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Steuern als Trader - 500 Beiträge pro Seite



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Guten Abend euch allen!

Das ist mein erster Beitrag in diesem Forum, deshalb vielleicht kurz etwas zu mir.
Ich heiße Steven, bin 19 Jahre alt und befasse mich ziemlich genau seit Anfang des Jahres mit der Börse. Ich habe nachdem ich die Grundlagen verstanden habe ein Demokonto angelegt und angefangen mich mit der Technische Analyse zu befassen. Am meisten Interesse habe ich mittlerweile im Währungshandel gefunden.
Ich plane nun natürlich in wohl noch nicht absehbarer Zeit auch eigenes Geld zu Investieren. (Nächsten Monat startet meine Ausbildung und ich muss erst einmal versuchen meine Zeit einzuteilen)

Da ich in meinem Alter natürlich noch nicht viel mit Steuern auseinander setzen musste habe ich ein großes Fragezeichen über dem Kopf..
Ich bin eher jemand der dazu neigt sich komplett über etwas zu informieren, bevor ich mit falschen Infos auf die Nase falle.

:confused::confused:
Wie ist das als Daytrader mit den Steuern?
Fallen diese bei jedem Gewinntrade an, oder nur auf den Gesamtgewinn am Ende eines Tages/Monats/Jahres? (Also wenn Gewinn- und Verlusttrades schon miteinander verrechnet wurden)
Ab welchen Gewinnen fallen überhaupt Steuern an?
Ist es egal wie lange ein Position offen ist?

Ich plane nicht mit dem Trading die riesigen Gewinne einzufahren, geschweige denn davon zu leben. Es handelt sich wenn überhaupt und ein kleines Konto (etwa 3000€). Ich sehe das ganze mehr als eine Art Selbstexperiment. Stehe ich am Ende mit einem Plus da, bin ich zufrieden und sollte ich etwas verlieren kann ich das auch verkraften.
Früh übt sich! ;)

Vielen Dank im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen
Steven
Antwort auf Beitrag Nr.: 45.124.637 von Steven_ am 27.07.13 00:50:19Hallo Steven_!

Ich glaube, Steuern dürften Dein kleinstes Problem sein, so wie Du es beschreibst. Als blutiger Anfänger gleich mit dem Forex Handel zu beginnen... Ich würde mal sagen der überwiegende Teil der Leute, die das gemacht haben, die haben ihr erstes Depot voll "geerdet". (Auf null gebracht)
Ich denke mal, hier solltest Du wirklich erstmal intensiv mit Demokonten proben. Die bieten gerade im Forex und CFD Bereich sehr viele Broker an.
Versuche so weit es geht, Dir aber wirklich vorzustellen, das Du mit Deinem sauer verdienten ECHTEN Geld handelst, und entsprechend "vorsichtig" zu agieren. Dann schau mal, was nach paar Monaten dabei rauskommt.

Prinzipiell, was die Steuern angeht... In Deutschland sind im Grunde alle Börsenerträge steuerpflichtig. Entweder Du hast einen Broker, der Abgeltungssteuer abführt. Dann verrechnet der alles alleine. Du musst Dich da um nichts mehr kümmern. Oder Du hast einen Broker, der keine Abgeltungssteuer abführt. Dann musst Du das im Rahmen einer Steuererklärung machen.
Wie Du schreibst, bist Du ja noch in der Ausbildung. D.h. für Dich könnten evtl. noch gewisse Steuerfreibeträge relevant sein. Ganz grob, Du hast einen Grundfreibetrag von 8130€ plus einem Sparerfreibetrag von 801€. Dazu kann noch der eine oder andere kleine individuelle Freibetrag kommen. Also grob gesagt, alle Deine Einkünfte zusammengerechnet kannst Du 8931€ plus eine Kleinigkeit im Jahr steuerfrei verdienen. Was darüber hinausgeht, ist steuerpflichtig.
Machst Du in einem Jehr netto Verluste, dann kommst Du um eine Steuererklärung nicht herum. Die Verluste müssen festgestellt werden und können in den Folgejahren mit dann möglicherweise anfallenden Gewinnen verrechnet werden. Aber es geht nur eine Untereinander Verrrechnung von gleichen Einkunftsarten. Du kannst nicht Tradingverluste mit dem Azubi Entgelt verrechnen.
Es gibt auch noch die Möglichkeit einer Günstigkeitsprüfung durch das Finanzamt. Wenn man Abgeltungssteuer bezahlt hat (26,375% inkl. Soli) und der persönliche Steuersatz darunter liegt, dann bekommt man was zurück. Das könnte bei jemandem mit kleinen oder keinen Erwerbseinkünften durchaus in Frage kommen.
Viel Glück und Erfolg.

Gruß
s.
Antwort auf Beitrag Nr.: 45.125.815 von stupidgame am 27.07.13 13:09:41Hallo stupidgame,

vielen Dank für deine schnelle Antwort!
Ich bin bereits seit einigen Monaten (wenn es mir die Zeit erlaubt) mit Demokonten am üben. Es wäre sehr fahrlässig überhaupt Geld zu investieren, wenn schon ein Demokonto sagt das man noch nicht bereit dazu ist. Man sollte schließlich die Möglichkeiten die einem heute zur Verfügung stehen voll ausnutzen, dass wird in Zukunft eventuell einiges an Geld und Nerven sparen.. ;)
Ich bin die letzten Monate immer mit einem (für mich) zufriedenstellenden Plus davongekommen, aber habe ja auch geschrieben das ich die Investition von Echtgeld in naher Zukunft selber noch nicht sehe.. Wie viel Zeit ich mir wirklich noch lasse kann ich nicht sagen, aber ich habe es ja nicht eilig.

Im Grunde hat dein Text alle Fragen die ich bis jetzt hatte geklärt, danke dafür nochmal :)

Viele Grüße
Steven
Antwort auf Beitrag Nr.: 45.125.923 von Steven_ am 27.07.13 13:45:34Na ja, das mit der Zeit ist relativ.

Wenn die Polit-Halodris die Finanztransaktionssteuer ganz übel ausgestalten und sich kein Beispiel an den Regelungen in FR und IT nehmen, kannst du dein neu entdecktes Hobby gleich wieder an den Nagel hängen...
Ja, das mit der Finanztransaktionssteuer wird sich zeigen..
Mich würde das mit einem kleinen Konto dann wohl komplett aus dem Markt werfen, aber bevor das letzte Wort da noch nicht gesprochen ist werde ich bestimmt nicht schon den Kopf in den Sand stecken.
Mach dir um die Steuern keine Sorge weil du die erst bei Gewinne zahlen musst, am besten fragst du in 6 Monaten noch mal nach. Aber kurz gesagt, bei den deutschen Broker werden deine Steuern direkt nach dem Schließen der Order einbehalten, mir wäre es lieber wenn ich die ein mal im Jahr abdrücekn könnte weil das Geld weches der Broker einbehält (bzw. Vater Staat) damit kannst du nicht mehr arbeiten.

MfG
Pahehu

ps
Als ich Demo getradet wäre ich teoretisch nach 2 Jahren locker Millionär gewesen
http://www.zinsen-berechnen.de/tradingrechner.php

Aber bei den 3 real Konten die ich bisher gespendet habe sah die Milchmädchenrechnung nicht mehr so rosig aus

Bei mir machte der Erfolg gierig und die Gier bring einem dann ziemlich schnell im freien Fall auf den Boden der Tatsachen

Aber trotzdem wünsche ich dir dass du unmengen Steuern zahlen darfst :)
Antwort auf Beitrag Nr.: 45.126.755 von nordlicht100 am 27.07.13 19:25:10Was die Finanztransaktionssteuer angeht, ich habe das für mein Tradingverhalten mal durchgerechnet.
Bei etwa 120-150 Trades im Jahr, durchschnittliche Ordergröße 5000€, müsste ich etwa 1/8 meiner derzeitig im Schnitt gezahlten Abgeltungssteuer nochmal draufpacken.
Ich denke, die FTS trifft vor allem Hardcore Heavy Trader, mit 500 und mnehr Trades im Jahr. In dem Fall muss man sich dann tatsächlich eine Änderung seiner Strategie überlegen.

s.
@Pahehu
Wieso bist du denn dann bei einem deutschen Broker geblieben?


@stupidgame
Wenn ich mit einem so kleinen Konto beim Forex Trading einsteigen will werde ich ziemlich sicher einen Hebel benutzen..
Wenn die FTS auf den gehebelten Betrag berechnet wird kann da auch schon ein größerer Teil wegbrechen.

Gruß
Steven
bei alpari ist das wohl auch so wie bei gkfx nur mit dem vorteil das alpari kein Market-Maker ist
Wo drin liegt der Unterschied, wenn ein Broker kein Market-Maker ist?

Ich hab mich mit den vielen verschiedenen Dingen die beim Broker zu beachten sind leider noch viel zu wenig auseinander gesetzt und auf eigene Faust brauchbare Infos zu finden ist auch ziemlich schwer, weil natürlich jeder Broker "der Beste" für einen ist..

Meine Ausbildung begann zum Monatsanfang, deshalb bin ich hier die letzten Wochen sehr inaktiv gewesen :)

Viele Grüße!
Wie ist das eigentlich, wenn ich bei mehreren Brokern die letzten 3-5 Jahre nur Verluste gemacht habe, sagen wir mal bspw. gesamt 50.000
diese aber nie gemeldet habe (da keine Gewinne)
und jetzt plötzlich kommt der Durchbruch und ich steh im aktuellen Jahr bei 100.000 Gewinn?
Alpari ist definitiv ein MM. Haben auch die Market-Making-Lizenz, und nicht die Agent-Model-Lizenz. Letztere verbietet Market Making, da müssen alle Orders dann durchgeleitet werden.
Zitat von Steven_: Wo drin liegt der Unterschied, wenn ein Broker kein Market-Maker ist?

Ich hab mich mit den vielen verschiedenen Dingen die beim Broker zu beachten sind leider noch viel zu wenig auseinander gesetzt und auf eigene Faust brauchbare Infos zu finden ist auch ziemlich schwer, weil natürlich jeder Broker "der Beste" für einen ist..

Meine Ausbildung begann zum Monatsanfang, deshalb bin ich hier die letzten Wochen sehr inaktiv gewesen :)

Viele Grüße!


Am Anfang braucht dich der Unterschied noch nicht wirklich kümmern. Ob Market Making (MM, oder auch Dealing Desk = DD) oder ob 100% der Orders an mehrere Liquiditätsprovider durchgeleitet werden (=STP/ECN) ist nicht so wichtig, wie ein fairer Broker.

Es gibt durchaus MM-Broker mit denen ich auch handeln würde bzw. immer noch handle teilweise. Hat allerdings einige Mühe gekostet alle bekannten Broker mit Echtgeldkonten zu testen, um zu sehen wer wirklich was taugt...
Zitat von HeavyTrading: Wie ist das eigentlich, wenn ich bei mehreren Brokern die letzten 3-5 Jahre nur Verluste gemacht habe, sagen wir mal bspw. gesamt 50.000
diese aber nie gemeldet habe (da keine Gewinne)
und jetzt plötzlich kommt der Durchbruch und ich steh im aktuellen Jahr bei 100.000 Gewinn?


Wenn das bei deutschen Brokern der Fall war, werden die Verluste (seit 2009) automatisch ins nächste Jahr vorgetragen, sofern du dir (wie du ja geschrieben hast) keine Verlustbescheinigung fürs FA hast austellen lassen.
Somit sind diese Verluste in den Verlustverrechnungstöpfen noch vorhanden.

Du kannst dir entweder:

1. Jetzt die Verlustbescheinigung ausstellen lassen (ist egal wenn der Verlust war.......weil es ja automatisch ins nächste Jahr übertragen wird).....und dir somit die Steuer beim FA mit ner Steuererklärung wieder holen.

2. Eine andere Möglichkeit ist es, sich die Verluste in den Verlustverrechnungstöpfen zu dem Broker mit dickem Plus zu holen, damit diese dort mit den Gewinnen verrechnet werden. Das geht aber nur im aktuellen Jahr (2014).
Gewinne aus 2013 kannst du nur übers FA rückerstatten lassen, da dein Verlustverrechnungtopf (bei Gewinnen) zum Jahreswechsel wieder auf 0 gesetzt wird. (Nur Verluste werden vorgetragen)

Die Verluste aus Verlustverrechnungstöpfe kann man mittels eines Depotübertrages zu einem anderen Broker holen. Dies ist nur bei einem KOMPLETTEN Depotübertrag möglich. Theoretisch kann man also auch eine Aktie kaufen und damit einen Depotübertrag machen.

Bei ausländischen Brokern wird das ausschließlich über die Steuererklärung funktionieren. Da diese ohnehin keine Verlustbescheinigungen oder Erträgnissaufstellungen machen ist hier vermutlich Handarbeit angesagt !

LG
Ich will hier mal noch drei Fragen ein streuen und hänge die mal an diesen Thread.

Ich habe jetzt 2 mal mein Konto an die Wand gefahren, bevor ich angefangen habe auch mal Gewinne zu machen.
Seine Steuererklärung für das jeweilige Handeln, muss man ja am Ende des Jahres machen, richtig ?
Dort werden dann alle Verluste mit den Gewinnen gegen gerechnet und wenn ich dann auf 0 bin, brauche ich auch keine Steuern zu bezahlen, richtig ?

Und die zweite Frage:
Welche Nachweise muss ich alles auf heben ?
Ich bekomme von meinem Broker einen Tagesnachweis und einen Monatsnachweis.
Auf dem Monatsnachweis stehen ebenfalls alle Trades gesammelt drauf.
Dieser sollte doch reichen als Nachweis, oder ?
Oder was muss ich genau dann bei der Steuerklärung nach weisen ?

Nr3
Wie viel Steuern bezahlt man normalerweise als Daytrader am Ende des Jahres auf seine Gewinne, wenn man nicht gerade 6stellig Gewinne ein fährt ?
Die Rückstellungen sollte man ja direkt tätigen, bzw. würde ich die gerne direkt am Anfang ab ziehen (natürlich nur vorkalkuliert), damit nichts mehr schief gehen kann.
Antwort auf Beitrag Nr.: 46.559.905 von TurboIce am 04.03.14 10:48:58Nr3
Wie viel Steuern bezahlt man normalerweise als Daytrader am Ende des Jahres auf seine Gewinne, wenn man nicht gerade 6stellig Gewinne ein fährt ?



:confused: Den Begriff Abgeltungssteuer kennst Du, oder?
Die greift für alle Gewinne, egal ob 1000 oder 1 Million.
Sie beträgt inkl. Soli und Kirchensteuer 28,625%.
Antwort auf Beitrag Nr.: 46.560.327 von mario1106 am 04.03.14 11:54:38...wenn der persönliche Steuersatz geringer ist, zahlt er auch weniger als die Abgeltungssteuer.

Was die Abrechnung angeht ist das von Finanzbeamten zu Finanzbeamten anders. Was die gar nicht mögen ist die englische Sprache und dann wenn die es nicht blicken, Forex mit Future gemischt und dann noch Aktien zwischendrin wird wohl eine monatliche Abrechnung gewünscht. Wenns ganz dumm läuft wollen die jedes rein und raus... -Man könnte ja die Abrechnung bescheißen...
Das war der erste Beamte...

Beim aktuellen nach unserem Umzug klappts ohne Probleme und da reicht die Jahresbescheinigung aus...
Antwort auf Beitrag Nr.: 46.560.421 von small_fish_ am 04.03.14 12:03:06...wenn der persönliche Steuersatz geringer ist, zahlt er auch weniger als die Abgeltungssteuer.


Die kann er sich dann wieder zurückholen, abgeführt wird sie jedoch in vollem Umfang (Deutscher Broker)
Zur Zeit handele ich über den Broker AAAFX.
https://www.aaafx.com/AboutUs.aspx
Ich gehe mal davon aus, dass ich da alle Steuern noch nach zahlen muss.
Antwort auf Beitrag Nr.: 46.560.967 von TurboIce am 04.03.14 13:14:08ruf doch einfach mal bei denen an:) ist meist recht nett!
Na die werden mir wohl kaum sagen können, wie ich dann in Deutschland meine Steuern zahlen muss.
Die sitzen ja schließlich nicht hier.
Antwort auf Beitrag Nr.: 46.561.923 von TurboIce am 04.03.14 15:36:56...eigentlich meinte ich bei deinem Finanzbeamten.

Ich bin mal vorbei gefahren und war dann ganz nett und hab dann über Fragen viel erreicht. Er hat sich dann gut gefühlt weil er mir geholfen hat... :)
Genau das habe ich jetzt die nächste mal vor.
Ich denke auch, dass das die beste Methode sein wird.
Zitat von Freak_dd:
Zitat von HeavyTrading: ..letzten 3-5 Jahre nur Verluste

Bei ausländischen Brokern wird das ausschließlich über die Steuererklärung funktionieren.

Pech: die Verluste sind steuerlich "weg". https://www.smartsteuer.de/portal/lexikon/G/Gesonderte-Fests…
"so dass der Stpfl. künftig gezwungen ist, etwaige Verluste zeitnah, das bedeutet grundsätzlich innerhalb der Einspruchsfrist, geltend zu machen."

Zum Dank bekommt man noch eine Vorauszahlungsfestsetzung aufgebrummt, welche fragwürdig ist, da man die Steuerschuld für die Zukunft nicht weiß :-(

#23 + 24
Die Finanzbeamten fragen?
Buh, nur eine schriftliche Auskunft ist verbindlich, sonst gäbe es nicht die entsp. Klagen.


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