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Warum schreiben alle Medien immer darüber, auf steigende Ölpreise zu wetten aber warnen dann vor Rollverlusten, warum schreiben sie nicht mal darüber,auf fallende Ölpreise zu wetten und statt dessen Rollgewinne einzukassieren.
Diese Strategie mag bei einigen Industriemetallen sinnvoll sein, beim Ölpreis ist sie zu gefährlich. Wenns im Iran kracht, geht der Ölpreis nämlich durch die Decke.
Antwort auf Beitrag Nr.: 43.069.163 von superdaytrader am 21.04.12 09:41:54Wir können es ja mal versuchen. Poste einfach WKN mit Einstiegskurs + Datum und dann sehen wir was passiert. Ob die Papiere gekauft werden spielt keine Rolle, es geht lediglich darum den Erfolg dieser Strategie anschaulich zu erklären.
@superdaytrader:

Ist doch klar :rolleyes:
Nur die "bösen Spekulanten" shorten den Markt und lösen damit Krisen aus. Zu kompliziert für den Otto-Normal-Anleger.

Kurzum: Ja, das kann funktionieren! (Warum auch nicht, wenn es in die eine Richtung geht?)
Liegt eine Backwardation-Situation vor (nächster Kontrakt billiger), gibt es einen Roll-Gewinn bei einer Long-Position.
Umgekehrt erhält man bei Contango (nächster Kontrakt teurer) einen Roll-Gewinn in einer Short-Position.

Allerdings schmälert ein Roll-Verlust bei einer Gewinn-Position lediglich den Gewinn. Normalerweise sind die Roll-Verluste nicht in der Größenordnung des Gewinns.

Ein Beispiel:
Ich gehe eine Long-Position für 100 € ein, der Preis steigt innerhalb eines Jahres um 40 €, jedes Quartal wird einmal mit einem Verlust von 5 € gerollt. Das sind am Ende immer noch 20 € Gewinn (statt 40 € im Spot-Preis).
Umgekehrt gewinnt eine Short-Position zwar mit jedem Rollen 5 €, verliert dagegen aber 40 € da der Kurs steigt. Am Ende bleiben 20 € Verlust.

D.h. von Roll-Gewinnen kann man nur profitieren, wenn sich der Kurs um weniger als den Roll-Gewinn gegen die Position bewegt. Oder sie sind ein zusätzlicher "Bonus", wenn man sowohl in Richtung der Kurse als auch in Richtung der Roll-Gewinne spekuliert.

Ich würde jedoch nicht versuchen nur die Roll-Gewinne einzukassieren. Im NatGas bspw. ist der Preis für Winter-Kontrakte erheblich höher als der für die Sommer-Monate. Kein Wunder. Hier nun den Sommer-Kontrakt zu shorten auf Rollgewinne hoffen wird nur funktionieren, wenn der Preis allgemein um einiges fällt. Ansonsten werden die Rollgewinne von den steigenden Kursen zum Winter mehr als aufgezehrt.

Unterschiedliche Kontrakt-Preise spiegeln immer Kosten, Verfügbarkeit oder ähnliches wieder. Z.B. beim Gold liegt für jeden Kontrakt ein Contango vor, da es bis zum nächsten Termin sicher gelagert werden muss.

Grundsätzlich war das eine schlaue Überlegung von dir, aber ich glaube, sie ging in Richtung Arbitrage (du wolltest ja auf das Schließen dieser Differenz spekulieren). Das kannst du leider als Privatanleger vergessen, sorry..
:keks:

In deinem Beispiel, dem Ölpreis, hast du jedoch beides: in der nahen Zukunft sind die Kontrakte teurer, in weiterer Zukunft (> 12 Monate) aber billiger.
Wenn du nun versuchen möchtest "roll-optimiert" auf einen steigenden Ölpreis zu spekulieren, kannst du auch selber rollen: du suchst dir Derivate raus, die auf einen bestimmten Kontrakt laufen und rollst bspw. immer ein Jahr in die Zukunft. Allerdings sind die Preisschwankungen in diesen weit entfernten Kontrakten auch geringer als im aktuellen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 43.071.007 von ArtieF am 21.04.12 23:32:07Sehr schön erläutert!
Ein typischer Fall für Spread-Trading. Hier wäre konkret ein Calendar Spread, i.e. short Frontmonat and long ferne Futures-Kontrakte geeignet.
Antwort auf Beitrag Nr.: 43.072.405 von YellowDragon am 22.04.12 18:55:36Wie soll denn das bitte funktionieren??
Antwort auf Beitrag Nr.: 43.072.450 von ArtieF am 22.04.12 19:09:04Kann ich nicht besser erklären:
http://www.hedgework.de/%E2%80%9Ecommodity-investments-ohne-…
Zitat:
Negative Roll Yields können durch die Calendar-Spread-Strategie in positive Renditen verwandelt werden. Durch Long-Positionen in längerfristigen Kontrakten und Short-Positio­nen in kurzfristigen Kontrakten sind Profite unabhängig von der Richtung der Märkte möglich. Es geht uns nur mehr um die Ausrichtung der Terminkurve, einzelne Preisniveaus von Waren sind unerheblich.
Calendar-Spreads sind eine Spekulation darauf, dass sich die Forward-Kurve ändert. Tut sie das nicht, gibt es so auch nichts zu gewinnen.

In dem von dir zitierten Artikel wird von einer Arbitrage-Strategie des Hedgefonds gesprochen. Mag sein, dass ein Institutioneller hier Arbitrage-Möglichkeiten hat, die lohnen sich jedoch für den Privaten kaum:
Hedgework: Welche Ergebnisbeiträge sind durchschnittlich aus diesen marktneutralen Positionen zu erwarten?

Prock: Wir erwarten pro gepaarter Position ca. 1% p.a.

Das es bei Terminkontrakten zu Ineffizienzen kommt, weil manche mit geringerem Volumen gehandelt werden ist bekannt (vgl. Liquiditätsspread; siehe: LTCM). Solche Arbitrage-Gewinne sind aber winzig und dadurch nur mit aberwitzig gehebelten Summen profitabel.
Antwort auf Beitrag Nr.: 43.072.958 von ArtieF am 22.04.12 22:59:49Natürlich kann ein Privater spreads traden. Ab 10k mit Futures und viel weniger mit CFDs.
Im Thread: SPREAD TRADING habe ich jahrelang meine Spread-Trades dokumentiert.
Im übrigen stellen Spreads einen zunehmende Anteil im Rohstofftrading dar.
Siehe z.B.: ANALYSIS-Oil spread trading thrives in rangebound market
Antwort auf Beitrag Nr.: 43.077.509 von YellowDragon am 23.04.12 20:21:34Ich habe nie behauptet, dass ein Privater keine Spreads traden könnte.
Jedes Discount-Zertifikat und jeder Discount-OS ist ja bereits schon ein Spread.

Ich behaupte, dass für den Privaten keine nennenswerten Profite aus Arbitrage-Geschäften zu holen gibt.
Und außerdem gibt es keine systematischen Gewinne aus der Struktur der Forwardkurve.
Zurück zum Thread Thema Rollverlust beim Öl. Die Wissenschaft hat sich auch mit dem Thema beschäftigt. Z.B. im Folgenden Artikel:

http://www.stanford.edu/~kenneths/OilPub.pdf

Zitat:
Perhaps the most compelling evidence to date that index flows and „limits to arbitrage" have, together, had economically important effects on futures prices is provided by Mou (2010)'s analysis of excess returns around the dates of the rolls of the futures positions in the GSCI index. He shows that, by taking certain spread positions in commodity futures prior to the publicly known schedules for rolling the futures positions in commodity index funds, speculators made substantial profits effectively at the expense of index investors. The price-pressure effects were substantial, particularly for energy-related contracts.

Ich habe mit meiner Praxis bewiesen daß man auch als Privater Trader vom Öl-Spread-Trading profitieren kann.
Antwort auf Beitrag Nr.: 43.082.311 von YellowDragon am 24.04.12 19:04:03Sehr interessantes Paper, das von Mou (2011) eigentlich noch mehr.

Ich gebe dir natürlich Recht, nur meiner Ansicht nach sind das nicht mehr "einfache" Gewinne durch ein Contango. Das ist gezielte Arbitrage gegen größere Marktteilnehmer. D. h. kein Zweifel, dass das funktioniert, ist aber dann doch schon ein Stück komplexer, als ich die ursprüngliche Fragestellung verstanden habe.


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