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Schmutzige Schokolade - 500 Beiträge pro Seite


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Die Schokoladenindustrie profitiert von unbezahlter Kindersklavenarbeit:

greenpeace magazin 3.09
Vor Jahren gelobte die Süßwarenindustrie Besserung. Doch noch 
immer schinden sich auf den Kakao­plantagen der Elfenbeinküste 
Minderjährige bei der Kakaoernte.

Der Kanister auf seinem Rücken ist von einem umbarmherzigen, harten Blau. Aus dem Schlauch rinnt eine Flüssigkeit. „Es juckt, es beißt“, flüstert er, während durchsichtige Tropfen über seine Finger laufen. „Es brennt auf der Haut, in der Nase, in den Augen, es bringt dich zum Husten!“


Seit dem Morgengrauen hat Richard mit dem Pestizid die grüngelben Früchte von Kakaobäumen besprüht. Den ganzen Tag. Ohne Atemschutz. Ein schorfiger Ausschlag überzieht seinen Körper. 
Seine Augen sind gerötet. Sein Blick wirkt, als habe das Gift nicht nur Schädlinge zerstört, sondern auch etwas in ihm selbst. Er schaut uns an wie ein müder alter Mann, dabei ist Richard erst zehn Jahre alt.

Aus dem Dickicht schimmern die weißlichen Stämme von Kakaobäumen – das fahle Skelett einer milliardenschweren Industrie.


Mehr als ein Drittel des weltweit erzeugten Kakaos stammt aus dieser entlegenen, feuchtheißen Region, die sich von der liberianischen bis zur ghanaischen Grenze quer durch den Süden der Elfenbeinküste zieht. Aus Côte d‘Ivoire, so der französische Name des Landes, gingen im Jahr 2000 verstörende Bilder um die Welt: Der britische Sender Channel 4 zeigte Kinder, die in Burkina Faso und Mali in die Fänge organisierter Menschenhändler geraten waren, um sich wenig später auf ivorischen Kakaopflanzungen wiederzufinden. Sie schufteten ohne Bezahlung und bekamen gerade so viel zu essen, dass sie nicht verhungerten. Nachts wurden sie eingesperrt. Sie präsentierten schwere Verletzungen – zugefügt von ihren „Arbeitgebern“, und einer sagte in die Kamera: „Wer Schokolade isst, isst mein Fleisch.“

Nach Schätzungen der britischen Menschenrechtsorganisation Anti-Slavery International arbeiten in der Elfenbeinküste bis zu 200.000 Kinder am süßen Kick der Industrienationen. Bis zu 14 Stunden täglich. Rund eine Million ivorische Kleinbauern, die wie Augustin auf Flächen bis zu drei Hektar Kakao anpflanzen, verhelfen der multinationalen Schokoladenindustrie jährlich zu Umsätzen von fast zwei Milliarden Dollar. Doch sie selbst sind bettelarm.

http://www.greenpeacemagazin.de/index.php?id=5752
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.552.524 von Goldbaba am 19.11.10 11:04:08
Zürich, 05.10.2010
- Zwangsarbeit von und Menschenhandel mit Kindern bleiben bittere Bestandteile unserer süssen Schoggi. Der eben erschienene Bericht der Tulane-University belegt die schlimmsten Formen von Kinderarbeit auf Westafrikanischen Kakaoplantagen und beweist, dass die bisherigen Bemühungen der Schokoladenindustrie zu deren Eindämmung nicht fruchten.
Vor neun Jahren hat die Kakao- und Schokoladebranche mit dem „Harkin-Engel-Protokoll“ eine freiwillige Selbstverpflichtung unterzeichnet und versprochen, den schlimmsten Formen von Kinderarbeit, Kinderhandel und Zwangsarbeit von Erwachsenen auf den Kakaofarmen in der Elfenbeinküste und Ghana bis 2005 ein Ende zu setzen. Die amerikanische Universität Tulane wurde beauftragt, den Umsetzungsprozess mit Studien zu begleiten. Letzten Freitag ist nun der Abschlussbericht erschienen. Dieser zeichnet ein Schreckensbild: Danach werden heute tendenziell sogar noch mehr Kinder aus Burkina Faso und Mali verschleppt und verkauft als bei Studienbeginn angenommen, um auf ivorischen und ghanaischen Kakaofarmen zu schuften. Für die Schweiz als Heimat der weltgrössten Schokoladeunternehmen und dem höchsten Pro-Kopf-Schokoladekonsum ist dieser Befund besonders alarmierend.

Alle der 600 nach dem Schneeballsystem interviewten Kinder, die auf Kakaofarmen arbeiteten, waren der schlimmsten Form von Kinderarbeit ausgesetzt. Dazu gehören die ungeschützte Arbeit mit Pestiziden, das Tragen schwerer Lasten sowie psychische und physische Gewalt. Ein Grossteil dieser Kinder wurde Opfer von Menschenhändlern. Das ist allerdings nicht der einzige Indikator für den schleppenden Aufbau einer fairen und nachhaltigen Versorgungskette in der Kakao- und Schokoladeindustrie. Denn fast alle Projekte der Schoggikonzerne und ihrer Verbände konzentrieren sich auf Produktivitäts- bzw. Ertragssteigerung und die dazu nötige Weiterbildung der Bauern. Wird diese aber nicht flankiert von substantiellen sozialen Programmen, ist eine Verbesserung der Situation der Kinder auf den Farmen nicht zu erwarten.

Zudem tragen die meisten dieser Programme nach neun Jahren immer noch den Status von Pilotprojekten. Laut Tulane-Bericht wurden bisher erst 3 Prozent der ivorischen und 14 Prozent der ghanaischen Gemeinden erreicht, in denen Kakao angepflanzt wird. In den Kakaoplantagen von Ländern wie Nigeria oder Kamerun ist die Situation noch bedenklicher. Das heisst, die – zum Teil aus der Schweiz heraus operierende – globale Schoggi-Industrie hat kläglich versagt mit ihrem Versuch, bis 2010 einen unabhängig verifizierten Zertifizierungsprozess zu implementieren und damit den Skandal der Kinderarbeit zu entschärfen. Im Gegenteil: Aus den Tulane-Berichten geht hervor, dass die Zahl der Kinder, die derzeit auf Kakaoplantagen ausgebeutet werden, noch höher ist als in Vergleichsstudien des Jahres 2002.

Eine europäische Koalition von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften, der neben der EvB auch Oxfam und Südwind angehören, fordert deshalb konkrete branchenübergreifende Massnahmen von Seiten der Industrie. Neun Jahre nach Unterzeichnung des Harkin-Engel-Protokolls ist dessen Einlösung überfällig.

Mehr Informationen auf www.childlabor-payson.org (Tulane-Studie) oder bei
Andrea Hüsser, Konsum-Campaignerin der Erklärung von Bern, konsum@evb.ch, 044 277 70 10


Quelle: http://www.evb.ch/p25017929.html
(5000/5000)
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.552.524 von Goldbaba am 19.11.10 11:04:08http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,721491,00.ht…

Kinderarbeit an der Elfenbeinküste: Dieser Junge aus Burkina Faso arbeitet auf einer Kakaoplantage. Der ARD-Film "Schmutzige Schokolade" zeigt, wie skrupellose Menschenfänger in Afrika vorgehen.

http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-60133.html
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.552.524 von Goldbaba am 19.11.10 11:04:08Mit Empörung und Wut reagieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Weltladens auf die Reaktion der Schokoladenhersteller in Europa.(Nestle und Barry Callebaut) Diese waren noch nicht einmal bereit, sich die Dokumentation anzusehen und vor der Kamera Stellung zu beziehen. Sie zogen sich hinter der Behauptung zurück, die Plantagen seien nicht in ihrem Besitz, anstatt über Konsequenzen nachzudenken.

http://www.ak-kurier.de/akkurier/www/artikel/9874-zeichen-se…
Vielleicht ist eine EU-Sondersteuer auf umweltschädliche Produkte und Kinderarbeit eine Lösung. Die Einnahmen können zur Verbesserung der Zustände verwendet werden und gleichzeitig werden Hersteller gefördert, die bereits auf für umwelt-/menschenfreundliche Zustände achten.
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.552.524 von Goldbaba am 19.11.10 11:04:08Die meisten Menschen lieben Schokolade, und die Hälfte aller Schokolade weltweit essen Europäer. 1,5 Millionen Tonnen im Jahr - das sind 15 Milliarden Tafeln. Jeder Deutsche isst im Durchschnitt etwa elf Kilo im Jahr. Jedoch ist Schokolade-Essen nicht so harmlos wie wir glauben - vor allem nicht für Kinder in Afrika. Hilfsorganisationen verdächtigen die Schokoladen-Industrie, von Kinderhandel und Kinderarbeit in Afrika zu profitieren und damit Straftaten zu verschleiern.


Quelle: NDR


Hier gehts direkt zu der Doku, die wurde unter Lebensgefahr vor Ort gedreht:

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?docum…
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.552.745 von HeWhoEnjoysGravity am 19.11.10 11:29:27Ja, aber auch Öffentlichkeit erzeugen, also in Foren diese Links reinstellen.

Das wird die Schokogiganten wie Nestle, Bary Callebaut und vielleicht auch
Lind&Sprüngli, Kraft etc. dann nachdenklich machen,
wenn die Schokoverkaufszahlen erstmal sinken.

Die Umweltläden mit dem Fairtrade, werden dann ein Zustrom erleben
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.552.698 von Goldbaba am 19.11.10 11:24:55Für die Schokoladenindustrie ist Mistratis Film ein echtes Problem, mittlerweile hat er ihn in 18 Länder verkauft. Auch wenn die ARD die Dokumentation im Nachtprogramm versteckt, könnte sie in Deutschland eine Debatte auslösen, die die Konzerne gerne vermeiden möchten

Im Nachtprogramm! Gab´s nicht einst einen Auftrag, den das gebührenfinanzierte Fernsehen zu erfüllen hat? Aber klar, der ganze triviale Mist hat natürlich Vorrang. Und man kann doch den Menschen gerade in der Vorweihnachtszeit kein schlechtes Gewissen machen, wenn sie ihren Lieben eine süße Überraschung kaufen wollen.
Die Liste ließe sich beliebig erweitern....

Kaffee, Rosinen, Baumwolle, Holz, Diamanten, Fussbälle, Spielzeug... Solange Geiz, Geil ist, wird sich daran nichts ändern. Leider! Klar kann man auf manches verzichten, und auf bestimmte Siegel achten. Aber bei allem und jedem ist das nicht möglich, und wird es auch nie werden.

DV
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.553.994 von MFC500 am 19.11.10 13:58:02So wie im biederen Stuttgart die Bürger leidenschaftlich auf die Straße gehen,
um gegen die verlogenen Machenschaften der Politikerkaste zu demonstrieren,
entstehen überall Initiativen für mehr Menschlichkeit, höhere Lebensqualität,
gegen Luft, Wasser, Lebensmittelvergiftungen, gegen den Versuch der Pharma
nun auch Heilkräuter zu patentieren etc.

Als ob die Bürger es überdrüssig sind, was im Namen der Demokratie,also in ihrem Namen,alles geschieht.

Die Politikerkaste muß aufpassen, daß ihr Initiativen nicht aus der Hand genommen
werden.
Besonders wenn die Wirtschaft, durch das Verschulden einiger Gierigen, erneut ins Stottern kommt und der Griff in unseren Geldbeutel unerträglich wird.

Auch die Schokoladen- Doku wird in vielen Foren verlinkt und findet eine große Resonanz.

Lehrer zeigen die Doku im Sozialkundeunterricht und sprechen mit ihren Schülern darüber.

Wie lange noch können die Zuschauer mit trivialem Mist und Sport abgelenkt werden?
Diese Situation stellt sich beim Kaffeanbau sehr ähnlich dar. Darüber lief eine Doku im ARD, allerdings im Nachmittagsprogramm. Ob die unter teilweiser Lebensgefahr gedreht wurde, weiß ich nicht mehr, möglichweise aber schon.

Jedenfalls glaube ich, dass in den Konzernen über dieses Thema nicht viel gewusst oder weitergetragen wird. Ist eine ziemliche Sauerei, dass die Industrie das derart fördert!

Ich esse kaum Schokolade und vor allem keine elf Kilo im Jahr :eek:
Sollen Tierhaare, -exkremente und Ähnliches drinnen sein, abgesehen von den anderen ungesunden, ausgewiesenen Zutaten...
danke für den thread, da ich das drecks tv abgeschafft habe, habe ich den film nicht gesehen, hole es aber jetzt nach übers internet.

ich hatte bereits meinen schokoladenverbrauch drastisch rediziert( 1 tafel pro monat) ab sofot hole ich sie nur noch bei fairtrade..kein problem
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.557.357 von curacanne am 19.11.10 21:24:41Schokolade und unser Dickdarm vertragen sich nicht so gut.
Die Folgen davon sind schlechte Verdauung,
Candida und Pickel,besonders bei Heranwachsenden.

Aber die Schokoladenhersteller haben einen sehr aktiven Lobby,
der sein Job versteht,
da werden einige positive Eigenschaften verbreitet,
welche vielleicht nicht unstimmig sind,
aber die negativen Probleme überwiegen eindeutig.

Schokolade ist halt ein Painkiller, mit allen bekannten Folgen welche
derartige Unterdrückungen der Emotionen mitsichbringen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.556.922 von KaOzz am 19.11.10 20:23:18Ja, die Schokolade ist entweder voll mit Pestiziden, oder Käferüberreste.

Wegen der porösen Struktur der Kakaofrucht nisten sich da unmengen von
Insekten ein.

Daher muß unentwegt gesprüht werden:


Der Kanister auf seinem Rücken ist von einem umbarmherzigen, harten Blau. Aus dem Schlauch rinnt eine Flüssigkeit. „Es juckt, es beißt“, flüstert er, während durchsichtige Tropfen über seine Finger laufen. „Es brennt auf der Haut, in der Nase, in den Augen, es bringt dich zum Husten!“


Seit dem Morgengrauen hat Richard mit dem Pestizid die grüngelben Früchte von Kakaobäumen besprüht. Den ganzen Tag. Ohne Atemschutz. Ein schorfiger Ausschlag überzieht seinen Körper. 
Seine Augen sind gerötet. Sein Blick wirkt, als habe das Gift nicht nur Schädlinge zerstört, sondern auch etwas in ihm selbst. Er schaut uns an wie ein müder alter Mann, dabei ist Richard erst zehn Jahre alt.

Nestle, Barry Callebaut,wohl auch Lindt und Sprüngli und Andere, schieben sich aus diesem Geschäft mit den Kindersklaven und deren unmenschlichen Ausbeutung Millionengewinne ein.

Afrika scheint das Sklavenzeitalter noch nicht abgeschüttelt zu haben
und diese feinen schweizer Konzerne drücken beide Augen zu.
Und hier die typissch deutschen Antworten,wie man rechtfertigt, dass man trotzdem Schokolade isst:

http://de.answers.yahoo.com/question/index;_ylt=AkwCbxrDAVxs…


Fazit: es wird sich sowieso nichts ändern
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.558.336 von Goldbaba am 20.11.10 07:51:56ist von einem umbarmherzigen, harten Blau.

als Maler sind mir schon viele Farben untergekommen,ein unbarmherziges Blau war nicht darunter. :confused: kannst du den Farbton etwas näher beschreiben? wo kann ich ihn finden :confused:
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.558.395 von superdaytrader am 20.11.10 08:46:44Das nennt sich dann Yahoo-"Clever." :laugh:

Da gefällt mir dieser thread aus der Schweiz viel besser:

http://www.symptome.ch/vbboard/soziales-umfeld/80817-schokol…
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.558.706 von zocklany am 20.11.10 11:04:44Schau Dir mal Preussisch Blau an.

(schnatter..)
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.558.395 von superdaytrader am 20.11.10 08:46:44
Fazit: es wird sich sowieso nichts ändern


langsam, langsam.

Leben wir nicht in einer Zeit großer Veränderungen?

Aber von den obigen Yahoo-Cleveren kann nicht viel verlangt werden.

Haben nicht immer Einzelne größte Veränderungen inspiriert?

Das Bewußtsein der Massen ist ruhend, schlafend, passiv.

Aber das wache und aufmerksame Bewußtsein hat Energie,
Energie ist aktiv, ist beherrschend, ist transformierend, also verändernd.

Fazit: Es ist alles in Bewegung, alles fließt.
Kinder bei der Kakaoernte, bei der Kaffeeernte, in der Prostitution, im Bergbau, als Soldaten etc.etc.

OK, sicher hilft es vielleicht fürs erste, von Konsumentenseite den Firmen Druck zu machen....
...die Probleme Afrikas wird der Verzicht auf Schoki aber nicht lösen, denn wenn die noch ärmer werden, gehts den Kindern noch dreckiger...

Interessanter Beitrag übrigens, ich hab mich ohnehin schon gefragt, wie die Elfenbeinküste es schafft, einen so großen Anteil der weltweiten Kakaoernte einzufahren...
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.560.004 von minister.grasser am 20.11.10 18:55:18Häh?

"Von Konsumentenseite Druck machen?"

"Das soll fürs erste helfen?"

Und dann noch dieser Hohn "wie es die Elfenbeinküste schafft, ..."

:rolleyes:

Wo soll man anfangen diese Masse an schwerwiegenden Denkfehlern zu korrigieren. Das erforderte seitenweise Arbeit... :eek:

-> Schonmal daran gedacht, dass die "Probleme Afrikas" durch die Ausbeutung entstehen und nicht durch Zwangs- oder Kinderarbeit beseitigt werden?

-> Und dass ne gerechte Entlohnung von Produzentenseite die Entwicklung der Gesellschaft dort fördern würde... ???

-> Schon mal was von Corporate Responisibilty gehört und wie das in der Praxis auszusehen hat???

-> dass der Verzicht auf "Schoki" wie Du es nennst, viele Gesundheitsprobleme und die Wirtschaft in der BRD wesentlich stärken könnte löst (gesunde Menschen sind arbeitende Menschen, sowas sollte man wissen, wenn man sich selbst mit Minister brandmarkt)

:cry:

Ich hatte in nem anderen Thread schon geschrieben, die Bildungspolitik setzt am falschen Ende des Gesellschaft an...

Und sowas von jmd. der sich mit Minister tituliert... hoffentlich zuständig für etwas, von dem er mehr versteht, als von "Gesellschaft" oder der "Interesenvertretung für Schwache"

Was für ne Realsatire, sowas sollte man wirklich mal im "Scheibenwischer" bringen, wenns nicht so traurig wäre.
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.560.004 von minister.grasser am 20.11.10 18:55:18...die Probleme Afrikas wird der Verzicht auf Schoki aber nicht lösen, denn wenn die noch ärmer werden, gehts den Kindern noch dreckiger...

Wie kann es denen noch dreckiger gehen?

Die Kindersklaven werden nicht bezahlt,
nicht ärztlich betreut,
haben keinerlei Schutz,
werden mißhandelt.

Was mit den Mädchen geschieht, wurde in der Doku nicht behandelt,
jedenfalls für die schwere Arbeit in den Plantagen sind sie nicht geeignet.
Afrika und seine Probleme, die sicherlich auch historisch bedingt sind, ist ein sehr komplexes Thema. "Ausbeutung" gibt es leider, Gewalt, fehlende Rechtssicherheit, grausame Strukturen,......

Was ist eine "gerechte Entlohnung"? Was soll "von Produzentenseite" überhaupt bedeuten? Dass die Plantagenbesitzer ordentliche Löhne für geeignete Arbeitskräfte zahlen sollen.

Da ist man sich wohl gerne einig!

Wenn es dir Freude macht, zu glauben, du tust was Gutes, indem du weniger Schokolade ist, bitte sehr,.... dir selbst auf jeden Fall!:)

Besser noch, du fährst runter an die Elfenbeinküste und mischst dich dort ein, der korrupte Regierungsvertreter wäre da ein schöner Beginn, da kannst deine Überzeugungsarbeit leisten, aber vielleicht nicht gar so großkotzig und obergscheit....

(Gibts übrigens Krokodile an der Elfenbeinküste???? .....Wo ist eigentlich der andere Reporter hin verschwunden?)

Das Problem der Kinderarbeit wirst du leider mit nem Schokiboykott nicht lösen, sonst würden wohl alle gerne mitmachen. Denn wenn die Kinder nicht die Kakaobohnen abschneiden, dann gibts noch massig andere Beschäftigungen für sie, die oft noch um einiges schlimmer sind, z.B. Bergbau.

http://aktiv-gegen-kinderarbeit.de

Weltweit arbeiten übrigens ca. 190 Millionen Kinder.

Oder boykottieren wir den Import von allen Produkten aus Afrika und Asien, weil uns die Arbeitsbedingungen dort nicht passen.
Da sag ich dann, dass es den Afrikanern und vor allem den Kindern noch dreckiger gehen wird.
Die Landwirtschaft in Afrika leidet neben vielem anderen ohnehin unter den weltweiten Agrarförderungen und Importverboten.

Das kann "noch Schlimmeres" passieren: Da würden wir bald wieder die verhungernden Kinder mit den Blähbauchen sehen, der Hunger steht in der Sahelzone immer hinter der nächsten Ecke.
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.561.561 von minister.grasser am 21.11.10 14:17:29Hallo Minister,

mit fatalistischen Rundumbetrachtungen ist nicht viel gedient,
jedoch mit gezielten Einzelaktionen,
irgendwo ist es schon mal gut anzufangen.

Eine Reise beginnt mit dem ersten Schritt,
ganz gleich wie weit das Ziel entfernt ist.

So laß mich bei den Kindersklaven anfangen.

Den schweizer Schoggigiganten ist diese Laus im Pelz schon ganz schön lästig.

Wenn die erstmal einen spürbaren Umsatzeinbruch bemerken,
ist die Hinwendung zu den Menschenrechten auch nicht mehr weit.

Das ist halt nunmal die traurige Reihenfolge.

Der Verfasser der Duko wollte mit einem Nestle Mitarbeiter reden,
er wartete vor dem Konzern,
aber niemand wollte eine Begegnung suchen,
stattdessen kam die Polizei.

Die Herren sitzen noch auf hohen Rossen..........
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.561.641 von Goldbaba am 21.11.10 14:48:29Na klar, die Schokoladenhersteller richten sich nach dem Wunsch des Konsumenten.

Wenn der keine Schokolade mehr kauft, weil er plötzlich das Blut, Pestizide oder Käfferreste im Mund schmeckt, wird das die Konzerne in eine gewisse Bredouille bringen.

Ich weise mal dezent auf die neue Antiraucher-Kampagne in den Staaten hin:

[urlHier klicken]http://www.ftd.de/politik/international/:abschreckung-schockfotos-auf-us-zigarettenschachteln/50194699.html[/url]
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.561.561 von minister.grasser am 21.11.10 14:17:29Naja, war jetzt kein rhethorischer Volltreffer... v. a. weil es immer noch so wirkt, als würdest Du es voll akzeptieren...

Die Zahlen sind bekannt, die Probleme auch, Definitionen für "gerechte Entlohnung" kann man ausreichend von Experten einholen. Wir leben schließlich nicht mehr im dunklen Mittelalter.

Von Kakaoboykott oder der Wahl statt einem Übel das andere ertragen zu müssen, spreche ich überhaupt nicht. Bitte nichts in meine Worte hineininterpretieren, was nicht hinreichend hinterlegt ist.
Um in diesem Falle mal etwas Klarheit zu schaffen: Ich bin der Meinung, dass durch eine gerechte Entlohnung der Preis für Kakobohnen steigt und das Produkt Schokolade eine angemessenen Preisanstieg erfährt. Dadurch ist gewährleistet, dass es nicht mehr wie Brot konsumiert würde, je nach Einkommensverhältnissen.

---

Probleme lassen sich niemals über Nacht lösen, aber es ist notwendig, dass man die Missstände ins Gespräch bringt. Ist natürlich langfristig schädlich diese Misstände zu akzeptieren und Probleme zu ignorieren bis sie sich entladen...

Auch um letzten Endes zu verdeutlichen, dass es nicht unser Geburtsrecht ist, besser zu leben, als der Plantagensklave in Côte d'Ivoire.

Außerdem, gut leben kann man auf jedem Niveau, egal ob man eine Villa mit Parkanlage hat oder in einer Gemeinschaft mit Basthütten lebt.
"Fairtrade" Produkte sind hoffentlich besser / unter guten Bedingungen produziert,

Wenn wer was dazu weiß, kann ja mal informieren.
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.561.746 von minister.grasser am 21.11.10 15:30:59zu schnell angeschickt
http://www.transfair.org/
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.561.641 von Goldbaba am 21.11.10 14:48:29Schmutzige Schokolade wird noch übler,
bald werden wir 70 % GM Schoko haben:

http://preventdisease.com/news/10/092010_GMO_chocolate.shtml
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.558.395 von superdaytrader am 20.11.10 08:46:44das ist eben unsere durch TV verblödete Brut
"Definitionen für "gerechte Entlohnung" kann man ausreichend von Experten einholen."
In diesem Punkt bin ich eben völlig anderer Meinung. Jeder zahlt, was ihm das Produkt wert ist und danach bildet sich der Preis. (Einen Experten, der weiß, was genau ich um 10 Euro kaufen darf, brauch ich nicht...)

Wir leben schließlich nicht mehr im dunklen Mittelalter.- eben....und die Nazi und Kommunismus Zeiten sind auch vorbei....hoffentlich:laugh:

Ich bin der Meinung, dass durch eine gerechte Entlohnung der Preis für Kakobohnen steigt und das Produkt Schokolade eine angemessenen Preisanstieg erfährt.

Da sind wir einer Meinung, man muss klar Regeln aufstellen und durchziehen, wie Kakao produzieret werden darf, bzw. als Konsument bereit sein, einen höheren Preis zu zahlen....fairtrade

Was man natürlich nicht vergessen darf, ist, dass die Anbieter von Kakaobohnen unter einander im Wettbewerb stehen. Sprich, jeder muss möglichst gut und billig anbieten....ich glaube aber, dass Kakao vermutlich nicht mechanisierter und damit billiger hergestellt werden könnte.

Dadurch ist gewährleistet, dass es nicht mehr wie Brot konsumiert würde, je nach Einkommensverhältnissen.

Brot ist ein schönes Beispiel (wie Milch oder Geflügel / Schweinefleisch), die Bauern (v.a. in den USA, Südamerika und tw. auch Europa) sind schon seit langer Zeit in der Lage, diese Güter zu wahren Spottpreisen zu produzieren (Qualität? ) und im Zweifelsfall Afrika damit sogar zu überschütten, sodass die Bauern dort nicht mehr konkurrieren können.


Wenn der Kakaopreis jetzt steigen sollte (was er tut), dann wird im großem Stil in Kakaopflanzungen investiert (und zwar in Plantagen in "westlicher" Hand) und diese produzieren dann billig und gut und verdrängen die "Einheimischen" aus dem Markt.

vgl. Bananen, Ananas, tw. Palmöl; Rinderzucht, Sojabohnen in Südamerika, ähnlich auch im Bergbau
Schön, zu den Bananen auf der fairtrade-Seite genau diese Problematik beschrieben zu finden:

"Fair, umweltfreundlich und gesund!

Der Preisverfall auf dem Bananen-Markt verschlechtert die Situation der Plantagenarbeitern und Kleinbauernfamilien in Lateinamerika und der Karibik zusehends.

Fairtrade-Bananen sind anders: Bei Bananen mit dem Fairtrade-Siegel haben Sie die Gewißheit, dass die Produzenten feste Mindestpreise erhalten, die in den Fairtrade-Standards vorgeschrieben werden und unabhängig von Preisschwankungen zu bezahlen sind. Zusätzlich profitieren Kleinbauern-Organisationen oder Plantagen von der Fairtrade-Prämie für Investitionen in die Infrastruktur, in Bildung, Gesundheit und ökologische Verbesserungen.

Und was viele nicht wissen: Alle in Deutschland erhältlichen Fairtrade-Bananen stammen ausschließlich aus biologischem Anbau."

Saatgut Lieferungen und genetisch verändertes Material sind auch gute Mittel für westliche Konzerne, den Fuß in die Tür des Marktes zu bekommen.

Der Irrtum, der hier irgendwie herrscht, ist, dass die Schokoladenfirmen von der Sklavenhalterei derartig profitieren. (Zweifellos haben viele von diesen keine Bedenken, auch solche Sachen zu machen) Aber:Wenn also an der Elfenbeinküste den Sklavenhaltern die Hölle heiß gemacht wird (und das ist vermutlich richtig so, trifft aber die Schokoladenfirmen kaum), dann freut sich die Mars Company und andere, kauft Plantagen auf und produziert nach "westlichen Standards".
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.572.911 von minister.grasser am 23.11.10 12:07:53In einem schweizer Forum gefunden:

Firma Rapunzel

Rapunzel Kakao stark entölt 250g - Demeter Hand in hand


Zitat:
Was ist das Besondere an Bio-Kakaoanbau?
Rapunzel Kakao wird in Mischkultur mit Bananen, Zitrusfrüchten und anderen Schattenbäumen angebaut. Diese Schattenpflanzen schützen die empfindlichen Kakaopflanzen vor Wind und zu starker Sonneneinstrahlung. Die herabfallenden Blätter mulchen den Boden und schützen so vor Erosion. Bei der Schädlingsbekämpfung werden keine chemischenund synthetischen Pflanzenschutz- oder Düngemittel eingesetzt. So bleibt ein stabiles Ökosystem erhalten, das Böden und Wasser vor Erosion, Auslaugung und chemischer Belastung schützt.
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.581.330 von Goldbaba am 24.11.10 12:49:37Den Schokoherstellern geht es nicht so gut:

http://www.handelsblatt.com/alfred-t-ritter-eine-30-millione…
Wenn da ein Bürgerkrieg draus wird,hat die Elfenbeinküsteund auch der Kakaomarkt noch ganz andere Sorgen...

orf.at
Gbagbo als neuer Präsident der Cote d’Ivoire vereidigt
Nach tagelangem erbittertem Machtkampf in Cote d’Ivoire ist der amtierende Präsident Laurent Gbagbo heute für eine weitere Amtszeit vereidigt worden. Trotz internationaler Appelle und massiver Zweifel an seinem Wahlsieg legte Gbagbo in Abidjan den Amtseid ab. Anhänger des Präsidenten und seines Widersachers Alassane Ouattara lieferten sich blutige Auseinandersetzungen, bei denen in der Früh zwei Menschen starben.

„Dass mir das Volk das Vertrauen entziehe und dass ich die volle Härte des Gesetzes erfahre, wenn ich meinen Eid verletze“, sagte der seit zehn Jahren amtierende Gbagbo vor zahlreichen Anwesenden bei der vom Fernsehen übertragenen Vereidigungszeremonie. Er setzte sich damit über das Votum der unabhängigen Wahlkommission (CEI) hinweg, die den Oppositionspolitiker Ouattara zum Sieger der Stichwahl vom vergangenen Sonntag erklärt hatte. Der ihm treu ergebene Verfassungsrat hatte das Ergebnis der Kommission für nichtig erklärt und Gbagbo als Sieger ausgerufen.

Kritik von UNO
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich „tief besorgt“ über die Situation in dem afrikanischen Land. Er rief die Menschen in der Elfenbeinküste auf, Ruhe und Geduld zu bewahren. Gleichzeitig betonte Ban, dass er den Ausgang der Wahl als eindeutig ansehe und er das ursprünglich verkündete Ergebnis als richtig betrachte.
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.647.262 von minister.grasser am 04.12.10 20:51:14"Der beste Weg ist der eigene Weg"

Der Kampf gegen Kinderarbeit sei ein sehr langer Weg, sagt Jürgen Steinemann, Chef von Barry Callebaut. Der grösste Schokoladenhersteller der Welt mit Sitz in Zürich setzt dabei unter anderem auf sein eigenes Programm.

Auch mit dem eigenen "Quality Partner Program", das Barry Callebaut mit Kakaobauern durchführt, könne er Kinderarbeit nicht gänzlich ausschliessen, sagt Steinemann mit entwaffnender Offenheit.

Die tägliche Präsenz der eigenen Mitarbeitenden auf den Kakaofarmen biete aber die grösstmögliche Gewähr, dass dort keine Kinder gegen ihren Willen beschäftigt werden, sagt der 52-jährige Deutsche im Gespräch mit swissinfo.ch.

swissinfo.ch: Schweizer und Schweizerinnen sind Weltmeister im Essen von Schokolade, 2009 verzehrten sie fast 12 Kilogramm Schoggi. Wie viel essen Sie?

J..: Ich liege darüber (lacht). Sie können ja nicht einem Unternehmen vorstehen, das Schokolade produziert, ohne ständig am Produkt interessiert zu sein. Bei mir ist der Genuss-Anteil gegenüber demjenigen der Degustation aber noch zu hoch.

swissinfo.ch: Welches ist Ihre Lieblingsschokolade?

J.S.: Das hängt von der Tagesform ab und ist übers Jahr hinweg unterschiedlich. Es gibt Zeiten, in denen ich lieber Rotwein trinke, und solche, in denen es Weisswein ist. Genauso esse ich manchmal lieber Milchschokolade, ein anderes Mal dunkle Schokolade.

swissinfo.ch: Der Genuss feiner Schokolade besitzt eine bittere Note. Auf den Kakaoplantagen in Westafrika werden zehn Jahre nach Unterzeichnung des Harkin-Engel-Protokolls immer noch Kindersklaven eingesetzt. Weshalb zeigt die freiwillige Verpflichtung der Hersteller wenig nachhaltige Wirkung?

J.S.: Der Ansatz ist richtig, man muss ihn unterstützen. Kinderarbeit darf nicht als Kavaliersdelikt gelten, der Kampf dagegen gehört ganz oben auf die Agenda.

Zwar beteiligen wir uns an den Aktivitäten internationaler Organisation wie der World Cocoa Foundation, der International Cocoa Initiative und anderen. Teilweise agieren diese jedoch aus der Ferne, und das ist nicht immer effizient.

Der beste Weg ist der eigene Weg. Mit unserem "Quality Partner Program" (QPP, siehe Kasten) arbeiten wir direkt mit Kooperativen zusammen. So können wir mit Überzeugung sagen, was zu tun ist, um etwas zu verändern.

Die Verträge, die wir mit den Kooperativen abschliessen, umfassen einen Kodex, der Kinderarbeit ausschliesst. Jedoch: Das Unterschreiben eines Papiers ist noch keine vollständige Garantie.

Ich weiss, dass auf Kakaofarmen Kinderarbeit existiert. Wir können dies auch mit unserem Programm nicht ausschliessen, denn wir sind nicht sieben Tage 24 Stunden vor Ort. Was etwa nachts zwischen 22 und 2 Uhr passiert, können wir nicht kontrollieren.

Aber indem unsere Mitarbeitenden täglich in den Kooperativen sind und mit eigenen Augen hinsehen, tun wir das maximal mögliche, um Kinderarbeit bestmöglich auszuschliessen.

Wir versuchen nach bestem Wissen und Gewissen, dem Thema auf den Grund zu gehen und aus unserer ethischen Überzeugung dagegen anzukämpfen. Wir können dies nur, indem wir es selbst vorleben und tun. Das ist der effizienteste Weg.

Ich selbst war im letzten Jahr sechs Mal in Westafrika. Nicht in einem klimatisierten Hotelzimmer in der Hauptstadt, sondern wir fuhren mit dem Auto zu den Kakaobauern 'in den Busch'. Das ist die einzige Art, sich des Themas anzunehmen. Alles andere ist Rufen hinter dem Baum hervor. Der Kampf gegen Kinderarbeit ist ein langer, steiniger Weg. Aber wir gehen ihn kontinuierlich weiter.

swissinfo.ch: Was tun Sie, wenn Sie auf einem Betrieb Kinder an der Arbeit sehen?

J.S.: Ich komme selbst aus einem landwirtschaftlichen Betrieb und habe als Kind im Sommer Heu und Stroh geerntet. Ist das Kinderarbeit? Schon die Abgrenzung ist schwierig.

Die Forderung beispielsweise, Kinder dürfen keine Machete in die Hand nehmen, kommt aus dem modernen Bürohaus in einer weit entfernten Grossstadt. Kinder brauchen im Busch Macheten, um sich ihren Weg in die Schule zu bahnen.

Man muss das Thema praktisch angehen und zwischen gut gemeinter Arbeit und forcierter Kinderarbeit unterscheiden. Bin ich auf einer Kakaofarm, sehe ich viele Kinder. Solche aber, die gegen ihren Willen auf Kakaofarmen beschäftigt werden, sind nicht unbedingt sichtbar, wenn Weisse anwesend sind.

swissinfo.ch: Ein wichtiger Punkt sind Schulen, wo Kinder Lernen und unter Ihresgleichen sein können. Was unternimmt BC auf diesem Gebiet?

J.S.: Wir haben ein grosses, natürliches Interesse, die Kakaobauern und ihr Umfeld zu unterstützen. Wir setzen bei der Verbesserung der Ernte an, sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht. Das dient beiden Seiten (siehe Kasten).

Kinderarbeit ist aber nicht die einzige Herausforderung im Bestreben um mehr Kakao. Die Kautschukpflanze beispielsweise ist viel einfacher zu kultivieren. Dazu kommt die allgemeine Landflucht, wie wir sie auch aus Schweizer Randregionen kennen.

Die Unterstützung ist aber nicht allein eine Frage des Geldes. Mit dem QPP wollen wir den Bauern und ihren Familien auch einen verbesserten Zugang zu Schulbildung, sauberem Wasser und medizinischer Versorgung ermöglichen.

swissinfo.ch: Kinderarbeit ist ein Armutsphänomen, weil die Kakaobauern zu wenig für ihr Produkt erhalten, um die Kinder in die Schule schicken zu können. Ist es eine naive Vorstellung, dass eine nachhaltige Versorgungskette mit einem fairen Abnahmepreis für die Produzenten beginnt?

J.S.: Abgesehen davon, dass die Bauern in den letzten zwei Jahren angesichts des stark gestiegenen Kakaopreises doppelt so viel erhalten haben wie zuvor, möchte ich den Ball auch gerne einmal an die Konsumenten zurück spielen: Wären die Konsumenten bereit, höhere Kakaopreise mit zu tragen, hätten es alle Teilnehmer in der Kette vom Bauern zum Konsumenten viel leichter.

Bei den Milchpreisen hatten wir hier dasselbe Problem. Sind Konsumenten nicht bereit, für ein wertvolles Produkt wie Milch höhere Preise zu bezahlen, sind sie Teil des Problems.

Wollen wir wirklich die Welt nachhaltig verbessern, müssen wir auch alle bereit sein, mehr für die wertvollen Lebensmittel zu bezahlen, die wir jeden Tag konsumieren. Der Konsument muss sich also auch an der eigenen Nase fassen: Ist er nicht bereit, mehr für ein Produkt zu bezahlen, muss er mit einigen 'Kompromissen' leben.


http://www.swissinfo.ch/ger/wirtschaft/Der_beste_Weg_ist_der… 15. Dezember 2010 - 07:00


Es ist schrecklich zu lesen wie sich Barry Callebaut windig herauswindet.

Es wird eigentlich nur von Kinderarbeit gesprochen:


J.S.: Ich komme selbst aus einem landwirtschaftlichen Betrieb und habe als Kind im Sommer Heu und Stroh geerntet. Ist das Kinderarbeit? Schon die Abgrenzung ist schwierig.


Jürgen Steinemann, Chef von Barry Callebaut, vergleicht seine Hilfe mit den der
unbezahlten, entführten, eingesperrten Kindersklaven in Afrika.

Das ist einfach nur traurig und peinlich und zeigt unter diesen verniedlichenden Umständen keinerlei Bereitschaft sich diesem Problem wirklich zu widmen.
Die Schokoladenzeit beginnt,sollen wir diesen Thread wieder beleben?


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