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Presseschau "Die Zeit" vom 02.06.1999
Gruß Riddick
Von Menschen und Mäusen
Die Entwicklung neuer Medikamente ist teuer, die Anlage in
Bio-Tech-Aktien deshalb riskant
Börsianer lieben Tiere. Die Nachricht, daß ein Medikament der
US-Bio-Tech-Firma EntreMed Mäuse vom Krebs befreit hat, ließ deren
Alktienkurs im vergangenen Jahr explodieren. Binnen weniger Stunden
stieg die Börsennotierung von 12 auf 85 Dollar. Natürlich ging es
nicht um die kleinen Nager, sondern um die Hoffnung, daß die
Menschheit von einer ihrer Geißeln befreit würde und die
EntreMed-Aktionäre dann den großen Reibach machen können.
Kein Wunder also, daß wagemutige Anleger ihr Geld auf Firmen setzen,
die mittels Biotechnologie - also durch Veränderung von Zellen oder
Molekülen - an Wundermitteln gegen Aids, Krebs, Alzheimer oder
Hepatitis basteln. Allerdings hat jede Wette einen Haken. Bevor ein
neues Medikament am Markt zugelassen wird, muß der Erfinder schier
endlose klinische Tests über sich ergehen lassen. Im Schnitt kostet
das Erprobungsverfahren in den USA - dem größten und wichtigsten
Markt - 350 Millionen Dollar und dauert 12 bis 15 Jahre. Das Risiko,
daß ein vielversprechendes Produkt sogar in der letzten Stufe noch
scheitert, ist sehr hoch. Von 100 potentiellen Medikamenten hat nur
eines Erfolg am Markt. Die erhofften Kuren für Herzinfarkt, Krebs
und Aids lassen immer noch auf sich warten.
Wenn das Produkt endlich in trockenen Tüchern ist, kommen ihm
häufig Konkurrenten in die Quere, die ebenfalls ein Stück vom
Kuchen haben wollen. Viele Unternehmen haben beispielsweise dem Krebs
den Kampf angesagt. Mehr als 300 verschiedene Therapien zur
Krebsbekärnpfung werden derzeit entwickelt. Neben EntreMed sind
Firmen wie Maganin Pharmaceuticals, Agouron oder Oxigene im Rennen -
sie alle werden an der amerikanischen Wachstumsbörse Nasdaq
gehandelt. Selbst gewiefte Fachleute können letztlich nicht
vorhersagen, wer am Ende das Rennen machen wird, auch wenn manche gerne
das Gegenteil behaupten.
Experten raten Anlegern deshalb, ihr Geld auf bewährte Biotechniker
zu setzen, die mit erprobten Medikamenten bereits Geld verdienen. Vor
allem Arngen, der Goliath der Bio-Tech-Industrie, ist Liebling vieler
Aktionäre. Wer das ganze Unternehmen heute kaufen wollte, müßte
rund 30 Milliarden Dollar hinblättern. Dabei stützt sich dieser
Riese vor allem auf nur zwei Medikamente, nämlich Epogen, das die
Produktion roter Blutkörperchen stimuliert, und Neurogen, das in der
Krebstherapie das Immunsystem anregt.
Ähnlich sieht es bei Biogen und anderen großen Bio-Tech-Firmen aus.
Wenn daher ein Wettbewerber ein besseres Medikament auf den Markt
bringt oder um Patente gestritten wird, kommt es fast immer zu heftigen
Turbulenzen am Aktienmarkt. Selbst die Börsenkurse der
Bio-Tech-Riesen schwanken da an einem Tag schon mal um 10 Prozent und
mehr.
Noch drastischer fällt das Auf und Ab der Kurse bei den vielen
kleinen Bio-Tech-Firmen aus, die noch überhaupt keine erprobten
Medikamente vorweisen können. Dort hängt das Wohl und Wehe meist
allein von der Hoffnung auf einen Forschungserfolg ab. In diesem Falle
ist Bio-Tech eine Form des Spielkasinos, nur eben mit viel höheren
Einsätzen.
Eine kalte Dusche erlebten Anfang Februar beispielsweise die
Aktionäre von Cell Pathways. Dessen Aktienkurs implodierte gleich
auf ein Drittel, weil der Antikrebswirkstoff Prevatec in der
klinischen Erprobung keine signifikanten Ergebnisse vorweisen konnte.
Ein zweites Beispiel: Anfang Mai knickte der Aktienkurs von Immune
Response um 36 Prozent ein, weil ein unabhängiges Komitee empfohlen
hatte, die Erprobung seines Aids-Impfstoffes mangels Erfolgschancen zu
stoppen. Auch die Aktionäre von EntreMed sind inzwischen
ernüchtert. Mittlerweile hat sich herumgesprochen, daß von
Mäusen nicht automatisch auf Menschen gefolgert werden kann. Die
Aktie kostet gerade noch ein Drittel des letztjährigen
Höchstkurses.
Diejungen Unternehmen sind oft von Konzernen abhängig
Die Aktienkurse reagieren drastisch, weil die jungen Bio-Tech-Firmen in
der Regel noch hohe Verluste machen. Sie betreiben einen immensen
Aufwand für Forschung und Entwicklung und geben dafiir gewaltige
Summen aus, ohne auf irgendwelche Einnahmen zurückgreifen zu
können. Finanziert wird das Ganze durch Wagniskapitalgesellschaften,
durch Kredite und durch die beim Börsengang eingesammelten Dollars.
Solche Unternehmen sind zudem oft von Großunternehmen abhängig.
Der Kurs von EntreMed beispielsweise hatte sich im Februar zeitweise
halbiert, weil der US-Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb die
Finanzierung aufkündigte, da der Konzern mit den bisherigen
Testergebnissen unzufrieden war. Solche Nachrichten können gar die
Stimmung für die ganze Branche verderben und die Kurse aller
Bio-Tech-Aktien unter Druck setzen.
Als weniger riskant gelten dagegen die Aktien von Bio-Tech-Firmen, die
selbst keine Medikamente entwickeln, sondern Forschungs- und
Entwicklungsdiensdeistungen an andere Bio-Tech-Firmen verkaufen. Zu
diesen sogenannten Plattformtechnologie-Unternehmen zählt die am
Neuen Markt in Frankfurt gehandelte MorphoSys AG, die Antikörper
entwickelt und dafür Lizenzzahlungen erhält. Die Börsianer
konnten sich dafiir aber nur kurz begeistern. Der Aktienkurs hat sich
binnen weniger Monate halbiert und liegt mittlerweile sogar unter dem
Ausgabepreis. Deftige Kursschwankungen gibt es ebenfalls bei Qiagen,
die sich mit Erbinformationen von Menschen, Tieren und Pflanzen
beschäftigen.
Die Konsequenz aus all diesen Erfahrungen kann nur sein: Jeder Anleger
sollte - ganz unabhängig davon, welche Bio-Tech-Aktie er im Auge hat
- Risiken und Nebenwirkungen stets beachten und jedes Papier in seinem
Wertpapierdepot sehr vorsichtig dosieren.
Amerikanisches Duell bei den Gen-Saaten

New York. Monsanto und DuPont, die beiden US-Chemiegiganten, die sich bisher mit Kunstfasern und anderen Produkten der Basischemie bekämpften, haben ein neues Feld der Rivalität gefunden: gentechnisch veränderte Nahrungsmittel. Gentechnisch veränderte Saaten sind in den USA ein grosser Hit, und Monsanto und DuPont versuchen, den grössten Teil dieses Zukunftsmarkts für sich abzuschneiden - Novartis hingegen liegt weit zurück.

Wichtigste Firmen aufgekauft

In den letzten zwei Jahren haben sich die beiden US-Konzerne ein scharfes Rennen darum geliefert, wer am schnellsten die führenden US-Saatgutfirmen aufkaufen kann. Monsanto erwarb u.a. DeKalb Genetics, und DuPont kaufte für mehr als 7,7 Mrd. Dollar die grösste US-Saatgutfirma, Pioneer Hi-Bred. «Die wichtigeren Saatgutfirmen sind inzwischen alle aufgekauft», meint Tors Stole, ein Analytiker der Brokerfirma A.G. Edwards. Denn diese Unternehmen sind der Schlüssel zum Markt. Beim Wettbieten um DeKalb machte anfänglich auch Novartis mit, aber angesichts des laut US-Analytikern exorbitanten Preises, den Monsanto offerierte, stiegen die Basler aus.
Gentechnisch veränderte Saaten haben in den letzten zwei bis drei Jahren den US-Markt im Sturm erobert. Über die Hälfte der amerikanischen Sojabohnen- und Baumwollfelder sind heute mit gentechnisch veränderten Saaten bepflanzt; beim Mais sind es zirka 25%. Die Farmer laufen in Scharen zum Gen-Saatgut über, denn die neuen Produkte erlauben es ihnen, die Auslagen für Pestizide und Herbizide massiv zu senken. Der grosse Profiteur ist Monsanto: Seit der Einführung seines bt-Maises sind die Umsätze von «Roundup», des Herbizids von Monsanto, massiv gestiegen. Denn der bt-Mais ist gegenüber Roundup, das jegliches aus dem Boden wachsendes Grünzeugs tötet, immun. Umgekehrt leiden die Hersteller anderer Pestizide unter dem Roundup-Run.
Opposition gegen Gen-Produkte hat es in den USA bisher nicht gegeben. Der Konsument ist pragmatisch, und auch der Farmer rechnet als reiner Businessman. Erst eine vor kurzem bekanntgewordene Studie, wonach der bt-Mais eine beliebte Schmetterlingsart tötet, habe für eine gewisse Verunsicherung gesorgt, meint Stole. Aber dies liege vor allem daran, dass die gentechnisch veränderten Pflanzen jetzt auch in Grossbritannien zu einem Politikum geworden sind. In Südamerika seien Gen-Saaten ebenfalls kein Problem. Aber die Opposition in Europa sei für Monsanto ein Dämpfer, sagt Stole.

USA akzeptiert Gen-Produkte

DuPont verfolgt eine andere Strategie. Der Konzern will die Führung bei der kommenden «zweiten Generation» gentechnisch manipulierter Pflanzen erringen: Pflanzen, die dank veränderter Gene bessere Eigenschaften haben, zum Beispiel Mais, der bei den Kälbern, die ihn fressen, weniger gesättigtes Fett hinterlässt, oder Sojabohnen, die mehr krebsbekämpfende Substanzen enthalten. Bereits im Markt ist eine Maissorte mit höherem Ölgehalt. Langfristig hofft DuPont, zu einem Kernglied in der Nahrungsmittelkette zu werden: Von Lebensmittelkonzernen würde man Aufträge entgegennehmen, um mit gentechnischen Methoden Lebensmittel mit gewissen Eigenschaften zu produzieren. DuPont würde die entsprechenden Saaten entwickeln und dem Farmer verkaufen. DuPont besitzt bereits eine ganze Bibliothek von Patenten für Gene, die Pflanzen in spezifischer Richtung verändern.

Aus der Basler Zeitung
Gruß Riddick
Für Monsanto,s Quartalszahlen (MTC)scheint man ja ganz schön optimistisch zu sein . Estimate $0.44
Whisper Number: $0.55
Hat jemand nähere Informationen?
mfg Bischoff
Elan Corporation aus Dublin, Irland, ist ein Unternehmen im Bereich
Biotechnologie und Medizin. Die Hauptgeschäftsfelder liegen im
Bereich Erforschung, Entwicklung und Vermarktung von Medikamenten und
Geräten im Bereich Neurologie, Schmerzbekämpfung und
Pflegediensten. Die Firma hat mit einem Impfstoff bei Mäusen die
Alzheimer-Erkrankung gebremst und teilweise sogar verhindert. Wie im
britischen Fachmagazin "Nature" berichtet wird, störte die Impfung
die typischen krankhaften Ablagerungen bei Alzheimer, die sogenannten
"beta-Amyloid-Plaques" im Gehirn. Das Wissenschaftsteam impfte junge,
für Alzheimer anfällige Labormäuse vor Ausbruch der Krankhei mit
den Amloyd-Proteinen. Die Tiere blieben gesund. Bei älteren Mäusen,
die schon Symptome zeigten, verlangsamte sich nach der Impfung die
Ablagerung von weiteren Plaques.

Weitere Informationen zu den jügsten Forschungsergebnissen sind auf
der Webseite des Unternehmens veröffentlicht.
Der Wert ist spekulativ. Tierversuche lassen sich nicht unbedingt auf
Menschen übertragen. Der Wert ist nach dieser Meldung am 09.07. in
New York bereits über 7% gestiegen.
Es gibt eine Reihe Firmen, die in hohem Maße Biotech-Forschung treiben, dies aber auf der sicheren Grundlage einer breiten Produktpalette tun. Wer also in Monsanto, Smithkline-Beecham, Roche, Novartis oder auch Schering investiert, ist auf jeden Fall auf der sicheren Seite, und hat doch die Chance auf einen echten Durchbruch. Die meisten Minifirmen greifen hingegen nur staatliche Förderung ab; ihr Ende ist mit deren Ausbleiben fast immer sicher. Eine Ausnahme ist, ich habe es schon einmal geschrieben, Qiagen, denn diese Firma verkauft nicht "Genprodukte" (also Proteine), sondern "Hardware" (Reinigungskits) und ist damit nicht von Zulassungsverfahren und anderen Unwägbarkeiten abhängig. Qiagen kann eigentlich nicht in einem Atemzug mit Firmen wie Genentech oder Amgen genannt werden. Ein Skandal - tote Schmetterlinge oder Menschen - ist bei Qiagen also ausgeschlossen. Es gibt noch eine Reihe von Firmen, die seit Jahren erfolgreich "echte" Biotech-Produkte und "Biotech-Hardware" an Laboratorien liefern; leider sind sie allesamt keine Aktiengesellschaften. Boehringer-Mannheim, allerdings eine AG und heute von Roche (!) übernommen, gehörte dazu. - Eine ehrgeiziges und erfolgreiches Serviceunternehmen, ebenfalls unabhängig von Zulassungsverfahren, ist die MWG-Biotech AG.
Gruß Darwin
Kurse aller bedeutenden internationalen Börsen




Nur unbehandeltes Saatgut in Brasilien?
Sorgenfalten bei den «Life-Science»-Konzernen
Wohl nicht zur Freude der «Life-Science»-Konzerne formiert sich in Brasilien der Widerstand gegen gentechnisch verändertes Saatgut. Das Land ist der letzte wichtige Produzent auf dem Weltmarkt, dessen Farmer dem Gesetz nach ausschliesslich mit Saatgut arbeiten, das gentechnisch nicht verändert ist. Wie lange noch, ist unklar. Die Produzenten werden unruhig, weil sich trotz Protesten gegen Gen-Nahrung kein Weltmarkt für gentechnisch unbehandeltes Gut bildet.
Brasilien könnte zu einem weiteren Stolperstein für den nordamerikanischen Chemieriesen Monsanto werden: Wie in Europa formiert sich auch in Brasilien der Widerstand gegen die gentechnischen Produkte des Konzerns für die Landwirtschaft. Ende 1998 gab die nationale Kommission für Biosicherheit (CNTBio) grünes Licht für fünf Produkte, die Monsanto in Brasilien vertreiben wollte. Als aber das Landwirtschaftsministerium den Handel mit den genveränderten Samen freigab, blockierte Ende Mai ein Gericht auf Antrag einer Konsumentenschutzvereinigung (IDEC) mit Unterstützung von Greenpeace den Handel. Das Gericht machte zur Voraussetzung zur Freigabe des Handels, dass der Staat vor der Zulassung erst Normen für die Sicherheit und die Kennzeichnungspflicht von gentechnisch veränderten Produkten einführen muss. Wenn nicht in den nächsten Wochen ein anderes Gericht den Einspruch aufhebt, dann erwarten die meisten Fachleute, dass es noch lange dauern kann, bis klar ist, ob die brasilianischen Bauern gentechnisch verändertes Saatgut einsetzen dürfen. Für Monsanto ist das ein herber Schlag: Wenn nicht bald sein Soja- Saatgut zugelassen wird, hat der Konzern die diesjährige Saatphase für Soja verpasst und muss seine Bilanzen korrigieren.

Risikoreiche Zeiten
Die Zeit läuft gegen Monsanto, aber auch gegen die anderen Chemiekonzerne, die Gentechnik-Projekte für die brasilianische Landwirtschaft in der Schublade haben wie Novartis, Aventis oder DuPont: Der Widerstand in der brasilianischen Gesellschaft formiert sich. Vor knapp einem halben Jahr war der Einsatz von Gentechnik noch kein Thema in der Öffentlichkeit. Doch dann verbot der Gliedstaat Rio Grande do Sul im Süden Brasiliens Versuchspflanzungen von gentechnisch verändertem Saatgut. Medienwirksam brannte die links-populistische Regierung ein Versuchsfeld ab. Eine nicht ordnungsgemäss gehaltene Reis-Versuchspflanzung von Aventis-Vorgänger AgrEvo liess die nationale Kommission zerstören.

Für die «Life-Science»-Konzerne steht in Brasilien viel auf dem Spiel. Das Land wird derzeit zu einem der wichtigsten Rohstofflieferanten für die Lebensmittelindustrie weltweit ausgebaut. Die grossen Handelshäuser wie Cargill, ADM, Louis Dreyfuss, Bunge oder André haben in den letzten Jahren massiv in der Region investiert, vor allem in Brasilien, aber auch in Argentinien. Die Häuser planen ihre Akquisitionen strategisch: Bereits heute ist Brasilien einer der wichtigsten Weltmarktanbieter für Soja, Kaffee und Orangensaftkonzentrat. Bei zahlreichen Kulturen könnte das Land seine Produktion noch entscheidend steigern. Nur wenige Agrarländer besitzen soviel Fläche, die landwirtschaftlich genutzt werden könnte. Kurz: das Potential des Landes ist gewaltig - auch für die «Life-Science»-Konzerne, die wie die Handelshäuser derzeit in Südamerika ihren wichtigsten Markt nach den USA wittern. Doch in Brasilien sind sie bisher noch nicht zum Zug gekommen: Während im Pampa-Land Argentinien bereits ein Grossteil der Soja- und Maisernte sowie das Grünfutter für Rinder aus gentechnisch verändertem Saatgut gewonnen werden, ist Brasilien der letzte wichtige Exporteur auf dem Weltmarkt, der dem Gesetz nach ausschliesslich mit gentechnisch nicht verändertem Saatgut arbeitet.

Vom Nachteil zum Vorteil?
Bisher war das ein Nachteil. Die nordamerikanischen und argentinischen Farmer senken mit genverändertem Saatgut ihre Kosten. Das funktioniert zum Beispiel so: In dem behandelten Samen wird durch eine Genveränderung eine Resistenz gegen die Wirkungen eines speziellen Pflanzenschutzmittels erzeugt. Wird das Feld während des Wachstums mit dem Mittel besprüht, gehen alle Pflanzen ein, nur eben die Kulturpflanze nicht. Das senkt die Kosten: Die argentinischen, kanadischen und nordamerikanischen Farmer müssen weniger Herbizide einsetzen als die brasilianischen Kollegen. Kostensenkungen von mindestens 15% registrieren die brasilianischen Produzenten neidisch bei den anderen grossen Soja-Exporteuren.

Doch jetzt könnte der Wettbewerbsnachteil der brasilianischen Produzenten zum Vorteil werden: Bei dem weltweit zunehmenden Widerstand der Konsumenten gegen gentechnisch veränderte Landwirtschaftsprodukte bietet Brasilien eine natürliche Alternative an. Beispiel Soja: Brasilien ist sowohl der zweitgrösste Soja-Produzent wie auch Soja-Exporteur weltweit. Das Land versorgt etwa einen Viertel des Weltmarktes mit Soja-Produkten (Bohnen und Schrot). In der EU deckt das Amazonasland knapp zwei Drittel der Soja-Nachfrage. Würde Europa von heute auf morgen beschliessen, nur noch Soja zu importieren, das aus genetisch unbehandeltem Saatgut stammt, dann könnte Brasilien ziemlich schnell einen Grossteil der Nachfrage decken.

Fehlender Markt
Doch das ist Theorie, die Praxis sieht derzeit anders aus: Trotz den Protesten in Europa gibt es noch kaum einen Markt für nicht behandeltes Saatgut. Ein Vertreter von Novartis in Brasilien schätzt optimistisch, dass der Weltmarkt dafür 5% betrage, aber das kann niemand belegen. Zwar belagern derzeit europäische Konzerne wie Sainsbury oder Carrefour die brasilianischen Produzenten, um sich zu vergewissern, ob sie ihre Zusagen einhalten können und die südamerikanischen Zulieferer für die Zukunft ohne Gentechnik bereit sind. Doch die Konzerne sind derzeit nicht bereit, mehr für gentechnisch unbedenkliches Soja aus Brasilien zu bezahlen. Das liegt an der fehlenden Kontrolle: Brasilien kann nicht garantieren, dass sein Soja von gentechnisch nicht veränderten Samen stammt. Vor allem in den für den Anbau wichtigen südlichen Gliedstaaten des Landes existiert ein reger Saatgutschmuggel aus Argentinien, Uruguay und Paraguay. Es heisst, dass 7% bis 8% der Soja-Ernte in Rio Grande do Sul, aber auch die in Paraná und Mato Grosso do Sul gentechnisch manipuliert seien. Untersuchungen darüber gibt es nicht, doch selbst im konservativen Bauernverband (SRB) in São Paulo heisst es, dass einige grosse Produzenten bereits - illegal - auf gentechnisch verändertes Saatgut umgestellt haben. Wegen der niedrigen Notierungen für Soja, die auf dem Weltmarkt den tiefsten Stand seit 20 Jahren erreicht haben, seien die Farmer empfänglich für Saatgut, das eine billigere Produktion ermögliche.

Zwei Anbaukulturen?
Der Markt beginnt sich nur zäh und in Nischen zu bewegen. Die Genossenschaft Cotrimaio in Südbrasilien wird dieses Jahr 5000 t Sojaschrot nach Frankreich exportieren mit einem Spread von 5%. Die brasilianische Filiale des Handelshauses Louis Dreyfuss registriert «leichte Aufschläge» auf einem Soja-Derivat aus Brasilien, weil der Kunde annimmt, dass es «wahrscheinlich nicht genmanipuliert» sei. Der brasilianische Gliedstaat Paraná bereitet ein Zertifizierungsverfahren mit französischen Experten vor und erhofft sich daraus künftig eine bessere Marktposition.

Es kann noch dauern, bis sich ein Markt für gentechnisch unbedenkliches Erntegut entwickelt. Deswegen denken Strategen in der Branche bereits an einen hybriden Markt in Brasilien, wo Gensoja, Mais, Baumwolle, Reis usw. getrennt von den gentechnisch unbehandelten Kulturen gesät, geerntet, verarbeitet und exportiert wird. Doch das ist teuer: Zwischen 20% und 30% Mehrkosten erwarten die Experten bei einem Markt- Split. «Völlig unrealistisch» heisst es deswegen bei den Produzenten. Die Handelshäuser wie auch die Kommission verweisen jedoch darauf, dass Brasilien sich für einen hybriden Markt anböte: Die brasilianischen Ölmühlen sind vergleichsweise klein, könnten sich also auf die eine oder andere Kultur spezialisieren. Die Initiativen in den südlichen Gliedstaaten, sich zu gentechnikfreien Zonen zu erklären, könnte dann sogar ein Vorteil sein: Die weiter nördlich gelegenen Anbaugebiete würden sich dann auf gentechnisch verändertes Saatgut konzentrieren, die Südstaaten auf nichtbehandelte Varianten.

Neue Zürcher Zeitung, 27. Juli 1999
Ein amerikanischer Freund, der selbst in Biotech arbeitet, empfahl mir medimmune. Hat hier jemand Info?

Gruß Zazi
Gentechnik in Deutschland hinkt weiter hinterher

Frankfurt/Main ­ Die Gentechnik wird in Deutschland zwar langsam produktiver. Vor allem bei kleinen Biotech-Neugründungen rollt die Gründerwelle; 1998 waren 222 kleine Biotech-Unternehmen aktiv, 50 mehr als im Jahr zuvor. Dennoch sei die deutsche Biotech-Szene gerade erst aus ihrem Dornröschen-Schlaf erwacht, dämpfte Pol Bamelis, Vorsitzender im Branchenverband Deutsche Industriever- einigung Biotechnologie (DIB), voreilige Jubeltöne.

Nach wie vor ist Europa in Sachen Bio- und Gentechnik im Vergleich zu den USA weit abgeschlagen. Und Deutschland wiederum liegt selbst im Europa-Vergleich längst noch nicht auf dem angestrebten Rang eins. Trotz eines Anteils von 19 Prozent an den insgesamt 1178 europäischen Biotech-Unternehmen erwirtschafteten die Deutschen nur elf Prozent des Umsatzes. Die 222 kleinen Biotech-Firmen erzielten mit rund 5200 Mitarbeitern (plus 30 Prozent) einen Umsatz von 800 Mio. DM, 39 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In die Forschung flossen 500 Mio. DM, 77 Prozent mehr als 1997. „Die meisten Unternehmen sind nach internationalem Maßstab relativ jung und stehen daher wirtschaftlich noch auf etwas schwachen Beinen", sagte Bamelis, im Hauptberuf Forschungsvorstand bei Bayer.

Auf deutlichem Vormarsch ist die Gentechnik bisher vor allem in der Arzneimittelherstellung. Mit Gen-Medizin setzte die deutsche Pharmaindustrie im vergangenen Jahr zwei Mrd. DM um. Das entsprach rund fünf Prozent des deutschen Arzneimittelmarktes. Das Diagnostika-Geschäft mit seinen 700 Mio. DM Umsatz wurde sogar schon zu fast einem Drittel durch Produkte abgedeckt, die auf biotechnologischen Verfahren basieren. Diagnostika sind Medikamente, die den Arzt dabei unterstützen, Krankheiten möglichst früh und exakt zu erkennen. Außerdem waren im vergangenen Jahr 50 gentechnisch hergestellte Arzneimittel mit 34 verschiedenen Wirkstoffen auf dem Markt. Davon wurden allerdings nur sechs in Deutschland hergestellt.
Auf keinen grünen Zweig dagegen kommt die Biotechnologie bisher in der deutschen und europäischen Landwirtschaft. Bereits 1997 waren rund um den Globus Ackerflächen mit gentechnisch verändertem Saatgut bebaut, deren Größe der gesamten deutschen Anbaufläche entsprach. Dagegen genehmigten Frankreich, Spanien und Deutschland erst im vergangenen Jahr den Anbau begrenzter Mengen von gentechnisch veränderten Mais für die kommerzielle Anwendung.

Eine Ursache für die Zurückhaltung vieler Bauern und Unternehmen sind die komplizierten und wenig transparenten Zulassungsverfahren in Europa. Zur Vereinfachung und Harmonisierung sei eine zentrale europäische Zulassungsbehörde nötig, plädiert der Branchenverband
Biotech-Titel: Die Saat geht auf

Marktreife neuer Produkte verspricht dauerhaftes Wachstum ­ Große Werte favorisiert
Von Ralf Andress
Berlin ­ Nach dem Internet-Boom richten sich die Blicke der Anleger nun auf eine andere Zukunftsbranche. Der US-Index für Biotechnologie-Titel kletterte in den vergangenen Tagen auf ein Allzeithoch. Und neben der positiven Marktstimmung sprechen auch fundamentale Gründe für eine Fortsetzung der jüngsten Kursrallye.
„Während sich das Wachstum der traditionellen Pharmaindustrie etwas verlangsamt, weisen die Zuwachsraten der Biotech-Unternehmen eine Beschleunigung auf", beobachtet Thomas Ross, Fondsmanager des Biotechnologie-Fonds beim DIT. Als Beispiele führt er die US-Gesellschaften Genentech oder Biogen an, bei denen die Gewinnschätzungen immer weiter nach oben revidiert werden. Auch bei der schweizerischen Bellevue Asset Management (BAM), die für das Beteiligungsportefeuille der am Neuen Markt notierten BB Biotech und BB Medtech verantwortlich ist, wird auf fundamentale Argumente verwiesen. „Die Biotech-Werte werden bei einem Gewinnwachstum zwischen 60 und 80 Prozent in den kommenden beiden Jahren mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 31 bewertet", erläutert Peter-Paul Brenninkmeijer von BAM. Im Vergleich zur Pharmaindustrie, die bei einem durchschnittlichen Wachstum von elf Prozent mit KGV`s von 27 bewertet wird, lasse dies noch viel Potenzial erkennen. Hinzukommt, dass bei vielen Unternehmen nach den sehr langwierigen und kostenintensiven Forschungsarbeiten nun die Saat aufgeht. „Im Jahr 2002 werden biotechnologische Produkte beinahe 50 Prozent aller neu zugelassenen Medikamente ausmachen", sind auch die Anlagestrategen der DWS von den guten Perspektiven überzeugt. Anfang der 90er Jahre lag dieser Anteil erst bei zehn Prozent. Untermauert wird die zuversichtliche Prognose durch die Auflage eines neuen Aktienfonds, mit dem die DWS dieser Tage an den Start geht.

Zu den Favoriten zählen dabei die Großen wie Amgen, Biogen oder Immunex. Die 16 größten Unternehmen der Branche erzielten seit Jahresbeginn im Schnitt ein Kursplus von 48 Prozent, während mittlere und kleinere Gesellschaften weiter zurückfielen oder wenig verändert tendierten. „Wir fühlen uns wohler bei Unternehmen, die bereits Produkte am Markt haben und mit diesen auch Umsätze erzielen", gibt Ross die Richtung vor.
Die Zahl der profitablen Gesellschaften steigt dabei immer weiter an. Jüngstes Beispiel ist das Unternehmen Medimmune, das mit einem Präparat gegen eine spezielle Viruserkrankung der Lungen (Respiratory Syncytial-Virus) an den Markt gegangen ist und in der ersten Saison nach der Zulassung bereits Umsätze in Höhe von 226 Mio. Dollar erzielt hat. Der Kursverlauf der Aktie spiegelt dies mit einem Zugewinn von rund 1000 Prozent wieder. Und trotz des kräftigen Kursplus sind die Experten weiter zuversichtlich.
Aber der Biotech-Sektor birgt auch Risiken. Denn die Investition in Einzelpapiere beinhaltet die Gefahr kräftiger Kurseinbrüche bei einem Misslingen oder einer Verzögerung klinischer Tests. Auch eine neue Spekulationsblase ist nicht auszuschließen. „Der Markt sucht sich immer neue Favoriten, und nachdem sich die Prognosen für die Internet-Werte nun etwas eingetrübt haben, scheinen die Anleger die Biotech-Karte zu spielen", meint Andreas Theisen von der WGZ-Bank.
Gentech-Futter bekommt Firmen schlecht
Immer mehr Länder fordern Kennzeichnung genmanipulierter Nahrung - und setzen Bauern und Firmen unter Druck, die auf Gentechnik setzen. Deutsche Bank warnt vor Investment in Gentech-Saat Von Matthias Urbach
Berlin (taz) - Der Protest aus Frankreich war gewohnt drastisch. "Wir wissen genau, dass gentechnisch veränderte Organismen Teile der Umwelt zerstören können", erklärte Präsident Jacques Chirac am Wochenende im französichen Fernsehen. Es gebe keine Sicherheit, dass Gentech-Nahrung gesundheitsverträglich sei. Jedes Land müsse daher das Recht haben, die Einfuhr zu verweigern. "Wir Franzosen werden in Seattle nachdrücklich auf dieser Position bestehen", sagte Chirac kämpferisch. Ende November tagt in der US-Stadt Seattle der Minister-Gipfel der Welthandelsorganisation (WTO), um den freien Welthandel von Agrarprodukten vorzubereiten.
Frankreich, wo erboste Bauern schon mal aus Ärger über die USA die McDonald`s-Filalen stürmen, steht längst nicht allein mit seiner lautstarken Ablehnung. Weltweit wächst der Druck auf die Hersteller genmanipulierten Saatguts wie Monsanto, Novartis und Agrevo. Erst vor zwei Wochen kündigte Japan eine Kennzeichnungspflicht für genmanipulierte Produkte ab 2001 an, Australien und Neuseeland beschlossen Anfang August eine Kennzeichnungspflicht - gültig wohl ab Ende 2000. Südkoreas Parlament beschloss im Juli ein Kennzeichnungsgesetz - die Regierung klärt nun die Details. Selbst in Südafrika und Thailand arbeiten die Regierungen an einer Richtlinie. In Brasilien scheiterte Saatguthersteller Monsanto Mitte August gar am Gericht bei seinem Versuch, Gensoja-Saatgut zu verkaufen - der Richter verlangt zuvor eine Umweltstudie.
Die USA kommen kaum noch hinterher, den Regierungen zu drohen und sie des Verstosses gegen den freien Welthandel zu bezichtigen. Nach dortiger Lesart bedeutet die Kennzeichnungspflicht eine Stigmatisierung der Genprodukte, die nur die Ängste der Verbraucher nähre. Nicht zu unrecht. In Europa führte die Kennzeichnungsdebatte dazu, dass immer mehr Unternehmen und Supermarktketten auf den Verkauf gentechnisch veränderter Eigenmarken verzichten, um nicht das Misstrauen der Verbraucher zu riskieren. Denn Umweltverbände wie Greenpeace und Friends of the Earth mobilisierten die Kunden direkt in den Supermärkten. Vor allem in Großbritannien, wo sich auch Prinz Charles gegen Gen-Essen ausspricht, gerieten die Supermärkte unter Druck, sich gegen Gentechnik zu bekennen. Auch in Deutschland versprechen Ketten wie Edeka, Tengelmann und Rewe, ihre Eigenprodukte nur noch gentechnikfrei anzubieten.
Das "wachsende Negativimage" bewog die Deutsche Bank, mehrfach vor dem Investment in Gentechnikfirmen für Saatgut zu warnen. "Gentechnisch veränderte Organismen sind tot", überschrieb die Bank im Juli ihren Portfoliotipp. "Wir stellen fest, dass Monsanto 1,5 Millionen US-Dollar ausgegeben hat, um englische Verbraucher zu überzeugen - ohne Erfolg", schreiben die Bänker.
Pionier der sogenannten grünen Gentechnik sind die USA. Jede zweite angebaute Sojabohne und Baumwollfaser sowie ein Drittel des Maises sind dort manipuliert - doch die Stimmung kippt. Umweltschützer sammelten bereits eine halbe Million Unterschriften für eine Kennzeichnung. Und Ende Juli beschloss schließlich der erste Nahrungsmittelhersteller auf Gentechnik zu verzichten: Gerber, der größte Babykostproduzent der USA, hatte bereits genmanipuliertes Getreide für seine Flocken verwandt, will nun aber verzichten - aus Angst vor den Verbrauchern. Bemerkenswert: Gerber ist eine Tochter des Schweizer Konzerns Novartis.
Immer mehr amerikanische Farmer fühlen sich hintergangen von den Saatgutfirmen, die ihnen blühende Erträge und geringere Pestizidkosten versprachen. Nicht nur, dass der Bedarf an Pestiziden konstant blieb und die Erträge zuweilen sogar um bis zu acht Prozent fielen. Die genmanipulierte Ernte gefährdet den Absatz im Ausland. Japan etwa importierte vergangenes Jahr 86 Prozent seiner Sojabohnen und 96 Prozent seines Maises aus den USA. Inzwischen beginnen japanische Importeure aber auf andere Länder auszuweichen, die gentechnikfreie Ware garantieren können. Als Reaktion beginnt der US-Agrarkonzern AMD seine Lieferanten aufzufordern, genmanipulierte und normale Ware getrennt anzuliefern, um dieses Problem zu umgehen - ein großes logistisches Problem, das die Ware deutlich verteuert. Dies ist der Grund, warum die USA über unfairen Wettbewerb klagen. Nur werden sie mit dieser Haltung auf dem WTO-Gipfel recht einsam dastehen.
Prudential Bache: BIOTECH Tip der Woche
05.10.1999
Die Analysten von Prudential Bache empfehlen diese Woche den Biotechnologiesektor. Dies sei eine der - auch zukünftig - am schnellsten wachsenden Branchen überhaupt. Motoren des Fortschritts seien dabei vor allem die Suche nach Heilungsmöglichkeiten für Krebs, Arthritis oder Herzerkrankungen.
Besonders hervorgehoben werden in diesem Sektor die Aktien von MEDIMMUNE und AMGEN. MEDIMMUNE ist führend in der Entwicklung von Produkten gegen Infektionskrankheiten und in der Transplantationsmedizin. Das Rating für die momentan bei 105 US-Dollar notierte Aktie lautet Strong Buy. Als Kursziel für MEDIMMUNE nennt Prudential Bache auf Sicht von 12 Monaten 140 US-Dollar.
AMGEN entwickelt und vertreibt Medikamente, die auf fortgeschrittener zellulärer und Molekularbiologie basieren. Wichtige Präparate sind momentan unter anderem Epogen, welches die Produktion roter Blutkörperchen anregt, und Neupogen, das für die Entwicklung bestimmter weißer Blutkörperchen zuständig ist. Für AMGEN gibt man ein Kursziel von 100 US-Dollar auf Jahressicht an.
Der Aktionär: BB BIOTECH als Alternative
06.10.1999
In seiner neuesten Ausgabe nennt Der Aktionär zehn Blue Chips am Neuen Markt, die in ihrer jeweiligen Branche Marktführer sind und nach der Kurskorrektur gute Einstiegschancen bieten. Die BB BIOTECH kann dabei zwar nicht direkt als Marktführer bezeichnet werden, doch stellt sie ebenfalls ein Basisinvestment am Neuen Markt dar. Aufgrund der Fonds-Struktur hat man hier eine sinnvolle Alternative zum Kauf einzelner Biotech-Werte. BB BIOTECH investiert dabei vor allem in junge, chancenreiche Unternehmen aus den USA. Mit der professionellen Aktienauswahl durch Mitarbeiter, die Firmen vor Ort unter die Lupe nehmen, ist man dabei dem Privatanleger deutlich überlegen. In bis zu sechs Kernanlagen legt BB BIOTECH rund 2/3 des zur Verfügung stehenden Geldes an, wobei Medimmune mit rund 44% momentan das Schwergewicht bildet. Der Rest des Kapitals wird in kleinere, auch außerbörsliche Beteiligungen gesteckt, die meist noch höhere Gewinnchancen bieten. Doch die Strategie der BB BIOTECH ist langfristig ausgelegt und zielt auf eine jährliche Wertsteigerung von mindestens 15-20%. Seit Gründung kam man jedoch auf ein Wert von sogar 26% und übertraf dabei den Amex-Biotech-Index, der als Benchmark fungiert, deutlich. Aufgrund der zuletzt guten Aktienauswahl und des im Vergleich geringeren Risikos empfiehlt Der Aktionär BB BIOTECH gegenüber einem Direktinvestment in der Wachstumsbranche.
Hannover (taz) - Das Umfeld für die Biotech-Industrie in Deutschland ist ideal. In kaum einem anderen Land finden junge Firmengründer derzeit so günstige Fördermöglichkeiten vor wie hier, schreibt das US-Fachblatt Genetic Engineering News (GEN) in seiner neuesten Ausgabe.
In Europa habe Deutschland bei der Anzahl von Biotechnologie-Unternehmen seine zweite Position hinter Großbritannien gefestigt, verkündete Forschungsministerin Edelgard Bulmahn Anfang der Woche in Hannover zur Eröffnung der Biotechnica 99. Von den rund 1.200 kleineren und mittleren Biotech-Unternehmen seien, so Bulmahn, 222 in Deutschland ansässig. Während der Zuwachs im europäischen Durchschnitt bei 14 Prozent liege, "beträgt er in Deutschland 28 Prozent", sagte sie auf der Leistungsschau der Biotech-Branche, die am Donnerstag zu Ende ging.
Während in den USA junge Biotechfirmen derzeit nur mit Mühe Risikokapital aufnehmen können, ist die Situation in Deutschland umgekehrt. Über eine halbe Milliarde Mark an privatem Venture-Kapital steht zur Verfügung. Was noch fehlt, sind die Wissenschaftler, die überhaupt eigene Firmen aufbauen wollen.
In den USA dagegen hat der schon vor fünfzehn Jahren einsetzende Biotech-Gründerboom 1998 und 1999 zu einem "ausgeprägten Preisverfall" geführt. "Viele Investoren - Venture-Capital-Gesellschaften ebenso wie institutionelle Anleger - waren enttäuscht über die bisher von der noch jungen Branche erzielten Erträge", erklärt Helmut Schühsler, Finanzexperte beim Münchener "Techno Venture Management", die Situation in den USA.
Ein Wermutstropfen für die Biotech-Branche ist auch die fehlende Akzeptanz der Verbraucher für gentechnisch veränderte Lebensmittel. Der von den großen Chemiefirmen dominierte Agrarsektor scheint der einzige Bereich zu sein, an dem der Biotech-Boom derzeit vorbeigeht. Konzerne wie Monsanto oder DuPont, die vorwiegend auf gentechnisch veränderte Pflanzen setzen, kommen sogar zunehmend in Bedrängnis.
Aber wo es Verlierer gibt, ist fast immer auch ein Sieger zu finden. Hier gibt es gleich zwei: zum einen den Verbraucher, dem immer mehr das Recht zugestanden wird, auch Informationen darüber zu erhalten, was ihm da eigentlich serviert wird. Der andere Gewinner ist die Analyse-Branche, die im Auftrag von Lebensmittelfirmen, aber auch von Umweltverbänden, Greenpeace vor allem, Saatgut und Nahrungsmittel dahingehend überprüfen, ob sie gentechnisch verändert wurden oder Bestandteile von genmanipulierten Organismen enthalten.
In Hannover waren sie so zahlreich vertreten wie nie zuvor: Congen zum Beispiel, eine junge Firma aus Berlin-Buch, stellte einen Analyse-Kit für den Nachweis von insektenresistem Bt-Mais und herbizidresistenten Sojabohnen vor. Das vor zwei Jahren von zwei Molekulargenetikerinnnen gegründete Institut GEN-IAL, Troisdorf, lockt Kunden mit "schnelleren und präziseren Analysen". Der TÜV Nord bietet "Zertifikate für Lebensmittel mit und ohne Gentechnik" an. Marktführer in Deutschland ist die aus dem Zusammenschluss von vier Unternehmen hervorgegangene Aktiengesellschaft GeneScan Europe mit Sitz in Freiburg. "Wir decken etwa 80 Prozent des Marktes ab", erklärt Ulf-Peter Rausch, Vertriebsleiter bei GeneScan. Mittelweile hat das Unternehmen Niederlassungen in fünf europäischen Staaten, den USA und Australien. Als nächstes wird es wahrscheinlich einen DNA-Chip auf den Markt bringen, mit dem gleichzeitig nach mehreren Genveränderungen gefahndet werden kann - vorerst nur bei Lebensmitteln. Langfristig wollen die Freiburger in die Humandiagnostik einsteigen und einen "Beitrag zur Früherkennung von Krankheiten liefern". In diesem Bereich sind auch weitaus höhere Umsätze zu erwarten.
Roche macht schon wieder Kasse mit Genentech

Der Basler Pharma-Konzern Roche will wohl noch in diesem Jahr nochmals bis zu 22 Mio. Aktien am kalifornischen Biotechnologie- Unternehmen Genentech (San Francisco) an der Börse placieren und damit seinen Anteil von 82% auf das bereits vor der Jahresmitte gehaltene Niveau von 65% reduzieren. Hinter der am Freitag bekanntgegebenen Transaktion steht neben Finanzmotiven der Wunsch des Marktes, die Liquidität für Genentech-Titel zu erhöhen. Roche hatte im Rahmen eines IPO schon im Sommer 22 Mio. Aktien placiert. Die Tatsache, dass sich der Kurs danach innert kürzester Zeit verdoppelte, lässt den Schluss zu, dass das IPO die Nachfrage nach den Valoren dieses Biotech-Pioniers nicht hatte stillen können. Mit der Verdopplung der am Markt verfügbaren Liquidität hofft man in Basel zugleich, die in den letzten Wochen beobachteten hohen Kursschwankungen des Titels etwas dämpfen zu können.
Neben dem Verkauf von weiteren Aktien beabsichtigt Roche sodann eine Wandelanleihe aufzulegen, die den Käufern das Recht zum Umtausch in rund 5,5 Mio. Genentech-Aktien einräumen wird. Darüber hinaus hat der Verwaltungsrat von Genentech einen Split sämtlicher ausstehender Titel (insgesamt 128,3 Mio.) im Verhältnis von 1:2 beschlossen. Er soll nach dem Abschluss der geplanten Placierung erfolgen, für die Roche demnächst nach der Kontaktnahme zur amerikanischen Börsenaufsicht einen Emissionsprospekt vorlegen wird.
Während Roche aus der Emission der Wandelanleihe nach eigenen Angaben rund 1 Mrd. $ lösen dürfte, hält sich der Konzern mit Schätzungen für den Zufluss aus der geplanten Placierung bedeckt. Geht man indessen von dem zuletzt erreichten Kursniveau von rund 170 $ aus, so dürften bei einem Verkauf aller 22 Mio. Genentech- Titel brutto 3,7 Mrd. $ zufliessen. Der Nettoertrag hängt danach vom genauen Verkaufskurs sowie vom bilanzierten Einstandspreis ab. Zum Vergleich: Nach dem ersten IPO, das zu einem Preis von 97 $ pro Titel abgewickelt worden war, hatten die Basler im Zwischenabschluss für das erste Halbjahr 1999 einen Nettoerlös von 1,6 Mrd. Fr. ausgewiesen. Vor diesem Hintergrund ist klar, dass Roche mit der neuen Transaktion die Nettoverschuldung von zuletzt 7,5 Mrd. Fr. erheblich reduzieren (wenn nicht völlig abbauen) kann.
Neue Zürcher Zeitung, 9. Oktober 1999
Roche hält den Kurs
Über dem Markt liegendes Wachstum bei Pharma und Diagnostika
Hm. Dem Basler Pharmakonzern Roche ist es auch im dritten Quartal gelungen, den Schwung beizubehalten und kräftig zu wachsen. Wie der Konzern am Donnerstag mitteilte, wuchs der Konzernumsatz in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres um 9% auf 20 Mrd. Fr., was einem Plus von 8% in aussagekräftigeren lokalen Währungen entspricht (vgl. Tabelle). Treibende Faktoren waren die Kernbereiche Pharma (Umsatzanteil 60%) und Diagnostika (Anteil 19%), die in den ersten neun Monaten ein Wachstum erzielten, das markant über dem des Marktes lag. Dank dem furiosen Start von Xenical ist Roche bei den rezeptpflichtigen Arzneien in der komfortablen Lage, gleich drei Produkte anbieten zu können, die in diesem Jahr einen Umsatz von 1 Mrd. Fr. und mehr erzielen werden. Im Dreivierteljahr lag allein der Umsatz von Xenical bei 700 Mio. Fr., womit das Mittel gegen krankhafte Fettleibigkeit die interne Prognose für das gesamte Jahr bereits egalisierte und auf den dritten Rang hinter den Verkaufsrennern Rocephin und Roaccutan vorrückte. Dahinter weisen mit Dormicum, NeoRecormon und Dilatrend drei weitere Medikamente starke zweistellige Steigerungsraten aus. Schliesslich profitieren die Basler von den beiden Genentech-Produkten Rituxan und Herceptin, die den Umsatz dieser kalifornischen Biotech-Tochter in den ersten neun Monaten gleich um 53% in lokalen Währungen emporschnellen liessen, wobei sich das Wachstum im dritten Quartal sogar auf 64% beschleunigte.
Mit einem Plus von 10% (in lokalen Währungen) lag das Wachstum der Diagnostika um rund 6 Prozentpunkte über dem des Marktes. Getrieben wurde es von starken zweistelligen Raten in Nordamerika, Frankreich, Spanien und Portugal. Die Entwicklung in Asien wurde als erfreulich charakterisiert, während sich die Märkte in Lateinamerika nur langsam erholten. Nach den Angaben eines Sprechers hat Roche zur Mitte dieses Jahres auch die Trendwende bei den Vitaminen und Feinchemikalien geschafft; zuletzt lag der Umsatz nur noch um 3% unter dem Vorjahresniveau. Nach schwierigem Jahresbeginn zeichne sich seit dem Beginn der zweiten Jahreshälfte ebenfalls bei den Riechstoffen ein positiver Trend ab. Zweistellige Zuwachsraten seien in Asien erzielt worden; in Nordamerika und Europa wird das Wachstum als zufriedenstellend bezeichnet.
Nach wie vor hängt über Roche der Schatten des Vitaminskandals. Während die nötigen Mittel zur Abgeltung des Vergleichs mit den US-Justizbehörden sowie für den demnächst erwarteten Vergleich mit amerikanischen Sammelklägern bereits im Halbjahresabschluss eingestellt wurden, bleibt offen, wie hoch die Bussgelder auf seiten der EU, Brasiliens, Mexikos, Neuseelands und der Schweiz sein werden. Roche stehe mit den entsprechenden Behörden in Kontakt. Mit einem Abschluss scheint man jedoch erst im nächsten Jahr zu rechnen, wobei vor allem die Busse der EU-Wettbewerbsbehörde nochmals erheblich ins Gewicht fallen dürfte. Ohne Berücksichtigung dieser Belastungen (und der zum Teil kompensierenden Erträge aus den Genentech-Transaktionen) erwartet Roche für das gesamte Jahr und unter den üblichen Vorbehalten wiederum ein gutes Resultat.
Neue Zürcher Zeitung, 15. Oktober 1999
Europas Verbraucher benehmen sich bockig: Genetisch veränderte
Nahrungsmittel wie Supermais oder Antimatschtomaten kaufen sie
einfach nicht. Die Produzenten sind frustriert - aber geben keineswegs auf

VON C HRISTINE HOLCH UND THOMAS WORM
Das ist die Macht der Konsumenten: Viele Supermärkte nehmen Genfood wieder aus dem Angebot, weil es sich nicht verkauft. Doch noch ist der Kampf nicht entschieden
Gentechnologie sei die Schlüsseltechnologie der Zukunft, der Boommarkt - diese Hochwertwörter klingen noch in den Ohren, da bläst die Deutsche Bank zum Rückzug. In einem jetzt veröffentlichten Papier rät sie ihren Kapitalanlegern dringlich, Aktien von Saatgutkonzernen abzustoßen, die in der Gentechnik engagiert sind. Die Verbraucher seien für gentechnisch veränderte Pflanzen nun mal nicht bereit. Die einst hochgejubelten Mais- oder Sojasorten, die mit Genen aus anderen Organismen widerstandsfähig gemacht wurden gegen Insekten- oder Unkrautvernichtungsmittel, werden vom Motor zum Paria der Agrarbranche mutieren, so lässt sich die Vorhersage der Börsenanalysten der Deutschen Bank zuspitzen.
Dieses Votum könnte den Super-GAU für Firmen wie Monsanto oder Novartis bedeuten. Während Anfang des Jahres der Schweizer Agrar- und Pharmakonzern Novartis noch zuversichtlich war, gentechnisch veränderte Produkte "relativ geräuschlos einführen" zu können, ist nun jede Euphorie verflogen. Viele Supermarktketten haben dem Druck der Verbraucher, angeführt von den Umweltorganisationen Friends of the Earth und Greenpeace, nachgegeben und Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Anteilen aus den Regalen genommen, zuletzt auch in Deutschland
Für die "grüne" Gentechnik gibt es, zumindest in Europa, ein Akzeptanzproblem. Während die "rote", also die medizinische Gentechnik inzwischen von einer Mehrheit als moderne Therapie angenommen wird, hapert es bei molekular nachgerüsteten Bohnen oder Kartoffeln. "Je nach Studie bezeugen 50 bis 80 Prozent ihre Antipathie", resümiert der Biologe Frank Mittner, Chefredakteur des Online-Magazins "
www.life-science.de".

»Künstlich ist nicht gleich künstlich«
Zwar haben sich viele Verbraucher an künstlich erzeugte, an vorgekochte und vorgewürzte Speisen gewöhnt, an Fastfood und "Plastikessen". Doch die gentechnische Veränderung der Nahrung scheint ein tieferes Unbehagen ausgelöst zu haben. "Künstlich ist eben nicht gleich künstlich", so bringt Werner Bartens in seinem Buch "Die Tyrannei der Gene" (Karl Blessing Verlag, München) das "mulmige Gefühl" auf den Punkt.
Unschön finden die meisten Menschen zwar auch Dioxin im Fleisch und auf dem Transport verendete Schlachttiere, doch das halten sie für Begleitumstände einer industrialisierten Welt, die sich durch rigorose Gesetze und Kontrollen beenden ließen. Gene hingegen, sofern sie manipuliert werden, entziehen sich weitgehend der Beherrschbarkeit. Wer Lachsgene in Erdbeeren bringt oder Bodenbakteriengene in Soja, der öffnet die Büchse der Pandora. Unumkehrbar.
Auch wenn die populäre Verbraucher-Devise "Ich esse keine Gene!" naiv klingen mag - sie zeugt von der Ahnung, dass mit dem rasanten Vormarsch der Laborgewächse tatsächlich Einschneidendes passiert. Allein in Nordamerika hat sich binnen drei Jahren der Anbau von Gen-Ackerfrüchten verfünffacht. Und die Ernte wird keineswegs nur von Amerikanern verspeist, sondern schiffsladungsweise nach Europa exportiert.
Gleichzeitig vermessen Forscher mit Hilfe von Computern das Erbgut immer weiterer Pflanzen. Innerhalb nur eines Tages können heutzutage Sequenzierautomaten die Erbbausteine einfacher Organismen erfassen: "Wenn alles gut läuft, schaffen wir 30000 Nukleotide am Tag", sagt Virologe Eckart Schreier vom Berliner Robert-Koch-Institut. Ein unvorstellbares Tempo. Fast täglich wird die Entdeckung weiterer Genfunktionen verkündet. Mal ist es die Frosthärte, mal die Virusresistenz.
Entscheiden in Zukunft Multis über unser Essen?
Vielen Menschen ist das mindestens unheimlich. Über ihre Köpfe hinweg entscheiden multinationale Konzerne, was in Zukunft auf ihren Teller kommt. Und, anders als bei gentechnisch erzeugten Medikamenten, wo der Einzelne Nutzen und Risiko abwägen und sich entscheiden kann, werden sie bei den Nahrungsmitteln überhaupt nicht gefragt. Selbst gegen die sehr zurückhaltende Kennzeichnungspflicht gentechnisch veränderter Lebensmittel sträubte sich die Ernährungsindustrie lange und heftig. Warum, so fragen sich viele Bürger, lehnen die Hersteller die vollständige Kennzeichnung ab, wenn gentechnisch behandelte Zusatzstoffe angeblich harmlos sind? Wollen sie Risiken vertuschen?
Das Misstrauen hat seinen Grund: Ob und, wenn ja, welche Risiken gentechnisch verändertes Getreide für die natürliche Umwelt und für die menschliche Gesundheit hat, ist nämlich keineswegs geklärt. Wenn fremde Gene in das Erbgut klassischer Nutzpflanzen eingeschleust werden, könnte das beispielsweise neue Allergien auslösen. Und weil sich Allergien gegen neuartige Nahrungsmittel erst über Jahre hinweg aufbauen, lässt sich dieses Risiko keineswegs durch ein paar Tests vor der Markteinführung ausräumen.
Auch der Einsatz von Antibiotika, die das Fremdgen in der Pflanze markieren sollen, ist äußerst heikel - immer mehr Bakterien könnten gegen immer mehr Antibiotika resistent werden. Schon jetzt sind in der Medizin viele Antibiotika wirkungslos.
Doch Risiken birgt die "grüne" Gentechnik keineswegs nur für die menschliche Gesundheit, sondern auch für die natürliche Umwelt. So wurde jetzt, wenn auch nur im Laborversuch, nachgewiesen, dass Maispollen, die dank eines eingepflanzten Bakteriums ein Gift gegen bestimmte Fraßinsekten produzieren, einer Maispollen fressenden Schmetterlingsart überhaupt nicht bekommt. Und wenn sich insektenresistente Getreidesorten mit Wildpflanzen kreuzen, könnte das den natürlichen Kreislauf von Fressen und Gefressenwerden erheblich durcheinander bringen.
Zudem könnte die Gentechnik sogar langfristig die Welternährung gefährden. Schon konventionelle Hochleistungssorten von Getreide fußen auf einer schmalen genetischen Basis, so ein Report des Londoner Panos Instituts. Das macht sie anfällig für Schädlingsplagen und Umweltveränderungen. Sollte sich die Gentechnik im Agrarsektor durchsetzen, würde die Zahl der Getreidesorten noch weiter schrumpfen. Eine gefährliche Hypothek für die Zukunft.
Hatten die Gentechnik-Konzerne bislang die Risiken heruntergespielt, so stellte sich jetzt heraus, dass auch ihre Versprechungen nicht haltbar sind. Vollmundig hatten sie erklärt, dass man mit Hilfe von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen die Ernte erheblich steigern und den Einsatz von Pestiziden erheblich verringern könne. "Wir wollen die Produktivität auf der heutigen Fläche verdoppeln", sagte zum Beispiel Monsanto-Chef Robert T. Fraley. Doch eine Untersuchung des amerikanischen Agrarministeriums (USDA) zeigte nun, dass die Wunderbohnen kaum in den Himmel wachsen. In den vergangenen drei Jahren fielen laut USDA die Ernten von Gen-Soja und anderen transgenen Pflanzen keineswegs besser aus. Ebenso mussten die Farmer in der Mehrzahl aller Fälle die gleiche Menge an Pestiziden wie früher auf ihre Felder bringen.

Bier mit wenig Kalorien,
Tomaten für kalte Tage
Trotz des in diesem Sommer zu einem Sturm angewachsenen Gegenwinds gibt die Agrarindustrie nicht auf. Vielmehr verspricht sie fürs nächste Jahrhundert eine neue Generation von gentechnisch veränderten Pflanzen. So arbeitet Monsanto an Getreide, das extreme Dürre aushält und auf salzigen Böden aussprosst. Auch kältefeste Tomaten sind vorgesehen. Dafür sorgt ein eingeschleustes Gen der Nordpolar-Flunder, das im Gemüse ein Frostschutz-Eiweiß bildet.
Außerdem sollen die Retorten-Sorten zu Überlebenskämpfern in einer kaputten Umwelt aufgerüstet werden: Ihre Wurzeln könnten mit Aluminium oder Schwermetallen in vergifteter Erde fertig werden, heißt es. Und gegen zu starkes UV-Licht aus dem Ozonloch soll eine Art Sunblocker-Gen die künftigen Ernten schützen.
Bislang fiel den Verbrauchern die Ablehnung gentechnisch veränderter Lebensmittel leicht - sie hatten nichts davon. Doch mit der zweiten Generation von Genpflanzen könnte sich das drastisch ändern. In Zürich arbeiten Forscher an einer koffeinfreien Kaffeesorte. In Großbritannien ist bereits ein kalorienreduziertes Bier auf Basis einer Gentech-Hefe zugelassen. Auch für den Wein gibt es Gentech-Hilfe: Genetisch umgemodelte Bakterien sollen die Säure schon während der Vergärung mindern.
Bei den Cherry-Tomaten der neuen "Anti-Matsch-Generation" des US-Unternehmens Agritope ist das Reifungshormon Ethylen blockiert. Auch Brokkoli, Bananen und Melonen halten auf diese Weise länger. Die Flav`r-Sav`r-Tomate von Calgene, die als erstes Gentech-Produkt auf den Markt kam, wird indessen auf Grund ihres unerwartet metallischen Geschmacks nun vorwiegend zu Tomatenmark und Ketchup püriert. Aber wenn die Tomate nicht überzeugt, dann vielleicht der Spezialreis mit Beta-carotinen und zusätzlichem Eisen, der extra für Asien entwickelt wird - gegen den dort weit verbreiteten Vitamin A-Mangel.
Die Medikamente wachsen auf dem Acker
Gesundes "functional food" soll die Milliardeninvestitionen der Industrie wieder hereinbringen. Nicht nur, dass ein Lorbeergen dem Rapsöl der Firma Calgene künstlichen Kokosgeschmack verleiht. Auch die gesünderen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren machen Gen-Rapsöl demnächst für Ernährungsbewusste attraktiver. "Tasty Health" und "Neutraceuticals" heißen die Trendausdrücke für das Gesundheitsprogramm aus der Gen-Küche.
Und schon in wenigen Jahren, so wird verheißen, sollen gar Medikamente auf den Äckern wachsen: genetisch umgebaute Kartoffeln und Zuckerrüben etwa, die in ihren Zellen Blutgerinnungsmittel, Tumorabwehrstoffe und Antibiotika bilden. Vermutlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis Lebensmittel bereits jene Stoffe enthalten, welche die Folgen ihres exzessiven Genusses abmildern: Verdauungsbakterien im Sahnekuchen oder Leberenzyme im Cognac. Die Grenze zwischen Nahrung und Medizin verschwindet. Mit positiven Botschaften wie "Schlemmen statt schlucken" könnte die Gentechnik möglicherweise dann doch eine breitere Akzeptanz erreichen.
So wie Landwirtschaft und Pharmazie verschmelzen, strukturieren sich auch die Unternehmen um. "Life science" lautet der gemeinsame Nenner der neuen Unternehmensriesen: Wissenschaft vom Leben. Die Umwandlung des Chemiegiganten Hoechst zum Life-Science-Hersteller Aventis ist das jüngste Beispiel dafür.
Doch während die Industrieintensiv an solchen Produkten bastelt, sind die Risiken immer noch nicht geklärt. Zwar sagt Ernst-Ludwig Winnacker, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, es gebe "kein einziges Experiment, das ein gravierendes Risiko durch die Gentechnologie belegt". Aber was genau wäre ein "gravierendes" Risiko? Gehört eine Allergie dazu? Oder die Vernichtung von Wildpflanzen durch rabiate Neuzüchtungen? Und was ist die Aussage Winnackers ohne Langzeitstudien eigentlich wert?
Gentech-Firmen finden keine Versicherung
"Weltweit wurden ökologische Fragestellungen bei weniger als einem Prozent der Freisetzungen von transgenen Pflanzen überhaupt untersucht", bemängelt Barbara Weber vom Freiburger Öko-Institut unter Berufung auf eine Untersuchung des Landesamtes für Umweltschutz in Sachsen-Anhalt. Nun ist es ein Leichtes, kritischen Verbrauchern und Umweltschützern Fortschrittsfeindlichkeit zu unterstellen. Allerdings hat sich bis heute noch keine Assekuranz bereit erklärt, Firmen gegen mögliche Folgeschäden der Gentechnik angemessen zu versichern. Weil sich die Risiken versicherungsmathematisch nicht erfassen lassen.
In dieser Weigerung der Versicherungen drückt sich das Unwissen über die realen Risiken der Gentechnik aus. Denn was bedeutet es, wenn sich laut Greenpeace in Georgien derzeit eine virusresistente Gen-Kartoffel unkontrolliert breit macht, die nur an wenige Landwirte ausgegeben wurde? Oder wenn kanadische Farmer überrascht entdecken, dass Schadinsekten durch den Genuss ihrer Genpflanzen später fruchtbar werden? Diese können sich deshalb nicht mehr mit unbelasteten Artgenossen, sondern nur noch mit anderen Genpflanzenfressern paaren. Ihre Nachkommen könnten schnell gegen die Gengifte der teuren Gewächse resistent werden.
Nahrungsmittelkonzerne, Werbeagenturen und nicht zuletzt Regierungen haben sich zusammengeschlossen, so resümiert der Soziologe Ulrich Beck, um Massenmärkte für die Biotechnologie zu etablieren: "Sie wollen ignorieren, was alle guten Wissenschaftler anerkennen: dass die Genetik in ihren Kinderschuhen steckt. Wir kennen noch nicht einmal das genetische Alphabet vollständig; und erst recht haben wir keine Idee, was es heißt, die genetische Sprache zu sprechen." Immer wieder werde erzählt, so Beck, dass die Gentechnik auf dem Wege sei, das Leben zu verlängern, Krankheiten zu besiegen und den Hunger in der Welt zu überwinden. "Aber dieses Versprechen beruht auf der falschen Prämisse, dass wir wissen, was wir tun."
Und was macht die Politik? Die Europäische Union wirkt ratlos. Zwölf gentechnisch veränderte Organismen hat sie bislang zugelassen, darunter mehrere Sorten Mais und Raps. Weitere sollen erst einmal nicht folgen, bis eine strengere Zulassungsrichtlinie in Kraft tritt. Noch nicht einmal über einen gemeinsamen Risikobegriff konnten sich die EU-Experten verständigen. So ist jetzt noch etwas Zeit für das Nachdenken über die umstrittene Technik. Aber es ist nur eine Atempause.
Europäische Pharmakonzerne im Hintertreffen
Die amerikanischen Pharmaunternehmen haben die besseren Karten. Staatliche Regulierungen und zersplitterte Märkte hemmen die Europäer.
Von Brigitte Scholtes, Frankfurt

Die schlechteren Rahmenbedingungen sind dafür verantwortlich, dass die europäischen Pharmakonzerne an Wettbewerbsstärke verloren haben. Zu diesem Schluss gelangt die DG-Bank, Spitzeninstitut der deutschen Genossenschaftsbanken, in einer neuen Studie. Damit die europäischen Pharmaunternehmen Herausforderungen wie die Globalisierung und die Gentechnologie annehmen könnten, seien mehr Wettbewerb und ein einheitlicher Markt in Europa vonnöten, fordern die Autoren der Studie.
Sparmassnahmen belasten
Exemplarisch studierten sie den deutschen Markt und stellten ihn amerikanischen Gegebenheiten gegenüber. Sie gelangen zum Schluss, dass deutsche Pharmafirmen derzeit drastischen Kürzungen ausgesetzt seien. Als Beispiele nennen sie die Festbeträge für Arzneimittel, welche die gesetzliche Krankenversicherung erstattet. Wünscht der Patient ein teureres Medikament, muss er den Differenzbetrag selbst bezahlen.
Deutschland verfügt bereits über eine Negativliste nicht erstattungsfähiger Medikamente, und eine Positivliste ist in nächster Zeit geplant. Da das Gesundheitswesen in Deutschland einnahmen- und nicht nachfragegesteuert sei, werde das Marktwachstum von öffentlichen Sparmassnahmen negativ beeinflusst, hält Michael Heise, Chefvolkswirt der Bank, fest.
Im Gegensatz dazu funktioniert der amerikanische Markt ohne staatlichen Einfluss: Dort herrsche ein intensiver Preiswettbewerb zu Gunsten der Patienten, die eigenverantwortlich handeln müssten. Das Wachstum des Marktes biete aber genügend Absatzmöglichkeiten - für amerikanische wie europäische Unternehmen.
Erste Folgen zeigen sich
Trotz der schlechteren Rahmenbedingungen in ihren Heimatmärkten hätten sich die europäischen Arzneimittelhersteller bisher gut behauptet: Zwei Fünftel aller weltweit hergestellten Arzneimittel stammen aus Europa, allerdings werden nur 30 Prozent von ihnen hier abgesetzt - mit fallender Tendenz.
Amerikanische Pharmaunternehmen machten im vergangenen Jahr 14,2 Prozent mehr Umsatz und lagen damit weit vor den Europäern, die nur 6,2 Prozent mehr umsetzten. Auch die Gesamtrendite der zehn grössten europäischen Gesellschaften liegt mit 11,6 Prozent weit unter derjenigen der "Top Ten" der Vereinigten Staaten, die 17,4 Dollar je 100 Umsatzdollar erzielte.
Rosige Aussichten
Wachstumsmotor des Pharmamarktes sind innovative Arzneimittel. Aber auch Generika und Selbstmedikationsprodukte versprechen gute Absatzchancen. In den nächsten Jahren laufen zahlreiche Patente aus, wovon die Generikahersteller profitieren dürften. Die Altersstruktur der Bevölkerung - die Überalterung - lässt zudem vermuten, dass der Bedarf an Arzneimitteln weltweit massiv steigen wird.
Reformen bleiben aus
Eine neue Zielgruppe geben die jungen Menschen ab, welche die Arzneimittelhersteller mit Lifestyle-Pillen beliefern möchten, welche die Gesundheit fördern und die Leistungsfähigkeit steigern sollen. Mittelfristig rechnet die Bank mit einem weltweiten Wachstum des Pharmamarktes von 6 Prozent: Während der amerikanische Markt jedoch um knapp 10 Prozent zulegen dürfte, werde der europäische Markt nur um zwischen 5 und 6 Prozent wachsen - wegen voraussichtlich ausbleibender marktwirtschaftlicher Reformen.
Die Europäer stehen dabei unter dem Druck, ihre Rendite auf das Niveau der führenden amerikanischen Hersteller zu heben. Das könnten sie nur erreichen über eine Verbesserung der Produktivität auch in der Forschung und höheres Wachstum, glaubt Vera Lessat, Analystin und Autorin der DG-Bank-Untersuchung. Neben hohen Budgets für Forschung und Entwicklung müsse man vor allem in neue Technologien investieren. Das aber sei einfacher für grosse Unternehmen als für kleinere. Deswegen rechnet sie mit weiteren Fusionen, Übernahmen und strategischen Allianzen - auch mit kleineren Biotech-Unternehmen in der Branche.
Dax-Wert FMC hat das Zeug zum Börsenliebling

Aufwärtspotenzial nach Gewinnmitnahmen - Zweistellige Zuwachsraten begeistern Analysten

Das Freudenfest währte nicht lange. Kurz nach dem Aufstieg in die Dax-Liga fiel der Aktienkurs von Fresenius Medical Care (WKN: 578 580), dem weltweit führenden Dialyseanbieter, wieder zurück. "Die Index-Spekulanten haben Gewinne mitgenommen, nachdem ihre Erwartung aufgegangen war", erklärt Christa Bähr von der BHF-Bank. Sie rät zum kaufen und erwartet, dass die Aktie wieder Fahrt aufnimmt, wenn fundamental orientierte Anleger sich von guten Zahlen anregen lassen.
Die dürften bereits morgen bei der Vorlage der Neun-Monats-Ergebnisse auf den Tisch kommen. Die BHF-Analystin erwartet, dass der Umsatz um 9,5 Prozent auf 2,83 Mrd. US-Dollar geklettert ist und der Gewinn vor Steuern um 22 Prozent auf 256,5 Mio. US-Dollar.
Petra Meyer von Sal. Oppenheim bewundert die "exzellenten Zukunftsaussichten". Der Markt werde weltweit jährlich zwischen sieben und neun Prozent wachsen, weil die Lebenserwartung zunehme und damit das Risiko altersbedingten Nierenversagens steige. Da die für Transplantationen benötigen Spenderorgane knapp sind, seien 95 Prozent der Betroffenen auf die Dialyse angewiesen. Die Analysten der WestLB glauben, FMC habe durch die Aufnahme in den Dax und durch zweistellige Zuwachsraten bei den 99er Halbjahresergebnissen bei den Anlegern verlorenes Vertrauen zurückgewonnen. Der faire Kurswert liege bei 75 Euro.

Noch optimistischer ist James McKern von Morgan Stanley Dean Witter. Der Analyst empfiehlt aggressiv zu kaufen ("Strong Buy";) mit einem Kursziel von 95 Euro. "Das Geschäft hat im Verlauf dieses Jahres an Fahrt gewonnen", lautet seine Begründung. Der aktuelle Kurs spiegele das Wachstumspotenzial der Aktie nicht wider. Matthias Dürr von Independent Research ist der Auffassung, "dass die hohe Ertragsdynamik sowie die Konstanz der prognostizierten Jahresüberschüsse" erwarten ließen, dass die Aktie künftig besser als der Dax abschneidet.
Für Gerrit Jost von der DG Bank bleibt Fresenius Medical Care der Favorit in der Pharmabranche, der "in einem stark wachsenden Markt eine hervorragende Position innehabe und in den nächsten Jahren ein rasantes Ergebniswachstum zeige". Meng Si von der Bankgesellschaft Berlin sieht dagegen derzeit keinen Handlungsbedarf. Die Aktie sei jetzt fair bewertet.
Ökolumne
Pharming"
Wenn Landwirtschaft und Pharmazie verschmelzen
Börsenanalysten verkünden den Tod der grünen Gentechnik. Die Deutsche Bank empfiehlt, biotechnologische Werte von Saatgut-Herstellern wie Novartis abzustoßen. Der US-Konzern Monsanto, mit seinem High-Tech-Samen einst gefeierter Pionier, ist saft- und kraftlos geworden. Er sucht nun potente Kapitalspender. Ist der herbizidresistente Bt-Mais am Ende? Die Gensoja via Aktienindex fertiggemacht, bevor sie so richtig aufblühen konnte?
Zu schön, um wahr zu sein. Die Launen der Börsianer werden auch künftig eine Debatte über die grüne Gentechnik nicht ersetzen. Noch während Monsanto publikumswirksam aus der Terminator-Technologie aussteigt, die ja Bauern zum Wiederkauf unfruchtbar gemachter Pflanzensamen zwingt, formiert sich die Branche neu. Life Science heißt das Stichwort. Landwirtschaft und Pharmazie sollen künftig in den Genlabors zu schönen neuen Produkten verschmelzen. Die Megafusion der Frankfurter Hoechst AG mit Poulenc zu Aventis dient diesem strategischen Ziel. Tausende Patente liegen dafür in der Schublade.
Die Käufer jedenfalls werden den Designer-Erzeugnissen der zweiten Generation nur schwer widerstehen. Sie könnten Akzeptanz schaffen und damit zum "Türöffner" für die Gentechnologie überhaupt werden. Markenzeichen: praktisch und gesund. In Zürich arbeiten Forscher an einer koffeinfreien Kaffeesorte, und in Großbritannien ist schon ein kalorienreduziertes Bier auf Basis von Gen-Tech-Hefe zugelassen. Attraktiv für Gesundheitsbewusste: Genrapsöl mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Auch an Getreide voll krebsbremsender Beta-Karotine ist gedacht. "Tasty Health" und "Neutraceuticals" heißen die Trendausdrücke aus der Genküche.
Schon bald wird es Plantagen mit molekular umgebauten Kartoffeln geben, die in ihren Zellen Tumorabwehrstoffe und Antibiotika bilden. Das "Pharming" macht aus dem Gemüseacker eine Großapotheke. Vermutlich ist es nur ein Frage der Zeit, bis Lebensmittel bereits jene Stoffe enthalten, welche die Folgen ihres exzessiven Genusses abmildern: Verdauungsbakterien im Sahnekuchen oder Leberenzyme im Cognac. Die Grenze zwischen Nahrung und Medizin verschwimmt.
Angesichts solcher Visionen sind die Flops der Vergangenheit rasch vergessen. Etwa die bejubelte Anti-Matsch-Tomate. Das pralle Ding fristet inzwischen ein ruhmlos püriertes Dasein in Ketchupflaschen. Sein Geschmack war überraschend metallisch. Sowas braucht nicht verwundern. Denn die Gentechnik befindet sich nach wie vor in ihrem Faustkeilstadium, und entsprechend wird am Erbcode rumgeklempnert. Wer etwa über die DNS Wachstumsproteine ausschalten möchte, um Geschwüren die Blutzufuhr abzuschneiden, darf sich nicht wundern, wenn gleichzeitig andere Wachstumsprozesse im Körper gestört werden.
Wie mit dem Blindenstock tasten sich Biotechniker über die Genlandkarten, um möglichst rasch ihre (Patent-)Claims abzustecken. Damit die Kasse klingelt. Gesucht wird jedesmal ein Genschalter, der eine bestimmte Eigenschaft "anknipst", etwa Virusresistenz. Von der chemischen und energetischen Orchestrierung des kompliziertesten aller Moleküle - der DNS - haben die Mechanisten aber nicht die leiseste Ahnung.
Bis heute gibt es keine Assekuranz, die Firmen gegen mögliche Folgeschäden der grünen Gentechnik angemessen versichert. Weil sich die Risiken versicherungsmathematisch gar nicht erfassen lassen. Dabei geht es keineswegs nur um wild gewordene Laborzombies, die sich - wie jetzt Genraps in Kanada - mit ihren natürlichen Verwandten kreuzen und für Nachkommen mit unerwünschten Eigenschaften sorgen.
Sämtliche Getreidearten außer Weizen, Reis und Mais schwinden auf der Erde. Und selbst von diesen drei gibt es nur noch wenige Sorten. "High-Tech-Agrarsysteme fußen auf einer schmalen genetischen Basis und haben die Hauptgetreide-Arten anfällig gemacht für Schädlingsplagen und Umweltveränderungen", so das Londoner Panos-Institut. Sollte die Gentechnologie im Agrarsektor triumphieren, erledigt sie die natürliche Vielfalt noch schneller.
Mag ja sein, dass die Wohltaten genetisch aufgerüsteter Lebensmittel unverzichtbar erscheinen. Doch stellt sich die Frage, ob wir die schrankenlose Industrialisierung des Lebens hinnehmen wollen. Das "Freiland" würde in bisher ungekanntem Ausmaß kolonisiert mit biotechnischen Schöpfungen, die sich von allein vermehren - eigenständig reproduktionsfähige Industriegüter. Ein vollkommenes Novum in der Geschichte.
Thomas Worm
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Gruß Riddick

Obwohl der Blue Chip der Biotechnologiebranche schlechthin, Biogen, am 10. Oktober überzeugende Zahlen veröffentlicht hat, ging es seitdem mit der Aktie abwärts. Für das dritte Quartal stand ein Gewinn von 39 Cents pro Aktie zu Buche. Der Ertrag lag damit sogar leicht über den Erwartungen des Marktes von 38 Cents. Die Hoffnungen vieler Anleger auf eine positive Überraschung bei den Zahlen wurden aber offenbar enttäuscht. Trotz des kurzfristigen Rückschlags ist Biogen weiterhin ein Basisinvestment im Biotechnologiebereich. Ein wesentlicher Grund für diese Einschätzung ist der deutliche Anstieg von Patienten, die mit dem Medikament Avonex behandelt werden. Avonex ist ein hochwirksames Präparat zur Behandlung von Multipler Sklerose (MS). Die Anzahl der weltweit mit diesem Medikament behandelten Personen stieg nach Angaben von Hornblower Fischer alleine im letzten Quartal um 7000 auf 75.000. Seit nun drei Jahren gelinge es Biogen die Anzahl der Avonex-Patienten um jährlich eztwa 50 Prozent zu steigern. Die Produktpipeline des Unternehmens verspricht zudem einigeweitere gute Medikamente. Mit Antova befindet sich ein vielversprechendes Arzneimittel für sechs verschiedene Indikationen in der klinischen Erprobung. Zudem soll in Kürze die Phase III für das Schuppenflechte-Medikament Amevive begonnen werden.

Mit 300 Mio. Dollar, die in Forschung und Entwicklung investiert werden, können bei Biogen auch in Zukunft Durchbrüche in der Forschung erwartet werden.
Novartis hat offenbar Interesse an Monsanto
LONDON/BASEL - Der Basler Chemiekonzern Novartis hat offenbar Interesse am US-Chemie- und Biotechnologiekonzern Monsanto. Das "Wall Street Journal Europe" berichtet, Monsanto habe Gespräche über den Verkauf des Konzerns als Ganzes oder von einzelnen Sparten geführt. Novartis sei als ernsthafter Übernahme-Interessent aufgetreten, berichtet die Zeitung unter Berufung auf verhandlungsnahe Kreise.
Bislang sei kein Übereinkommen erzielt worden, hiess es im Bericht weiter. Als Hürden für einen Vertragsabschluss bezeichnete das Blatt Probleme, die von der Finanzierung bis zu Wettbewerbs- Fragen in der Agrarsparte reichten. ( 9. November 1999 11:49)
Monsanto würde zu Novartis passen
Von Felix Erbacher
Die Gerüchteküche um die Pharmakonzerne brodelt noch stärker, nachdem ein Übernahmekampf zwischen American Home Product und Pfizer um Warner Lambert entbrannt ist: Novartis soll sich intensiv um Monsanto bemühen. Der US-Konzern würde Novartis gut ergänzen.
Die Reaktionen der Pressestellen sind bei allen Unternehmen identisch, wenn man um eine Stellungnahme bei Mutmassungen nachsucht: «Wir kommentieren grundsätzlich keine Gerüchte.» Diese Antwort gibt denn auch die Pressestelle von Novartis auf die Frage, wie ernst denn die Absicht sei, den amerikanischen Pharma- und Agrokonzern Monsanto zu kaufen.
Gestern habe man Novartis mit American Home Product (AHP), heute mit Monsanto in Zusammenhang gebracht, meint Marguerite Mamane von der Medienstelle. Seit Jahren nun schon wird jeder mit jedem in Zusammenhang gebracht, und Tatsache ist, dass nur wenige Firmen sich nicht schon mehr oder weniger intensiv beschnuppert haben. Und zahlreiche Mergers sind ja auch zustande gekommen.
Vasellas Ziele
Nun hat Novartis-Konzernchef Daniel Vasella mehrmals zwei bemerkenswerte Sachverhalte verlauten lassen: dass man - erstens - verschiedene Optionen bezüglich der Zukunft der Agrodivision prüfe, und dass - zweitens - Novartis in den USA auf dem wachstumsträchtigen Pharmamarkt stärker werden wolle. Aus dieser Perspektive heraus leuchtet ein Deal mit Monsanto ein und könnte auch Sinn machen.
Unter dem zyklischen Tief der Agrobranche leiden beide Firmen; sie kämpfen mit firmenspezifischen Problemen. Monsanto als Nr. 2 der Branche hat wie kein anderer Konkurrent auf die Gentechnologie gesetzt, sieht sich aber neuerdings selbst in den USA Akzeptanzproblemen gegenüber. Novartis als Weltmarktführer liegt bei der Gentechnologie im Rückstand. Zusammen gäben beide ein starkes Paar ab.
Attraktives Pharmageschäft
Mit Searle, dem Pharmageschäft von Monsanto, könnte Novartis zwei Ziele erreichen. Der US-Marktanteil würde kräftig steigen und die Produktepipeline verstärkt, weil Searle zwar nicht zu den ganz grossen Pharmaplayern zählt, aber dank der Stärke in den Indikationen Arthritis (Erfolgspräparat Celebrex) und Krebs sehr attraktiv ist. Würden Novartis und Searle ihren Aussendienst zusammenlegen, verfügten sie, mit Pfizer, im nächsten Jahr über den grössten Aussendienst in den USA - sofern es Pfizer nicht gelingt, Warner Lambert zu übernehmen.
Die beiden Konzerne könnten ihre Pharma- und Agrobereiche getrennt zusammenlegen. Das rückläufige Agrogeschäft belastet die Börsenkapitalisierung. Diesbezüglich steht Monsanto seitens der Anleger noch stärker unter Druck, sich auf das Pharmageschäft zu fokussieren. Auch die Zukunft der Agrofirmen sieht gar nicht so schlecht aus, weil sich der negative Landwirtschaftszyklus früher oder später ins Positive kehren wird. Allerdings stehen der Verwirklichung solcher Szenarien Hindernisse im Weg.
Schwierige Finanzierung...
So stellt sich einmal für Novartis das Finanzierungsproblem einer Akquisition der Monsanto-Pharmadivision. Eine Bezahlung in Aktien kommt nicht in Frage, weil Novartis in den USA an der Börse nicht (nur über American deposit rigths, ADRs; Zertifikate) kotiert ist. Der Basler Konzern müsste mit Cash bezahlen. Das ist nicht unmöglich, würde die Kasse aber arg strapazieren, umso mehr, als sich der Kurs der Monsanto-Aktie in den letzten Tagen um fast 20 Prozent erholt hat. Und der Kurs könnte weiterhin steigen, weil nicht nur Novartis, sondern auch andere Konzerne Interesse sowohl an Searle als auch am Agrogeschäft angemeldet haben. Wenn Novartis aber Agro an einen Dritten verkaufen könnte (der Wert des Novartis-Agrobereichs wird auf über 20 Milliarden Franken veranschlagt), sähe die Rechnung wieder anders aus. An der Börse kostet Monsanto zurzeit gegen 30 Milliarden Dollar.
... und Kartellprobleme
Ein Zusammengehen zwischen Novartis und Monsanto im Agrobereich sieht auf dem Papier gut aus. In Wirklichkeit dürften aber die Wettbewerbsbehörden gegen eine Fusion der Nummer eins und zwei einiges einzuwenden haben. Schon die gegenwärtige Konkurrenzsituation, insbesondere im Saatgutsektor, wird in den USA kritisiert und hat kürzlich zu einer Sammelklage geführt. Aber wer weiss, welche zusätzliche Varianten die beiden Konzerne zurzeit evaluieren!
Amgen 867900 ist eines der größten unabhängigen Unternehmen in der Biotechnologiebranche. Zuletzt konnte Amgen erneut vielversprechende Ergebnisse eines in der letzten klinischen Testphase (Phase III) befindlichen Proteins veröffentlichen. Das Protein mit der Bezeichnung NESP wurde auf der Jahrestagung der amerikanischen Gesellschaft für Nephrologie vorgestellt. Mit Hilfe von NESP ist es möglich bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz die Blutwerte wesentlich zu verbessern. Im Unterschied zu vergleichbaren Präparaten kann jedoch die Dosis und die Anwendungshäufigkeit stark verringert werden. War bisher eine Therapie bis zu dreimal in der Woche nötig, so reichen bei NESP wöchentliche oder gar zweiwöchentliche Behandlungen. Auf dem Markt befinden sich mit Epogen, Infergen und Neupogen bereits drei Medikamente. Für besonders wichtig erachten wir, dass Amgen nicht von einem Produkt abhängig ist, sondern sich der Umsatz entsprechend verteilt. Von der großen Produktpipeline sind auch weiterhin gute Ergebnisse und marktreife Medikamente zu erwarten. In den ersten neun Monaten des Jahres konnte Amgen seine Umsätze um 23% auf 2,4 Milliarden Dollar steigern. Der Gewinn stieg im gleichen Zeitraum im Vergleich zu den Neunmonatszahlen des Vorjahres um 30% auf 818,4 Millionen Dollar. Wir sind angesichts der bisher gezeigten Leistungsstärke von Amgen und der großen Nachfrage nach neuen Medikamenten vor allem gegen Krebs, Hepatitis und anderen Infektionskrankheiten sehr optimistisch für das weitere Wachstum. Der Chartverlauf gibt auch Grund zu Optimismus. Eine seit Ende August andauernde Phase ohne klare Tendenz sollte nunmehr durch Ausbildung eines neuen Hochs ihr Ende gefunden haben. Wir gehen davon aus, dass der Markt die guten Geschäftsaussichten nun wieder stärker honorieren wird und raten zum Kauf. Disclaimer: Dieser Bericht dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Anlageinstrumenten dar. Alle Informationen stammen aus Quellen, die der Verfasser für zuverlässig hält. Eine Haftung für die Richtigkeit der Beiträge und Quellen, einschließlich eventueller textlicher Überarbeitung und Übersetzung wird nicht übernommen. Der Verfasser behält sich einen Irrtum insbesondere in Bezug auf Kurse und andere Zahlenangaben ausdrücklich vor.

15.11.99, 08:51 Uhr
Hornblower Fischer AG © GIS Wirtschaftsdaten GmbH
Societe Generale bringt ein Branchen-Zertifikat raus, WKN 352 947, Laufzeit bis
28.11.03, mit Amgen, Biogen, Genentech, Medimunne ...

Gruss Riddick
Forschungserfolge machen Biotech-Titel fit

Von Anlegern vernachlässigte Branche steht in den Startlöchern - Schwächephase der Pharma-Werte dauert an
Von Leo Fischer
Düsseldorf - Die Kursentwicklung an den Weltbörsen ist gespalten wie selten zuvor. Während das Gros der Aktien weit unter ihren Höchstkursen notiert, erreichen die Hochtechnologiewerte immer neue Kursrekorde. Aber Hochtechnolgie legt die Börse sehr eng aus: Informationstechnologie, Internet und Telekommunikation steht hoch in der Gunst der Anleger, aber die Biotechnologie bleibt nach wie vor vernachlässigt, meinen die Experten.
Immerhin haben die Biotechnologie-Werte die großen Pharmawerte in diesem Jahr deutlich abgehängt. Das zeigt sich auch in der Performance-Rangliste der Biotech- und Pharmafonds. Die Biotech-Fonds führen die Performance-Rangliste der letzten zwölf Monate deutlich an. Dagegen sind die Pharma-Fonds zurückgefallen. Aber auch die Fonds, die lediglich Pharma im Fondsnamen führen, sind keine reinen Pharmafonds. So hat der Pharma/wHealth-Fonds von Oppenheim 39 Prozent des Fondsvermögens in Biotech-Werten investiert. Der Löwenanteil entfällt aber mit 47 Prozent weiterhin auf die Pharma-Branche. Für andere Bio/Pharma-Fonds gilt ähnliches. Aber auch umgekehrt: Um die Risiken des Biotech-Engagements zu dämpfen, werden auch Pharma-Aktien zugemischt. Reine Biotech-Fonds sind nur die Produkte von Pictet und UBS sowie der DWS Biotech-Aktien Typ 0.

Trotz der Fusionsphantasie, die durch den Übernahmekampf zwischen Pfizer und American Home Products um Warner Lambert wieder neu geweckt worden ist, sind die Pharma-Werte sogar hinter der Entwicklung der Gesamtbörse zurückgeblieben. Noch schwächer als die US-Werte schnitten die europäischen Pharma-Titel ab.
Für die Schwäche der Pharma-Aktien weltweit gibt es drei Gründe. Nach den starken Kursgewinnen in 1998 wandten sich die Anleger 1999 von den defensiven Pharma-Werten ab und wechselten zu den zyklischen Aktien. Zudem gibt es Befürchtungen, dass die US-Pläne zur Reform des Gesundheitswesens, die 1993 scheiterten, wiederbelebt werden könnten. Das würde Druck auf die Margen der großen Pharma-Unternehmen bedeuten.Und schließlich laufen viele Patente der großen Pharma-Unternehmen aus, ohne daß diese neue Blockbuster-Aspiranten in Sicht sind. Blockbuster sind Arzneimittel, die einen Milliarden-Dollar-Jahresumsatz versprechen.
Die Fantasie auf neue Produkte bieten aber die Biotech-Unternehmen. Noch 1990 entfielen erst zehn Prozent der neuzugelassenen Medikamente auf Biotechnologie-Präparate. 1995 waren es ein Drittel und im Jahr 2002 dürften es 47 Prozent sein, prophezeit die DWS, die drei Fonds für die Branchen Pharma, Medizintechnik und Biotechtnolgie hat. "250 Biotech-Produkte befinden sich derzeit in der letzten Erprobungsphase", erläutert, Dr. med. Michael Fischer, Fondsmanager des DG Lux Lacuna BioTech Subfund. In den nächsten zwölf Monaten bis drei Jahre kommen diese auf den Markt.
Die Biotechnlogie steht erst am Anfang ihrer Entwicklung. "Die Revolution der Informationstechnologie hat die Hälfte des Weges hinter sich, die Biotechnologie vielleicht fünf bis zehn Prozent," meint Michael Sheffery von OrbiMed Advisors, einer US-Beratungsfirma für Pharma- und Biotechanlagen.
Zum ersten Mal ergibt sich jetzt auch eine Anlage-Alternative durch ein Biotech-Zertifikat. Die Société Générale bietet ein Zertifikat auf einen Basket von zwölf Biotech-Werten an (WKN: 352 947). Ein Zertifikat hat aber gegenüber einem Fonds zwei Nachteile. Die Laufzeit ist begrenzt und das Portfolio wird nicht gemanagt.
Der nächste Einbruch kommt bestimmt

Skepsis gegenüber kontinentaleuropäischen Biotech-Anlagen

Die europäische Biotech-Industrie - wenngleich noch immer um den Faktor Zehn kleiner als in den USA - ist an den Finanzplätzen auf dieser Seite des Atlantiks zu einer respektablen Grösse geworden. Angesichts der Erfahrungen in Amerika warnen Experten allerdings vor einer zu euphorischen Einschätzung. Derzeit scheint zuviel Geld eine überschätzte Technologie zu jagen; der nächste Einbruch ist im Urteil dieser Beobachter darum programmiert.
Hm. Kein Zweifel: Die Biotechnologie (hier verstanden als Verfahren zur Herstellung von pharmazeutischen Produkten) ist auf dem europäischen Kontinent salonfähig geworden. Mit einer Reihe von Börsengängen (Initial Public Offerings - IPO) etwa am «Neuen Markt» in Frankfurt oder der Easdaq in Brüssel ist sie auch in das Sichtfeld der Anleger gerückt, nachdem das Venture Capital (VC) die Branche schon vor geraumer Zeit als lukrative Anlage entdeckt hatte. Allein in Deutschland operieren nach jüngsten Angaben 540 Biotech-Unternehmen, wobei Subkontraktoren und Zulieferer an die grossen Pharmakonzerne den Eindruck einer besonderen Dynamik allerdings etwas verzerren. Dessenungeachtet zeigt diese Zahl, dass die staatlichen Subventionen - pro investierte Mark legte die öffentliche Hand nochmals 3 DM hinzu - mit den Anreizen für die drei Regionen um Heidelberg, Köln und München Früchte getragen haben. Dazu kam Zug von der Börse, die mit Technologiewerten Masse für die neuen Märkte schaffen wollte, wobei auch ehrgeizige Börsenanalytiker ihren Beitrag zur Emissions-Euphorie leisteten.
Fehlendes Know-how
Obwohl die kontinentaleuropäische Dynamik derzeit allen anderen Regionen den Rang abläuft, gilt es, die Proportionen zu wahren. Nach wie vor ist nämlich Amerika in bezug auf Umsatz und Profitabilität der Branche etwa zehnmal grösser als Europa, und innerhalb Europas liegen britische Unternehmen noch immer voraus. Vor dem Hintergrund seiner langen Amerika-Erfahrungen kommt denn auch Edmund Olivier von Oxford BioScience zu einer skeptischen Einschätzung. Die Anzahl der Gesellschaften übersteige in Europa die verfügbare Infrastruktur, die für Aufbau und Unterhalt der Branche nötig sei. Gemeint sind u. a. Rechtsanwälte und VC-Firmen, aber auch Ausrüster und Zulieferer für Jungunternehmen, die eine Produktion aufbauen wollen. Dazu komme die fatale Erwartung vieler Start- ups, die nationalen Grenzen könnten sie vor der ausländischen Konkurrenz beschützen. Das sei jedoch wenig rational, denn das Geschäft sei global; weder die Wissenschaft noch das Kapital kennten Grenzen. Die entscheidende Schwäche ortet Olivier allerdings im fehlenden Know-how auf der Stufe Management. Sein Kollege Stelios Papadopoulos von Paine Webber geht sogar noch weiter: Er hält es schlicht für unwahrscheinlich, dass es allein in Europa 600 qualifizierte Führungskräfte geben werde, die den jungen Biotech- Unternehmen vorstehen könnten.
Vor diesem Hintergrund will sich Papadopoulos von der Anzahl der Start-ups denn auch nicht beeindrucken lassen. Wichtig sei nicht die Menge der Jungunternehmen, sondern die Antwort auf die Frage, wie man sie auf einen nachhaltigen Wachstumspfad bringen könne. Und dazu brauche es neben der von Olivier erwähnten Infrastruktur auch einen gut ausgebildeten Kapitalmarkt, auf dem die Teilnehmer mit Verständnis der technischen Zusammenhänge nicht nur das Geld für die Börsengänge aufbringen, sondern mit langem Atem auch für die Anschlussfinanzierung sorgen. Dabei gilt es nach Nick Woolf (bis vor kurzem Biotech-Analytiker bei der britischen BancBoston Robertson Stephens) jedoch vor Augen zu halten, dass der Markt immer «ereignisgetrieben» sein wird. Unternehmen mit gut eingeführten Produkten (wie Medimmune und Genentech in den USA) oder Technologie-Anbieter wie Millennium und Affymetrix, die den Branchenstandard setzen, werden eher in der Lage sein, eine Kursprämie zu erzielen. Übersetze man dies auf Europa, dann dürfte nach Woolf für kommende Börsengänge zunehmend zum Erfolgskriterium werden, dass mindestens ein Produkt in einer späten Phase der klinischen Prüfung stehen muss, dass eine breite Pipeline für die Abfederung von unvermeidlichen Fehlschlägen sorgt und dass eine Verbindung zu mindestens einem grossen Pharma-Partner besteht.
Vor unvermeidlichen Korrekturen
Unter dem Strich betrachtet Woolf die gegenwärtige Entwicklung in Europa ebenfalls mit einer gehörigen Dosis an Skepsis. Die Europäer haben seiner Meinung nach mehr versprochen, als sie halten konnten. Dazu seien zu bereitwillige und vielleicht sogar naive Anleger gekommen, die nicht über die naturwissenschaftlichen Grundlagen für die Einschätzung der Möglichkeiten und Grenzen der neuen Technologie gehabt hätten. Eine vorsichtige Beurteilung der mittelfristigen Anlageperspektiven ergibt sich nach Tom Geimer vom deutschen VC-Unternehmen Apax Partners aber auch - so paradox dies im ersten Moment klingen mag - aus der finanziellen Übersättigung des Marktes. Allein in den letzten drei Jahren seien nämlich rund 179 Mrd. $ für Investitionen in dieser Branche mobilisiert worden, was sich unter plausiblen Annahmen für den «Anlagehebel» über kurz oder lang in eine Börsenkapitalisierung von 1 Bio. $ umsetzen müsste. Wie realistisch - oder unrealistisch - diese Vorstellung ist, ergibt sich im Vergleich mit der Nasdaq, an der die 100 grössten Unternehmen eine Kapitalisierung von «lediglich» 1,7 Bio. $ zusammenbringen. Die europäische Biotech-Branche müsste wahrlich in grosse Schuhe hineinwachsen, wollte sie die verfügbaren Mittel sinnvoll nutzen. Für Geimer ist es darum unvermeidlich, dass es in absehbarer Zeit zu einer Korrektur mit einbrechenden Bewertungen kommen wird. Von einem Blutbad will er jedoch nicht sprechen, gehören doch solche Korrekturen zu den natürlichen Bewegungen im Kapitalismus.
Es scheint, dass Biotech-Fonds und VC-Firmen aus dieser Entwicklung denn auch bereits Konsequenzen gezogen haben. Zumindest Papadopoulos glaubt, dass sich die grösseren Fonds mehr und mehr von der Start-up-Finanzierung abwenden werden, was nicht zuletzt auch mit dem schieren Volumen zu tun haben dürfte, das von einzelnen Fonds mittlerweile bewegt wird. Die individuellen Tranchen sind für Anlagen in einem risikobehafteten Start-up viel zu gross geworden. Papadopoulos hält es darum für wahrscheinlich (und in einem gewissen Punkt auch für sinnvoll), dass die Finanzierung von Jungunternehmen mehr und mehr zur Domäne der grossen Pharmakonzerne wird. So erhalten die Start-ups limitierte Mittel (3 Mio. bis 5 Mio. $), ohne dass sie sich mit einem heterogenen Anlegerkonsortium herumschlagen müssen. Auf der anderen Seite können die Konzerne schon nach einer kurzen Zeitspanne abschätzen, ob sie die Kooperation weiterführen und allenfalls das Produkt (oder das junge Unternehmen) übernehmen wollen, was Papadopoulos als eine «Win-win»-Situation für beide Parteien bezeichnet.
Zürcher Zeitung, 29. November 1999
Hier nochmal die Zusammensetzung des Baskets der Société Générale .
Die Biotechnologie ist eine der am schnellsten wachsenden Branche des kommenden Jahrhunderts. Ohne Biotechnologie ist moderne Medizin nicht mehr möglich.

Gruß Riddick

Amgen, Gewichtung 25,30%

Amgens Tätigkeitsfeld ist die Forschung, Entwicklung und Produktion von Therapeutika auf Basis der Zell- und Molekularbiologie. Schwerpunkte liegen unter anderem in der Krebs- und Hormonforschung und der Neurobiologie. Wichtige Umsatzträger des Unternehmens sind Medikamente zur Dialysebehandlung (EPOGEN und NEUPOGEM). Gerade dieser Bereich sollte weiterhin zum für die nächsten Jahre prognostizierten zweistelligen Umsatz- und Gewinnwachstum beitragen. Zukünftiger Star aus Amgens Produkt-Pipeline könnte ABARELIX werden, ein Medikament zur intensiven Hormonbehandlung. Amgen ist der Blue Chip unter den Biotech-Werten, der in keinem Branchen-Finanzprodukt fehlen sollte.
Marktkapitalisierung: 30 Milliarden USD.

Biogen, Gewichtung 17,52%
Biogen entwickelt und produziert verschiedenartige Therapeutika unter anderem zur Behandlung von Multipler Sklerose und Nierenerkrankungen. Das Unternehmen forscht intensiv im Bereich der Gentherapie. Der Star in Biogens Produktpalette ist derzeit das Multiple-Sklerose- Medikament AVONEX. Da AVONEX im Vergleich zu Produkten der Konkurrenten wie Chiron oder Schering effizienter ist und weniger Nebenwirkungen aufweist, gewinnt das Unternehmen hier derzeit deutlich Marktanteile. Darüber hinaus erzielt Biogen Einnahmen aus Patentlizenzen für Medikamente zur Hepatitis- Behandlung. Auch Biogen ist ein ausgesprochener Blue Chip des Sektors.
Marktkapitalisierung: 9 Milliarden USD.

MedImmune, Gewichtung 11,53%
Die Schwerpunkte der Tätigkeit von MedImmune liegen in den Bereichen Infektionskrankheiten, Transplantationsmedizin und Krebsforschung. Das Unternehmen verfügt über eine ausgewogene Produktpalette und eine gut gefüllte Produkt-Pipeline. Der "Renner" bei MedImmune ist derzeit SYNAGIS, ein Medikament zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten.
Marktkapitalisierung: 4,6 Milliarden USD.

Immunex, Gewichtung 10,36%
Immunex entwickelt und produziert Medikamente zur Behandlung unterschiedlichster Krankheiten. Die Produkte finden Anwendung bei der Behandlung von Infektionskrankheiten und zur Bekämpfung von Krebserkrankungen. Die "Perle" in der Immunex- Produktpalette ist ENBREL, ein Medikament zur Behandlung von Arthritis. Das im November 1998 auf den Markt gekommene Medikament führte in Tests bei 75% der behandelten Personen zum Erfolg und sollte weiterhin für steigende Einnahmen sorgen.
Marktkapitalisierung: 7 Milliarden USD.

Genzyme, Gewichtung 9,68%
Genzyme ist ein diversifiziertes und integriertes Pharmaunternehmen mit den Schwerpunkten Therapeutika, Diagnose- Service und Diagnose- Produkte. Wichtige Erfolgsgaranten sind Produkte zur Substitution bzw. zum Ausgleich von Enzymen (bspw. CEREZYME). Insbesondere hier ist das Unternehmen in einem rasant wachsenden Marktumfeld tätig. Des weiteren forscht Genzyme im Bereich seltener Genkrankheiten und entwickelt hierfür entsprechende Therapien. Genzyme sollte langfristig in der Lage sein, ein 20%iges Gewinnwachstum aufrecht zu erhalten.
Marktkapitalisierung: 4,5 Milliarden USD.

Genentech, Gewichtung 7,84%
Genentech ist ein Biotechnologie- Unternehmen, das sich intensiv mit der menschlichen Genforschung beschäftigt und auf dieser Basis entsprechende pharmazeutische Produkte entwickelt und produziert. Genentech ist derzeit eine der erfolgreichsten und innovativsten Firmen der Branche. Auch die Produkt-Pipeline ist gut gefüllt und sollte für stetig wachsende Erträge sorgen. Société Générale erwartet in naher Zukunft einen starken Anstieg der Lizenzeinnahmen und eine deutliche Verbesserung der Sales Margin.

Celltech Chiro, Gewichtung 3,15%
Celltech Chiroscience ist sowohl eine Biotechnologie- als auch eine Pharmazie- Firma. Die Firmengruppe hat sich auf genetisch basierte Forschungen, Molekularbiologie, Immunologie und Gegenkörper- Entwicklung fokussiert. Die therapeutischen Ziele, die Celltech Chiroscience verfolgt, sind die Bekämpfung von Störungen des Immunsystems sowie Komplikationen, die im Zuge von Krebs oder Knochenerkrankungen auftreten können. Das Unternehmen kooperiert unter anderem mit Merck und Astra Zeneca.
Marktkapitalisierung: 654 Million GBP.

Vanguard Medica, Gewichtung 3,00%
Vanguard Medica Group ist eine aufstrebende Biopharma-Firma, die neue pharmazeutische Medikamente für die medizinische Industrie entwickelt und vermarktet. Aktuelle Produkte sind unter anderem Medikamente gegen Migräne und Hyperphosphatemie. Die Strategie von Vanguard Medica, Produkte von anderen Pharmafirmen zu lizenzieren, um sie durch die klinische Testphase zu bringen und dann wieder an die Pharmafirmen zu verkaufen, scheint sehr vielversprechend. Das Migräne- Medikament FROVATRIPTAN, das im Vergleich zu Konkurrenzprodukten fast frei von Nebenwirkungen ist, wird, Freigabe durch die Behörden vorausgesetzt, bald auf den Markt kommen.
Marktkapitalisierung: 52 Millionen GBP.

Qiagen, Gewichtung 2,98%
Qiagen stellt Technologien zur Trennung und Reinigung von DNS und RNS her. Die Firma stellt sowohl kleinere Geräte, die zur Trennung, Reinigung und Bearbeitung von Nukleinsäuren dienen, als auch vollautomatische industrielle Geräte her. Qiagen ist ideal positioniert, um seinen Marktanteil von derzeit beachtlichen 18% weiter massiv auszubauen, wenn das "Human Genome" Projekt fertig ist und sich unzählige Forscher daran machen werden, diese Ergebnisse zu verarbeiten. Dies wird vor allem unter Verwendung von Qiagen Produkten passieren. Kürzlich ging Qiagen eine Kooperation mit Becton Dickinson ein. Unter dem Namen PreAnalytiX wird man in der Lage sein, die komplementären Stärken beider Firmen in einem Produkt anzubieten. Der Wert dieser Zusammenarbeit für Qiagen wird auf 200 Millionen USD geschätzt.
Marktkapitalisierung: 1,674 Milliarden USD.

Biocompatibles, Gewichtung 2,96%
Biocompatibles International entwickelt innovative Materialien und Beschichtungen, die besonders gut mit biologischen Komponenten harmonieren. Diese werden in der Produktion von medizinischen Geräten oder auch Kontaktlinsen und Implantaten für die Intensivmedizin genutzt. Die Firma möchte ihre Forschungsaktivitäten weiter in der Entwicklung spezialbeschichteter Materialien konzentrieren. Derzeit befinden sich unter anderem neuentwickelte Katheter in der vorklinischen Testphase.
Marktkapitalisierung: 200 Millionen GBP.


British Biotech, Gewichtung 2,89%
British Biotech entwickelt neuartige und innovative Pharmazeutika gegen Krebs, Viruserkrankungen, Asthma und Multiple Sklerose. Die Referenzprodukte von British Biotech befinden sich derzeit noch im Stadium klinischer Versuche. Die firma plant diese Produkte in Europa und Nordamerika zu vermarkten. Das Hauptaugenmerk der Forschung ist auf Metalloenzyme- Inhibitoren gerichtet. Zu wichtigen Vertriebspartnern gehören unter anderem Schering-Plough und Tanabe.
Marktkapitalisierung: 198 Millionen GBP.

Genset, Gewichtung 2,79%
Genset ist ein Experte im Bereich der DNS Technologie. Dazu analysiert und entschlüsselt die Firma die menschlichen Gene, bei erfolgreicher Identifizierung versucht man auch Gene entsprechend zu patentieren, wenn diese Erfolge in der Bekämpfung von Krebs, Hautkrankheiten und ähnlichem versprechen lassen. Genset baut seine Stärken im Bereich der Genentschlüsselung kontinuierlich aus. Die Kompetenz in diesem Bereich wird auch von den Partnern von Genset anerkannt. Man schätzt, dass Verträge mit Partnern in der Höhe von 250 Millionen USD abgeschlossen worden sind. Kürzlich gelang Genset mit ihrem Partner Sanofi- Synthelabo ein neuer Durchbruch mit der Bereitstellung des mittlerweile dritten Gens zur Bekämpfung von Prostatakrebs.
Marktkapitalisierung: 200 Millionen USD.
Der Biotechnologiewert Qiagen hat sich durch die gestern und heute bekanntgegebenen Meldung ins Gespräch gebracht und konnte an beiden Tagen stark zulegen.
Gestern hatte das Unternehmen die Übernahme von Rapigene Inc. gemeldet. Nach Auffassung des Vorstandes der Qiagen hat Rapigene eine Technologieplattform entwickelt, welche in dem strategisch wichtigen Feld der Genomics (Arzneimittel-Entwicklung auf der Basis des Wissens über genetische Information)eine mit Abstand führende
Stellung erreicht hat.
Heute teilte das Unternehmen den Abschluss einer strategischen Allianz mit der Zeptosens AG mit.
Die Zusammenarbeit dient der Entwicklung und Vermarktung von
multianalytfähigen Detektionssystemen (unter anderem sogenannte „microarrays“ und „biochips") eingegangen ist. Die Parteien sind der Auffassung, daß diese Systeme neue Maßstäbe hinsichtlich Nachweisempfindlichkeit, Nachweisgeschwindigkeit und Kosteneffizienz setzen.
Heute behauptet sich die Aktie in der allgemeinen Querbewegung des Marktes. Nach der Bekanntgabe der Kooperation mit Zeptosens ist die Aktie um 3,66 Prozent gestiegen und notiert bei 92,00 Euro.
Die Biotechnologie wird nach der Meinung einiger Analysten die Informationstechnologie als Wachstumsbranche überflügeln.
Biotechnologie gliedert sich in zwei Richtungen. Die 'Grüne' Technologie widmet sich der gentechnischen Veränderung von Pflanzen. Die 'Rote' Biotechnologie hat mehrere Visionen. Eine davon ist die Bekämpfung von Krankheiten, für die heute noch keine Behandlungsmöglichkeit der Ursachen besteht. Von den etwa 30.000 bekannten Erkrankungen trifft dies auf annähernd ein Drittel zu.
Zu dieser Vision gehört auch das personalisierte Medikament, welches vom Patienten durch die Kenntnis seiner Erbanlagen optimal aufgenommen wird und ohne Nebenwirkungen auskommt.
Die Unternehmen, die heute in der Branche tätig sind, haben zunächst die Pharma-Industrie im Visier. Dieser wollen sie helfen, die hohen Entwicklungskosten von 500 bis 800 Mio. Dollar pro Medikament zu reduzieren. Auch die Entwicklungszeit von bis zu zwölf Jahren kann durch die Pharma-Dienstleister reduziert werden.
Das niederländische Unternehmen Qiagen mit Stammsitz im beschaulichen Venlo ist einer der Global Player in diesem Wachstumsmarkt. Es ist sowohl am Frankfurter Neuen Markt, als auch an der New Yorker Nasdaq gelistet.
Qiagen hat Verfahren entwickelt, mittels derer Nukleinsäuren kostengünstig und schnell für weitere Untersuchungen aufzubereiten. Die Nukleinsäuren (DNA) tragen die Erbinformationen und sind für die Ausgangspunkt vieler Forschungen und Anwendungen in der Biotechnologie, Pharmazie und Medizin. Früher mussten die Wissenschaftler die Nukleinsäuren mühsam von Hand generieren.
Als Dienstleister in diesem Bereich ist Qiagen glänzend positioniert: Durch die clevere Patent-Politik sind die Produkte auf lange Zeit nicht kopierbar. Das Unternehmen ist konkurrenzlos und hat hohe Margen auf seine Produkte. Der Markt ist erst zu etwa 20 Prozent erschlossen. Heute benutzt erst ein Teil der Wissenschaftler die Qiagen-Verfahren. Marktkenner rechnen deshalb mit einem lang anhaltendem zwanzigprozentigen Markt-Wachstum pro Jahr.
Das Wachstum ist durch die Marktstellung auch nicht von Forschungsergebnissen oder einzelnen Personen abhängig. Auch die Margen werden wegen des nahezu fehlenden Wettbewerbs in dem beschriebenen Hauptsegment ausreichend bleiben.
Die Aktie ist am 25. September 1998 an den Neuen Markt gegangen. An der Nasdaq ist das Papier seit Juni 1996 gelistet.
Tendenziell ging es mit dem Papier stets aufwärts, auch wenn nicht alle Marktteilnehmer an die bisherige Erfolgsstory geglaubt haben.
Einen richtigen Schub erhielt die Aktie im September des vergangenen Jahres. Die Analysten der Deutschen Bank, der Societe General und Hornblower Fischer gaben in kurzer Zeit Kaufempfehlungen. Ab diesem Zeitpunkt kannte der Kurs nur eine Richtung: Steil Bergauf.
In diesem Zeit fiel die Bekanntgabe der Zusammenarbeit mit dem Diagnostik-Unternehmen Ebbott. Seit diesem Zeitpunkt nutzt der Weltmarktführer Ebbott die Qiagen-Produkte und sorgte für einen Wachstumsschub.
Auch die institutionellen Anleger haben den Wert entdeckt. So sind sowohl die Deutsche Bank Tochter DWS als auch die Neue Märkte Fonds der Bank für Gemeinwirtschaft hier investiert. Auch das Bankhaus Metzler hält den Titel in zwei Fonds, die auf Wachstum und die Small Caps in Europa setzen.
Ingo Queiser, Analyst bei Metzler Equity Research ist euphorisch. „Vielleicht das beste Unternehmen am Neuen Markt,“ ist seine Einschätzung. Allein die letzten positiven Nachrichten sind seiner Meinung nach einen schnellen Kurszuwachs von 25 Euro pro Aktie wert.

11.1.00, 15:19 Uhr
Thomas Siedler © GIS Wirtschaftsdaten GmbH
Ein Artikel von Michael Geisler www.juchu.de
Handelsplätze:
Börsenplätze: New York, Berlin, München
Wertpapier-Kennummer: 920970
Symbol: PEB
Unternehmensbeschreibung:
PE Corporation ist einer der führenden Anbieter von Produkten, Dienstleistungen und Informationen im Bereich der Lebensforschung und im Bereich der Genforschung, die sich mit Pharmazie, Biotechnologie, Grundlagenforschung, molekular Medizin, DNA, Tests, Lebensmitteln und Landwirtschaft beschäftigt. PE Corporation ist die Muttergesellschaft von PE Biosystems Group und Celera Genomics Group. Celera Genomics ist einer unserer Musterdepotwerte.
Die PE Corporation bildet quasi das Dach für diese beiden Unternehmen. In dieser Analyse beschäftigen wir uns jedoch ausschließlich mit PE Biosystems.
PE Biosystems (PEB) entwickelt, vermarktet und unterstützt Geräte bzw. Instrumente, die im Bereich des Gesundheitswesen zur Analyse, Pharmazeutischen Tests und Entwicklungen, Diagnose, Gerichtsmedizin und bei Lebensmitteltest verwendet werden. Das Unternehmen hat im Jahr 1999 rund $ 1,2 Milliarden Dollar umgesetzt. PE Biosystems konnte in 100 Ländern Geschäfte tätigen. Das Unternehmen hat mit seinen Dienstleistungen in den letzten 10-15 Jahren einen großen Beitrag zur Entwicklung in der Biotechnologie beigetragen. Nicht umsonst kann PE Biosystems heute als einer der Marktführer in diesem Bereich bezeichnet werden. Im letzten Jahr hat PE Biosystems über $ 130 Millionen in Forschung und Entwicklung investiert, um auch weiterhin seine gute Marktposition halten zu können. Neben diesen Ausgaben hat sich PE Biosystems mit zahlreichen und vor allem interessanten Partnern und Firmen umgeben, die alle samt zum weiteren Erfolg beitragen können.
Fact-Sheet:
(in Euro 1000)
Kurs aktuell:
$ 150,50
Mitarbeiter:
3.364
Gewinn/Aktie:
1,77
KGV:
85,03
Marktkapitalisierung (in Mio.):
$ 15.512,64
Kurs/Cash-flow:
72,25
Kurs/Buchwert:
25,54
Kurs/Verkäufe:
12,32
Aus fundamentaler Sicht ist PE Biosystems sicher kein Schnäppchen mehr, aber wer im Bereich der Biotechnologie auf Marktführer setzten möchte, der kommt an PE Biosystems und auch an Celera Genomics nicht vorbei. Vor allem die gute Positionierung der beiden Unternehmen und der bisherigen Erfolge unterstreicht die tollen Zukunftsperspektiven der beiden Firmen.
Aber auch die Ertragskennzahlen verdeutlichen, daß ein Investment in PE Biosystems nicht weit gefehlt ist:
(in Euro 1000)
Gross Margin:
53,42 %
Operating Margin:
15,83 %
Profit Margin:
13,21 %
Return on Equity:
26,00
Return on Assets:
12,55
Return on Investment:
20,55
Produkte:
PE Biostystems deckt beinahe alle Bereiche der Biotechnologie ab und bietet seinen Kunden auch einen umfangreichen Support. Gerade diese breite Produktpalette macht PE Biosystems zu einem wichtigen Partner für seine Kunden, die sich auf die gebotene Qualität verlassen können.
Wie bereits einleitend erwähnt bietet PE Biosystems in den folgenden Bereichen Lösungen und Instrumente an:
BioInformatik
Gentechnische Analysen
Protein & Peptide Forschung
Tests von Lebensmitteln
Gerichtsmedizinische Untersuchungen
Landwirtschaft
molekularen Forschung
Mikrobiologie
u.v.m.
Gerade diese breite und vor allem erstklassige Produktpalette macht PE Biosystems zu einem Basisinvestment im Bereich der Biotechnologie.
Konkurrenten/Mitbewerber:
PE Biosystems ist in seinem Bereich Marktführer. Im Bereich des technischen Supports der Wissenschaft sind noch folgende Unternehmen tätig:
Advanced Machine VSN
Agilent Technologies
American Bio Medica
Analogic Corp.
Qiagen
Sepracor
Millipore
Aurora Biosciences
Molecular Devices
Weitere Konkurrenten und Mitbewerber können Sie unter folgender URL abrufen:
http://news.stockmaster.com/sec_key.asp?ticker=PEB
Ausblick/Unsere Einschätzung:
Das Besondere und vor allem auch der Grund für unsere positive Einschätzung für PE Biosystems ist zum ersten das künftige Wachstum der Biotech-Branche und natürlich zum zweiten die tolle Positionierung des Unternehmens im Wettbewerb.
PE Biosystems hat nicht nur eine ausgewogene und breite Produktpalette, sondern das Unternehmen bietet seinen Partnern und Kunden einen umfangreichen Support bzw. Service. Dies wirkt sich natürlich vor allem im Bereich der Kundenbindung aus und kann als Clienting im klassischen Sinne bezeichnet werden.
Das Unternehmen deckt beinahe alle Bereich der Biotechnologie aus und hat es bisher immer rasch geschafft, sich auf neue Gegebenheiten einzustellen bzw. entsprechend zu reagieren. In vielen Bereichen war PE Biosystems jedoch viel mehr als nur eine Firma, die auf Entwicklungen reagiert, denn das Unternehmen war in vielen Bereichen auch Vorreiter und Vordenker.
Von vielen Experten wird nach der Erforschung der Gene ein neuer Forschungsdrang im Bereich der Proteine und Peptide erwartet. PE Biosystems ist bereits heute auch in diesem Bereich einmal mehr ein Vorreiter. Nicht zuletzt wegen der hohen Investitionen in den Bereich Forschung & Entwicklung.
Investoren sollten beachten, daß die Bewertung aus fundamentaler Sicht nicht mehr als günstig bezeichnet werden kann, aber bei PE Biosystems vor allem die Perspektiven für das Unternehmen eine Investmententscheidung beeinflussen sollten.
Aus charttechnischer Sicht ist wie bei vielen Biotechs auch hier ein klarer Aufwärtstrend zu erkennen. Der Chart zeigt eigentlich nur in eine Richtung. Bei den Kursmarken $ 120,-- und $ 100,-- befindet sich eine starke Unterstützung. Aufgrund des starken Anstieges am Freitag (14.1.00) sollte ein Investment in 2 Tranchen erfolgen. Den ersten Teil kaufen wir "billigst", um mit von der Partie zu sein und für den Rest plazieren wir ein Limit von $ 140,-- (aktueller Kurs: $ 150 1/2). Vorsichtige Investoren warten mit der 2. Tranche auf eine Konsolidierung und setzten vorab keine Order.
PE Biosystems ist ein Basisinvestment im Bereich der Biotechnologie und sollte eigentlich zum Grundstock eines gut strukturierten Depots gehören. PE Biosystems erwirtschaftet im Gegensatz zu vielen anderen Biotech-Unternehmen bereits einen satten Gewinn und kann auf hohe Umsätze verweisen. Auch die Ertragskennzahlen unterstreichen den Erfolg des Unternehmens.
Ein weitere Pluspunkt, der für ein Investment spricht, ist das tolle und vor allem in den letzten Jahren sehr erfolgreiche Management des Mutterkonzerns (PE Corporation). Der Erfolg gibt den Köpfen des Konzerns recht, denn nicht nur PE Biosystems ist gut positioniert, nein auch bzw. vor allem Celera Genomics.
FAZIT/URTEIL: Unter mittel- bis langfristigen Gesichtspunkten ist PE Biosystems ein MUSS für jedes Biotech-Depot. Aufgrund des zuletzt deutlichen Kursanstieges kann es jedoch kurzfristig zu Kursabgaben kommen.
Schwarze Zahlen in der Bilanz und ein Dutzend Medikamente in den Forschungslabors
Biotechnologieaktien vor neuer Wachstumsphase
Aktien von Biotechnologie-Unternehmen haben wieder die Gunst der Anleger gefunden. Dem Branchenführer Amgen sagen Analysten eine rosige Zukunft voraus: Das Unternehmen forscht an Medikamenten gegen Alzheimer und Krebs, für die die Experten eine steigende Nachfrage erwarten.


HANDELSBLATT, Dienstag, 18. Januar 2000


su NEW YORK. Was heute für Anleger das Internet ist, war vor 20 Jahren die Biotechnologie: ein Sektor aus unzähligen kleinen, jungen Unternehmen, die von ihren eigenen Hoffnungen und denen ihrer Investoren lebten. Versprechungen für die Zukunft trieben die Kurse in die Höhe.

Die Euphorie währte einige Jahre, doch der wirtschaftliche Erfolg blieb aus, und die Investoren suchten sich profitablere Branchen. Jetzt sind sie zurück: Im vergangenen Jahr stiegen die Biotech-Indizes der Technologiebörse Nasdaq und der Amex um mehr als 100 %. Die ersten Unternehmen der Branche schreiben schwarze Zahlen, Medikamente aus ihren Labors sind auf dem Markt erfolgreich. „Die Leute haben mitbekommen, dass aus Biotech-Firmen kleine Pharmaunternehmen mit solidem Umsatzwachstum und Gewinnen werden können“, sagt Eric Schmidt, Analyst beim Investmenthaus SG Cowen. Für ein Unternehmen trifft das sicher zu: Amgen Inc. 1980 von Wissenschaftlern und Risikokapitalgebern gegründet, ist Amgen heute das größte Biotech-Unternehmen der Welt. Es gehört zu den wenigen so genannten Large Caps der Branche – große Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als einer Milliarde Dollar.

Amgen erreicht derzeit einen Marktwert von gut 60 Mrd. $. 1998 setzte Amgen 2,7 Mrd. $ um und verbuchte einen Gewinn von 863 Mill. $. Mit diesem Polster könnte Amgen auch einen Flop verkraften – anders als noch vor einigen Jahren. Kurz bevor Amgen 1983 an die Börse ging, drohte dem Unternehmen der Konkurs. Und nachdem ein Hormonpräparat die klinischen Tests nicht überstand, sackte der Kurs um vier Fünftel auf 4 $ ab.

Heute hat Amgen drei erfolgreiche Medikamente auf dem Markt. Zwei davon erreichen inzwischen mehr als 1 Mrd. $ an Umsatz im Jahr: Epogen, ein Mittel gegen Anämie bei Dialyse-Patienten, und Neupogen, ein Medikament zur Bekämpfung von Infektionen bei der Chemotherapie. Die Experten erwarten Zuwächse von 10 % bis mehr als 20 %.

Sorgen bereitet den Analysten derzeit ein Prozess um ein Patent, den Amgen gegen den Kokurrenten Transkaryotic Therapies führt. Eric Hecht von der Investmentbank Merrill Lynch fürchtet eine Belastung des Kurses durch den Prozess. Kurzfristig bewertet er Amgen mit „akkumulieren“, während er langfristig zum Kauf rät. Faraz Naqvi, der den Dresdner RCM Biotechnology Fonds führt, meint: „Wir glauben, Amgen wird den Prozess gewinnen.“ Er plant, Mitte März weitere Amgen-Aktien zu kaufen – kurz vor Beginn des Prozesses, weil er erwartet, dass dann die Preise am niedrigsten sind. Naqvi sagt: „Alle achten nur auf den Prozess, und dabei haben die all die anderen Produkte entwickelt, die Amgen stützen.“ Für ihn hat das Unternehmen das größte Gewinnpotenzial der Branche.

Derzeit forschen die Wissenschaftler von Amgen an gut einem Dutzend neuen Mitteln, vor allem gegen neurologische Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson, aber auch gegen Krebs und Infektionskrankheiten. Für mindestens zwei neue Mittel soll in diesem Jahr die Zulassung für den US-Markt beantragt werden, erwarten Analysten.

Meirav Chovav, Biotech-Analystin des Investmenthauses Salomon Smith Barney, empfiehlt Amgen zum Kauf. Sie erhöhte ihr Kursziel für die nächsten 12 bis 18 Monate von 70 $ auf 84 $. Amgen habe von der Begeisterung der Investoren für Biotech-Werte bisher noch weniger abbekommen als die Konkurrenten. Die Einführung des Nachfolgers für das Erfolgsmittel Epogen könne im kommenden Jahr zudem das Gewinnwachstum von derzeit etwa 15 % auf 25 bis 30 % erhöhen – das neue Medikament könne Umsätze von mehr als 2 Mrd. $ bringen. Beides mache Amgen attraktiv.

Paine Webber-Expertin Elise Wang erhöhte ihr Kursziel um 20 $ auf 80 $. Für sie steht Amgen am Beginn einer neuen Wachstumsphase. Alex To von der Investmentbank Credit Suisse First Boston bleibt bei 60 $ Kursziel. Er hält Amgen für eine gute langfristige Investition, würde jedoch beim derzeitigen Kurs „kein ’frisches’ Geld in die Aktie“ stecken.

Analysten erwarten in den kommenden Jahren eine Welle der Konsolidierung, denn die biotechnologische Entwicklung von Medikamenten ist teuer: „Der Erfolg wird mehr abhängig von den finanziellen Ressourcen sein, denn von individueller Brillanz“, meint Adkins. Und die besten Startbedingungen für die neue Biotech-Welle haben Unternehmen, die das Desinteresse der Investoren überlebt haben – zu ihnen gehört der Branchenführer Amgen.
Aktien unter der Lupe: Celltech & Co. profitieren von der Fusionswelle der Pharma-Industrie
Gesunde Rendite mit Biotech-Werten
Bei der hitzigen Diskussion um die Bewertung von Internet- und Telekom-Aktien vernachlässigen Anleger häufig eine dritte Zukunftsbranche: Biotechnologie. Die Risiken sind groß, doch der Höhenflug von Werten wie Morphosys oder Qiagen ermutigt Investoren und Analysten weltweit.

HANDELSBLATT, Donnerstag, 20. Januar 2000

thk/su/and DÜSSELDORF/NEW YORK/LONDON. Wer weiß schon, was „kombinatorische Biologie“ ist? Oder „Peptid-Synthese“? Anleger auf der Suche nach guter Rendite schrecken oft davor zurück, sich mit einem medizinischen Wörterbuch durch die Welt der Biotechnologie zu arbeiten. Viele investieren lieber in Bereichen, die sie annähernd kennen: Internet oder Telekommunikation.

Doch ein Blick auf die Biotechnologie lohnt sich: So gewann der Nasdaq-Index für die Branche 1999 satte 125 %. Analyst David Molowa von Bear Stearns meint: „Wenn man auf die Kurs-Gewinn-Relation im Verhältnis zum erwarteten Wachstum schaut, sind viele Biotech-Firmen noch zu einem Schnäppchenpreis zu haben, im Vergleich zu den Pharmakonzernen.“

Noch erfreulicher für deutsche Anleger dürfte der Höhenflug heimischer Branchenvertreter sein – ihre Kurse entwickeln sich derzeit besser als die der ausländischen Konkurrenz. So kletterte MWB Biotech von 25 Euro im Frühjahr auf derzeit über 200 Euro. Der Jenoptik-Ableger Cybio erfreute seine Käufer durch ein Plus von über 300 %. Der Vorzeigewert Qiagen befindet sich ohnehin im stetigen Steigflug. Lehmann-Brothers-Analyst Ian Miller: „Von Qiagen sind wir sehr überzeugt.“

Extrembeispiel der vergangenen Wochen ist Morphosys. Der Kurs der Bayern schnellte seit Dezember von 19 Euro auf über 70 Euro. Analystin Christiane Dienhart von der Hypo Vereinsbank wundert das nicht: Es sei nicht nur gelungen, eine Rechtsstreitigkeit auszuräumen. Es wurden auch starke Partnerschaften mit Pharmakonzernen angestoßen. Die positive Entwicklung sei aber nun auch im Preis enthalten.

Alte Hasen bei den Briten

Tummeln sich in Deutschland vor allem neue Unternehmen an der Börse, ist der Sektor in Großbritannien bereits etablierter – und erlebt eine Renaissance: „Seit Weihnachten gibt es ein riesiges Interesse", sagt Erling Refsum, Analyst bei Nomura. Optimisten glauben, dass Biotech-Titel ein ebensolches Potential wie Internet-Aktien haben.

Vor allem die britische Celltech zählt zu den Kaufempfehlungen. Nächste Woche wird das Unternehmen seine Fusion mit Medeva vollziehen. Mit einem Firmenwert von 1,3 Mrd. £ entsteht so der erste große Biotech-Konzern in Europa – und ist schon jetzt Anlegers Liebling, wie der Kurszuwachs der vergangenen Wochen zeigt. Auch Analysten setzten auf den neuen Biotech-Riesen: Morgan Stanley DW hat das Kursziel von 7,5 £ auf 10 (aktueller Kurs 7,87) £ angehoben. Selbst die krisengeschüttelte British Biotech zeigt wieder Lebenszeichen. Unter der Regierung Thatcher war das Unternehmen 1985 mit viel Vorschlusslorbeeren gestartet. Doch Pleiten, Pech und Pannen sorgten dafür, dass die Euphorie schnell verflog. So rutschten British Biotech Mitte der 90er in den Keller und mit ihr auch andere Branchenwerte. Ende 1997 kam ein weiterer Sturz.

British Biotech galt seitdem als Übernahmekandidat. Das Unternehmen, dessen Aktien noch 1996 mit über 3 £ gehandelt wurden, fielen 1999 auf unter 30 Pence. Gestern lag der Kurs bei 39 Pence. Vor allem durch den Austausch des erfolglosen Managements gehe es wieder aufwärts, urteilt Goldman Sachs. Kursziel der Analysten: 48 Pence.

In den USA setzen die Analysten große Hoffnungen auf den Wandel der Biotech-Unternehmen vom Zulieferer der Pharmaindustrie zum Hersteller von Medikamenten. So hat etwa Biogen Avonex ein vielversprechendes Mittel gegen Multiple Sklerose entwickelt. Problem: Wenn das Medikament nicht die Erwartungen erfüllt, kann der Kurs zum freien Fall ansetzen. Die Gefahr, dass ein einziger Fehler den Ruin des Unternehmens bedeutet, besteht nach wie vor bei den meisten Biotech-Firmen – die finanziellen Reserven sind meist gering.

Besonderes Interesse an den Genforschern unter den Biotech-Unternehmen hat Faraz Naqvi, Chef des RCM Biotechnology-Fonds der Dresdner Bank. Er hält unter anderem Aktien von Millennium Pharmaceuticals und Affymetrix. Zwar machen diese Firmen derzeit keine Gewinne. Doch Naqvi ist der Ansicht: „Diese Unternehmen entdecken die Daten, die das Leben an sich bestimmen – wir können nicht einmal schätzen, wie groß ihr Wachstum in Zukunft sein wird.“

Meirav Chovav von Salomon Smith Barney stufte die Aktien von Biogen, Genzyme und Medimmune herunter. Begründung: Die Werte seien zu teuer – eine Folge des stark gestiegenen Interesses der Investoren. Allerdings sagt sie auch: „Wir glauben, diese Gruppe hat ein beeindruckendes, langfristiges Wachstumspotenzial, dank einer Vielzahl an neuen Medikamenten.“

Der aktuelle Konzentrationswahn der Pharmaindustrie dürfte dem Sektor weitere Impulse verleihen. Die Pillenmacher vertrauen längst nicht mehr nur allein auf die eigene Forschung. Sie schließen Partnerschaften mit kleinen Biotechnologiefirmen oder kaufen sie auf.

Die neuen Giganten wie die gerade fusionierende Glaxo Smithkline werden noch mehr Geld in einen vielversprechenden Partner pumpen – „doch sie werden sehr wählerisch sein“, sagt Dennis Purcell von der US-Investmentbank Hambrecht & Quist. Folge: Es setzt eine Konsolidierung innerhalb der Biotech-Branche ein. So zählte Purcell 1996 noch keine einzige Fusion innerhalb des Sektors, 1997 waren es vier, ein Jahr später sieben, 1999 schon 40.

„Für gute Biotech-Werte ist die Fusionswelle im Pharmabereich positiv. Sie bekommen mehr Geld“, sagt Analystin Dienhart. Das Problem für den Anleger ist aber, die guten Aktien auszumachen. Das Kauderwelsch der Medizin behindert. Wer sich auf einzelne Werte beschränken möchte, brauche auf jeden Fall gute Nerven: „Biotech-Aktien sind irrsinnig volatil“.

Dienhart rät deshalb, sich ein eigenes Portfolio zu schaffen, um überall dabei zu sein. Auch ein Fonds könnte die Lösung sein oder der als Aktie gehandelte Fonds BB Biotech, der seit Mai von 30 Euro auf rund 80 Euro kletterte. Und wer die Risikostreuung den Experten überlässt, spart außerdem die Anschaffung eines medizinischen Lexikons.
Entwicklung seit Jan. 99
Amgen +160%
Biogen + 100%
Pfizer -10%

Wie gesagt- Am besten sind die dran , die rechtzeitig ihren Standpunkt ändern können. ( gelle Riddick?)

p.s hast Du Deine RSA noch? meine sind weg
Schaut Euch unbedingt mal Innogenetics an! Ist ein sehr interessanter Easdag-Wert, der heute über 25% gestiegen ist!!!
MWW Kolumne: "Der Boom der Biotechs"
24.01.2000
Der Boom der Biotechs:
Wenn es in diesem Jahr schon einen Trend gibt, dann diesen: Der Biotechnologiesektor brummt.
So stieg der American Stock Exchange`s Biotechnology Index, der 15 Biotechwerte umfasst, allein in 2000 bereits um 25.6% an. Neben etablierten Companys wie Amgen oder Genentech haben vor allem kleine und mittelgrosse Firmen wie PE Celera, Affymetrix, , Incyte, Idec, Millenium Pharmaceuticals und Human Genome Science in den letzten Wochen starke Kursgewinne verbuchen koennen.
Die beiden letzteren haben 1999 noch unter 29$ notiert uns stehen heute bei 200 bzw. 221 Dollar.
Ein Teil dieser Kurszuwaechse ist neben Long Term Investoren auch Momentum Tradern zu verdanken, die nach Internet, Telekom und B2B jetzt die Biotechs als Spielwiese (wieder)entdeckt haben.
Was ist von den Biotechs zu halten? Kleinere Firmen, die neue Medikamente selber entwicklen und testen, finden wir riskant, da die Marktzulassung einer neuen Substanz zeitaufwendig, teuer und unsicher ist. Viele dieser Firmen haben daher nur eine oder wenige Substanzen in der klinischen Testung. Wenn nun in einer Zulassungsstudie ueberraschende Nebenwirkungen des neuen Medikaments auftreten (was unvorhersehbar und jederzeit moeglich ist) und die Zulassung gefaehrdet ist, kann der Aktienkurs der betroffenen Company binnen einer halben Stunde auf Tiefseeniveau abtauchen.
Wir moegen lieber Biotechunternehmen, die sich mit der Dechiffrierung des Genoms (wie PE Celera) oder mit der Darstellung der Gene Expression Profils einer Zelle (DNA Chip Technologie, Affymetrix und Incyte) interessant. Diese Unternehmen erzielen Einnahmen durch Verkauf und oder Lizenzen ihrer patentierten Entdeckungen und sind daher von Zulasungsstudien - und Behoerden unabhaengig.
Falls man noch nicht investiert ist, stellt sich natuerlich die Frage, ob man auf dem derzeitigen hohen Niveau noch einsteigen sollte. Wir tun es, verteilen aber die Summe, mit der wir einsteigen wollen, ueber die naechsten 6 Monate, um uns gegen die in naechster Zeit zu erwartende hohe Volatilitaet des Marktes zu schuetzen.
Mathias W. Witzens Mathias
Amgen wurde vom SAC von 3 auf 4 Diamanten aufgestuft .
Ich hatte meine Medtronic schon im Oktober in Amgen getauscht .
Gute Arbeit Riddick

mfg Defense
Quintiles: Das Unternehmen ist die Adresse, wenn Pharmaunternehmen neue Medikamente testen lassen wollen. Die Aktie ist zur Zeit günstig.

Quintiles Transnational is in the top percentile: It`s the world`s largest contract research organization (CRO), providing testing and marketing services to help pharmaceutical companies commercialize their drugs. Quintiles carries out preclinical and human clinical studies, as well as biostatistical analysis, data management, and research. The company provides these services through more than 130 offices in some 30 countries around the world. Data collected from subsidiary ENVOY`s claims-processing operations help salespeople, care providers, and payer organizations work more effectively; the company is selling that unit to Healtheon/WebMD Corp.

Employees
15,520

Fundamentals

fyi
Current P/E
29.30
Earnings/Share
$0.94
Dividend Yield
0.00%
Debt/Equity Ratio
0.01
Net Profit Margin
6.00%
Shares Outstanding
115.0 Mil
Market Capitalization
3,168.3 Mil

Earnings Estimates
Qtr(3/00) EPS Estimate
$0.30 FY(12/00) EPS Estimate
$1.35 PE on FY(12/00) EPS Estimate
22.00 FY(12/01) EPS Estimate
$1.50
Quintiles ist das Größte Schnäppchen im Nasdaq100,Marktk.3,1Mrd. Nach dem Deal mit Healtheon/WebMD (Verkauf von Envoj mit einem Umsatz von 200Mill.)bekommt man die restlichen 1,7Mrd.Umsatz fast umsonst. Quintiles bekam dafür 35Mill. Aktien von Healtheon macht 2,3Mrd.+400Mill Cash.
Die Pharma-Riesen müssen ihre Hausaufgaben machen

Analyse von Hannelore Crolly
Die Fanfaren zur jüngsten Fusion in der Pharmaindustrie sind erklungen, und als Hintergrund dazu ertönen die mittlerweile sattsam bekannten Argumente für solcherlei Vorhaben: Kostenersparnis in Verwaltung und Produktion, eine größere Forschungs-Power, mehr Marktmacht durch den gemeinsamen Vertrieb, eine höhere Bewertung an der Börse. Das sind die Motoren des Pharma-Fusions-Karussells, das seit der Gründung von Novartis vor einem knappen halben Jahrzehnt mit immer höherer Drehzahl rotiert.
Schwung fürs Fusions-Karussell
Offenbar fasziniert von der zur Zeit hoch gehandelten "Gemeinsam sind wir stark"-Philosophie besprechen nicht nur Pfizer und Warner-Lambert oder Smithkline Beecham und Glaxo Wellcome die Modalitäten ihrer Vereinigung. Schon Ende Dezember haben auch der US-Konzern Monsanto und das schwedisch-amerikanische Unternehmen Pharmacia & Upjohn angebändelt. Auch Novartis hat sich in die Gespräche eingeklinkt. Und selbst vom gerade gegründeten Aventis-Konzern ist bekannt, dass Unternehmenschef Jürgen Dormann nach Übernahmekandidaten Ausschau hält.
Für so manchen großen Hersteller der nach wie vor stark fragmentierten Arzneimittelbranche mag die Entscheidung zur Fusion zwar durchaus Sinn machen. Sollten etwa die jüngsten Merger-Pläne aufgehen, entstehen auf einen Schlag die beiden Top-Player im margenträchtigen Pharmageschäft mit hohen Marktanteilen vor allem im wichtigen US-Markt. Allein der Ehe Glaxo und Smithkline Beecham wird ein Synergiepotenzial von mehr als drei Milliarden Mark zugetraut. Und auch das ohnehin gewaltige Forschungsbudget der künftigen Ehepartner steigt in ganz neue Dimensionen.
Aber doppelt so viel Geld für Forschung und Entwicklung, das hat die Entwicklung etwa bei der Schweizer Novartis gezeigt, bringt nicht automatisch doppelt so viele Innovationen. Im Gegenteil gilt es zunächst einmal mühsam aufzuräumen und überzählige Forschungsvorhaben und Produktionen zu stoppen. Diese mit viel bösem Blut verbundene Restrukturierung ist nicht zu unterschätzen. In der Branche heißt es, das mittlerweile in Aventis aufgegangene Pharmaunternehmen Hoechst Marion Roussel habe bis heute noch nicht einmal all jene Hausaufgaben erledigt, die einst die Übernahme von Marion Merrell Dow und Roussel Uclaf aufgegeben hatte. Und dabei steht jetzt durch den Eheschluss mit Rhône-Poulenc schon wieder ein neuer Hausputz an.

Und von den zehn zuletzt auf den Markt gebrachten Blockbustern, also Medikamenten mit mehr als einer Milliarde Mark Umsatz, kommen neun von einem Unternehmen, das nicht in der Top Ten der Branche steht. Experten glauben auch, dass in den nächsten zehn Jahren zwei Drittel der neuen Medikamente von jungen, kleinen Firmen kommen wird.
Probleme kann eine Fusion auch bringen, wenn die beiden Verlobten bei einem Produkt besonders erfolgreich sind; ein zu großer gemeinsamer Marktanteil, bei Smithkline und Glaxo beispielsweise auf dem Gebiet der Anti-Herpes-Mittel, ruft die Kartellwächter auf den Plan und zwingt zur Abgabe wichtiger Produkte. Das wird einer der Hauptgründe dafür bleiben, dass sich etwa die attraktive Schering AG wenig Sorgen vor einer feindlichen Übernahme machen muss. Das Unternehmen ist im Bereich von Diagnostika und Hormontherapie in einer Nische aktiv, dort aber seit Jahren an der Weltspitze. Unter den ausländischen Branchenriesen gibt es keinen, zu dessen Geschäft Schering zwingend passen würde.
Wachsame Kartellwächter
Was nutzen indes all diese vernünftigen Einsichten, wenn das Geschehen immer mehr von Anlegern und Investoren gesteuert wird? Wie es heißt, waren es auch im Fall von Warner-Lambert die großen Anteilseigner, die den Konzern gezwungen haben, seine Abwehrschlacht gegen Pfizer aufzugeben und einzulenken. Investoren wie Analysten, das ist bekannt, denken nun einmal kurzfristig. Wenn man die langjährige Entwicklungszeit eines Medikaments anschaut, eindeutig zu kurzfristig.
Biotechnologie
- Revolution durch Genomforschung? -
Biotechnologie zeichnet sich zunehmend als "Boombranche des 21. Jahrhunderts" ab und immer mehr Anleger erkennen den Reiz, möglichst früh bei einem bevorstehenden biotechnologischen Aufschwung dabei zu sein. Die größte Bedeutung wird dabei der Medizin und anderen Bereichen der menschlichen Gesundheit zugemessen. Durch Bio-Technologien könnte das menschliche Wohlbefinden (sprich die ganzheitliche Gesundheit) in vielen Bereichen stark verbessert werden und die Krankheitsrisiken würden bestenfalls auf ein Minimum beschränkt. Im Rahmen des Human Genome Projects wird seit 1990 das menschliche Genom erforscht, alle genetischen Bausteinchen sollen erfasst und katalogisiert werden. Diese große wissenschaftliche Herausforderung könnte bereits Anfang nächsten Jahres abgeschlossen sein und neue Chancen und Potenziale eröffnen.

Anwendung der Gentechnik:
Sind die genetischen Daten des Menschen vom Human Genome Project einmal erfolgreich entschlüsselt, könnte sich ein gigantischer Genomicsmarkt entwickeln. Die Ergebnisse des HGPs werden im Anschluss an das internationale Genforschungs-Projekt mit Hilfe von Supercomputern ausgewertet und analysiert.
Von gut 3 Mrd. genetischen Buchstaben (Nukleotiden) sind "nur" etwa 20 Mio. austauschbar, der Großteil des Erbguts ist also bei allen Menschen identisch. Weil die variablen Bausteinchen im menschlichen Genom deshalb die Unterschiede zwischen den Menschen bestimmen, sind diese für die Erforschung von Krankheiten und Anfälligkeiten auch am Wichtigsten und Interessantesten.

Die Vision:
Krankheiten, die z.B. Krebs, Herz und Kreislauf betreffen, könnten dadurch behandelt werden, dass die "verantwortlichen" genetischen Teilchen durch entsprechende "gesunde" DNS-Stücke ersetzt werden. Durch die Aktivierung bestimmter Gene wird dann eine "Massen"-Produktion der benötigten Proteine angeregt. Damit könnte es also erstmals möglich werden hocheffiziente Medikamente auf molekularer Ebene zu entwickeln, um dann die bisher weniger wirksamen Präparate zu ersetzen und neue medizintechnische Möglichkeiten "auszuschöpfen". Auch zur Bekämpfung von Krankheiten wie Hepatitis und HIV/AIDS könnten dann eventuell Nukleinsäuresequenzen eingesetzt werden, was mit Sicherheit eine medizinische Sensation bedeuten würde.
Durch eine erfolgreiche medizinische Anwendung der ausgewerteten HGP-Ergebnisse könnte somit eine explosionsartig wachsende Nachfrage z.B. für gentechnische Produkte, Lizenzen, Medikamente und Gentherapien entstehen. Das geschätzte Marktvolumen soll bereits in fünf Jahren im zweistelligen Milliardenbereich liegen.

Die Chancen für die Pharmaindustrie:
Allein in diesem Jahr sollen für F&E-Aufwendungen im Pharmabereich knappe US $ 40 Mrd. ausgegeben werden. In die Entwicklung eines einzigen marktreifen Präparats müssen bis jetzt durchschnittlich etwa US $ 500 Mio. investiert werden. Wegen unzureichender Wirksamkeit, Komplikationen oder auftretender Nebenwirkungen müssen auch etwa 97% aller Tests von Wirkstoffkomponenten erfolglos abgebrochen werden. Zudem erschweren die "kritischen" Testphasen der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA oftmals die Zulassung für den nordamerikanischen Schlüsselmarkt.
Mit Hilfe der Gentechnik könnten sich diese zeit- und kostenaufwendigen Verfahren enorm vereinfachen lassen. Dank genetischer Datenbanken und beschleunigten Testverfahren könnte in Zukunft gezielter nach "idealen" Medikamenten geforscht werden, somit würden einige "Fehlinvestitionen" verhindert werden. Außerdem könnten Unterschiede in der Wirksamkeit bestimmter Medikamente bei verschiedenen Personen nun durch genetische Untersuchungen schneller erkannt werden, was zu deutlich weniger Fehlbehandlungen führen würde.


Ein Bericht von Wendelin Probst
Biotech-Euphorie stellt die Pharmabranche vor neue Herausforderungen
Warum Amgen Bayer kaufen könnte
Von SIEGFRIED HOFMANN
Auch im Pharmageschäft gewinnt die neue Welt allmächlich die Oberhand über die Alte. Der Biotech-Boom bringt die etablierten Arzneimittelhersteller zusehends in Bedrängnis.


HANDELSBLATT, Mittwoch, 01. März 2000


FRANKFURT/M. Glücklich die Anleger, die bei der Neuemission Anteile am Biotech-Unternehmen Plasma Select erhielten. Zu 45 Euro ausgegeben, notierten die Aktien des Spezialisten für Verfahren zur Blutreinigung am ersten Handelstag bei 144 Euro. Das Unternehmen mit 80 Mitarbeitern und 13 Mill. Euro Umsatz wird auf dieser Basis mit mehr als 1,5 Mrd. Euro bewertet – rund 50 % höher als die alteingesessene Arzneimittelfirma Schwarz Pharma.

Auch in der Life-Science-Welt wird die Zukunft inzwischen höher gehandelt als die Vergangenheit. Während die klassischen Pharmaaktien in Ungnade gefallen sind, erlebten Biotech-Werte sowohl in Europa als auch in Nordamerika seit Mitte 1999 eine dramatische Rennaissance. Die Marktkapitalisierung der amerikanischen Biotech-Industrie hat sich auf mehr als 500 Mrd. $ verdreifacht. Und die bereits profitablen Spitzenvertreter der Branche – wie Amgen, Genentech oder Immunex – überflügeln mit ihren Börsenwerten fast alle Pharmawerte aus der zweiten und dritten Reihe.

Was sich vordergründig als reines Börsenphänomen präsentiert, könnte nach Ansicht vieler Beobachter einen großen Einfluss auf die Machtbalance zwischen der jungen Biotech-Industrie und den etablierten Pharmariesen entfalten. Denn die Finanzierungsbedingungen für die Branche haben sich inzwischen bereits auf allen Ebenen drastisch verbessert: sowohl in der Anfangsfinanzierung durch Risikokapital (siehe nebenstehenden Bericht) als auch bei Folgeemissionen.

Der Effekt war bereits im vergangenen Jahr deutlich sichtbar: Nach Daten der Merchant Bank Burrill & Co. hat die Biotech-Branche ihr Finanzmittel-Aufkommen 1999 von 10 Mrd. auf 15 Mrd. $ gesteigert. Nur noch ein Drittel dieser Gelder (gegenüber 60 % im Vorjahr) stammten aus Kooperationsverträgen mit den etablierten Pharmaherstellern.


Branche stärkt sich mit Liquidität


Im laufenden Jahr wird sich die Branche aller Voraussicht nach mit noch weitaus mehr Liquidität stärken. Alleine in den vergangenen Tagen kündigten amerikanische Biotech-Unternehmen Emissionen im Volumen von mehr als 500 Mill.$ an. Seit Jahresbeginn haben sie bereits deutlich mehr als 3 Mrd.$ über die Ausgabe von Aktien und Wandelanleihen hereingenommen. In Deutschland nutzte vor wenigen Wochen die seit April 1999 gelistete MWG Biotech AG den Segen der hohen Bewertung für eine 100 Mill. Euro Folgeemission.

Mussten in der Vergangenheit Technologien und neue Pharmawirkstoffe wegen knapper Finanzen häufig bereits in frühen Entwicklungsphasen als Lizenz verkauf werden, dürften viele Unternehmen künftig ihre Produkte näher an die Marktschwelle heranführen können. Für Pharmaunternehmen sollten sich damit Kooperationen und Lizenzabkommen tendenziell verteuern.

Gleichzeitig wird wohl die Zahl der Biotech-Unternehmen zunehmen, die ihre Produkte selbst vermarkten. Prominente Vorreiter dieser Strategie sind Pioniere wie Amgen und Biogen (siehe unten). Beide Unternehmen mussten ihre ersten Entwicklungen noch in Lizenz abgeben, nutzten die Erlöse daraus jedoch, um die zweite Welle von neuen Produkten selbst auf den Markt zu bringen und ansehnliche Entwicklungs-Pipelines aufzubauen.

Tendenzen für diese Art der „Vorwärtsintegration“ sind inzwischen an vielen Stellen zu erkennen. So bei zahlreichen Anbietern von Plattform-Technologien für die Arzneimittelforschung. Mehrere der zur Zeit so hoch gehandelten Genomics-Firmen beschränken sich längst nicht mehr alleine auf das Entschlüsseln der menschlichen Erbsubstanz: Sie zielen auch darauf, aus diesen Daten eigene Wirkstoffr abzuleiten und durch die klinischen Prüfungen zu bringen.


Schar neuer Pharmaunternehmen


Hält das günstige Finanzierungsklima an, könnten aus den Reihen der forschungsorientierten Biotechfirmen schon in wenigen Jahren eine ganze Schar neuer Pharmaunternehmen hervorgehen. Nach Jahren der Vorarbeit schickt sich die Biotech-Industrie damit an, wachsende Teile des Pharmamarkt für sich selbst zu beanspruchen.

Die enorme Aufwertung des Sektors macht es zudem für die etablierten zusehends schwieriger, ihren Neuproduktfluss durch Akquisitionen aufzupeppeln. Konnte der gerade von Pfizer übernommene Konzern Warner-Lambert vor Jahresfrist die erfolgreiche Biotechfirma Agouron noch für gut 2 Mrd. $ übernehmen, müssen für vergleichbare Unternehmen mit marktreifen Produkten heute weitaus höhere Summen auf den Tisch gelegt werden.

Inzwischen spekulieren Analysten bereits über die umgekehrte Transaktion, das heißt über die Übernahme von etablierten Pharmaherstellern durch Biotech-Unternehmen. Gemessen an ihrer Marktkapitalisierung wären mittlerweile etwa zwei Dutzend US-Biotech-Unternehmen in der Lage sich kleine oder mittelgroße Pharmahersteller einzuverleiben. Biogen zum Beispiel wird heute gut dreimal so hoch bewertet wie die deutsche E. Merck KGaA. Biotech-Marktführer Amgen könnte mühelos Firmen wie Monsanto, Pharmacia & Upjohn und Abbott übernehmen – oder auch den Bayer-Konzern (Börsenwert: 31 Mrd. $). Und für viele alte Pharmahersteller wäre es vermutlich nicht einmal das schlechteste Schicksal, von einem der jungen und wendigen Biotech-Unternehmen geschluckt zu werden
Leute schaut euch nochmal PE BIOSYSTEMS (PEB] weiter unten an .
Scheint mir eine Aktie mit großer Zukunft zu sein .

mfg Defense
Branchenexperten warten bei Biogen noch auf das zweite Erfolgsmedikament nach Avonex
Biotech-Veteran mit schwarzen Zahlen und großen Plänen: Biogen
Von SUSANNE WESCH
Biotech-Aktien gehören zu Amerikas Börsengewinnern der letzten Jahre. Eine der ältesten und erfolgreichsten der Branche ist Biogen. Aus der 1978 gegründeten kleinen Gentechnik-Firma soll eines Tages ein globales Pharmaunternehmen entstehen, das Medikamente entwickelt und vertreibt.


HANDELSBLATT, Dienstag, 07. März 2000



NEW YORK. „Wir sind noch ganz am Anfang des Biotech-Booms“, gibt sich Kurt von Emster, Chef des Franklin Biotechnology Discovery Fund, überzeugt: „Er wird noch ein Jahrzehnt anhalten.“ Niedrige Zinsen, eine Reihe von Zulassungen von Medikamenten der Biotech-Firmen in den USA, die bevorstehende Entschlüsselung der menschlichen Gene und die Faszination der Anleger für alles, was „High-Tech“ ist, gibt der beinahe in Vergessenheit geratenen Branche wieder Auftrieb. Von der allgemeinen Begeisterung profitieren auch die Veteranen, etwa die Biogen Inc. mit Sitz in Cambridge/Massachussetts, eine der rund drei Dutzend US-Biotechnologiefirmen, die schwarze Zahlen schreiben.

Biogen ist nach eigenen Angaben das älteste noch unabhängige Biotech-Unternehmen der Welt. Aus der 1978 gegründeten kleinen Gentechnik-Firma soll eines Tages ein globales Pharmaunternehmen entstehen, das Medikamente entwickelt und vertreibt. Biogens Wissenschaftler konzentrieren ihre Forschung derzeit auf Mittel zur Behandlung Multipler Sklerose und zur Heilung von Infektions-, Nieren- und Herzkrankheiten. Inzwischen beschäftigt die Firma weltweit 1 300 Mitarbeiter und hat seit 1996 ein erstes eigenes Arzneimittel in mehr als 65 Ländern auf dem Markt: Avonex zur Behandlung Multipler Sklerose.

Im vergangenen Jahr erzielte Biogen mit diesem Medikament einen Umsatz von 621 Mill. $. Außerdem vertreibt das Unternehmen in Lizenz eine Reihe anderer Medikamente, etwa Impfstoffe gegen Hepatitis B. 1999 erwirtschaftete Biogen einen Gewinn von 220 Mill. $, das sind 1,40 $ je Aktie. Für das laufende Jahr erwarten Analysten einen Gewinn von 1,78 $ je Aktie. Biotechs Marktkapitalisierung liegt derzeit bei rund 16 Mrd. $.

Wie alle Biotech-Aktien schwankt der Kurs von Biogen stark. Verluste von 10 % an einem Handelstag sind nicht unüblich. Häufig sei kein Grund für diese Bewegungen erkennbar, urteilen Branchenexperten.

Für den Einbruch des Biogen-Kurses Ende 1999 gab es jedoch einen Anlass: Das Unternehmen musste die Versuche mit dem neuen Medikament Antova abbrechen, da schwerwiegende Nebeneffekte auftraten. Analysten hatten Antova bis dahin für das vielversprechendsten Nachfolger des Erfolgsmittels Avonex gehalten.

In einem Punkt unterscheidet sich der Kurs von Biogen von denen der meisten anderen: Biogen schreibt seit 1995 Gewinne und ist schon seit einiger Zeit eine attraktive Aktie. Der Kurs von Biogen ist in den vergangenen zwölf Monaten gleichmäßiger gestiegen als der jüngerer Biotech-Unternehmen, die vor allem in den ersten Monaten dieses Jahres enorm zulegten. In den vergangenen fünf Jahren hat der Wert um fast 1 000 % gewonnen – mehr als doppelt so stark wie der Dow Jones Biotechnology Index. In den letzten sechs Monaten war das Verhältnis dagegen umgekehrt: Biogen stieg um kaum 40 %, der Index dagegen um mehr als 70 %.

Insgesamt 16 Analysten bewerten Biogen derzeit mit „kaufen“, 11 raten zum halten. Seit Anfang des Jahres ist der Wert auch Bestandteil des Index S&P 500, der Sammlung der wichtigsten amerikanischen Aktien.

Stefan Loren, Analyst beim Investmenthaus Legg Mason Wood, sagt, die Anleger stellten fest, dass die großen Pharmakonzerne auf Biotech-Unternehmen angewiesen sind. Die Zahl der Lizenzvereinbarungen und Kooperationen nehme zu. Auch Biogen hat sich kapitalstarke Partner gesucht: Um schneller Profite zu schreiben, hat das Unternehmen erste Forschungsergebnisse an große Pharmakonzerne lizensiert. So entwickelten der britische Konzern Smithkline Beecham und der US-Gigant Merck auf der Basis einer Biogen-Lizenz Hepatitis-Impfstoffe.

Paine-Webber-Analystin Elise Wang hat ihr 12-Monats-Kursziel von 105 $ auf 145 $ angehoben und empfiehlt, den Wert zu kaufen. Der Grund: Das Unternehmen habe Erfolge bei klinischen Versuchen für ein Herzmedikament bekannt gegeben. Sie erwartet, dass die Ergebnisse für das laufende Quartal besser als vom Unternehmen angenommen ausfallen werden, da der Umsatz mit Avonex stark zunehmen werde.

Einigen Analysten sind jedoch selbst die Forschungslabors der Branchenführer, zu denen Biogen gehört, noch zu schlecht für die Zukunft gerüstet. Sie fürchten, dass die spärlichen Gewinne in diesem Jahr wieder geringer ausfallen oder zumindest weniger als bisher wachsen könnten. Biogen testet derzeit Avonex für weitere Anwendungen. Hinzu kommen vier weitere Medikamente in klinischen Tests und drei in der Forschung.

Gefahr droht für Biogen von der US-Regierung: Wenn diese Budgets für Arzneimittel oder Preisregulierungen verfügt, trifft das vor allem die teuren biotechnisch entwickelten Medikamente. So kostet die jährliche Behandlung mit Avonex rund 10 000 $.

In diesem Jahr will Biogen rund 300 Mill. $ in die Forschung und Entwicklung investieren. Bis 2003 muss das Unternehmen ein neues Medikament auf dem Markt haben, das sich gut verkauft – dann nämlich läuft der Patentschutz für Avonex aus.
Bis vor einigen Monaten galt die Aktie dieser Schweizer Biotech-Beteiligungsgesellschaft als langweiliger, schwerer Wert. Mit der einsetzenden Biotechnologieeuphorie der letzten Wochen hat sich dies aber grundlegend geändert. BB Biotech (910468) avancierte zu einem der Stars am neuen Markt. Der Aktienkurs konnte sich seit Ende November 1999 verdoppeln.
Die Chancen, dass der Kurs den Anlegern auch weiter Freude macht sind aus mehreren Gründen sehr gut. Das aus fünf Biotechexperten bestehende Management überzeugt durch die überlegte Auswahl der Beteiligungen. Möglich wird dies durch langfristige Erfahrungen und gute Beziehungen in der Branche. BB Biotech hält derzeit 25 Beteiligungen, von denen 20 börsennotiert sind. Der Vorstand setzt bei den Beteiligungen vor allem auf Firmen, die bereits Präparate auf dem Markt oder Medikamente in der letzten Prüfungsphase haben.
Die größten Beteiligungen hält BB Biotech zur Zeit in MedImmune, Idec, Biogen und TKT.
Idec Pharmaceuticals machte durch ein Medikament gegen Lymphknotenkrebs auf sich aufmerksam. Die Aktie legte danach über 200 % zu. Hieran sieht man deutlich welche Chancen in den einzelnen Beteiligungen liegen.
Weiterhin sind die Fundamentaldaten der Biotech-Industrie zur Zeit so gut wie nie zuvor. Nach Jahren der Forschung, der Laborversuche und der klinischen Erprobung, wird die Zahl der biotechnologisch hergestellten Medikamente in den nächsten Jahren rasant ansteigen. Die bisher am Markt eingeführten Präparate übertrafen die erwarteten Verkaufszahlen der Analysten deutlich. Aus diesen Gründen fließen immer mehr Anlagegelder in die Biotechnologiefonds und Einzelwerte.

Bewertung:
BB Biotech besitzt Fondscharakter, da man sich mit der Aktie des Unternehmens auch Besitzanteile von 25 aussichtsreichen Einzelwerten erwirbt. Das Risiko gegenüber einer Einzelanlage ist somit deutlich geringer. Angesichts der sich verstärkenden Wachstums- und Gewinndynamik in der Biotech-Branche ist der Titel eine hervorragende Depotbeimischung. Nahezu alle bekannten Analystenhäuser raten ihren Kunden den Kauf von BB Biotech.
Die Gründe hierfür liegen auf der Hand:
Alle Beteiligungen des Unternehmens weisen eine stabile und überdurchschnittliche Wertentwicklung auf. Die Anteile an Medimmune und Centocor erwiesen sich als Volltreffer und bestätigen die Kompetenz des Managements. Nicht zuletzt wirkten sie sich sehr positiv auf den Kurs der BB Biotech aus. Trotz der sehr hohen Volatilität im Biotechsektor erzielte man beständige Gewinnanstiege von über 20 % im Jahr.
Das Papier eignet sich besonders für Investoren, die wenig oder keine Fachkenntnisse im Biotechbereich besitzen , aber dennoch die Bedeutung dieser Schlüsseltechnologie erkennen. Das Risiko, Fehlentscheidungen aufgrund mangelnder Sachkenntnis zu treffen, wird so minimiert. Bei BB Biotech handelt es sich um ein solides und attraktives Basisinvestment im Biotechbereich. Die Gewinnerwartung darf mit jährlichen 15-20 % angesetzt werden. Das Papier eignet sich aber nicht für kurzfristige Zocker, sondern für Anleger mit Weitblick und Geduld. BB Biotech sollte in keinem wachstumsorientierten Depot fehlen.

Eine kurze Analyse von Bernd Fleige, (Dipl. Volkswirt)
juchu 28.02.2000
Biotech bricht ein
Bill Clinton und Tony Blair befürworteten heute in einer Rede die kostenlose Freigabe der Daten der Genomforschung und gaben bekannt den freien Zugang zu den Genomdaten des Human Genome Projekt zu gewähren. Nach dieser Rede brachen vor allem die mit der Genomforschung beschäftigten Unternehmen deutlich ein. So verlor Celera Genomics (NYSE: CRA) -22,22%, Incyte (NASDAQ: INCY) 27,16% und Human Genome Sciences (NASDAQ: HGSI)19,04%. In verschieden Stellungnahmen von Celera, Incyte und der BIO Organization wurde der Vorstoß von Clinton und Blair begrüßt und befürwortet. Die Unternehmen wollen aber trotzdem weiter Patente auf die weitere gezielte Verwertung von Genen anmelden.
Aber nicht nur die direkt betroffenen Unternehmen hatten deutliche Verluste hinzunehmen sondern der gesamte Biotechnologie Sektor schloß mit deutlich Verlusten. Der Nasdaq Biotech Index (^IXB) verlor 12,57% und der Amex Biotech Index (^BTK) sank um 13,23%.
Viele spekulative Investoren, die mit hohem Risiko in Biotechunternehmen investiert hatten, sprangen nun ab, gleichzeitig nutzten andere die zum Teil um das 10fache gestiegen Kurse für Gewinnmitnahmen. Auch nach den Kursrückgänge liegen die meisten Unternehmen seit dem Beginn des Runs auf Biotechnologie im November noch deutlich im Plus.
Trotz der Korrektur ist die Situation der meisten Unternehmen dieser Branche besser als vor einem Jahr, obwohl noch kaum Gewinn eingefahren werden. Auf der anderen Seite hat die FDA mehr Zulassungen erteilt als je zuvor und die Bandbreite und Anzahl der in der in später Entwicklung befindlichen Medikamente hat ein neues Höchstniveau erreicht.
Aktienporträt: Human Genome Sciences

Was soll man von einem Unternehmen halten, welches noch kein einziges Produkt auf den Markt gebracht hat und trotzdem mit einer Marktkapitalisierung von ca. 6 Milliarden US-Dollar bewertet wird?
Die Firma Human Genome Sciences (NASDAQ: HGSI) hat in der Tat noch keine einzige Arznei zu verkaufen. Seine einzige Einkunftsquelle ist die Vermarktung von Genpatenten. Nach den Aussagen von Clinton und Blair in der letzten Woche, wonach eine Publikmachung der Daten des menschlichen Rohgenoms angestrebt werde, stellt sich für das Unternehmen also die Frage welche Strategie jetzt zu Rettung des Konzerns gefahren werden sollte.
Die Vision
HGS hat sich sehr hohe Ziele auf seine Fahnen geschrieben. Dies drückt sich in der Unternehmensphilosophie und in der Vision der Gesellschaft aus.
Human Genome Sciences will Pionier sein. Das Biopharma-Unternehmen versucht in seiner „Mission“ neuartige Gen- und Proteinbasierte Arzneien zu entdecken, zu entwickeln, zu produzieren und zu vermarkten. Der Focus liegt dabei vor allem auf der Entdeckung und dem Verständnis des medizinischen Nutzens von Genen.
„HGS is dedicated to victory over diesease” heißt es hochtrabend im Unternehmensprofil.
Die Produkte
Wie bereits erwähnt fällt die Produktpalette von HGSI eher mager aus. Man kann noch kein einziges Produkt vorweisen, das sich auf dem Markt befindet. Allerdings existieren bereits 3 Medikamente die sich derzeit in klinischen Testphasen befinden.
Myeloid Progenitor Inhibitory Factor-1 (MPIF-1) und Keratinocyte Growth Factor-2 (KGF-2) sind Protein-Medikamente die sensible Gewebe des menschlichen Körpers vor den zerstörenden Nebenwirkungen von Krebstherapien schützen sollen. Beide Medikament befinden sich in Phase II –Tests.
Vascular Endothelial Growth Factor-2 dient zum Eingriff bei Herz- und Gliedergefäßbehandlungen. Das Medikament befindet sich für die verschiedenen Heilanwendungen in den Testphasen I und II.
Trotz aller Hinweise des Unternehmens auf die neuen Produkte steht die Feuerprobe für HGS jedoch noch bevor: Nur ein Bruchteil aller Arzneimittelkandidaten, die in den letzten Jahrzehnten in klinischen Studien erprobt wurden, haben auch die letzte Hürde überwunden und eine Zulassung der Behörden erlangt.
Generell sind die Bestrebungen des Unternehmens aber auf die Entschlüsselung des menschlichen Genoms und einer darauffolgenden Patentierung und Lizenzierung bedacht. Diesem Sachverhalt sollte man eine längere Diskussion würdigen.
Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1992 hat Human Genome Sciences nunmehr bereits 112 Genpatente von der zuständigen US-Behörde erhalten – für weitere 7500 Erbanlagen wurde der Erfinderschutz beantragt.
Nach einer Aussage des Firmenleiters, William A. Haseltine, sei das Rennen um die Gene des Menschen bereits beendet. Der selbsternannte Sieger gab am 20.02. auf der Jahrestagung der US-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (AAAS) bekannt, bereits vor mehreren Jahren einen Großteil des menschlichen Genoms entschlüsselt zu haben.
Die Datenbanken seiner Firma würden die vollständigen Baupläne von 80% aller Humangene beinhalten. Zudem lägen weitere 15% der Sequenzen in lückenhafter Form vor. Dies grenze an eine kleine Sensation, da Wissenschaftler bisher davon ausgingen, dass erst bis zum Jahr 2003 alle rund 3,2 Milliarden Basen – also die „Buchstaben“, die den Bauplan des Erbguts ausmachen – gelesen sein werden.
Sollten sich die Ankündigungen von HGSI für wahr erweisen, könnten bis 2003 dann die restlichen Lücken geschlossen und Fehler ausgebügelt werden.
Aber wie hat HGSI sich von seiner Konkurrenz so deutlich absetzen können? Während sich das von mehreren internationalen Regierungen unterstützte, rein wissenschaftliche Humangenomprojekt darauf konzentriert, systematisch alle drei Milliarden Bausteine der menschlichen Erbsubstanz aufzulisten , widmen sich die HGSI-Forscher aussschließlich den 3% Erbmasse, die „echte“ Gene darstellen.
Leider ist auch eine Überprüfung dieser Behauptung bekanntlich nicht möglich, da die Ergebnisse der HGSI-Forscher (noch) nicht öffentlich zugänglich sind.
Widmen wir uns doch dem oben geklammerten „noch“.
Clinton und Blair verkündeten am Dienstag den 14.03. die Freigabe des menschlichen Genoms. Die beiden Regierungschefs sprachen sich dafür aus, Informationen über das menschliche Erbgut für sämtliche Wissenschaftler weltweit frei zugänglich zu machen. Dies würde also bisher verteilte Patente völlig wertlos machen und auch eine weitere Patentierung von Gensequenzen ausschließen. Somit wären die Datenbestände von HGSI, in welcher Größe sie auch immer existieren mögen, auch völlig wertlos und eine freiwillige Eröffnung der Informationen würde Sinn machen.
Dr. Haseltine ist aber der Meinung, dass die Aussagen der Staatoberhäupter weit davon entfernt seien schädlich für die Industrie zu sein oder zu werden. In seinen Augen stellt dies nur eine Zusatzklausel für die Handlungsspielräume von Biotech-Unternehmen dar, die die medizinisch wichtigen Anwendungen von Genen patentieren lassen wollen. Er interpretiert deren Bemerkungen in der Weise, dass Clinton und Blair die Idee der Patentierung bestimmter Gene unterstützten, vorausgesetzt die Patentinhaber würde sie für andere zur Ansicht zugänglich machen.
Human Genome Sciences gab weiterhin bekannt, dass deren Datenbestände unentbehrlich für die Industrie und akademische Wissenschaftler seien, lange bevor das menschliche Genom völlig dekodiert und frei verfügbar für die Öffentlichkeit sei. Denn sie zielen vor allem auf die Identifizierung bestimmter krankheitserzeugender Gene ab, die Pharmazie-Konzernen die Entwicklung neuer Medikamente ermöglichen werden.
Das Unternehmen ist aber nicht nur in dem Bereich des menschlichen Genoms tätig.
Ein weiteres Standbein stellt die Forschung nach nicht-menschlichen Genen in Organismen wie Bakterien, Pilzen und Viren dar, die später nützlich für die Entwicklung von Impfstoffen und Antibiotika sein können.
Die Patente
Das wichtigste Standbein für HGS stellt also derzeit die Patentierung und Lizenzvergabe seiner Forschungsergebnisse dar. HGS hat extra eine große und stark wachsende Patentabteilung geformt, um deren Forschungsergebnisse, und die der Partner rechtlich zu schützen.
Ein Patent garantiert allerdings kein Recht an einem Gen in seinem natürlichen Status. Ein Patent dient nur dem Schutz eines Gens auf der Basis einer Erfindung, es schützt also vor der kommerziellen Ausbeutung von anderen. Wie diese Regelungen in Zukunft zu interpretieren sein werden, kann wohl nach Clinton’s und Blair’s Kommentaren mit Spannung beobachtet werden.
Derzeit existiert eine Vielzahl von Patenten auf menschliche Gene, die humane Proteinprodukte, wie Wachstumshormone und Insuline, schützen.
Bis Mitte März 2000 hat HGS Patentanträge eingereicht die den medizinischen Gebrauch von mehr als 7.500 neu entdeckten menschlichen Genen beschreiben. Seit der Vergabe des ersten Patents am 26. März 1996 hat HGSI 117 Patenteinträge zugesprochen bekommen.
Die Partner
Die Auswahl der richtigen Kooperationspartner ist vor allem im Biotech-Sektor von essentieller Bedeutung. Zum einen besteht die Intention darin, ein gut ausgebautes Vertriebsnetz nutzen zu können, zum anderen werden Synergieeffekte in der immens zeitaufwendigen und kostenintensiven Forschung und Entwicklung gesucht. Eine Partnerschaft kann auch zur Überbrückung vorübergehender Liquiditätsengpässe dienen. Wichtig ist auch, dass Partnerschaften mit einer möglichst großen Anzahl von Unternehmen aufgebaut werden, um eine Abhängigkeit von einem oder wenigen Kollaborateuren zu verhindern. Mit einer größeren Anzahl an Partnern können auch Patentstreitigkeiten vermieden werden, die in dem Bereich der Biotechnologie sehr häufig anzutreffen sind.
Im Endeffekt ist es aber nicht die Menge die zählt, sondern die Inhalte der Verträge.
HGS unterstützt mit seinen Entdeckungen in der Genforschung vor allem große pharmazeutische Partnerunternehmen. Aus diesem Grund wurde das Human Gene Consortium gegründet, zu denen Schering-Plough, SmithKline Beecham, Takeda Chemical, Synthelabo, und Merck KgaA gehören. Im Zuge dieser Organisation erhält das Unternehmen große Vorauszahlungen, die sich bis jetzt auf insgesamt 220 Millionen US-Dollar summiert haben. Zudem werden von den Partnern branchenübliche Milestone Payments (zahlbar bei Abschluss zuvor festgelegter Forschungsabschnitte) und Lizenzgebühren gezahlt.
Die Verträge von Human Genome Sciences mit den Human Consortium Partners laufen bis Juli 2001. Danach hat HGS exklusiven Zugriff auf seine Technologie, um so weiter entwickeln und auslizenzieren zu können. Um eine weiter laufende Forschung oder ein weiteres Testen von sich in klinischen Phasen befindenden Arzneien nicht zu behindern , können von den Partnern aber weiter Daten von HGS angefordert werden.
Ein weiteres Kooperationsfeld liegt in der Gen-Therapeutik. Mit Transgene S.A. wurde 1998 ein Abkommen zur Entwicklung von bis zu 10 neuen Gen-Therapie-Medikamenten geschlossen. Aus dieser Partnerschaft erhält HGS Milestone Payments und Lizenzzahlungen.
1997 wurde durch HGS Vascular Genetics Inc. mitbegründet, um VEGF-2 zu entwickeln. Gründungsmitglieder sind CATO Holdings, St. Elizabeth’s Medical Center of Boston, und Jeffrey M. Isner.
Auch mit Schering-Plough wurde eine Kooperation getroffen, die die Entwicklung und die Vermarktung von neuen Gen-Therapie-Methoden zum Zwecke hat. Dafür erhält HGS jährliche Zahlungen, ist berechtigt eine Anfangszahlung für die Ausübung des Weiterentwicklungsrechts durch Schering-Plough zu verlangen, und bekommt Milestone Payments und Lizenzzahlungen bei Verkauf eines Produktes.
Zuletzt teilt HGS seine Entdeckungen bei bakteriellen Genen mit anderen pahrmazeutischen Unternehmen, wie F. Hoffmann-La Roche und Pharmacia & Upjohn für Antibiotika, und Pasteur Merieux Connaught/Oravax und MedImmune für Impf- und Immunstoffe.
Die Kooperationsverträge im einzelnen:
Die Zahlen
Die Auflistung der Zahlen hat in diesem Porträt eher statistischen Charakter. Eine Interpretation von Umsatz- und Gewinnentwicklung macht hier wenig Sinn. Laut Management handelt es sich hier ja um ein Unternehmen, welches erst in Zukunft dicke Gewinne einfahren wird. Interessant ist nur wie hoch die Verluste und auch die Ausgaben für F&E im Verhältnis zum Umsatz sind. Eine gute Liquiditätsplanung stellt hier eine essentielle Basis für den Fortbestand des Unternehmens dar.
Die Analysten
HGSI wird von neun Wall-Street Analysten verfolgt, die ihre Meinung über das Unternehmen in „Kaufen/Verkaufen“- Ratings zum Ausdruck bringen. Die Analysten gehen davon aus, dass im laufenden Geschäftsjahr höhere Verluste als im vorigen eingefahren werden. Für 2001 wird aber mit einem Rückgang der Verluste gerechnet. Genauer gesagt erwartet man, dass die 1999er Verluste von 0,92 US-Dollar im Jahr 2000 auf 1,14 US-Dollar anwachsen werden und 2001 wieder auf 85 Cent schrumpfen werden. Zum Vergleich wird bei S&P500- Unternehmen in 2000 ein Gewinnwachstum von durchschnittlich 9,22% und in 2001 sogar von 10,67% vorhergesehen.
Die Ratings der Analysten zusammengefasst:
Die Aktionäre
Bei 46,3 Millionen ausstehenden Aktien kann HGSI mit einer stolzen Marktkapitalisierung von fast 6 Milliarden US-Dollar (das mindert sich derzeit leider fast stündlich um 5%) aufwarten. Derzeit befindet sich der Großteil der Anteile, ca. 29,2 Millionen Aktien, in freiem Umlauf.
Wie oben aus dem Chart ersichtlich hatte die Aktie in letzter Zeit unter einer scharfen Korrektur zu leiden.
Die Flucht aus der Gesamtbranche wurde von Biotechgesellschaften und großen institutioneller Investoren als eine Überreaktion von leichtfertigen Anlegern gesehen, die die Kurse der Biotech-Aktien in den letzten Monaten auf beispiellose Höhen trieben. Sie ließen sich von dem Enthusiasmus über die letzten Fortschritte in der Genforschung mitreißen. Viele Anleger verlieren dabei den Blick auf das Wesentliche. Vor allem in dieser Branche vergeht meist ein sehr langer Zeitraum (oft 10-15 Jahre) bis sich ein Forschungserfolg auch wirtschaftlich rechnet.
„Die Leute stürmen auf diese Aktien zu und haben keine Ahnung, womit sie es zu tun haben. Jede leichte Böhe führt bei Ihnen dann zu einer Panikreaktion,“ sagt Jeffrey Casdin, ein Investment Manager bei Casdin Life Sciences Partners. Auch der CEO von Human Genome Sciences, William Haseltine, ist dieser Meinung: „Die meisten Leute haben nur wenig Ahnung von Genen und auch nur wenig Ahnung von Patenten. Wenn man dann beides kombiniert, erhält man eine hoffnungslose Konfusion.“
Nachdem die Aktie von einem Hoch bei 232 ¾ US- Dollar kommend auch heute wieder einen riesigen Verlust von bis zu 25% auf 89 US- Dollar hinnehmen musste, bleibt es abzuwarten, wo demnächst der Kurs hingeht. Technisch sieht es kurzfristig nach einer sich fast schon aufzwingenden Korrektur nach oben aus. Langfristig gilt mit Sicherheit die weitere Ausrichtung des Unternehmens im Hinblick der Intentionen von Clinton und Blair zu beobachten.

20.3.00, 22:51 Uhr
Stefan Ochsenkühn © GIS Wirtschaftsdaten GmbH
Aktienporträt: Human Genome Sciences

Was soll man von einem Unternehmen halten, welches noch kein einziges Produkt auf den Markt gebracht hat und trotzdem mit einer Marktkapitalisierung von ca. 6 Milliarden US-Dollar bewertet wird?
Die Firma Human Genome Sciences (NASDAQ: HGSI) hat in der Tat noch keine einzige Arznei zu verkaufen. Seine einzige Einkunftsquelle ist die Vermarktung von Genpatenten. Nach den Aussagen von Clinton und Blair in der letzten Woche, wonach eine Publikmachung der Daten des menschlichen Rohgenoms angestrebt werde, stellt sich für das Unternehmen also die Frage welche Strategie jetzt zu Rettung des Konzerns gefahren werden sollte.
Die Vision
HGS hat sich sehr hohe Ziele auf seine Fahnen geschrieben. Dies drückt sich in der Unternehmensphilosophie und in der Vision der Gesellschaft aus.
Human Genome Sciences will Pionier sein. Das Biopharma-Unternehmen versucht in seiner „Mission“ neuartige Gen- und Proteinbasierte Arzneien zu entdecken, zu entwickeln, zu produzieren und zu vermarkten. Der Focus liegt dabei vor allem auf der Entdeckung und dem Verständnis des medizinischen Nutzens von Genen.
„HGS is dedicated to victory over diesease” heißt es hochtrabend im Unternehmensprofil.
Die Produkte
Wie bereits erwähnt fällt die Produktpalette von HGSI eher mager aus. Man kann noch kein einziges Produkt vorweisen, das sich auf dem Markt befindet. Allerdings existieren bereits 3 Medikamente die sich derzeit in klinischen Testphasen befinden.
Myeloid Progenitor Inhibitory Factor-1 (MPIF-1) und Keratinocyte Growth Factor-2 (KGF-2) sind Protein-Medikamente die sensible Gewebe des menschlichen Körpers vor den zerstörenden Nebenwirkungen von Krebstherapien schützen sollen. Beide Medikament befinden sich in Phase II –Tests.
Vascular Endothelial Growth Factor-2 dient zum Eingriff bei Herz- und Gliedergefäßbehandlungen. Das Medikament befindet sich für die verschiedenen Heilanwendungen in den Testphasen I und II.
Trotz aller Hinweise des Unternehmens auf die neuen Produkte steht die Feuerprobe für HGS jedoch noch bevor: Nur ein Bruchteil aller Arzneimittelkandidaten, die in den letzten Jahrzehnten in klinischen Studien erprobt wurden, haben auch die letzte Hürde überwunden und eine Zulassung der Behörden erlangt.
Generell sind die Bestrebungen des Unternehmens aber auf die Entschlüsselung des menschlichen Genoms und einer darauffolgenden Patentierung und Lizenzierung bedacht. Diesem Sachverhalt sollte man eine längere Diskussion würdigen.
Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1992 hat Human Genome Sciences nunmehr bereits 112 Genpatente von der zuständigen US-Behörde erhalten – für weitere 7500 Erbanlagen wurde der Erfinderschutz beantragt.
Nach einer Aussage des Firmenleiters, William A. Haseltine, sei das Rennen um die Gene des Menschen bereits beendet. Der selbsternannte Sieger gab am 20.02. auf der Jahrestagung der US-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (AAAS) bekannt, bereits vor mehreren Jahren einen Großteil des menschlichen Genoms entschlüsselt zu haben.
Die Datenbanken seiner Firma würden die vollständigen Baupläne von 80% aller Humangene beinhalten. Zudem lägen weitere 15% der Sequenzen in lückenhafter Form vor. Dies grenze an eine kleine Sensation, da Wissenschaftler bisher davon ausgingen, dass erst bis zum Jahr 2003 alle rund 3,2 Milliarden Basen – also die „Buchstaben“, die den Bauplan des Erbguts ausmachen – gelesen sein werden.
Sollten sich die Ankündigungen von HGSI für wahr erweisen, könnten bis 2003 dann die restlichen Lücken geschlossen und Fehler ausgebügelt werden.
Aber wie hat HGSI sich von seiner Konkurrenz so deutlich absetzen können? Während sich das von mehreren internationalen Regierungen unterstützte, rein wissenschaftliche Humangenomprojekt darauf konzentriert, systematisch alle drei Milliarden Bausteine der menschlichen Erbsubstanz aufzulisten , widmen sich die HGSI-Forscher aussschließlich den 3% Erbmasse, die „echte“ Gene darstellen.
Leider ist auch eine Überprüfung dieser Behauptung bekanntlich nicht möglich, da die Ergebnisse der HGSI-Forscher (noch) nicht öffentlich zugänglich sind.
Widmen wir uns doch dem oben geklammerten „noch“.
Clinton und Blair verkündeten am Dienstag den 14.03. die Freigabe des menschlichen Genoms. Die beiden Regierungschefs sprachen sich dafür aus, Informationen über das menschliche Erbgut für sämtliche Wissenschaftler weltweit frei zugänglich zu machen. Dies würde also bisher verteilte Patente völlig wertlos machen und auch eine weitere Patentierung von Gensequenzen ausschließen. Somit wären die Datenbestände von HGSI, in welcher Größe sie auch immer existieren mögen, auch völlig wertlos und eine freiwillige Eröffnung der Informationen würde Sinn machen.
Dr. Haseltine ist aber der Meinung, dass die Aussagen der Staatoberhäupter weit davon entfernt seien schädlich für die Industrie zu sein oder zu werden. In seinen Augen stellt dies nur eine Zusatzklausel für die Handlungsspielräume von Biotech-Unternehmen dar, die die medizinisch wichtigen Anwendungen von Genen patentieren lassen wollen. Er interpretiert deren Bemerkungen in der Weise, dass Clinton und Blair die Idee der Patentierung bestimmter Gene unterstützten, vorausgesetzt die Patentinhaber würde sie für andere zur Ansicht zugänglich machen.
Human Genome Sciences gab weiterhin bekannt, dass deren Datenbestände unentbehrlich für die Industrie und akademische Wissenschaftler seien, lange bevor das menschliche Genom völlig dekodiert und frei verfügbar für die Öffentlichkeit sei. Denn sie zielen vor allem auf die Identifizierung bestimmter krankheitserzeugender Gene ab, die Pharmazie-Konzernen die Entwicklung neuer Medikamente ermöglichen werden.
Das Unternehmen ist aber nicht nur in dem Bereich des menschlichen Genoms tätig.
Ein weiteres Standbein stellt die Forschung nach nicht-menschlichen Genen in Organismen wie Bakterien, Pilzen und Viren dar, die später nützlich für die Entwicklung von Impfstoffen und Antibiotika sein können.
Die Patente
Das wichtigste Standbein für HGS stellt also derzeit die Patentierung und Lizenzvergabe seiner Forschungsergebnisse dar. HGS hat extra eine große und stark wachsende Patentabteilung geformt, um deren Forschungsergebnisse, und die der Partner rechtlich zu schützen.
Ein Patent garantiert allerdings kein Recht an einem Gen in seinem natürlichen Status. Ein Patent dient nur dem Schutz eines Gens auf der Basis einer Erfindung, es schützt also vor der kommerziellen Ausbeutung von anderen. Wie diese Regelungen in Zukunft zu interpretieren sein werden, kann wohl nach Clinton’s und Blair’s Kommentaren mit Spannung beobachtet werden.
Derzeit existiert eine Vielzahl von Patenten auf menschliche Gene, die humane Proteinprodukte, wie Wachstumshormone und Insuline, schützen.
Bis Mitte März 2000 hat HGS Patentanträge eingereicht die den medizinischen Gebrauch von mehr als 7.500 neu entdeckten menschlichen Genen beschreiben. Seit der Vergabe des ersten Patents am 26. März 1996 hat HGSI 117 Patenteinträge zugesprochen bekommen.
Die Partner
Die Auswahl der richtigen Kooperationspartner ist vor allem im Biotech-Sektor von essentieller Bedeutung. Zum einen besteht die Intention darin, ein gut ausgebautes Vertriebsnetz nutzen zu können, zum anderen werden Synergieeffekte in der immens zeitaufwendigen und kostenintensiven Forschung und Entwicklung gesucht. Eine Partnerschaft kann auch zur Überbrückung vorübergehender Liquiditätsengpässe dienen. Wichtig ist auch, dass Partnerschaften mit einer möglichst großen Anzahl von Unternehmen aufgebaut werden, um eine Abhängigkeit von einem oder wenigen Kollaborateuren zu verhindern. Mit einer größeren Anzahl an Partnern können auch Patentstreitigkeiten vermieden werden, die in dem Bereich der Biotechnologie sehr häufig anzutreffen sind.
Im Endeffekt ist es aber nicht die Menge die zählt, sondern die Inhalte der Verträge.
HGS unterstützt mit seinen Entdeckungen in der Genforschung vor allem große pharmazeutische Partnerunternehmen. Aus diesem Grund wurde das Human Gene Consortium gegründet, zu denen Schering-Plough, SmithKline Beecham, Takeda Chemical, Synthelabo, und Merck KgaA gehören. Im Zuge dieser Organisation erhält das Unternehmen große Vorauszahlungen, die sich bis jetzt auf insgesamt 220 Millionen US-Dollar summiert haben. Zudem werden von den Partnern branchenübliche Milestone Payments (zahlbar bei Abschluss zuvor festgelegter Forschungsabschnitte) und Lizenzgebühren gezahlt.
Die Verträge von Human Genome Sciences mit den Human Consortium Partners laufen bis Juli 2001. Danach hat HGS exklusiven Zugriff auf seine Technologie, um so weiter entwickeln und auslizenzieren zu können. Um eine weiter laufende Forschung oder ein weiteres Testen von sich in klinischen Phasen befindenden Arzneien nicht zu behindern , können von den Partnern aber weiter Daten von HGS angefordert werden.
Ein weiteres Kooperationsfeld liegt in der Gen-Therapeutik. Mit Transgene S.A. wurde 1998 ein Abkommen zur Entwicklung von bis zu 10 neuen Gen-Therapie-Medikamenten geschlossen. Aus dieser Partnerschaft erhält HGS Milestone Payments und Lizenzzahlungen.
1997 wurde durch HGS Vascular Genetics Inc. mitbegründet, um VEGF-2 zu entwickeln. Gründungsmitglieder sind CATO Holdings, St. Elizabeth’s Medical Center of Boston, und Jeffrey M. Isner.
Auch mit Schering-Plough wurde eine Kooperation getroffen, die die Entwicklung und die Vermarktung von neuen Gen-Therapie-Methoden zum Zwecke hat. Dafür erhält HGS jährliche Zahlungen, ist berechtigt eine Anfangszahlung für die Ausübung des Weiterentwicklungsrechts durch Schering-Plough zu verlangen, und bekommt Milestone Payments und Lizenzzahlungen bei Verkauf eines Produktes.
Zuletzt teilt HGS seine Entdeckungen bei bakteriellen Genen mit anderen pahrmazeutischen Unternehmen, wie F. Hoffmann-La Roche und Pharmacia & Upjohn für Antibiotika, und Pasteur Merieux Connaught/Oravax und MedImmune für Impf- und Immunstoffe.
Die Kooperationsverträge im einzelnen:
Die Zahlen
Die Auflistung der Zahlen hat in diesem Porträt eher statistischen Charakter. Eine Interpretation von Umsatz- und Gewinnentwicklung macht hier wenig Sinn. Laut Management handelt es sich hier ja um ein Unternehmen, welches erst in Zukunft dicke Gewinne einfahren wird. Interessant ist nur wie hoch die Verluste und auch die Ausgaben für F&E im Verhältnis zum Umsatz sind. Eine gute Liquiditätsplanung stellt hier eine essentielle Basis für den Fortbestand des Unternehmens dar.
Die Analysten
HGSI wird von neun Wall-Street Analysten verfolgt, die ihre Meinung über das Unternehmen in „Kaufen/Verkaufen“- Ratings zum Ausdruck bringen. Die Analysten gehen davon aus, dass im laufenden Geschäftsjahr höhere Verluste als im vorigen eingefahren werden. Für 2001 wird aber mit einem Rückgang der Verluste gerechnet. Genauer gesagt erwartet man, dass die 1999er Verluste von 0,92 US-Dollar im Jahr 2000 auf 1,14 US-Dollar anwachsen werden und 2001 wieder auf 85 Cent schrumpfen werden. Zum Vergleich wird bei S&P500- Unternehmen in 2000 ein Gewinnwachstum von durchschnittlich 9,22% und in 2001 sogar von 10,67% vorhergesehen.
Die Ratings der Analysten zusammengefasst:
Die Aktionäre
Bei 46,3 Millionen ausstehenden Aktien kann HGSI mit einer stolzen Marktkapitalisierung von fast 6 Milliarden US-Dollar (das mindert sich derzeit leider fast stündlich um 5%) aufwarten. Derzeit befindet sich der Großteil der Anteile, ca. 29,2 Millionen Aktien, in freiem Umlauf.
Wie oben aus dem Chart ersichtlich hatte die Aktie in letzter Zeit unter einer scharfen Korrektur zu leiden.
Die Flucht aus der Gesamtbranche wurde von Biotechgesellschaften und großen institutioneller Investoren als eine Überreaktion von leichtfertigen Anlegern gesehen, die die Kurse der Biotech-Aktien in den letzten Monaten auf beispiellose Höhen trieben. Sie ließen sich von dem Enthusiasmus über die letzten Fortschritte in der Genforschung mitreißen. Viele Anleger verlieren dabei den Blick auf das Wesentliche. Vor allem in dieser Branche vergeht meist ein sehr langer Zeitraum (oft 10-15 Jahre) bis sich ein Forschungserfolg auch wirtschaftlich rechnet.
„Die Leute stürmen auf diese Aktien zu und haben keine Ahnung, womit sie es zu tun haben. Jede leichte Böhe führt bei Ihnen dann zu einer Panikreaktion,“ sagt Jeffrey Casdin, ein Investment Manager bei Casdin Life Sciences Partners. Auch der CEO von Human Genome Sciences, William Haseltine, ist dieser Meinung: „Die meisten Leute haben nur wenig Ahnung von Genen und auch nur wenig Ahnung von Patenten. Wenn man dann beides kombiniert, erhält man eine hoffnungslose Konfusion.“
Nachdem die Aktie von einem Hoch bei 232 ¾ US- Dollar kommend auch heute wieder einen riesigen Verlust von bis zu 25% auf 89 US- Dollar hinnehmen musste, bleibt es abzuwarten, wo demnächst der Kurs hingeht. Technisch sieht es kurzfristig nach einer sich fast schon aufzwingenden Korrektur nach oben aus. Langfristig gilt mit Sicherheit die weitere Ausrichtung des Unternehmens im Hinblick der Intentionen von Clinton und Blair zu beobachten.

20.3.00, 22:51 Uhr
Stefan Ochsenkühn © GIS Wirtschaftsdaten GmbH
Amgen unter Druck
Deutlich ins Minus geraten derzeit die Papiere des Biotechnologieunternehmens Amgen, die knapp 8% auf 57 Dollar nachgeben.
Grund sind negative Meinungen aus dem Hause Merrill Lynch. Die Analysten sehen mit Skepsis eine laufende Gerichtsverhandlung zu einem Blutarmuts-Medikament und stufen den Wert von "kaufen" auf "akkumulieren" ab.
Doch erst gestern äußerten sich die Experten von Salomon Smith Barney positiv zu dem Titel und stuften ihn als "Top Pick" ein.
Umsatzenttäuschung bei Biogen

von Raffi Goldman: Market Movers ausgewählt vom Team WebersWeb [11.04.00, 18:13]


Biogen (BGEN) meldet mit 0,41 Dollar pro Aktie (i.Vj. 0,29) erstmals nach 13 hintereinander folgenden Quartalen kein gegenüber dem Vorquartal steigendes Ergebnis. Analysten erwarteten 0,43 Dollar. Die Enttäuschung zeigt sich mit einem Kursverlust von 17 Prozent auf 53 Dollar.

Das Biotechunternehmen hat dem Umsatz im 1. Quartal um 26 Prozent auf 217 Millionen Dollar gesteigert.

Der Nettogewinn lag wegen Wertpapierverkäufen bei 121 Millionen Dollar oder 77 Cents je Aktie. Die Umsatzsteigerung war im wesentlichen auf das Multiple-Sklerose-Medikament Avonex zurückzuführen, auf das 175 Millionen Dollar (plus 33 Prozent) entfielen, etwa 3 Prozent weniger als Analysten erwarteten.

Das Unternehmen, das weltweit 62 Prozent Marktanteil bei Biotech-Medikamenten gegen Multiple-Sklerose (MS) hat, rechnet mit weiteren Umsatzsteigerungen, da sich Avonex auch zur Behandlung der Frühstadien dieser Krankheit bewährt habe und das Mittel zunehmend von Patienten eingenommen werde, die noch nicht schwer erkrankt sind.

Die Firma prognostiziert, dass in der nächsten Zeit pro Quartal 3000 bis 5000 neue Patienten hinzukommen, die mit Avonex behandelt werden und die Gesamtzahl bis Jahresende 100.000 erreicht. Derzeit ist der US-Markt für Avonex erst zu 50 Prozent, der europäische Markt erst zu 25 Prozent ausgeschöpft.

Im ersten Quartal wurden jedoch nur 2000 Patienten hinzugewonnen. Jahr2000-Vorratskäufe führten zu weniger Umsatz im Berichtsquartal, zudem könnte Biogen Wettbewerb von der schweizerischen Ares-Seron und Schering (Medikament Betaferon) verspüren.

Mit dem neuen Medikament gegen Schuppenflechte Amevive ist man im Plan: Das Medikament soll 2002 an den Markt kommen. Es ist derzeit in der letzten Phase III der klinischen Tests. An mittlerer bis schwerer Form dieser Hautkrankheit leiden in den USA etwa 700.000 Personen, weltweit mindestens 1 Million.

In der Pipeline steckt noch ein Medikament zur Behandlung von Herzversagen; für dieses CVT 124 wurde jetzt erfolgreich ein Test der Phase II abgeschlossen. Biogen hatte dafür schon 1997 eine Lizenz bei CV Therapeutics genommen und finanziert jetzt weitere Entwicklungsarbeiten bei dem Lizenzgeber.

Biogen will im Lauf dieses Jahres noch 300 Millionen Dollar für Forschung und Entwicklung ausgeben und erwartet nur eine mäßige Umsatzsteigerung. Anleger müssen eher auf Erfolg der klinischen Tests als auf Gewinn-Meldungen warten.

Die Umsatzenttäuschung bei Avonex trifft das Unternehmen hart, weil es das einzige Präparat ist, das Biogen derzeit am Markt hat. Entscheidend für das weitere Kursverhalten dürfte die Umsatzentwicklung im zweiten Quartal sein. Die Aktie kommt von einem Hoch bei 115 Dollar und ist jetzt bei 53 Dollar wieder ein erschwinglicher Biotech-Wert mit einem KGV 2000 von 30.

Obwohl die Pipeline von Biogen nicht übermäßig von neuen Produkten strotzt, ist die Aktie für langfristig orientierte Anleger jetzt ein Kauf. Der Umsatz für Avonex wird weiterhin wachsen. Zudem ist Biogen bestens positioniert im Rennen um die Auswertung der Genstrukturen in Bezug auf Entwicklung neuer Medikamente.

Einen Zukauf der Aktie bei dem niedrigen Kursniveau halten wir für sinnvoll. Wer auf Nummer sicher gehen will, wartet ab, wie sich die Avonex-Umsatzzahlen für das zweite Quartal entwickeln.
Das US-Biotechunternehmen Amgen Inc. legte am heutigen Tag die Zahlen für das abgelaufene Quartal vor.
Demnach kletterte das Nettoeinkommen auf 266 Millionen Dollar oder 25 Cents je Aktie nach 247 Millionen Dollar oder 23 Cents je Aktie im Vorjahresquartal. Die Ergebnisse treffen damit exakt die Erwartungen der Analysten bei 25 Cents je Aktie.

Gruss Riddick
Solide Biotech-Aktie mit niedriger Bewertung

ausgewählt vom Team WebersWeb [28.04.00, 19:41]
Nicht spekulativ, aber solide gibt sich BioChem (BCHE). Die Biotechnologiefirma kam im ersten Quartal auf einen Umsatz von 49 Millionen US-Dollar, 15,6 Prozent mehr als zu gleichen Vorjahreszeit.
Vom Umsatz entfielen 60 Prozent auf Lizenzeinnahmen; der Rest stammte zum größten Teil aus Forschungs- und Entwicklungsaufträgen. Haupteinnahmequelle sind Lizenzgebühren, die Glaxo Wellcome für eine AIDS- und ein Hepatitis-B-Medikament zahlt. Der Gewinn stieg kräftig – von 19 Cents je Aktie im Vorjahr auf 27 Cents in diesem Jahr – 5 Cents mehr, als von den Analysten erwartet.
Das Unternehmen hat sich kürzlich aus dem Diagnose-Markt zurückgezogen, um sich auf Entwicklung von Medikamenten zu konzentrieren. In den USA wurde jetzt Pacis gegen Blasenkrebs zugelassen, die sechsthäufige Krebskrankheit in den USA (53.000 Diagnosen und 12.000 Todesfälle pro Jahr).
BioChem hat jetzt 80 Millionen Can-Dollar als Zuschuß von der kanadischen Regierung für ein 6-Jahres-Projekt zur Entwicklung von Impfstoffen bekommen. Die Regierung erwartet sich von dem Projekt mit einem Gesamtvolumen von 600 Millionen Can-Dollar die Schaffung von bis zu 450 Arbeitsplätzen.
Ein gewisser Einfluss auf die biopharmazeutische Industrie des Landes soll ebenfalls damit erreicht werden. Als aussichtsreichster Kandidat im Rahmen des Projektes gilt ein Impfstoff gegen Hirnhautentzündung, der in Phase I der klinischen Tests ist.

BioChem ist keiner der Großen im Bio-Segment – hat aber eine ausgezeichnete Umsatz/Gewinn-Relation. Die Aktie kommt von einem Hoch bei 35 Dollar im Januar und verfügt über eine solide Ertragshistorie. Mit einem KGV für 2000 von 22 ist die Aktie günstig, wir sehen ein Kursziel von 32 Dollar.
Girindus: Mehr als 50 Blockbuster-Präparate in der Produktpipeline

von Carsten Stern [04.05.00, ]

Spätestens seit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms wittert Fritz Link, Vorstandschef des Börsenneulings Girindus, das ganz große Geschäft. Denn künftig soll es möglich sein, noch gezielter als bisher nach neuen Wirkstoffen zu suchen. An dieser Stelle kommt Girindus ins Spiel. Die Gesellschaft fungiert als eine Art Forschungsdienstleister und wirkt wie ein Bindeglied zwischen Biotechnologie- und Pharmaunternehmen.
Die großen Arzneimittelkonzerne vergeben einen Teil ihrer Forschung als Auftrag an fremde Unternehmen, weil die eigenen Kapazitäten in der Regel nicht ausreichen, um alle Projekte gleichzeitig anzugehen. Da es sich oft um Wirkstoffe gegen Aids, Alzheimer oder Diabetes handelt, unterliegen diese Projekte der höchsten Geheimhaltungsstufe. Nur so viel lässt Fritz Link durchblicken: 19 der 30 größten Pharmaunternehmen zählen zu den Kunden der Deutschen. Aber auch kleinere Biotechnologiefirmen, die aus Kostengründen oft nicht in der Lage sind, die eigenen Forschungen voranzutreiben, klopfen bei Girindus an.

Bereits heute schreibt der Börsennewcomer schwarze Zahlen. Wir rechnen für 2001 mit Umsätzen von 30 Millionen Euro, die wegen zu erwartender Blockbuster-Präparate rasch zulegen dürften. Einen Unternehmenswert von 180 Millionen Euro erachten wir als fair. Verteilt auf insgesamt 6,5 Millionen Girindus-Aktien ergibt das einen angemessenen Emissionspreis von etwa 25 Euro.
Immunex wieder auf Erfolgskurs?

Das Biotechnologieunternehmen Immunex (Nasdaq: IMNX) meldete bereits gestern nach Börsenschluss, dass die bereits erwartete Erweiterung ...historie des Einsatzes für deren Flagschiff Enbrel durch die FDA genehmigt wurde.
Enbrel kann nun auch zur Behandlung früher rheumatischer Arthritis eingesetzt werden. Bisher diente das Medikmanet zum Einsatz bei moderaten und ernsten Arthritisfällen. Lukrativ ist ferner die Aussage der FDA, dass das Produkt zur Verzögerung des Fortschritts von rheumatischer Arthritis eingesetzt und somit auch vermarktet werden darf.
Analysten sehen dadurch die Möglichkeit, dass sich der Zielmarkt für dieses Produkt verdoppeln könnte und so die Arznei bis zu einer Million potenzielle Kunden besitze. Der Sprecher von Immunex, Tim Warner, schätzt, dass derzeit etwa 60.000 bis 70.000 Patienten das Medikmanent Enbrel verabreicht bekommen. Der potenzielle Markt beziffert sich im Moment bei 300.000 Erkrankten. Mit der Label-Erweiterung sollen in Zukunft 700.000 zusätzliche Patienten für Enbrel in Frage kommen. Das Unternehmen rechnet nun damit, dass die 2 Milliarden Dollar-Grenze, des durch Enbrel generierten Umsatzes, bald durchbrochen wird.
Andere Analysten bezweifeln die Bedeutung dieser Nachricht. Fraglich ist wie schnell Ärzte den Einsatz von Enbrel bei frühen Stadien vornehmen werden. Enbrel ist sehr viel teurer als andere Standard-Behandlungsmethoden und muss zudem injiziert werden.
Im letzten Jahr hatte Enbrel einen Gesamtumsatz von 367 Millionen US-Dollar. Das erste volle Jahr in dem sich das Medikament auf dem Markt befand. Analysten erwarten für dieses Jahr Verkaufszahlen im Bereich von 600-650 Millionen US-Dollar. Die 1 Milliarden-Hürde sollte zu Beginn des Jahres 2001 gebrochen werden. Enbrel ist das Hauptprodukt von Immunex. Allein 73% des Unternehmensumsatzes von 179 Millionen US-Dollar im 1. Quartal wurden von Enbrel eingefahren.
Rheumatische Arthritis verursacht schmerzvolle, angeschwollene Gelenke. Enbrel setzt bei der Hemmung vom Geschwulst-Nekrose-Faktor an, ein Protein, das mit Entzündungen in Zusammenhang gebracht wird. Zu den Nebeneffekten von Enbrel gehören Übelkeit, Hautausschlag und Mundgeschwüre.
Ein Konkurrenzprodukt zu Enbrel ist Remicade, ein Arthritis-Medikament der Johnson&Johnson-Tochter Centocor. Auch bei Remicade wird durch die FDA eine Expandierung des Einsatzgebietes überprüft.
Immunex entwickkelt biopharmazeutische Produkte zur Behandlung von Krebs, Autoimmunkrankheiten und Infektionskrankheiten. Das Flaggschiff des Unternehmens ist Enbrel. Im letzten Jahr beliefen sich die Umsätze allein aus diesem Medikament auf 367 Millionen US-Dollar. Weitere Produkte sind Leukine und Novantrone. Leukine dient zum Einsatz bei Knochenmarktransplatationen, Novantrone zur Behandlung von nicht lymphozytischer Leukämie und zur Schmerzlinderung bei Prostatakrebs. Ein Grossteil des Unternehmens wird von dem US-Pharmariesen American Home Products (Nyse: AHP) gehalten.
Der Kurs kann von den positiven Nachrichten der letzten Tage profitieren. Im Moment gewinnt Immunex 12% auf 36 US-Dollar.

7.6.00, 16:57 Uhr
Stefan Ochsenkühn © GIS Wirtschaftsdaten GmbH
Immunex bricht aus Kursbasis aus

von Raffi Goldman: Favoriten ausgewählt vom Team WebersWeb [16.06.00, 18:03]

Immunex legt kräftig zu, nachdem das Medikament gegen rheumatoide Arthritis, Enbrel, in den USA nicht nur für schwere Fälle, sondern auch schon zur Anfangsbehandlung zugelassen worden war.

Die Zahl der Patienten die Mit dem Mittel behandelt werden könnten, erhöhte sich dadurch von 300.000 auf 1 Million. Enbrel brachte im letzten Jahr mit 357 Millionen Dollar rund 6o Prozent des Immunex-Umsatzes.

Im laufenden Jahr könnten die Enbrel-Umsätze nach jüngsten Schätzungen auf 640 Millionen Dollar steigen; bisher waren Analysten von 600 Millionen ausgegangen.

Nach Angabe der Firma zahlen Krankenversicherer die – teure - Behandlung relativ bereitwillig, weil sie Operationen ersparen können. Allein für Enbrel wird nächstes Jahr ein Umsatz von 1 Milliarde Dollar erwartet – und in der Pipeline stecken noch weitere interessante Produkte.

Die Aktie ist aus ihrer Kursbasis bei 40 Dollar ausgebrochen und hat gute Chancen Kurshöhen von 60 Dollar wieder zu überschreiten.
N E W S
Blaupause des menschlichen Genoms vervollständigt

Das an der Nyse notierte Gentech-Unternehmen Celera Genomics (Nyse: CRA) und das öffentlich unterstützte Human Genome Project haben heute im Weißen Haus die Vervollständigung eine Bauplans des menschlichen Genoms verkündet. Der Presseartikel wurde bereits um 16:30 Uhr MESZ veröffentlicht. Die Bekanntmachung wird schon seit Wochen angekündigt. Von nun an soll die Blaupause des menschlichen Gencodes öffentlich zugänglich sein. Zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr sollen die Errungeschaften in einenm wissenschaftlichen Magazin publiziert werden. Wissenschaftler sehen dies als Beginn einer langen Entwicklung, die wahrscheinlich die Medizin revolutionieren wird. „Ohne Zweifel ist dies der wichtigste und wunderbarste Plan, der jemals von der Menschheit erstellt wurde,“ sagte Bill Clinton bei der Bekanntgabe im Weißen Haus.
Fraglich war immer, inwieweit man diese Daten auch ökonomisch nutzen kann. Clinton war immer für eine freie Zugänglichkeit. Das Human Genome Project hatte seinen Fortschritt auch im Internet veröffentlicht. Clinton sagte, dass man sich jetzt geeinigt hat, dass öffentliche und private Organisationen zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr die Genomdaten gemeinsam veröffentlichen werden. Dies soll zum Vorteil von Wissenschaftlern weltweit gereichen. Für Unternehmen, die versuchen, durch Genetik Geld zu verdienen, ist dies jedoch halb so schlimm. Der Gencode von Mäusen könnte wertvoller sein als der von Menschen.
In den letzten Jahren lieferten sich Celera und das Human Genome Project ein Rennen um die Erstellung des Bauplans menschlichen Lebens. Wissenschaftler in den USA und Europa begannen bereits vor 10 Jahren mit der Entschlüsselung der Gene. Viele Milliarden Dollar wurden in die öffentlichen Projekte investiert. Celera begann erst im letzten Herbst. Ganze Maschinenparks bei Celera in Rockville, dem nahegelegenen Institute of Genomic Research und dem Sanger Center in Cambridge, England, waren 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche mit dem „Austüfteln“ der Basen A,T,C und G beschäftigt, die die Grundbasis des menschlichen Codes darstellen. Heute aber hatten beide Institutionen gemeinsam ihren Fortschritt präsentiert. Beide Organisationen besitzen einen groben Entwurf des menschlichen Genoms. Dies ist eine Auflistung des chemischen Codes der menschlichen Gene, die Bauinstruktionen enthalten, die der Körper zum Aufbau aus einer fötalen Zelle und zum weiteren Wachstum und Selbsterhaltung nutzt.
Der größte Teil des Gencodes wird durch den Körper gar nicht genutzt. Er ist völlig zwecklos. Lediglich 3 Prozent der Erbmasse repräsentieren Gene, die den Code für Proteine liefern. Proteine, die den gesamten Körper ausmachen. Die mit Funktionen ausgestatteten Gene befinden sich irgendwo zwischen den nutzlosen Genen. Und da die bisherigen Entwürfe nur eine Auflistung der Basen, aus denen die menschliche DNA besteht, darstellt, sind die uns vorliegenden Pläne wie riesige Landkarten in denen die Gene versteckt sind. Es ist wie ein Buch, von dem man alle Buchstaben und sogar deren Reihenfolge kennt, sie aber erst noch zu einem sinnvollen Text unterteilen muss.
Celera besitzt aber einen Vorteil zur Unterscheidung der bedeutungsvollen Gene zu den unnützen Genomdaten. Während man sich bei der Entschlüsselung des menschlichen Genoms mit der Regierung ein Kopf an Kopf Rennen lieferte, sicherte sich Celera Vorsprünge in der Sequenzierung der Maus-Gene. Und dies könnte bei der Suche nach den menschlichen Genen ein vorteilhafter Schlüssel sein.
Die Gene der Maus und des Menschen sind fast gleich, nur der wertlose Genmüll ist stark unterschiedlich. Celera wird mit Hilfe der bisher gewonnen Mausdaten einen Vergleich anstellen. Dem Unternehmen wird es möglich sein die Position der menschlichen Gene dadurch zu bestimmen, indem sie das menschliche Genom einfach an dem der Mäuse anlegen.
Das ist ein Grund, warum das Maus-Genom so wertvoll ist. Informationen zum menschlichen Genom sollen weitgehend öffentlich zugänglich sein. Celera will weiterführende Daten nur an zahlende Kunden weitergeben. Sowohl der private Sektor, als auch der akademische Bereich soll mit erweiterten Möglichkeiten der Computersuche und einer größeren Bibliothek an Genmutationen bedient werden. Dies könnte funktionieren, aber das Maus-Genom kann Celera exklusiv vermarkten. Das Maus-Genom wird nicht veröffentlicht, nur zahlende Organisationen kommen in den Genuss dieser Daten.
Auch in einer zweiten Wiese sind die Mausdaten wichtig. Hat man einmal die einzelnen Gene gefunden, weiß man noch nicht deren Funktionsweise. Da die Gene beim Menschen und Mäusen fast identisch sind, können Forscher Experimente bei Mäusen durchführen, die man an einem Menschen niemals machen kann. Man kann von der Funktionsweise der Gene bei der Maus auf die Funktionsweise beim Menschen schließen.
Diese Nachrichten wurden schon im Vorfeld der Ankündigung antizipiert und das Unternehmen stand heute zu Beginn im Plus, im Moment verliert es aber sehr stark. Aktuell notiert die Aktie mit einem Minus von 12,6 Prozent bei 111 US-Dollar.

26.6.00, 18:52 Uhr
© GIS Wirtschaftsdaten GmbH
Hi Riddick,

wie man mit dem Mausgenom das große Geld machen will, indem man die Sequenzen verkauft, ist mir schleierhaft. Es ist sehr leicht, das mausliche Gen selbst zu klonieren und zu sequenzieren, wenn man das menschliche kennt. Und jeder Forscher, der ein neues mausliches Gen isoliert, wird es a) veröffentlichen und b) in die online Gendatenbanken posten. Es ist ja nicht so, dass Celera hier alleine arbeitet; es gibt in jeder Stadt mindestens ein Labor, welches sich mit Mäusen beschäftigt. Der Markt für menschliche Sequenzen ist jedenfalls im Zusammenbruch befindlich; Incyte Genomics hat mir gerade ein Angebot zu einem Viertel des vor einer Woche gültigen Preises unterbreitet. Brauch` ich aber nicht; steht alles im Internet ...

Gruß Darwin
Celera bleibt interessant

von Raffi Goldman: Market Movers ausgewählt vom Team WebersWeb [27.06.00, 20:26]


Das Genomik-Unternehmen Celera (CRA), das gestern die fast vollständige Entschlüsselung des menschlichen Genom bekannt gab, bestätigt das Bestehen eines 5-Jahres Nutzungsvertrag mit Immunex.

Das Biotechnologieunternehmen Immunex, Pfizer und der japanische Pharmagigant Takeda haben die Zeichen der Zeit schon erkannt, zusammen mit einigen amerikanischen und japanischen Firmen haben sie längerfristige Nutzungsverträge für die Gen-Datenbank mit Celera unterzeichnet.

In der Regel bringt ein solches Abkommen 25 bis 50 Millionen Dollar für einen Drei-Jahresvertrag. Obwohl Celera heute unter Gewinnmitnahmen leidet (minus 8,3 Prozent), hat der Wert Potenzial, wenn Sie nur an die zusätzlichen Lizenzzahlungen der Pharmafirmen denken.

Um jährlich mindestens drei Medikamente auf den Markt zu bringen und effizienter forschen zu können, kommen Pharmakonzerne an CRA nicht vorbei.

Das Zeitalter der Nutzung von Genomik hat für die Pharmafirmen mit der Entschlüsselung gerade begonnen.
Hallo
Guter Beitrag m.E. von juchu.de zu Celera:

-Können Biotechs finanziell von der Entschlüsselung der Gene profitieren?-

Als Craig Venter & Co. im Frühjahr dieses Jahres angekündigt hatten, dass Sie einen Teil des menschlichen Erbguts patentieren lassen wollen, sorgte dies weltweit für grosse Aufregung. Sogar Clinton und Blair nahmen sich damals diesem Thema an und sorgten damit auch in der Folge für einen heftigen Erdrutsch bei vielen Biotechs. Eigentlich oder vielleicht sogar sicher, waren es eben diese beiden, die die Korrektur (den Crash) in diesem Sektor ausgelöst haben. Hintergrund war die Mitteilung, dass man sich einen Patentierung eben dieser Teile nicht vorstellen kann! Eine Mitteilung, die natürlich bei vielen Investoren die Frage aufkommen liess, womit denn nun eigentlich die Spezialisten, allen voran Celera Genomics (CRA), überhaupt noch Geld verdienen können.

Und eben Celera war es dann auch, die in der Folge bei beinahe allen Investoren auf der Verkaufsliste standen. Celera ist eines der führenden (eigentlich DAS führende) Unternehmen im Bereich der Sequenzierung der Gene. Celera hat nun einen Grossteil des menschlichen Erbgutes entschlüsselt und hat rund 1/3 der Mäuse-Genome entschlüsselt. Neben der Entschlüsselung des menschlichen Erbgutes sicherlich ein weitere entscheidender Schritt, denn die Mäuse-Gene sind den menschlichen in vielen Bereichen und Funktionen sehr ähnlich. Vor allem der Vorsprung und die Erfolge in der Erforschung der Genome wurde von vielen Investoren mit einigen Vorschusslorbeeren bedacht. Doch durch die Rede von Clinton und Blair wurde dem Unternehmen nach Meinung vieler Investoren die Grundlage für Umsätze entzogen. Eine Meinung, die wir in dieser Form nicht teilen können. Warum? Celera wird in Zukunft seine Umsätze vor allem aus den Allianzen lukrieren können. Ein Blick auf die jüngsten News rund um Celera beweist, dass das Unternehmen im Moment zu den gefragtesten überhaupt gehört. Erst kürzlich konnte man einen Vertrag mit Immunex (IMNX) bekanntgeben und zahlreiche andere gingen diesem Deal vor. Sicher und das geben wir gerne zu, Celera hat noch einen langen Weg vor sich, bis man profitabel saldieren wird können, aber wir sind davon überzeugt, dass dies gelingen wird. Wenn man Experten glauben darf, dann wird Celera nun auch im Bereich der Erforschung der Proteine tätig werden und sich so ein weiteres Geschäftsfeld erschliessen.

Ein weiterer Punkt, der von vielen Experten als negativ hervorgehoben wird, ist das staatliche Human Genome Project, das quasi parallel zu Celera`s Forschung läuft. Aber auch hier sehen wir keine direkte Konkurrenz zu Celera, sondern vielmehr eine nützliche Hilfe im Bereich des Research. Und nochmals: Es ist doch klar bzw. wir gehen zumindest davon aus, dass Celera ohnehin nicht sein Wissen rund um das menschliche Erbgut direkt zu Geld machen kann! Vielmehr wird Celera vor allem im Bereich Service, Beratung und Entwicklung seinen Partnern unterstützend zur Seite stehen. Sprich Celera ist quasi ein Dienstleistungsunternehmen.

Sie sehen wir sind nach wie vor von den Aussichten des Unternehmens überzeugt! Beachten Sie aber, dass wir unsere Meinung bezüglich der kurzfristigen Einschätzung (wie im letzten Letter bereits ausgeführt) nicht geändert haben. Wir glauben, dass der Abgabedruck noch durchaus ein wenig länger anhalten kann, denn der Anstieg, den man zuvor verzeichnen konnte, ist für unseren Geschmack ein wenig zu heftig ausgefallen.
.

Ein anderer Kurzbeitrag:
http://cbs.marketwatch.com/archive/20000630/news/current/to…

Next generation on biotech horizon
Plus: Corporate espionage, Morningstar, IPOs and more

By CBS.MarketWatch.com
Last Update: 8:05 PM ET Jun 30, 2000 NewsWatch
Latest headlines
NEW YORK -- A breakthrough being hailed as one of mankind’s greatest scientific accomplishments came this week when scientists unveiled a rough draft of the genetic code for human life. For investors, the next big feat will be in cracking the code to making big bucks off of microscopic magic. The genome blueprint, which is the first assembly of the DNA sequence that makes up the code, will help shed light on how genes influence health and disease. That knowledge will be used, presumably at great profit to research firms like Celera in the biotech development of next-generation drugs and therapies.



Hinweisen möchte ich auch noch auf den interessanten Beitrag den Beutlin in den Dino-thread gepostet hat.
ich denke es ist günstiger wenn wir CRA hier in dem thread von Riddick weiter diskutieren bzw. Fakten/Einschätzungen zusammentragen.

Ungefragt meine persönliche Meinung:
- ich bleibe dabei: ich würde nicht in die großen Pharmakonzerne investieren. Fuchs wird mir nicht widersprechen wenigstens die nächsten 2 Wochen da in Kreta.
- CRA könnte eine ganz große Story werden. Ich stehe z.Z. noch auf der Seitenauslinie und suche nach einem geeigneten Zeitpunkt zum Einstieg.

Grüße Andy
Hallo Andy,
Fuchs legt Wert darauf, sein sauer verdientes Geld erstens nicht zu spekulativ und zweitens längerfristig anzulegen.
Auf der Grundlage seiner 5-Jahres-Berechnungen hat er im September 1999 Warner-Lambert gekauft und vor wenigen
Wochen Medimmune. Warner-Lambert haben sich seitdem etwa verdoppelt. Medimmune hatte ich einen Tag vor Fuchs,
u.a. aufgrund seiner Empfehlung, gekauft und liege heute mit dieser Aktie bei + 66,31%.
Was anderes ist mir aber ebenso wichtig: Wo kann man den von Ica empfohlenen australischen Rotwein kaufen?
Gruß Goldgeist
Hallo Goldgeist
Wird schon wieder ein Rotwein-Thread ;). Also da mußt du im Zweifelsfall ICA fragen. Ich habe mir aus dem letzten Australien-Urlaub zufälligerweise eine Flasche Shiraz mitgebracht (nachdem ich im board-Magazin von Quantas darauf aufmerksam geworden bin). Könnte jetzt wirklich nicht sagen, wer besser mundet. In München gibt es Weinhändler, die auch australischen Rotwein verkaufen. Nachdem aber bei mir um die Ecke ein Weinhändler mit überwiegend französischen Rotweinen im Sortiment ist, bleib ich beim Bordeaux allerdings liegt bei mir die Relation Weißbier:Rotwein ca 20:1 sollte ich vielleicht noch hinzufügen.
Wegen der Pharma-Aktien bin ich mir mit Fuchs schon mal in einem anderen Thread (wie potent ist Pharma) in die Queere ;) gekommen.
Bei MEDI bin ich d`accord. Wurde nicht umsonst in die Topdogs-Liste aufgenommen.
Ich möchte auch niemanden dazu überreden, nicht in Pharma-Dinos zu investieren. Das hängt vom persönlichen Anlage-"Temperament" ab.
Wenn ich heute die Auswahl zwischen PFE und CRA hätte, würde ich ganz klar CRA vorziehen (allerdings warte ich noch ein bißchen in der Hoffnung, dass der Kurs noch etwas fällt) so wie bei Qiagen, die ich bei einem Kurs von 30,05 Euro genau um diese 5 Cents verpaßt habe :(. Habe ich glaube ich schon oft erzählt.

Ich habe gerade wieder einige Artikel über CRA gelesen und je mehr ich lese, desto begeisterter werde ich. Man muss ja nicht gleich mit 100 % einsteigen, sondern vielleicht erst mal in einer mikroskopisch kleinen Dosierung.

Grüße Andy
Immunex lizensiert Prostatakrebsantigene von UroCor

Das Biotechnologieunternehmen Immunex Corporation (Nasdaq: IMNX) meldete heute, dass man von dem Forschungsunternehmen UroCor Inc. (Nasdaq: UCOR) Lizenzrechte an aus Krebszellen abgeleiteten Antigenen erworben hat. Dabei handelt es sich um Gene, die aus geschwülstigen oder vorkrebsartigen Prostata-Zellen isoliert wurden.
UroCor hat Zellenoberflächenproteine identifiziert und patentiert, die mögliche Angriffspunkte (Targets) für die Entwicklung von monoklonalen Antikörpern darstellen könnten. Diese würden dann mehrere Ansätze für Prostatakrebstherapien liefern.
Immunex leistet an UroCor eine Anfangszahlung, in Zukunft muss Immunex Meilensteinzahlungen und Lizenzabgaben bei erfolgreichen Entwicklungsbemühungen entrichten. Immunex wird für die Forschung und die Entwicklung verantwortlich sein. Eine zukünftige Vermarktung geprüfter therapeutischer Antikörper wird auch im Verantwortungsbereich von Immunex liegen.
Prostatakrebs ist mit einem Anteil von 11 Prozent die zweithäufigste Krebs-Sterbeursache bei Männern. Noch häufiger sterben Männer an Lungenkrebs. In diesem Jahr rechnet man mit 31.900 Sterbefällen, die mit Prostatakrebs in Zusammenhang gebracht werden.
Immunex kann heute in einem sehr guten Biotech-Umfeld 6 Prozent auf 56-1/4 US-Dollar zulegen.

5.7.00, 21:50 Uhr © GIS Wirtschaftsdaten GmbH
Amgen galoppiert Richtung Allzeithoch

von Raffi Goldman: Market Movers ausgewählt vom Team WebersWeb [05.07.00, 23:40]


Anleger flüchten heute aus den Halbleitern in die Biotechwerte. Einer der besten Werte ist Biotechunternehmen Amgen (AMGN), der heute von 68 auf 73 Dollar aufgeblasen wird.

Amgennähert sich schnell seinem All-Time-High von 76 Dollar am 24. Januar 2000. Der Wert legt heute um 7,2 Prozent auf 73 Dollar zu. Bei diesem Kurs wird der Titel jetzt mit einem KGV für 2000 von 67 mit einem Aufschlag gegenüber seinen Wettbewerbern gehandelt.

Amgen ist zweifellos ein Qualitätswert mit guten Management, der aber langsam teuer wird. Sollte der Wert Gewinnmitnahmen zum Opfer fallen, gibt es eine Unterstützung auf dem Niveau von etwa 61 Dollar.
Fondsmanager hoffen auf einen goldenen Herbst für Biotech-Aktien
Fachkonferenzen in den USA sollen für positive Nachrichten sorgen
Ralf Andress
BERLIN, 5. Juli. Wie ein Donnerhall rauschte die Nachricht von der Entschlüsselung des menschlichen Bauplans um den Globus und eroberte im Handumdrehen die Titel der Zeitungen. Die Aufdeckung des Genoms ist zweifelsfrei ein Meilenstein für die Medizin - gleichzeitig aber eine Bewährungsprobe für Börsianer. Den hochfliegenden Hoffnungen, die dem Biotech-Sektor zu Jahresbeginn eine ungeahnte Kursrallye bescherten, folgte alsbald die Ernüchterung. Als im März 2000 US-Präsident Bill Clinton und der britische Premierminister Tony Blair in einer gemeinsamen Erklärung forderten, dass die Forschungsergebnisse offen gelegt werden sollen, brachen die Biotech-Aktien auf breiter Front ein.
Anleger mit Wissenslücken
"Beide Bewegungen zeigen, dass in diesem Segment viele Investoren engagiert sind, die sich in der schwierigen Materie nicht auskennen", meint Nicole Körtge, Fondsmanagerin des DIT-Biotechnologie. So wie die Entschlüsselung des menschlichen Erbgutes nicht dazu führt, dass schon übermorgen alle Krankheiten geheilt werden können, so belastet die Offenlegung der Ergebnisse allenfalls die Hoffnungen einiger Genomik-Unternehmen wie Celera - nicht aber die der ganzen Biotech-Branche.
Was bleibt ist die gestiegene Sensibilisierung für ein Thema, dass bei der Entwicklung des 21. Jahrhunderts eine maßgebliche Rolle spielen wird. Auch ohne die Genom-Entschlüsselung waren sich die Experten einig, dass in der nahen Zukunft kaum noch Medikamente ohne Hilfe der Biotechnologie entwickelt werden.
Viele Präparate stehen aktuell kurz vor der Markteinführung. Jetzt geht die Saat auf, die Anfang der 90er-Jahre gelegt wurde, resümieren die Experten. Denn so lange dauert der Prozess von der Entdeckung eines Wirkstoffes bis zur Anlieferung in der Apotheke. "Aus Investorensicht ist der Zeitpunkt für den Einstieg jetzt günstig", ist Markus Barth von der Fondsgesellschaft Nordinvest überzeugt. Nach der jüngsten Kurskorrektur seien viele Titel wieder deutlich attraktiver bewertet und die bevorstehenden Health-Care-Konferenzen im Herbst werden mit hoher Wahrscheinlichkeit für einen positiven Nachrichtenfluss sorgen, so der Manager des neuen NordGenetics-Fonds.
Aber bei aller Zuversicht warnen die Experten vor allzu großer Euphorie. "Die Biotechnologie ist eine Start-Up-Branche und die Ausfallwahrscheinlichkeit bei einzelnen Titeln ist immer noch sehr hoch", verweist Körtge auf die Abhängigkeit der Unternehmen vom positiven Ausgang der klinischen Tests. Selbst in der letzten Testphase vor der Markteinführung fällt noch einer von vier Wirkstoffen durchs Raster der Gesundheitsbehörden - mit verheerenden Folgen für den Aktienkurs des Unternehmens.
Investment per Fonds sinnvoll
Die Chancen und Risiken richtig einzuschätzen ist für das Gros der privaten aber auch der institutionellen Anleger kaum zu leisten, weswegen gerade dieses Segment für eine Portfolio-Lösung prädestiniert erscheint. Selbst bei den mittlerweile etablierten Biotech-Unternehmen, die bisweilen als "beinahe" sichere Anlage empfohlen werden, ist der künftige Erfolg nicht garantiert. "Große Werte wie Amgen sind natürlich auch angreifbar", warnt Barth und verweist auf das US-Unternehmen TKT, das an einem möglichen Konkurrenzprodukt für eines der umsatzstärksten Amgen-Medikamente arbeitet.
Auch bei der deutschen Vorzeige-Aktie Qiagen kommen angesichts der inzwischen erreichten Kurse erste Zweifel auf, ob ein Einstieg noch immer lohnt. Ganz zu schweigen von den beiden deutschen Börsenneulingen Medigene und GPC Biotech, die erst ganz am Anfang stehen und bei denen es noch Jahre dauern wird, bis tatsächlich erste Produkte an den Markt gebracht werden - wenn überhaupt. Die so genannten Early-Stage-Unternehmen - also zum Beispiel Gesellschaften, die an Wirkstoffen forschen, die noch ganz am Anfang der langjährigen klinischen Tests stehen - gelten als besonders chancenreich, aber auch als besonders riskant. Die Rechnung ist einfach: Führen die Tests zu positiven Ergebnissen und der Wirkstoff wird zu einem Medikament, dann eröffnet sich in der Regel ein gewaltiger Markt. Verlaufen die Tests negativ, sind Hoffnung und Geld dahin.
Anlegern, die diesem Risiko Rechnung tragen und auf Einzelengagements verzichten wollen, stehen mittlerweile eine Reihe von Fonds und Zertifikaten mit Ausrichtung auf den Biotech- und Gesundheitssektor zur Verfügung.
Die Ausrichtung dieser Fonds ist dabei sehr unterschiedlich. Einige setzen vor allem auf große Pharmaunternehmen und sind streng genommen nur bedingt als Biotech-Fonds einzuordnen. Andere wie der NordGenetics sollen ausschließlich in Biotech-Unternehmen investieren - mit den entsprechend höheren Chancen und Risiken. Aber auch bei den stark auf Biotech ausgerichteten Fonds gibt es wesentliche Unterschiede. So will der Nordinvest-Fondsmanager Barth mit rund 30 Prozent in Early-Stage-Unternehmen investieren, während Körtge diese außen vor lässt. Die DIT-Fondsmanagerin konzentriert sich auf Werte, die bereits Medikamente am Markt haben oder die kurz vor der Markteinführung stehen.
Artikel vom 6. Juli 2000
Hallo
Einmal mehr ein interessanter Artikel von MF Prädikat: sehr lesenswert der genau in diesen Thread paßt:
http://www.fool.com/portfolios/rulebreaker/2000/rulebreaker0…
Eine Zusammenfassung:

Wie investiert man in Biotech ?

Jeff Fischer unterteilt den Biotech-Bereich in verschiedene Sektoren:

A. Pure plays

1. Biotech-Unternehmen, die wenig bzw. noch keine Medikamente herstellen
z.B. Human Genome Sciences (Nasdaq: HGSI), and Millennium Pharmaceuticals (Nasdaq: MLNM).
- hohes Risiko, schwer zu analysieren
- potentiell hohe Kurschance
Persönliche Einschätzung: ist mir zu heiß

2. Biotech-Unternehmen, die Marktführer sind und deren Umsätze sich im Mrd $ Bereich bewegen
z.B. Amgen, Biogen, Medimmune
- geringeres Risiko wie bei 1.
- haben andererseits aber auch beträchtliches Kurspotential
Persönliche Einschätzung: paßt zu meinem Anleger-Typ.

3. Pharma-Giganten (Dinos ;))
Die kennt von uns jeder: Pfizer, Johnson & Johnson, Schering Plough,...
Persönliche Einschätzung: sind mir zu langweilig.

B. Related Plays

1. Bio-Informations-Unternehmen
z.B. Celera Genomics, Incyte
Diese Firmen liefern genetische Informationen und Expertenwissen, die für die Medikamenten-Entwicklung eingesetzt werden.
- Risiko wie bei A.1.
- großes Kurspotential
Persönliche Einschätzung: finde ich sehr spannend. Mit einer ersten Position bin ich letzten Donnerstag in CRA eingestiegen. Im Zweifelsfall immer den Besten nehmen so meine Devise. Bin mir allerdings auch bewußt, dass das Investment ein hohes Risiko birgt.

2. Unternehmen, die die Ausrüstung liefern
Also die klassischen "picks and shovels" Companies.
z.B. Affymetrix, PE Biosystems, ich würde noch Qiagen hinzufügen wollen.
- Risiko würde ich sagen wie A.2 ?
- großes Kurspotential
Persönliche Einschätzung: AFFX und PEB beobachte ich nicht weiter. Qiagen hatte schon einen sehr guten Lauf

3. Proteomics
Proteomics is the study of proteins for drug development. That grossly simplifies matters, however.
Da muss ich passen. Von dem Bereich habe ich überhaupt keine Ahnung.
In einem Beitrag, dessen link in dem angegeben MF-Artikel steht, wird darüber spekuliert, dass die Protein-Forschung ein noch heißeres Thema sein könnte, wie die Gentechnologie.
Sollten wir zusammen vielleicht in nächster Zeit mal näher unter die Lupe nehmen.

Grüße Andy
p.s. interessant auch folgender Beitrag zum Thema Rule Breaker und top dog bei Bio-Tech:
http://www.fool.com/specials/2000/sp000705.htm
Hallo Andy ,
ich werde in Zukunft auch verstärkt in die Bio-Branche investieren und habe mir mit PEB und Amgen schon zwei gekauft .
Bei den High-Techaktien werde ich langsam noch vorsichtiger .
In der freien Marktwirtschaft wird jede Nachfrage irgendwann gestillt.
Neue Fabriken werden aus dem Boden gestampft und die Berechnungen der
Analysten sind dann nicht mehr viel wert . Ich glaube das kann sehr schnell gehen .

mfg Defense
Keine Frage, irgendwann kommt jede Branche an den Punkt, wo das
Angebot die Nachfrage übersteigt, wo die Preise fallen und die Gewinne sinken.
Nehmen wir mal die Chipbranche.
Die galt bisher immer als extrem zyklisch.Das liegt an den
enormen Investitionen in Produktionsequipment und Entwicklung der
Chips, sowie der damit verbundenen Vorlaufzeiten.
Eine Fabrik stampft man nicht aus dem Boden. Die Vorlaufzeiten von 12 bis 18 Monaten im Vergleich zur Zyklusdauer des Marktes, macht die Brisanz deutlich und erklärt die steilen Flanken der bisherigen
Halbleiterzyklen. Das erklärt auch, warum die Profis bei den
Halbleiter-Werten immer besonders genau hinschauen.
Hier allerdings haken einige neuere Studien ein, die dem Chipmarkt
angeblich eine ausgeglichenere Entwicklung vorhersagen. Die Nachfrage nach Halbleitern ruhe heute auf mehreren Säulen. Insbesondere sei die
PC-Monokultur nicht mehr gegeben, die Elektronifizierung unseres
gesamten Lebens schaffe Nachfrage auf breiter Front.
Aber Schluss jetzt. Hier noch ein Artikel zum Thema .

Bischoff

Erfolg im zweiten Anlauf
Deutschlands Bio-Tech-Branche rüstet sich für den Wettkampf gegen die
Amerikaner Von Jutta Hoffritz
Europas Konter auf die amerikanische Genoffensive geht von
historischem Boden aus. Mitten im beschaulichen Mainz trennen nur
wenige Meter Erde die Labors des Bio-Tech-Unternehmens ProteoSys von
den alten Kupferbergschen Sektkellern - in der Nachbarschaft haben
früher schon die Römer ihren Wein gelagert. "Ein idealer Standort",
scherzt Forscher André Schrattenholz, schließlich sei doch die
Hefegärung eine sehr frühe Form von Biotechnik.
Natürlich hätte sich das Unternehmen überall ansiedeln können: in
München, wo es zufällig gegründet wurde; in London, weil Chefdenkerin
Jasmika Zimmermann dort vor drei Jahren einen Lehrstuhl übernahm; oder
in den USA, denn dort sitzen die Kunden, auf die es ProteoSys
abgesehen hat.
Mainz wurde nicht wegen der Weinkeller zum Standort, eher schon wegen
der nahe gelegenen Universität. Dort haben die beiden Wissenschaftler
vor einigen Jahren schon einmal zusammengearbeitet. Der
ausschlaggebende Grund aber - das gibt Gründer André Schrattenholz
ganz offen zu - war die "außerordentliche Großzügigkeit des Landes
Rheinland-Pfalz".
Die alten Gemäuer tun der Dynamik des jungen Unternehmens keinen
Abbruch. In nur wenigen Wochen entstanden hier hochmoderne Labors. Und
ihre Methode zur Erforschung des Proteoms, der Eiweiße im menschlichen
Körper, davon sind die Wissenschaftler überzeugt, macht sie fit für
die Weltspitze. Zwar waren es vor allem amerikanische und englische
Forscher, die das menschliche Genom entschlüsselt haben - allen voran
der Bio-Tech-Unternehmer Craig Venter mit seiner Firma Celera
Genomics. Doch in Phase zwei des Biobooms könnten deutsche Unternehmen
durchaus aussichtsreich ins Rennen einsteigen. "Ohne Leute wie uns
stecken Celera und Incyte in der Sackgasse", urteilt Proteinforscherin
Zimmermann. Beide Unternehmen - Incyte ist ebenfalls eine führende
Sequenzierfirma, im kalifornischen Palo Alto - beanspruchen für ihre
Entdeckungen je rund 7000 Patente, doch solange nicht klar ist, welche
Gene was bewirken, haben sie zumindest in Europa keine Chance.
Die Professorin könnte Recht haben. Sie bringt auf den Punkt, was bei
allen Schlagzeilen der vergangenen Wochen untergegangen ist: Die
Kenntnis des menschlichen Genoms allein hilft der Medizin nicht
weiter. Bis dieses Wissen Ärzten und Patienten nützt, können noch
Jahre vergehen. Die amerikanischen Genforscher leiden unter dem
Stasi-Syndrom. Sie haben mehr Informationen gesammelt, als sie
verarbeiten können. Jetzt sind Proteinforscher wie Zimmermann und
Schrattenholz am Zuge, die herausfinden, wie sich genetische Merkmale
in den Eiweißen des menschlichen Körpers niederschlagen. Außerdem
werden Bioinformatiker gebraucht, die mit ihrer Software den Datenberg
beherrschen, und Biochip-Hersteller, die das gesammelte Wissen für
Diagnose und maßgeschneiderte Therapien nutzbar machen. So schnell die
Amerikaner bei der Sequenzierung des Genoms waren - in
weiterverarbeitenden Disziplinen mangelt es auch ihnen noch an
Experten.
Jetzt kommt für die Europäer die Zeit der Bewährung. Besonders für die
Deutschen, die sich lange gegen die Gentechnik sperrten. Seit sich
ihre Segnungen für die Arzneimittelforschung auch hierzulande
herumgesprochen haben, hat sich das grundlegend geändert. Mit rund 280
Unternehmen, so zählte die Unternehmensberatung Ernst & Young, ist
Deutschland zur führenden Bio-Tech-Nation des Kontinents aufgestiegen.
Jetzt wird sich zeigen, ob die Deutschen zur Masse auch Klasse zu
bieten haben.
Am weitesten gediehen ist die Bioinformatik. Hier gibt es schon
zahlreiche deutsche Anbieter: alerte Nachwuchsforscher,
geschäftstüchtige Professoren, selbst ausgewachsene Pharmakonzerne
streben in dieses Feld. Star der jungen Branche ist der Krupp-Spross
Friedrich von Bohlen mit seiner Lion Bioscience AG. Die Software der
Heidelberger verschafft den Kunden nicht nur Zugang zu den über 350
öffentlichen Gendatenbanken auf der ganzen Welt. Sie vernetzt auch all
die Daten, die von der Enttarnung einer Gensequenz als
Krankheitsursache bis zur patentierten Therapie im Pharmaunternehmen
anfallen. "Was SAP für die Büroorganisation ist, sind wir für die
Arzneimittelbranche", erklärt von Bohlen stolz.
Ganz so berühmt wie das Softwarehaus im nahe gelegenen Walldorf ist
das Bioinformatik-Unternehmen Lion zwar noch nicht, trotzdem muss sich
von Bohlen vor dem demnächst anstehenden Börsengang um Publicity keine
Sorgen machen. Sein Unternehmen gehört bereits jetzt zu den
bekanntesten Namen der jungen Bio-Tech-Branche. Dazu beigetragen hat
sicher die 100 Millionen Dollar schwere Forschungsallianz, die Lion
vor einem Jahr mit der Leverkusener Bayer AG schloss. Daneben nutzen
auch zahlreiche andere Pharmahersteller das Wissen der Heidelberger.
Selbst in den Vereinigten Staaten sind sie schon präsent. Auch für
Celera hat Lion schon gearbeitet. Gut drei Jahre nach der Gründung hat
es Lion zu über 260 Mitarbeitern und rund 18 Millionen Mark
Jahresumsatz gebracht. Gewinne erwartet Bohlen allerdings erst in drei
Jahren.
Eine Nummer kleiner ist die Softwareschmiede Biomax Informatics in
Martinsried bei München - dafür aber verlust- und schuldenfrei, wie
Gründer Hans-Werner Mewes betont. Nach knapp zwei Jahren hat er mit
seinen 30 Mitarbeitern "die schwarze Null" erreicht. Größere
Wettbewerber wie Lion schrecken ihn nicht:"Für vernünftige Produkte
gibt es derzeit deutlich mehr Nachfrage als Angebot." Er habe wenig
Mühe, seine Software an den Mann zu bringen, viel mehr Sorgen bereite
ihm der Nachwuchsmangel, meint Mewes, der in diesem Jahr zehn neue
Leute einstellen möchte. Für einen Unternehmer, der auch
Hochschullehrer ist und somit eigentlich an der Nachwuchsquelle sitzen
müsste, ist das eine ungewöhnliche Situation. Doch in der Boombranche
Bio-Tech gelten eben keine gewöhnlichen Regeln, weil neue Jobs
schneller entstehen als die entsprechenden Ausbildungsgänge.
Das muss auch das altehrwürdige Pharmaunternehmen Schering gerade
feststellen, das sich, angesteckt von der Goldgräberstimmung,
ebenfalls unter die Gründer mischen will. Noch in diesem Jahr werde
die Bioinformatik-Sparte des Konzerns von 30 auf 100 Mann aufgestockt
und an die Börse gebracht, kündigte Schering-Finanzvorstand Klaus
Pohle im März an. Schließlich sollten auch andere Unternehmen an der
Kompetenz der Berliner Bioinformatiker teilhaben. Nun scheint die Welt
zwar doch noch ein Weilchen länger auf die Weisheit aus Wedding warten
zu müssen - der Börsengang der Bioinformatiker wird inzwischen auf
"frühestens Anfang 2001" terminiert. Das Wohlwollen der Anleger hat
diese Verzögerung jedoch nicht gemindert. Der Kurs des früher
chronisch unterbewerteten Pillenherstellers ist seit März um fast ein
Drittel gestiegen. So schnell wird aus einer knapp 150 Jahre alten
Apotheke ein Wachstumswunder der New Economy.
Ebenso euphorisch wie Biosoftware beurteilen manche Börsianer auch die
so genannten Biochips. Dabei handelt es sich ähnlich wie bei
Computerchips meist um Glas- oder Siliziumscheiben, die jedoch mit
DNA-Schnipseln beladen werden. In Körperflüssigkeiten wie Blut,
Speichel und Urin getaucht, eignen sie sich dazu, Expo-Pinkler zu
entlarven oder - noch wichtiger - Erbkrankheiten nachzuweisen. Weil
nicht alle Patienten auf alle Medikamente gleichermaßen ansprechen,
sollen die Chips auch helfen, Fehltherapien zu vermeiden. Bei
Transplantationen könnten mit ihrer Hilfe außerdem
Abstoßungsreaktionen getestet werden. In der Kriminalistik und bei
Vaterschaftstests könnten sie ebenfalls Einsatz finden.
Genchips eröffnen neue Diagnosemöglichkeiten
Die DNA-Chips, so viel ist sicher, könnten die Medizin ein gewaltiges
Stück voranbringen. Allerdings sehen Kritiker auch Risiken. Sie
fürchten vor allem die verbesserten Diagnosemöglichkeiten bei
Erbkrankheiten und beschwören die Horrorvision des gläsernen Patienten
herauf. In den Händen von Versicherungen und Arbeitgebern könnte
solches Wissen zur Diskriminierung führen. Aber soll man sich deshalb
gegen die besseren Daten entscheiden? Oder eher für anspruchsvolleren
Datenschutz?
Die Politik hat das komplizierte Thema bisher noch nicht in Regeln
gefasst. Doch irgendwann wird auch an der Börse über die neue
Technologie abgestimmt. Sind die Optimisten in der Mehrzahl, werden
die Kurse der Chiphersteller steigen, wie man dies von medizinischen
Bio-Tech-Werten kennt. Überwiegen in der Bevölkerung die Zweifler wie
bei der grünen Gentechnologie, werden die Kurse sinken. Der
amerikanische Agrokonzern Monsanto hat vorgeführt, wie selbst ein
Großunternehmen zum Opfer der Konsumentendemokratie werden kann. Mit
seinem Designer-Getreide hat sich Monsanto so unbeliebt gemacht, dass
es darüber seine Unabhängigkeit verlor.
Ein Börsengang in der Biochip-Branche steht kurz bevor. Die Freiburger
GeneScan Europe AG will in den nächsten Wochen an den Neuen Markt. Für
eine Probeabstimmung ist das Unternehmen allerdings eher ungeeignet.
GeneScan wirbt zwar inzwischen auch mit "Gesundheits-Checks", kommt
aber aus der Lebensmitteluntersuchung. Schon frühzeitig entwickelte
Forscher Rolf Willmund Methoden, um in den Vorratskellern der
Nahrungsmittelindustrie genmodifiziertes Soja oder genmodifizierte
Antimatschtomaten dingfest zu machen. So gesehen ist GeneScan
eigentlich eine Bio-Tech-Aktie für Gengegner.
Die Freiburger sind allerdings nicht die einzigen Anbieter von
Biochips. Auch im ostdeutschen Jena gibt es seit rund zwei Jahren
einen Hersteller: die Clondiag Chip Technologies. Gerade erst
angetreten, aber dafür sehr ambitioniert, ist die Mannheimer Ferrarius
Biotechnology (Febit). Das Unternehmen rund um den ehemaligen
Boehringer-Manager Fritz Stähler sieht eine Entwicklung wie am
CD-Markt voraus, wo sich inzwischen manch einer per CD-Brenner den
individuellen Geschmack verewigt. Ab 2002 will Febit Pharmaunternehmen
eine solche Maschine anbieten: Biochips würden dann billiger und
flexibler als die Konfektionsware, die bisher auf dem Markt ist. Ein
anderes Unternehmen versucht das schon jetzt: Die MWG Biotech AG im
bayerischen Ebersberg hat neben fertigen Chips den Selbstbausatz im
Programm. Unter Analysten sind die Bayern umstritten, weil sie zwar
gekonnt Marketing, aber wenig Forschung betreiben und ihr Angebot
mehrfach umgekrempelt haben. Die Wettbewerber in der Biochip-Branche
werden MWG trotzdem ernst nehmen, denn hinter dem Unternehmen steht
der amerikanische Marktführer Affymetrix, der dafür bekannt ist, seine
Pfründen auch mit Patentklagen zu verteidigen.
Amerikaner? Patentklagen? Sollte das bedeuten, dass auch dieser Markt
bereits verteilt ist? Ganz so weit ist es nicht. Ähnlich wie in der
Proteomik und in der Bioinformatik ist auch die Nachfrage nach
DNA-Chips riesig. Die Unternehmensberatung Frost & Sullivan schätzt,
dass sich der Umsatz von 1999 im Jahr 2003 auf rund 370 Millionen
Dollar verdreifachen wird. Andere Experten gehen für 2005 sogar von
einem Marktvolumen von fünf Milliarden Dollar aus. Das lässt Platz für
etliche Anbieter.
Das Vakuum, vor dem die US-Genforscher nach der Sequenzierung des
Genoms stehen, bedeutet aber nicht, dass aus den USA nun nichts mehr
zu erwarten wäre. Ganz im Gegenteil. Während Chipspezialist Affymetrix
aus Santa Clara bis vor kurzem noch eine Insideradresse war, tummeln
sich in der Bioinformatik und der Proteinforschung vielleicht bald
alte Bekannte. So hat IBM gerade 100 Millionen Dollar für einen neuen
Supercomputer freigemacht, der in fünf Jahren auf den Markt kommen und
500-mal schneller als alle existierenden Rechner arbeiten soll. Mit
dieser Wundermaschine namens Blue Gene könnte dann zum Beispiel die
Struktur und Faltung von Proteinen aus der Geninformation berechnet
werden.
Auch Craig Venter wird sich nicht lange auf seinen Lorbeeren ausruhen.
Er hat begriffen, dass ihm sein Genwissen allein wenig nützt. Deshalb
will er in die Proteinforschung investieren. Reich genug ist er. Erst
vor kurzem hat er sich knapp eine Million Dollar an der Börse besorgt,
die er nun in die Proteomforschung stecken will. Unternehmen wie die
Mainzer ProteoSys, die dänische Protana oder die britische Oxford
Glycosciences können an dem Geldsegen teilhaben. Allerdings gibt es
auch schon die ersten Kritiker, die fürchten, Venter könnte sich nach
dem Vorbild von Bill Gates mit dem Monopol auf einem Markt auch die
Vorherrschaft auf dem nächsten sichern wollen.
Noch ist nichts verloren. Dass die Deutschen spät in die Branche
eingestiegen sind, muss kein Nachteil sein, wenn sie nun auf die
richtigen Felder setzen.
Einen zweiten Späteinlass wird es nicht geben. Wenn die Europäer jetzt
nicht Flagge zeigen, dürfen sie sich später nicht wundern, wenn sie
von IBM, Affymetrix und Celera überrollt werden. Dann wäre die
Sektgärung vermutlich auf lange Zeit die einzige Biotechnik, mit der
sie brillieren.
kopiert aus der aktuellen Ausgabe von Börse Online: Rotation und Mode von Otmar Weber - 14.7.2000 [14.07.00, 18:17]

Am Montag vergangene Woche erhalte ich Post von BÖRSE ONLINE-Leser Klaus F.
"Im Moment ist deutlich zu beobachten, dass viele Investoren den bisher geliebten
New Economy-Markt (Internet/Hightech) verlassen und in Biogen-Titel umschichten.
Also eine neue Modeerscheinung, der man wahrscheinlich auch nur bis nächsten April
2001 trauen darf." Die Überraschung kommt schon am nächsten Tag.

Yahoo begeistert mit einem soliden Quartalsergebnis. Das Internet-Portal - vor der
Quartalsmeldung noch auf Jahrestief bei 99 Dollar - explodiert auf 124 Dollar und löst
am Mittwoch einen Ansturm auf Internet-Aktien aus. Der Internet-Index steigt um 9,4
Prozent. Tags drauf bricht B2B-Wert Ariba eine weitere Kaufwelle los, nachdem
Online-Marktplatz-Entwickler deutlich höhere Umsätze für das abgelaufene Quartal
meldet. Der Internet-Index steigt weitere 8,9 Prozent. Biotech-Anleger dagegen trifft es
hart: Der Biotechsektor fällt mit 6,3 Prozent kräftig ins Minus. Top-Werte wie Immunex
oder MedImmune verlieren sogar zweistellig. Darf man der Modeerscheinung
Biotech-Aktien schon jetzt nicht mehr trauen?

Für dieses Phänomen gibt es eine Erklärung, Börsianer verwenden dafür den Begriff
Rotation. US-Marktteilnehmer haben sich überwiegend von langfristigen
Aktieninvestments gelöst und suchen zunehmend ihr Heil in kurzfristigen
Trading-Chancen: Gekauft wird, was schnelle Gewinne verspricht. Titel, die wenig
Kurssteigerungen in naher Zukunft versprechen - selbst, wenn sie langfristig beste
Ertragserwartungen versprechen, werden verkauft. Genau das erleben wir vergangene
Woche: Anleger nehmen Geld vom Tisch bei Biotechtiteln, um den Aufschwung im
Internet-Sektor nicht zu verpassen.

Sofort verfügbare Online-Informationen und die Möglichkeiten des Online-Tradings
verändern das Verhalten des Marktes in empfindlicher Weise. Bei Ariba ist am Tag
nach der Quartalsmeldung am besten abzulesen, welche Aktienumsätze die
Volatilität im Markt erzeugen. Beim Kurs zwischen 120 und 131 Dollar werden 24,5
Millionen Aktien gehandelt, das sind rund drei Milliarden Dollar an einem Tag, die den
Ariba-Kurs um 26 Prozent gegenüber Vortag anheben. 18 Prozent des Floats
(verfügbare Anzahl der Aktien, die dem Handel zur Verfügung stehen) der Aktie werden
an einem Tag bewegt.

Ist damit Biotech OUT und Internet wieder IN? Tagesereignisse wie diese machen
noch keinen Trend. Aber ein Biotech-Indexanstieg von 55 Prozent innerhalb von sechs
Wochen spricht klar für Gewinnmitnahmen. Wie weit Internet-Papiere noch steigen
können, lässt sich an Yahoo ablesen. Der Kurs des Papiers muss nach einem ersten
Widerstand bei 127 den wichtigeren bei 150 Dollar durchbrechen. Das wird bei einem
KGV von 225 für 2001 nicht einfach sein. Dagegen ist AOL mit einem KGV von 103
richtig günstig.
Als Ergänzung zu dem Beitrag von Bischoff 2 Artikel aus der Financial Times Deutschland:

Molekül-Fahnder gehen an den Neuen Markt (Ausschnitt)
Lion gleichzeitig an Nasdaq gelistet - Weitere vier Biotechs in Startlöchern
Von Tim Bartz und Ina Bauer, Frankfurt

Die Heidelberger Biotech-Firma Lion Bioscience AG brüstet sich mit einer einzigartigen Informatik-Software für den Bereich Life Science. Lion biete ein `SAP-artiges` System zur Integration und Analyse komplexer Datenmengen, das als Suchmaschine Pharmafirmen das Sichten der Informationen erleichtere. Allein durch die Entschlüsselung des menschlichen Genoms existieren Datenmengen, die bei der Suche nach neuen Medikamenten berücksichtigt werden. Mit einem Volumen von gut 200 Mio. Euro ist der Lion-Börsengang die bisher größte deutsche Biotech-Emission. Lion-Aktien notieren gleichzeitig auch an der US-Technologiebörse Nasdaq.
Das derzeit größte Faustpfand für Lion ist eine Allianz mit Bayer im Volumen von rund 100 Mio. Euro die die Firma im Sommer 1999 für fünf Jahre vereinbart hat. Dabei vernetzt Lion die Forschungsstandorte der Leverkusener und fahndet in den weltweit zugänglichen Datenbanken nach Ansatzpunkten für Wirkstoffe und Moleküle, die Bayer zur Herstellung neuer Medikamente benötigt. Bringt Bayer einen Wirkstoff bis an den Markt, erhält Lion Lizenzgebühren. Dennoch müssen sich Anleger gedulden. Schwarze Zahlen wird Lion frühestens in drei Jahren schreiben.
Bislang sind die Ausgaben für Forschung und Entwicklung höher als der Umsatz, der im Geschäftsjahr 1999/2000 bei knapp 10 Mio. Euro lag. Den Emissionserlös will Lion in organisches Wachstum und Zukäufe investieren.
Nach einer DG-Bank-Studie sind 279 der 1350 europäischen Biotechnologie-Firmen in Deutschland ansässig. Und diese Zahl wird steigen. Vier weitere Biotech-Unternehmen haben für die zweite Jahreshälfte 2001 ihren Börsengang angekündigt: Die Produkt-Firmen Micromet und Id Pharma sowie die Technologie-Anbieter BASF-Lynx Bioscience AG und Noxxon Pharma AG.
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Ein weiterer Artikel aus der FTD zu diesem Thema:

Biotech-Aktien (FTD)
Die Hoffnungen der Anleger in die Biotech-branche sind hoch, die Risiken auch. Prinzipiell sind drei Gruppen zu unterscheiden.
Manche Biotech-Unternebmen wie Qiagen oder die amerikanische PE Biosystems verfügen über die Technik zur Vervielfältigung der DNA-Stränge. Ihr Risiko liegt in einer Kürzung der Forschungsbudgets oder in Konkurrenzprodukten. Beides würde die hohen Wachstumsraten gefährden, auf denen die Bewertung der Unternehmen basiert.
Sind aussichtsreiche Gen-Bausteine identifiziert, so müssen sie in Datenbanken erfasst werden, wie sie Lion liefert. Damit können Andockstellen für Medikamente gefunden werden. Mit dem so genannten Screening überprüfen Unternehmen wie Evotec, welche Stoffe an der Andockstelle wirken. Auf dieser Entwicklungsstufe lassen sich die Unternehmen oft am späteren Umsatz ihrer Auftraggeber beteiligen. Das heißt, die Biotech-Firmen verdienen erst dann Geld, wenn Medikamente entwickelt werden.
Neben gen-basierten Medikamenten gibt es auch Biopharmaka, die an Botenstoffe oder Antikörper andocken. Unternehmen wie Sanochemia oder Medigene sind hier aktiv. Sie sind zwar Nischenanbieter, sonst aber mit großen Pharmakonzernen vergleichbar. Ihr Wert hängt vor allem von der Marktgröße für ihre Medikamente ab.
Dabei sollte man die klassischen Pharmaunternehmen nicht vergessen. Bayer schätzt, dass 2004 die Hälfte seiner Kandidaten für neue Medikamente aus der Biotech-Forschung kommt. Vom Gen-Boom wird auch die alte Ökonomie profitieren.
Hallo ,
hier ein Interview mit dem Evotec-Vorstandsvorsitzende Dr. Karsten Henco über die Entwicklung der Biotech-Branche .

mfg Defense

BÖRSE ONLINE: In welchem Umfang verändert die Biotechnologie die Medizin?
Henco: Was wir zurzeit sehen, ist der berühmte Paradigmenwechsel - ein fürchterliches Wort, aber es trifft genau den Punkt. Zu meiner Studienzeit hieß Pharmaforschung, dass von Chemikern synthetisiert und anschließend auf ihre Wirkung getestet wurden. In der Praxis sah das dann so aus, dass Chemiker untersucht haben, ob der Patient auf diese oder jene Substanz hin höheren Blutdruck bekam oder Wasser lassen musste. Mit anderen Worten: Erst war die chemische Verbindung da und dann hat man nach ihrer Bedeutung für biologische Abläufe gesucht. Heute ist es genau umgekehrt. BÖRSE ONLINE: Das heißt, erst wird nach den biologischen Ursachen für eine Krankheit gesucht und dann erst nach den Substanzen , mit denen sich der Krankheitsverlauf bekämpfen lässt ?

Henco: Genau. Diese Umkehr haben typischerweise die großen Pharmakonzerne nicht als Erste mitgemacht, sondern die Biotechs wie etwa Evotec. Sind die biologischen Ursachen für eine Krankheit definiert, dann suchen wir nach den passenden chemischen Verbindungen, die nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen. Das ist es, was auch biotechnologiegetriebene Wirkstoffforschung oder Drug Discovery genannt wird. Was wir früher sahen, heißt Fachjargon dagegen Chemistry Oriented Drug Discovery. BÖRSE ONLINE: Revolutioniert Biotech die gesamte Pharmabranche?

Henco: Die Biotechnologie leitet einen dramatischen Konsolidierungsprozess ein. Am Ende bleiben möglicherweise nur fünf Big Player übrig. Die sind in der Lage, Medikamentenforschung vom Anfangsstadium bis zur Marktreife aus eigener Hand zu betreiben. Sie holen sich die diversen Technologien, etwa zur Wirkstoffsuche oder zur Gensequenzierung, selbst ins Haus. Zu diesen Größen zähle ich Pfizer, SmithKline Beecham oder etwa Novartis. BÖRSE ONLINE: Was kommt nach den ersten Fünf?

Henco: Die nächste Stufe ist der gehobene Mittelstand, der bis zu den Top 25 geht - Unternehmen also, die Umsätze zwischen vier und zehn Milliarden Mark im Jahr erwirtschaften. Diese Unternehmen können sich häufig die vollintegrierten technologischen Plattformen finanziell nicht leisten. Deshalb machen sie sich die jeweiligen Nischenanbieter unter den Biotechs zu Partnern. Der Trend geht aber dahin, dass sie nicht nur Dienstleistungen für die Laborforschung einkaufen, sondern auch aktive Medikamentenforschung mit den Biotechnologiefirmen betreiben. Das kann so weit gehen, dass die Pharmakonzerne in der Phase III, der letzten Phase der klinischen Tests einsteigen, wo die Forschung richtig teuer wird. BÖRSE ONLINE: Und der große Rest ?

Henco: Der wird sich ganz verabschieden und sich auf die herkömmlichen Mehoden der Pharmaforschung konzentrieren. BÖRSE ONLINE: Welche Nische nimmt ein Biotech-Unternehmen wie Evotec in diesem Markt ein ?

Henco: Bevor ein Medikament in die klinische Phase eintritt, also die drei Testphasen mit Patienten bis zur Marktzulassung durchläuft, vergehen in der Regel sechs Jahre in der Wirkstoffforschung. Die Top-Pharmaunternehmen verlieren 12 bis 18 Monate für die Testentwicklung, auch Assyentwicklung genannt. Mit unserer Technologie können sie diese Phase auf ein bis drei Monate zusammen schieben - und gewinnen ein Jahr Patentschutz für den späteren Verkauf eines zugelassenen Medikaments. BÖRSE ONLINE: Wie leben börsennotierte Biotech-Unternehmen mit der Unsicherheit, dass die aktuelle Hype irgendwann zusammen bricht ?

Henco: Was eine Firma wie Evotec hat, sind Dinge, die Sie anfassen können, weil sie real sind. Wir haben ein breites Patentportfolio, das ebenso real ist. Und genau dieses patentierte Wissen, auf dem sich eine Unternehmensstory gründet, haben die meisten Internet-Gesellschaften nicht.
Amgen profitiert von Richterspruch

Bereits am Freitag profitierten die Aktien des Biotechnologiegiganten Amgen Inc. (Nasdaq: AMGN) von einem zwischenzeitlichen Gerichtsspruch in dem aktuellen Rechtsstreit über die Herstellungspatente von Epogen. Eine Verteidigungsstrategie des Amgen Konkurrenten Transkaryotic Therapies wurde von einem Richter abgelehnt.
Ein Streitpunkt ist die Gültigkeit und Durchsetzbarkeit von Patenten, die zum Schutz der Substanz Erythropoietin, aus der Epogen besteht, dienen. Der Richter William Young wieß Transkaryotics Anstrengungen, die eine Nicht-Verletzung der Epogen-Patente zeigen sollten, zurück.
Die Unternehmen kämpfen um die Rechte zur Produktion und Vermarktung des Blockbuster-Anämie-Medikamentes Epogen ...historie. In einem früheren vorläufigen Richterspruch wurde bereits zugunsten von Transkaryotic entschieden ...historie.
Am Freitag stiegen die Aktien bereits um 5 Prozent, heute legt Amgen um 0,6 Prozent auf 78-1/2 US-Dollar zu.

24.7.00, GIS Wirtschaftsdaten GmbH
Celera mit neuen Perspektiven

Celera Genomics(Nyse: CRA) könnte demnächst zu einem der Topverdiener im Bereich Biotechnologie aufsteigen. Im letzten Monat verkündete das Unternehmen stolz, das komplette menschliche Genom entschlüsselt zu haben ...historie. Die Entschlüsselung wird als endgültiger Durchbruch in der Genforschung gesehen, da jetzt mittels neuartiger Medikamente die gesamte Krankheitsbekämpfung revolutioniert werden kann.
Celera wird weiterhin ihre Datenbanken zur Verfügung stellen, um ihre bis dahin ermittelten Geninformationen zu verkaufen. Jedoch hat fast zur selben Zeit das, von der Regierung unterstützte Projekt, das Human Genome Project, verkündet, ihre Daten kostenlos ins Netz zu stellen. Daher bleibt abzuwarten, ob Wissenschaftler bereit sind, Celera einige Daten abzukaufen. Doch schon jetzt scheint die Strategie des Unternehmens aufzugehen. Sie haben bereits mit Kunden Verträge abgeschlossen, die Celera einige Millionen US-Dollar in die Kassen bringen dürften. Dabei handelt es sich zum Beispiel um staatliche Institutionen wie die University of Texas Southwestern Medical Center in Dallas, die University of Cincinnati und dieOhio State University. Des weiteren wurden Verträge mit der Harvard University und mit dem Biotechunternehmen Immunex, das durch die australischen Regierung gesponsort wird, ausgehandelt.
Aber auch solch große Konzerne wie Pfizer, Novartis und Amgen bekunden Interesse auf die Daten von Celera zugreifen zu wollen. Mit diesen Unternehmen strebt Celera einen jährlichen Verdienst von 15 Mio. US-Dollar an, nachdem das Unternehmen 1999 einen Verdienst von 12.5 Mio. US-Dollar und nach Abzug aller Steuern einen Verlust von fast 45 Mio. US-Dollar erwirtschaftet hatte. Wenn z.B. eine Universität wie Vanderbilt die Daten von Celera nutzt, wird das Unternehmen mit jedem Professor, der auf die Datenbank zugreift, einen Gewinn von 2.000 bis 10.000 US-Dollar erwirtschaften, und somit Celera einen Millionengewinn bereiten.
Auch obwohl das Regierungsprojekt ebenfalls einen großen Teil des Erbmaterials entschlüsselt hat, liegt Celera bei der Entschlüsselung weiterhin vorn. Zusätzlich zum menschenlichen Erbmaterial hat das Unternehmen auch das Erbmaterial von Mäusen vollständig entschlüsselt. Dieser Vorsprung zum staatlich geförderten Projekt macht Celera für akademische Institutionen attraktiv. Das bestätigt auch Mark Magnuson, der Vize-Vorsitzende für die Untersuchung des Erbguts: „Celera hat die meisten Daten vom Erbgut für Menschen als auch für Mäuse archiviert. Sie machen rapide Fortschritte in der Entschlüsselung, die das staatliche Projekt in den nächsten Jahren nicht erreichen wird“.
Der Vorteil von Celera ist, dass die Gene von Mäusen für Experimente genutzt werden können, die später auf den Menschen projeziert werden können. Deshalb wird Celera gegenüber dem staatlich geförderten Projekt bevorzugt. Das erlaubt den Forschern die unterschiedlichen Funktionen der Gene zu entschlüsseln. Ein weiteren Vorteil in den Daten von Celera sieht Mark Magnuson in der Vielseitigkeit der entschlüsselten Gene. Das Unternehmen hat mehrere DNS Sequenzen von unterschiedlichen Personen gesammelt, so dass man die Gene untereinander vergleichen kann und so Zusammenhänge von Krankheiten hergestellt werden können.
Auch die Ankündigung zur eigenen Forschung im Arzneibereich lässt neue Fantasien aufkommen ...historie. Medikamente in den Bereichen Krebs sind eine vielversprechende Einnahmequelle. Allerdings dauert die Entwicklung einer Arznei meist bis zu 10 Jahre, so dass dieser Geldsegen noch ein Zeit lang verwährt bleiben wird.
Auch die Anleger scheinen mit der Neuausrichtung und Umgestaltung der Unternehmensstrategien zufrieden zu sein und honorieren die aussichtsreichen Zukunftsperspektiven. Als sich in den letzten Tagen die Nachrichten um bessere finanzielle Aussichten für Celera häuften, stieg der Kurs des Unternehmens um 30 Prozent auf 118 US-Dollar.
Aktuell notiert die Aktie aufgrund von Gewinnmitnahmen mit einem Minus von 2 Prozent bei 108 US-Dollar.

25.7.00, 16:57 Uhr
GIS Wirtschaftsdaten GmbH
Hallo ,
hier die News zu meinem Bio-Favortiten PEB .
mfg Defense


NEW YORK, July 27 (Reuters) - Celera Genomics and
its sister company PE Biosystems Group on Thursday said
strong sales from their genetic database and instrument
businesses helped them post fiscal fourth-quarter results that
matched Wall Street expectations.
The companies, both operating units of PE Corp, hope to
revolutionize medicine by mapping and supplying the instruments
that map the human gene.
Shares of Pe Biosystems rose 9 to 89
Amgen: Wachstumszahlen leicht enttäuschend

Gestern meldete der Biotechnologiegigant Amgen Inc. (Nasdaq: AMGN) Quartalszahlen, die innerhalb der Erwartungen lagen. Die Gewinne wurden um 13 Prozent gesteigert und die Analystenschätzungen um 1 Cent überboten. Lediglich die Umsatzentwicklung bei Neupogen enttäuschte etwas. Das Unternehmen wies noch auf ein besseres Umsatzwachstums durch neue Marketing-Anstrengungen hin.
Für das 2. Quartal berichtete das Unternehmen Nettoeinkünfte von 303 Mio. US-Dollar oder 28 Cents pro Aktie. Im Vergleichsquartal letzten Jahres war das Einkommen bei 268 Mio. US-Dollar noch um 13 Prozent geringer. Die Analystenschätzungen für das letzte Quartal lagen bei 27 Cents je Aktie, also um 1 Cent weniger als der erreichte Gewinn.
Die Umsätze stiegen um 8 Prozent auf 914 Mio. US-Dollar. Die Umsätze für Epogen, den am meist-verkauften Biotech-Medikament der Welt, konnten um 15 Prozent auf 493 Mio. Dollar gesteigert werden. Berechnungen der Analysten für die Anämie-Arznei lagen im Bereich von 15-19 Prozent. Eine Gefahr für die weitere Entwicklung bei Epogen stellt der aktuelle Rechtsstreit mit Transkaryotic dar, die ein ähnliches Produkt wie Amgen auf den Markt bringen wollen ...historie. Die letzten Nachrichten deuten aber auf einen positiven Verlauf für Amgen hin ...historie.
Das Krebs- und AIDS-Medikament Neupogen, das dem Mangel an weißen Blutkörperchen entgegenwirkt, enttäuschte in der Umsatzentwicklung. Die Vorhersagen der Wall Street lagen bei einem Umsatzzuwachs von 10 Prozent auf etwa 340 Mio. Dollar. Tatsächlich konnten die Verkaufszahlen nur um 2 Prozent auf 310 Mio. Dollar gesteigert werden. Angeblich hatten die Verkäufe an Wechselkurveränderungen und niedrigen Lagerbeständen gelitten. Analysten betrachten die Entwicklung kritischer. „Der Markt ist gesättigt und die Nachfrage geht zurück,“ sagt Elise Wang, eine Analystin bei PaineWebber.
„Amgen hat sich einmal mehr am unteren Ende der Schätzungen bewegt,“ meint Wang. “Wir glauben nicht, dass es sich hierbei um ein Quartal handelt, das besonders erwähnenswert wäre.“ Wang stuft die Aktien des Unternehmens aber dennoch auf „Kaufen“ ein.
Das stärkste Argument für Amgen ist und bleibt weiterhin die Produktpipeline. Sowohl Wang als auch die Unternehmensführung betonen die vielen aussichtsreichen Substanzen, die Amgen in der Entwicklung oder gar im FDA-Genehmigungsprozess besitzt. Eine verbesserte Version von Epogen ist unter FDA-Begutachtung und ein neuartiges Neupogen ist in der Entwicklung. Im letzten Quartal erst wurde eine stärker konzentrierte Version von Neupogen genehmigt. Substanzen wie NESP, Abarelix und SD/01 sind potentielle Kandidaten für einen Einsatz in der Onkologie. Biotechnologie-Unternhemen mit so vielen aussichtsreichen Arzneien gibt es wenige.
Überraschenderweise notiert die Aktie heute trotz der etwas unbefriedigenden Ergebnisse mit einem leichten Plus von 0,7 Prozent bei 69-13/16 US-Dollar. Anscheinend zeigt sich der Markt doch nicht so enttäuscht. Auch aus charttechnischer Sicht befindet sich die Aktie in einer interessanten Situation ...historie.

27.7.00, 21:39 Uhr
GIS Wirtschaftsdaten GmbH
Hallo
http://app.marketwatch.com/print/story.asp

Proteins lead to new research frontier

By Stephanie O`Brien
CBS.MarketWatch.com
Last Update: 2:04 PM ET Jul 30, 2000

NEW YORK (CBS.MW) -- Now that the map of a complete set of human genetic material has been completed, investors are turning their attention to how that information will be mined for a greater understanding of the role genes play in health and disease and how those insights will yield better treatments.



Scientists are now focusing on proteins since proteins largely determine the structure, behavior and characteristics of each cell, says Janine Morales, a scientist and editor at Bio Online. The organization recently hosted a chat session that brought together researchers to discuss the recent surge of interest in proteomics, or the study of proteins.

"The promise of the genome is a good one," said David Garfin, Proteomics Program R&D Manager at Bio-Rad Laboratories. "The promise of the proteome is even greater."
The term proteomics initially referred to efforts, like that of the Human Genome Project, to create a catalog of all proteins expressed by a cell or tissue, Morales says. Today, researchers seek not only to take inventory of proteins, but to understand their function as well.
Right now, proteins are the most common targets for drug design, so "the potential impact of proteomics on pharmaceutical research is tremendous," Morales says.

Key to disease origins

The ability to identify and quantify changes in proteins that are expressed under disease conditions will provide valuable information about how diseases originate, Morales says.

It`ll also likely lead to new strategies to combat those diseases
Assessing how proteins function in cells and tissues can provide important insight into complex biological processes, Morales says. Scientists are now trying to apply the same systematic approach they used to decode the human genome to the large-scale analysis of proteins.

Proteins form the body`s main structural elements and are found in every cell and tissue. According to InteliHealth, one`s body uses proteins for growth, to build and repair bone, muscle, connective tissue, skin, internal organs and blood. Hormones, antibodies and the enzymes that regulate the body`s chemical reactions are all made of protein.

Genes are the smallest units of heredity. The information from all the genes, taken together, makes up the blueprint for the human body and its functions. A gene is a short segment of DNA, which is interpreted by the body as a template for building a specific protein.

The proteome, however, is a moving target. Unlike genetic material, the protein components of a cell are constantly changing. Understanding how proteins in a cell change in response to internal and external signals will allow scientists to understand how cells operate on a molecular level, Morales says. However, she says, the challenge for researchers is to capture that complexity.

To do so will require "substantial" improvements over current technology, meaning that the race is on among competitors to come up with better ways to allow a tremendous volume of data to be assessed quickly and accurately.

"At this point it`s a very manual process," says Bio-Rad`s Garfin. His company makes equipment for analyzing proteins, as well as other diagnostics systems and instruments used in life sciences research.

Companies explore possibilities

Major research players include Bio-Rad Sweden`s Amersham Pharmacia Biotech and PE Corp.

Makers of super-powerful computers also stand to benefit. Hewlett-Packard, IBM and Motorola all have technologies being used to sift through enormous amounts of data resulting from advances in the study of genes and proteins.

PE unit Celera Genomics which was instrumental in stepping up the pace at which the human genome was mapped, is also expected to emerge as a formidable competitor -- "a 2,000-pound gorilla," in proteomics, Garfin said.

Garfin and Morales both stress that investors must be patient, however. While great strides have been made, and the rate of discovery is likely to accelerate dramatically in the next 10 years. They also caution against unrealistic expectations that a cure for every ailment known to man is just around the corner.

Stephanie O`Brien is a reporter for CBS.MarketWatch.com.


Grüße Andy
N E W S
Amgen: Konkurrenz von Epogen vor Zulassung?

Das Biotechnologieunternehmen Transkaryotic Therapies Inc. (Nasdaq: TKTX) meldete heute, dass der Partner Aventis SA bei den amerikanischen und europäischen Behörden, Dynepo zur Überprüfung eingereicht hat. Dynepo soll die Produktion roter Blutzellen bei Patienten mit Nierenfehlfunktionen fördern.
Diese Arznei ist aus dem Protein Erythropoietin aufgebaut. Dieses Protein, genauer gesagt die Herstellungsweise, ist von Aventis und Transkaryotic in einer Gemeinschaftsarbeit entwickelt worden. Das größte Biotechnologieunternehmen der Welt, Amgen Inc. (Nasdaq: AMGN), verkauft schon seit langer Zeit eine Form von Erythropoietin. Deren Arznei – unter dem Namen Epogen vertrieben – wird jedoch durch einen anderen Prozess hergestellt. Aktuell befinden sich Transkaryotic und Amgen in einem Patentrechtstreit, der über die Verletzung von Herstellungspatenten, die Amgen dem Konkurrenten vorwirft, entscheidet ...historie.
Mehr als 700.000 Nierenpatienten weltweit leiden an Blutarmut (Anämie). Durch Erythropoietin ist die Anämie leichter in den Griff zu bekommen. Laut Transkaryotic werden bald einschlägige Studien veröffentlicht, die den Zusammenhang zwischen Nierenfehlfunktionen und Anämie durchleuchten. Dynepo wird zudem auch schon für den Einsatz bei Blutarmut getestet, die durch eine Chemotherapie hervorgerufen wird. Epogen stellt mit einem Umsatzanteil von etwa 50 Prozent die Blockbuster-Arznei von Amgen dar.
Die Aktien von Amgen notieren aktuell mit einem Plus von 1,8 Prozent bei 71-5/8 US-Dollar.

3.8.00, 19:28 Uhr
© GIS Wirtschaftsdaten GmbH
Pharmacia: Eine gelungene Alternative

von Raffi Goldman: Market Movers ausgewählt vom Team WebersWeb [07.08.00, 19:52]

Pharmacia (PHA) rechnet bis 2002 mit zweistelligen Zuwachsraten beim Umsatz und mit einem jährlichen Gewinnwachstum von 20 Prozent. Im zweiten Quartal hatte das Unternehmen 5 Milliarden Dollar umgesetzt, 3,2 Milliarden (plus 18 Prozent) mit Pharmazeutika und 1,8 Milliarden (plus 13 Prozent) im Agrargeschäft. Der Gewinn vor Kosten und Abschreibungen aufgrund der Fusion von Pharmacia&Upjohn mit Monsanto lag bei 622 Millionen Dollar oder 47 Cents je Aktie. Für das Gesamtjahr wird mit einem Gewinn von 1,55 Dollar je Aktie gerechnet.

Am besten lief im zweiten Quartal das Arthritis-Medikament Celebrex, mit dem 630 Millionen Dollar, doppelt so viel wie zur gleichen Vorjahreszeit, umgesetzt wurden. Interessantestes neues Produkt ist das im Mai zugelassene „Superantibiotikum“ Zyvox.

Pharmacia plant, den Agrar-Bereich an die Börse zu bringen. Ein Mehrwert könnte sich auch ergeben, wenn Nycomed 10 Prozent von Amersham Pharmacia Biotech an die Börse bringt; die gemeinsame Tochter, an der Pharmacia 45 Prozent hält, liefert Hilfsmittel wie Sequenzierungs-Roboter für die Gen- und Pharmaforschung.

Celebrex steht zwar im Wettbewerb mit Vioxx von Merck, aber der Markt ist noch keineswegs gesättigt. Die vier nächst-wichtigen Medikamente von Pharmacia kamen im zweiten Quartal immerhin auf Wachstumsraten zwischen 13 und 71 Prozent. Heute erteilt die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für das Medikament zur Verhinderung von Thrombosen nach Operationen. Für Anleger die mittelfristig orientiert sind, ist Pharmacia ein attraktives Investment.
Bio-Chips
(FTD, 9.8.00, von Ludger Weß, Hamburg)

Star-Trek-Fans kennen das Gerät: Wann immer Dr. `Pille` McCoy auf dem Raumschiff Enterprise einen Patienten untersuchen muss, zückt er einen Scanner, führt ihn am Patienten entlang und kann sogleich die Diagnose ablesen.
Der Star-Trek-Apparat steht Pate für ein Gerät, mit dem der Arzt in Zukunft nur noch eine Hautschuppe, einen Tropfen Blut oder ein wenig Speichel des Patienten braucht, um am Krankenbett eine Erbgut-Diagnose zu erstellen. Binnen weniger Minuten kann er dann feststellen, welche Gene oder Erreger an dem Leiden schuld sind und welches Medikament er verabreichen muss.
Howard Birndorf, Gründer und Chef des Biotech-Unternehmens Nanogen aus San Diego, glaubt, dass solche Geräte in ein paar Jahren zum festen Bestandteil einer jeden Hausapotheke zählen: `Die Ergebnisse werden dann online an den Arzt übermittelt, und das Rezept kommt per E-Mail.`
Herzstück der Hightech-Utensilien sind so genannte Gen- oder DNA-Chips, fingernagelgroße Plättchen, an denen Erbgutschnipsel befestigt sind, deren Struktur man kennt. Diese Angeln fischen in menschlichen Erbgutproben das entsprechende Gegenstück heraus. Auf diese Weise lässt sich eindeutig nachweisen, ob in der Probe Krankheitsgene enthalten waren.

Lukratives Geschäft
`Die DNA-Chips werden die Diagnostik revolutionieren,` prophezeit Karl Sperling, Humangenetiker an der Berliner Charite und Vorsitzender der Gesellschaft für Humangenetik. In den kleinen Plättchen aus Silikon, Glas oder Kunststoff steckt ein ungeheures Potenzial. Herkömmliche Gentests werden heute zum Nachweis von rund 100 Krankheiten angewandt. Künftig könnten mebr als 5000 Leiden via Gen-Chip identifiziert werden.
Ein lukratives Geschäft: Der Markt für diagnostische Testsysteme wächst schon jetzt um jährlich 20 Prozent. 18 Mrd. $ wurden 1998 weltweit mit Laborbefunden umgesetzt. Bis 2005 sollen es 40 Mrd. $ sein.
Bislang gaben bei dieser Zukunfts-Technologie ausschließllch US-Unternehmen wie Nanogen, Incyte, Genometrix und Affymetrix den Ton an. Die Europäer waren praktisch nicht präsent. Doch das wird sich jetzt ändern. Vor allem deutsche Firmen und Forschungseinrichtungen machen den US-Platzhirschen inzwischen selbstbewusst Konkurrenz.
Innovative Biotech­Startups wie Clondiag aus Jena, Febit aus Mannheim und die Münchener Friz Biochem haben Chips entwickelt, die den amerikanischen Produkten technisch weit überlegen sind. Als erstes deutsches Unternehmen vertreibt die Genescan AG aus Freiburg einen Gen-Chip. Noch dient der ausschließlich zur Kontrolle von Lebensmitteln. Im kommenden Jahr wollen die Freiburger allerdings auch Ärzte beliefern.
Beherrscht wird das Geschäft mit den Gen-Chips vom US-Pionier Affymetrix. Das 1992 gegründete Biotech-Unternehmen aus Santa Clara stieg binnen weniger Jahre zum unangefochtenen Marktführer auf. Die 500-Mitarbeiter-Firma wickelt 63 Prozent der
weltweiten Umsätze ab. Beinahe jeder größere Pharmakonzern und Dutzende von Forschungseinrichtungen sind Kunde bei Affymetrix. 1999 erzielten die Kalifornier allein mit Gen-Chips einen Erlös von 86 Mio. $ (1998: 36,6 Mio. $).
Das Geheimnis hinter dieser Erfolgsstory: Durch eine geschickte Patentstrategie hat Affymetrix es verstanden, den Markt mit weit über 70 Patenten und zahllosen Anmeldungen nahezu hermetisch abzuriegeln.
An den Amerikanern kam keiner vorbei. `Das Patentportfolio von Affymetrix ist einfach erdrückend`, urteilt Biotech-Analyst Michael Schuppenhauer. `Aber es ist auch kein Geheimnis, dass die Firma bei ihren Chips Qualitätssicherungsprobleme hat.`
Da Affymetrix die Erbgutschnipsel direkt auf dem Chip herstellen, kommt es häufig zu Fehlern. Jedes einzelne Plättchen muss aufwendig geprüft werden. Andere Firmen bringen daher bereits vorgefertigte DNA-Stückchen auf den Chips an. Trotzdem kommen sie um die Affymetrix-Patente nicht herum. `Das US-Unternehmen hat sich die grundlegende Idee, Erbgutschnipsel auf einen Chip aufzubringen, patentieren lassen`, erläutert der Münchener Patentanwalt Bernhard Ganahl. Nur ein halbes Dutzend Konkurrenten hatte bislang den Mut und das nötige finanzielle Polster, dagegen zu klagen.
Wenn überhaupt geklagt wird, dann vor europäischen Gerichten. In der Hoffnung, dass wenigstens dort das Patent widerrufen oder zumindest eingeschränkt wird.
Wegen des ungewissen Ausgangs und der enormen Kosten ziehen viele Firmen es vor, die Affymetrix-Patente mit großem Aufwand zu umgehen. Um den großen Konkurrenten nicht unnötig zu provozieren, bleiben sie bei den eigenen Verfahren unter dem technisch Möglichen.
Andere Wettbewerber versuchen, mit Affymetrix Lizenzvereinbarungen abzuschließen. Bei der Vergabe achtet der Marktführer allerdings sorgfältig darauf, dass die Lizenznehmer nur Marktnischen besetzen. So darf US-Rivale Molecular Dynamics mit Affymetrix‘ Segen Chips produzieren, die nur eine kleine Anzahl von Genen nachweisen können.

Staatliche Finanzspritzen
Allmählich fängt die Konkurrenz jedoch an, sich von De-facto-Monopolisten zu emanzipieren. Immer mehr junge Startups treiben mit großem Einsatz Technologen voran, die bessere und schnellere Ergebnisse liefern und obendrein billiger sind. Angeheizt wird das Erfinderfieber von viel versprechenden Wachstumsprognosen. Analysten schätzen die jährlichen Zuwachsraten künftig auf mehr als 30 Prozent.
`Der Markt wäre schon jetzt viel größer, wenn die Technologie wirklich breit verfügbar wäre`, sagt Patrik Scholler von der Mannheimer Gen­Chip-Firma Febit. `Die eigentliche Dynamik entsteht dann, wenn jedes Labor damit arbeitet.`
Die Pharmaindustrie ist auf die Chips dringend angewiesen. Sie können die Entwicklung von Medikamenten erheblich billiger und effizienter machen. Wer da nicht mitzieht, verliert rasch den Anschluss.
Wie so oft hatten die Deutschen den Trend zur Diagnostik via Gen-Chip zunäcbst verschlafen. Angespornt durch staatliche Finanzspritzen haben zahlreiche Großforschungseinrichtungen, Universitäts­Institute und Firmen in den vergangenen Jahren aber in großen Schritten aufgeholt. Nordrhein-Westfalen hat 1999 16 Mrd. DM für Investitionen in die neue Technologie bereitgestellt. Insgesamt fördert die Landesregierung in Düsseldorf ein Dutzend Projekte. Baden-Württemberg unterstützt sogar 23 Firmen und Forschungseinrichtungen.
Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Wissenschaftler des Berliner Max-Planck-Instituts für Molekulare Genetik haben DNA-Plättchen entworfen, mit denen nach über 60000 Genen gefabndet werden kann. Bis dahin lag der Rekord bei etwa 9000.

Freiburger Tüftler
Das Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie in Itzehoe arbeitet an Chips, bei denen ein angeschlossener Computer die Gene in der Blutprobe ohne Umweg direkt erkennt. Diese Methode ist noch schneller und weniger störanfällig. Das Institut kooperiert mit Siemens und dessen Tochter, um die Chips serienreif zu machen.
Die Tüftler von Genescan, die bereits mit einem Gen-Chip am Markt sind, tupfen die Erbgutschnipsel mit relativ einfachen Mitteln auf ein Glasplättchen. Das Freiburger Unternehmen, das am 21. Juli erstmals am Neuen Markt notierte, ermöglicht Schnelltests, die innerhalb weniger Stunden Lebensmittel-Grundstoffe wie Milch auf schädliche Keime hin überprüfen. Herkömmliche Untersuchungen dieser Art dauern rund 48 Stunden. Bis da die Ergebnisse vorliegen ist die Milch längst weiter verarbeitet. Bei einem negativen Befund müssten dann ganze Joghurtladungen vernichtet werden. Ein teures Unterfangen.
Mit Hilfe der Chips, die gegenwärtig für die medizinische Diagnostik entwickelt werden, wollen die Freiburger künftig
Infektionen rascher aufdecken. Innerhalb weniger Stunden wüsste der Arzt dann bereits, welche Antibiotika er verschreiben muss.
Für den quirligen, technikverliebten Febit-Spezialisten Patrik Scholler aus Mannheim sind solche Lösungen nur halbe Sachen: `Viel zu kompliziert in Herstellung, Handhabung und Auswertung`, lächelt er überlegen. Bislang muss der Kunde die Gen-Chips beim Produzenten bestellen. Die Kosten belaufen sich je nach Aufwand auf 50$ bis 2000$. Sobald eine neue Genvariante entdeckt wird oder ein Erreger sich verändert hat, sind die Chips nutzlos.
Das Febit-Team hat daher alle bisherigen Ansätze über Bord geworfen und einen programmierbaren Chip entwickelt. Wie ein CD-Rohling kann er vom Anwender unmittelbar vor Gebrauch mit der DNA beschrieben werden. Der Kunde muss am Bildschirm nur noch auswählen, ob er seinen Patienten auf Krebs-, Arthritis- oder Allergie-Gene testen will. Den Rest erledigt das Gerät. Binnen fünf Stunden liefert der Chip die nötigen Informationen.
Vor Marktführer Affymetrix fürchtet sich Febit-Experte Scholler nicht: `Wir haben eine Menge Material zusammengetragen, das den breiten Patentansprüchen den Boden entzieht.`
Jetzt können die Deutschen nur hoffen, dass die Kunden den Mut haben, sich vom übermächtigen Affymetrix-Konzern loszureißen, und in Scharen zu ihnen überlaufen.

Ergänzende Informationen hierzu:
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Wie funktionieren Biochips?

DNA-Chips sind kleine Plättchen aus Silikon, Glas, Kunststoff oder Papier, auf denen eine Bibliothek bekannter Erbgut-Schnipsel, so genannter Oligos, systematisch angeordnet ist. Diese Abschnitte können mit einer Erbgutprobe eines Patienten abgeglichen werden. Stücke, die zusammenpassen, bleiben aneinander haften.
Mit Hilfe von Farbstoffen oder Laserlicht lassen sich die Ergebnisse sichtbar machen. Aus den Mustern können die Wissenschaftler herauslesen, welche genetischen Fehler im Erbgut vorhanden und welche Gene gerade aktiv sind.
Die Plättchen leisten jedoch noch viel mehr. So lassen sich mit den Bio-Chips zum Beispiel genetische Fingerabdrücke erstellen - von Menschen ebenso wie von Organismen, die als B-Waffen einsetzbar sind. Daher interessieren sich auch Polizei und Militärs für die winzigen DNA-Plättchen.
Bislang wurde noch kein Gen­Chip für die medizinische Diagnostik zugelassen. Der Grund: Die bisherigen Modelle sind noch nicht verlässlich genug.
Aus der Genforschung sind die pfenniggroßen Plättchen allerdings kaum noch wegzudenken. Wissenschaftler auf der ganzen Welt suchen mit ihrer Hilfe im Erbgut von Pflanzen, Tieren und dem Menschen nach Eigenheiten, die Krankheiten erklären können.
So lässt sich zum Beispiel bei einem Krebspatienten allein anhand einer Blutrobe untersuchen, welche Krebsgene aktiv sind. Arbeiten, die noch vor kurzem einen Doktoranden mehrere Jahre beschäftigt haben, lassen sich im Rahmen der Gen-Chip­Diagnostik inzwischen in ein paar Tagen oder Wochen durchführen.

Gentests

Methode: Schon heute lassen sich rund 700 genetisch bedingte Erkrankungen mittels Gentests nachweisen. 1995 waren es erst 500. Noch ist jedoch kein einziger Test per Chip zugelassen. Erprobt werden derzeit DNA-Chips der US-Firma Affymetrix, die das Erbgut von Patienten zugleich auf mehr als 1700 Krebsgene durchforsten.
Unternehmen: An der Entwicklung von Gen-Chips arbeiten gegenwärtig rund 30 Unternehmen. Schätzungsweise 22000 Gen-Varianten werden weltweit bereits in Forschungslabors per chip getestet. Marktführer ist Affymetrix mit einem Anteil von 63,7%, gefolgt von Genometrix mit 17% und Incyte mit 11,3%.

Patente

Europa: Das Patent erhält derjenige, der eine Erfindung zuerst beim Patentamt einreicht. Nach Erteilung sind Einsprüche möglich, die zu Abänderungen oder zum Widerruf führen können.
USA: Das Patent erhält derjenige, dser nachweist, daß er eine Erfindung als Erster gemacht hat. Einspruchsverfahren gibt es nicht. Einschränkungen oder Widerruf sind nur möglich, wenn der Inhaber eine Klage wegen Verletzung seines Patents einreicht und dabei verliert.
Hallo Beutlin,

guter Beitrag! Nach meiner Meinung ist die zur Zeit beste Biochip-Firma Affymetrix (Nasdaq: AFFX). Die deutsche MWG-Biotech ist Affymetrix-Lizenznehmerin. Ich werde mir wohl demnächst einige Affymetrix ins Depot legen; meine ersten Biotechs!

About Affymetrix:
Affymetrix is a leader in developing and
commercializing systems to acquire,
analyze and manage complex genetic
information in order to improve the quality
life. The Company`s GeneChip® system
consists of disposable DNA probe arrays
containing gene sequences on a chip,
reagents for use with the probe arrays, a
scanner and other instruments to process
the probe arrays and software to analyze
and manage genetic information. The
Company`s spotted array system enables
individual researchers to create and
analyze custom microarrays on an
easy-to-use, cost efficient platform.

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webmaster@affymetrix.com

Gruß Darwin
Prozac-Entscheid stürzt Eli Lilly in Depressionen
Druck durch Generika-Hersteller
sev. In der Pharmabranche reagieren die Aktienkurse häufig sehr volatil auf Neuigkeiten, denn die Entwicklung von Pharmaunternehmen ist überdurchschnittlich stark von einzelnen Medikamenten abhängig. Das bekam nun mit unerwarteter Härte der amerikanische Pharmakonzern Eli Lilly zu spüren. Nachdem am Mittwochabend ein US-Gericht entschieden hatte, dass ein Generikum für den Verkaufsschlager Prozac früher als erwartet auf den Markt kommen könnte, stürzte der Kurs um 29,18% in die Tiefe und vernichtete damit innerhalb eines Tages eine Börsenkapitalisierung von rund 35 Mrd. $. Eine schnelle Erholung liess am Donnerstag auf sich warten, der Titel schloss bei 76,25 $ mit einem Minus von 0,81% gegenüber dem Vortag. Der Patententscheid hat zwar keine direkten Auswirkungen auf andere Pharmaunternehmen, trotzdem gerieten am Donnerstag die Pharmaunternehmen diesseits des Atlantiks ansatzweise unter Druck. Der Bloomberg-Pharmaindex schloss 1,40% im Minus. Novartis gaben um 0,65% nach, Roche (GS) verloren 0,24%.
Keine Eintagsfliege
Die Marktbeobachter sprachen von einer Überreaktion. Zwar hat der Erfolg des Antidepressivums massgeblich zum Wachstum von Eli Lilly beigetragen und steuert rund einen Viertel zum Umsatz des Konzerns bei. Doch der seit längerem andauernde Patentstreit galt ohnehin als grosser Unsicherheitsfaktor von Eli Lilly. Zudem entgeht Eli Lilly kein langfristig eingeplanter Patentschutz, da dieser auch ohne das jetzige Urteil bereits in zwei Jahren ausgelaufen wäre. Nun könnte das Generikum für den Blockbuster Prozac bereits innerhalb der nächsten 12 Monate auf den Markt kommen. Schwerwiegender könnte dagegen sein, dass sich das geplante Nachfolgeprodukt von Prozac nun schlechter verkaufen könnte, als bisher vermutet. Da es sich bei Prozac um ein sogenanntes einfaches Medikament handelt, das in der Regel vom Hausarzt verschrieben wird, ist anzunehmen, dass das günstigere Generikum einen hohen Marktanteil erreicht.
In den letzten Monaten war der Aktienkurs von Eli Lilly stark gestiegen. Seit Jahresbeginn hatte er sich von einem Niveau von rund 60 $ bis auf knapp 110 $ fast verdoppeln können. Lilly hatte sich bei den Investoren als schnell wachsendes Unternehmen positionieren können. Der verstärkte Druck der Generika-Hersteller könnte aber zu einer Rückkehr zu einstelligen Wachstumsraten führen, da die billigeren Konkurrenzprodukte auf die Gewinnmargen der Originalmedikamente schlagen. Von der Konkurrenz durch Generika sind längst nicht alle Produkte gleichermassen betroffen. Medikamente, die beispielsweise lediglich von Spezialisten verschrieben werden und die zudem in der Verabreichung heikler sind, geraten durch Generika in der Regel weniger unter Druck.
Verunsicherung der Rechtslage
Die nachgebenden Kurse bei anderen Pharmaunternehmen begründeten Marktbeobachter zum Teil mit Herdentrieb. Man könne auf Grund dieses einen Urteils nicht von einer Tendenz in der Rechtsprechung zugunsten von Generika-Herstellern sprechen. Die komplexe Situation bei einer Patentklage lässt sich kaum auf andere Fälle übertragen. Trotzdem kann der Druck auf die Kurse nicht nur mit Psychologie, sondern auch mit realen Gründen erklärt werden. Mit dem Urteil hat das US-Gericht eine Verunsicherung der Rechtslage geschaffen. Auf Grund von Produktverbesserungen bei Prozac war Eli Lilly eine Verlängerung des Patentschutzes bis 2003 zugebilligt worden. Dieser Entscheid wurde mit dem jetzigen Urteilsspruch aufgehoben. Die Verlässlichkeit von einmal gefällten Urteilen wird damit in Frage gestellt. Das wiederum könnte sich allenfalls negativ auf die - allerdings wenigen - Pharmaunternehmen auswirken, die ebenfalls mit verbesserten Produkten um Verlängerung des Patentschutzes nachsuchen.
Zürcher Zeitung, 11. August 2000
Nach Prozac-Urteil: Eli Lilly kontert
Von Walter Pfäffle, New York
Eli Lilly verliert den Patentschutz auf das Milliardenprodukt Prozac früher als erwartet. Jetzt muss Eli Lilly mit neuen Medikamenten reagieren. Nur so kann es die Investoren an der Wall Street bei Laune halten. Der Kurs ist nach Bekanntwerden des Gerichtsentscheids massiv gefallen.
Die Entscheidung eines US-Gerichts in Washington, dem Pharmariesen Eli Lilly & Company aus Indianapolis den Patentschutz für das Flaggschiffprodukt Prozac fast drei Jahre früher zu entziehen, ist eine empfindliche Niederlage für den Konzern. Nach Erwartung des Unternehmens wird es schon in der zweiten Jahreshälfte des Jahres 2001 zu einem deutlichen Umsatzeinbruch kommen.
Das Berufungsgericht bestätigte die Entscheidung einer niedrigeren Instanz, dass Lillys Patentrecht für das populäre Mittel gegen Depressionen im August 2001 erlischt. Ab diesem Zeitpunkt dürfen Generikahersteller ihre Produkte anbieten, um zwar zu deutlich billigeren Preisen. «Die Entscheidung entspricht nicht unserer Hoffnung», sagte Lillys Vorstandschef Sidney Taurel. Lilly erwirtschaftete voriges Jahr einen Umsatz von 10 Mrd. Dollar (17 Mrd. Fr.). Prozac steuerte 26% zum Konzernumsatz bei. Taurel kündigte an, dass die Gesellschaft die Entscheidung möglicherweise vor dem Obersten US-Gerichtshof in Washington anfechten werde.
Neue Prozac-Version
Sollte die Berufung scheitern, will Lilly eventuell die Genehmigung der US-Arzneimittelbehörde Food & Drug Administration (FDA) für zwei Derivat-Produkte gegen Depressionen einholen, die beide unter Patentschutz stehen: Eines der beiden Produkte müsste der Patient einmal wöchentlich einnehmen, beim anderen handelt es sich um eine neue Prozac-Version, die in den Labors des Pharmaunternehmens Sepracor Inc in Marlborough (US-Staat Massachusetts) entwickelt wird.
Zudem will Lilly noch in diesem August das Parallelprodukt Sarafem zur Behandlung von prämenstruellen nervösen Störungen anbieten. Wie Tauren nach der am Donnerstag bekannt gegebenen Entscheidung weiter sagte, habe Lilly etliche andere Medikamente in der Pipeline, darunter Zovant zur Behandlung von Blutkrankheiten und Forteo gegen Osteoporose. Mit diesen Produkten könne der Umsatzverlust im Zusammenhang mit Prozac teilweise abgefangen werden, sagte der Lilly-Chef. Lilly geht davon aus, dass der Umsatz ab Ende 2002 wieder um 10% zunehmen werde.
Tieferer Prozac-Preis
Für die weltweit rund 38 Mio. Prozac-Patienten ist die Gerichtsentscheidung eine gute Nachricht. Denn mit der Einführung der Nachahmerpräparate, oder Generika, könnte der Preis um mehr als ein Drittel sinken. Bei der Apotheken- und Drogerie-Kette Duane Reade kostet ein 30-Tage-Vorrat von Prozac in der Stadt New York etwa 90 Dollar. Der Generikahersteller Barr Laboratories ist der Erste, der mit einem Prozac-Derivat auf den Markt kommt. An der Börse kletterten Barr am Donnerstag um 66% auf 76. Lilly sackten um 30% auf 76 ab.
Barrs Vorstandsvorsitzender Bruce Downey glaubt, dass eine ganz Reihe von Herstellern von Billigmedikamenten die Patente zahlreiche Markenprodukte anfechten werde.
Die grossen Pharmakonzerne dürften andererseits nichts unversucht lassen, um die Monopolstellungen ihrer populären Medikamente so lange wie möglich zu verteidigen. Sie argumentieren, hohe Preise für Medikamentenbestseller seien notwendig für die Finanzierung der medizinischen Forschung.
Der Patentschutz läuft gewöhnlich 20 Jahre nach der Patentbeantragung ab. Oftmals versuchen die Hersteller jedoch, den Patentschutz zu verzögern, indem sie das gleiche Produkt zur Behandlung verschieder Krankheiten anbieten und für die verschiedenen Benutzungsmöglichkeiten Patente beantragen. Die Firma Barr zum Beispiel begründete ihre Klage gegen den Patentschutz von Prozac damit, dass Lilly für Prozac zwei Patente besitze. Eines laufe 2001, das andere 2003 aus. Dieses «Doppelpatent» sie nicht zulässig, argumentierte Barr.
Affymetrix entwickelt neuen GeneChip®
Affymetrix, Inc., (Nasdaq: AFFX, WKN:901198 ) und die Cystic Fibrosis Foundation gaben heute bekannt, dass sie eine Vereinbarung zur Entwicklung eines speziellen GeneChip®s geschlossen haben.
Dieser Chip basiert auf dem Genom des Erregers Pseudomonas aeruginosa. Dieses Bakterium gilt als der Haupterreger von Atemwegsinfektionen bei Patienten, die unter zsytischer Fibrose leisen. Erst vor kurzem wurde das Erbgut des Erregers Pseudomonas aeruginosa vollständig sequenziert.
Zystische Fibrose ist eine vererbte Stoffwechselanomalie. Aktuell leiden etwa 30.000 Kinder und Jugendliche in den Vereinigten Staaten an dieser Krankheit. Bei fast allen Patienten, die daran leiden, führt eine Pseudomonal-Infektion zu schweren Komplikationen oder gar zum Tod.
31.08.00 18:03 -hb-
Achtung !! am Montag 04.09.2000 großer Biotech-Report in allen Telebörsen auf N-TV ,ist bestimmt Interressant. Gruß H.J.
Wie das Alte wieder neu geschätzt wurde

Die Renaissance der Pharma-Titel an den globalen Börsen

Wer zum Beginn dieses Jahres Pharma mit «Old Economy» gleichsetzte und die Titel links liegen liess, hat geradezu mutwillig auf eine Performance von 30% und mehr verzichtet. Da mit zeigt sich einmal mehr, dass Trendidentifikation nur dann gewinnbringend ist, wenn man auch die früher oder später eintretende Wende zu bestimmen weiss. Tatsächlich sah es im vergangenen Jahr so aus, als ob sich niemand mehr in Pharmatiteln engagieren wollte. Die Renner kamen aus der Biotechnologie, wie der Anstieg des Nasdaq-Biotech-Indexes um 112% im Verlauf von 1999 nur zu augenfällig dokumentiert. Und da man die Biotech mit der «New Economy» gleichsetzte, sah die Pharma entsprechend «alt» aus, mit Kursverlusten, die schnell einmal 20% bis 30% erreichten. Nun wäre allerdings mit Blindheit geschlagen, wer die Gründe für eine skeptische Analyse des Pharma-Sektors übersehen wollte. Dazu gehören als Erstes die weit herum als ausgetrocknet beurteilten Entwicklungs-Pipelines. Um zweistellige Wachstumsraten des Umsatzes zu sichern, müssten nämlich die grossen Kon zerne bis zu 5 neue chemische Verbindungen an den Markt bringen; in Tat und Wahrheit schaffen sie aber nur einen Bruchteil dieses Ziels. Wer allerdings nur auf den Ausstoss der hauseigenen Forschung und Entwicklung (F&E) abstellt, der übersieht, dass Allianzen und Lizenzverträge zum Auffüllen der Pipeline in den letzten Jahren zunehmend wichtiger geworden sind. Was somit zählt, ist neben der hauseigenen F&E-Kompetenz die Kapazität, externe Produktentwicklungen zu analysieren und effizient zu managen. Das reduziert das Risiko, dass nach dem Ablauf eines Patentes, wie bei Voltaren von Novartis oder - vor kurzem besonders spektakulär - Prozac von Eli Lilly, Umsatz und Gewinn abrupt einbrechen.
Die Beurteilung der Pipeline und der mittelfristigen Wachstumsaussichten ist allerdings differenziert anzugehen, wie das diesjährige Börsen schicksal der Basler Konzerne illustriert. Während Novartis nach anfänglicher Selbstüberschätzung das ganze letzte Jahr Wasser treten musste, hat sich das Blatt in den letzten Monaten zulasten von Roche gewendet. Dabei leidet Roche nicht nur unter einer Reihe von Ausfällen in späten (und damit besonders teuren) Phasen der Pro duktentwicklung, hinter dem Konzern stehen auch Fragezeichen, die mit den bevorstehenden Ablösungen an der Spitze zu tun haben. Wenn dann noch ein verschmähter Grossaktionär ein mehr als 2 Mrd. Fr. schweres Paket auf den Markt wirft, darf es nicht verwundern, dass Roche im Jahresverlauf um mehr als 10% einbrach, während die neuerdings in der Selbstdarstellung geradezu tiefstapelnde Novartis um mehr als 20% gewann.
Damit bleibt Novartis noch immer klar unter der Performance der angelsächsischen Branchenvaloren. Glaxo Wellcome (+30% seit Ende März) und Pfizer, mit einem Plus von 45 (zwischenzeitlich sogar 60)% im gleichen Zeitraum, strafen zudem die These Lügen, dass grosse Fusionen nur um den Preis eines reduzierten Shareholder Value zu realisieren seien. Zwar zeigt ein Blick auf die längerfristigen Kursbewegungen, dass sowohl Glaxo wie Pfizer unmittelbar nach der Ankündigung ihrer Fusionspläne um 20% bis 30% eingebrochen waren. Aber die Titel haben das Minus schnell wettgemacht, wobei Pfizer bei einem PE von 34 (auf dem geschätzten Gewinn von 2001) mit Abstand über dem Branchendurchschnitt liegt.
Grösse ist allerdings nicht alles, wie die - heute noch - erklärten Alleingänger Merck und Eli Lilly zeigen. Gestützt auf die derzeit als eine der besten eingeschätzte Pipeline hat Lilly in diesem Jahr sogar eine vorübergehende Jahresperformance von 83% erzielt, bis dann die Nachricht vom Patentverlust auf dem Milliardenseller Prozac diese Leistung auf das US-Mittelmass von rund 30% reduzierte. Mit einem Plus von 35% und einem PE von 24 (Gewinn 2001) blieb Merck in diesem Jahr ebenfalls «bei den Leuten», und auch das von Lilly gehaltene PE von 27 lässt den Titel im Bereich der klassischen Bewertung von Pharmatiteln, wie sie auch von Novartis (22) und Roche (24) - zum Teil nur knapp - erreicht werden.
Und wie steht es mit der Magnetkraft der Biotechnologie? Zwar ist die Bewertung, gemessen am Nasdaq-Index, in diesem Jahr um mehr als 20% eingebrochen (zwischenzeitlich waren es gar mehr als 50%), was nicht zuletzt auch den Anlage- Rückfluss in die Pharma erklären dürfte. Aber damit bleibt die seit Mitte 1999 beobachtete hohe Einschätzung dieses Sektors ungebrochen, wenngleich einzelne Titel höchst differenziert beurteilt werden wollen. Der vergleichsweise hohen Einschätzung zum Trotz muss Pharma indessen noch lange nicht die Segel streichen. Zum einen könnten sich die meisten Unternehmen heute schon als Biotech deklarieren, sei es, weil in ihrer eigenen F&E rekombinante Verfahren dominieren, oder weil sie (wie Roche mit Genentech oder Novartis mit Chiron) an namhaften Biotech-Unternehmen beteiligt sind. Serono hat diese Transformation durchexerziert, und die Börse hat dies im Verlauf der letzten 12 Monate mit einem Kurssprung von 230% honoriert. Aber vielleicht braucht es diese offene Transformation gar nicht. Pharma ist heute mehr denn je auch Biotechnologie, und die Grenzen zwischen «alter» und «neuer» Wirtschaft sind keineswegs so scharf, wie dies eine wohl zu einfache Anlagestrategie glauben machen wollte.
Neue Zürcher Zeitung, 2. September 2000
Silicon-Valley-Investor: Gesundheitscheck per Internet
Von Otmar Weber, Menlo Park Was haben Halbleiter, Handys und Biotechnologie gemeinsam? Sie glauben, das passt nicht zusammen? Betrachten Sie es doch einmal so wie Compaq-Chairman Ben Rosen oder Celera-Präsident Craig Ventor oder Pierce Baker, Senior Vice Präsident von Glasfaserhersteller Corning’s Life Sciences Division: Sie und andere Manager von Top-Hightechfirmen wie Motorola, IBM oder Sun Microsystem fühlen sich berufen, mit der Entschlüsselung des menschlichen Erbguts ein neues Zeitalter heraufzubeschwören. Einleuchtend ist: Computer und Software müssen leistungsfähiger werden, um die Unmengen von genetischen Informationen sammeln, speichern, analysieren, interpretieren und verteilen zu können. Viele der großen Technologiefirmen sehen diese Informationsexplosion als eine riesige Chance, Umsatz und Kundenbasis zu erweitern.
Klar, dass Unternehmen wie IBM oder Compaq diesen Markt erschließen werden. Doch die Revolution spielt sich nicht nur am oberen Ende der Leistungsskala ab. In der vergangenen Woche ist der Marktführer für Glasfaserkabel Corning in den Markt für DNA-Chips eingestiegen. Er konkurriert jetzt mit Biotech-Firmen wie Affymetrix und Incyte Genomics. Schon im ersten Quartal 2001 will Corning seinen ersten DNA-Chip produzieren und mit seiner Glas-Chiptechnologie neue Maßstäbe setzen: ein Chip pro Minute, Tausende von Chips in einem einzigen Produktionsablauf. Bislang sind weniger als 500 Stück der Standard. Corning will als Erstes das komplette Hefe-Genom, das als Modell-Organismus in der Cholesterin-Forschung dient, auf Chip anbieten. Ein zweiteChip-Generation soll das menschliche Erbgut enthalten. Als Wettbewerber konzentriert sich Corning auf höhere Testgeschwindigkeiten und niedrigere Kosten für den Chip.
Auch wenn das Geschäft um jährlich 50 Prozent wächst, könnte Affymetrix, das viele DNA-Chip-Patente kontrolliert, den Zugang Cornings zum Markt der Zukunft verbauen. Derzeit verteidigt Affymetrix in mehreren Prozessen seine DNA-Chiptechnologien. Allein mit seinem Genechip-System will das Unternehmen den Umsatz um fast 50 Prozent von 96,8 Mio. $ 1999 auf 180 Mio. $ in diesem Jahr steigern.
Außer Affymetrix sind noch rund 80 andere Firmen mit der Produktion von DNA-Chips beschäftigt. So bilden Motorola, IBM und Incyte Genomics ein weiteres Team. Motorola wird Gen-Chips in Phoenix herstellen, die wie ein gläserneres Einpfennigstück aussehen. Der Chip oder "Bioarray" funktioniert so: Ein Blutstropfen wird auf dem Chip platziert, der dann testet, ob eine Übereinstimmung mit einem Krebs- oder Diabetes-Gen gefunden wird. Incyte hat die Gendaten und Motorola den Chip. Incyte dürfte dafür Lizenzgebühren in Höhe von bis zu 5 Mio. $ jährlich von Motorola einstreichen. Ein Taschengeld, wenn man bedenkt, dass Analysten den Markt in den kommenden fünf Jahren bei 1bis 2 Mrd. $ sehen.
Das ist sicher nicht zu hoch gegriffen, hält man sich vor Augen, welche gigantischen Dimensionen hinter der Vision von Celera-Chef Craig Venter stecken. Er will jedermann per Internet und DVD seinen ganz persönlichen Gencode verkaufen. Venter glaubt, wenn Menschen über ihre potenziellen Krankheiten früh genug Bescheid wissen, werden sie sich darauf einstellen und rechtzeitig behandeln lassen. Zudem werden sie unabhängiger von den Ärzten: Per Internet oder Handy bekommen Patienten die neuesten Ergebnisse von Klinikstudien "frei Haus" geliefert, die dann auf das genetische Erbgut des Betroffenen abgestimmt werden.
Wer an Venters Vision glaubt - Menschen "managen" ihr eigenes Erbgut -, der braucht als Langfristanleger nur abzuwarten, bis die Kurse der Gen-Chip- und Gen-Datenbanken-Firmen nach einer Korrektur - sowie jetzt - sinken, um einzusteigen.

Otmar Weber berichtet für die FTD aus Silicon Valley; er ist auch Kolumnist von "Börse Online
Artikel von theStreet:
http://www.thestreet.com/_yahoo/comment/biodancer/1093762.ht…
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The Biotech Buy
By Lissa Morgenthaler
Special to TheStreet.com
Originally posted at 2:51 PM ET 9/22/00 on RealMoney.com

Human Genome Sciences (HSGI:Nasdaq - news) is up $15 Friday and taking other top genomics companies like Millennium Pharmaceuticals (MLNM:Nasdaq - news) with it because the Motley Fool "bought" the stock in its "Rule Breaker`s" portfolio.

After 10 months of debating on their message boards, it was pretty clear the "buy" was coming, but it`s still impressive what 2 million e-subscribers can do.

The last time David Gardner and the Fools did this was Dec. 14, when they put a buy on Celera Genomics (CRA:NYSE - news). On a presplit basis, Celera went from $75 to $125 over the subsequent five trading days (the Rule Breaker`s portfolio spreads its buy of a recommended stock over five days to try to blunt any market-moving impact). In the process, they launched the genomics mania that peaked in early March.

Biotech actually started moving up in late October last year, but the Celera recommendation kicked it into overdrive.(Many biotech hedge funds returned 40% in December alone.) Celera ultimately rose to $552 a share in late February on a presplit basis before cascading down in March along with everything else. (The kick by President Clinton and Tony Blair about the human genome didn`t help, but that`s another story.)

Now the question is, will the Fools provide enough lift to keep biotech up? A falling euro, high oil prices and Al Gore whaling on the big health care companies means nothing to biotech companies --- they aren`t truly affected by it. (In a similar vein, Jay Silverman of Robbie Stephens started the biotech lift in September 1998, when he pointed out that biotech could care less about the Asian contagion.)

But perception is reality. Biotech has a tough time staying up when all of the Nasdaq is cratering around it. Right now, a lot of new funds have been started in biotech and every general fund that can own biotech now does so. Meanwhile, the number of lockups that will come off biotech IPOs and secondaries in the next two months will unleash more than $10 billion of stock on the market. Can biotech absorb that and still stay up, let alone continue to rise?

J.P. Morgan`s big genomics conference is in San Francisco next week. Will it help the sector blast through what look like double-tops in the American Stock Exchange Biotechnology Index and the Nasdaq Biotech Index? (Ultimately, the answer is, "Of course." But I`m interested in today.)
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Meine persönliche Einschätzung falls es wen interessiert:

Bio-/Bioinformations-/Gentechnik erlaubt eine Investition in einen Bereich, der das Potential hat viele Jahre nachhaltig stark zu wachen und m.E. auch die Internet-Hausse überlebt.
Könnte eine Ergänzung (Diversifikation) eines mittel/langfristig angelegtes Wachstums-depot sein, das bei den meisten (wie mir z.B.) überwiegend aus Übertragungs-, Speicher-, e-business/commerce-Titeln besteht.

grüße Andy
p.s. CRA habe ich schon. HSGI ist auf meiner watch-list. Bei Rückschlägen werde ich aufstocken.
Affymetrix kauft Geninstitut
Der Wettlauf um die Genvermarktung geht weiter. Das Unternehmen Affymetrix kauft sich beim Genberechnungsspezialisten Neomorphic ein. Der Erwerb kostet Affymetrix $70 Mio Dollar. Neomorphic erforscht die menschlichen Gene um ihre Bedeutung zu bestimmen. Der Aktientausch Kostet Affymetrix 1.4 Mio Ihrer Aktien, somit erwerben sie 100% der Neomorphicanteile. Die Transaktion wird im vierten Quartal erwartet und basiert auf einem Aktienkurs von $49-15/16 Dollar Affymetrix möchte mit der Übernahme die Forschungen im Bereich des menschlichen Genoms vertiefen.
02.10.00 15:53 -red-
Affymetrix shares rise after break-even projection


LOS ANGELES, Oct 5 (Reuters) - Shares of Affymetrix Inc. <AFFX.O> were up 15
percent early on Thursday after the genetic technology firm said late Wednesday it
expects to break even or post a profit on a per-share basis before year-end.

The Santa Clara, Calif. company`s shares rose $7-15/16 to $60-11/16 on Nasdaq.

"Our goal is to get to break even by late this year. We have been giving that same
guidance to analysts since early this year," Ed Hurwitz, the company`s chief financial
officer, said Thursday.

Analysts on average expect the company to lose 12 cents a share in the third quarter
and post a loss of 2 cents a share in the fourth quarter, according to First
Call/Thomson Financial.

Hurwitz also noted that Affymetrix now expects revenues for this year to "slightly
exceed" the company`s original guidance of $170 million to $180 million.

The company expects to double its shipments of so-called "GeneChips," which are
slides with millions of genetic fragments attached, to 200,000 this year compared
with last year`s 100,000.

Affymetrix`s chip systems are used by researchers to analyze genetic material,
including data gathered from the recent mapping of the human genome.

On Monday the company agreed to acquire Neomorphic Inc., a privately-held
computational genomics company, in a $70 million stock deal Affymetrix said would
help it to speed its commercialization of DNA information.

In addition to its "bread and butter," gene expression business, Affymetrix is moving
into the field of genotyping, the use of genetic scanning to identify patterns, and "use
management," company president Susan Siegal said during a conference call on
Wednesday.

"This is not just about lifesciences, this is about lifestyle choices and consumer
markets," she said.
Amgen
Die Prognose der Bankgesellschaft Berlin
Bankhaus: Bankgesellschaft Berlin
Analyst: Emil Heppel
Gruß Riddick

Dem starken Kurs verfall im Zuge der allgemeinen
Schwäche sämtlicher Technologiesektoren im
Frühjahr konnte sich auch das Biotech-Schwergewicht
AMGEN nicht entziehen. Allerdings zählte die
Biotechnologiebranche in den Sommermonaten zu den am
besten performenden Sektoren. So verwundert es auch
nicht, dass der Aktienkurs von Amgen zwischenzeitlich
schon wieder ein neues Allzeithoch erreichen konnte. Aufgrund
der für 2001 avisierten Einführung neuer Produkte
sieht Emil Heppel, Analyst bei der Bankgesellschaft Berlin,
gute Wachstumsperspektiven für den amerikanischen
Blue Chip.
Geschäftsfeld: Haupttätigkeit des in Kalifornien beheimateten
Konzerns ist die Herstellung und der Vertrieb von Medikamenten
auf Basis der Zell- und Molekularbiologie. Mit einem
Jahresumsatz von über $3 Mrd. zählt Amgen zu den weltweit
führenden Unternehmen der Branche. Dieser wird überwiegend
durch die beiden Medikamente Epogen (51 Prozent)
und Neupogen (41 Prozent) generiert. Epogen stimuliert und
reguliert die Produktion von roten Blutkörperchen. Bei Patienten,
die an Blutarmut und Nierenversagen leiden, soll es die
unangenehme und teure Dialysebehandlung ersetzen. Neupogen
stimuliert die Produktion weißer Blutkörperchen und kommt
hauptsächlich bei AIDS- und Krebspatienten zum Einsatz, um
Infektionsgefahren zu vermindern. Mit Infergen, das gegen
chronische Hepatitis verabreicht wird, besitzt das Unternehmen
noch ein drittes auf dem Markt befindliches Medikament.
Die geschäftliche Tätigkeit von Amgen konzentriert sich fast
ausschließlich auf die USA, wo neunzig Prozent des Umsatzes
erzielt werden. Im Ausland erfolgt der Vertrieb der Produkte
durch die Vergabe von Lizenzen sowie über Promotion-Vereinbarungen.
Neue Produkte: Das laufende Jahr sieht der Biotech-Experte
als Übergangsjahr an, da momentan hauptsächlich die
Einführung neuer Produkte vorbereitet wird. Diese sollen langfristig
die starke Abhängigkeit der Gesellschaft von Epogen
mindern. So liegen für NESP (zur Behandlung bei Nierenversagen)
schon erste Lizenzbewerbungen aus den USA, Kanada
und Europa vor. Für IL-1ra (gegen rheumatische Arthritis)
läuft bereits das Zulassungsverfahren in Europa. Für die
Krebs- und Prostata-Mittel Abarelix-Depot-M und SD/O1 soll
noch bis Ende des Jahres, bzw. Anfang des nächsten Jahres die
Zulassung bei der US-Aufsichtsbehörde FDA beantragt werden. Nach Meinung von Heppel gehört
Amgen mit dieser Pipeline zu den am besten
positionierten Biotechnologieunternehmen
auf dem Weltmarkt.
Patentstreit: Neben der Entwicklung
neuer Medikamente sieht der Analyst einen
weiteren kursrelevanten Faktor im
schwelenden Patentstreit zwischen
Amgen und TRANSKARYOTIC
THERAPIES, der möglicherweise noch
in diesem Jahr entschieden wird. Gegenstand
der Auseinandersetzung ist der patentrechtliche
Schutz von Epogen. Ein
Ziel der Konkurrenz ist es, Erythropoietin, den Hauptbestandteil
von Epogen, selbst herstellen zu können. Allerdings konnte
Amgen diesbezüglich bereits einen Teilsieg verzeichnen. Obwohl
der Ausgang des Prozesses hinsichtlich der anderen
Streitpunkte noch offen ist, erwartet der Biotech-Experte eine
Entscheidung zugunsten von Amgen, da die Richter wegen
der möglichen weitreichenden Folgen für die künftige Ge-setzgebung
erfahrungsgemäß davor zurückscheuen, Patente
zu widerrufen.
Fundamentals: Im zweiten Quartal des laufenden Jahres
konnte Amgen die Erwartungen des Marktes teilweise „nur“
erfüllen. Lag der Gewinn je Aktie mit einem Plus von zwölf
Prozent auf $0,25 noch leicht über den Konsensusschätzungen,
so konnte der Umsatz lediglich um elf Prozent auf $914 Mio.
gesteigert werden. Dies lag hauptsächlich am Krebs- und
AIDS-Präparat Neupogen. Während beim Blockbuster-Medikament
Epogen ein Umsatzzuwachs um 15 Prozent verzeichnet
werden konnte, blieb Neupogen mit einem Zuwachs von
lediglich zwei Prozent hinter den Wachstumserwartungen
zurück. Für den Rest des Jahres rechnet Heppel beim Absatz
beider Präparate mit einer Wachstumsverlangsamung.
Bewertung: Die neuen Produkte dürften im nächsten Jahr
aber wieder für eine Beschleunigung des Ertragswachstums
sorgen, so der Experte. Ihre Einführung verbindet Heppel zugleich
auch mit langfristig positiven Perspektiven, die
Kurspotenzial eröffnen. Nach Ansicht des Berliner Bankhauses
birgt die hohe Bewertung des Unternehmens allerdings
auch Risiken, insbesondere, falls die Erwartungen der Markt-teilnehmer
nicht erfüllt werden. Heppel sieht die Aktie des-halb
auch nur für den risikobewussten Investor mit langfristi-gem
Anlagehorizont geeignet und empfiehlt sie in einem Be-reich
zwischen $60 und $70 mit einem Kursziel von $85 zum
Kauf. Aufgrund der überdurchschnittlichen Schwankungs-breite
hält er ein Stop-Lossbei $55 für angebracht.
Ich habe gerade eine Nachricht gelesen, die mir als CRA-Aktionär nicht besonders gut gefällt:
http://news.bbc.co.uk/hi/english/sci/tech/newsid_959000/9593…
New chapter in the gene race?
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A public-private consortium including the UK`s Wellcome Trust and the US National Institutes of Health has announced a £39m ($58m) drive to decipher the mouse genetic code by February.
It signals a new chapter in the gene race between international researchers and private US company Celera Genomics.

The consortium see the mouse genome as the sort of basic, pre-competitive resource that should be available to all scientists

Wellcome Trust
The groups agreed in June to co-operate in publishing their findings on the first draft of the human genome after what was portrayed as bitter competition.
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Ist zwar in gewisser Weise komplementär zu den Forschungen CRA`s, könnte aber das business Modell von CRA, das zu einem guten Teil auf subscription-Einnahmen basiert, untergraben.

Ich denke, dass ich mir die Reaktion des Marktes lieber von der Seitenauslinie ansehe und werde meine kleine CRA-Position am Montag mit kleinem Verlust glattstellen.
Ist mir auch noch nicht oft passiert. In 90 % der Fälle halte ich Aktien 1+x Jahre. Werde wahrscheinlich den Betrag wenn sich die Lage an den Märkten beruhigt hat in CREE, SEBL oder CIEN reinvestieren.

grüße Andy
09.10.2000
Watson Pharmaceuticals "Strong Buy"
Morgan Stanley Dean Witter

Die Analysten von Morgan Stanley Dean Witter stufen die Aktie des Pharmaunternehmens Watson Pharmaceuticals (WKN 885798) als “strong buy” ein.

Das Unternehmen stelle sowohl Marken-, als auch Generikaprodukte her, dabei seien die Schwerpunkte der Forschung und Weiterentwicklung im dermatologischen und gynäkologischen Bereich gewichtet.

Das Management habe die ausgezeichnete finanzielle Plattform des Unternehmens dazu genutzt, eine diversifizierte Produktpalette im Bereich der Markenartikel auszubauen und durch strategisch günstige Übernahmen die Position im Generikageschäft zu verstärken. Man könne damit rechnen, dass die Geschäftsführung diese erfolgreiche Strategie fortsetzten werde. Ferner verfüge Watson Pharmaceuticals über 11 neue Produkte, die sich in Phase II und III der klinischen Prüfung befänden, welche auf längere Sicht gute Einnahmen- und Gewinnchancen bieten würden.

Das Kursziel liege bei 70 USD, der Gewinn pro Aktie betrage 1.30 USD für das Jahr 2000 und werde im Jahr 2001 auf 2.40 USD steigen.
Aus der FTD vom 16.10.

Lion verbindet für Bayer Biologie und Chemie
Biotech-Firma integriert gesamten Forschungsprozess des Pharmakonzerns in einem Informationssystem
(von Karen Kleinwort, Hamburg)

Das Heidelberger Biotechnologie-Unternehmen Lion baut seine Kooperation mit dem Chemie- und Pharmakonzern Bayer aus. Lion wird für den Leverkusener Konzern eine neue Chemieinformatik einrichten und diese mit der bestehenden Bioinformatik auf einer einheitlichen Plattform integrieren. Dafür erhält die Heidelberger Firma bis März 2003 insgesamt 25 Mio. $. Lion gehört weltweit zu den führenden Anbietern von Systemlösungen für die Forschung und Entwicklung der Life-Science-Industrie.
Im Juni 1999 überraschte Lion die Biotecb-Branche mit dem Abschluß eines 100-Mio.-$-Vertrages mit Bayer. In Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts baut das seit August am Neuen Markt und an der US- Wachstumsbörse Nasdaq gelistete Unternehmen eine Bioinformatik für die Pharmaforschung des Großkonzerns auf. Die Datenfülle, die durch Genomics - das genauere Verständnis des menschlichen Erbguts - erzeugt wird, kann nur mittels umfangreicher Informationssysteme für die Pharmaforschung genutzt werden.
"Daß sich Bayer nun auch bei der Chemieinformatik für Lion entscheidet, ist ein Beweis für die erfolgreiche Zusammenarbeit Und es zeigt, daß wir nicht nur Software liefern, sondern wirklich ein System-Integrator sind", meinte Lion-Chef Friedrich von Bohlen gegenüber der FTD.
Der jetzige Vertragsabschluß unterstreicht die entscheidende Rolle von Wissensmanagement in der Forschung und Entwicklung neuer Medikamente und Produkte in der Agrarchemie. Und, es ist der erste Auftrag, zwei Seiten der Wirkstoffsuche auf einer IT-Plattform zusammenzuführen: die Biologe in Form der genetischen Arzneimittelansatzpunkte, so genannter Targets, und die Chemie in Form der Millionen pharmazeutischen Substanzen. »Unsere Pharmaforschung liefert uns jeden Monat 40 bis 50 Millionen Datenpunkte. Nur wenn wir Biologie und Chemie intelligent miteinander verbinden, können aus diesem Wissen auch Produkte entstehen", sagte Wolfgang Hartwig, Leiter der Bayer-Pharmaforschung. "Lion ist ein Unternehmen, das unsere Bedürfnisse versteht" fügt er hinzu.
Lion wird dabei die Chemie-Informatik der US-Firma Tripos installieren. Die beiden Unternehmen arbeiten seit 1998 zusammen; seit Frühjahr dieses Jahres hält Lion einen Anteil von elf Prozent an dem Nasdaq-gelisteten Chemie-Informatik-Spezialisten. Nach Aussagen von Bohlen wird von den 25 Mio. $ rund die Hälfte an Trios weiterfließen.
Bayers Entscheidung, nach der Genomics-Stufe auch die Vorgänge in der Chemie mittels eines Software-Systems abbilden zu lassen, zeigt zudem die Verschiebung des Engpasses bei der Suche nach neuen Wirkstoffen. "Vor wenigen Jahren waren noch die Targets das Bottleneck in der Forschung," sagt Hartwig. Die intensive Analyse der menschlichen Gene hat diesen Engpaß aufgehoben. Allein Lion hat für Bayer unter dem im letzten Jahr geschlossenen Vertrag bereits 140 neue Targets aus Datenbanken identifiziert; über die fünfjährige Laufzeit sollen es insgesamt 500 sein. Die US-Firma Millennium, mit der Bayer 1998 eine Kooperation über 465 Mio. $ schloß, liefen dem Chemie- und Pharmakonzern 225 Targets. "Heute ist die Chemie das Bottleneck," sagt Hartwig.
Bayer ist mit Abstand der größte Kunde für Lion; daneben nutzen Pharmafirmen wie Aventis, Glaxo und Novartis und der US-Genomics-Pionier Celera die Software-Lösungen der Heidelberger. Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 1999/ 2000 (31.3.) einen Umsatz von rund 10 Mio. Euro und einen Verlust vor Steuern und Zinsen von 13 Mio. Euro

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Die Phasen der Wirkstoffsuche
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Targets (Biologie) - werden durch funktionale Genomanalyse identifiziert und deren Bedeutung für Krankheiten validiert.

Compounds (Chemie) - sind pharmazeutische Substanzen, die auf Targets wirken können. Bayer hat über 1 Million Substanzen in seiner Sammlung.

Screening - testet die Reaktion von Targets in Verbindung mit Compounds. Industriestandard sind aktuell bis zu 200.000 Screens pro Tag.

Hits - sind positive Reaktionen zwischen Targets und Compound. Je Target kann es rund 10.000 Hits geben.

Leads - sind die qualifizierten Hits, die weiter erforscht werden. Kommt Wissen über Targets und Compounds zusammen, lassen sich Leads gezielter auswählen.
I N T E R V I E W

"Eine neue Medizin"

Werden dank Gentechnik bald günstige Arzneien für seltene Leiden entwickelt? Steven Holtzman, Geschäftsführer der unkonventionellen Jungfirma Millennium, gibt sich optimistisch

DIE ZEIT: Ihr Aufsichtsratsvorsitzender erscheint zur Halloween-Party als bezaubernde Jeanie verkleidet, er besitzt keine Armbanduhr, und er hat keinen Führerschein. Wie kann man in so einer Firma arbeiten?
STEVEN HOLTZMAN: Spotten Sie nicht. Mark Levin ist ein außergewöhnlicher Mensch und ein begabter Geschäftsmann. Viele unserer Leute kamen nur zu Millennium, weil sie mit ihm zusammenarbeiten wollten.
ZEIT: Sie sind auch nicht gerade der typische Pharmamanager. Ihre Lieblingslektüre ist Aristoteles` Politeia ...
HOLTZMAN: Nun, ich bin immerhin Philosoph.
ZEIT: Und? Hat Aristoteles einem Bio-Tech-Manager viel zu sagen?
HOLTZMAN: Wenn Sie die Politeia gelesen haben, wissen Sie, wie man ein Unternehmen organisiert, in dem außergewöhnlich talentierte Menschen arbeiten. Aristoteles schrieb über die Bedingungen, unter denen ein Individuum seinen Erfolg mit dem Wohl eines Gemeinwesens verbindet. Tatsächlich basieren Aktienoptionen für Mitarbeiter auf seinen Einsichten.
ZEIT: Beobachten Sie die deutsche Bio-Tech-Branche?
HOLTZMAN: Wir sind genau im Bilde. Unsere Leute im englischen Cambridge halten mit den jungen Unternehmen in Deutschland ständig Kontakt.
ZEIT: Welche beeindrucken Sie?
HOLTZMAN: Evotec, Morphosys auch.
ZEIT: Die sind noch sehr jung. Gibt es Erfahrungen in den Vereinigten Staaten, aus denen die Deutschen lernen können?
HOLTZMAN: Als die ersten amerikanischen Bio-Tech-Firmen sich vor einem Jahrzehnt etablierten, holten sie lang gediente Manager aus der Pharmaindustrie. Dabei übersahen sie, dass Erfahrung und Reife nicht ausreichen, um eine innovative Firmenkultur zu erhalten. Viele sind daran gescheitert, dass ihre Manager versuchten, die klassische Pharmaindustrie zum zweiten Mal zu erfinden. Nun sind Manager am Ruder, die etwas Pharmaerfahrung mitbringen und sich in der Bio-Tech auskennen. Also meine Botschaft für Deutschland ist hegelianisch: Nicht These oder Antithese - lange Pharmaerfahrung gegen reine Entrepreneure - ist die Lösung. Es ist die Synthese.
ZEIT: Millennium bietet Technologie für die Arzneimittelforschung. Es heißt, Sie seien für die Pharmaindustrie, was Intel für die PC-Industrie ist. Wird Pharma zu einer "Millennium inside"-Branche?
HOLTZMAN: Bis vor zehn Jahren war die Pharmaindustrie auf die Chemie fixiert. Heute ist das Verständnis der biologischen Krankheitsprozesse die Grundlage für neue Medikamente. Mit unseren Verfahren können die Unternehmen dieses Verständnis umsetzen. Zuweilen funktioniert das, indem Firmen unsere Technologie einfach implantieren - die haben dann wirklich "Millennium inside".
ZEIT: Es gibt viele Anbieter, die Chiptechnik und Verfahren zur Untersuchung von Genen und Proteinen entwickeln. Was ist besonders an Millennium?
HOLTZMAN: Die Pharmabranche muss in Zukunft mehr und bessere Medikamente in den Markt bringen, die Entwicklung muss billiger werden. Dafür braucht man Dutzende verschiedener Techniken. Zwar gibt es viele Firmen, die Verfahren für einzelne Schritte entwickeln. Millennium hat diese in einer Plattform integriert. Damit werden wir die Produktivität maximieren.
ZEIT: Wie viele große Allianzen haben Sie inzwischen?
HOLTZMAN: Es gibt über ein Dutzend mit großen Pharmaunternehmen. Die größten sind die mit Bayer, mit Aventis und Monsanto. Da fließen die meisten Dollar.
ZEIT: Bayer und Aventis sind Konkurrenten ...
HOLTZMAN: Die Konzerne können heute in einem Bereich Konkurrenten sein und zugleich in einem anderen kooperieren. Mit Bayer arbeiten wir an einem bestimmten Spektrum von Krankheiten und mit Aventis an einem anderen. Bestimmte Rechte an Genen behalten wir auch - wenn sie für Bayer aus strategischen Gründen nicht interessant sind, dann verwerten wir sie eben selbst. Natürlich könnte es schon mal Konkurrenz geben, aber keine echten Interessenkonflikte.
ZEIT: Bisher ist Millennium ein Technikanbieter, nun wollen Sie auch Medikamente entwickeln und vermarkten. Wird Millennium ein Pharmahersteller?
HOLTZMAN: Unser Ziel ist eine neue Medizin. Natürlich mussten wir erst mal die technologische Expertise dafür entwickeln. Das werden wir auch in Zukunft tun. Wir widmen uns aber nun einer neuen Generation von Arzneimitteln: maßgeschneiderten Medikamenten für die einzelnen Patienten.
ZEIT: Von welchem eigenen Produkt versprechen Sie sich besonders viel?
HOLTZMAN: Zwei stehen kurz vor der Markteinführung: Campath, ein Leukämiemedikament, und ein Test für die Metastasierungsgefahr bei malignem Melanom. Die sind wichtig, obwohl sie keine riesigen Umsätze garantieren.
ZEIT: Die brauchen Sie aber ...
HOLTZMAN: Wenn Sie auf umsatzträchtige Produkte aus sind, so gibt es deren drei: ein Asthmamedikament, ein Krebsmedikament und eines gegen chronische Darmentzündung. Sie befinden sich noch in einem früheren Stadium, ich muss daher mit Prognosen vorsichtig sein.
ZEIT: Um eine Vielzahl von Leiden kümmert sich niemand, weil sie zu selten sind und es kein Geld zu verdienen gibt. Millenniums Technologie wäre also geeignet, um günstig Medikamente für seltene Leiden zu entwickeln?
HOLTZMAN: Auch dazu muss die Produktivität der Pharmaforschung steigen. Sobald weniger Wirkstoffe in der klinischen Prüfung scheitern, sinkt die Schwelle, oberhalb deren die Investitionen für ein Medikament gerechtfertigt erscheinen. Und schon kann man sich um kleine Märkte kümmern.
ZEIT: Gesundheit ist ein hohes Gut. Hat die Branche ethische Verpflichtungen?
HOLTZMAN: Die hat sie. Aber Pharmaunternehmen müssen profitabel sein, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Es wird immer mit dem Finger auf die angeblich reichen Konzerne gezeigt. Schlagen Sie mal nach, wem die gehören. Sie werden feststellen, dass sie zum größten Teil im Besitz von Investmentfonds, Versicherungen und Rentenfonds sind. Und in denen steckt das Geld der ganz normalen Leute.
ZEIT: Es gibt 1200 Bio-Tech-Firmen in den Vereinigten Staaten. Von den größten sind nur wenige unabhängig. Wird die Bio-Tech von der Pharmabranche aufgesogen?
HOLTZMAN: Es wird weiter Übernahmen und Fusionen geben. Nur einige große Pharmafirmen werden überleben. Die werden auch viele Bio-Techs kaufen. Trotzdem wird eine Reihe von Bio-Tech-Unternehmen zu großen pharmazeutischen Konzernen heranreifen.
ZEIT: Wie lange dauert es, bis die Ersten zu den Großen gehören?
HOLTZMAN: Amgen ist jetzt schon eine Macht. Unser Ziel ist es, in den nächsten zehn Jahren in die Spitzengruppe zu gelangen.
ZEIT: Können Sie sich vorstellen, dass Bio-Tech-Firmen Pharmakonzerne wie Roche oder Bayer übernehmen?
HOLTZMAN: Nicht in den nächsten drei Jahren. Aber in den nächsten fünf bis zehn Jahren passiert das auf jeden Fall.
ZEIT: Könnten Sie die ersten Opfer nennen?
HOLTZMAN: Aber sicher.
ZEIT: Tun Sie es auch?
HOLTZMAN: Sind Sie noch zu retten?
Steven Holtzman studierte Philosophie in Oxford und gehört zum Gründungsteam von Millennium. Er gilt als Architekt der spektakulären Allianzen. Das Gespräch führte Ulrich Bahnsen
(c) DIE ZEIT 43/2000
Affymetrix: Zum ersten Mal Gewinn!
Die Biotechfirma Affymetrix konnte im vergangenen Quartal zum ersten Mal den Break Even erreichen. Der Umsatz konnte im angesprochenen Zeitraum um 89% auf 55,9 Mio. Dollar gesteigert werden.
Der Gewinn lag bei 0,3 Mio. Dollar, was einem ausgeglichenen Ergebnis entspricht. Analysten waren von einem Verlust von 2 Cents je Aktie ausgegangen.
die Aktie explodiert um 30% auf 69 Dollar.

mfg Defense
Hallo Freunde ,nach AFFX auch gute News von PEB .Heute plus 12%

mfg Defense

Steigende Zahlen bei PE Biosystems
PE Biosystems Group, eine Tochter der PE Corp., meldete heute einen Anstieg des Gewinns für das abgelaufene Quartal um 36 Prozent von 14 Cents pro Aktie im letzten Jahr auf 19 Cents pro Aktie.
Der Nettogewinn für das abgelaufene Quartal stieg um 65 Prozent von 29,7 Mio. Dollar im vergleichbaren Vorjahresabschnitt auf 49,1 Mio. Dollar.
Der Umsatz für das abgelaufene Quartal, welcher einen negativen Effekt aufgrund des Wertabfalls ausländscher Währungen wiederspiegelt, stieg im Vergleich zum letzten Jahr um 24 Prozent auf 363,6 Mio. Dollar.
26.10.00 17:51 -mj-
B I O - T E C H

Emsige Erbgutzähler

Ohne Hochleistungsrechner keine Bio-Tech-Revolution. Gen- und Computerzunft verschmelzen zu einer neuen Branche

Von Ulrich Bahnsen

Produkte sind rar, Gewinne die Ausnahme - in der neuen Welt des Gen-Zeitalters dämmert es gerade erst. Doch die Bio-Tech-Industrie drängt mit Macht zur Sonne. "Discovery can`t wait" prangt auf der Internet-Seite der amerikanischen Firma Celera Genomics, die das Erbgut analysiert.
Die Chance der Genunternehmen ist die Not der Pharmaforscher: Die Arzneimittelsuche ist zu teuer geworden. Auf rund 500 Millionen Dollar taxieren Fachleute die Kosten für ein neues Medikament. 1988 verschlangen die Forschungsabteilungen der Pharmabranche weltweit 19 Milliarden Dollar, zehn Jahre später waren es schon 35 Milliarden. Trotz dieser Investitionen stagniert die Rate der jährlich neu eingeführten Medikamente. Von 100 Arneimittelkandidaten scheiden 99 noch vor der Markteinführung aus - wegen Unverträglichkeit oder Unwirksamkeit. Für den Weg vom Labor bis in die Apotheke veranschlagen die Pharmazeuten inzwischen zwölf Jahre. "Das ist für die Industrie schon jetzt nicht tragbar", urteilt Michael Pavia, Cheftechiker bei Millennium Pharmaceuticals in Boston, "und es wird schlimmer."
Die Hoffnung der Pharmakonzerne ruht nun auf der Entzifferung des menschlichen Erbguts. Den Genformationen wollen sie präzise Diagnoseverfahren und eine Vielzahl neuer Medikamente entlocken. So tut sich den Bio-Tech-Unternehmen eine riesige Marktlücke auf. Die einen suchen nach den Schätzen des Erbguts. Andere entwickeln die Werkzeuge, die man dafür braucht. Sie setzen auf Robotik, Automatisierung und brutale Rechenkraft. Schon entsteht eine neue Sparte: i-Biology - eine Fusion der Gen- und Computerbranche.
Wo früher Forscher und Laboranten von Hand Experiment um Experiment zusammenrührten, werkelt nun ein Heer von Laborrobotern. "Die Fertigungsstraße der Life-Science-Industrie" nennt Friedrich von Bohlen, Chef der Heidelberger Bioinformatikfirma Lion Bioscience, die Maschinen, die der Arzneimittelforschung helfen sollen.
Bessere Medikamente für die Menschen, große Gewinne für Pharma- und Bio-Tech-Unternehmen - begonnen haben diese Zukunftsvisionen im amerikanischen Rockville. Dort residieren Craig Venter und Michael Hunkapiller. Venter begann schon Ende der achtziger Jahre, Gene im Hochdurchsatzverfahren zu entschlüsseln. Hunkapiller, Chef des Laborgerätebauers Perkin-Elmer Biosystems, investierte acht Jahre später 300 Millionen Dollar und stellte die Maschinenflotte bereit. Für die Entzifferung des Menschengenoms spuckten die Erbgutleseautomaten fast 100 Millionen Genbuchstaben pro Tag aus: "Venter gab das Hirn, Hunkapiller die Muckis", beschrieb das US-Fachblatt Science das Erfolgsrezept des Unternehmens.
Inzwischen ist das Erbgut entschlüsselt. Die beiden Unternehmer bremst das allerdings nicht in ihrem Tatendrang. Denn mit den Gendaten allein ist noch nicht viel anzufangen. Wirklich nützlich sind die Informationen für die Medizin erst dann, wenn sich herausgestellt hat, wie sich Defekte im Erbgut später in den Zelleiweißen und im Stoffwechsel niederschlagen. Die Suche geht weiter. Schon lässt Hunkapiller eine neue Generation Maschinen bauen. Mit diesen Hochleistungs-Massenspektometern werde er nach den Genen auch die Eiweiße des Menschen im Eiltempo erforschen, prahlt Venter: 30 000 menschliche Eiweiße pro Stunde sollen die neuen Maschinen identifizieren können. Zwar hat Celera bislang keinen Dollar Gewinn zu verzeichnen, für das Mutterunternehmen Perkin-Elmer dürfte sich das alles dennoch lohnen. Denn inzwischen wollen auch andere Unternehmen die Hochleistungs-Laborautomaten nutzen. Die Aussichten sind rosig: Auf 22 Milliarden Dollar Umsatz werde sich diese spezielle Marktnische bis 2002 ausweiten, schätzen die Analysten bei Strategic Decisions im kalifornischen Menlo Park.
Muss die Pharmabranche also künftig noch tiefer in die Tasche greifen? Im Gegenteil. Den Investitionen, so verspricht die junge Biocomputerbranche, stehen gewaltige Einsparungen gegenüber. Der Robotereinsatz werde die Kosten der Pharmazeuten künftig um die Hälfte senken, prophezeien beispielsweise die Manager von Millennium Pharmaceuticals.
Ohne massive Rechnerleistung wird das nicht zu schaffen sein. Kein Wunder, dass auch die PC-Giganten die Life-Sciences entdeckt haben. Für die Computerbauer hat der Rechenbedarf bei Forschungsinstituten und Bio-Tech-Unternehmen neue Märkte geschaffen, glaubt Frederic Glaser, Marketing-Chef für Unix-Anwendungen bei Hewlett-Packard. Auch deshalb entwickelt sein Unternehmen zusammen mit Intel neue Hochleistungsprozessoren.
Auch bei IBM hofft man auf gute Geschäfte. Binnen drei Jahren, glauben IBM-Fachleute, werde der Weltmarkt für biologische Informationstechnik auf neun Milliarden Dollar wachsen. Der Computerkonzern reagierte mit der Gründung einer Life-Science-Abteilung und investiert 100 Millionen Dollar in die Entwicklung von Biosoftware. Seit vergangenem Jahr baut IBM am leistungsstärksten Großrechner aller Zeiten. Gelang es dem Vorgängermodell Deep Blue beim Schachspiel den Großmeister Garri Kasparow zu besiegen, ist der Nachfolger zu ernsthafteren Dingen ausersehen. Die Maschine soll aus Gendaten die Form von Eiweißmolekülen errechnen können - eine wichtige Voraussetzung für neue Medikamente. Das allein aber reicht nicht. "Meine Geräte können mir jeden Tag so viele Daten liefern, dass ich Monate mit der Auswertung beschäftigt bin", klagt Millenniums Michael Pavia. Abhilfe wollen Unternehmen wie Lion bieten: Sie entwickeln Software und Internet-Angebote, die den Forschern die Arbeit abnehmen. Diese Produkte der Programmierkunst filtern die Informationsflut der Datenbanken. Datamining heißt die aufwändige Recherche. Lions Bioscout-Software etwa wird mit einer Gensequenz gefüttert und macht sich dann auf die Reise durch die 350 größten Biodatenbanken der Welt, um alle Informationen zusammenzusuchen.
So etwas lieben die Investoren. Der Kurs der Lion-Aktie stieg binnen weniger Wochen nach dem Börsengang im August dieses Jahres um 250 Prozent. Derweil schmieden die Manager bei Lion und auch Millennium längst neue, noch kühnere Pläne. Sie wollen künftig nicht nur mit Pharmazeuten Geschäfte machen, sondern haben inzwischen auch die Patienten ins Visier genommen. Durch die Genomforschung, meint Kenneth Conwell, Direktor für Prädiktive Medizin bei Millennium, werde man schon bald die Veranlagung für Krankheiten erkennen, wenn die Betroffenen noch völlig gesund sind. Demnächst, prophezeit er, werde jeder Patient sein Genprofil auf einer CD-ROM mit sich herumtragen. "Wir werden ihnen die Tests anbieten, ihnen die Ergebnisse mitteilen und die Medikamente verkaufen, die sie gesund erhalten."
Und für den geplanten Datenverkehr zwischen Patienten, Pharmaunternehmen und Ärzten wird bald nicht mal ein PC benötigt. Motorola entwickelt bereits Handys für die Übertragung von Erbinformationen. Vorexerziert haben es finnische Wissenschaftler. Das Institute of Medical Technology bietet den ersten WAP-Service für Bioinformatik an. Mit BioWAP können Wissenschaftler Gensequenzen oder Eiweißstrukturen über ihr Handy abrufen.
Quo vadis Amgen?
Die Absatzzahlen der zwei Blockbuster-Mittel von Amgen scheinen sich zu verlangsamen. 2004 laufen die Patente für Epogen, sein bestes Medikament, aus. Amgen muss nun sich selbst "erneuern", in dem es neue Blockbuster-Mittel auf den Markt bringt, bevor die alten völlig verschwinden.
Mometan ruhen die Hoffnungen auf einigen neuen Arzneimittelzulassungen.
Die beiden Mittel Epogen und Neupogen sind wichtige Bestandteile im Kampf gegen Krebs. Amgen ist bereits zwei Jahrzehnte alt und seine Mittel altern. Doch zum Glück hat Amgen fünf Produkte im späten Teststadium und eines davon, nämlich Aranesp oder kurz NESP, steht kurz vor der Zulassung durch die FDA.
Allerdings müssen sich diese neuen Mittel erst noch beweisen und somit ist abzuwarten, wie sich der Gigant in den nächsten Monaten auf dem Markt präsentieren wird.
30.10.00 22:22 -sl-
PE Corp. sees 20 pct EPS growth for Biosystems
NEW YORK, Oct 26 (Reuters) - PE Corp. said on Thursday it is confident per-share earnings at its PE Biosystems Group (NYSE:PEB - news) operating unit will grow around 20 percent in current fiscal year 2001, helped by the introduction of sophisticated new equipment to analyse the structure of proteins.

PE Corp. executives also told analysts in a telephone conference call that it would not be unreasonable to assume that the company`s second operating unit, Celera Genomics Group (NYSE:CRA - news), would see its revenues double for the remainder of fiscal year 2001, compared with the same period in fiscal year 2000.

But PE Corp. added that higher revenues for Celera would be offset by ``accelerated new investments`` to extend Celera`s research capabilities and its business of selling genomic databases to drug companies and universities.

Celera, based in Rockville, Md., and PE Biosystems, headquartered in Foster City, Calif., are operating units of PE Corp.

PE Biosystems makes an array of sophisticated biological equipment, including the ABI Prism gene sequencers used by sister company Celera to decode the human genetic blueprint, or genome, earlier this year.

Earlier on Thursday, PE Biosystems said its year-over-year income in the first quarter of fiscal 2001 jumped 39 percent to $41.3 million, excluding a $12 million gain on the sale of investments.

It said its diluted earnings per share in the first quarter, ending Sept. 20, rose 36 percent to 19 cents per diluted share, excluding a gain of 3 cents per share from sales of investments. That was 1 cent above the average forecast of analysts polled by First Call/Thomson Financial.

PE Biosystems reported per-share earnings of 95 cents for the full fiscal year 2000. The unit`s 20 percent earnings growth forecast for 2001 is in line with current Wall Street forecasts.

Net revenues for PE Biosystems, which has recently begun to operate under the name Applied Biosystems, jumped 24 percent to $364 million in the quarter.

``We are seeing a high level of demand for a variety of tools to gather, interpret and integrate biological information to achieve a better understanding of human health and disease,`` PE Corp.`s chief executive, Tony White, said, referring to PE Biosystems` sales and earnings growth.

Besides its ABI Prism sequencers, PE Biosystems cited strong sales of its Sequence Detection Systems which determine the ``expression,`` or activity, of genes and analyse the slight variations in different people`s genes, known as SNPs (single nucleotide polymorphisms).

Celera, the unit`s two-year-old sibling, on Thursday reported revenues of $18.3 million in the quarter, compared with $8.3 million in the same quarter last fiscal year. It said its net loss after benefit for taxes was $25.7 million, or 43 cents per share, compared with a net loss of $19.4 million, or 38 cents per share in the 2000 quarter.

Celera, which is headed by maverick entrepreneur Craig Venter, has also sequenced the genetic blueprints of the fruit fly and mouse and plans to decode those of many other organisms.

Celera derives most of its revenues by selling drug companies and academic researchers subscriptions to databases containing gene data it uncovers from human, animal and insect genomes. Researchers compare the genes of the various organisms, which are surprisingly similar, to help find out which human genes are linked to disease.
B I O - T E C H

Der Mensch auf Glas

Genchips revolutionieren die Gesundheitsvorsorge

Von Ulrich Bahnsen

David Ahlquist jagt einen Massenmörder. Meist kommt der Krebsarzt zu spät und kann nur noch die Opfer zählen. Der Übeltäter hält sich lange verborgen, bevor er zuschlägt. Und jedes Jahr fallen ihm Hunderttausende zum Opfer - Darmkrebs ist der zweitschlimmste Killer unter den Krebsleiden: "Einer von achtzehn Menschen erkrankt im Laufe seines Lebens am Dickdarmkrebs", klagt der Tumorspezialist von der amerikanischen Mayo-Klinik.
Doch bald, so hoffen Ahlquist und seine Kollegen, können sie den Übeltäter stellen, noch bevor der sein todbringendes Werk vollbracht hat. Ihr neues Fahndungsinstrument kann in Stuhlproben schon die ersten Genveränderungen aufspüren, mit denen sich ein Darmkrebs ankündigt.
Die genetischen Spürnasen, mit denen die Mediziner solche Defekte künftig bei Vorsorgeuntersuchungen erkennen wollen, sind der Stolz der Biotechniker: fingernagelgroße Glasplättchen, bestückt mit Zehntausenden winziger Antennen aus Erbmolekülen. Jede einzelne Genantenne kann einen bestimmten Erbfehler erkennen, Krebsgene identifizieren oder das Erbmaterial von Krankheitserregern aufspüren. Künftig, so prognostizieren die Experten, würden solche Genchips Tausenden Patienten das Leben retten.
Auch dem Darmkrebs wäre so besser zu wehren. Derzeit ist die Krankheit meist tödlich. Doch bei früher Diagnose, sagt Ahlquist, sei der Krebs zu mindestens 95 Prozent heilbar und könne vielfach sogar gänzlich verhindert werden.
Längst ist die Entwicklung und Produktion dieser "Microarrays", wie die Genchips im Fachjargon genannt werden, auf dem Weg zu einem milliardenschweren Industriezweig. Von 180 Millionen im Jahr 1998 werde sich der Weltmarkt für die Gendiagnosetechnik in den nächsten drei Jahren vervierfachen, erwarten die Analysten bei Frost & Sullivan. Marktführer Affymetrix überraschte die Experten gerade mit seinen Quartalszahlen - das Unternehmen aus dem kalifornischen Santa Clara peilt im laufenden Jahr über 280 Millionen Dollar Umsatz an. Affymetrix produziert zum Beispiel Genchips für die HIV-Diagnose - die Technologie gibt in Windeseile Auskunft, ob eine Infektion stattgefunden hat und bestimmt zudem, welche Virusvarianten sich im Körper des Patienten tummeln.
Derweil entwickeln amerikanische Forscher bereits Genchips, mit deren Hilfe sich die Aktivität von rund 18 000 Krebsgenen simultan verfolgen lässt. Erstmals konnten sie damit zwischen zwei Formen von Lymphdrüsenkrebs unterscheiden - die eine Form ist heilbar, die andere meist tödlich. Mit den präzisen Diagnosen durch solche Genprofile der entarteten Krebszellen, glauben die Experten, können die Ärzte den unheilbar kranken Patienten künftig unnötige oder unwirksame Chemotherapien ersparen.
Auch Versicherungen könnten sich für Gentests interessieren
Auch heute schon werden Gentests für die Wahl der richtigen Therapie benutzt: Rund einem Drittel aller brustkrebskranken Frauen kann das neue Medikament Herceptin von Genentech helfen, einer Tochterfirma des Schweizer Pharmakonzerns Roche. Welche Frau von der Behandlung profitieren kann und welche nicht, lässt sich schon vorher feststellen. Das spart außerdem viel Geld - die Herceptin-Behandlung kostet derzeit rund 50 000 Mark im Jahr.
Derweil treiben die Konstrukteure in den Biochip-Unternehmen die Leistungen der Technologie in immer größere Höhen. Erst vergangene Woche durchleuchteten amerikanische Forscher das genetische Innenleben eines Fadenwurms auf spektakuläre Weise: Mithilfe der Genchips aus den Affymetrix-Werkstätten hatten sie über 10 000 Gene während des gesamten Lebens der Tiere verfolgt und ihre Aktivität minutiös protokolliert - gleichsam ein Film des Lebens auf Ebene der Gene. Der Lauschangriff auf die Labortiere ist indessen nur der Probelauf für den Ernstfall. Nach dem Wurm kommt der Mensch. Was beim Labortier vor allem die Grundlagenforscher interessiert, soll beim Menschen künftig der Heilkunst dienen. Der amerikanische Fortpflanzungsmediziner Mark Hughes testet in seiner Klinik in Detroit bereits Retortenembryos per Chipdiagnose auf Erbfehler, bevor er sie in den Mutterleib überträgt.
Erst diesen Monat hat Affymetrix seine Tochterfirma Perlegen ins Leben gerufen. Das Unternehmen soll Chips mit 60 Millionen Genantennen entwickeln - genug, um das gesamte Erbgut eines einzelnen Patienten auf einmal durchzuchecken. Die kleinen genetischen Unterschiede zwischen den Menschen seien entscheidend für Krankheiten und für Reaktionen des Körpers auf Umwelteinflüsse und Medikamente, meint Perlegen-Chef Brad Margus. Ziel des Unternehmens ist die Durchleuchtung des Erbguts für jedermann.
Solche Kunststücke begeistern nicht alle. Die Qualitätskontrolle bei Retortenbabys ("Präimplantationsdiagnostik") ruft Behindertenverbände auf den Plan. Selbst bei normalen medizinischen Diagnosen orten Datenschützer und Gesundheitsexperten einige Untiefen. So ist derzeit ungeklärt, wer über die Notwendigkeit eines Tests zu bestimmen hat. Der Arzt per Rezept? Der Arbeitgeber vor der Einstellung? Oder - Horrorvorstellung für die medizinischen Standesvertreter - gar der Patient selber?
Fachleute schreckt die Vorstellung, dass besorgte Bürger demnächst ihr Blut oder ihre Speichelproben an Testfirmen in den Vereinigten Staaten schicken und dann per Internet ihre Gendaten abfragen könnten. Und das womöglich, ohne vorher über die Aussagefähigkeit der Tests aufgeklärt zu sein - von einer nachfolgenden Betreuung bei schrecklichen Ergebnissen gar nicht zu reden. Rechtliche Handhaben gegen solche Praktiken sind nicht in Sicht: "Dagegen könnten wir nichts tun", bekennt die zuständige Expertin Ulrike Riedel vom Berliner Gesundheitsministerium, "ich hoffe nur, dass die Leute nicht so unvernünftig sind."
Ohnehin dürfte die neue Technologie nicht auf die Medizin zu beschränken sein. Auch Arbeitnehmer und Versicherungskunden könnten auf diese Weise gläsern werden. Dass die Warnungen nicht grundlos sind, zeigt das Beispiel Großbritannien: Dort dürfen Lebensversicherungen künftig vor Vertragsabschluss einen Gentest für das tödliche Nervenleiden Huntington verlangen - und betroffene Kunden ablehnen.
In Deutschland will die Versicherungsbranche zwar vorerst auf obligate Gentests verzichten, versichert Bernd Michaels, Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft. Trotzdem verlangen auch die deutschen Versicherer von ihren Kunden Auskunft über bereits bekannte genetische Risiken. "Risikoprüfung", behauptet Michaels, "ist keine Diskriminierung."
In den zuständigen Berliner Ministerien für Gesundheit, Justiz und Finanzen wird bereits hektisch geprüft, wie dem beizukommen wäre. Das ist schwierig. Ein Totalverbot von Gentests könnte beispielsweise Familien mit einer Geschichte der Huntington-Krankheit weitere Nachteile bescheren. Denn schon jetzt haben zum Beispiel Kinder von Huntington-Kranken kaum eine Chance zum Abschluss einer privaten Lebensversicherung. Ihr Erkrankungsrisiko liegt bei 50 Prozent. Welcher Versicherer geht das schon ein, wenn er die Wahl hat? Mit Gentest könnte sich dagegen jeder Zweite, der als potenzielles Huntigton-Opfer gilt, vom Verdacht befreien. Fachleute sehen daher eine mögliche Lösung: Zwangstests werden verboten, freiwillige Genchecks erlaubt.
Ob es dabei bleibt, kann indessen bezweifelt werden. Die britische Firma Genostic Pharma will jetzt eine Testapparatur entwickeln, die Firmenbosse entzücken dürfte und die Kritiker der Technologie erschauern lässt - wenn sie denn funktioniert. Mit dem Genchip der Firma sollen künftig die Veranlagungen für eine ganze Reihe verbreiteter Leiden zugleich festgestellt werden: Herz-Kreislauf-Leiden, Krebs, Migräne oder Impotenz. Der 700-seitige Patentantrag des Unternehmens listet zudem 500 Gene auf, die für Geisteskrankheiten und Persönlichkeitsmerkmale verantwortlich sein sollen.
Die Performaxx-Biotech-Kolumne: Affymetrix - Wieder im Aufwind

MÜNCHEN (Performaxx) - Mit zwei guten Meldungen machte das in Santa Clara, Californien beheimatete Unternehmen in den letzten Tagen auf sich aufmerksam. Mit dem Erreichen der Gewinnzone im dritten Quartal konnte man positiv überraschen. Beliefen sich die Konsensusschätzungen auf einen Verlust von zwölf Cents je Aktie, konnte Affymetrix einen kleinen Gewinn in Höhe von 295.000 USD ausweisen. Je Anteilsschein reichte dies zwar nur für ein ausgeglichenes Ergebnis, doch einen Gewinn stellt man für das vierte Quartal in Aussicht. Damit zeigt der Marktführer im Bereich der DNA-Chips, daß sich auch in diesem Zukunftssegment Gewinne erzielen lassen. Mit einem Quartalsumsatz von 55,8 Mio. USD und 141,4 Mio. USD in den ersten neun Monaten handelt es sich um für diesen Sektor bedeutende Größen. Für das Gesamtjahr wird ein Umsatz in Höhe von 190 Mio. USD erwartet. Für den Umsatzanstieg (+ 89 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal) sind maßgeblich die stark steigenden Produktumsätze verantwortlich. Daneben nehmen die Erlöse aus Lizenzgebühren einen immer wichtigeren Platz ein. Machten diese im Vorjahresquartal lediglich 3 Prozent der Gesamtumsätze aus, betrug deren Anteil im dritten Quartal dieses Jahres bereits 15,3 Prozent. Während zur Erbringung der Produktumsätze in Höhe von 45,4 Mio. USD immerhin 18,4 Mio. USD aufgewendet werden mußten, da vor allem die Produktion der Biochips und der Geräte teuer ist, schlagen sich die Lizenzeinnahmen direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung nieder. Affymetrix hat sich eine starke Position sowohl in der Biotechnologiebranche als auch im Vergleich zu den Konkurrenzunternehmen erkämpft, die sowohl die Erzielung der Umsätze aus dem Produktverkauf, als auch die komfortable Einnahmequelle Lizenzgebühren ermöglicht. Insgesamt mehr als 125 Einrichtungen aus dem akademischen und kommerziellen Bereich nutzen die Technologie von Affymetrix, besonders in wissenschaftlichen Einrichtungen sind die GeneChips - so lautet die Bezeichnung der DNA-Chips aus dem Hause Affymetrix - zum Arbeitsmittel geworden. Daneben gibt es mehr als 20 Unternehmen, die als Lizenznehmer der Technologie auftreten. Hier in Deutschland ist es zum Beispiel die am Neuen Markt notierte MWG-Biotech , die auf die Technologie des US-Unternehmens im Rahmen der eigenen Chipentwicklung zurückgreift. Ein Großteil des Biochipmarktes entfällt somit auf das amerikanische Unternehmen, Konkurrenzunternehmen können nur schwer Fuß fassen. Dies beruht im wesentlichen auf der Patentpolitik die Affymetrix betreibt - hier gab es gestern die zweite positive Meldung. Denn eine Patentauseinandersetzung mit dem britischen Unternehmen Oxford Gene Technology wurde zugunsten von Affymetrix entschieden. Es wurde bestätigt, daß Affymetrix gültige Lizenzen besitzt, die die Nutzung der Technologien von Oxford Gene Technology ermöglichen. Damit demonstrierte das US-Unternehmen wieder einmal die eigene Machtposition und den unzweifelhaften Willen, diese mit juristischen Mitteln zu verteidigen. Durch Patentstreitigkeiten konnten bereits einige Wettbewerber in der Unternehmensentwicklung behindert werden. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist die Auseinandersetzung mit Syntheni, einem Biochip-Unternehmen, das von Incyte akquiriert wurde. Incyte wollte die eigene Positionierung im Genomicsbereich nutzen um auch bei den Biochips eine bedeutende Marktstellung aufzubauen. Diese Offensive wurde durch juristische Mittel ausgebremst. Die Börse nahm sowohl das Erreichen der Gewinnzone als auch die vorteilhafte Entscheidung im Patentstreit positiv auf. An beiden Tagen legte der Kurs jeweils um über 30 Prozent zu. Inzwischen bewegt sich dieser bei knapp unter 80 USD und spricht damit Affymetrix eine Bewertung von 4,4 Mrd. USD zu. Zu Haussezeiten im März dieses Jahres bewegte sich die Marktkapitalisierung sogar auf dem doppelten Niveau. Prognosen zufolge soll der Biochipmarkt im Jahr 2005 ein Gesamtvolumen von rund 6 Mrd. USD aufweisen. Genug Spielraum für weiteres Wachstum also? Hier beginnen die Meinungen zu divergieren. Zwar hat Affymetrix eine marktbeherrschende Situation inne und verteidigt die eigenen Marktanteile, doch sind die GeneChips derzeit noch sehr teuer. Als Anwendung für den Massenmarkt sind sie daher so nicht nutzbar. Hieraus ergeben sich zwei Problembereiche. Zum einen ist ein Absinken der Gewinnmargen zu erwarten, je weiter die Anwendungen in den Massenmarkt eingeführt werden. Zum anderen drängen immer mehr Wettbewerber auf den Markt, die Applikationen für den breiten Markt anbieten und so den Volumenzuwachs kompensieren würden. Zwar ist auch Affymetrix durch die Akquisition von Genetic Microsystems in den Markt für Chips mit niedriger und mittlerer Dichte vorgedrungen, doch dürfte sich in Zukunft das Umfeld eher verschlechtern. Für die weitere Entwicklung von Affymetrix wird viel davon abhängen, inwieweit die eigene Marktposition auch in Zukunft genutzt und verteidigt werden kann. Auf jeden Fall bleibt Affymetrix eines derjenigen Unternehmen, deren genaue Beobachtung auch in Zukunft lohnenswert sein sollte. --- Von Tobias Haff, Leiter Biotech-Research der Performaxx AG, München --- Die Performaxx-Biotech-Kolumne ist ein Service der Performaxx AG, Anbieter von unabhängigem Aktienresearch mit Schwerpunkt New Economy. Performaxx ist allein für die Inhalte der Kolumne verantwortlich. Informationen zu einzelnen Unternehmen stellen keine Aufforderung zum Kauf bzw. Verkauf von Aktien dar. Die Kolumne erscheint in Zusammenarbeit mit dpa-AFX.
Amgen
Neue Medikamente in der Pipeline
3. November 2000 - Die Entschlüsselung des menschlichen Erbgutes hat erstmals auch breiten
Bevölkerungskreisen das Potenzial der Biotechnologie vor Augen geführt. Das Marktvolumen der mit ihrer
Hilfe hergestellten Wirkstoffe wird nach einer Schätzung der DG Bank innerhalb von sieben Jahren von 30
auf über 70 Mrd. USD wachsen. Die Rahmendaten für eine Langzeithausse sind also gegeben. Wer beim
Boom dabei sein möchte, sollte in einen breit gestreuten Spezialfonds - oder in Amgen (WKN 867 900)
investieren.

Medikamente auf Basis der Zell- und Molekularbiologie

Haupttätigkeit des in Kalifornien beheimateten Konzerns ist die Herstellung und der Vertrieb von
Medikamenten auf Basis der Zell- und Molekularbiologie. Mit einem Jahresumsatz von weit über 3 Mrd.
USD zählt Amgen zu den weltweit führenden Unternehmen der Branche. Das Umsatzvolumen wird zu 95
Prozent durch die beiden Medikamente Epogen und Neupogen generiert. Epogen stimuliert und reguliert
die Produktion von roten Blutkörperchen. Bei Patienten, die an Blutarmut und Nierenversagen leiden, soll
es die unangenehme und teure Dialysebehandlung ersetzen. Neupogen stimuliert die Produktion weißer
Blutkörperchen und kommt hauptsächlich bei AIDS- und Krebspatienten zum Einsatz, um
Infektionsgefahren zu vermindern. Mit Infergen, das gegen chronische Hepatitis verabreicht wird, besitzt
das Unternehmen noch ein drittes auf dem Markt erhältliches Medikament. Die geschäftliche Tätigkeit von
Amgen konzentriert sich fast ausschließlich auf die USA, wo 90% des Umsatzes erzielt werden. Im
Ausland erfolgt der Vertrieb der Produkte durch die Vergabe von Lizenzen sowie über so genannte
Promotion-Vereinbarungen.

Abhängigkeit von Epogen soll gemindert werden

Das laufende Jahr kann als Übergangsjahr angesehen werden, da Amgen momentan hauptsächlich die
Einführung neuer Produkte vorbereitet. Diese sollen langfristig die starke Abhängigkeit des Unternehmens
von Epogen mindern. Durch diese neuen Präparate dürfte Amgen den Umsatz im nächsten Geschäftsjahr
auf mehr als 6 Mrd. USD hochschrauben. Für NESP (zur Behandlung bei Nierenversagen), einer
Weiterentwicklung von Epogen, liegen schon erste Lizenzbewerbungen aus den USA, Kanada und Europa
vor. Für IL-1ra (gegen rheumatische Arthritis) läuft bereits das Zulassungsverfahren in Europa. Für die
Krebs- und Prostata-Mittel Abarelix-Depot-M und SD/O1 soll noch bis Ende des Jahres bzw. Anfang des
nächsten Jahres die Zulassung bei der US-Aufsichtsbehörde FDA beantragt werden. Spätestens mit der
Zulassung des Arthritismedikaments Kineret sowie von NESP sollte die Aktie wieder in Richtung ihres
alten Hochs bei etwa 85 EUR führen. Schließlich zählt Amgen mit seiner Produktpipeline zu den am
besten positionierten Biotechnologieunternehmen auf dem Weltmarkt.

Im Patentstreit mit Transkaryotic Therapies einen Teilsieg errungen

Neben der Entwicklung neuer Medikamente liegt ein weiterer kursrelevanter Faktor im schwelenden
Patentstreit zwischen Amgen und Transkaryotic Therapies, der möglicherweise noch in diesem Jahr
entschieden wird. Gegenstand der Auseinandersetzung ist der patentrechtliche Schutz von Epogen. Ein
Ziel der Konkurrenz ist es, Erythropoietin, den Hauptbestandteil von Epogen, selbst herstellen zu können.
Allerdings konnte Amgen in dieser Auseinandersetzung bereits einen Teilsieg verzeichnen. Obwohl der
Ausgang des Prozesses hinsichtlich der anderen Streitpunkte noch offen ist, könnte die Entscheidung
zugunsten von Amgen ausgehen, da die Richter wegen der möglichen weitreichenden Folgen für die
künftige Gesetzgebung erfahrungsgemäß davor zurückscheuen, bereits vergebene Patente zu
widerrufen.

Im dritten Quartal mehr verdient und umgesetzt

Im dritten Quartal des laufenden Jahres hat der kalifornische US-Biotechnologiekonzern mehr verdient
und umgesetzt. Der Nettogewinn einschließlich Sonderaufwendungen stieg um 20% auf 415,6 Mio. EUR
von 347 Mio. EUR ein Jahr zuvor. Der Gewinn je Aktie verbesserte sich um 18% auf 0,38 EUR von 0,32
EUR. Damit übertraf Amgen die Schätzungen der Analysten, die im Durchschnitt mit 0,32 EUR je Aktie
gerechnet hatten. Der Umsatz erhöhte sich um 12% auf 1,1 Mrd. (980,7 Mio.) EUR. Für das laufende
Geschäftsjahr erwarten Analysten einen Gewinn von 1,08 EUR und für 2001 von 1,33 EUR pro Aktie. Auf
Basis des Schlusskurses vom vergangenen Donnerstag von 71,00 EUR ergibt sich damit ein KGV von
65,7 bzw. 53,4. Auf Basis des für 2001 geschätzten Umsatzes von 4,23 Mrd. EUR liegt das
Kurs-Umsatz-Verhältnis bei etwa 15. Die Marktkapitalisierung von Amgen beträgt zur Zeit rund 73 Mrd.
EUR.

Neue Produkte dürften zu einer Beschleunigung des Ertragswachstums führen

Da die neuen Produkte im nächsten Jahr wieder für eine Beschleunigung des Ertragswachstums sorgen
dürften und ihre Einführung zugleich auch mit langfristig positiven Perspektiven - auch für den Aktienkurs -
verbunden werden können, ergibt sich jetzt für Anleger eine günstige Einstiegsgelegenheit. Allerdings
birgt die noch immer recht hohe Bewertung des Unternehmens auch Risiken. Insbesondere dann, wenn
die Erwartungen der Marktteilnehmer in der Folgezeit nicht erfüllt werden sollten. Die Aktie ist deshalb
auch nur für den risikobewussten Investor mit langfristigem Anlagehorizont geeignet. Käufe bieten sich bei
Kursen zwischen 65 und 70 EUR an. Aufgrund der überdurchschnittlichen Schwankungsbreite der Aktie ist
ein Stopp bei 62 EUR zu empfehlen.

von boersenmagazin.de
27.10.2000
Amgen Gewinnwarnung
Bankgesellschaft Berlin

Einen Kursrückgang um 13 % im nachbörslichen Handel habe gestern die Amgen-Aktie (WKN 867900) hinnehmen müssen, so die Analysten der Bankgesellschaft Berlin.

Hintergrund sei eine Warnung im Rahmen der Veröffentlichung der Ergebnisse für das 3. Quartal, dass sich das Umsatzwachstum der Hauptprodukte, EPOGEN und NEUPOGEN in diesem Jahr verlangsamen werde.

Die Analysten der Bankgesellschaft Berlin hielten diese Reaktion für übertrieben, zumal das Unternehmen nichts Neues verkündet habe. Bereits zur Jahresmitte sei auf ein nachlassendes Umsatzwachstum hingewiesen worden. Das Jahr 2000 stelle ein Übergangsjahr dar, in dem mit Nachdruck an der Einführung neuer Medikamente gearbeitet werde. Die EPOGEN-Umsätze sollten in 2000 zwischen 10 %-15 %, statt zwischen 15 %-20 % steigen.

Für NEUPOGEN erwarte die Gesellschaft einen leicht unter dem Vorjahr liegenden Umsatz, was auf hohe Lagerbestände des Großhandels, gedämpfte Nachfrage und nicht zuletzt den schwachen Euro zurückgeführt werde (ein Drittel der Umsätze würden in Europa erzielt).

Verstimmt habe auch die Nachricht, dass das Arthritismittel IL-1ra (=KINERET) nicht wie geplant im ersten Quartal 2001, sondern wahrscheinlich erst in der zweiten Jahreshälfte eine Zulassung von der Gesundheitsbehörde FDA erhalten werde.

Im vergangenen Quartal sei der Gewinn je Aktie (GjA) um 16 % auf 0,29 US-$ gestiegen und habe damit 0,01 US-$ über den Konsensschätzungen gelegen. Der Umsatz habe sich um 12 % auf 950 Mio. US-$ erhöht. Der EPOGEN-Umsatz habe einen Anstieg um 11 % auf 496 Mio. US-$ verzeichnet. Der Umsatzzuwachs bei NEPOGEN habe 13 % auf 353 Mio..

Der GjA in 2000 dürfte am unteren Ende der Range von 1,06US-$-1,08US-$ liegen. Der CEO habe mit Blick auf den Patentstreit mit Transkaryotic Therapies Inc gesagt., dass das Un-ternehmen ”jeden Tag” den Richterspruch erwarte. Allerdings dürften beide Parteien in Berufung gehen, was den endgültigen Ausgang weiter verzögern werde.

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31.10.2000
Amgen Outperformer
Morgan Stanley Dean Witter

Die Analysten des Investmenthauses Morgan Stanley Dean Witter raten zum Kauf der Aktie des Biotechnologie-Unternehmens Amgen (WKN 867900).

Amgen sei auf die Entwicklung von Medikamenten in den Bereichen Hämatologie, Neurobiologie und Entzündungen fokussiert.

Die wichtigsten Produkte des Unternehmens seien Epogen, hauptsächlich eingesetzt bei Patienten mit Nierenkrankheiten mit Anämie und Neupogen, ein Mittel, was die Bildung und Reifung von weißen Blutkörperchen stimuliert. Über Jahre hinweg habe das Unternehmen mit diesen zwei sehr erfolgreichen Medikamenten wachsende Einnahmen und Gewinne erzielen können. Allein für das Jahr 2000 rechneten die Analysten mit Nettoeinnahmen in Höhe von 1 Milliarde USD.

Dennoch stellten sich die Analysten die Frage, wie lange noch dieses Wachstum mit zwei Produkten gesichert werden könnte. Amgen habe endlich neue Produkte entwickelt, von denen vier Anfang 2001 auf dem Markt kommen würden. Mittlerweile gehöre Amgen zu den Unternehmen mit einer vollen Produktpipeline und biete gute Aussichten auf weiterhin steigende Einnahmen und Gewinne.

Die Analysten rechnen mit einem Wachstum von 22.2 % auf Sicht der nächsten fünf Jahre, der Gewinn pro Aktie werde im Jahr 2001 bei 1.29 USD liegen.
Amgen blickt positiv in die Zukunft
Amgen unterstrich heute seine Strategie um die Absatzzahlen und die Gewinne pro Aktie für den Zeitraum 2001-2005 zu steigern. Diese sollen von ARANESP(TM) vorangetrieben werden , das bereits unter Prüfungen unterzogen wird.
Das Gewinnwachstum wird sich 2001 beschleunigen, mit Absatzzahlen zwischen $8 Milliarden und $9 Milliarden bis 2005. Das meinte zumindest Chief Executive Officer und Präsident Kevin Sharer.
"Dies ist eine aufregende Zeit für Amgen. ARANESP ist eine große Möglichkeit und Amgen ist gut vorbereitet, daraus Kapital zu schlagen. Ausserden erwarten wir fünf oder mehr neue Produkte bis 2005 vorstellen. Dies wird Amgen ermöglichen an neuen Märkten teilzuhaben mit einem geschätzten Wert von $13 Milliarden bis 2005" so Sharer weiter.
08.11.00 17:35 -sl-
Biotechnologie: Das Phantom der Domino-Theorie

von Stefan Riedel
[14.11.00, 17:46]
Bei den Biotechs überwiegen weiter die Chancen
Die Biotechnologie ist tot, es lebe die Biotechnologie. Nachdem sich die Investoren gestern noch in Scharen von ihren Lieblingen trennten, wird heute wieder gekauft, was das Zeug hält. Ob US-amerikanische Werte oder Neue-Markt-Titel - am Tag nach dem großen Einbruch haben sich wieder alle so richtig lieb und schieben - vorerst - sämtliche Warnungen vor einer Biotech-Blase beiseite. Zum gestrigen Ausverkauf hat ein Artikel in der jüngsten Ausgabe des US-Anlegermagazins Barron’s nicht unwesentlich beigetragen. Unter den Börsianern genießen die Barron’s-Artikel dieselbe Wirkung wie die Dogmen von Kaiser Franz innerhalb der deutschen Fußballgemeinde. Kein Wunder also, dass ein Essay, der sich zur Kursentwicklung bei den Biotechs sehr kritisch äußerte, einen Kursrutsch auslöste.
Tröstlich mag stimmen, dass viele Werte nach dem gestrigen Einbruch wieder auf ein passables Einstiegsniveau zurückgekehrt sind. Und wahr ist das in Barron’s vorgebrachte Argument, dass eine Reihe von Biotechs in diesem Jahr in Höhen katapultiert wurden, die in keinem Verhältnis mehr zum zukünftigen Wachstumspotenzial stehen. Wahr ist schließlich auch der Vorwurf des Autors, dass etliche Investoren in Biotechs engagiert sind, ohne einen blassen Schimmer von deren Geschäftsmodell, geschweige denn von deren Technologien zu haben. Letzter Punkt trifft aber auch für so manchen dotcom-Freak zu, der im Internet-, B2B- oder Glasfaser-Hype alles kaufte, was ihm der Anlageberater, Arbeitskollege oder Schwippschwager aufschwatzte.
Womit wir bei den Punkten wären, die Widerspruch herausfordern. Dass mit den Biotechs der nächste Dominostein der Hightech-Hype fällt, begründet der Artikel mit dem hohen Bewertungsniveau. Dieses habe die Dimensionen der meisten Internettitel erreicht und baue auf unrealistischen Gewinnerwartungen. Bis die Blase platze, so wird suggeriert, sei es nur noch eine Frage der Zeit, die Folgerung: Hands off. Was unerwähnt bleibt ist die Tatsache, dass eine wachsende Zahl von Biotechs seit kurzem Produkte auf dem Markt haben oder kurz davor stehen. Zweifellos wird nicht jedes Präparat den Durchbruch schaffen. Eine Reihe von Firmen aber, denen mit ihren Wirkstoffen gegen Krebs- und Autoimmunerkrankungen ein jährliches Marktpotenzial von Hunderten von Millionen Euro winkt, dürften in ihre hohen Bewertungen hineinwachsen. Und anders als bei den Internetfirmen mit beliebig kopierbarem Geschäftsmodell verfügen die meisten Biotechs über Patente, die ein Mitarbeiter bei seinem nächsten Firmenwechsel nicht in der Tasche mitnehmen kann. Zweifellos wird der Biotechnologiesektor extrem schwankungsanfällig bleiben. Aber wie bei den anderen Branchen gilt auch hier: Unternehmen mit kompetentem Management, stetigem Wachstum und Alleinstellungsmerkmal werden den Durchbruch zu den Ciscos und Microsofts der Zukunft schaffen. Deshalb überwiegen die Chancen weiter die Risiken.
MedImmune verkauft Krebsmittel

von Raffi Goldman: Market Movers ausgewählt vom Team WebersWeb
[17.11.00, 01:58]
MedImmune (MEDI) verkauft das international zugelassenes Medikament Hexalen zur oralen Nachbehandlung von Eierstock-Krebs an MGI Pharma (MOGN). Der Deal könnte der Biotechfirma helfen, die Aktie wieder auf Wachstumskurs zu führen.
Der Wert der MedImmune-Aktien stieg seit 14 Quartalen in ununterbrochener Folge, der Kurs kletterte in dieser Zeit auf das 34fache, seit Ende August jedoch hat die Aktie 27 Prozent verloren.
Nachdem einige Analysten bereits das Ende der Erfolgssträhne, wegen eventueller nachlassender Steigerungsraten für Synagis, vorhersagten, könnte MedImmune von Lizenzgebühren für Hexalen in den kommenden 10 Jahren profitieren.
Die Vermarktung des Krebsmittels verspricht Volumen-Geschäfte. Nach Operation und konventioneller Chemotherapie soll es Frauen mit Unterleibskrebs eine schonende Nachsorge mit deutlich geringeren Nebenwirkungen bieten. Hexalen ist in den USA und über 20 weiteren Ländern zugelassen. MedImmune hat mit Hexalen in 1998 3 Millionen Dollar Umsatz erwirtschaftet und seither nicht mehr aktiv vermarktet.
Zudem gibt es massive Gerüchte, dass MedImmune das hoch rentable kanadische Konkurrenzunternehmen BioChem (BCHE) übernehmen möchte. BioChem ist ein ausgewiesener Spezialist für die Entwicklung von Hig-Tech-Medikamenten zur Behandlung von Krebs und Immunschwächekrankheiten.
Unter anderem haben die Kanadier das Aids-Therapeutikum 3TC entwickelt. Zu den Übernahmegerüchten gibt es bisher keinen Kommentar. Aber Branchenkenner sagen: Wenn Fusionen Sinn machen, dann diese.
Womöglich auch für Anleger, die der teuren MedImmune-Aktie die Fortsetzung ihres bereits fast vier Jahre währenden Höhenflugs zutrauen.
Amgen: 2 Mrd. Dollar Aktienrückkauf
Das amerikanische Biotechnologieunternehmen Amgen teilte am gestrigen Tag mit, Aktien im Wert von bis zu 2 Milliarden Dollar zurück zu erwerben. Dies soll zwischen dem 1. Januar 2001 und Dezember 2002 geschehen.
Zudem gab Amgen bekannt, dass der Chief Executive Officer Kevin Sharer eine zusätzliche Rolle als Chairman des Unternehmens einnehmen wird. Gordon Binder, Amgens Chairman seit 1990 meldete erst kürzlich seinen Rücktritt.
13.12.00 08:37 -ps-
Hallo , der Firmenname von PEB hat sich übrigens geändert .
Aus PEB wurde ABI (APPLERA CRP-APPLIED BIOSYSTEMS )

mfg Defense
Amgen bekommt vor Gericht recht
Amgen, eines der weltweit größten Biotechnologie-Unternehmen, klagte gegen den Konkurrenten Transkaryotic Therapies wegen der Verletzung von drei Patenten im Bereich des Medikaments Epogen und bekam recht. Epogen wird zur Behandlung von Blutarmut eingesetzt.
Diese Entscheidung wurde nicht nur von Amgen sehr begrüßt, sondern auch von anderen Unternehmen der Branche. Der Tenor lautete dahingehend, dass bei einer anderen Entscheidung die Rechtskräftigkeit von Patenten in Frage gestellt wäre.
Der Sieg von Amgen ist im Grunde ein Sieg für die gesamte Biotechnologie-Branche, so hörte man einige Experten sagen.
22.01.01 14:43 -cw-
Applied Biosystems ( ABI ) Q2 profits rose 32 percent
FOSTER CITY, Calif., Jan 25 (Reuters) - Applied Biosystems
Group , a maker of machines for deciphering gene and
protein structures, said on Thursday fiscal second-quarter
profits rose 32 percent, just exceeding forecasts, on growing
equipment sales.
Applied Biosystems reported net income of $58 million
million, or 26 cents a share, for the three months ended Dec.
31, compared with $43.8 million, or 20 cents a share, helped by
rising sales of equipment for deciphering the function of genes
and proteins and of diagnostic test equipment.
Analysts polled by First Call/Thomson Financial had
expected earnings of 25 cents per share.
Net revenues grew 22 percent to $411 million.
The company makes an array of sophisticated biological
research equipment, including the ABI Prism gene sequencers
used by sister company Celera Genomics to decode the
human genetic blueprint, or genome, last year.
Amgen: Gute Aussichten überdecken schwaches Ergebnis
Der Biotechnologie-Riese Amgen unterbietet mit einem Betriebsgewinn von 265,8 Mio.$ oder 24 Cent pro Aktie die Analysten-Erwartungen für das 4. Quartal 2000 um 1 Cent. Für das gesamte Jahr 2000 verbucht Amgen einen Netto-Gewinn von 1,14 Mrd.$ oder 1,05$ pro Aktie. Die jährlichen Umsätze sind von 3,3 Mrd.$ im Jahr 1999 auf 3,6 Mrd.$ gestiegen.Die zwei Medikamente mit denen Amgen seine Gewinne hauptsächlich erwirtschaftet, zeigen ein gemischtes Bild. Während die Umsätze der Anämie-Arznei Epogen ansteigen, haben die Verkäufe des zweiten Blockbusters Neupogen im Vergleich zu 1999 abgenommen. Die Probleme begründet Amgen nicht nur mit dem starken Dollar, sondern bietet im Gegensatz zu anderen Unternehmen auch eine kreative Entschuldigung: Aus Angst vor dem Jahr-2000-Computerproblem sei es im 4. Quartal 1999 zu Hamsterkäufen gekommen, worunter die Verkaufszahlen 2000 gelitten haben.Für das Jahr 2001 ist der Biotechnologie-Gigant zuversichtlich. Man kündigt an, drei neue Medikamente auf den Markt zu bringen, sofern die US-Zulassungsbehörde für Lebensmittel und Medikamente (FDA) mitspielt. Unter diesen Medikamenten ist auch der Epogen-Nachfolger Aranesp, von dem Amgen sehr viel erwartet. Das Unternehmen geht davon aus, dass der Markt für Blutarmuts-Präparate, dessen Wert sich derzeit auf 5 Mrd.$ bemisst, in den nächsten 5 Jahren sein Potenzial verdoppeln wird. Rosige aussichten, wenn man bedenkt, dass es kaum Konkurrenz-Produkte im Sektor der Anämie-Erkrankungen gibt.Analyst Jay Silverman aus dem Hause Robertson Stephens zeigt sich Amgens zukünftigen Produkten gegenüber zuversichtlich. Seiner Meinung nach gibt es in der Pipeline keine Anzeichen der Verlangsamung, sondern eher Hinweise auf eine Beschleunigung. Auch die neuesten Zahlen findet der Analyst generell in Ordnung.Eins ist jedenfalls klar. Nicht immer hat ein knappes Verfehlen der Erwartungen für ein Unternehmen ein Weltuntergangsszenario zur Folge. Vor allem marktführenden Firmen wie Amgen wird an den Aktienmärkten doch noch eine gewisse Solidität zugetraut. Das Papier legt aktuell trotz eines schwachen Marktumfelds etwa 3% zu.
Nicht Amgen kaufen sondern Biogen!
Um so besser das Amgen die Analystenschätzungen nicht ganz eingehalten haben. Hoffe endlich das Biogen abgeht wie eine Rakete. Also kaufen kaufen. Ziel ende Ja. 68-75Euro. Feb. will ich aber die 85E sehen. Bis dahin see you.
Amgen bleibt trotz Beule attraktiv
von Mikael Kudlov: Market Movers ausgewählt vom Team WebersWeb [26.01.01, 07:28]
Amgen (AMGN) bleibt im Aufwärtstrend: Obwohl das weltgrößte Biotech-Unternehmen im vierten Quartal hinter dem Gewinn des vierten Quartals 1999 blieb und die Prognosen verfehlte, behauptet sich die Aktie bei 72 Dollar. Amgen hat im vergangenen Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal zwar den Umsatz um 2,6 Prozent von 927 auf 951 Millionen gesteigert. Der Gewinn blieb jedoch mit 256 Millionen Dollar neun Prozent unter dem Gewinn des vierten Quartals 1999. Damals verdiente Amgen 281 Millionen Dollar - und auf dieser Höhe lagen auch die Prognosen für das nun abgelaufene Quartal. Pro Aktie ergibt sich ein aktueller Quartalsgewinn von 0,24 Dollar, 0,25 Dollar sollten es werden. Grund für den Dämpfer: Steigende Kosten, vor allem aber zu hohe Umsatz-Erwartungen für Amgens Nummer zwei Wirkstoff Neupogen. Während die Nummer eins Epogen mit 533 Millionen Dollar Quartalsumsatz die Prognosen leicht übertraf, blieb Neupogen mit 311 Millionen Dollar zwölf Prozent hinter den Erwartungen zurück. Die Ursache deckt sich mit der allgemeinen Branchen-Erfahrung: Auch die US-Ärzte verschreiben zunehmend zurückhaltender. Entscheidender für die Kurs-Zukunft von Amgen ist aber offenbar der Schub, den das Unternehmen diese Woche nach dem Sieg in der ersten Runde gegen Transkaryotic (TKTX) bekommen hat. Er betrifft direkt den Amgen-Bestseller Epogen und die Weiterentwicklung Aranesp, für die noch im ersten Halbjahr 2001 die Marktzulassung erwartet wird. In den letzten Tagen baute Amgen außerdem seine Markt-Präsenz weiter aus: Die Vertriebspartnerschaft mit dem Wirkstoff-Entwickler Pharmacopeia ist dabei ebenso interessant wie die Übernahme der Produktions- und Vertriebsrechte für das Lymphkrebs-Medikament Epratuzumab von Immunomedics (IMMU). Amgen ist auch mit der Delle im vierten Quartal hoch profitabel. Der aktuelle Kursauftrieb sorgt jedoch für KGV-Werte von 55 und darüber. Das ist trotz des Kurszieles von 90 Dollar teuer, aber langfristig lohnenswert.
Affymetrix begeistert die Analysten

von Mikael Kudlov: Market Movers ausgewählt vom Team WebersWeb [06.02.01, 23:52]
Gentechnik-Werkzeugmacher Affymetrix (AFFX) übertrifft die hohen Analysten-Erwartungen beträchtlich: Der Verlust im vierten Quartal von 0,06 Dollar pro Aktie beträgt nur etwas mehr als die Hälfte der Konsens-Prognose von 0,11 Dollar Verlust pro Aktie.
Im laufenden Jahr will das Unternehmen zwischen zehn und 20 Millionen Dollar Gewinn machen und übertrifft auch damit die Erwartungen beträchtlich. Nach Bekanntgabe der Quartalsergebnisse ging der Kurs im nachbörslichen Handel steil nach oben: Von 61 auf über 68 Dollar je Aktie.
Affymetrix ist der führende Hersteller von Spezial-Chips und "Schablonen", die das Auffinden einzelner Gene erheblich beschleunigen und so die Suche nach Wirkstoffen erleichtern. Das Unternehmen, an dem GlaxoSmithKline (GSK) 30 Prozent hält, sorgte in den letzten Wochen auch durch strategische Allianzen mit Top-Firmen der Branche wie Lexicon Genetics (LEXG) für Aufmerksamkeit.
Diese Partnerschaften stärken die Schlüsseltechnik-Position der Firma, die auch mit Universitäten und Forschungseinrichtungen gut im Geschäft ist und eben erst eine Vertriebspartnerschaft mit dem deutschen Analyse-Spezialisten MWG Biotech abgeschlossen hat.
Investitionen für Übernahmen (Genetic Microsystems, Neomorphic) und das Sponsoring für das US-Forschungsprogramm zur Erforschung des Mäuse-Genoms herausgerechnet, hat Affymetrix bereits im vierten Quartal (Ende: 31.Dezember 2000) etwas Geld verdient.
Noch wichtiger: Der Umsatz im vierten Quartal stieg im Vorjahresvergleich um 58 Prozent auf 59,4 Millionen Dollar. Im laufenden Jahr erwartet das Unternehmen einen Umsatz von 260 bis 290 Millionen Dollar gegenüber 200 Millionen Dollar im Jahr 2000.
Mit einem Börsenwert von 3,75 Milliarden Dollar und den erwähnten 200 Millionen Jahresumsatz ist Affymetrix hoch bewertet, aber angesichts des schnellen Wachstums in die Gewinnzone (noch) nicht überbewertet.
Einige Analysten reagierten fast euphorisch auf die 2000er-Zahlen. Wer noch einsteigen will, muss aber auch wissen, dass Oxford Gene Technology einen Patentstreit gegen Affymetrix führt.
Die neuen Kursziele reichen bis 95 Dollar.