Auslandsaufenthalt ablehnen - 500 Beiträge pro Seite



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Hallo Zusammen,

Ich habe Anfang des Jahres meinen Chef darauf angesprochen, dass ich für meine berufliche Weiterentwicklung gerne in Ausland möchte. Dabei habe ich angegeben, dass ich die größte persönliche Weiterentwicklung in Australien machen würde. Mein Vorgesetzter hat dies positiv aufgenommen und versprochen mich dabei zu unterstützen. Allerdings hat er offen gelassen, ob es tatsächlich Australien werden könnte. Nichtsdestotrotz hat er in der Region nachgefragt.

Vor einigen Monaten kam er auf mich zu und eröffnete, dass Australien sehr unwahrscheinlich ist, aber Hong Kong eine Option wäre. Nun gab es ein neues Gespräch bei dem sich herauskristalisiert hat, dass ein Platz für mich in Hong Kong geschaffen werden kann. Australien ist mit der Begründung ausgeschieden als kleinere Einheit zu viel Tagesgeschäft und zu wenig strategische Aufgaben und Projekte zu haben. Mit meinen Erfahrungen wäre ich in Hong Kong besser aufgehoben.

Allerdings liegt Hong Kong überhaupt nicht in meinem Interessengebiet und persönlich würde ich mich dort aus meiner Sicht auch nicht viel weiter entwickeln. Nun möchte ich das freundliche Angebot wertschätzend ablehnen. Die Größe dieser Chance ist mir wohl bewusst, aber weil die persönliche Entwicklung bei meinem Wunsch die größere Rolle spielt stellt Hong Kong für mich keine Option dar.

Habt ihr Ideen und Argumente wie ich dieses Angebot wertschätzend ablehnen kann? Mein Vorgesetzter ist sehr hartnäckig bei solchen Gesprächen und möchte meist, dass man seinen Vorschlägen folgt.

Viele Grüße
Wenn Du in einem größeren internationalen Unternehmen tätig bist, dann dürfte eine Ablehnung einer Entsendung nach Hongkong dazu führen, daß ein erneutes Angebot eher unwahrscheinlich wird. Ich wüßte jetzt auch auf Anhieb nicht, welche Art der persönlichen Entwicklung nur in Australien möglich wäre. (Aus Sicht eines Unternehmens betrachtet)
Hongkong ist in vielerlei Hinsicht sehr interessant.
Australien ist eher ein Lifestyle Ziel - große Unternehmen aus Europa beschaffen ihren Nachwuchs für diesen überschaubaren Markt vor Ort.
Wenn Dein Vorgesetzter bereit ist in Hongkong eine Stelle für Dich zu schaffen, dann ist das schon ein Ritterschlag.
Um aus dieser Ablehnungsnummer herauszukommen müßtest Du mir schon sehr genau erklären, warum Australien funktionieren soll und Hongkong nicht - vor allem in Bezug auf die Wertschöpfung, die Du für Deinen Arbeitgeber erbringen sollst.

Wäre mal interesant zu wissen in welcher Branche Du tätig bist und bei welcher Größe von Unternehmen.

meint MM
(der beides hinter sich hat: Lifestyle und Hardship - aber für verschiedene Arbeitgeber;))
Antwort auf Beitrag Nr.: 48.471.263 von Sectrop am 02.12.14 11:52:55Sorry, aber wenn du vorab schon für Dich entschieden hast was gut und nicht gut ist :

berufliche Weiterentwicklung gerne in Ausland möchte. Dabei habe ich angegeben, dass ich die größte persönliche Weiterentwicklung

bleib einfach zu Hause.
Wenn Du lieber surfen und schönes Wetter eher magst als ein versmogtes Hongkong solltest du deinem Chef das auch so vermitteln.
"Dabei habe ich angegeben, dass ich die größte persönliche Weiterentwicklung in Australien machen würde.....Mit meinen Erfahrungen wäre ich in Hong Kong besser aufgehoben."

Welche Erfahrungen hast du denn gemacht, dass er dich nach Hongkong schicken will? Böses Problem! Hoffentlich liest der Chef nicht mit.

Ich würde meinem Chef sagen, dass ich nicht mit Stäbchen essen kann und es deshalb in Hongkong nichts mit "der größtmöglichen Weiterentwicklung" werden kann. Das müsste der Chef einsehen.

P.S. Threads gibt`s..... :laugh:
Nicht einfach, aber moeglich hier zu ueberzeugen.

Zunaechst einmal duerfte der unvoreingenommene Leser oder Vorgesetzte annehmen, dass du unter "persoenlicher Weiterentwicklung" Sonne, Strand, Lockerheit und coole Kollegen meinst.

Aus traditioneller Sicht waere dann aber Hong Kong genau das Richtige fuer dich, wenn tatsaechlich Defizite in Selbstlosigkeit, Gemeinsinn und Unterordnung an Unternehmens- oder Gesellschaftsinteressen vorliegen.

In Hong Kong zaehlenb diese Werte noch, und dort wird noch geackert und Selbstsucht gilt als noch verpoent.

Um diesem Dilemma zu entgehen, musst du philosophisch bzw. mit Weitblick und Vision ausholen.

Etwa deutlich machen, dass Fleiss, Sparsamkeit, Strebsamkeit und Unterordnung Auslaufmodelle sind. Nirgends wird dieser kulturelle Wandel wohl deutlicher als bei den Negativzinsen. Frueher haben wir als Kinder mit Freude unsere Groschen zum Weltspartag auf die Bank getragen, heute werden Sparer bestohlen und gleichzeitig Grossspekulaten beschenkt.

Australien ist ein idealer Ort um diese neue Weltordnung zu erleben. Die Oligarchen sind dort praesent wie vielleicht sonst nur noch in Kanada. Murdoch Presse, Fairfax Presse, ultra-neo-konservative Politik (das ist das Gegenteil von konservativ), massiver Anstieg von Korruption und Zersplitterung der Gesellschaft. Aufstieg neuer Herrscher ueber etnisches Networking. Fleiss und Sparsamkeit sind out, Networking, Clans und Connections die neuen Werte. Hier kannst du was lernen. Lernen wie man Egotrips und Gruppeninteressen vertritt, und ohne Schamesroete als Wohltat verkauft. Wie man die fiesesten Strippenzieher als Philanthropen verkauft. Wie man Netze baut und benutzt.

Auch zum Wohl deiner Firma, natuerlich.
Wenn Sie Hongkong ablehnen, sollten Sie sich schon mal mit dem Gedanken anfreunden, die Firma zu wechseln, auch wenn der Chef nicht mitliest. Auf eine Primadonna wird man in Ihrer Firma keine Rücksicht nehmen.

Der einzige Grund Hongkong abzulehnen, wäre die Mietsituation in der Stadt. Dort etwas für europäische Ansprüche zu finden, übersteigt das Gehalt, das in Deutschland üblicherweise gezahlt wird.


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