Ausblick 2012: Chancen aus der Euro-Krise - 500 Beiträge pro Seite | Diskussion im Forum



Beitrag schreiben

Begriffe und/oder Benutzer

 

Die Sehnsucht vieler Anleger das vergangene Jahr möglichst schnell abzuhaken, ist groß. Was die fundamentalen Daten betrifft, war das Jahr mit rd. 4 Prozent Wachstum der Weltwirtschaft hervorragend.

Lesen sie den ganzen Artikel: Ausblick 2012: Chancen aus der Euro-Krise
Völlig korrekt. Dass es der EBA an fachlichem Know How mangelt, weiß wirklich jeder, der Aktien hält oder auch nur Wirtschaftsnachrichten liest. Genau jetzt, in der Staatsschulden-Krise eine Erhöhung der Eigenkapital-Quote bei Banken zu verlangen und obendrein noch eine Eigenkapital-Quote für Anleihnen sogenannter Peripherie-Staaten Europas (Italien hat immerhin das vierthöchste BIP Europas) beweist den Mangel an Grundkenntnissen für Zusammenhänge.
Ich zähle mich eigentlich nicht zu den "Schwarzmalern".

Dennoch halte ich den hier besprochenen Artikel für weitaus zu optimistisch.

Es ist doch bekannt, dass im Jahre 2012 Bankanleihen im Nominalwert von einigen Hundert Milliarden Euro fällig werden. Die Banken parken - man der Presse entnehmen kann - die ihnen von der EZB zur Verfügung gestellten Mittel - kurzfristig bei eben dieser EZB. Im Laufe des Jahres 2012 werden sie dann von diesen Mitteln ihre eigenen Anleihen tilgen.

Dies ist natürlich ebenfalls wichtig für die weitere Entwicklung der Banken. Man kann an den Märkten ablesen, dass die Banken für ihre Anleihen zu tragbaren Zinsen zur Zeit keine Anleger finden. Hier kommt die Hilfe der EZB also zur Rechten Zeit, um an dieser Front einen Bankenzusammenbruch zu verhindern. Gleichzeitig zahlen die Banken für die EZB-Mittel ja nur ein Prozent Zinsen. Die Anleihen, die sie mit diesem Geld ablösen waren wohl weit höher verzinslich. Also verbessert sich hierdurch auch die Ertragslage der Banken.

Einen Anleihekauf von den Schuldenländern durch die Banken erwarte ich eigentlich nicht. Hierdurch würde sich ja das Risiko der Banken, dass sie nach den Vorgaben der Bankenaufsicht zu verringern haben, wiederum erhöhen. Diese Erwartung ist also aberwitzig.

Die Schuldenländer werden also weiterhin auf Anleihenkäufe durch die EZB angewiesen sein.
Da nach den vorliegenden Pressemeldungen eine gigantische Verstärkung der Rettungsschirme und auch am 29.02.2012 eine weitere unbegrenzte Zuteilung von EZB-Mitteln an die Banken erfolgen soll, werden diese wohl doch größere Mittel zum Ankauf von Staatsanleihen aus Krisenstaaten zur Verfügung haben.

Unter diesen Umständen werden wohl - außer Griechenland - die bekannten Krisenstaaten auch wieder Anleger für ihre Anleihen finden.

Die Zinsen für Spanien und Italien sind ja in jüngster Zeit bereits deutlich gesunken.

Also kann man für die nähere Zeit wohl eher optimistisch sein. Für die mittlere bis weitere Zukunft bleiben aber Fragezeichen. Die wichtigste Frage wird sein, wie die Wähler in Italien reagieren werden, wenn sie in diesem und im kommenden Jahr das Ausmaß der im Parlament beschlossenen Sparmaßnahmen am eigenen Leibe erfahren werden.


Beitrag zu dieser Diskussion schreiben


Es handelt sich hier um eine ältere Diskussion, daher ist das Schreiben in dieser Diskussion nicht mehr möglich. Bitte eröffnen Sie hier eine neue Diskussion.