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Overnight-Risiko, Gaps, Margin-Call und Glattstellung - 500 Beiträge pro Seite

eröffnet am 13.05.20 12:06:02 von
neuester Beitrag 13.05.20 21:03:01 von


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13.05.20 12:06:02
Beitrag Nr. 1 ()
Hallo CFD Freunde,

ich habe folgende Frage, die ich mir leider (noch) nicht beantworten konnte und hoffe auf eure Infos.

Fiktives Szenario:
Depotgröße: 2.100,- EUR
Instrument: DE30 Index (also DAX)
aktueller Kurs: 10.000 Punkte
Margin: 5% (entspricht 500,- EUR pro CFD-Kontrakt)

Ich kaufe am Donnerstag 4 CFD Kontrakte und hinterlege somit 2.000,- EUR als Margin, die bewegte Handesgröße beträgt somit 40.000 EUR. Es sind nur noch 100,- EUR frei verfügbar auf meinem Konto. Abgesehen davon, dass man das in real nie machen würde weil die eröffnete Position zur Kontogröße aus Sicht des Risiko- und Moneymanagements nicht passt, würde mich interessieren was in folgendem Fall passieren würde...

Die Position wird am Handelstag nicht geschlossen sondern bleibt offen. Letzter Kurs um 22:00 war 10.100 Punkten. Ich war quasi mit 100 Punkten (Gebühren/Spread außen vor gelassen) und somit mit 400,- EUR im Plus.

Nun kommt das Overnight-Risiko ins Spiel und ein großer Gap. Finanzierungskosten über Nacht außen vor gelassen, die interessieren für das Beispiel nicht. Gegen Mitternacht bricht der NIKKEI ein aufgrund eines unvorhergesehenen Ereignisses und sorgt für schlechte Stimmung auf dem Markt. Der DAX steht am nächsten Handelstag Freitag gegen 06:00 Uhr bei irgendeinem der bekannten Indikatoren bei 9.300 Punkten. Vorbörslich um 07:02 steht er bei 9.400 Punkten, um 08:33 bei 9.700 Punkten und um 09:00 eröffnet der DAX dann XETRA bei 9.980 Punkten.

Was passiert nun mit den 4 CFD-Kontrakten?

Fall A) um 06:00 Uhr bei 9.300 Punkten
Um 06:00 hätte ich so gesehen bereits -2.800 EUR Miese gehabt und da das CFD-Konto nur 100,- EUR frei verfügbar hat könnte das nicht gedeckt werden. Würde hier schon um 06:00 mein CFD-Konto glattgestellt werden ? Falls ja und die Position automatisch von meinem Broker geschlossen würde, dann sind 4x 9.300 EUR (=37.200 EUR) wieder verfügbar also -2.800 EUR Verlust entstanden. Auf meinem CFD-Konto sind ja ursprünglich nur 2.100,- EUR vorhanden gewesen, das heißt der Broker vermisst eigentlich noch 700,- EUR. Es gibt aber keine Nachschusspflicht für mich als Privatnutzer/Endverbraucher laut geltendem Gesetz und CFD-Geschäftsbedingungen. Bleibt der Broker auf den 700,- EUR sitzen oder wie?

Fall B) um 07:02 Uhr bei 9.400 Punkten
Hier stehe ich -2.400,- EUR mit Verlusten da. Würde die Position automatisch durch das Handelssystem meines Brokers glattgestellt werden, dann fehlen dem Broker noch 300 EUR, bleibt er auf die sitzen?

Fall C) um 08:33 Uhr bei 9.700 Punkten
oder kann das Handelssystem erst jetzt vorbörslich eingreifen und glattstellen ? dann wär ich bei -1.200 EUR und somit hätte ich im Anschluss noch 900,- EUR auf dem CFD-Konto zur freien Verfügung.

Fall D) um 09:00 Uhr bei 9.980 Punkten
oder greift das Handelssystem meines Brokers automatisch erst nach Börsenbeginn XETRA ein und es passiert gar nix weil ich nur 80,- € im Minus bin und somit knapp noch im Rennen dabei (habe ja noch die 100,- EUR frei verfügbares Kapital auf dem Konto liegen, es bleiben also 20,- EUR plus übrig).

Welcher Fall tritt ein oder vielleicht ein ganz anderer. Mich würde interessieren, wann und wie diese automatischen Glattstellungen ablaufen, ob die auch nachts funktionieren bei Indizes wie dem DAX der ja nicht gehandelt wird, oder ob das Brokersystem erst vorbörslich beginnt einzuschreiten

Danke für euer feedback im voraus.
Patricia.
1 Antwort
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13.05.20 19:18:54
Beitrag Nr. 2 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.660.010 von portofoli am 13.05.20 12:06:02Bei den meisten CFD Anbietern wird der DAX parallel zum Future getaxt - sprich von 1 Uhr nachts bis 22 Uhr Abends.
Oder bei vielen auch 24 h am Stück.

Somit würde deine Position liquidiert werden sobald die Margin nicht mehr ausreicht.

Wenn das Gap über das Wochenende entsteht, dann würde deine Postion in der Nacht auf Montag liquidiert werden, sobald die Margin nicht mehr ausreicht.

Ich hatte aber noch nie einen Margin Call.
Vielleicht kann jemand anderes von live Erfahrungen berichten. ;-)
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13.05.20 20:09:59
Beitrag Nr. 3 ()
Durch die MifDi Regulierung wird doch schon bei 30% liquidiert ... D.h. das Beispiel könnte schon nicht ausgeführt werden wegen mangelnder Liquidität. Es müssten bei einer Depotgröße von 2.100 Euro mindestens 631 Euro Liquide Mittel verbleiben, wird dieser Wert unterschritten, würde der Broker schon deine Positionen schließen. Damit soll ja die Nachschussplfich verhindert werden.
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13.05.20 20:38:05
Beitrag Nr. 4 ()
und wie würde es dann aussehen wenn der Kurseinbruch dann in der Nacht stattfindet und man mächtig (!) ins Minus rutscht? weißt du ob und welcher Fall eintreten würde und dieser im Detail aussieht?
1 Antwort
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13.05.20 21:03:01
Beitrag Nr. 5 ()
Antwort auf Beitrag Nr.: 63.668.641 von portofoli am 13.05.20 20:38:05
Zitat von portofoli: und wie würde es dann aussehen wenn der Kurseinbruch dann in der Nacht stattfindet und man mächtig (!) ins Minus rutscht? weißt du ob und welcher Fall eintreten würde und dieser im Detail aussieht?


Nein kann ich dir so nicht beantworten.

Was ich noch in Erinnerung habe ist, das beim GR und UK Refferedum, was ja Terminiert war, die Spreads extrem waren bzw. die Marginanfroderungen erhöht wurden, das sich ein Trade kaum gelohnt hätte.

Beim UK Referendum stand der Dax so tagsüber bei -12% wenn ich mich recht erinnere.

Vor der MifDi Regulierung war noch der Frankenschreck und aus dem Thread weiß ich noch das ein Broker durchaus Positionen (zu seinen Gunsten) gedreht hat ... D.h. ein Kunder der Fett im Plus stand hatte auf einmal eine Negative Position... das lief dann alles über Anwälte und Gerichte, weshalb ja m.M.n. die MifDi Regelung eingeführt wurde. Demnach sollen CFD Kunden vor der Nachschusspflich bewahrt werden.

Was im Worst Case passiert??? Die Bank gewinnt immer ;)


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