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vwd exklusiv/Kabel New Media: Sind vor allem ein Wachstumswert
Hamburg (vwd) - Die Aktie der Kabel New Media AG, Hamburg, ist nach Ansicht ihres CEO vor allem ein Wachstums- und kein Dividendenwert. "Das wissen auch die Anteilseigner", sagte CEO Peter Kabel am Mittwoch im Gespräch mit vwd*. Durch ein kontinuierliches organisches Wachstum und sorgfältige Akquisitionen solle eine solide Basis zur Sicherung und Maximierung des Unternehmenswertes geschaffen werden. Wenn es bis Ende des Geschäftsjahres 2002/2003 (31. März) gelinge, im Konzern einen Umsatz von 200 Mio EUR und eine EBITA-Quote von 15 Prozent zu erreichen, werde man die Frage der Dividendenzahlung aber neu beleuchten.


Allerdings könne es sein, dass auch dann wichtige Investitionen vor einer Ausschüttung Vorrang hätten. Für das laufende Geschäftsjahr 2000/2001 wird die Prognose eines Umsatzes von mehr als 80 Mio EUR und einer schwarzen Null beim EBITA aufrechterhalten. Mittelfristig rechnet Kabel mit einem EBITA von rund 30 Prozent. "Wir halten dies für ein sehr ehrgeiziges Ziel, wenn man bedenkt, dass wir als people business auch Grenzen haben und die Erträge erst einmal erarbeitet werden müssen", sagte der CEO. Glücklicherweise sei Kabel New Media ein management- und kein eigentümerorientiertes Unternehmen, so dass sehr effektiv gearbeitet werde.


Auch die neue Struktur werde zum Erfolg beitragen, ist sich Kabel sicher. Dennoch bleibe die Integration aller akquirierten Töchter Kernthema des Jahres. Probleme erwartet das Management dabei nicht. Künftig soll das Akquisitionstempo etwas gedrosselt werden. Dennoch soll die Hauptversammlung "quasi als Vorrat" neues genehmigtes Kapital befürworten, erklärt Kabel. Von dem zuvor genehmigten Kapital seien noch ein Viertel bis ein Drittel vorhanden. Als Vorteil bezeichnet Kabel den erwogenen Ausbau des Engagements im Call-Center-Bereich, wobei es aber nicht unbedingt zu einer Akquisition kommen muss. "Wir haben bereits unsere Fühler ausgestreckt", so der CEO.


Call-Center könnten als ein wesentlicher Baustein im wichtigen After-Sales-Bereich tätig werden, der "ein Geschäftsmodell erst zum Geschäftsmodell macht oder nicht". Mit so erworbenem Kundenwissen und angewendetem Datamining will Kabel New Media im operativen Bereich noch mehr leisten, sagte Kabel. Im Geschäftsbereich Plattformen arbeitet das Unternehmen operativ an drei Projekten. "Weitere sind im Ofen", sagte Kabel. Voraussichtlich noch vor Jahresende soll die neue Logistikplattform online gehen. Hier fallen für Kabel New Media vor allem Transaktionserlöse an. Generell hält Kabel für die Plattformprojekte Börsengänge für möglich.


Zwingend seien sie jedoch nicht. Mit dem Aktienkurs von rund 22 EUR ist der CEO nicht zufrieden, sieht aber auch "keine gigantische Dramatik" darin. Verglichen mit Mitbewerbern stehe das Unternehmen viel besser da, auch wenn sich dies im Kurs nicht widerspiegelt. "Wir sind ein kräftiges Unternehmen und kein Wackelkandidat", sagte Kabel. Es gebe keinerlei Liquiditätsprobleme, durch den Emissionserlös sei "das Konto gut gefüllt". Und durch die Akquistionen habe die Aktie deutlich "an Charme gewonnen". Dennoch schätze der Markt das Unternehmen nicht richtig ein. Selbst wenn viele ".coms" jetzt pleite gingen, hätte Kabel New Media nur einen Umsatzausfall von rund fünf Prozent und würde von dieser Entwicklung kaum tangiert, da der Großteil der Kunden im Bereich Old Economy zu finden sei.


Kabel New Media habe viele stabile institutionelle Investoren, zu denen ein reger Kontakt bestehe. Gleichwohl gebe es auch angelsächsische Investoren, die schnell auf Marktberichte reagierten und ihre Portefolios umschichteten. Dem CEO ist zudem nicht bekannt, dass das Management oder die Business Angels sich kurzfristig von Anteilspaketen trennen wollen. In der Vergangenheit hätten Teile des Managements kleinere Pakete "kontrolliert veräußert". Auch bei den Business Angels ist es vor einiger Zeit zu Abgaben von unter fünf Prozent gekommen, sagte Kabel.


Zur Klage der vier Kleinaktionäre gegen den Beschluss der außerordentlichen Hauptversammlung vom 15. März 2000 gegen die Integration der Projektor PNM AB, Stockholm, sagte Kabel, dass die Kapitalerhöhung bereits ins Handelsregister eingetragen sei, der Integrationsprozess stattfinde und das Unternehmen künftig unter Kabel New Media Stockholm firmiere. Trotzdem strebe man eine Einigung mit den Klage führenden Aktionären an. Ideen über das Wie seien bereits vorhanden.

*Das Gespräch führte vwd Korrespondentin Kirsten Bienk

vwd/19.7.2000/kib/cü/smh
Immer noch ein interessanter Text, die meissten Infos sind zwar bereits bekannt aber eine vermehrte öffentliche Präsenz kann keinesfalls schaden. Wir erleben gerade eine Konsolidierungsphase; es werden die getätigten Akquisitionen integriert.

Dank für die Recherche.
amp.


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