DAX+0,14 % EUR/USD+0,17 % Gold-0,59 % Öl (Brent)+1,12 %

New York-Hamburger Gummiwaaren - wer weiß Näheres ? - 500 Beiträge pro Seite



Beitrag schreiben

Begriffe und/oder Benutzer

 

leider Nein,
aber ich möchte 1) diesen Thead oben halten und 2) am Freitag wieder zur HV.
Letztes Jahr gab es Bürsten und Kämme als Naturaldividende ;-)
negro
Hallo jrosse u. negro,
Es ist geplant eine neue Fabrik in Hamburg-Hausbruch zu errichten.
In der Brange geht das Gerücht rum, daß Klöckner-Ferromatic die Ausstattung übernimmt.

Baubeginn sollte anfang 2000 sein, es tut sich aber nichts.
Wäre nett wenn Ihr mal wärend der HV. danach fragt.

Gruß Twistur
sorry Twistur,
aber das mit der Fabrik war auf der letzten HV schon nichts neues mehr.
Ob sich auf der Baustelle etwas tut, weiß ich zugegebenermaßen nicht.
Ich warte auch auf Neuigkeiten wegen der neuen Rolltreppenhandläufe aus Kunststoff.
Wer kommt denn am Freitag noch?
negro
Hi,

wie war`s auf der HV? Was gibt es Neues über den Umzug und den Verkauf des Grundstücks?

Bin gespannt ...
NYHG wird doch die nächste Totgeburt vom ESCOM-Menzel und seinem "vermögenden (langsam dürfte nach den vielen Flops kaum mehr Substanz vorhanden sein ;-)) Freundeskreis"...
Was macht eigentlich "seine" STELCON, der "norddeutsche Betonriese nach Einbringung von 3 bedeutenden Betonfirmen (Eigenwerbung und mW bis heute nicht geschehen)"? Dem Kurs nach siehts damit ja eher düster aus...Ich bin wahrlich gottfroh, diesen Mist irgendwann mal +-0 verkauft zu haben...;-)
Gruß und viel Spaß mit ESCOM-Menzel,
The Trump
P.S. Die NYHG-Kämme sind wirklich billiger Plunder und nicht der Reise wert, die Zahlen übrigens auch nicht, wie ich mir habe sagen lassen...
Die NYH-Kämme sind aus Hartgummi gemacht und Qualitätsprodukte, wesentlich haarfreundlicher als die in
Supermärkten gängigen Plastikkämme.

Die AG hat im 1. Hj. 2000 einen G e w i n n von 1 Mio. DM erzielt, die Durststrecke ist also beendet.

Die Handlaufgeschichte nimmt konkrete Formen an, und außerdem wird nun auch der amerikanische Markt
erschlossen.

Alles in allem also gute Nachrichten.
Hallo jrosse,
Mich interessiert immer noch die neue Fabrik in Hamburg-Hausbruch.
Wird sie gebaut und wann?

@negro: Das mit der Fabrik ist wirklich schon ein alter Hut,daß Problem ist nur, die alte Fabrik steht unter Denkmalschutz und die soll erst mal einer kaufen!
Würde mich übrigens freuen wenn Du am 02.08 mal wieder beim HH- Boardtreffen auftauchen würdest.Hätte wg.NYHG noch so einige Fragen,
die ich hier nicht stellen will.

Gruß Twistur
Hi Twistur,

die neue Fabrik in Hausbruch kann erst gebaut werden, wenn das alte Gebäude veräußert ist.
Zwar steht es unter Denkmalschutz, nach den neuen Stadtentwicklungsplänen soll in Harburg jedoch
eine Art Technologieentwicklungspark entstehen ( also Büronutzungen durch Ingenieurgesellschaften,
Internet-Start-Ups etc.). Das Gelände eignet sich hervorragend dafür. Dadurch erfährt es natürlich
Wertsteigerungen. Es gibt bereits einige neue Kaufinteressenten.

Gruß

jrosse
Umsatz 2000:+14% auf 66 Mio.DM
1.Q. 2001 :+21%
also gar nicht so schlecht.
Seit Jahresanfang gibt es meiner Ansicht nach deutliche Anzeichen dafür, daß jemand in größerem Stil einsteigt.
Dies wird anhand der Umsätze in Frankfurt und Hamburg seit Jahresanfang deutlich.
Die fundamentlen Zahlen sind gut, wenn ich auch in einigen Sachen skeptisch bin (nur etwas). Allerdings ist die Mantelspekulation endgültig abgehackt.
Weiß jemand mehr als ich ?
Äh,
also so militant wollte ich mich auch wieder nicht ausdrücken: ich meinte abgehakt und nicht abgehackt ;).
Übrigens: www.nyh.de gibt´s auch.
Gruß unicum
von tommie-lee 07.04.01 16:29:13 3262689 NEW-YORK HBR.GUMMI

nyh ist tatsächlich wieder im bereich mvv angesiedelt. habe gehört, dass der kammbereich bis ende juni ausgegliedert werden soll und die nyh dann als nyh immo holding ag agieren soll.
paßt aufgrund des geringen free-floats und vor allem, weil es sich hier um nw dm 50 aktien handelt.


gruss + bb
Aus der Homepage - klingt nach gutem Management und positivem Trend m Geschaeft, oder?


+++Auszug Hamburger Abendblatt, 29.12.2000+++
Harburgs heimlicher Weltmeister
Hamburg – Harburg am Hafen. 100.000 Haarkämme werden pro Woche in den Werkhallen der New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie AG (NYH) hergestellt. Bald soll die Produktion aus der Nartenstraße verlagert werden. Investoren geben sich die Klinke in die Hand. Ihr Interesse gilt dem 30.000 qm großen Grundstück der NYH, das mit denkmalgeschützten Industrieanlagen bebaut ist. Peter Swienty, Alleinvorstand des Unternehmens, will das Gelände verkaufen und den in Branchenkreisen auf 20 Millionen Mark geschätzten Erlös in Hausbruch investieren. Dort sollen die etwa 340 Mitarbeiter des Unternehmens in hochmodernen Gebäuden produzieren. Im Harburger Hafen hingegen könnten loftähnliche Büros für die Multimediabranche entstehen.
„In diesem Jahr werden wir einen operativen Gewinn von etwa einer Million Mark erwirtschaften“ rechnet Swienty vor. Dabei sah es bei dem 1871 gegründeten Betrieb noch vor wenigen Jahren schlecht aus. „Wir stellten Massenartikel im Kunststoffbereich unter Verlusten her“, sagt Swienty. Der Jurist handelt schnell, Die Produktpalette wird gestrafft, die NYH zum Nischenanbieter umfunktioniert. 100 der 400 Jobs werden abgebaut. Doch zum richtig großen Wurf fehlt das Geld. Eine Hamburger Lösung wird gefunden. Die 1996 gegründete Menzel Vermögensverwaltungs AG vermittelt die Beteiligung an 40 Privatinvestoren, darunter der Großanleger Albert Büll. Auch Swienty beteiligt sich. Swienty hat die Mittel für seine Strategie. „Wir entwickelten eine Nischenstrategie, suchten uns Felder aus, in denen wir weltweit zu den drei größten Anbietern gehörten“, erinnert sich Swienty, „und diese Felder bauen wir aus.“
Zum Beispiel Kämme: Mit dem frischen Geld kauft Swienty den österreichischen Hersteller Matador und erhöht den Weltmarktanteil der NYH-Marke Hercules Sägemann auf 95 Prozent.
Das Unternehmen will nicht nur im tradititonellen Geschäft wachsen. Den größten Wachstumssprung, nämlich ein Plus von neun auf 16 Millionen Mark Umsatz 2000, erwirtschaftet die NYH mit Gummideckeln für Kondensatoren in der Elektronikindustrie. Die kleinen Stücke aus Laminat werden in jedem Telefon, Fernseher, Computer oder Handy gebraucht.
Als erstes Unternehmen weltweit hat die NYH in Zusammenarbeit mit der TU Harburg eine Methode entwickelt, nach der Handläufe (für Rolltreppen) nicht nur schwarz, sondern auch bunt sein können. “Eine richtige Innovation“, so Swienty. „Wir haben erstmals Handläufe aus Kunststoff entwickelt“. Danach können auch durchsichtige Rolltreppenhandgriffe hergestellt werden, auf denen zum Beispiel Werbebotschaften laufen können. „Das System wird bei Thyssen in Hamburg getestet“, sagt Swienty. Er hofft, langfristig 40 Millionen Mark Umsatz mit der neuen Technik erwirtschaften zu können und damit 50 Prozent des Weltmarktes für Handläufe zu bedienen. Insgesamt erlöst das Unternehmen in diesem Jahr etwa 67 Millionen Mark. ...
Den vollständigen Artikel finden Sie im Hamburger Abendblatt vom 29.12.2000
@tommie-lee
Woher hast Du diese Informationen ?
Also wenn das Werksgebäude in Hamburg-Harburg als Ausgangsbasis der Immoausrichtung gesehen wird, dann Gute Nacht. Allerdings gibt´s ja für jeden Plünn einen Käufer.
Gruß aus Hamburg
Weiter schöner Aufwärtstrend bei guten Umsätzen.

Wann gibt´s Nachrichten ?
Wer weiß was ?`

Kurs 47,50
Auf die Gefahr hin, dass ich da jemandem die Einkaufs (aufkaufs-) preise verderbe, moechte ich den Threat doch nochmal nach oben holen - die Aktien in meinem Depot werden es mir hoffentlich danken ;-)

Ich denke, es ist ne interessante Situation:

- Turnaroundphantasie ist noch nicht genuegend im Kurs (denkt dran - es sind 50 DM Aktien!!)
- Der Wert ist fundamental zumindest dadurch abgesichert, dass Gewinne gemacht werden
- Zukunftsphantasie durch die Rolltreppen-Geschichte
- Das Management macht nen kompetenten Eindruck - die Nischenstrategie gefaellt mir!
- Die alte Immobilie KOENNTE (!?!) noch ein Goldstueck sein
- Es gibt immer wieder Aufkaufs- und Mantelphantasien
- Charttechnisch sieht es sehr sauber aus. Da koennen in kurzer Zeit locker mal 20-40% drin sein

Fazit: Das Risiko wuerde ich in einem Rueckfall auf ca. 35 sehen - und von da aus ist es nur ne Zeitfrage, wann es weiter hoch geht. Die Chance sehe ich kurzfristig bis ca 60 Euro, mittelfristig deutlich drueber
Also ich sehe das etwas reservierter:
Das Grundstück ist alles andere als ein Goldstück. Es liegt in einer Gegend Hamburgs zu dem einem einfach die Worte fehlen. Getto ist noch viel zu fein. Hinweis für alle Nicht-Hamburger: Die Stadtteile Wilhelmsburg und Harburg geraten regelmäßig als soziale Brennpunkte in die Schlagzeilen. Zuletzt bundesweit durch die tötl. Kampfhundattake, weswegen die zahlreichen Verordungen erlassen wurden. Wer sein Auto um das Gelände der NYH abstellt, muß damit rechnen, daß es mit sehr hoher Wahrscheilichkeit am nächsten Morgen nicht mehr da ist oder stark beschädigt.
DVU Plakate hängen noch von der letzten Bundestagswahl in den Geisterstraßen.
Das alles ändert nichts an der Tatsache, daß die IVG offenbar an dem Areal interessiert ist. Entweder die sind total bekloppt, oder sie wollen es nur zu einem Spottpreis (siehe Bodenkontamination). Meiner Meinung kann der Stadtteil nur über ein gigantisches Projekt revitalisiert werden und was aus solchen Großprojekten i.d.R. wird, ist ja bekannt: Leerstände, Ghetto und Identitätsverluste.
Dabei gibt es vereinzelt architektonisch durchaus sehr interessante Industriegebäude, die teiweise schon über 150 (!) Jahre alt sind (sehr schön-aber total verkommen). Dazu gehört auch jenes der NYH.
Kann natürlich trotzdem sein, daß irgend ein Wahnsinniger ortsunkundiger einen Haufen Geld hinlegt-Verrückte gibts ja zum Glück überall.
Die Mantelspekulation ist meines Wissens völlig abgehakt.
Die transparenten Gummibänder für Rolltreppen halte ich zwar für innovativ, man muß sich jedoch auch in die Lage versetzen, ob die wirklich einen so hohen Nutzengewinn (als Werbeträger?!) erbringen.
Gruß unicum
Das Interesse steigt weiter. Heute gibt es wieder weit überdurchschnittliche Umsätze. Die Anzahl der Preisfeststellungen ist (glaube ich) die höchste seit meiner Beobachtung.
Weiß eigentlich jemand, was mit dem Geschäftsbericht ist ? Ich habe denen vor einiger Zeit mal gemailt. Bisher ist nichts gekommen.

Gruß unicum
Hi unicum, ich habe im Februar mal einiges zu NYH gepostet, die Resonanz war aber eher bescheiden. Der Kursverlauf von damals 35 bis auf jetzt 50 gibt mir allerdings wenig Grund zum Klagen. Der Kurs und Umsatzverlauf ist wirklich interessant, da soll aber jeder selber seine Schlüsse ziehen. Inzwischen hatte ich auch Gelegenheit, mir das Grundstück anzusehen. Ich gebe Dir recht, Entwicklungsmöglichkeit für Gebäude und Grundstück gibt es nur im Rahmen eines großen Städtebauprojektes. Wenn ein solches aber erfolgreich durchgeführt würde, könnte aus dem jetzt etwas abgewrackten Industriestadteil eine super Lage werden. Beispiele habe ich letztens z.B. in Kopenhagen gesehen.

Hier noch ein Artikel aus der Welt vom April:

NYH in Zahlen
Die 1871 gegründete New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie (NYH) machte 2000 einen Umsatz von 67 Millionen und einen Gewinn von einer Million Mark. Das Unternehmen beschäftigt in fünf Geschäftsbereichen 340 Mitarbeiter und unterhält Produktionsstätten in Hamburg und im niedersächsischen Stelle. Die NYH ist an der Hamburger Börse notiert.

Anmerkung( Planzahlen 2001: Umsatz 75 MIO DM, Gewinn 2-3 Mio DM. Es gibt 267000 Aktien , Marktkap. also 26 Mio DM)

Als Peter Swienty zum Vorstand Gummi-Waaren Compagnie berufen wurde, war die Firma ein Sanierungsfall. Heute ist sie ein florierendes Unternehmen
Neue Möbel, neuer Teppich, frisch gestrichene Wände: Peter Swienty, Alleinvorstand der New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie, hat sein Büro herausgeputzt. Das passt nicht nur zum Frühlingsanfang, sondern auch zur guten Stimmung im traditionsreichen Unternehmen. Nach langen Jahren der Verluste ist bei dem Produzenten hochwertiger Kämme und technischer Gummiartikel wieder Aufbruchsstimmung eingekehrt. "Wir rechnen in diesem Jahr mit einem Umsatzwachstum von zehn Prozent auf 75 Millionen Mark", sagt der NYH-Chef. Der Gewinn soll 2001 bei zwei bis drei Millionen Mark liegen. Grund zum Optimismus biete das erste Quartal, so Swienty: "Allein die Auftragseingänge sind um über 30 Prozent gestiegen."
Vor sieben Jahren war der Jurist zur NYH gekommen - in ein "verkrustetes" Unternehmen, wie er sich erinnert. "Das war ein Gemischtwarenladen, der alle möglichen Gummiartikel mit Verlust herstellte." Swienty straffte die Produktpalette und setzte auf eine konsequente Nischenstrategie: "Wir konzentrieren uns heute auf spezielle Bereiche. Unser Ziel ist es, mit unseren Produkten jeweils zu den drei weltgrößten Anbietern zu gehören." Ein Kurs, den der damalige Großaktionär Elektrische Licht- und Kraftanlagen (Elikraft) aus Hessen nicht mittragen wollte. Der "richtige Durchbruch", so Swienty, kam 1998 mit dem Verkauf der Elikraft-Anteile an einen Kreis von 40 Investoren, die neues Kapital in die Firma einbrachten.
Das frische Geld investierte Swienty, der selbst zwölf Prozent der NYH-Anteile hält, in neue Maschinen und Marken. So übernahm das Hamburger Unternehmen den letzten namhaften Konkurrenten in der Produktion von Hartgummi-Kämmen, die österreichische Firma Matador - und beherrscht nun mit der eigenen Marke "Hercules Sägemann" den Weltmarkt fast vollständig. Auch in der Produktion von Gummi- und Kunststoffteilen hat NYH lukrative Nischen besetzt. Dazu gehören Schläuche für Kleinstmotoren, Gummiauskleidungen für Spezialpumpen oder Mundstücke aus Hartgummi für Klarinetten und Saxofone.
"Besonders erfolgreich sind wir derzeit in der Herstellung von Laminatplatten, aus denen Deckel für Kondensatoren gestanzt werden", sagt Swienty. Die Kondensatoren werden für praktisch alle Elektrogeräte vom Fernseher bis zur Klimaanlage benötigt. "Um die Aufträge bewältigen zu können, arbeiten wir in drei Schichten an sieben Tagen." Nach innovativen Produktideen fahndet Swienty ständig - und ist bei Rolltreppen fündig geworden. Deren Handläufe werden bislang aufwendig aus Gummi hergestellt und sind auf Grund der Vulkanisation immer schwarz. "Wir haben jetzt einen Handlauf aus Kunststoff entwickelt, der gut recyclebar ist und in den unterschiedlichsten Farben produziert werden kann", sagt Swienty. Die Erprobungsphase sei fast abgeschlossen. "Ich rechne damit, dass wir in der zweiten Hälfte dieses Jahres mit dem Verkauf beginnen können. Der Markt ist weltweit zwischen 60 und 80 Millionen Mark groß, davon wollen wir 50 Prozent haben", sagt der Familienvater, der in seiner Freizeit Golf und Tennis spielt. Um auch künftig eine moderne Fertigung am Standort Hamburg gewährleisten zu können, will Swienty kostenintensive Routineproduktion nach Polen verlagern und mit dem Rest der Firma so bald wie möglich in eine moderne Fabrik umziehen. "Die Stadt hat uns in Hausbruch ein 40 000 Quadratmeter großes Gelände in Aussicht gestellt. Allerdings haben wir auch noch ein Angebot des Landkreises Harburg, in ein Gewerbegebiet in Stelle zu ziehen." Dort produziert eine NYH-Tochter Kunststoffteile für die Kücheneinrichtung von Flugzeugen.
"Den Bau einer neuen Produktion können wir allerdings nur dann realisieren, wenn wir zeitgleich das alte Gelände verkaufen", sagt Swienty. Angesichts zahlreicher Interessenten sei es denkbar, dass es noch in diesem Jahr zum Verkauf kommen könnte. "Dann würden wir hier noch zwei Jahre als Mieter bleiben, bevor wir umziehen." Und die Wände im Vorstandsbüro wären nicht ganz umsonst gestrichen worden.
Hi zomby
Ich bin nie eingestiegen, rein vom Kurs her bereue ich das natürlich jetzt.
Hast Du schon den aktuellen GB ?
Ich glaube die HV ist schon am 27.7.
Gruß unicum
Den GB habe ich gerade per mail angefordert, mal sehen was sich tut. Hoffentlich ist die Truppe nicht so langsam wie die Hamburger Sparta AG, die bis zwei Tage vor der HV gebraucht hat, um den GB fertigzustellen. (Aber da waren ja auch im Gegensatz zu NYH die Zahlen saumäßig) Grüße zomby
NYH wird vermutlich in eine Immobilienholding umgewandelt, dieses wird wahrscheinlich auf der HV bekannt gegeben.
Die Tagesordung zur HV steht fest. Wie ich schon vermutete nichts besonderes:
1. Jahresabschluß
2.+3. Entlastungen
4. Satzungsänderung § 5 Ergänzung: "Ist ein Alleinvorstand bestellt, ist dieser von den Beschränkungen des § 181 BGB befeit"
5. Satzungsänderung zur Vergütung AR.
6. Abschlußprüferwahl 2001 : Susat&Partner

Gruß unicum
Hai Leute,

hattet Ihr den schon ?? [Quelle, Welt vom 25.6.2001]

Ciao

Art

------

NYH vor Großauftrag in Millionenhöhe

Traditionsunternehmen bleibt in Hamburg - Wirtschaftssenator Thomas Mirow verhindert Abwanderung

Von Frank Binder

Die Abwanderung des Medienriesen Universal von Hamburg nach Berlin konnte er zwar nicht verhindern. Dafür hat Wirtschaftssenator Thomas Mirow jetzt den drohenden Weggang eines anderen Unternehmens erfolgreich abgewendet. Die Traditionsfirma New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie AG (NYH) wird weiter in der Hansestadt bleiben. Der bislang im Harburger Hafen ansässige Betrieb kann durch Mirows Einsatz nach Hausbruch verlagert werden. Dort hat die Hansestadt ein Grundstück für Produktion und Verwaltung reserviert.

Das Areal ist rund 40 000 Quadratmeter groß und liegt direkt an der Autobahn 1 zwischen den Werken von Beiersdorf und Philips. "Wir wollen in den neuen Standort etwa 20 Millionen Mark investieren und die Anlagen nach modernsten Umweltstandards ausrüsten", sagte NYH-Alleinvorstand Peter Swienty der WELT. Der Umzug mit rund 350 Beschäftigten soll in den nächsten zwei Jahren erfolgen. Damit sind die ursprünglichen Verlagerungs-Pläne nach Niedersachsen in ein Gewerbegebiet in Stelle endgültig vom Tisch.


Die Maßnahme werde unter anderem durch den Verkauf des bisher genutzten Geländes finanziert. Swienty hofft, dass er bereits bis Ende dieses Jahres einen Käufer für das rund 30 000 Quadratmeter große Grundstück gefunden hat. Die Verhandlungen mit potenziellen Investoren seien viel versprechend angelaufen. Zumal es Überlegungen gibt, die derzeitige Produktionsfläche künftig für einen Technologie-Park zu nutzen. Das dürfte auch den Preisvorstellungen von Swienty sehr entgegenkommen.


Es scheint so, als ob sich Mirows Engagement für die NYH schon in naher Zukunft auszahlen sollte. Denn nach Informationen der WELT soll die Firma kurz vor einem Großauftrag in zweistelliger Millionenhöhe aus der Autoindustrie stehen. Über die Einzelheiten wird dem Vernehmen nach derzeit noch verhandelt.


Die New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie sitzt seit 1930 in Harburg. Gegründet wurde das Unternehmen aber bereits 1871 in Barmbek und verarbeitete von Beginn an Naturkautschuk. Nachdem die NYH im vergangenen Jahr mit der Marke Matador von der österreichischen Semperit AG den letzten großen Wettbewerber übernommen hatte, ist das Unternehmen nun Weltmarktführer in der Produktion von Hartgummi-Kämmen. Pro Jahr werden einige Millionen Stück hergestellt.


Der Marktanteil beträgt über 70 Prozent. Neben den traditionell betriebenen Sparten Haarpflegegeräte, technische Kautschuk- und Thermoplasterzeugnisse verlassen auch Gummischläuche für die Autoindustrie und Hartkunststoff-Teile für Musikinstrumente das Werk. Außerdem beschäftigt sich die Firma mit der Entwicklung von Kondensatoren-Deckeln für die Elektronikindustrie. In diesem Segment verzeichnete NYH allein im vergangenen Jahr einen Umsatzanstieg von 70 Prozent. Besonders bemerkenswert: Allein der Marktanteil in Japan beträgt inzwischen 50 Prozent.


"Das Geschäft floriert. Wir rechnen in diesem Jahr mit einen Gewinn von rund drei Millionen Mark", sagte Swienty. Schon 2000 war der Jahresüberschuss statt der erwarteten einen Million auf 1,7 Millionen Mark gestiegen. Der Umsatz soll bis Ende des Jahres um zehn Prozent auf 75 Millionen Mark wachsen. Dabei setzt Swienty auch auf innovative Entwicklungen wie farbige Kunststoff-Handläufe für Rolltreppen. Der Verkauf soll noch in der zweiten Jahreshälfte starten.


Doch die Aussichten für NYH waren nicht immer so rosig. Noch vor einigen Jahren musste die Mehrzahl der Beschäftigten um ihre Arbeitsplätze bangen, weil das Unternehmen rote Zahlen schrieb und der damalige Mehrheitsgesellschafter Elektrische Licht- und Kraftanlagen (Eilkraft) aus Hessen sich schließlich von seinen Anteilen trennte. Die sicherte sich 1998 eine von der Menzel Vermögensverwaltungs-AG zusammengestellte Investorengruppe von 40 Hamburgern, darunter der Immobilienunternehmer Albert Büll. Inzwischen ist der Kreis auf 80 Anleger gewachsen, die zusammen bereits mehr als 90 Prozent der NYH-Anteile halten. Auch Swienty, der seit nunmehr sieben Jahren an der Firmenspitze steht, beteiligte sich mit zwölf Prozent.


Wichtigster Bestandteil des damaligen Übernahme-Konzepts sei eine Kapitalerhöhung im Verhältnis 1:1 gewesen, die kurz darauf durchgeführt wurde und die der Firma die dringend benötigte Liquidität zuführte. Damit konnten Ausrüstungsinvestitionen in Spezialmaschinen zur Akquisition neuer Aufträge vorgenommen und die Verbindlichkeiten zugleich deutlich gesenkt werden. Außerdem stärkten die Maßnahmen die strategische Neuausrichtung des Unternehmens zum Technologie-Anbieter.
Hallo Art, hatte ich noch nicht gelesen, danke. Gehst Du eigentlich zur HV, ich werde aus Termingründen wohl nicht können. grüße zomby
Hai Zomby,

habe nur zufällig den Artikel in der Welt gelesen und mal reingestellt. Bin aber nicht investiert in NYHG. HAst Du eine Eintrittskarte über ??

Ciao

Art
Hallo Art, ich habe noch keine Einladung zur HV bekommen, aber ich bestelle Dir gerne eine Eintrittskarte, wenn es soweit ist (bringst Du mir dafür einen New-York-Hartgummikamm mit ?) so long zomby
@ zomby

Als Hamburger Jung habe ich aktuell nix mitbekommen.
Gruß unicum
Hallo,

weiß jemand was näheres über nhg? Der Vorstand soll 8800 Akten zu 28 Euro gekauft haben.

Leider konnte ich keine news finden.

gruß
Hallo,

warum kauft dieser Peter Swienty immer hinzu?

Hat niemand eine Erklärung?

Wieder 3000 Stück zu 40 Euro

Im Internet kann ich nichts finden


Gruß
Na Leute, was geht denn da ab???
Bei Moerderumsaetzen jetzt auf ueber 50 Euro gestiegen. Super-chart, ohne dass Nachrichten rauskamen. Da sollte man jetzt mal 1 und 1 zusammenzaehlen:
- Es gibt seit Jahren Geruechte ueber eine unglaubliche Substanz, von der man aber nie weiss, ob sie sinnvoll nutzbar sei (30-40000qm in Hamburg)
- Die Firma berichtete bis vor 2 Jahren von einem klaren Turnaround, das Management scheint ueberaus faehig zu sein. Dies wurde - wie gesagt - bis vor 2 Jahren auch noch offensiv auf homepage und in Zeitungen verbreitet
- Seitdem herrscht TOTALE Funkstille. Nix Neues mehr zu hoeren. Kann nur 3 Gruende haben: a)Es gibt keine Neuigkeiten, b) Es gibt schlechte Neuigkeiten, die man aber nicht verbreiten will oder c) Es gibt gute Neuigkeiten, die man aber auch nicht verbreiten will (Warum? Weil dies sich auf den Aktienkurs auswirken koennte). Nun, was wird wohl richtig sein??? Wenn man jetzt noch verfolgt, dass der Alleinvorstand und Turnaround-Macher langsam aber beharrlich auch bei steigenden Kursen Aktien einsammelt, kann man sich die Antwort auf obige Frage selbst geben...

Ich bin schon seit einiger Zeit dabei und sehe mir gerne an, wie die Reise weitergeht :cool:
Der folgende Artikel ist zwar schon ein Jahr alt, aber hier noch nicht diskutiert worden. Soll nur nochmal unterstreichen, wie erfolgreich der Laden arbeitet. Auf seinen 47.000 qm Grund in Hamburg...
Gruesse


Weltmeister aus Harburg
Die New-York Hamburger Gummi-Waaren sind in diesem Bereich führend. Jetzt zieht das Unternehmen nach Hausbruch um.

Von Daniela Stürmlinger

Hamburg - Per Hand sägt eine Mitarbeiterin Zähne in einen Kamm. Was hier an ein Industriemuseum erinnert, ist in Wirklichkeit die Arbeit eines Weltmeisters. Die New-York Hamburger Gummi-Waaren (NYH) sind mit einem Marktanteil von 95 Prozent weltweit fast der einzige Hersteller von Friseurkämmen. "Damit ist das Unternehmen groß geworden, doch inzwischen machen die Kämme nur noch 15 Prozent unseres Umsatzes aus", sagt Peter Swienty, Alleinvorstand des Unternehmens, dem Abendblatt. Er hat den 1871 in Harburg gegründeten Betrieb in den vergangenen sieben Jahren zum Spezialisten für mehrere Nischenprodukte ausgebaut. "Mit großen Massenherstellern können wir nicht mithalten. Deshalb tüfteln wir ständig an neuen Produkten, mit denen wir uns von großen Konkurrenten abheben können."

Zum Beispiel die so genannten Handläufe für Rolltreppen: Bislang waren die Gummiläufe nur in schwarz zu haben. Die NYH hat in Zusammenarbeit mit dem Rolltreppenhersteller Thyssen und der TU Harburg als erstes Unternehmen der Welt farbige Handläufe aus Kunststoff entwickelt. "Die ersten Bestellungen liegen vor. Die Kunden können ihre Rolltreppen künftig zum Beispiel in den gleichen Farben wie das Firmenlogo gestalten."

Als Renner hat sich ein weiteres Produkt aus Harburg entwickelt. Die NYH-Tochter Otto Littmann hat eine Trockeneisstrahlmaschine entwickelt. Anders als zum Beispiel Sandstrahlreiniger hinterlässt das Gerät weder Wasser noch sonstige Rückstände wie Sand. "Nur der Schmutz fällt ab", sagt Swienty. Vor allem die Betreiber von Lackierstraßen oder hoch sensiblen Druckmaschinen, in die kein Fremdkörper eindringen darf, würden die rund 6000 Euro teuren Maschinen ordern. "Wir glaubten, dass wir 20 Anlagen pro Jahr verkaufen können, inzwischen sind es jedoch schon 240", sagt Swienty.

Zugelegt hat das Unternehmen, das 2001 bei einem Umsatz von 34 Millionen Euro (plus 6,3 Prozent) einen Gewinn in Höhe von 660 000 Euro erzielt hat, laut Swienty auch im Geschäftsfeld Gummideckel für Kondensatoren für die Elektronikindustrie. "Vor allem in Japan boomt das Geschäft mit unseren Produkten", so Swienty.

Nur das Geschäft mit Flugzeuggesellschaften, für die die NYH unter anderem Kunststoffteile im Cateringbereich und hochpräzise Metallteile herstellt, habe sich in Folge des Terroranschlags am 11. September nicht so gut entwickelt. Als zu kostenintensiv habe sich auch die Herstellung herkömmlicher Gummiartikel erwiesen, die die NYH deshalb nach Polen verlagern wird. Deshalb soll jedoch keiner der 350 Arbeitsplätze in den Produktionsstätten Harburg und Stelle abgebaut werden. "Wir werden jedoch einige Zeitarbeitsverträge nicht verlängern", so Swienty, der seine Produktion künftig auf einem neuen Firmengelände in Hausbruch konzentrieren will. "Wir haben auch Angebote von Umlandgemeinden erhalten, aber wir bleiben in Hamburg." Das 30 000 Quadratmeter große Firmengelände im Harburger Hafen soll im Zusammenhang mit dem Umzug genauso verkauft werden wie die 17 000 Quadratmeter in Stelle. Als erstes soll die Tochter KMS Kunststoff Module und Systeme aus Stelle nach Hausbruch verlagert werden. Finanziert werden soll der Umzug unter anderem durch die Realisierung einer Kapitalerhöhung von 3,4 Millionen Euro.

Schon vor dem Umzug will das Unternehmen mit weiteren Neuheiten durchstarten. "In unserer Geschäftssparte Autozulieferung sind wir an einigen Techniken dran", sagt Swienty, der überzeugt ist, dass sich "ein Produktionsunternehmen, das sich geschickt in Nischensegmenten aufstellt, auch am Standort Deutschland Erfolge verzeichnen kann."

erschienen am 9. Jul 2002 in Wirtschaft (Hamburger Abendblatt)
Holla
Jetzt bei noch hoeheren Umsaetzen +10% an einem Tag...
Das wird doch wohl nicht mein kleiner obiger "Push-versuch" gewesen sein????
Oder koennte sich hier mal jemand (der nicht noch weiter einsammeln will) als Kaeufer outen??
Hallo!!

Das Kursziel liegt innerhalb von zwei Monaten bei min. 90 €

also kaufen...:laugh: :laugh:
@einsamerWolf,

das kann ja jeder behaupten. Eine Begründung wär schon nicht schlecht.

dlj
Hallo Gas!!

Es sollen in den nächsten Wochen Immobilien verkauft werden, die mal kurz das Vermögen des Unternehmen min. verdoppeln...

Also halten und auf den Geldsegen warten...
Ich füge hier mal ein Posting ein, welches ich vor ziemlich genau zwei Jahren (!!) geschrieben hatte:
Auch wenn der Kurs gestiegen ist, der Grundstücksverkauf wird schon seit 1998 immer wieder aufgewärmt. Irgendwann wird es sicher soweit sein. Irgendwann sind wir auch sicher alle tot.

Die Immobilie in Wilhelmsburg soll, so weit ich mich erinnern kann, sogar wieder vorübergehend für die Produktion genutzt werden. Wenn sie verkauft wird, geht der Erlös in das Investitionsvorhaben in Hausbruch (hoffentlich ist dort der Name nicht Programm;) ).

Fundamental ist die Aktie auch nicht das Gelbe vom Ei. Wenn ich micht recht erinnere haben die letztes Jahr wieder mal mit einem ordentlichen Verlust abgeschlossen (hab den GB gerade nicht zur Hand). Der Verlustvortrag dürfte interessant sein.

Ansonsten gilt immer noch Folgendes:

#18 von unicum 19.06.01 14:50:11 Beitrag Nr.: 3.768.208 3768208
Dieses Posting: versenden | melden | drucken | Antwort schreiben NEW-YORK HBR.GUMMI

Also ich sehe das etwas reservierter:
Das Grundstück ist alles andere als ein Goldstück. Es liegt in einer Gegend Hamburgs zu dem einem einfach die Worte fehlen. Ghetto ist noch viel zu fein. Hinweis für alle Nicht-Hamburger: Die Stadtteile Wilhelmsburg und Harburg geraten regelmäßig als soziale Brennpunkte in die Schlagzeilen. Zuletzt bundesweit durch die tötl. Kampfhundattake, weswegen die zahlreichen Verordungen erlassen wurden. Wer sein Auto um das Gelände der NYH abstellt, muß damit rechnen, daß es mit sehr hoher Wahrscheilichkeit am nächsten Morgen nicht mehr da ist oder stark beschädigt.
DVU Plakate hängen noch von der letzten Bundestagswahl in den Geisterstraßen.
Das alles ändert nichts an der Tatsache, daß die IVG offenbar an dem Areal interessiert ist. Entweder die sind total bekloppt, oder sie wollen es nur zu einem Spottpreis (siehe Bodenkontamination). Meiner Meinung kann der Stadtteil nur über ein gigantisches Projekt revitalisiert werden und was aus solchen Großprojekten i.d.R. wird, ist ja bekannt: Leerstände, Ghetto und Identitätsverluste.
Dabei gibt es vereinzelt architektonisch durchaus sehr interessante Industriegebäude, die teiweise schon über 150 (!) Jahre alt sind (sehr schön-aber total verkommen). Dazu gehört auch jenes der NYH.
Kann natürlich trotzdem sein, daß irgend ein Wahnsinniger ortsunkundiger einen Haufen Geld hinlegt-Verrückte gibts ja zum Glück überall.
Die Mantelspekulation ist meines Wissens völlig abgehakt.
Die transparenten Gummibänder für Rolltreppen halte ich zwar für innovativ, man muß sich jedoch auch in die Lage versetzen, ob die wirklich einen so hohen Nutzengewinn (als Werbeträger?!) erbringen.
Gruß unicum
Hier ein aktueller Situationsbericht zur Lage in Harburg. Interessanterweise gleicht sich das Bild mit dem was ich damals geschrieben hatte:


Die Straße der Gewalt in Hamburg

In einem Teil Harburgs rückt die Polizei nur mit Großaufgebot aus - Hartes Durchgreifen gefordert
von André Zand-Vakili

Die Zustände gleichen denen in der Bronx: Im Hamburger Süden gibt es eine Straße, die sich der Kontrolle der Polizei praktisch entzieht. Polizeiintern wird die Wilstorfer Straße im Harburger Phoenix-Viertel nur "Straße der Gewalt" genannt. Wer hier als Beamter zum Einsatz muss, macht sich auf Widerstand und Angriffe gefasst. Peterwagen fahren nach Einbruch der Dunkelheit nie allein dorthin. Zu gewöhnlichen Überprüfungen werden ganze Züge der Bereitschaftspolizei entsandt. In der Wilstorfer Straße gelten eigene Gesetze - wie einst in der berüchtigten Berzeliusstraße in Billbrook.


Es ist der Abschnitt zwischen der Moorstraße und der Baererstraße, in dem die Polizei regelmäßig auf Widerstand stößt. Randalierer sind vor allem die Gäste und offenbar auch Gastwirte mehrerer Kneipen und Telefonshops. "Wir haben hier ein Klientel, das extrem aggressiv auf Polizei reagiert", sagt ein Beamter. "Teilweise werden die Leute von den Gastwirten aufgewiegelt." Aus polizeilicher Sicht sind drei Gaststätten und ein Café problematisch. "Bei der Überprüfung des Cafés haben wir festgestellt, dass ein Großteil der Gäste uns als Drogendealer bekannt war. Sie nutzen mehrere der Gaststätten als Treffpunkte."


In den vergangenen Wochen häuften sich die spektakulären Vorfälle: Ende Juni setzte die Polizei einen ganzen Zug der Bereitschaftspolizei ein, nur um ein Lokal namens "Corner" zu überprüfen. Trotz dieses gewaltigen Polizeiaufgebots leisteten einige Gäste teilweise massiven Widerstand. Es kam zu mehreren Festnahmen. Während der mehrstündigen Aktion wurden Beamte immer wieder von Schaulustigen beleidigt.


Am vergangenen Wochenende zertrümmerte ein dreiköpfiger Schlägertrupp mit Baseballschlägern Inventar und 13 Scheiben des Lokals "Paparazzi". Als Polizisten anrückten, rotteten sich laut Polizeibericht "bis zu 100 Personen unterschiedlichster Nationalitäten" zusammen, die die Beamten bepöbelten und bespuckten. Im Umfeld kam es zu Schlägereien. Drei Männer wurden durch Schläge verletzt. Ein 32-Jähriger, der völlig unbeteiligt auf dem Nachhauseweg in die Auseinandersetzungen geraten war, erlitt einen Messerstich. Die Polizei, die mit 30 Beamten anrücken musste, hatte die Lage erst nach sieben Stunden wieder unter Kontrolle.


In der Nacht zu gestern schließlich wurde bei einer Festnahme in der Wilstorfer Straße die Seitenscheibe eines Streifenwagens zertrümmert. Als Wurfgeschoss war ein brauner Aschenbecher, vermutlich aus dem Lokal "Casablanca", benutzt worden. Kurz darauf flog ein zweiter Aschenbecher. Was der Täter nicht ahnte: Neben ihm stand ein Zivilfahnder der Polizei. Bei seiner Festnahme leistete der Verdächtige erheblichen Widerstand und randalierte auf der Wache weiter. Dort stellte sich heraus, dass es sich bei dem Täter um den 45-jährigen Ilhan C. handelte, Gastwirt des "Casablanca". Die Kneipe war bereits mehrfach polizeilich aufgefallen.


"Die Zustände auf der Straße werden immer schlimmer, das Eingreifen immer schwieriger", beklagt ein Polizist der zuständigen Wache 46. Problematisch sei die im Vergleich zur Innenstadt niedrige Polizeidichte in Harburg. Üblicherweise seien in Harburg drei Streifenwagen unterwegs. Wird Verstärkung benötigt, muss diese aus Wilhelmsburg, Neugraben oder von der Wasserschutzpolizei anrücken. Die acht zusätzlichen Polizisten, die Innensenator Ronald Schill der Harburger Wache vor Monaten versprochen hatte, sind noch nicht da.


"Ein solches kriminelles Eldorado kann nicht hingenommen werden", sagt Joachim Lenders, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft. "Hier muss mit massiver Polizeipräsenz vorgegangen werden." Lenders fordert das Wirtschafts- und Ordnungsamt zum Handeln auf. "Es kann nicht sein, dass die Polizei wie früher in der Hafenstraße mit einer Armada anrücken muss. Wenn die Lokale Ausgangspunkt krimineller Handlungen sind, muss den Betreibern die Konzession entzogen werden."


Jürgen Szameitat, Leiter der Polizeidirektorin Süd, sieht einen Zusammenhang mit der Drogenszene. "Wir hatten eine Zeit lang eine offene Drogenszene." Diese sei durch die Verdrängung der Szene aus Hamburg Mitte entstanden. Die Maßnahmen hätten in Harburg zu einem "Rückzug in Wohnungen und Lokale" geführt. "Offenbar gibt es Menschen, die meinen, im Schutz dieser Lokale agieren zu können." Gleichzeitig kündigte Szameitat an, dass man "sehr deutlich" einschreiten werde. Das Bezirksamt habe breite Unterstützung signalisiert. Einige Gastwirte hätten der Polizei bereits ihre Zusammenarbeit zugesagt.


Artikel erschienen am 24. Jul 2003

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Bronx von Hamburg
Kommentar
von Uwe Bahnsen

Die fast zwanzig Prozent Stimmen für den Senkrechtstarter Ronald Schill und seine Partei bei der letzten Bürgerschaftswahl waren das Ergebnis eines weit verbreiteten Unmuts über die Defizite der Inneren Sicherheit der Hansestadt. Schill hat es damals verstanden, diese schweren Mängel in griffigen Formulierungen zu beschreiben, und er hat in einer ebenso eingängigen Diktion versprochen, sie zu beheben. Das war und ist sozusagen die politisch-psychologische "Geschäftsgrundlage" seiner Regierungsbeteiligung. Unbestreitbar hat sich seither im Kampf gegen die Kriminalität vieles zum Besseren gewandelt. Das ist festzuhalten. Wenn es jedoch in dieser Stadt Quartiere gibt, in die sich die Polizei bald nur noch mit gepanzerten Fahrzeugen hineinwagen kann, wie in Harburg, dann wirft das Fragen auf, und zwar nicht nur an den Innensenator. Dessen verbriefte Pflicht ist es, auf dem Territorium der Freien und Hansestadt Hamburg die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten und rechtsstaatliche Zustände durchzusetzen. Das erfordert offenkundig im vorliegenden Fall Maßnahmen, die über das hinausgehen, was bislang geschehen ist. Gewiss verschafft das weniger Publicity als die Beschaffung von blauem Tuch oder von Nobel-Motorrädern für die Polizei, aber es ist in der Sache wohl dringlicher als derlei Aktivitäten. Die massive Aggressivität in diesem Viertel bedarf sorgfältiger Untersuchungen. Es ist zu vermuten, dass es sich um ein Bündel von Ursachen handelt - Versäumnisse im sozialen, aber auch im ausländerpolitischen Bereich. Das Gefährliche an solchen Zuständen ist die ihnen innewohnende Tendenz zur Verfestigung, zur Gettobildung, und der Vergleich mit der New Yorker Bronx ist nicht hergeholt, sondern bedrückende Realität. Hier hat die Stadtentwicklungspolitik der SPD-geführten Senate krass versagt, und das Tragische daran ist, dass ein Mann wie der frühere Bürgermeister Henning Voscherau (SPD) den Handlungsbedarf klar gesehen hat. Aber es war vor allem die eigene Partei, die SPD, die damals über ihn herfiel, als er den politischen Mut hatte, eine Zuzugsbegrenzung für Ausländer zu verlangen, und er wurde zum Rückzug gezwungen. Doch der Hinweis auf solche Versäumnisse hilft Schill und der jetzigen Koalition nicht weiter. Sie ist nicht gewählt worden, um den früheren Rathausregenten die Verantwortung für die Probleme von heute zuzuschieben, sondern um sie zu lösen.


Artikel erschienen am 24. Jul 2003


Beitrag zu dieser Diskussion schreiben


Es handelt sich hier um einen ältere Diskussionen, daher ist das Schreiben in dieser Diskussion nicht mehr möglich. Bitte eröffnen Sie hier ein neue Diskussion.