprüfung des genauen Tatvorwurfs Marktmanipulation musste ein Richter den Gesuchten nach österreichischen Gesetzen wieder freilassen. Marktmanipulation ist in Österreich nur ein Vergehen und begründet kein Strafverfahren.

In Stuttgart ist man darüber nicht erfreut. "Immerhin hat der Beschuldigte durch die Marktmanipulation im Frühsommer 2006 einen Erlös von über 47 Millionen Euro erzielt", sagte die Erste Staatsanwältin Claudia Krauth gegenüber GoMoPa.net.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wirft dem aus Nordrhein-Westfalen stammenden Geraths vor, im Jahre 2006 über seine Salzburger PR-Firma Pascal Geraths GmbH die kanadische Goldminenfirma De Beira Goldfields mit gezielten Falschmeldungen im Freiverkehr der Frankfurter Börse gepusht zu haben, um dadurch später, als herauskam, dass die Gesellschaft gar kein operatives Geschäft hat und eigentlich nur ein leerer, wertloser Firmenmantel war, an den Leerkäufen (Wetten auf fallende Kurse) ein Vermögen zu verdienen. Geraths soll sich dabei zweier Komplizen bedient haben.

Zum einen gab der in Australien lebende deutsche Geologe Klaus Eckhoff seinen zugkräftigen Namen für die Goldminen-Firma her und übernahm sogar den Vorstandsvorsitz von De Beira Goldfields. Die Aktie schoss dadurch im Juni 2006 für einen Moment um 400 Prozent in die Höhe.

Zum anderen bediente sich Geraths in dieser Zeit des Finanz- und Newsmagazins "bullVestor" von Inhaber Helmut Pollinger. Geraths vermarktete bullVestor nicht nur, Geraths übernahm auch gleich noch die Chefredaktion, um seine Goldminenaktien zu pushen. Geraths leistete nach eigenen Angaben PR-Arbeit für insgesamt 17 Goldminen-Pennystocks.

Eine unrühmliche Rolle habe auch ein Focus-Redakteur gespielt, der dann aber sofort entlassen wurde.

Der verantwortliche Finanzredakteur Christian Euler hatte eine Doppelrolle inne. Erstens als Focus-Redakteur und zweitens als Herausgeber eines Börsenbriefes namens "Blue SkyLevel", den er über die britische Firma Grosvenor vertrieb. Euler empfahl am 15. Mai 2006 im "Focus" die Aktie des Goldminenkonzerns De Beira und und wenig später auch in seinem Börsenbrief. Die Aktie von De Beira fiel aber in den zwei Monaten nach dem "Focus-Money"-Bericht von 18 Euro auf 3,58 Euro.

Nachdem die Bonner Finanzmarktaufsicht BaFin bei den dubiosen Goldminen-Firmen eine Untersuchung auf Marktmanipulation eingeleitet hatte, sattelte Geraths auf einen neuen Geschäftszweig um: Die Verlags-, Musik- und Filmindustrie. Und pusht aktuell schon wieder unter dem Schutz österreichischer Gesetze eine leere Firmenmantel AG im Freiverkehr der Frankfurter Börse. Und natürlich wieder mit Hilfe eines Börsenbriefes, der anonym arbeitet, aber ihm gehören soll.

Neuer Aktien-Push-Versuch mit The brandgeneration AG und dem Börsenbrief IQ.BB der Purple Capital AG:

... Fortsetzung

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Liebe Österreicher: Wie wäre es mal mit einer Gesetzesänderung....;)
Trio hinter Gittern

by Thomas Schmidtutz on 15/07/2011

Ermittlungen wegen des Verdachts der Kursmanipulation: Staatsanwaltschaft München erwirkt weiteren Haftbefehl
München. Im Verfahren wegen des Verdachts der Kursmanipulation im großen Stil sitzt inzwischen ein weiterer Verdächtiger in Untersuchungshaft. „Wir haben vor wenigen Tagen eine weitere Person verhaftet“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München auf Anfrage. Nach Informationen dieser Zeitung soll es sich um den Mitarbeiter eines unabhängigen Researchhauses aus München handeln, das auch einen eigenen Börsenbrief herausgibt.

Die Staatsanwaltschaft München I verdächtigt den Analysten, zu einem Netzwerk aus rund 30 Personen zu gehören, das jahrelang die Kurse zahlreicher Aktien manipuliert haben soll. Nach einer früheren Auswertung von Euro am Sonntag hat das Münchner Researchhaus alleine mindestens acht der insgesamt 22 wegen auffälliger Kursverläufe untersuchten Werte in Reports oder in einem wöchentlich erscheinenden Börsenbrief als Kaufgelegenheiten eingestuft.

Zu den in den Einschätzungen teils euphorisch beurteilten Werten gehören unter anderem Splendid Medien, Dolphin Capital sowie Petrohunter bzw. dessen Vorgängerunternehmen Digital Ecosystems. Die jüngste Festnahme steht im Zusammenhang mit dem bundesweit bislang größten Verfahren um Kursmauscheleien. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hat ein Netzwerk um den früheren Chef der Münchner Vermögensverwaltung TFB Capital, Tobias Bosler, und den Ex-Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Markus Straub, Anleger um insgesamt mindestens 17,6 Millionen Euro geprellt. Die beiden mutmaßlichen Drahtzieher sitzen nach Informationen dieser Zeitung weiter in U-Haft. Aus informierten Kreisen heißt es, mit einer möglichen Anklageerhebung sei im Herbst zu rechnen.

Quelle: http://schmidtutz.wordpress.com/2011/07/15/borsenskandal-wei…
Antwort auf Beitrag Nr.: 42.015.728 von snafur am 29.08.11 14:30:55Fällt mir schwer zu beurteilen, wer da eher ins Gefängnis gehört, Bosler oder die Hinterleute von Gomopa.:rolleyes:
Verdacht auf Marktmanipulation: Schlinge um Aktienabzocker zieht sich zu
Exklusiv Deutschland gilt als Eldorado für Börsenbetrüger. Dabei werden wertlose Pennystocks aus dem Ausland aggressiv zum Kauf empfohlen. Ein Beschuldigter aus Kanada sitzt nun in deutscher Untersuchungshaft. von Christian Kirchner und Renate Daum Frankfurt
In zwei der größten Ermittlungsverfahren ihrer Art wegen des Verdachts der Marktmanipulation von Aktien kommt nach Informationen der FTD nun Bewegung: Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat im Verfahren in Sachen der Aktie De Beira Goldfields wegen Marktmanipulation und Betrug einen Ermittlungserfolg erzielt.
Eine Behördensprecherin bestätigte auf Anfrage, dass ein Beschuldigter im August in die Bundesrepublik ausgeliefert worden sei und nun in Untersuchungshaft sitze. Es handelt sich nach FTD-Informationen um einen Aktienpromoter aus Kanada, der in Österreich festgenommen worden war.
Markus Frick ist wegen Manipulation am Aktienmarkt vor Gericht Markus Frick ist wegen Manipulation am Aktienmarkt vor Gericht
Bestätigen sich die Vorwürfe, könnte es erstmals gelingen, einen Drahtzieher auch aus dem Ausland für Manipulationen mit Aktien in Deutschland zur Verantwortung zu ziehen. Hintergrund: Deutschland gilt seit Jahren bislang als Eldorado für Aktienabzocke: Dabei werden häufig obskure Papiere mit optisch niedrigen Kursen - sogenannte Penny-Stocks - aus dem Ausland aggressiv zum Kauf empfohlen. Steigt das Interesse, stoßen Altaktionäre Papiere ab, der Kurs stürzt ab. Die neuen Anleger sitzen auf den Verlusten. Die Schäden erreichen jedes Jahr Millionenhöhen.
Dennoch kamen die Drahtzieher bislang in der Regel glimpflich mit Geldstrafen davon. So erhielt auch der Börsenguru Markus Frick im Frühjahr 2011 nur eine Bewährungsstrafe, obwohl es sich um den bis dahin umfangreichsten Fall der Marktmanipulation handelte. Hintermänner aus dem Ausland blieben indes meist unbehelligt, somit steuern die Akteure das lukrative Geschäft oft aus dem Ausland.
Härtere Gangart
Im zweiten großen Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft München gegen ein Netzwerk von rund 30 Personen, darunter auch ehemalige Mitglieder der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) und zahlreiche Börsenbriefschreiber. Gegen vier der Beschuldigten wurde zeitweise Untersuchungshaft verhängt, zwei sitzen noch immer in Haft. Hier rückt laut FTD-Informationen die Anklageerhebung näher, sie soll noch im September erfolgen.
Laut einer Person mit Einsicht in Ermittlungsakten haben die Strafverfolger zuletzt Fortschritte in der Beweisführung ihrer Vorwürfe gemacht. Das Netzwerk soll die Aktienkurse von über 20 Unternehmen manipuliert haben, darunter auch die des TecDAX-Werts Wirecard. Die Ermittler konzentrieren sich jedoch vor allem auf Transaktionen mit dem Biotechwert Nascacell sowie dem Rohstoffexplorer Petrohunter. Die Staatsanwaltschaft lehnte eine Stellungnahme ab.
Beide Fällen illustrieren, dass die Ermittlungsbehörden beim Vorwurf der Kursmanipulation eine härtere Gangart einschlagen als früher. Allerdings weist auch die lange Verfahrensdauer auf die Schwierigkeit hin, konkrete Nachweise zu führen: Im Münchener Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft seit Herbst 2008 und sitzen zwei Beschuldigte seit knapp einem Jahr in U-Haft, ohne dass es bislang zu einer Anklageerhebung gekommen wäre.
Im Falle von De Beira sind zwischen ersten Presseberichten über die Ungereimtheiten und der ersten Verhaftung über fünf Jahre vergangen. Zu den Beschuldigten im Stuttgarter Fall des Goldexplorers De Beira zählen neben dem Promoter ein PR-Berater, gegen den ein Haftbefehl ausgestellt wurde, sowie ein Journalist, der die Aktie empfohlen hatte und zeitweise in Untersuchungshaft saß. Der PR-Berater und der Journalist hatten die Vorwürfe schon vor Monaten zurückgewiesen, es sei bewusst eine wertlose Hülle empfohlen worden.

quelle ftd.de
Antwort auf Beitrag Nr.: 42.029.991 von santakl am 01.09.11 09:50:52DIE ANTWORT IST ERFOLGT.

Die Staatsanwaltschaft hat Klage erhoben zumindest gegen die alten Führungsmitglieder der SDK.


Ich schrieb schon letztens es geht weiter. Jetzt geht es aber ans Eingemachte.

Vielleicht sehe ich doch noch etwas von dem Geld wieder ? :confused:

05.09.2011, 16:46

Verdacht auf Marktmanipulation:
Anklage gegen Ex-Aktionärsschützer


Ein Jahr nach der spektakulären Razzia wegen Kursmanipulationen hat die Staatsanwaltschaft vier Beschuldigte angeklagt. Darunter sind auch frühere Funktionäre der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger.



http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:verdacht-auf-marktmanipu…l
!
Dieser Beitrag wurde von akummermehr moderiert. Grund: Das Diskutieren über die Moderation und die Moderatoren ist hier unerwünscht
Antwort auf Beitrag Nr.: 42.089.796 von DIE_GERECHTIGKEIT am 15.09.11 08:50:13Sämtliche Moderatoren sollten ihre Identitäten darlegen oder ihre Tätigkeit einstellen. Alles andere macht keinen Sinn!

wollen sie schon mal damit anfangen an werter user?
ihre ID offen legen damit jeder weiß wer sie sind ?
wollen sie das ? :)
Antwort auf Beitrag Nr.: 42.092.620 von HotMod am 15.09.11 16:13:11wollen sie schon mal damit anfangen an werter user?
ihre ID offen legen damit jeder weiß wer sie sind ?
wollen sie das ? :)

Natürlich nicht! Angesichts der diversen Morddrohungen, die ich aufgrund der Ausübung meines Rechts auf Freie Meinungsäußerung lesen musste, werden Sie das verstehen.
User liefern content. In meinem Fall sicher streitbar, aber Qualitativ im oberen Viertel.

Moderatoren haben jedoch einen ganz anderen Status. Ihre Aufgabe ist es nicht, Meinungen zu äußern, sondern darauf zu achten, dass hier die Regeln eingehalten werden. Sie machen einen ehrenamtlichen Job. Das finde ich toll. Ehre, wem Ehre gebührt. Was spricht gegen eine Offenlegung von Moderatoren-Identitäten?
Antwort auf Beitrag Nr.: 42.093.035 von DIE_GERECHTIGKEIT am 15.09.11 17:21:21Was spricht gegen eine Offenlegung von Moderatoren-Identitäten?

Hallo DIE_GERECHTIGKEIT,

nennen Sie mir doch bitte Gründe die für eine Offenlegung der Identität sprechen ?

Freundliche Grüsse CloudMOD
Antwort auf Beitrag Nr.: 42.093.074 von CloudMOD am 15.09.11 17:29:18>>> Schutz natürlich, wie bei allen Menschen, die in Gemeinschaften Machtpositionen über andere haben.
Antwort auf Beitrag Nr.: 42.093.150 von DIE_GERECHTIGKEIT am 15.09.11 17:42:58ich zitiere der Schnelle wegen mal nur Wikipedia: Macht

Als sozialwissenschaftlicher Begriff bezeichnet Macht einerseits die Fähigkeit, auf das Verhalten und Denken von Personen und sozialen Gruppen einzuwirken, andererseits die Fähigkeit, Ziele zu erreichen oder sich äußeren Ansprüchen nicht unterwerfen zu müssen. Die beiden Sichtweisen werden auch als „Macht über“ und „Macht zu“ bezeichnet. Macht gilt als zentraler Begriff der Sozialwissenschaften und ist als solcher in ihrem Bedeutungsumfang umstritten (essentially contested).

Für Max Weber ist der Machtbegriff "soziologisch amorph"; er definiert ihn wie folgt: "Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht." [1]



weder das eine noch das andere machen MODs hier bei WO - sie besitzen keine Machtposition
wir richten uns genauso nach den Regeln wie jeder andere und versuchen diese, im Sinne von WO, gegenüber usern, die sich fehlverhalten, durchzusetzen
das wir gewisse Instrumentarien benutzen müssen (sperren/löschen) liegt nicht an uns sondern zunächst einmal am Verursacher respektive dem Fehlverhalten Einzelner in dieser Gemeinschaft



als Moderator greife ich in die Diskussion/Auseinandersetzung ein und versuche sie in eine geordnete Bahn zurück zu lenken wenn sie aus dem Ruder läuft
insofern sitzt man als MOD auch immer zwischen den Stühlen und wird meistens von beiden Seiten kritisiert
Antwort auf Beitrag Nr.: 42.093.992 von HotMod am 15.09.11 20:40:44insofern sitzt man als MOD auch immer zwischen den Stühlen und wird meistens von beiden Seiten kritisiert

Das ist natürlich ein Problem, das ich gut verstehen kann. Die hitzigen Auseinandersetzungen werden allerdings primär von Usern angezettelt, die frisch registriert bestimmte Aktien pushen. Meinen Sie nicht, dass Usern, die über Jahre in Foren Qualität abliefern, ein wenig mehr Respekt gebührt, als solchen, die sich mal eben registrieren und sofort anfangen einen Freiverkehrs Wert zu pushen? :look: Dieses Kriterium bei der Berücksichtigung von Postings sehe ich leider beim besten Willen nicht.

Und wie erklären Sie sich, dass so vielen Usern eine deutliche Korrelation der Löschungen und des Löschverhaltens bei Aktien, die über W:O und andere Plattformen promotet und abverkauft werden, auffällt?

Ich meine, man sollte nicht nur die Identitäten von Moderatoren offen legen, sondern auch die Zeit der Moderatorentätigkeit auf maximal ein Jahr begrenzen.

Beide Maßnahmen würden die Moderatoren schützen was natürlich stark im Interesse der Foren ist, da beide Maßnahmen auch einer möglichen Verfilzung mit dem Kapitalmarkt vorbeugen würden. Ich denke, dass Wallstreet online in Kürze eine diesbezügliche Entscheidung treffen wird weil die Plattform sich keine Intransparenz in Bezug auf einige ihrer Anzeigenkunden und Werbepartner leisten kann, die innerhalb der letzten Zeit verstärkt in das Visir von Staatsanwaltschaften, BKA und Bafin geraten sind.

Im Übrigen bin ich dafür, dass die Moderatoren bezahlt und bewertet werden, und zwar von den Foren bzw. den voll registrierten Usern der Foren.

Gruß
Julia
Guten Abend,
ich möchte bitten, nun wieder Themen zu diskutieren, die dem Threadtitel nahe sind - als Grundregel gilt: ein neuer Nutzer soll in dem Forum zu dem Thema etwas finden, was der Threadtitel suggeriert.

Ferner gilt in diesem Thread wie in allen anderen auch, dass Behauptungen belegt werden müssen. Dass vielen Nutzern eine Korrelation zwischen Löschungen von Beiträgen und Werbeinteressen von W:0 auffiele, z.B., ist nicht nachvollziehbar und bedarf eines Beleges, der über ein individuelles Bauchgefühl hinaus geht.

Die Diskussion der Moderatorentätigkeit ist in diesem Thread themenfremd - ich bitte dies in die entsprechenden Threads zu verlagern, dennoch bitte ich folgenden Hinweis zu überdenken: Moderatoren sind ehrenamtlich und nicht in irgendeiner Weise an W:0 gebunden, um unabhängig moderieren zu können. Eine Bezahlung durch W:0 würde diese Unabhängigkeit, die so offensichtlich vorhanden ist, gefährden.

Die Identitäten von Moderatoren sind W:0 bekannt. Sollte es den Verdacht der Verquickung von Interessen geben, so kann dies der Communityleitung jederzeit mitgeteilt werden - diese hat alle Informationen, die sie benötigt, um einem solchen Verdacht nachzugehen.

Und als letzter Hinweis: die Forenregeln gelten für alle - egal ob neu angemeldet oder schon lange dabei. Das individuelle Gefühl, besonders hochwertige Beiträge zu liefern, teilen viele Nutzer - es ist schwer objektivierbar.

Schönen Abend,
schönes Wochenende!
kosMOD
Antwort auf Beitrag Nr.: 42.099.142 von KosMOD am 16.09.11 19:58:12Hallo KosMOD,

danke für den hochwertigen Beitrag. Stimme Ihnen voll zu, auch wenn das Thema "Mögliche Interessenskonflikte bei Moderatoren von Online-Foren" zu dem Thema "organisierter Aktienbetrug" einfach dazugehört.

Ihnen wird ja nicht verborgen geblieben sein, dass Online-Foren beim organisierten Aktienbetrug wie er auch in den eingangs geposteten Beiträgen und Links beschrieben wurde eine zentrale Rolle spielen.
Das kann man in vielen Artikeln renommierter Quellen nachlesen. Zum Beispiel hier: http://ting.hr-online.de/content.jsp?key=dokument_280884&go=…

Meine Beiträge (von denen hier leider schon wieder einer gelöscht wurde) bitte ich als konstruktive Diskussionsgrundlage zu verstehen. Der Schutz der Moderatoren ist ja nichts Schlechtes. Und auch die Idee, dass Sie und Ihre Kollegen für die Tätigkeit entlohnt werden, halte ich für diskussionswürdig. Ehrenamt hin oder her, es ist halt Arbeit und sicherlich nicht immer nett weil mit vielen Konflikten verbunden. Und warum sollen die Moderatoren denn nicht näher an WO heranrücken? Oder halten Sie es für unmöglich, dass ein Moderator, der seit Jahren ein Forum betreut mit bestimmten Marktteilnehmern Kontakte etabliert?

Wallstreet online kann darüber hinaus als größtes deutsches Forum einiges dazu beitragen, dass der organisierte Aktienbetrug, der zu einem großen Teil über ausländische Firmen im Frankfurter Freiverkehr läuft - stark eingeschränkt wird. Zum Beispiel könnte eine Rubrik "Frankfurter Freiverkehr" eingerichtet werden mit einem Disclaimer über dem Thread, der darüber aufklärt, dass ein sehr hoher Prozentsatz dieses Marksegmentes als Totalverlust endet und nicht selten Gegenstand von Kapitalanlagebetrügereien ist.

Ich habe diesen Vorschlag schön mehrfach gemacht, meist gibt es dafür viele Daumen und es spricht doch nichts dagegen. Warum wird so etwas nicht umgesetzt?

Gruß
Julia
Antwort auf Beitrag Nr.: 42.198.422 von boersentrader02 am 11.10.11 18:41:25hat gomopa nicht auch dreck am stecken?
!
Dieser Beitrag wurde von mwoppmann moderiert. Grund: Pressemitteilung wurde aktualisiert
Von: http://www.gomopa.net/Pressemitteilungen.html?id=833&meldung…

24.10.2011
Gruner + Jahr: Schuss ins Spiegelbild


Convent Eigentlich wollte die Gruner + Jahr-Redakteurin Renate Daum (41) wiederholt einen kräftigen Schuss gegen den Finanznachrichtendienst GoMoPa.net loslassen. Doch die am 18. Oktober 2011 abgelieferte Zusammenstellung wurde zu einem Schuss ins eigene Spiegelbild. Daum gibt damit die eigenen Wirtschaftsmedien wie Financial Times Deutschland und Börse Online der Lächerlichkeit preis.

Renate Daum zweifelt die journalistische Unabhängigkeit der GoMoPa.net-Redaktion an, weil angeblich eine Berliner Niederlassung Geld von Emittenten, Rechtsanwälten und Anlegern kassieren würde, was Rechnungsauszüge belegten, die ihr vorlägen.

Nicht mal als studierte Volkswirtschaftlerin und langjährige Wirtschaftsjournalistin will sie die juristischen Unterschiede zwischen dem Nachrichtendienst Goldman Morgenstern & Partners LLC (GoMoPa.net) und der Berliner Unternehmerberatung GoMoPa GmbH kennen? Die Verwischung passt besser in ihre Story von einer angeblich verkaufen Unabhängigkeit.

Auch unter GoMoPa.net-Usern sind Geschädigte

Fakt ist: Bei GoMoPa.net muss jeder zahlen. GoMoPa.net lebt davon, dass jeder User zahlt. Anders ist das Geschäft von GoMoPa.net nicht möglich. Ansonsten wäre GoMoPa.net so abhängig wie Gruner + Jahr.

Entgegen des Eindrucks von Renate Daum ist GoMoPa.net dabei nur an Wahrheit interessiert, weil Mitglieder (User) von GoMoPa.net zu den Geschädigten im Grauen Kapitalmarkt gehören. GoMoPa.net kann es sich nicht leisten, seine Leser mit Halbwahrheiten oder Verdrehungen vor den Kopf zu schlagen.

Das gilt auch für Beiträge über das Emissionshaus BAC Berlin Atlantic Capital, bei dem Renate Daum eine zu wohlgefällige Berichterstattung vermutet, weil der Emittent bei der GoMoPa GmbH vor kurzem eine Informationsbeschaffung in Auftrag gab und gegen Bezahlung auch erhielt.

Die Veröffentlichungen von GoMoPa.net blieben davon unberührt. Die Mitglieder von GoMoPa.net würden einen geschönten Bericht sofort erkennen. Da Renate Daum keine Leserin auf GoMoPa.net ist, weiß sie auch nicht, dass selbst ihre Artikel zur BAC in voller Länge in der GoMoPa.net-Datenbank zu finden sind und alle Pros und Contras zur BAC schonungslos und unzensiert im Forum von GoMoPa.net ausdiskutiert werden.

Für die Unabhängigkeit gab GoMoPa.net einen Werbepartner auf

Im Fall der GoMoPa.net-Pressemitteilungen über die BAC verlor GoMoPa.net sogar einen seiner wenigen Werbekunden – den Prozessfinanzierer Intrakt GmbH aus Wiesbaden. GoMoPa.net verschwieg nicht, dass die Intrakt mit unbewiesenen Anschuldigungen bei BAC-Anlegern auf Kundenfang gegangen sein soll und den Vermittlern dafür hohe Provisionen versprochen habe. Für die Falschbehauptungen kassierte Intrakt sogar einstweilige Unterlassungsverfügung.

Ein solcher Umgang mit Werbepartnern ist aus dem Hause Gruner + Jahr nicht bekannt. Aber ungeachtet dessen suchten die BAC-Anleger in der Financial Times Deutschland oder auf Börse Online vergeblich eine entsprechende Aufklärung über diese Kundenschaufelei.

Auch die anonyme Anzeige vom Sommer diesen Jahres gegen das Emissionshaus hieß bei Gruner + Jahr noch anonym, als längst feststand, dass dahinter der entlassene BAC-Finanzchef Oliver Schulz aus Berlin Grunewald stand.

Obwohl Renate Daum in der Recherche über den einstigen BAC-Finanzchef wie gelähmt schien und sich den Fakten entzog, findet sie in der Berichterstattung von GoMoPa.net jetzt Stoff für eine Verschwörungstheorie gegen Schulz.

Auch im Falle von Schulz sah GoMoPa.net keinen Grund, Rechercheergebnisse zurückzuhalten. Auch wenn Schulz deswegen stark in der Kritik stand. GoMoPa.net hatte Schulz um Auskunft gebeten, doch der verweigert bis heute jede Stellungnahme. Damit ist klar, dass man nur die Vorwürfe und Sachbeweise bringen kann.

Renate Daum hingegen, die sich gern als Anlegerschützerin ausgibt (das von ihr verantwortete Graumartkinfo nennt sich im Untertitel "Das unabhängige Anlegerschutzportal“) gibt die Fakten, die ihr von GoMoPa.net "ungefragt“ (Daum) zugesandt wurden, nicht an ihre Anleger-Leser weiter.

Im Gegenteil: Die Anleger wurden in den Gruner + Jahr-Medien sogar noch verhöhnt, indem ihnen Redakteurin Daum riet, dass sie ihre möglichen Verluste ja versuchen könnten, bei der Steuer abzuschreiben.

GoMoPa.net suchte und fand stattdessen für die Anleger einen Weg, wie die Anleger die scheinbar verlorenen Einlagen doch noch zurückerhalten können: Indem sie die Banken wegen mangelnder Risikoaufklärung zur Rückabwicklung des BAC-Beteiligungsverkaufs zwingen.

Renate Daum bleibt im Gestern

Renate Daum bleibt inhaltlich und in der Rechtsprechung für die Anleger im Gestern. Sie lenkt den Blick ihrer Leser auf die Schuldzuweisungen im BAC-Management, obwohl dort für die Anleger kaum etwas zu holen ist.

Entweder hat Renate Daum wirklich keine Ahnung von der aktuellen Rechtsprechung (Bankenhaftung), wenn sie die eindeutigen Hinweise des Anlegerschutzanwalts Michael Minderjahn von der Kanzlei Nittel aus Heidelberg diesbezüglich ignoriert, oder ihr ist es egal, ob die Mandanten Minderjahns Geld zurückbekommen oder nicht. Mit ihrer Berichterstattung kommt Renate Daum regelmäßig zu spät. Und wenn sie dann noch die Schlussfolgerungen von GoMoPa.net, sich an die Banken zu halten und nicht an die möglicherweise insolvente BAC, mit einem Wahrheitsgehalt wie bei der Sendung "Schwarze Kanal" aus dem ehemaligen DDR-Fernsehen vergleicht, betreibt Renate Daum endgültig einen Totengräber-Anlegerschutz.

Erinnert sei an die Geburtsstunde von Graumarktinfo. Am 22. November 2007 hießt es in einer Pressemeldung: "Das Anlegermagazin Börse Online von der Gruner + Jahr Wirtschaftspresse startet ein neuartiges Anlegerschutz-Portal." Die Börse Online-Chefredakteurin Stefanie Burgmaier unterstrich den Stellenwert des neuen Angebots: "Graumarktinfo.de ist eine journalistisch einzigartige Website. Damit erweitern wir unser Themenspektrum in der Berichterstattung über Kapitalanlagen und schärfen unser Profil in der investigativen Recherche."

Offensichtlich wollte Gruner + Jahr bei GoMoPa.net abgucken. GoMoPa.net war zu diesem Zeitpunkt schon seit mehr als sieben Jahren erfolgreich am Markt. Während jedoch bei GoMoPa.net jeder einzelne User investigative Recherche betreibt, mangelt es daran auf Graumarktinfo bis heute sehr.

Mangel an investigativer Recherche

Die scheinbar gut zusammengepuzzelte Graumarktinfo-Story über GoMoPa.net "Kreativer Umgang mit Fakten" scheitert denn auch an falschen Rückschlüssen und mangelnder Eigenrecherche der Gruner + Jahr-Vorzeigejournalistin Daum. Sie stört sich daran, dass GoMoPa.net korrigierte Fassungen von Nachrichten verschickt. Im Falle einer Meldung über Oliver Schulz behauptet Daum dann auch noch, dass nicht mal die einwandfrei gewesen sei.

Wenn sich die Wahrheit ständig anders darstellt, fühlt sich GoMoPa.net verpflichtet, Meldungen zu korrigieren. Hätte Renate Daum investigativ recherchiert, hätte sie gewusst, dass die vorhandenen Vorwürfe gegen Oliver Schulz noch aktuell sind. Am Landgericht Berlin läuft weiterhin eine Schadenersatzklage (Aktenzeichen 98 O 67/11) der BAC gegen Schulz und die von ihm kontrollierten Firmen (Sworn Capital Group), wie der Berliner Justizsprecher für Zivilrecht, Dr. Ulrich Wimmer, gegenüber GoMoPa.net bestätigte.

In einem Interview gab Renate Daum zu, dass nur 20 Prozent ihrer Recherchen investigativ seien. Bleibt zu hoffen, dass die restlichen 80 Prozent Recherchen nicht zu Anleger-Tipps führen wie denen von Daums ehemaligen Ressortchefs Georg Breu (42) und Günter Pollersbeck (39).

Die Ex-Börse-Online-Chefs sollen zu der Clique der Finanzjournalisten gehören, die sich nun für 21 Marktmanipulationen verantworten müssen. Nun denn ...
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ermittlungen-wegen-aktienbetrugs-spur-der-gier-1.1238290

Ermittlungen wegen Aktienbetrugs Spur der Gier

18.12.2011, 18:50
Von Markus Balser und Uwe Ritzer

Ein wüster Börsen-Krimi um Luxus und Manipulation: Tobias Bosler sollte eigentlich Aktionäre schützen, jetzt soll ihm wegen mutmaßlichen Aktienbetrugs der Prozess gemacht werden. Womöglich finanzierte er seine 20-Meter-Yacht mit Kurstricks von beispiellosem Ausmaß. Nach SZ-Informationen führt eine Spur zum Erlanger Chaos-Unternehmen Solar Millennium.




Er war ein Mann von Welt. "Kapitän", nannte ihn seine Börsenclique. Tobias Bosler herrschte über seine Münchner Investmentfirma TFB Capital, er residierte im noblen Kitzbühel, und im Mittelmeer kreuzte seine 20-Meter-Yacht Excalibur 1. Über seinen Börsenbrief verschickte er brandheiße Infos zu kleinsten Firmen. Credo: "Börsengewinne sind kein Zufall."
Probebetrieb Solarthermisches Parabolrinnenkraftwerk Andasol 1 Bild vergrößern

Bauarbeiter am Solarkraftwerk Andasol 2 von Solar Millennium in der spanischen Provinz Granada. Eine Spur führt von mutmaßlichen Anlagebetrügern zu dem Erlanger Unternehmen. (© Solar Trust of America / dpa)

Der "Kapitän" gab zudem als Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) gerne den Robin Hood der Börsenwelt. Einer, der für Anleger kämpft. Dessen Mitarbeiter auf Hauptversammlungen den Vorstandschefs so richtig zusetzen. Inzwischen jedoch hält ihn die Staatsanwaltschaft in München für einen systematischen Aktienbetrüger: Bosler sitzt seit mehr als einem Jahr in Untersuchungshaft. 2012 will ihm das Landgericht München den Prozess machen. Im Herbst schon ist Anklage gegen Bosler und drei weitere Beschuldigte erhoben worden.

Er gilt nun als Abzocker. Strafverfolger werfen ihm und seinem ehemaligen SdK-Freund Markus Straub Kursmanipulation und Insiderhandel vor. Die Ermittlungen gelten als bislang größter Schlag gegen mutmaßlichen organisierten Aktienbetrug in Deutschland. Bosler und Straub sollen Teil eines illegalen Netzwerks von gewaltiger Dimension und Dreistigkeit gewesen sein. Zusammen mit mehr als 30 anderen Finanzleuten sollen sie über Jahre hinweg die Aktien von zahlreichen Unternehmen manipuliert haben. Womöglich kassierten sie mit Insiderwissen Millionen ab.

Der Fall könnte das ohnehin dünne Vertrauen in Deutschlands Aktienmärkte aufs Heftigste beschädigen. Verdächtig viele Fäden laufen ausgerechnet in der Zentrale der Aktionärsschützer an der noblen Münchner Maximilianstraße zusammen: ein wüster Börsen-Krimi um Gier und Luxus, um einen Zirkel von Finanzmanagern, angeblichen Börsenaufpassern und Finanz-Journalisten. Sie alle verdienten offenbar kräftig, indem sie Aktienkurse wie Jo-Jos hüpfen ließen. Sie spielten nach Überzeugung von Fahndern mit zum Teil wertlosen Unternehmen. Leidtragende waren Aktionäre, die den Imagekampagnen Glauben schenkten.

Das System kann man anhand des Beispiels Solar Millennium erklären, einer einst ambitionierten Firma aus Erlangen, die überall in der Welt Sonnenkraftwerke bauen wollte. Auch Aktien dieser grünen Firma seien von den Jo-Jo-Spielen betroffen, heißt es in Kreisen der Staatsanwaltschaft.

Die Kursturbulenzen begannen vor zwei Jahren. Am 18. Januar 2010 stürzte die Aktie an einem Tag um 22,58 Prozent ab. Der Süddeutschen Zeitung liegen Dokumente vor, die einen direkten Kontakt zwischen der Solar-Millennium-Spitze und dem dubiosen Zirkel um die SdK offenbaren. Am 1. Februar 2010 schrieb Ex-Sprecher Bosler einen achtseitigen Brief an Vorstand und Aufsichtsrat der fränkischen Firma. Bosler kam schnell auf den Punkt und behauptete, er halte zusammen mit anderen Investoren Aktien über 20 Millionen Euro. Er beklagte den massiven Kurssturz vom 18. Januar, kritisierte die Informationspolitik scharf und forderte ein massives Gegensteuern - mit Aktionen zur Kurspflege. So sah es, internen E-Mails zufolge, auch der Aufsichtsrat und Gründer Hannes Kuhn. "Es muss mit allen Mitteln verhindert werden, dass die Staatsanwaltschaft auf eine mit Sicherheit hochprofessionell verfasste Strafanzeige hin Ermittlungen einleitet", warnte Bosler noch.

Boslers Anwalt lehnt auf Anfrage einen Kommentar ab. Doch Anleger sind in großer Sorge: Warum hatte der Aktionärsschützer seinerzeit Angst vor staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen? Wieso der außergewöhnliche Rund-um-die-Uhr-Einsatz für Solar Millennium? Denn Bosler notierte freimütig, er mache seit drei Monaten nichts anderes, als "full time am Investment Solar Millennium" zu arbeiten.

Die Fragen werden umso drängender, je mehr Solar Millennium selbst schwächelt. Vorstände kamen und gingen in rasendem Tempo. Der ehemalige EnBW-Chef Utz Claassen warf nach 74 Tagen hin. Er fühlte sich vom Aufsichtsrat getäuscht und lieferte sich mit der Firma einen erbitterten Rechtsstreit. Längst haben sich Behörden eingeschaltet. Die Staatsanwaltschaft und die Finanzaufsicht Bafin untersuchen den Verdacht von Insidergeschäften mit Aktien der kleinen Firma. Angekündigt wurde viel im Lauf der Jahre, und es wurde ein dreistelliger Millionenbetrag von Anlegern eingesammelt. Verwirklicht wurde wenig. Ermittler gehen inzwischen Untreuevorwürfen nach, möglicher Steuerhinterziehung und der Frage, welche Rolle eine dubiose Briefkastenfirma im Geflecht um Solar Millennium gespielt hat. Ins Zentrum vieler merkwürdiger Geschehnisse ist Firmengründer Kuhn gerückt: Er hat an die 20 Verfahren am Hals. Es geht auch um die Pleite der Düsseldorfer DM Beteiligungen AG. Anleger verloren bis zu 90 Millionen Euro. Kuhn weist Vorwürfe gegen ihn zurück.

Warum nur laufen bei dem kleinen Unternehmen in Franken die Fäden gleich mehrerer Skandale zusammen?

Untersuchungshäftling Tobias Bosler war nicht der einzige ranghohe Funktionär aus der Börsianer-Schutzgilde SdK, der sich bei Solar Millennium engagierte. Harald Petersen, Wirtschaftsanwalt aus München und bis heute Vorstand der SdK, mischte ebenfalls kräftig mit. Offenbar auf Bitten des Aufsichtsrates von Solar Millennium verfasste Petersen am 26. Januar 2010 eine Stellungnahme zum Kurssturz. Ausdrücklich verweist er gleich zu Beginn auf seine langjährige SdK-Tätigkeit und seine Mitgliedschaft im Börsenrat der Münchner Börse. Im Ergebnis kommt er zu einem auffallend ähnlichen Urteil wie Bosler nur vier Tage später: Das Auf und Ab bei den Kursen zu Jahresbeginn 2010 sei ein Angriff von "Shortsellern", also von Spekulanten, die kurzfristig auf Kursrückgang setzen. Petersens Botschaft: Man könne dem begegnen, indem man etwas für den Kurs tue.

Heute weist Petersen den Verdacht von Absprachen mit Bosler zurück. Zum laufenden Verfahren könne er sich nicht äußern, teilt er der SZ mit. Über seine gutachterliche Stellungnahme für den Aufsichtsrat von Solar Millennium habe er zu keinem Zeitpunkt mit Tobias Bosler gesprochen, "geschweige denn diese mit ihm abgestimmt". Außerdem habe er am 26. Januar 2010 weder unmittelbar noch mittelbar Aktien der Solar Millennium AG gehalten.

Es ist nicht die einzige Merkwürdigkeit rund um die Aktien der Firma. Im November 2009 war sie interessant geworden, weil der damalige Aufsichtsrat Kuhn an einem Coup arbeitete: der Verpflichtung des Industriestars Claassen als Vorstandschef für Solar Millennium. Wer von der Nachricht vorher Wind bekam und Solar-Millennium-Papiere eingekauft hatte, konnte binnen weniger Stunden Millionen verdienen. Ein ungewöhnlich guter Zeitpunkt für einen Einstieg also. Und just jener, an dem sich Tobias Bosler nach eigenen Angaben bereits "full time" um Solar Millennium kümmerte. Verblüffend sicher hatte er auf Solar Millennium gesetzt. Seine TFB-Capital sei schon seit Sommer 2009 "nennenswert an der Solar Millennium AG (SMAG) beteiligt", ließ er in seinem Brief an das Unternehmen wissen.

Anfang 2010 waren Bosler und "Dutzende professioneller Kapitalmarktteilnehmer" mit mehr als 500.000 Aktien bei dem Kraftwerkebauer engagiert. Ungewöhnlich viel für einen derart kleinen Wert. Überhaupt kümmerte sich die Clique auffallend intensiv: "Seit Ende Oktober tauschen wir uns regelmäßig mit ca. 70 Kapitalmarktteilnehmern (Analysten, Fondsmanagern, Vermögensverwaltern, Börsen- und Wirtschaftsjournalisten) über SMAG aus", notierte Bosler.

Wie eng der Draht gewesen sein könnte, zeigen vertrauliche Dokumente aus dem Unternehmen. So forderte der Aufsichtsrat den damaligen Vorstandschef Claassen gleich nach dessen Amtsantritt im Januar 2010 zu einem bizarren Geschäft auf: Der Vorstand sollte ein Darlehen an Aufsichtsrat Hannes Kuhn in unbegrenzter Höhe gewähren, damit der eigene Wertpapierpositionen schließen könne. Das war wohl als Maßnahme gegen den vermeintlichen Angriff von Spekulanten gedacht - eine eigentümliche Verquickung des Unternehmens mit geschäftlichen Interessen Kuhns. Ehemalige Führungskräfte berichten, mehrfach seien Wünsche, die zunächst Kuhn an den Vorstand herangetragen habe, zeitlich kurz danach auch von SdK-Mann Bosler vorgebracht worden.

"Börsengewinne sind kein Zufall" - dieses Credo könnte nun zum Bumerang werden.
Antwort auf Beitrag Nr.: 42.519.463 von kingkongtrader am 23.12.11 21:00:03ein sehr interessanter Artikel ;)
Antwort auf Beitrag Nr.: 42.519.463 von kingkongtrader am 23.12.11 21:00:03Leider ist es so, dass der Klein-Akzionär gegen diese geballte Kraft von Insidern und Börsenkennern nichts entgegen stellen konntoe.

Mein Wunsch wäre daher, das diese Burschen alle in eine Grube eingesperrt werden.

Da es ja ca. bis zu 70 Betrüger gewesen sein sollen, werden 68 Schüppen für sie bereit gestellt und diejenigen, die keine Schüppe abbekammen wurden den ganzen Tag der A . . . h mit einer Kugelpeitsche geschlagen und das über Jahre damit alle davon etwas mitbekamen.

Bin leider auch ein Geschädigter dieser Betrügerbande.
Endlich geht es einen dieser Gangster an die Eier.

Die anderen werden folgen, es werden bestimmt die Hälfte der Ex-Verantwortlichen des Aktienschutz-Vereins SdK demnächst ebenfalls vor diesem Gericht stehen.

Allerdings glaub ich es erst wenn das Urteil gesprochen ist. Hier in Deutschland urteilen die Gerichte dermassen beschissen, das man allerdings nicht an die Gerechtigkeit glauben kann. Beispiele gibt es genug, will aber momentan hier keine aufzeigen.

Ob dieser Angeklagte sich wohl wieder freischwimmen kann ?

Bin echt auf das Urteil gespannt
.




Börsenbetrug
Gericht eröffnet Prozess wegen Kursmanipulation
05.01.2012 ·

Das Münchner Landgericht hat die Anklage in dem mutmaßlich größten Fall von Börsenbetrug der deutschen Nachkriegsgeschichte in weiten Teilen zugelassen. Die mündliche Verhandlung soll schon am Donnerstag kommender Woche beginnen.

Von Joachim Jahn, Berlin


http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/boersenbet…
http://www.small-cap-news.de/index.php?action=detail&show=com&id=838

"Jörg Nebel, ist Chefredakteur von Small Cap Scout, Turboaktien und Börsengeflüster:..."
http://www.handelsblatt.com/finanzen/recht-steuern/anleger-u…

Marktmanipulierer handelt Bewährungsstrafe aus
12.01.2012, 13:04 Uhr, aktualisiert 13:25 Uhr

Jahrelang hat die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Kursmanipulation gegen eine Clique aus Aktionärsschützern und Börsenbrief-Herausgebern ermittelt. Der erste von ihnen steht in München vor Gericht.


Der Angeklagte Stefan F. und ehemalige Herausgeber eines Börsenbriefs muss sich wegen des Verdachts der Marktmanipulation in 165 Fällen verantworten. Quelle: dpa

MünchenIm Prozess um Marktmanipulation und Insiderhandel am Münchener Landgericht hat ein erster Angeklagter eine Bewährungsstrafe ausgehandelt. Sollte er ein umfassendes Geständnis ablegen, werde es eine Bewährungsstrafe von maximal zwei Jahren geben, sagte die Vorsitzende Richterin Jutta Zeilinger am Donnerstag. Zusätzlich dürfte es eine Geldstrafe geben, deren Höhe noch nicht feststeht.

Der angeklagte Kaufmann, früher Herausgeber von zwei Börsenbriefen, räumte die Vorwürfe in vollem Umfang ein. Rechtsanwalt Alexander Kleinert sagte, sein Mandant sei damals in einer wirtschaftlich schwierigen Situation gewesen und habe deswegen den Job, die Börsenbriefe herauszugeben, angenommen und so bei den Aktiendeals geholfen.

Am Ende habe er bei den umstrittenen Börsengeschäften trotzdem einen Verlust von 50.000 Euro gemacht.

Insgesamt gibt es in dem Komplex vier Beschuldigte, primär frühere Aktionärsschützer und Journalisten. Nach Worten seines Verteidigers war der aktuell Angeklagte nur der „Handlanger“ eines anderen Angeklagten, der ebenfalls Börsenbriefe herausgab. Drei Fälle davon sind noch nicht eröffnet. Laut Staatsanwaltschaft sollen die vier Beschuldigten den Wert zahlreicher Aktiengesellschaften durch gezielt verbreitete Informationen beeinflusst und dank Aktien- und Derivategeschäften sich so selbst bereichert haben. Die Informationen, um die Kurse nach oben oder unten zu treiben, seien über Börsenbriefe oder Fachliteratur gestreut worden. Insgesamt hätten sie dabei Gewinne in Millionenhöhe erzielt. Anderen Aktionären entstand hingegen finanzieller Schaden, weil die Kurse nach den Kampagnen wieder abstürzten.
Die Clique ist bereits seit dem Jahr 2008 im Visier der Ermittler. Damals wurde bekannt, dass der frühere SdK-Vize Markus Straub öffentlich angebliche Bilanztricks bei dem Bezahldienstleister Wirecard angeprangert und zugleich auf den fallenden Kurs der Aktie spekuliert haben soll. Er sitzt seit einer groß angelegten Razzia in rund 50 Büros und Privaträumen im Herbst 2010 in Untersuchungshaft.

Tausende Anleger hinters Licht geführt

Die Masche war den Ermittlungen zufolge recht einfach: Sie suchten sich gezielt Unternehmen aus, deren Kurs sehr niedrig war (Pennystocks). Dann kauften sie die Aktien der Firmen und verbreiteten unter anderem über die Börsenbriefe gezielt Nachrichten, um den Kurs in die Höhe zu treiben und die Aktien später mit Gewinn zu verkaufen.

Der 47-Jährige Angeklagte verschickte seine Börsenbriefe laut Anklage gratis per Mail an rund 18.000 Abonnenten. In den meisten Fällen arbeitete er dabei mit dem anderen Angeklagten zusammen, der ebenfalls von den auserwählten Unternehmen im großen Stil Aktien kaufte und dann auf Kurssteigerungen durch die Aktientipps in den Börsenbriefen setzte. „In keiner der Veröffentlichungen erfolgte ein für die Leser klarer Hinweis darauf, dass die Verfasser der Artikel signifikante Aktienpositionen hielten“, heißt es in der Anklage.

Vielen Anlegern stieß besonders die Verwicklung der SdK in die Affäre sauer auf. Mit nach eigenen Angaben rund 12.000 Mitgliedern gehört die SdK neben der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) zu den größten Aktionärsvertretungen in Deutschland und ist auf allen großen Hauptversammlungen mit einem Sprecher vertreten. Als Konsequenz aus dem Skandal hat die Sdk ihre internen Verhaltens-Richtlinien nach eigenen Angaben verschärft. Jeder SdK-Sprecher muss nun vor dem Auftritt auf einer Hauptversammlung mitteilen, wenn er selbst Aktien des betroffenen Unternehmens hält.
rozess-boersenbriefschreiber-gesteht-kursmanipulation/60153579.html" target="_blank" rel="nofollow">http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:prozess-boersenbriefschreiber-gesteht-kursmanipulation/60153579.html

12.01.2012, 16:27
Börsenbriefschreiber gesteht Kursmanipulation

Seine Ratschläge nutzten viele Anleger, weil sie auf das schnelle Geld hofften. Dass sie Opfer einer Manipulation wurden, wussten sie nicht. Der in München Angeklagte ist geständig, gegen drei weitere Beschuldigte starten die Prozesse in Kürze. von Renate Daum München

Im Prozess um Marktmanipulation und Insiderhandel am Münchener Landgericht hat ein erster Angeklagter eine Bewährungsstrafe ausgehandelt. Verhandelt wird gegen ein Mitglied eines mutmaßlichen Netzwerks rund um ehemalige Anlegerschützer der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Insgesamt gibt es vier Beschuldigte, in erster Linie frühere Aktionärsschützer und Journalisten. Drei Fälle davon sind noch nicht eröffnet.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen Börsenbriefherausgeber vor, in 44 Fällen für positive Veröffentlichungen zu Aktien gesorgt zu haben, ohne darauf hinzuweisen, dass er von einem Kursanstieg persönlich profitierte. Der Beklagte räumte die Vorwürfe in vollem Umfang ein. Zuvor hatte die 4. Strafkammer des Landgerichts München I im Falle eines Geständnisses eine Freiheitsstrafe zwischen einem Jahr und neun Monaten und zwei Jahren in Aussicht gestellt, die zur Bewährung ausgesetzt werden könnten. Zudem müsse er mit einer Geldauflage von 300 bis 360 Tagessätzen in noch festzulegender Höhe rechnen. Mit einem Urteil wird am nächsten Verhandlungstag, dem kommenden Dienstag, 17. Januar, gerechnet.
Das Landgericht I in München Das Landgericht I in München
Der Prozess gehört zum Verfahren mit den meisten Beschuldigten wegen Kursmanipulation in Deutschland. Angeklagt sind auch ein ehemaliger stellvertretender Vorsitzender der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), ein Ex-SdK-Sprecher sowie ein in der Finanzszene bekannten Organisator von Kapitalmarktkonferenzen.
Der Ex-SdK-Vize gehörte zu den renommiertesten Anlegerschützern Deutschlands. Der ehemalige Sprecher hatte unter anderem ein preisgekröntes Anlageschutzarchiv aufgebaut. Der Prozess gegen sie beginnt am 23. Januar. Ein früherer Geschäftsführer eines Börsendienstes aus München ist bereits wegen Kursmanipulation in zwei Fällen verurteilt worden. Er hatte Aufträge für bezahlte Research-Studien in dem Wissen angenommen, dass die Auftraggeber Aktien verkaufen wollten. Am 23. Dezember erhielt er eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung, verknüpft mit einer Geldauflage von 5000 Euro. Gegen rund zwei Dutzend Beschuldigte wird noch ermittelt.

Den beiden Staatsanwälten zufolge nimmt der Konferenzorganistaor die zentrale Rolle in dem Netzwerk ein. Er deckte sich demnach 2005 und 2006 mit Aktien oder anderen Wertpapieren ein und brachte demnach dem jetzt Geständigen, Herausgeber beziehungsweise Autoren anderer Börsendienste sowie ein Anlegermagazin dazu, Positives über diese Werte zu veröffentlichen. Dafür erstellte einer der Beschuldigten sogar Mediapläne.

Bei diversen Adressanbietern besorgten sich Beteiligte E-Mail-Adressen, an die Börsenbriefe versandt wurden. Auf dem Finanzportal "wallstreet-online" schalteten sie zum Teil Werbung. In ihrer Anklage trugen die Ermittler unter anderem Fälle zu Aktien wie Splendid Medien, Petrohunter, Cinemedia und Berentzen vor. In einem weiteren Fall, der Barnabus Energy Inc., organisierte der Hauptverdächtige nach Angaben der Staatsanwaltschaft gegen Bezahlung eine umfangreiche Werbekampagne für Aktionäre der Gesellschaft. Der Beschuldigte selbst hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht öffentlich geäußert.

"Nach den Werbeaktionen brach der Kurs in der überwiegenden Anzahl der Fälle teils massiv ein", trugen die beiden Staatsanwälte vor Gericht vor. Der Schaden bei den Anlegern sei den Akteuren "durch die zahlreichen Beschwerde-E-Mails von Abonnenten" vor Augen geführt worden.
Der Verteidiger des Geständigen trug vor, sein Mandant sei in einer wirtschaftlich schwierigen Situation in die Geschichte hineingeraten und habe erst mit der Zeit gemerkt, wie die Sache lief. "Es gibt keine Millionengewinne", sagte er. Bei der Aktie Nascacell sei der Börsenbriefherausgeber selbst ein Opfer. "Ich fühlte mich hygienisch einwandfreier als manche Bank, die ihren Kunden nicht sagt, wie hoch ihre Provisionen sind", sagte der geständige Angeklagte.
Er rechnete vor, er habe mit den Wertpapierspekulationen in den ihm zur Last gelegten Fällen zwar gut 19.000 Euro Gewinn, aber allein bei Petrohunter 70.000 Euro Verlust gemacht und somit etwa 50.000 Euro verloren. Der 47-Jährige bezeichnete sich als Unternehmensberater für Private Equity und Börseneinführungen im Ausland. Am Rande des Prozesses sagte er, es sei alles wahr gewesen, was in seinen Börsenbriefen veröffentlicht worden sei: "Berentzen ist eine super Firma. Die würde ich nach wie vor kaufen." Er habe Aktienengagements selbst aber "eingestellt".
Der zweite Artikel enhält mehr Information. Deshalb habe ich ihn gepostet.
Der betrogene Börsentrickser
013.01.12|
München -

Der erste Angeklagte im Prozess um Aktienkurs-Manipulationen kommt nach einem Geständnis wohl mit einer Bewährungsstrafe davon. Seine kurze Karriere auf der schiefen Bahn war auch für ihn selbst ein Fiasko.




http://www.merkur-online.de/nachrichten/wirtschaft/betrogene…
http://www.gomopa.net/Pressemitteilungen.html?id=882&meldung…

Börsenguru Stefan Fiebach gestand Marktmanipulationen

Convent Mehr als 15 Monate Untersuchungshaft haben den Münchner Börsenjournalisten und Beteiligungsunternehmer Stefan Fiebach (47) stark mitgenommen.

Für die Aussicht auf eine Bewährungsstrafe von maximal zwei Jahren Haft und etwa 300 Tagessätzen Geldstrafe, die noch festzulegen sind, hat Fiebach gestern vor dem Landgericht München eine Beteiligung von 44 Marktmanipulationen und Insidergeschäften in den Jahren 2005 und 2006 vollumfänglich zugegeben.

Das in Aussicht gestellte milde Urteil (normalerweise stehen auf Marktmanipulation bis zu 5 Jahren Gefängnis ohne Bewährung) soll kommenden Dienstag (17. Januar 2012) gesprochen werden.

Mit dem Geständnis belastet Fiebach drei weitere Angeklagte schwer, denen in dem Münchner Mammutverfahren wegen Marktmanipulation und Insiderhandels an 21 Firmen noch gesondert der Prozess gemacht wird. Es handelt sich dabei um den mutmaßlichen Drahtzieher Tobias Bosler (derboersendienst.de) aus München und die einstigen Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) aus München Markus Straub und Christoph Oefele.

Vergleicht man die Gewinne der vier miteinander, ist Fiebach mit rund 19.000 Euro am Gesamtgewinnkuchen der vier in Höhe von 21,719 Millionen Euro tatsächlich nur ein kleiner Fisch, obwohl er bis auf den letzten spektakulären Firmenmanipulationsfall Wirecard AG aus Grasbrunn an allen anderen 20 Firmenmanipulationen beteiligt war: Splendid Medien AG, Medec Ltd., TIPTEL AG, Barnabus, Hucke, 3S Swiss Solar Systems AG, New Value AG, conVISUAL AG, Petro Hunter Energy Corp., Solar Millenium AG, Rubincon Ventures, CineMedia Film AG Geyer-Werke Inhaber-Aktien o. N., Berentzen-Gruppe AG, NascaCell Technologies AG, Solar EnerTech Corporation, Thielert, Metrodome Group PLC Registered Shares, Dolphin Capital AG, Conergy AG und Life Jack AG.

Boss Tobias Bosler soll durch die fallenden oder steigenden Aktien der Unternehmen, deren Kursverlauf er mit Hilfe von Fiebach und bis zu 28 weiteren bestochenen Börsenjournalisten manipuliert habe, zwischen Juni 2005 und April 2010 einen Gewinn von 13,7 Millionen Euro erzielt haben. Ex-SdK-Funktionär Straub soll es auf 7 Millionen Euro und sein Kollege Oefele auf 1 Million Euro Gewinn gebracht haben.

Vergleicht man allerdings die Macht und Wirkung von Fiebachs Taten, so kam Fiebach eine Schlüsselrolle für den anonym im Hintergrund agierenden Bosler zu, den Fiebach in E-Mails an Dritte oft den "Meister" nannte.

Fiebach sei in einer wirtschaftlich schwierigen Situation in die Geschichte hineingeraten und habe erst mit der Zeit gemerkt, wie die Sache lief, trug Fiebachs Verteidiger, Rechtsanwalt Alexander Kleinert, beim Verlesen des Geständnisses vor. Ohne weitere Einzelheiten zu nennen.
Die Richterin hat wohl bei solchen Betrugsfällen noch nie Geld verloren, deswegen kommen hier wohl nur immer diese Bewährungsstrafen heraus.

Aber leider ist das ja so in Deutschland, dass die kleine Kassiererin ihren Job verliert wenn sie einem Pfand-Bon findet in einer umwerfenden Höhe von 0,35 € und verliert damit ihre Existenz, und die dicken Fische, wie jetzt der Öfele, gehen ohne Knast mit einer geringen Geldstrafe dazu, aus ihren Betrügereien heraus.

Der Verdienst seiner Betrügereien liegt im hohen einstelligen Millionenbereich und die Strafe liegt bei ca. 200.000 €.

Von der Differenz seines durch Betrügerein gemachten Millionen-Vermögens macht er sich einen schönen Tag. So ist es nun mal in Deutschland, leider.


Deutschland ist zu einer Bananenrepublik verkommen. Ich hoffe das wird sich eines Tages vielleicht doch noch mal ändern und das festgeschriebene Recht gilt für alle gleich, und keiner wird davon ausgenommen, wie z. B. Kohl, etc. .


17.01.2012 11:49| A A Teilen | Drucken |Senden

INSIDERHANDEL
Weiterer Angeklagter handelt Bewährungsstrafe aus
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Prozess wegen Insiderhandels bei Nascacell

Im Verfahren wegen des Verdachts des Insiderhandels steuert ein weiterer Angeklagter nach einem Geständnis auf eine Bewährungsstrafe zu.
von Thomas Schmidtutz, Euro am Sonntag
München.

Zuvor hatte die Vorsitzende Richterin der Wirtschaftsstrafkammer am Münchner Landgericht heute morgen erklärt, im Falle eines Geständnisses von Christoph Ö. werde das Strafmaß auf eine Bewährungsstrafe von maximal zwei Jahren sowie eine Geldstrafe von bis zu 390 Tagessätzen hinauslaufen.

Daraufhin räumte Ö. alle Vorwürfe ein. Bereits im Vorfeld der Verhandlung hatte es entsprechende Gespräche zwischen der Staatsanwaltschaft und Ö’s Verteidigung gegeben.


http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Martkmanipulation-P…
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,810644,00.ht…

22.01.2012

Verdacht
Justiz ermittelt gegen weiteren Aktionärsschützer


Die Affäre um die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger zieht Kreise: Nach SPIEGEL-Informationen wird gegen Ex-Vorstand Harald Petersen wegen des Verdachts auf Marktmanipulation in Mittäterschaft ermittelt. Dabei will Petersen einen anderen Ex-SdK-Funktionär vor Gericht verteidigen.

Hamburg - Kurz vor Beginn der Hauptverhandlung gegen zwei Ex-Aktionärsschützer wegen illegaler Aktienkursmanipulationen spitzt sich die Affäre zu. Nach SPIEGEL-Informationen hat die Münchner Staatsanwaltschaft gegen den Ex-Vorstand der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Harald Petersen, ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Marktmanipulation in Mittäterschaft eingeleitet. Petersen war erst Anfang vergangener Woche von seinem Führungsposten bei den Aktionärsschützern von der SdK zurückgetreten.

Pikantes Detail: Petersen ist einer der Verteidiger des ehemaligen SdK-Vizechefs Markus Straub. Dieser muss sich ab Montag wegen des Verdachts auf Insiderhandel und Aktienkursmanipulation vor dem Münchner Landgericht verantworten. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat Straub 2008 einen Kursrutsch der Aktie des Bezahldienstleisters Wirecard ausgelöst, weil er unter anderem öffentlich angebliche Bilanztricks bei dem Unternehmen angeprangert hatte. An dem Kursverlust soll Straub persönlich verdient haben, weil er laut Anklage zuvor auf fallende Kurse der Aktie gesetzt hatte. Straub war bei einer Razzia im Jahr 2010 festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Die Ermittler werfen dem Juristen Petersen vor, er habe gewusst, dass Straub auf fallende Kurse von Wirecard setzte, als die SdK 2008 vor dem Unternehmen warnte. Ein Sprecher Petersens äußert den Verdacht, die Staatsanwaltschaft wolle mit dem Ermittlungsverfahren gegen den Ex-SdK-Funktionär womöglich Straubs Verteidigung schwächen.

Ermittler wollen Petersen nicht als Verteidiger sehen

Die Staatsanwaltschaft beantragte, Petersen in dem nun beginnenden Verfahren auszuschließen. Die verbliebenen Verteidiger haben wegen Verfahrensverschleppung bereits Verfassungsbeschwerde eingelegt.

Der Rückzug von Petersen als Vorstand der SdK wurde damit begründet, dass der Anwalt mögliche Interessenkonflikte im Zuge des Prozesses gegen Straub vermeiden wolle.

Neben Straub steht auch der Herausgeber eines Börsenbriefs vor Gericht, der im großen Stil Werbekampagnen für seine eigenen Aktien lanciert und an den Kursgewinnen ein Vermögen verdient haben soll. Zwei weitere Beteiligte in dem Skandal um Kursmanipulation sind bereits zu Bewährungs- und Geldstrafen verurteilt worden, darunter auch ein ehemaliger Funktionär der SdK. Sie hatten ihre Taten in vollem Umfang gestanden und damit kurze Gerichtsverfahren ermöglicht.

Der Prozess gegen Straub und den Börsenbriefherausgeber wird hingegen voraussichtlich deutlich länger dauern: Bis Mai sind bereits 30 Verhandlungstage geplant.
Das ist ja das dollste was es gibt, der Rechtsanwalt Petersen der den Straub verteidigen will hat wohl selber in diesem Komplott, der angklagten und teilweise schon verurteilten Betrügern, mitgewirkt. ? Was ist nur aus unserem Deutschland geworden ? :D


Keine Gewinne gemacht, wer soll denn das glauben ?:confused:

Wenn auch meine Verluste nicht so groß waren, irgendeiner von dieser Betrügerbande muss doch meine Euros haben.

Aber hier sieht man es wie unsere Gerichte entscheiden, Betrüger bekommen Bewährung und der Vater von Steffi Graf mußte seinerzeit über 3 Jahre in den Knast.

Herr Graf passte wohl nicht in das korrupte System welches seit Jahren hier in der Bundesrepublik herrscht, siehe nur den Ex-Kanzler Kohl, den Ex-Siemens-Vorstand ?, oder in der Region den von dem SPD gestellten Ex-Bürgermeister von Dortmund Langenecker.

Von dem Wulff will ich garnicht sprechen.

Ich schätze, der nimmt alles mit was er von seinen "reichen Freunden" geschenkt bekommt, ob es billige Flüge oder kostenloser Urlaub usw. sind.


Und warum ?

Jetzt weiß ich es: Er und seine Familie brauchen somit nicht auf den Flohmärkten entsprechende Kleidung für sich und seiner gesamten Familie zu kaufen, das ist doch auch schon mal was, oder ?





Meldung des Tages: Erste Urteile im Fall Nascacell gefällt
23.01.12

Der Fall der Nascacell AG beschäftigt mittlerweile die Gerichte. Am 19.1. wurde nun ein erstes Urteil gesprochen: der einstige Aufsichtsratsvorsitzende Christoph Öfele wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung sowie einer Geldstrafe von 9.000 Euro verurteilt worden. Zudem muss er 220.000 Euro an den Staat abtreten. Öfele habe gestanden und außerdem keine finanziellen Gewinne erzielt, begründet die Richterin das relativ milde Urteil gegen den ehemaligen Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger SdK. Zuvor war bereits der Börsenbriefbetreiber Stefan Fiebich zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt worden. Neben Öfele und Fiebich wird auch Tobias Bosler und Markus Straub, einst Vizevorsitzender der SdK, der Prozess gemacht.

Alle vier werden des Insiderhandels beschuldigt. Mit Hilfe äußerst günstiger Empfehlungen – unter anderem in Fiebichs Börsenbriefen – sollen sie die Aktie des mittlerweile liquidierten Münchener Biotech-Unternehmens Nascacell zum Zeitpunkt des Börsengangs hochgejubelt und anschließend an fallenden Kursen verdient haben. Im Mai 2006 wurde die Aktie in den Handel des wenig regulierten Open Market an der Frankfurter Börse einbezogen. Offiziell waren Aktien von Altaktionären wie Öfele eine zeitlang für den Verkauf gesperrt. Über spezielle Wertpapierdarlehensverträge wurde diese Frist jedoch umgangen und Aktien Öfeles verkauft.

Einem Bericht der FAZ zufolge steht für die Staatsanwaltschaft fest, dass nicht nur das Unternehmen, sondern die gesamte Biotech-Branche durch die Taten von Fiebich, Bosler, Straub und Öfele geschädigt wurde. Sie müssten nun zusätzlich mit Schadenersatzklagen rechnen. Nascacell ist nur ein Unternehmen von vielen, mit dem das Quartett seine zweifelhaften Geschäfte machte. Insgesamt sollen sie die Kurse von rund 20 Unternehmen manipuliert und damit einen Gewinn von mehr als 20 Mio. Euro erzielt haben.

http://www.transkript.de/politik-strukturen/politikartikel/?…
Antwort auf Beitrag Nr.: 42.631.968 von boersentrader02 am 23.01.12 11:59:21...und damit einen Gewinn von mehr als 20 Mio. Euro erzielt haben

Ich fürchte, das war viel mehr!!
Ich bin echt auf diese beiden Urteile für diese Betrüger gespannt.

Ob sie auch mit Bewährungsstrafen, wie ihre Mitbetrüger, aus dem Gerichtssaal herausgehen werden ?

Dann gehört die Richterein in die Klapse, nur dort könnte man dann solche falsche Urteile verstehen.



merkur-online> Aktuelles> Wirtschaft>

Aktien-Manipulation: Wie man aus einer Pleite Millionen macht

Aktien-Manipulation: Wie man aus einer Pleite Millionen macht
130.01.12
München -

Die Angeklagten im Prozess um Aktienkurs-Manipulationen verdienten nicht nur an steigenden, sondern auch an fallenden Kursen. Durch eine Insolvenz strichen sie 6,8 Millionen Euro ein.

120 Aktenordner mit brisantem Inhalt. Damit will die Staatsanwaltschaft nachweisen, dass Markus Straub und Tobias Bosler Akteinkurse zum Schaden anderer beeinflusst haben.

Die Verhandlung um Aktienkursmanipulationen im Saal 175 des Münchner Strafjustizzentrums wirkte bisher zeitweise wie ein Börsenseminar für Anfänger. Markus Straub, Angeklagter und ehemaliger Vorstand der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), erklärte „Verkaufssignale“ oder das „Momentum“ einer Aktie. Oder er dozierte, wie man Wertpapierpakete portionsweise verkauft, ohne dass der Kurs verfällt.

Es war ein einziger Satz, mit dem die Vorsitzende Richterin Jutta Zeilinger die börsentechnischen Höhenflüge beendete: „Wenn ich mir vorstelle, welche Mühe Sie sich bei Thielert gegeben haben, frage ich mich, warum Sie bei Nascacell alles einfach geglaubt haben.“

Denn dieser unaufgelöste Widerspruch ist die Kernfrage, um die sich der Prozess eigentlich dreht: Bei Thielert, einem im S-Dax notierten Flugmotorenbauer, fahndeten die Angeklagten (Straub und sein früherer SdK-Kollege Tobias Bosler) mit teilweise fragwürdigen Methoden nach Haaren in der Bilanzsuppe. Dagegen verbreiteten sie über das Biotechnologie-Unternehmen Nascacell ungeprüft euphorische Behauptungen des Managements zu den Aussichten der Firma, die sich später als pures Wunschdenken erwiesen.

Die Staatsanwaltschaft hat dafür eine einfache Erklärung. Bei Thielert hatten sich Straub und Bosler mit Wertpapieren eingedeckt, deren Wert mit fallenden Kursen stieg. Bei Nascacell wollten sie dagegen einen möglichst erfolgreichen Börsengang zu Geld machen.

Dabei nahmen die Ermittlungen von Straub und Bosler bei Thielert teilweise groteske Züge an. Straub riet Anlegern einmal wegen einer Strafanzeige aus bis heute unbekannter Quelle zum Verkauf. Bosler trat gegenüber Unternehmen und Banken als Investor Dr. Claus Goniva auf, um über Thielert nachzuforschen.

Sie forderten von Firmengründer Frank Thielert Erklärungen über zum Teil auch vertrauliche Vorgänge. Wenn Thielert nicht lieferte, diente selbst das als Argument gegen ihn. Dabei gingen die Thielert- Gegner nicht mit Samthandschuhen vor. Sie hakten auch bei Geschäftspartnern des Motorenbauers nach – selbst zu so sensiblen Dingen wie Details von Rüstungsgeschäften. Man kann sich auch ausmalen, auf welchen Boden bei den wichtigsten Thielert-Kunden Cessna und Diamond Aircraft die hartnäckigen Nachfragen nach angeblich gefälschten Rechnungen und Bilanzen ihres Lieferanten fielen.

Am Ende sprangen mehrere Kunden ab und es kam so, wie Straub von Anfang an behauptet hatte: Thielert ging pleite. Offen ist bis heute, welchen Anteil daran eigenes Versagen von Thielert – während einer wirtschaftlichen Durststrecke – hatte und in welchem Umfang die harschen Methoden der selbsternannten Ermittler zur Pleite beitrugen.

Die Aktionäre des Unternehmens verloren jedenfalls alles. Bosler und Straub selbst hatten keinen Schaden: Denn sie hatten von Anfang an auf fallende Kurse von Thielert gewettet. Dabei schienen die eingesetzten fünf Millionen monatelang verloren, weil die Aktie einfach nicht fiel. Daraufhin entschlossen sich die beiden Angeklagten, wie Straub gestern sagte, gemeinsam „gegen Thielert zu recherchieren“ – und hatten am Ende Erfolg: Bosler machte durch die Pleite 3,2 Millionen, Straub 3,5 Millionen.

Der Gewinn regnete nicht einfach so von oben auf die Angeklagten herab – er entsprach Verlusten der Aktionäre. Es ist wie in dem Bösenspott, den Börsianer oft über sich ergehen lassen müssen: Ihr Geld, so heißt es darin, ist nicht weg. Es gehört nun einfach anderen. Die anderen hießen im Fall Thielert Markus Straub und Tobias Bosler.

Martin Prem


http://www.merkur-online.de/nachrichten/wirtschaft/aktien-ma…
http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:portfolio-jagd-auf-den-falschen-boersendoktor-ist-zu-ende/60163271.html

Jagd auf den falschen Börsendoktor ist zu Ende
Der angebliche Betreiber einer Luxenburger Vermögensverwaltung mischte im Jahr 2006 die Finanzwelt auf. Unter dem Pseudonym "Dr Claus Goniva" sorgte er für Unruhe bei dem Flugzeugmotorenhersteller Thielert - nun ist er enttarnt. von Renate Daum

Wie ein Phantom schwirrte "Dr. Claus Goniva" 2006 durch die Finanzwelt und sorgte mächtig für Unruhe. Dem Flugzeugmotorenhersteller Thielert aus Hamburg warf er vor, bei den Bilanzen getrickst zu haben. Hilflos versuchte sich das Unternehmen zu wehren. Doch keiner kannte den angeblichen Betreiber einer Vermögensverwaltung aus Luxemburg persönlich. Damals beschrieb ihn die FTD als Person "ohne Gesicht" mit "Kunstnamen".

Nun hat er die Maske abgenommen: Der Börsenbriefherausgeber Tobias Bosler räumte am Mittwoch vor dem Landgericht München I ein, er sei Dr. Claus Goniva gewesen. "Was Dr. Goniva behauptet hat, ist alles wahr gewesen", betonte er. Eineinhalb Jahre harte Arbeit habe er in die Recherchen gesteckt. Mit etwas Stolz in der Stimme berichtete er, dass ihm die FTD damals "einen halbseitigen Bericht" gewidmet habe.

Bei den Thielert-Bilanzen hat die Hamburger Staatsanwaltschaft mittlerweile immerhin ähnliche Schlüsse gezogen wie er. Sie hat Anklage gegen den damaligen Thielert-Chef Frank Thielert sowie ein weiteres Vorstandsmitglied erhoben. Ihr Verteidiger weist die Vorwürfe allerdings zurück.

Selbst wenn sich Boslers Vorwürfe als wahr herausstellen, nützt ihm das in seinem eigenen Prozess wenig: Die Münchner Ermittler werfen ihm bei einer ganzen Reihe von Aktien Marktmanipulation, Insiderhandel oder Betrug vor. Immerhin bei einem Punkt hat er nichts mehr zu befürchten. Dr. Claus Goniva sei nicht zum Führen eines Doktortitels berechtigt gewesen, trugen die Staatsanwälte zwar in ihrer Anklageschrift zwar vor. Das aber ist mittlerweile verjährt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 42.697.646 von kingkongtrader am 03.02.12 20:34:05SdK-Prozess: Erpressen, Verwirren, Verschweigen
01.02.2012, 09:00 Uhr

Im Münchener Großverfahren um Marktmanipulation und Insiderhandel bekleckert sich keiner der Beteiligten mit Ruhm.

Und dann will Markus Straub noch etwas loswerden. Das gesamte Verfahren sei eine schwere Belastung für seine Familie, die Ehefrau sei mittlerweile in einer Nervenklinik, seit 16 Monaten sitze er nun in Untersuchungshaft, und das, obwohl er stets kooperiert habe, selbst als diese Erpresserbriefe kamen.
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Einen liest er vor an diesem Prozesstag vergangene Woche. Er stammt von einer "wohlgesonnenen Freundin", die ihm Mitte 2010 rät, sich sofort an eine Frankfurter Anwaltskanzlei zu wenden, sonst drohe Ungemach. Später wird die Briefschreiberin deutlicher: 250000 Euro möchte sie für Informationen. Damit meint sie offenbar einen Tipp, dass Straubs Verhaftung unmittelbar bevorsteht.

Straub geht nicht auf das Angebot ein, sondern wendet sich an die Staatsanwaltschaft - und wird eine Woche später inhaftiert. Das alles belege doch, dass er nie habe flüchten wollen, sagt Straubs Anwältin Simone Kämpfer. Deshalb beantrage sie jetzt Haftverschonung.

Womöglich heute schon wird das Landgericht München in Gestalt der Vorsitzenden Richterin Jutta Zeilinger verkünden, ob es mit Straub einen der Hauptverdächtigen in einem der größten Anlagebetrugsprozesse der letzten Jahre vorläufig auf freien Fuß setzt. Straub, bis 2008 Vize-Chef der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), soll zusammen mit dem Aktienhändler Tobias Bosler sowie diversen Börsenjournalisten Aktienkurse manipuliert sowie Insiderwissen dazu genutzt haben, Millionengewinne zu ergaunern. Etwa im Fall des Bezahldienstleisters Wirecard. Straub und Bosler bestreiten die Taten.

Mit dem von Straub präsentierten Erpresserschreiben hat der Prozess jedoch zugleich eine bizarre Note hinzugewonnen. Denn tatsächlich fahndet die Staatsanwaltschaft München seit eineinhalb Jahren vergeblich nach einem "Maulwurf". Nur ein Insider kann von der bevorstehenden Verhaftung gewusst haben. Auf Nachfrage heißt es, man ermittle weiter gegen unbekannt. Völlig ausschließen kann die Staatsanwaltschaft nicht, dass das angebotene Wissen auch aus ihrem Umfeld stammen kann. "Es laufen noch kriminaltechnische Untersuchungen", heißt es recht vage.

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Viele merkwürdige Punkte

Es ist nicht der einzige merkwürdige Punkt in diesem Verfahren. Ein anderer betrifft Harald Petersen, Straubs Verteidiger. Gegen ihn, bis vor wenigen Tagen noch Vorstand bei der SdK, ermittelt die Staatsanwaltschaft mittlerweile ebenfalls. Sie wirft ihm vor, Straubs Machenschaften im Wirecard-Fall unterstützt zu haben. Sein Ausschluss aus diesem Verfahrensteil ist beantragt.

Petersen hat mit CNC Communications eine auf Krisenintervention spezialisierte PR-Agentur beauftragt, um den Anschuldigungen gegen ihn auch in der Öffentlichkeit entgegenzutreten. Und in der Tat hat es CNC geschafft, die Frage des Zeitpunkts für die Ermittlungen gegen Petersen fragwürdig erscheinen zu lassen. So hat die Staatsanwaltschaft schon vor einem Jahr eine E-Mail zur Kenntnis genommen, die sie nun als Grund für die kürzlich aufgenommenen Ermittlungen heranzieht.

Auf diverse andere Punkte hat CNC allerdings keine befriedigende Antwort. So versucht das PR-Unternehmen, die Ermittlungen damit zu begründen, die Staatsanwälte wollten Petersen aus dem Verfahren "herausschießen". Doch Straub hat noch zwei weitere Verteidiger - und mit der früheren Staatsanwältin Kämpfer bleibt die weitaus bekanntere Gegnerin im Verfahren. Ebenfalls bleibt Petersen eine nachvollziehbare Antwort schuldig, warum er, wenn er sich doch unschuldig fühlte, die SdK nicht über das gegen ihn laufende Ermittlungsverfahren unterrichtete - obwohl er schon Mitte November davon wusste. Petersen begründet dies mit seiner Schweigepflicht: "Im Hinblick auf die Verteidigung von Herrn Straub, bei dessen Tat ich nach Meinung der Staatsanwaltschaft Mittäter sein soll, durfte ich im Interesse meines Mandanten nicht über das Verfahren gegen mich berichten." Doch dass er Straub verteidigt, war hinlänglich bekannt. Und in seiner eigenen Angelegenheit ist er nicht zur Verschwiegenheit verpflichtet.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/recht-steuern/anleger-u…
Bosler & Straub sind frei!

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,822498,00.html

20.03.2012

Fall SdK
Ex-Aktionärsschützer wieder auf freiem Fuß


Von Dinah Deckstein und Conny Neumann, München

Ex-SdK-Vorstand Straub mit Anwältin: Auf freiem Fuß

Ein Deal zwischen Justiz und Verteidigung hat den Prozess gegen zwei frühere Aktionärsschützer zu einem schnellen Ende gebracht: Die Ex-SdK-Funktionäre Markus Straub und Tobias Bosler bekommen eine Geld- und Freiheitsstrafe. Sie werden aber umgehend aus der Haft entlassen.

Mit groß angelegten Razzien sichern sich die Fahnder der Münchner Staatsanwaltschaft immer öfter den Beifall einiger wohlgesonnener Medien. Das war auch Ende September 2010 der Fall. Mit Hilfe von 160 Polizisten ließen die Ermittler damals 48 Wohnungen im In- und Ausland durchsuchen, unter anderem 280 Computer beschlagnahmen und mehrere Mitglieder eines mutmaßlichen Aktienbetrügerrings verhaften, darunter die zwei Ex-Funktionäre der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) Tobias Bosler und Markus Straub.

Es handle sich um den "womöglich größten Fall von Aktienmanipulation in Deutschland", meldete die Süddeutsche Zeitung respektvoll. Eine andere Tageszeitung rühmte, den Bayern sei der bislang massivste "Vorstoß gegen organisierte Kursmanipulation" hierzulande gelungen.

Dass das Lob wohl etwas verfrüht war, zeigte sich schon am 23. Januar diesen Jahres, als der Prozess gegen die beiden mutmaßlichen Rädelsführer Bosler und Straub wegen des Verdachts auf Marktmanipulation und Insiderhandel vor dem Münchner Landgericht begann. Ein Teil der ursprünglichen Anschuldigungen tauchte in der 342-seitigen Anklageschrift gar nicht mehr auf oder wurde vorerst ausgeklammert. Zwei angebliche Mittäter erklärten sich schon gleich zu Beginn freiwillig für schuldig und wurden zu Bewährungs- und Geldstrafen verurteilt.

Freiheit steht für Straub im Vordergrund

Doch das ist noch nicht alles: Nach Information des SPIEGEL kommen heute Nachmittag auch Bosler und Straub auf freien Fuß - nachdem sich ihre Anwälte mit Gericht und Staatsanwaltschaft ebenfalls auf einen Kompromiss verständigten. Demnach soll Straub eine Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten erhalten sowie gut 90.000 Euro bezahlen.

Etwas höher soll das Strafmaß für Bosler ausfallen, dem die Ankläger noch mehr Taten vorwerfen als seinem ehemaligen SdK-Kumpel. Da die beiden Männer bereits über 16 Monate inhaftiert sind, kommen sie unmittelbar nach der Urteilsverkündung frei, weil sie in U-Haft bereits zwei Drittel der Strafe abgesessen haben. Auch alle übrigen Vorwürfe, die womöglich noch in späteren Verfahren gegen Bosler und Straub zum selben Komplex erhoben worden wären, sind damit hinfällig.

"Durch die vereinbarte Beendigung des Verfahrens hat Herr Straub heute seine Freiheit wiedererlangt", sagt dessen Anwältin Simone Kämpfer. "Dies stand für meinen Mandanten im Vordergrund."

Besonders erstaunen dürfte Prozess-Beobachter, dass einer der wichtigsten Anklagepunkte, nämlich angebliche Zockereien rund um den Börsengang des Biotech-Unternehmens Nascacell im Jahr 2006, sogar komplett fallengelassen und nach Paragraf 154 Strafprozessordnung wegen nachrangiger Bedeutung eingestellt wurde.

So blieb bei Straub am Ende ohnehin nur noch ein einziger Vorwurf übrig. Als SdK-Sprecher soll er in Mitteilungen zwei Mal vor Aktien des Motorenbauers Thielert gewarnt, aber gleichzeitig verschwiegen haben, dass er selbst auf fallende Kurse bei der Firma gesetzt hatte. Offenbar hatte er mit seiner Einschätzung zu Thielert ohnehin richtig gelegen. Das Unternehmen musste wenig später tatsächlich Insolvenz anmelden.
Wer hat das denn am Wochenende oder erst heute mit dem Frick gelesen ?


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