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EM.TV - Twipsy fliegt sinnlos um die Welt - wer zahlt? - 500 Beiträge pro Seite


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Expo-Maskottchen wurde Astronaut wider Willen

Von Christoph Windscheif, dpa
Hannover (dpa) - Twipsy, das offizielle Maskottchen der Expo 2000 in Hannover, ist eigentlich im Internet zu Hause. Doch auch im Weltraum kennt sich die Kunstfigur mit dem übergroßen rechten Arm mittlerweile bestens aus - sehr zum Unmut der Expo-Gesellschaft.

Denn die Weltausstellung soll dafür bezahlen, dass eine Spezialfirma ihr Maskottchen als Plüschfigur innerhalb weniger Wochen gleich zwei Mal ins All schoss. Am Donnerstag begann vor dem Landgericht Hannover der Prozess um «Reisekosten» von rund 100 000 Mark.

Twipsys persönliches Rennen in den Weltraum entschieden die Russen für sich. Als Werbegag hob das Maskottchen am 4. April im Auftrag des Expo-Partners und Rechteinhabers EM.TV zuerst an Bord einer Sojus- Rakete zur russischen Raumstation Mir ab. Mit den Kosmonauten Sergej Saletin und Alexander Kaleri begab sich die kunterbunte Gestalt auf einen Serviceflug: Da Twipsy auch im Trickfilm mit Erfolg verlorene Computerdaten sucht, sollte es die reparaturbedürftige Mir symbolisch wieder auf Vordermann bringen. Als Dank wurde Twipsy per Urkunde zum ersten Plüsch-Kosmonauten erklärt.

Nur einen Monat nach seiner Rückkehr von der Mir startete Twipsy auch mit den Amerikanern ins All. Doch ob Kosmonaut oder Astronaut, der «Reiseveranstalter» war bei beiden Flügen der gleiche: die auf Weltraum-Werbung spezialisierte INTOSPACE GmbH in Hannover. Das Unternehmen hatte lange vor Beginn der Weltausstellung nicht nur mit EM.TV, sondern auch mit der Expo-Gesellschaft direkt verhandelt.

Bei den Gesprächen mit dem damaligen Expo-Werbechef Matthias Ginsberg kam heraus, dass Twipsy in Begleitung einiger Expo-Wimpel mit einem Space-Shuttle vom Weltraumbahnhof Cape Kennedy abheben und die Baustelle der internationalen Raumstation ISS besuchen sollte. In den USA sollte Expo-Botschafterin Steffi Graf der von dem spanischen Designer Javier Mariscal geschaffenen Cyber-Fratze eine gute Reise wünschen. Das Shuttle startete am 19. Mai und in seinem Laderaum zeigte tatsächlich ein Twipsy aus Plüsch sein typisches Grinsen.

Wer das Maskottchen auf seine zweite Reise ins All schickte, soll nun das Landgericht klären. Nach Auffassung der Expo gab es nur ein mündliches Vorgespräch über Twipsys erneuten Start, nicht aber einen gültigen Vertrag. Außerdem sei der geplante Werberummel in Florida mit Steffi Graf und dem Astronauten Ulf Merbold nicht zu Stande gekommen. Der Richter schlug einen Vergleich vor und brachte es in der Verhandlung auf den Punkt: «Ob man diese Dinger sinnlos um die Welt fliegt, ist doch völlig wurscht.» Entscheidend sei die erbrachte Werbewirkung für die Weltausstellung. Der Prozess wird fortgesetzt.
@ Mr.Max

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