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Guter Kaufzeitpunkt für Gold - 500 Beiträge pro Seite


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Nach meiner Ansicht ist der Zeitpunkt für einen Einstieg in Gold günstig.

Begründung: Die Verschwörungstheorien bezüglich der Short-Spekulation verlieren an Gewicht. Aus einer Spekulation mit 10.000t Gold eine Krise des Weltfinanzsystems herbeizudiskutieren, war und ist meines Erachtens ein wenig über das Ziel hinausgeschossen. Eigentlich sind Verschwörungstheorien immer ein relativ guter Indikator für die Schwäche eines Marktes.

Ich denke aber, daß mit dem Abebben der Paranoia ein unvoreingenommener Blick auf die Fundamentals möglich wird. Wobei die Fundamentals bei Gold eher psychologischer Natur sind. Gold repräsentiert bleibenden Wert, also etwas, was scheinbar völlig aus der Mode gekommen ist. Aber je öfter und je schmerzhafter sich Investoren von Luftschlössern und Wolkenkukuksheimen verabschieden müssen, desto deutlicher wird die Rückbesinnung auf die bleibenden Werte ausfallen.

Ehrlich gesagt, ich habe die wilden Theorien und scharfsinnigen Spekulationen gerne gelesen und mit Vergnügen verfolgt, aber für bare Münze habe ich sie nie nehmen können. Der Preis für Gold wird drehen, wenn die Paradigmen sich ändern, und das wird leise und langsam passieren. Insofern ist der Preisauftrieb bei Gold, der ja jetzt immerhin schon seit 9/99 andauert, vielleicht ein erstes, noch sehr sehr leises Zeichen dafür, daß sich gerade etwas beginnt zu verändern,

hofft zumindest
ororoina

p.s.: Hoffe, die Verschwörungstheoretiker nehmen mir dieses Posting nicht allzu übel.
Ich habe so ziemlich aus den selben Gründen mir vor ca einem 3/4 Jahr
Barrick Gold in mein Depot gelegt. Trete allerdings so ziemlich auf der Stelle. Man muß auch mal abwarten können, denn ich glaube das ich diese Papiere irgendwann einmal für ein Mehrfaches des von mir gezahlten Preises veräußern werde.
Bravo ororoina

Endlich jemand, der diesem obstinaten Geschwätz beherzt entgegentritt.
Es war bisweilen amüsant und spannend, die Diskussion zu den
angeblich riesigen Shortpositionen und sinistren Verschwörungen zu verfolgen,
allein gewisse Theorien, welche hier rungeboten wurden, streiften bislang die
Kante der Lächerlichkeit.
Aber so funktioniert eben die menschliche Psychologie:
Wenn es im Leben schief läuft, müssen die bösen Umstände herhalten.
Ich für mein Teil erwarte für die zweite Hälfte des laufenden Jahres
nochmals neue Tiefstände.
Da werden kleinere und mittlere Minen reihenweise pleitegehen.
Bricht die 270er-Marke, verkaufe ich sämtliche meine Titel und warte ab.
Unter 230$/oz beginne ich mich gestaffelt ausschliesslich physisch einzudecken.
Gold wird erst nachhaltig steigen, wenn sich die breite
Masset dafür zu interessieren anschickt.
Das braucht halt eben Zeit.

Ein zu oft in Sachen Gold Verarschter

rigel
hi rigel,

nicht so verbissen. Es ist einfach souveräner, jemandem freundlich zu sagen, daß man nicht seiner Meinung ist. Aus deinem Posting ist die Verärgerung über Deine Verluste in Verbindung mit Gold deutlich zu hören. Du bist nicht verarscht worden, sondern Du hast einfach mit Deiner Einschätzung und/oder Deinem Timing danebengelegen. In diesem Punkt können wir uns übrigens die Hand reichen.

Deine Einschätzung in Hinsicht auf die Kursziele teile ich nicht. Vielleicht sehen wir die 270 noch mal, aber an 230 glaube ich nicht. Gleichwohl sind wir ja wohl übereinstimmend der Meinung, daß es langfristig aufwärtsgeht, und wer von uns auf kurze Sicht recht behält, wird die Zukunft zeigen. (Vielleicht liegen wir ja auch mal wieder beide falsch)

hi weinberg,

die Wahrheit liegt nicht in der Mitte zwischen zwei divergierenden Ansichten. Außerdem geht es nicht um Wahrheit, es geht um Spekulation, und da bewegen wir uns im Vagen, und Meinungen müssen sich konträr gegenüberstehen.

Für mich liegt in der ja immerhin möglichen Nichtexistenz einer Verschwörung gegen das Gold ja immerhin der positive Aspekt verborgen, daß einem Anstieg des Goldpreises keine mächtigen Gegner entgegenstehen.

Mit respekt
ororoina
Verschwörungstheorien und vermutete Marktmanipulationen sind eine
Sache der man immer mit rationaler Vorsicht begegnen sollte. Da gebe
ich ororoina und rigel volkommen recht. Die Geschichte mit den Short-
Positionen würde ich aber nicht in o.a. Kategorie einordnen. Für mich
ist der hier oft besprochene GATA-Bericht in einigen Punkten einfach
zu evident und die Leute von GATA sind ja auch nicht irgendwelche
Nobodies. Die Zukunft wird uns zeigen wer richtig liegt.

Übrigens findet z. Zt. in Paris die FT Gold-Konferenz statt. Auch zwei
GATA Vertreter `haben sich eingeladen`. Bin mal gespannt was sie berichten
werden.
Der Kern der GATA-Aussage lautet doch: Ein Konsortium unter der Führung von Goldman Sachs ist mit 10.000t Gold short, und weil diese Schieflage das Weltfinanzsystem sprengen könnte, werden die Shorties von der Fed mit Notenbankgold gedeckt. Und wie bitte soll eine short-Position von 10.000t das Weltfinanzsystem aus den Angeln heben? Nehmen wir an, der Goldpreis würde um 20% steigen und die shorties hätten sich verspekuliert. Dann hätten Sie 20 Mrd. $ in den Sand gesetzt. Das ist natürlich nicht hübsch, aber auf gar keinen Fall eine Katastrophe, die das System aus den Angeln heben würde.

Und auf keinen Fall kann mit dem Verleihen von Gold soviel Liquidität generiert werden, daß damit die Aktienmärkte gestützt werden können, da geht es nämlich um ganz andere Größenordnungen, und 20 Mrd. gehen schon mal intraday flöten, wenn ein größerer Nasdaq-Wert ein bischen hustet.

Für mich leidet auch die Seriosität von GATA dann ganz enorm, wenn diese Relationen einfach nicht mehr zur Kenntnis genommen werden und alles in das Raster einer Theorie eingeordnet wird, das funktioniert sowieso immer, bildet aber die Realität nur unzureichend ab.

Debatte gefällt mir
ororoina
Was bist Du denn für einer, ororoina.
Überlaß das mal Rigel selbst, wie er sich ausdrücken will.
Ich faß es nicht.
Regy
hi regy,

eine Meinung zu einem Posting ist noch lange keine Zensur. Hier macht doch sowieso jeder was er will. Ich bin ausschließlich an einer Debatte über die Goldpreisentwicklung einerseits und die Stichhaltigkeit der Verschwörungstheorien andererseits interessiert, und ich lade Leute wie gloom, sep, manfred1 und natürlich auch Dich ein, über dieses Thema fair und kontrovers die Klingen zu kreuzen.

P.S.: Ich kann mir nicht vorstellen, daß irgendjemand von Dir vor mir verteidigt werden muß, also spiel nicht den Rächer der Enterbten.

Mit respekt
ororoina
In der Beschränkung zeigt sich der Meister!

Goethe? Faust?

Tut mir leid, daß ich Dich zu beleidigenden Äußerungen provoziert habe. Ist nicht gut. Dient weder der Sache noch irgendwem. Ich finde, Du schießt weit über das Ziel hinaus. Solche Beschränktheit ist wenig meisterlich.

Mit Respekt
ororoina
Meine threads beende ich selbst. Diesen mit einem Zitat von...?

Regy!

Da hat er sich in einem ororoina-Thread vom 16.2. etwas anders geäußert:

"Die originellsten Beiträge hier im board kommen von Dir, ororoina"

Das war mir damals peinlich, und ich sehe das auch nicht so. Aber daß Du Dich zu solchen Lobhudeleien hast hinreißen lassen. tstststs

Gute Nacht
ororoina
Hallo ihr Beiden,

nun gebt euch vor dem Schlafengehen noch einmal ein Küßchen und dann ab ins Körbchen.
Ab Mittwoch wird wieder ernsthaft diskutiert!

Mit freundlichen Grüßen
aneises2
Gerade wenn man sich mit dem Goldmarkt sachlich auseinandersetzt, kommt man zwangsläufig zu dem Schluß, daß die Preisentwicklung nur mit künstlichen Markteingriffen erklärt werden kann.

Greenspan/Summers haben öffentlich erklärt, daß sie in den Goldmarkt eingreifen werden, um die Interessen der Investmentbanken zu verteidigen (daß sie es getan haben, haben sie nie bestritten, aber auch nie zugegeben).

Ist dies nun eine Verschwörungstheorie?

Zu den Größenordnungen:

Wenn am Goldmarkt 10.000 t short sind, die Minenproduktion ca 2.000 t beträgt und die Nachfrage bei ca 3.000 t liegt, wie sollen dann bitteschön 10.000 t zu einem 20 % höheren Preis eingedeckt werden können?

Bei einem Preis von 360 $/oz werden kurz- bis mittelfristig vielleicht 10 % mehr Gold, also ca 2.200 t gefördert. Die Nachfrage sinkt in Indien eventuell leicht, was aber durch westliche Haussespekulanten ausgeglichen wird.

Die Angebotslücke würde von jährlich 1.000 auf 800 t sinken. Eindeckungen wären nicht möglich.

Erst bei einem Goldpreis von über 600 $/oz wird das Angebot soweit steigen, daß es die Nachfrage übertrifft (die zu erwartende Nachfrage westlicher Spekulanten bei einer Aufwärtsbewegung wird bei einer längeren Seitwärtsbewegung über 600 $/oz wieder abnehmen).

Der Goldpreis wird sich also mindestens verdoppeln. Die Verluste der Investmentbanken würden also 96,5 Mrd $ erreichen, was das Finanzsystem durchaus erschüttern könnte.

Zur Liquidität:

Bei der Annahme, daß die Shortpositionen zu durchschnittlich 400 $/oz aufgebaut wurden, entsteht bei einem Goldpreis von 290 $/oz eine Liquidität von 35,4 Mrd $. Wenn diese wie bei Hedgefonds üblich, mit dem 20-fachen beliehen wurde, konnten mit Hilfe der Goldshortpositionen immerhin 700 Mrd $ geschaffen werden.

Da die Investmentbanken die 35,4 Mrd $ als sehr sicheres "Eigenkapital" betrachten, (da ja die Notenbanken ständig Gold verkaufen, Gold kein Inflationsschutz mehr ist...), besteht bei einer Größenordnung von 700 Mrd $ durchaus die Gefahr, daß Investmentbanken bei einem Goldpreisanstieg pleite gehen (vor allem wenn der Goldpreis über 400 $/oz steigt).

Zusätzlich ist davon auszugehen, daß Gewinne an den Aktienmärkten weiter beliehen wurden, so daß hier ein negativer Dominoeffekt zwischen Aktienmarktzusammenbruch und Goldpreisanstieg entstehen könnte.

Die Goldhotline
@ororoina:

auch ich bezweifle zumindest die Verschwörungstheorien (die mich nichtsdestotrotz amüsiert haben).
Es ist ganz normal, dass sich bei einem so langen Baisse-Trend (seit 1980) ein Short-Überhang aufbaut, da die Investoren den Trend in die Zukunft projizieren. Doch wie ich auch schon an anderer Stelle geschrieben habe, wird mit einem Eindeckungszwang von 10000 Tonnen kein Weltfinanzsystem aus den Angeln gehoben...
Auch wird die Eindeckung dieser Positionen kaum ausreichen, den Langfrist-Trend zu brechen. Dies kann nur geschehen, wenn Investoren vom Aktienmarkt (Crash?) sich `sicheren` Investments zuwenden. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass wir dieses Jahr (oder im nächsten) einen generellen Trendwechsel sehen werden.

Auf jeden Fall ist das Risiko bei einem Einstieg in Goldminen auf diesem Niveau nach unten sehr begrenzt.

Einen Absturz bei Gold unter 270 $ und sogar auf 200 $ wie einige schreiben, halte ich für ausgeschlossen!

BT
Ich halte keines des Edelmetalle für ein interessantes Investmetn, weder Gold noch Silber noch Platin. Selbst Profis und Superstars wie Buffet haben mit Silber ziemlich daneben gelegen. Mein einziger Wert im Edelmetallbereich list die American Barrick ABX um 18 US$ aus Handelsüberlegungen.
Viel interessanter sieht für mich die Senetek bei 2 US$ aus, hier liegt das Ziel bei 5 US$ im laufenden Jahr.
Hallo,
jetzt kopiere ich einfach mal einen alten, aber nicht überholten Kommentar:

Das kann man nicht einfach an derzeit an vorhandenen Kursen festmachen. Wie sind die Kurse denn finanziert. Brauchen doch nur einige zum Verkauf gezwungen zu sein und es fehlen die Käufer. Dann kannst Du jeden schönen Kurs vergessen. Hatten wir doch alles schon. (1929, Japan 1989). Der Kurs ist doch kein Geldwert, der vom Gesetz garantiert ist. Ein Aktienkäufer der einen beliebig hohen Preis für eine einzige Aktie bietet ohne einen Verkäufer zu finden, bestimmt damit den neuen Wert des Unternehmens nach seinem Gusto. Das passiert wirklich zur Zeit, allerdings mit statistischen Käufermehrheiten (Käuferhetze der Banken, die früher so gerne ohne Privatpreiskonkurrenz mit niedrigen Kursen unter sich waren. Mir gibt das ordentlich zu denken). Leider funktioniert dieses System auch abwärts, sogar als Lawine. Die Verkäufermehrheiten entstehen als Kettenreaktion. Sinkt der Kurs, muß verkauft werden, der Wohlstandseffekt verschwindet, Schulden treten hervor. Aus dem Aktienkursrutsch wird eine reale Produktabsatzkrise. Ich behaupte, allerdings als persönliche These, daß die Anstoßfinanzierung des Wirtschaftsaufschwunges neben der USA Sternenkriegverschuldung zum Teil durch Goldausleihen 1982 begann. Ist doch kein Zufall, daß alles 1982 zusammentrifft? Diese Schulden sind nicht aus der Welt. Diese Schulden wollen bezahlt werden.
Die "Longs" sind Anleger, die ihr Metall bestimmt nicht mit Schulden finanziert haben. Das drückt die nicht. Das ist wie auf unbestimmte Zeit verbraucht (wenn es nicht enteignet wird).
Bevor ich weiterschwafele der Extrakt: Der gesamte Goldausleiheerlös steckt im Aktienmarkt, wo sonst? Falls Shorties zum Einlösen gezwungen würden (was nicht möglich ist, weil der Preis sofort in die Tausende $ ginge und nur über Jahre mit teuren Minen mühsam eingearbeitet werden könnte) müßten sie ihre Aktien zwangsverkaufen und wären allesamt pleite.Die Shorties sind aber Banken, Pensionsfonds usw. Damit wäre die Lawine am rollen. Die unfehlbaren, vertrauenswürdigen Notenbanken wären mit ihren Ausleihen genau so mitschuldig. Das darf auch nicht sein und ist damit ein Staatsproblem.
Die Lösung des Problems drängt, der Verbrauch ist höher als die derzeitige Produktion. So mein lieber BT. Den Hunt spare ich mir jetzt. Habe genug geschrieben.
xnickel
Hallo,

auch wenn ich die Verschwörungstheorien (Manipulation des Goldpreises) anfänglich mit Interesse verfolgt habe, bezweifle ich sie doch ebenso wie bt oder ororoina. Das ganze riecht mir ein bißchen zu sehr nach Dolchstoßlegende...

An dieser Stelle zwei Einschätzungen Kaplans zu diesem Thema:

FROM APRIL 29: KAPLAN`S CORNER #2 (also asked by many readers over the past few weeks): QUESTION: How do you know that gold is not being manipulated to keep its price artificially low? ANSWER: There is enormous evidence that the gold price is not being manipulated. Firstly, manipulation almost always involves a small, tightly-knit group of people attempting to keep a particular commodity or financial instrument artificially inflated, so that a market corner can be established. It almost never benefits any group of investors to keep a physical commodity artificially deflated, since this requires organized short selling which can easily be undone rapidly by a well-timed short squeeze. More importantly, gold is far too liquid to be successfully manipulated for more than a few hours at a time. When it does occur, commodity manipulation almost always happens with thinly traded securities, so that market forces can be overcome by a concentrated, well-financed effort. For example, it would make more sense for a small Nasdaq stock to be artificially handled than S&P 500 futures, since there is too much money in large-cap shares, not to mention the futures themselves, to overwhelm any attempt to either inflate or depress these very liquid futures contracts. Similarly, the amount of gold traded just on the London cash market, not to mention the COMEX, is so enormous that even a well-concerted effort of brokerages and central banks could not hope to affect the price for more than a few hours on a light trading period such as a Friday afternoon before a holiday after Europe is finished for the week. Any intelligent group of manipulators would go after a commodity such as platinum instead. Additional evidence that gold is not being manipulated can be seen by examining historic levels of the S&P 500, the Nasdaq Composite, the U.S. dollar versus a basket of currencies, and gold. Given the huge rallies in traditional investments such as the S&P 500 and the Nasdaq, not to mention the strong and stable U.S. dollar, it is hardly surprising that gold is depressed in value. In fact, were gold as undervalued as the Nasdaq is currently overvalued, even after the Nasdaq`s recent correction, it would be below $200 per ounce. If one examines the physical buying and selling patterns for gold over the past several years, one discovers that there is almost a perfect inverse relationship between purchasing demand and price, with a virtually continuous, roughly parabolic curve. What is happening is that a core group of investors around the world in aggregate creates a simultaneous equation of undervaluation whenever gold is depressed, incrementally and logarithmically scaling up their physical buying as the price drops. Plot a curve of the number of tonnes of gold purchased by India per quarter versus the gold price, for instance: the relationship is incontestable. It strains credibility to imagine that these billions of dollars in physical activity could be somehow overwhelmed by any group of investment capital, no matter how great. But the most convincing evidence that gold is not being manipulated is that it so slavishly respects support and resistance levels which date back months, and sometimes years. When a commodity is being manipulated, such charting points are entirely disregarded, which is one of the surest signs that manipulation is in fact taking place. The real proof of the pudding is in the eating: in other words, a creditable hypothesis should be able to predict the future. Therefore, watch what happens the next time the U.S. dollar makes a significant decline over a period of several weeks, especially versus the euro, the Australian dollar, and the Swiss franc. If it is true that gold is not being manipulated, then gold should rally roughly in inverse proportion to the dollar`s decline. If gold is being manipulated, then gold will simply ignore the dollar`s slide and remain persistently weak.

FROM MAY 30: QUESTION: In the past you have given several reasons why you do not believe that the gold market is being manipulated. Can you elaborate on other reasons? ANSWER: Certainly. One feature of a market that is being manipulated is that there is an inconsistency between the manipulated security and closely related securities. For example, if the price of crude oil and gasoline are relatively stable or declining, while the price of heating oil has been surging, then it is possible that heating oil is being manipulated, since it is out of synch with commodities which should be closely tracking it. Similarly, if the two-year and five-year Treasury have similar interest rates, while the three-year rate is much higher or much lower, then this could also indicate manipulation (a circumstance which actually occurred several years ago). Notice that this does not mean that the given market is actually being manipulated, but that it is at least a plausible explanation. Thus, if the Australian dollar, euro, Swiss franc, and silver have been rallying or steady, while gold has been plunging, then this anomalous behavior makes it more likely that manipulation is occurring. However, in the current situation, the price of gold has been very closely following the other four financial instruments mentioned above; in actuality, gold has been moderately outperforming the euro, the Swiss franc, and the Australian dollar (and other currencies such as the South African rand). To a resident of Switzerland, for example, gold has been in a modest uptrend, especially over the period of time during which some have claimed that manipulation has been occurring. So if there really has been manipulation of the gold market, one must believe that there has been similar manipulation of the silver market and of several of the major currency markets, a contention which is obviously absurd, since even the best-capitalized consortium could not possibly have enough money to manipulate all of these markets simultaneously. Similarly, gold usually performs most weakly near the end of a lengthy economic expansion, and most strongly in the early years of a severe recession. So if we were in the second year of a significant economic contraction, and gold were declining to new multi-year lows, then the possibility of manipulation should be taken more seriously, since gold would be behaving contrarily to its historic norm. However, we have experienced the longest economic expansion in U.S. history. Therefore, it is hardly surprising that gold is undervalued now, since that is precisely when it is always undervalued. If one believes that gold is being manipulated now, then one would have to conclude that it was also being manipulated at the end of every other economic expansion over the past two centuries, a conclusion which is also absurd.

(entnommen aus Kaplans www.goldminingoutlook.com)
Kaplan schreibt von einer kleinen Gruppe, die üblicherweise marktenge Werte manipulieren. Er ignoriert, daß bei der Steuerung des Goldpreises, die Fed, das US-Finanzministerium und die weltgrößten Investmentbanken zusammenarbeiten (z.B. bei der Rettung der Goldshortpositionen des LTCM-Fonds, Treffen der weltgrößten Investmentbanken unter der Leitung der Fed im Herbst 1998).

Er beschreibt weiterhin, daß es ein Zeichen der Manipulation ist, daß ähnliche Werte sich völlig anders entwickeln als der manipulierte Wert. Damit liefert er ein wichtiges Argument, das für die knallharte Manipualtion des Gold- und des Silberpreises (Anhängsel des Goldmarktes, das über Optionen gesteuert wird) spricht. Der Ölpreis hat sich verdreifacht, der Platinpreis notiert auf einem 11-Jahreshoch, der Rhodiumpreis hat sich verzehnfacht, der Nickelpreis verdoppelt. Wenn Gold also zu einem Rohstoff verkommen ist, bei dem sich der Preis nur nach Angebot (jährlich 2.000 t Minenproduktion) und Nachfrage (3.000 t Schmuckproduktion) richtet, dann ist selbst für nachrichtenagenturgesteuerte Ignoranten sichtbar, daß der Goldpreis manipuliert wird.

Die Goldhotline
Es sind ja fast alle Mann an Deck. Find ich natürlich sehr erfreulich.

Diesmal nur eine ganz klitzekleine Frage speziell an Gold-Hotline: Wenn selbst für nachrichtenagenturgesteuerte (uff) Idioten erkennbar ist, daß der Goldpreis nach unten manipuliert ist, warum zum zum Teufel hält dann keiner dagegen. Es ist doch absolut logisch, daß auf Dauer niemand gegen Markt erfolgreich spekulieren kann, auch die Notenbanken nicht.

Wir alle sagen doch das gleiche: Mit einem Investment in Gold(minen) kann man zur Zeit fast nichts falsch machen. Warum finden wir mit dieser Ansicht kein Gehör? Ganz einfach, weil wir das seit Jahren sagen und weil wir seit Jahren konsequent daneben liegen und während dieser Zeit mit anderen Anlagen richtig gute Gewinne zu machen waren.

Die jahrzehntelange Erfolglosigkeit eines Edelmetall-Investments hat seine Spuren bei den Anlegern hinterlassen, und das ist völlig normal. Und es ist auch völlig normal, an eine Verschwörung zu glauben, wenn man sich selbst nicht für blöde hält und trotzdem immer und jahrelang daneben liegt.

Worauf ich hinweisen wollte und was mich optimistisch stimmt, ist, daß auf den Gold-Boards in Amiland zunehmendes Achselzucken hinsichtlich GATA und Konsorten zu vernehmen ist und ein viel souveräneres Argument Platz greift, die da lautet: Gold ist nicht auf den Kampf von selbsternannten Don Quichotes gegen Windmühlen angewiesen, sondern Gold wird seinen Weg machen, weil seine Zeit gekommen ist!

Und zur Versöhnung: Wenn es diese Verschwörung tatsächlich geben sollte, was ich natürlich nicht völlig ausschließen kann, dann wäre das souveräne Argument viel gefährlicher für die Betreiber als das hysterische Geschrei über das Ende des Weltfinanzsystems.

Ach ja, das Wichtigste zum Schluß: Als ich gestern um 17:15h gesagt habe, jetzt ist ein guter Zeitpunkt für Gold, da waren wir bei 284,20; mittlerweile haben wir 288,20 gesehen. Ich bin gespannt, ob das nur ein Strohfeuer ist (wie so oft), oder ob das wirklich ein guter Zeitpunkt war.

we will see
ororoina
Ich verfolge hier die Diskussion über die Frage, ob der Goldpreis manipuliert ist, und ob es sich dabei um eine konzertierte Aktion handeln könnte, die es den Marktkräften entzieht. Trifft letzteres zu, würde ich dies als eine Verschwörung bezeichnen.

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Verschwörungstheorie, alle Versuche, Geschehnisse auf ein rational nicht erklärbares, meist für böse gehaltenes Interessen- oder Machtgeflecht zurückzuführen.

"Verschwörungstheorien," Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2000. © 1993-1999 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

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Es gibt zu Gold konkrete Denkmodelle, die erklären können, wer die Initiatoren sind, und wie gewünschte Effekte verstärkt werden.

Es ist Fakt:

daß die Minen mit ihren Vorwärtsverkäufen

- also lending und Verkauf am Markt, Anlage des Verkaufserlös. Profitabel, weil Gold auch weiterhin sank, man also gehdged war. Ruinös, weil es der eigenen Förderung die Basis entzog. Zwangslage. -

eine Versorgung des Marktes mit Gold bewirkten, die über die eigene Förderung hinausging.


Es ist Fakt:

daß die Notenbanken mit der Zeit dazu übergingen, Gold auszuleihen, welches von den Leihern, Investmenthäusern, auf dem Markt verkauft wurde. Mit dem Argument, man müsse dem toten Inventar eines Staatsschatzes, also Gold, wenigstens die 3 % abpressen, die man durch die Ausleihe erhält. Auch dies hat zu einer Versorgung des Marktes mit Gold geführt, daß nicht aus der Produktion stammt, und das nach bisheriger Übereinkunft irgendwann zurückgeführt werden muß.

Wir haben also die Initiatoren, die Hebelgruppe, und die Zielgruppe.


Es ist Fakt, daß die oben angeführten Vorgänge zu einer Überversorgung geführt haben, die den Preis von Gold haben sinken lassen, daß der Preis gesunken ist ( Überangebot),

obwohl gleichzeitig

die shortpositionen (Mangel) dabei größer geworden sind.

Wenn nun die Möglichkeit besteht, diesen Vorgang absichtsvoll in Gang zu setzen und in Gang zu halten, und dabei resultieren sollte, von der entstehenden Shortposition in Zukunft zu profitieren, so würde ich das dann für eine Verschwörung halten, wenn es:

organisiert, absichtsvoll und in Gemeinschaftlichkeit ergeht.


Zu Kaplan: Das ist mir zu komplex, um darauf einzugehen. Es scheint mir u.a. nicht sinnvoll, mit eingehaltenen Trendlinien zu argumentieren, oder mit zeitweisen Gleichklängen zu Währungen etc.

Vielleicht unfair, das Zitat von Kaplan aus seinen statements herauszukopieren?

What is happening is that a core group of investors around the world in aggregate creates a simultaneous equation of undervaluation whenever gold is depressed, incrementally and logarithmically scaling up their physical buying as the price drops.

Jetzt müssen wir uns nur noch darüber einigen, ob es verschiedene Schalen von investor groups gibt, die eine simultanious equation of undervaluation erzeugen whenever gold depressed ist, und dann wieder verkaufen, oder ob darüber sich nicht noch eine weitere Schale von Investoren- Gruppen besteht, die in aggregate eine undervaluation erzeugen, in Form von depressions, und wir nur noch darauf warten müssen, was deren Absicht ist, wie die aus der ja unzweifelhaft bestehenden shortposition ihren Profit zu ziehen gedenken..

Ich bin Goldhotline dankbar über deren statement 28.6. 08:38.

Der Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage liehgt bei etwa 600 Dollar/unze, ich übernehme das mal. Wer Rechnungen anstellt, daß sich die shortpositionen dann zu diesem Preis angleichen werden, der übersieht, daß ein ansteigender Goldpreis nicht irgendwo ( plus 20%)stehenbleiben wird, womöglich in der Absicht, die shorties mögen sich doch hier eindecken.

Die Wahrheit dürfte wohl die sein, daß eine Eindeckung der shortpositionen zu einem Anstieg bei Gold führen dürfte, das nach oben keine Begrenzung kennen dürfte.

Die eingestellten Zahlen über die notwendigen Mittel, um die Positionen glattzustellen, sind also rein akademischer Natur, und sicher auch so gemeint.

Tatsächlich würde ein sich ein unkontrolliert entspannender Goldmarkt nicht bei 600 haltmachen, und auch nicht bei 1200. Bei 600 ist Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Wir haben aber 10 000 Tonnen zu beschaffen, die nicht da sind. Da ist es gut, daß man die Kurse logarithmisch darstellen kann.

Also Enthortung der Inder?

Eins ist jedenfalls sicher: der westliche Mensch kauft dann, wenn alle kaufen. Also entgegengesetzt zu jeder Enthortungsabsicht. Dem wird man sein Gold nicht abkaufen können, der wird eher zusätzlich als Käufer auftreten und in Konkurrenz zur Begleichung der shorties stehen. Gibt es da Zweifel?

Der Preis von Gold würde enorm steigen, er müßte mithin reguliert werden.

Was durch das Washingtoner Abkommen ja in Ansätzen bereits vorgenommen wird.

Sonst erreichten die erforderlichen Mittel zur Auflösung der shortposition sehr schnell Dimensionen, die weit über die genannten Zahlen hinausreichen, und das Welt- Finanzsystem in Bedrängnis bringen würde. Durch Insolvenzen, durch Kapitalentzug, durch Ausfall von Kapitalmanagement für Volkswirtschaften ( siehe Bankpleiten, japanisches Problem)

Es wird keine dem Markt überlassene Entspannung geben.

Jetzt komme ich auf die Zweifler an einer Verschwörungstheorie zurück, die die sich letztlich sich mit ihrer Wahrnehmung bestätigt finden werden:

Die Verschwörungstheorie wird niemals den Weg bis zur öffentlichen Wahrnehmung finden, es wird keine amtliche Benachrichtigung in unseren Briefkästen geben. Die Sache wird definitiv vor Entfaltung geregelt.

Fragt sich nur wie?

Hinweise darüber gibt es bereits, beispielsweise die Anregung aus der FED, die Notenbanken sollten allesamt ihr Gold verkaufen.

Es ist vielleicht eine Werschwörungstheorie, die ihren Zielpunkt bereits überschritten hat und nun weiß niemand mehr, wie man da wieder rauskommt. Vielleicht wäre man bei GS froh, lieber in Meerwasser short zu sein. Aber auch dann war es eine Verschwörung, eben eine, die schiefgegangen ist. Wie die meisten. Aber auch dann werden wir es niemals erfahren.

Mit Kaplan bin ich mir mehrfach einig: Verschwörungstheorien laufen meist schief. Nur ist das kein Beleg dafür, daß es sie nicht gibt.

Und: auch ich möchte nicht, daß es sich so verhält, wie es sich verhält. Nur passe ich meine Überlegungen anders an die Beobachtungen an.


SEP
An den Finanzmärkten glauben wohl über 99 % eher an die Preisentwicklung, als an vernünftige Argumente. Wenn eine Hikari, die 900 Mio $ in IT-Beteiligungen investiert hat, von einer Marktkapitalisierung von 10 auf 20 Mrd $ gehoben wird und der Goldpreis um 10 $/oz fällt, dann ist der IT-Bereich das richtige Anlagegebiet und der Goldbereich das falsche.

Hikari erreichte in der Spitze sogar eine Marktkapitalisierung von 110 Mrd $ und alle, die behauptet haben, daß die Gesellschaft bei 20 Mrd $ völlig unterbewertet ist und Gold nichts taugt hatten recht (aktuell wird Hikari wohl mit etwa 5 Mrd $ bewertet).

Nur wer jahrelang keinen Erfolg in der Preisprognose hat (GATA, Goldhotline) hat deshalb noch lange nicht unrecht in den Argumenten, genauso wenig wie diejenigen Unrecht hatten, die vor Hikari bei einer Bewertung von 20 Mrd $ gewarnt haben.

Warum keiner dagegenhält?

Es halten viele 100 Mio Menschen dagegen, die z.B. in Indien und China soviel Gold kaufen wie sie können. Sie haben gelernt, ihren Regierungen in Geldfragen nicht zu glauben. Die Deutschen sind hier z.B. auch nach 2 Totalverlusten in 1 Jahrhundert nicht lernfähig, bzw zum Anleihekauf manipulierbar.

Dagegen hält auch eine kleine Minderheit in den westlichen Staaten (vielleicht 1 %, die in Gold investiert). Diese müssen allerdings gegen die komplette Finanzoligarchie (Fed, Bank of England, US-Finanzministerium, sämtliche weltführenden Investmentbanken, ... ankommen). Zudem werden sie in der Öffentlichkeit durch die "reale" Preisentwicklung und die von Reuters produzierten Schlagzeilen lächerlich gemacht.

Du hast recht, daß auch die größten Institutionen in ihrer geballten Zusammenarbeit (Fed, Regierungen, BoE, Investmentbanken, erpressbare Zentralbanken) nicht erfolgreich gegen den Markt spekulieren können.

Die Spekulation wird daher über kurz oder lang zusammenbrechen und der Goldpreis wird locker auf über 600 $/oz explodieren.

Die offene Frage bleibt jedoch, was mit den Finanzmärkten passiert, wenn sich Fed, Regierungen, BoE, Investmentbanken, erpressbare Zentralbanken verspekuliert haben?

Die Goldhotline
hi sep,

sei gegrüßt!

Enthortung der Inder gefällt mir gut! Wie bitte enthortet man einen Inder? Gibt es einen Inderhort? Tausche Inderhort gegen greencard? Gold statt Inder!

nicht für ungut
ororoina
@ororoina

Es steht in meinem Beitrag, was ich geschrieben habe.

Nichts davon ist in Verbindung zu bringen mit dem, was bei Ihnen daraus gemacht wurde, ich distanziere mich davon.

SEP
Hi Sep,

ich wollte Dir auch gar nichts unterstellen. Es ist halt meine Art von Humor, es gibt Leute, die haben sich nach Jahren noch nicht daran gewöhnen können. Ich wollte Dir wirklich nicht zu nahe treten.

hi goldhotline,

damit jemand recht hat an der Börse, muß nur eine Sache stimmen, und das ist das Ergebnis. Es geht dabei immer um die Wahl des richtigen Zeitpunktes, und wer den nicht näherungsweise trifft, sei es für den Einstieg oder für den Ausstieg, der liegt eben falsch.

Ich habe am 15. Januar im NM-Board gepostet: Zenit überschritten! Und obwohl die Werte zu diesem Zeitpunkt schon exorbitant hoch lagen, habe ich den letzten Hype komplett verpasst und hätte auch noch viel später aussteigen können. Dann kann ich nicht sagen, ich hätte recht gehabt.

Die 600 $, die als fairer Preis für Gold von Euch angenommen werden, die prognostiziert Ihr schon seit ewigen Zeiten mit kurzen Vorlauffristen, und genauso lange liegt Ihr regelmäßig daneben. Und dann klingt es irgendwie nicht glaubwürdig, wenn Ihr trotzdem sagt, Ihr hättet recht.

Dagegen halte ich einfach mal meine Prognosen hier im Board. Am 15.2., als alles sich in der schönsten Euphorie befand, habe ich gepostet, es ist noch zu früh, die Hausfrauen ins Gold zu hetzen, der Goldpreis kommt nochmal zurück, und es ist eingetreten. Am 15.5. habe ich mal nachgefragt, wann steigt Gold, und kurz danach erfolgte der Anstieg von 270 auf 290, gestern habe ich gesagt, der Zeitpunkt für Gold ist günstig, und wir haben inzwischen eine Steigerung von über 8$ innerhalb von 24 Stunden, und ich habe weiterhin gesagt, der Goldpreis wird zunächst langsam und vom großen Publikum weitgehend unbemerkt steigen.

Und ich sehe jetzt schon die Postings mit dem Inhalt Shorties endlich geplatzt, seht her, wir hatten doch recht, und das wird der Moment sein, wo ich mich hier wieder melde mit der Ankündigung, Gewinne mitzunehmen. Ich gebe an dieser Stelle eine weitere Prognose ab, mit der ich natürlich auch danebenliegen kann: Bei 305 ist erstmal wieder eine Zeitlang Ruhe, und der Markt kommt nochmal in Richtung 280/290 zurück.

Wenn Ihr anständig seid, müsstet Ihr mir eigentlich zugestehen, daß das Timing diese Threads fast perfekt gestimmt hat. Und noch etwas: Wenn ich demnächst danebenliege, und das wird mit Sicherheit früher oder später passieren, dann wird es von meiner Seite keine Ausflüchte geben, sondern ich werde mich geeirrt haben, so wie das jedem hier das ein oder andere Mal passiert.

Zum Schluß: Der Kurs ist das einzige, was wir mit Bestimmtheit kennen. Die Gründe für Kursbewegungen und für Richtungswechsel werden meistens im Dunkeln bleiben. Als Erklärungsmuster halte ich mich am ehesten an die Massenpsychologie, und darin haben Verschwörungstheorien, das Suchen von Schuldigen, die Massenträgheit, die Massenpanik und dergleichen schöne Erscheinungen einen ganz festen Platz und eine ganz klare Funktion.

Und seid bitte nicht immer gleich beleidigt, wenn eine Kontroverse nicht in Eurem Sinne und mit Euren Mitteln ausgetragen wird. Wir lernen voneinander, ob wir wollen oder nicht.

Mit Respekt
ororoina
Ich halte mich an Goldhotline. Argumente, die sich auch über längere Zeit nicht in den Kurs niederschlagen, sind nicht deshalb falsch. Und auch wenn jemand die Shortpositionen von 10.000 t leugnet und auch die Verschwörung, dann ist doch immer noch die Frage, warum der Nachfrageüberhang nicht zu steigenden Preisen führt.

Aber ich glaube wir drehen uns mal wieder im Kreis.
hi weinberg,

die Antwort ist ganz einfach. Solange die Preise fallen, gibt es keinen Nachfrageüberhang. In den letzten Jahr(zehnt)en hat steigendes Angebot und/oder sinkende Nachfrage zu Preisrückgängen geführt. Dabei ist es letztlich egal, wer das Material gibt.

Und die Position der Notenbanken, daß es sinnlos ist, Gold ohne Erträge in den Tresoren schmoren zu lassen, hat doch auch eine gewisse Logik für sich und hat in den letzten Jahren zu Ergebnissen geführt, bei denen sich auch ein Rückschlag mal verkraften läßt.

Wo ich Goldhotline und vielen anderen hier im Board recht gebe: Die Positionierung der Notenbankverkäufe in den Medien ist völlig überzogen und hat in Anbetracht der Verkaufsvolumina eigentlich gar keinen Nachrichtenwert.

Aber Journalisten sind auch nur Menschen, und wenn Gold mal gerade nicht sexy ist, dann ist es eben ein Looser, und dann werden halt Loosernews verkauft. Die Agenturen sind nicht Teil der Verschwörung, sondern Teil der Massenpsychose und gehen mit der Masse, sonst können Sie nichts verkaufen.

Aber Gold ist sexy, seit tausenden von Jahren, es macht die Frauen an und die Männer, es glänzt wie Seide, es symbolisiert die Sonne und ist eine Insignie der Macht, es ist unvergänglich und es wird Menschen noch in den Bann ziehen, wenn sie vielleicht irgendwann einmal wieder auf Bäumen hocken.

Mit der Aktienmode ist es wie in dem Märchen von des Kaisers neuen Kleidern: Irgendwann kommt ein kleines Kind und sagt: Aber der hat ja gar nichts an, und die Menschen werden sich anschauen und sich fragen, warum sie diesen Zirkus so lange mitgemacht haben.

Und bis es der letzte gemerkt hat, wird noch etwas Zeit vergehen.

Gute Nacht und schlaft recht gut
ororoina
@ororoina:

Dein Beitrag liegt genau auf meiner Wellenlänge. Der Preis ist das, was wir kennen. Und zu den Kurs/Preisbeeinflussungsfaktoren gehören ausser rationalen und fundamentalen in grossem Maß die psychlogoischen. An der Aktienbörse spekulieren zur Zeit deswegen soviele Leute (im Verhältnis z.B in Deutschland wie noch nie in der Geschichte), weil jeder gierig ist und den quasi anscheinend auf der Strasse liegenden Profit nicht verpassen will. Dies geht solange gut bis zum berühmten Funken oder Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.
Auf der anderen Seite ist es genauso. Wenn ein Investment keiner haben will und alle verkauft haben, die Stimmung also sehr schlecht ist, kann ein kleines Ereignis eine Trendwende herbeiführen (wie z. B. im September `99 bei Gold/Minen).

Was ich damit sagen will: neben fundamentalen Gesichtspunkten spielt das Sentiment eine entscheidende Rolle und Kaplan misst dem auch viel Bedeutung bei.
Gerade bei Rohstoffen und Sachwerten war es nie falsch, in der Nähe von Tiefpunkten zu kaufen. Da kann man nichts falsch machen und wird a la longue durch starke Gewinne für den Mut belohnt.
Auf der anderen Seite wächst das Risiko, je stärker das Investment bereits gestiegen ist. Wer heute noch in die hoch bewerteten Aktien (ausser Rohstoffe) besonders im NM einsteigt, ist selbst schuld. Das Risiko ist sehr gross - das ist Zocken.

Gold und Silber ( und die entsprechenden Aktien) sind zur Zeit auf historischen Tiefpunkten - Minen werden stillgelegt, die Fusionswelle rollt. Alles Zeichen für einen bevorstehenden Anstieg.

Die Frage ist das Timing. Und da warst Du sehr gut. Ein gutes Hilfsmittel sind auch die Zyklen, die wir an anderer Stelle diskutiert haben. Aber auch die hängen letzendlich mit dem Sentiment zusammen.

Ich bin in 1998 in GM eingestiegen, weil ich mich an den 6-Jahreszyklus erinnert habe. Obwohl seither die GM Aktien nochmals in die Knie gegangen sind und ich 25% verloren habe, bin ich zuversichtlich, dass in diesem Jahr der Anstieg kommt. Denn mehr als 7 Jahre hat der Zyklus noch nie gedauert und das letzte signifikante Tief war in 1993.

Jetzt habe ich aber genug gelabert. Frohes Schaffen.

BT
Bin zwar eben erst dazugekommen hier etwas zu lesen, aber eine Manipulation ist durchaus denkbar. Wenn wir in einer
Seitwärtsbewegung beim Gold sind und einige Händler in den Staaten wieder Geld verdienen wollen bzw. müßen, dann telefonieren
sich ein paar große zusammen und durch zufall, ab und zu in der Mittagszeit (USA)und nach Beendigung der europäischen Handels-
zeit haben wir durch Zufall eine Bewegung, obwohl die meisten Chartisten dies nicht erwartet haben.
( wahrscheinlich schon bekannt: www.gata.org Investigation of Goldprice Manipulation ......( unter Press Release )

werde mic jetzt mal Euren Kommentaren zur GP-Manipulation widmen, ist ja nicht geradfe wenig

Ciao
@BT

wo liegt denn Deiner Meinung nach das historische Tief für Gold ? und für Silber ?

SEP
@SEP

Die Formulierung `historische Tiefstkurse` war wohl etwas überzogen. Doch wenn wir die letzten langfristigen Tiefpunkte für Gold in 1976 bei ca. 100 $ und für Silber bei ca. 1.30 $ in 1971 mit der Inflationsrate hochrechnet, kommt man den damals gezeigten Tiefpunkten doch recht nahe. Das sagt natürlich nichts darüber aus, wie tief Gold und Silber noch fallen können, bevor ein langfristiger Aufwärtstrend wieder einsetzt. Die EW-Spezialisten gehen beim Gold von einem Tief von <200 $ aus mit anschliessender Explosion. Doch sie zögern nicht, auf einen `Alternativ-Count` hinzuweisen. Kommt die eine Prognose nicht, nehmen wir halt die andere. Auch eine Art, Prognosen abzugeben.

Fakt ist, dass kein Rohstoff, auch nicht Gold, auf 0 sackt. Wenn die Nachfrage größer ist, als das Angebot, wird der Preis früher oder später steigen.

Sorry nochmals für meine ungenaue Ausdrucksweise.

BT
Womit wir mal wieder bei der Goldpreis-Studie der BNP wären.

Gruss

TFischer
Hallo TFischer,

die Goldpreisstudie von BNP kenne ich noch nicht, kannst Du uns die URL nennen?

Danke
aneises2
War in diesem Board:

1. Goldstudie der BNP "Globale Goldperspektive"


In einer 107-seitigen Studie analysiert BNP den Goldmarkt. Die Autoren der Studie sind die
Goldanalysten der BNP Geoff Bell und David Houghton (Tel.: +61-2-9619-6698 und +61-2-
9619-6699). Die Studie erschien im Oktober, wurde jedoch bereits im September vor dem G-
Day am 26.09.99 bei einem Goldpreis von 260 $/oz fertiggestellt. Die Autoren der Studie
konnten den Beschluß der 13 EU-Zentralbanken am 26.09.99 (G-Day), den maximalen
Goldverkauf auf jährlich 400 t zu begrenzen und die Goldverleihungen nicht auszuweiten daher
nicht in ihre Überlegungen einbeziehen. Aufgrund der sehr exakten Analyse und der
verblüffenden Treffsicherheit der Prognosen, erscheint uns die Analyse eine wertvolle
Grundlage für weitere Prognosen zu sein. Vor allem ermöglicht die Studie eine globale und
umfassende Sicht des Goldmarktes in einem Umfeld der Verunsicherung, in dem manche
Börsenbriefe wegen der leichten Reaktion des Goldpreises bereits wieder einen weiteren
Verfall prognostizieren.

Die Schlußfolgerung der Studie

Die Analyse ergibt einen hervorragenden mittelfristigen, möglicherweise auch kurzfristigen
Ausblick für das Gold. Die Geldanlage Gold sollte im Depot von durchschnittlich gewichtet auf
übergewichtet erhöht werden.

Die Rolle der Verleihungen der Zentralbanken

In den letzten 6 Monaten haben sich alle Indikatoren für Gold positiv entwickelt
(Rohstoffzyklus, $, Zinsen). Der Goldpreis fiel dennoch weiter, warum?

Für den Goldpreisverfall sind die Verkäufe der Zentralbanken nur unwesentlich verantwortlich,
der Preisverfall ist vor allem auf die Überflutung der Märkte mit Gold, das von den
Zentralbanken verliehen wurde, zurückzuführen.

In den letzten 6 Monaten verkauften die Zentralbanken gerade einmal 20 t Gold (ohne die
Auktionen der BoE). Dagegen wurden 430 t verliehen, die vor allem von Goldproduzenten für
Vorwärts-verkäufe genutzt wurden. Zusätzlich haben Spekulanten an der Comex in der letzten
6 Monaten Shortpositionen von etwa 200 t aufgebaut.

Die Zentralbanken halten etwa 36.000 t Gold. Umfangreiche Studien der BNP, die im August
und September 1999 durchgeführt wurden, ergaben, daß davon nur maximal 6.500 t (die
Berechnung s.u.) für Goldverleihungen zur Verfügung stehen. Da bereits 5.100 t verliehen
wurden, stehen für weitere Verleihungen nur noch maximal 1.400 t zur Verfügung. Bei
jährlichen Verkäufen der Zentral-banken von 400 t (dies ist zufälligerweise exakt der Umfang,
den die EU-Zentralbanken am G-Day beschlossen haben), gibt es ein jährliches Defizit von 600
t, so daß die noch maximal zur Verfügung stehende Goldmenge für Verleihungen nur noch für
einen Zeitraum von etwas über 2 Jahren ausreicht, um Angebot und Nachfrage am Markt
auszugleichen.

Wenn der Goldpreis weiter fallen sollte, kann dieses Niveau selbst über einen kurzen Zeitraum
nicht gehalten werden. Dabei werden die Annahmen gemacht, daß das Management der
Goldminen rational handelt, daß die Vorwärtsverkäufe geschlossener Minen glattgestellt
werden, daß die Minen auch bei geringerer Gewinnspanne weiter produzieren, daß
Produktionsausweitungen, die keine Gewinne bringen, aufgeschoben werden und daß Minen,
die Verluste erwirtschaften, geschlossen werden.

Eine wichtige Schlußfolgerung ist, daß das Angebot und die Nachfrage bei einem
Goldpreisrückgang in den Bereich von 200 bis 220 $/oz so weit auseinander driftet, daß ein
Goldpreisanstieg sogar kurzfristig unausweichlich wird. Der Goldpreis kann auch mittelfristig
nicht auf dem aktuellen Niveau (260 $/oz) gehalten werden.



Der Goldsektor im Überblick

Der Goldpreis ist in den letzten 4 Jahren um 35 % gefallen. Viele Kommentatoren glauben,
daß die Zentralbankverkäufe dafür verantwortlich waren. Wir stimmen dem nicht zu.

In den letzten 4 Jahren (1995 bis 1998) haben die Zentralbanken 1.236 t (Quelle: GFMS) bei
einem Gesamtangebot von über 15.000 t verkauft. In den letzten 9 Monaten etwa 60 t Gold
verkauft. Da der Goldpreis in dieser Zeit um 30 $/oz gefallen ist, greift die Begründung der
Zentralbankverkäufe für den Goldpreisrückgang nicht.

Die Goldverleihungen erscheinen für die Erklärung des Goldpreisrückgangs viel wichtiger.

In den letzten 4 Jahren (1995 bis 1998) haben die Zentralbanken 1.190 t (Quelle: GFMS)
Gold in den Markt verliehen. Wichtig ist nun, daß in den letzten 9 Monaten alleine die
Goldproduzenten 430 t Gold vorwärtsverkauft haben, das von den Zentralbanken verliehen
wurde. Diese zusätzlichen Verleihungen sind daher der wichtigste Ursache für den jüngsten
Goldpreisverfall.

Für den Goldpreisverfall werden zusätzlich die fallenden Zinsen, der starke $ und die
schwachen Rohstoffpreise genannt. Diese Faktoren können den Goldpreisverfall während der
letzten 3-4 Jahre erklären, in der Zwischenzeit ergeben sich jedoch erhebliche Abweichungen.
Seit Ende 1998 steigen die Zinsen für US-Anleihen, der Goldpreis fällt jedoch weiter. Seit
Ende 1998 fällt der $ (gegenüber dem Yen), der Goldpreis fällt jedoch weiter. Seit Ende 1998
steigen die Rohstoffpreise (Öl, Kupfer, Nickel), der Goldpreis fällt jedoch weiter.

Neben den Goldproduzenten, die in den letzten 9 Monaten 430 t Gold vorwärtsverkauft
haben, haben viele Spekulanten im Vorfeld der Goldauktionen der BoE, Shortpositionen an der
Comex aufgebaut, was auf die aufgebauschte Berichterstattung über die Goldverkäufe der
Zentralbanken, der BoE, der Schweiz und des IWF zurückzuführen ist. Der Aufbau der
Shortpositionen der Spekulanten wurde durch die niedrigen Leihzinsraten für Gold, den starken
$ und die fallenden Anleihezinsen verstärkt. Die spekulativen Shortpositionen lagen im
Jahresverlauf 1999 immer in der Nähe der Rekordstände (200 bis 250 t).

Der Schlüssel für das Verständnis des Goldmarktes sind die Verleihungen der Zentralbanken

Die Feststellung der Höhe der Zentralbank-Goldbestände ist relativ einfach. Der IWF gibt die
Höhe der Bestände in regelmäßigen Abständen bekannt. Ende 1998 lagen die
Zentralbankbestände bei etwa 36.000 t. Die größten Halter waren die USA, gefolgt von
Deutschland, dem IWF, Frankreich, der Schweiz und Italien.

Nicht alle Zentralbanken verleihen Gold

Gold ist ein einzigartiger Rohstoff und wird in großem Umfang von den Zentralbanken
gehalten. Einige dieser Zentralbanken verleihen Gold, um einen kleinen Gewinn aus dem
Leihzinsen zu erwirtschaften. Zu diesem Thema sind folgende Anmerkungen zu machen:

Die Zentralbanken halten ihre Reserven in vielen Varianten. Viele halten Anlagen in $, die wir
wegen der Stärke der US-Wirtschaft für wenig riskant halten.

Gold ist eine Anlage mit geringen Risiken, da sie keine Verpflichtungen anderer beinhaltet. In
einer Krise kann Gold an fast jede Nation, Gesellschaft oder Privatperson verkauft werden.

Die Goldverleihungen werde vor allem von den Goldproduzenten genutzt, die den Gewinn ihrer
zukünftigen Produktion damit absichern wollen. Obwohl die Finanzierung über
Investmentbanken läuft, liegt das Risiko, daß das Geschäft scheitert (Gold kann nicht geliefert
werden) auf der Hand. Da es dieses Risiko gibt, gehen wir davon aus, daß die Goldverleiher
ungern alles Gold verleihen wollen. Große Goldhalter verleihen eher weniger.

Wieviel Gold verleihen die Zentralbanken?

Wenn die Goldverleihungen der Zentralbanken der wichtigste Faktor bei der
Goldpreisentwicklung ist, ist es wichtig, den möglichen Umfang der Verleihungen
festzustellen. Dafür wurde ein Szenario mit dem Umfang der maximalen Verleihungen erstellt.
Es ist nach unserem Modell klar, daß sich Potential für einen Goldpreisanstieg ergibt, sobald
der maximale Umfang der Verleihungen erschöpft ist. Für das Modell wurden folgende
Voraussetzungen angenommen:

Die USA, der IWF, Frankreich, Italien und Japan bleiben bei ihrer Politik, kein Gold zu
verleihen.

Die Niederlande verleihen 60 % des Bestandes.

Deutschland und die Schweiz verleihen bis zu 15 % ihrer Reserven. Dabei wird der Anteil der
Schweiz bei den vorgeschlagenen Verkäufen mit der Zeit kleiner.

Kleinere Goldbesitzer verleihen bis zu 75 % des Bestandes.

Rußland verleiht 40 % des Bestandes, der auf 458 t geschätzt wird.

Die mittelgroßen Besitzer wie Venezuela, Belgien, Schweden und Algerien verleihen bis zu 25
%.

Indien und Spanien, die jeweils etwa 1.000 t halten, dürfen lt. Gesetz kein Gold verleihen.

Unter diesen Annahmen stehen maximal 6.500 t Gold für Verleihungen zur Verfügung. Am
Beispiel der Goldleihen australischer Produzenten zeigt die Analyse, daß diese 6.500 t bereits
weitgehend ausgeschöpft sind. Zwischen 1994 und heute haben die 15 größten australischen
Produzenten ihre Vorwärtsverkäufe von 373 auf 1.089 t ausgeweitet (Erklärung: Die
Goldproduzenten sind die Gegenpartner der Zentralbanken. Sie leihen das Gold, das die
Zentralbanken verleihen, für ihre Vorwärtsverkäufe). Seit Anfang 1999 ist am Markt jedoch
eine Verschiebung zu beobachten. Während die australischen Produzenten ihre
Vorwärtsverkäufe reduzierten, haben die nordameri-kanischen und südafrikanischen
Produzenten in den letzten 9 Monaten große Positionen aufgebaut. Alleine die weltweit
größten 24 Produzenten haben ihre Vorwärtsverkäufe in den letzten 6 Monaten um 345 t
ausgeweitet. Dabei wurden vor allem Gesellschaften aktiv, die in der Vergangenheit nicht oder
nur sehr wenig Vorwärtsverkäufe durchgeführt haben. Die größten Positionen wurden von
Ashanti, Newmont, Anglogold, Barrick, Kinross, Placer Dome, Delta Gold, Gold Fields,
Emperor, Normandy NFM, Acacia und Normandy Mt. Leyshon aufgebaut. Newcrest,
Homestake, Goldfields und Lihir haben ihre Positionen dagegen verringert. Battle Mountain
verhandelt gerade darüber, 50 % ihrer Produktion der nächsten 5 Jahre (2 Mio oz) vorwärts
zu verkaufen.

Interessant ist, daß die 24 größten Produzenten seit dem Jahresbeginn etwa 530 t Gold
produzierten und zusätzlich 340 t über Vorwärtsverkäufe in den Markt brachten. Dagegen
sehen die verkauften 50 t der BoE, die in den Medien eine große Beachtung gefunden haben,
geradezu lächerlich aus.

Bemerkung: Die eingegangenen Vorwärtsverkäufe belasten die genannten Gesellschaften
unter-schiedlich. Die Belastungen sind von der Struktur der Vorwärtsverkäufe und den
Produktionskosten abhängig. Außerdem ist zu berücksichtigen, daß viele Gesellschaften, ihre
Positionen täglich verändern. So hat Gold Fields große Teile der Vorwärtsverkäufe mittlerweile
wieder glattgestellt. Die Auswirkungen der Vorwärtsverkäufe müssen daher für jede
Gesellschaft individuell ermittelt werden.

Über die Struktur der Vorwärtsverkäufe ist nur wenig bekannt, da die Gesellschaften nicht
verpflichtet sind, diese zu veröffentlichen. Es ist allerdings eine Tendenz von den
Vorwärtsverkäufen mit fest vereinbarten Lieferverpflichtungen weg zu der Absicherung durch
Putoptionen zu beobachten. So haben sich Newcrest, Sons of Gwalia, Newmont und
Goldfields fast ausschließlich durch Putoptionen abgesichert. Normandy Mining und Delta Gold
fahren eine ausgewogene Mischung aus Putoptionen und Vorwärtsverkäufen, wobei
Normandy Mining die Vorwärtsverkäufe zuletzt abgebaut und die Putoptionen aufgebaut hat.
Anglogold, Barrick, Placer Dome, Lihir, Acacia, Normandy NFM, Gold Fields, Homestake,
Kinross, Ranger, Aurora, Emperor, Normandy Mt. Leyshon, Resolute und Pacmin haben
dagegen nahezu ausschließlich fest vereinbarte Lieferver-pflichtungen.

Da von den maximal für die Verleihung zur Verfügung stehenden 6.500 t bereits 5.100 t
verliehen sind, stehen für den Ausgleich des Marktes in Zukunft nur noch maximal 1.400 t zur
Verfügung. Die Verleihungen der Zentralbanken werden also nur noch für eine begrenzte Zeit
einen Marktausgleich erreichen können. Wenn unsere Annahmen über das maximale
Verleihvolumen der Zentralbanken und über das bereits verliehene Volumen korrekt sind, dann
würden wir steigende Leihzinsraten mit der abnehmenden Möglichkeit, Gold zu leihen,
erwarten.

Limitierte Verleihungen, höhere Verleihzinsen, höherer Goldpreis?

Die bisherige Analyse ergibt, daß die Menge des verleihbaren Gold begrenzt ist. In der letzten
Zeit wurde die Liquidität des Goldmarktes durch zusätzliche Verleihungen erhöht, was das
erhöhte Leihen der Produzenten und der Spekulanten ermöglicht hat. Wenn die Annahmen
richtig sind, müßten die Goldleihzinsraten demnächst ansteigen. Selbst wenn alle
Zentralbanken ihre Verleihungen auf das von uns angenommen Maximum ausweiten würden,
könnte der Goldpreis nur noch maximal für 3 Jahre auf dem Niveau von 260 $/oz gehalten
werden.

Bei einem Goldpreis von 260 $/oz werden für die Analyse folgende Annahmen gemacht:

Die Nachfrage der Schmuckindustrie und für andere Fabrikationen wächst mit einer Jahresrate
von 4 %. Die Nachfrage der Spekulanten bleibt bei Null. Die Barrenhortung in Fernost bleibt
bei jährlich 20 t und die Produzenten schließen die unprofitable Produktion und stellen ihre
Hedgebücher glatt.

Die Goldangebotslücke

Auf der Angebotsseite wird eine jährliche Abwertung des südafrikanischen Rand gegenüber
dem $ um 10 % angenommen. Die jährlichen Verkäufe der Zentralbanken liegen bei 400 t. Ein
Altgoldangebot von jährlich 550 t bleibt erhalten. Die Neuproduktion wird von den 24 größten
Gesellschaften auf die Weltproduktion hochgerechnet. Die Lücke zwischen Angebot und
Nachfrage wird durch Verleihungen der Zentralbanken gefüllt, da eine höhere Minenproduktion
und ein größeres Altgoldangebot nur bei einem höheren Goldpreis zu erwarten ist. Wenn das
maximale Verleihvolumen erreicht ist, entsteht eine Goldangebotslücke. Diese
Goldangebotslücke kann durch Zentralbankverkäufe oder Zentralbankverleihungen (nur wenn
die Zentralbanken entscheiden, mehr Gold zu verleihen) ausgeglichen werden. Die
Goldangebotslücke muß geschlossen werden. Wenn sie nicht geschlossen wird, muß der
Goldpreis steigen, um die Nachfrage zu senken.

Was passiert, wenn der Goldpreis weiter fällt?

Die bisherige Analyse, zeigt, daß die mittelfristige Prognose für Gold gut ist. Selbst wenn die
Zentralbanken jährlich 400 t Gold verkaufen und unter konservativen Schätzungen, wird
bereits 2002 eine große Goldangebotslücke entstehen. Kurzfristig ist die Prognose sehr
schwierig, da viele Goldproduzenten und Spekulanten Shortpositionen aufgebaut haben. Das
Risiko, daß dieser Trend anhält, ist zwar klein, es bleibt aber bestehen. Auch wenn nur noch
maximal 1.400 t Gold für Verleihungen zur Verfügung stehen, könnten die Verleihungen den
Goldpreis kurzfristig weiter drücken. Die Frage ist dabei, wie weit und wie lange der Goldpreis
noch niedriger gedrückt werden kann. Obwohl die Gewinnspannen der Goldminen in den
letzten 3-4 Jahren zusammengeschrumpft sind, konnte die Minenproduktion ausgeweitet
werden. Bei einem weiteren Rückgang des Goldpreises um 50 $/oz müßten jedoch erhebliche
Veränderungen bei der Eröffnung neuer Minen, bei neuen Entwicklungsprojekten,
Investitionen, Hedgebüchern und Goldreserven angenommen werden. Um einen exakten
Überblick zu bekommen, wurde eine umfassende und umfangreiche Analyse der gesamten
Goldindustrie durchgeführt, um eine Aussage darüber treffen zu können, auf welchem Niveau
sich der Goldpreis befinden müßte.



In der Folge wird das Szenario von Minenschließungen, Produktionskürzungen in den Minen,
Aufschiebung von Minenexpansionen und Aufschiebungen von Minenentwicklungen bei einem
Goldpreisrückgang von 260 auf 160 $/oz, jeweils in Schritten von 20 $/oz durchgespielt.
Dabei wurden die Gewinnspannen, die Hedgebücher, die Investitionen und Goldreserven der
Goldminen-gesellschaften, die Weltminenproduktion sowie die Verleihmöglichkeiten der
Zentralbanken für jedes Goldpreisszenario untersucht.

Ergebnisse

Goldproduktion

Bei einem Goldpreis von 260 $/oz sind die Gewinnspannen der Goldminen ausreichend, um die
Minenproduktion aufrechterhalten zu können. Bei einem Goldpreis von 240 $/oz würden
bereits Minenentwicklungen und Minenexpansionen aufgeschoben werden. In einigen Minen
kommt es zu Produktionskürzungen. Bei einem Goldpreis von 220 $/oz kommt es zu
Minenschließungen und dadurch zu einer durchschnittlichen Senkung der Produktionskosten.
Bei einem Goldpreis von 200 $/oz würde es zu deutlichen Produktionsrückgängen durch
Minenschließungen kommen. Bei einem Goldpreis von 180 $/oz müßte die Mehrzahl der Minen
geschlossen werden. Bei einem Goldpreis von 160 $/oz würden nur noch vereinzelte Minen
produzieren können.

Hedgebücher

Bis zu einem Goldpreis von 240 $/oz würden die Hedgebücher intakt bleiben. Bei einem
Goldpreisrückgang unter 240 $/oz würden im Zuge von Minenschließungen, die Hedgebücher
glattgestellt. Bei einem Goldpreisverfall unter 200 $/oz würden die Goldminen bei der
Schließung ihrer Hedgebücher als massive Goldkäufer auftreten. Bei einer verringerten
Goldproduktion würde die Goldnachfrage dadurch zusätzlich erhöht. Der Wert der
Hedgebücher würde bei einem Goldpreis von unter 240 $/oz bei vielen Gesellschaften den
aktuellen Börsenwert weit übersteigen, was den Gesellschaften die Schließung der Minen
erleichtern würde.

Cashbestand

Interessant sind die Ergebnisse über die Untersuchung des Cashbestandes und der Bilanzen
der Goldminen. Ein Goldpreis von 260 $/oz würde auf Dauer eine Verringerung der
Investitionen bei einer gleichzeitigen Verschlechterung der Bilanzen zur Folge haben. Viele
Goldminen sind also bei einem Goldpreis von 260 $/oz auf Dauer nicht überlebensfähig. Bei
einem Goldpreisrückgang unter 260 $/oz würden die Investitionen deutlich gesenkt. Die
Bilanzen würden sich dennoch erheblich verschlechtern, da zu erwarten ist, daß die Goldminen
nur zögerlich geschlossen werden. Bei einem Goldpreis von unter 200 $/oz würden sich die
Bilanzen der Goldminen wieder verbessern, da dann bei sehr geringen Investitionen hohe
Gewinne aus der Glattstellung der Hedgebücher realisiert werden könnten.

Goldnachfrage

Bereits bei einem Goldpreis von 220 $/oz würden einige Goldminen ihre Produktion schließen
müssen, so daß die Schließung der Hedgebücher zu einem marginalen Anstieg der
Goldnachfrage führen würde. Bei einem Goldpreisrückgang auf 180 $/oz würde die
Goldnachfrage weltweit um etwa 10 % ansteigen, da dann viele Goldminen nach
Minenschließungen als Goldkäufer auftreten würden, um ihre Hedgebücher zu schließen. Bei
einem Goldpreis von 160 $/oz würde die zusätzliche Nachfrage der Goldminen die
Goldnachfrage weltweit um 20 % erhöhen.

Goldreserven

Bei einem Goldpreis von 260 $/oz liegen die Goldreserven bei 40.000 t, was bei einer
jährlichen Produktion von 2.500 t einer Lebensdauer von 16 Jahren entspricht. Bei einem
Goldpreis von 240 $/oz würde die Lebensdauer der aktuellen Produktion auf 15 Jahre, bei
einem Goldpreis von 220 $/oz auf 14 Jahre, bei einem Goldpreis von 200 $/oz auf 8 Jahre,
bei einem Goldpreis von 180 $/oz auf 5 Jahre und bei einem Goldpreis von 160 $/oz auf 4
Jahre sinken. Klar ist, daß bei einem Goldpreis von unter 200 $/oz die
Angebot/Nachfragesituation so unausgeglichen wäre, daß der Goldpreis sogar kurzfristig
steigen müßte.

Goldangebot

Bei einem Goldpreis von 260 $/oz würde das Angebot trotz maximaler Ausleihungen der
Zentralbanken nicht ausreichen, um die Nachfrage zu befriedigen. Spätestens ab 2002 würde
eine Goldangebotslücke (s.o.) entstehen. Bei einem Goldpreisrückgang auf 200 $/oz würde die
Goldangebotslücke bereits 2001 entstehen, da die Goldproduktion der Goldminen dann stark
rückläufig wäre. Bei einem Goldpreis von 160 $/oz würden die Minenproduktion und die
Verkäufe der Zentralbanken (400 t jährlich) nicht einmal mehr die Hälfte der weltweiten
Nachfrage abdecken können.

Goldleihen der Zentralbanken bei einem fallenden Goldpreis

Selbst bei einem Goldpreis von 300 $/oz würden die Verleihungen nur bis Ende 2002
ausreichen, um Angebot und Nachfrage am Goldmarkt auszugleichen. Bei einem Goldpreis von
220 $/oz wären die Goldverleihmöglichkeiten der Zentralbanken bereits Ende 2001
ausgeschöpft. Bei einem Gold-preisrückgang auf 160 $/oz würde die Goldangebotslücke bis
2003 sprunghaft auf jährlich 8000 t ansteigen und 2004 bereits 10.000 t erreichen.

Bemerkung: Beurteilen Sie vor dem Hintergrund dieser Analyse die Aussagen von Paul C.
Martin in der Bildzeitung vom 13.07.99: "Wohin kann Gold fallen? Auf exakt 42,22 Dollar".

Schlußfolgerungen

Sogar der aktuelle Goldpreis von 260 $/oz ist auf längere Sicht nicht haltbar. Nach unserer
Analyse kann der Goldpreis nur vorübergehend auf dem Niveau von 260 $/oz gehalten
werden. Auf mittlere und längere Sicht ist mit einem Anstieg zu rechnen.

Bei einem Goldpreisniveau von 260 $/oz müssen die Zentralbanken jährlich 1.000 t über Gold-
verkäufe und Goldverleihungen zur Verfügung stellen, um den Markt im Gleichgewicht zu
halten. Unter der Annahme, daß die Zentralbanken jährlich 400 t Gold verkaufen, wird
spätestens nach 3 Jahren ein Marktungleichgewicht auftreten, außer wenn die
Zentralbanken beschließen, große Goldmengen zu verkaufen. Wenn die Zentralbanken weniger
als jährlich 400 t Gold verkaufen, könnte das Marktungleichgewicht bereits viel früher
auftreten. Die gestiegene Leihzinsrate könnte ein erster Indikator für die Begrenzung des
Angebotes von Zentralbankgold sein.

Falls der Goldpreis auf 200 $/oz fallen sollte, würde der Markt sehr schnell in ein
Ungleichgewicht fallen. 40 der 160 größten Goldminen müßten geschlossen werden. Die
Möglichkeiten der Zentralbanken, Gold zu verleihen, wären bereits 2001 erschöpft. Die
Goldproduzenten würden bei der Schließung ihrer Hedgebücher zusätzlich 250 t Gold
nachfragen. Nur um den Markt im Gleichgewicht zu halten müßten die Zentralbanken bis
2001 zusätzlich 5.000 t Gold verkaufen. Ein Goldpreisverfall auf 200 $/oz ist daher nicht über
einen Zeitraum von länger als 6 Monaten vorstellbar.

Obwohl der Goldpreis mittelfristig bei 260 $/oz nicht haltbar ist, besteht dennoch die
Möglichkeit, daß der Goldpreis durch die Ausweitung von Vorwärtsverkäufen der Goldminen
und den Aufbau von Shortpositionen kurzfristig weiter gedrückt wird. Das Risiko eines
erneuten Goldpreisrückgangs ist daher auf einen sehr kurzen Zeitraum begrenzt. Unser
Ausblick für die nächsten 12 Monate ist daher positiv, so daß wir empfehlen, Gold im Depot
überzugewichten und eine Auswahl von Goldminenaktien zu kaufen, die nicht nur von einem
steigenden Goldpreis profitieren, sondern auch einen weiteren Verfall gut überstehen können.




Gold sollte im Depot übergewichtet werden

Ein Goldpreis von über 300 $/oz ist innerhalb der nächsten 12 Monate zu erwarten.

Dabei wurde berücksichtigt:

Der Goldpreis wurde während der letzten 6 Monate vor allem durch die Vorwärtsverkäufe der
Goldproduzenten und den Aufbau von Shortpositionen von Spekulanten gedrückt.

Die Verleihmöglichkeiten der Zentralbanken sind jetzt begrenzt.

Das limitierte Goldvolumen, das mit niedrigen Zinsraten zur Verfügung steht, beschränkt die
Möglichkeit für Goldproduzenten und Spekulanten mit größeren Volumen short zu gehen.

Die Rohstoffpreise steigen. Der $ wird schwächer.

Wenn der Goldpreis auf dem aktuellen Niveau bleibt, müssen die Zentralbanken jährlich 1.000
t Gold zur Verfügung stellen, um das Marktgleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zu
erhalten.

Der Goldpreis kann weiter fallen, was das Marktungleichgewicht jedoch vergrößern würde.

Ein weiterer Goldpreisrückgang von 50 $/oz hätte erhebliche Auswirkungen auf die
Minenproduktion.

Wir glauben, daß der Zeitpunkt richtig ist, um das Gold im Depot überzugewichten und
empfehlen, ausgewählte Goldminenaktien zum Kauf.

Wichtige Prognosen

Bei der Erwartung eines steigenden Goldpreises innerhalb der nächsten 12 Monate, kann der
absolute Goldpreisanstieg und die mögliche Schwankungsbreite nur schwer vorherbestimmt
werden. Da es ziemlich klar ist, daß die Goldverleihmöglichkeiten der Zentralbanken limitiert
sind, erwarten wir einige Faktoren, die zu einem Goldpreisanstieg führen werden.

Da von den Zentralbanken weniger Gold verliehen wird, erwarten wir einen Anstieg der
Leihzinsraten.

Durch die höheren Leihzinsraten werden die Goldproduzenten und Spekulanten weniger
Shortpositionen aufbauen.

Dies wird zu einem Rückgang des Angebotes führen.

Ein geringeres Angebot wird einen höheren Goldpreis zur Folge haben.

Ein höherer Goldpreis wird dazu führen, daß die Spekulanten ihre Shortpositionen eindecken
und die Goldproduzenten ihre Hedgebücher überdenken. Die Investmentbanken werden über
das Delta Hedging dazu gezwungen sein, Gold zu kaufen, um die mit den Goldproduzenten
eingegangenen Risiken aus den Putoptionen (Investmentbanken sind die Verkäufer der
Putoptionen) abzusichern.

Die Eindeckung von Shortpositionen der Spekulanten und das Delta Hedging steigern die
Nachfrage, so daß es zu einem noch höheren Goldpreis kommen wird. Eine Rally könnte
kurzfristig zu einem scharfen Goldpreisanstieg führen.

Nach einer Goldpreisrally wird die Stimmung am Goldmarkt wahrscheinlich positiver sein,
daher werden danach weniger Shortpositionen aufgebaut und das Hedging wird erst wieder
aufgenommen, wenn die Leihzinsraten wieder fallen. Durch die geringe Verfügbarkeit von
Zentralbankgold werden das zukünftige Hedging und der Aufbau von Shortpositionen limitiert.
Das fundamentale Defizit zwischen Angebot und Nachfrage wird erhalten bleiben, so daß das
Umfeld für einen steigenden Goldpreis erhalten bleibt.

Beurteilung: Die Prognosen der Studie sind bislang zu 100 % eingetroffen. Der Anstieg der
Leihzinsraten, der Rückgang des Angebotes, der Anstieg des Goldpreises, die Eindeckung von
Shortpositionen, das Überdenken der Hedgebücher der Goldproduzenten, die Goldpreisrally,
die höhere Schwankungsbreite sind allesamt eingetroffen. Die letzte Prognose betrifft die
Einschätzung der nächsten Wochen und Monate: "Das fundamentale Defizit zwischen
Angebot und Nachfrage wird erhalten bleiben, so daß das Umfeld für einen steigenden
Goldpreis erhalten bleibt." Die Analyse des "Goldmarktes" deckt sich grundsätzlich mit der
Studie der BNP, so daß auch wir eine fundamentale Marktlage sehen, die ein positives Umfeld
für einen steigenden Goldpreis beinhaltet.

Abweichende Analyse des "Goldmarktes"

Bei den Grundlagen der Studie ergeben sich jedoch einige Abweichungen. In der BNP Studie
wird die maximale Höhe der Verleihungen der Zentralbanken bei 6.500 t gesehen. Da wir bei
Deutschland der Schweiz, England, Österreich Verleihungen bis zu 20 % (BNP Studie 15 %),
bei der EZB bis 100 % (BNP Studie 5 %) für möglich halten, gehen wir davon aus, daß das
maximale Verleihvolumen der Zentralbanken etwa bei 8.000 t liegt. Zusätzlich gehen wir
davon aus, daß die BIZ, die USA (Federal Reserve), Italien, Japan und der IWF in Krisenzeiten
wenigstens vorübergehend bereit ist, Gold zu verleihen. Eine solche Krise war beispielsweise
die LTCM-Pleite, bei der offene Shortpositionen über schätzungsweise 400 t abgedeckt
werden mußten. Das zumindest kurzfristig zur Verfügung stehende Verleihvolumen könnte
demnach auf bis zu 10.000 t geschätzt werden.

Da wir die Analyse der BNP bei den Vorwärtsverkäufen der Goldproduzenten für sehr exakt
halten, ergibt sich für das Leihvolumen der Goldproduzenten von 5.100 t keine abweichende
Schätzung.

Die BNP Studie schätzt die sonstigen offenen Shortpositionen auf maximal 700 t. Dabei liegen
die offiziellen Shortpositionen der Comex bei 200 t, so daß die Shortpositionen der
Investmentbanken und der Hedge Funds auf maximal 500 t taxiert werden. Wir halten diese
Schätzung für weit untertrieben. Ausgehend von höheren Verleihungen der Zentralbanken, die
wir auf zwischen 8.000 und 10.000 t schätzen, halten wir offene Shortpositionen der
Investmentbanken und Hedge Funds von 2.200 bis 4.200 t für möglich. Alleine die
Shortpositionen von 4 Hedge Funds (Soros, Tiger, Moore Capital und PEI) werden vom GATA
mit zwischen 930 und 1.550 t angegeben (vgl. "Der Goldmarkt" vom 10.09.99).

Ausblick (s. 2.Teil)

von Goldhotline 27.10.99 16:00:32 49915
2. Teil

Ausblick:

Egal ob die Grundlage der Analyse von einem maximalen Verleihvolumen der Zentralbanken
von 6.500 t oder von 10.000 t ausgeht, steht fest, daß der Marktausgleich bei dem künstlich
niedriggehaltenen Goldpreis durch Zentralbankverkäufe und Zentralbankverleihungen nur noch
über einen limitierten Zeitraum gewährleistet werden kann. Der Goldpreisanstieg von 250 auf
340 $/oz innerhalb von nur 2 Wochen zeigt dabei die Explosivität des Marktes, der auf die
panikartige Schließung von Shortpositionen zurückzuführen war. Bei der Beurteilung der
zukünftigen Entwicklung bleiben die Voraussetzungen erhalten:

Die Verleihmöglichkeiten der Zentralbanken bleiben begrenzt. Vor allem durch das Statement
der 13 EU-Zentralbanken vom 26.09.99, die Goldverkäufe auf 400 t jährlich zu begrenzen
und die Goldverleihungen nicht zu erweitern, werden die Verleihmöglichkeiten der
Zentralbanken weiter eingeschränkt.

Das limitierte Leihvolumen führt zu höheren Leihzinsen, die den Aufbau weiterer
Vorwärtsverkäufe und spekulativer Shortpositionen begrenzen.

Die Rohstoffpreise zeigen weiterhin eine feste Tendenz. Der $ neigt weiterhin zur Schwäche.
Beim aktuellen Goldpreis von 300 $/oz müssen die Zentralbanken jährlich etwa 1.000 t (400 t
davon durch Verkäufe) zur Verfügung stellen, um einen Marktausgleich zwischen Angebot und
Nachfrage zu schaffen.

Die Minenproduktion liegt auch bei einem Goldpreis von 300 $/oz nur geringfügig über der
Minenproduktion bei einem Goldpreis von 260 $/oz und kann auf diesem Niveau nur
unwesentlich ausgeweitet werden.

Ein Rückfall des Goldpreises würde das Marktungleichgewicht wieder vergrößern, so daß sich
die Zeitspanne bis zu einem Wiederanstieg verkürzen würde.

Goldminengesellschaften werden bei einem Rückgang des Goldpreises unter 300 $/oz
versuchen, ihre Vorwärtsverkäufe einzudecken, um bei einem Wiederanstieg von dem
steigenden Goldpreis besser profitieren zu können.

Die Shortspekulanten sind vorgewarnt und werden bei einem Wiederanstieg des Goldpreises
versuchen, ihre Shortpositionen so schnell wie möglich einzudecken. Dies würde eine erneute
Rally am Goldmarkt auslösen.

Der näher rückende Jahr-2000-Wechsel wird die Goldnachfrage eher noch weiter steigern.

Bei einem monatlichen Defizit von 50 t (bei jährlichen Zentralbankverkäufen von 400 t), die
durch Zentralbankverleihungen ausgeglichen werden müssen, ist der Zeitraum begrenzt, in
dem der Goldpreis auf dem aktuellen Niveau von 300 $/oz gehalten werden kann.

Wie lange es gelingt, genügend Zentralbankgold zu mobilisieren, um das aktuelle
Marktgleichgewicht zu erhalten, bleibt offen. Der Goldpreisanstieg nach dem 26.09.99 zeigte
jedoch, daß die Zentralbanken bereits jetzt an das Limit ihrer Möglichkeiten gelangt sind.


Unsere Prognose lautet daher:

Der Goldpreis wird bereits innerhalb der nächsten Monate zu einem neuen Höhenflug
ansetzen.

Die Wahrscheinlichkeit, daß dies noch 1999 der Fall sein wird, ist groß, da die Finanzmärkte
zur Zeit schweren Verwerfungen ausgesetzt sind.

Ein erneuter Goldpreisanstieg wird ebenso explosiv sein, wie der Anstieg der nach dem
26.09.99 zu beobachten war, da bislang nur unwesentliche Teile der offenen
Shortpositionen der Spekulanten und Vorwärtsverkäufe der Goldproduzenten glattgestellt
werden konnten.

von Goldhotline 02.12.99 07:54:21 49916
Für diejenigen nach oben geholt, die bereits jetzt wieder den Überblick verlieren.

Wir befinden uns nach wie vor seit dem 26. September 1999 in einer Hausse. Die Kursrückgänge des Goldpreises und der Goldminenaktien sind kein Grund, frustriert aus dem Markt auszusteigen, sondern bieten die Gelegenheit, sich jetzt noch zu engagieren.

Um zu Kostolany zurückzukommen: Jetzt kaufen die Hartgesottenen von den Zittrigen.

Die Goldhotline
Hier ist die wesentliche Diskussion exzellent zusammangefasst.

Danke:)


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