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Analysten müssen sich warm anziehen

An Wall Street scheinen die Tage der heißen Aktientipps gezählt und auch scheinbar grundlose Marktbewegungen sollen schon bald der Vergangenheit angehören. Denn die amerikanische Börsenaufsicht SEC hat jetzt entschieden, dass ab dem 23. Oktober wichtige, kursbewegende Nachrichten allen Marktteilnehmern gleichzeitig zugänglich gemacht werden müssen. Der Schritt beendet die Bevorzugung von Analysten und institutionellen Investoren, wie sie in den Vereinigten Staaten bisher an der Tagesordnung ist.

Bisher pflegen die Wall-Street-Profis mitunter recht enge Verbindungen zu den Unternehmen. Dies sichert ihnen exklusive Informationen, die sie zunächst ausschließlich an ihre zahlende Kundschaft weitergeben. Auch die Gewinn- und Umsatzschätzungen, die den Börsenwert der Unternehmen maßgeblich mit beeinflussen, kommen häufig so zustande.

Durch die neue Informationspraxis sollen Kleinanleger jetzt zeitgleich mit den Experten über wichtige Entwicklungen informiert werden. Die Entscheidung, die von den Brokerhäusern vehement bekämpft wurde, ist vor allem dem SEC-Chairman Arthur Levitt zu verdanken.
Durch die selektive Veröffentlichung sah er das öffentliche Vertrauen in den amerikanischen Aktienmarkt gefährdet, da Anleger bedeutende Kursbewegungen oftmals erst verspätet nachvollziehen konnten.

Brokerhäuser und Investmentbanken argumentierten dagegen, durch die neue Praxis würden die Unternehmen insgesamt weniger Informationen herausgeben. Zwar dürfen sie auch künftig private Gespräche mit Analysten führen. Da wichtige Informationen aber auch allen anderen Marktteilnehmern zugänglich gemacht werden müssten, erschwere sich für die Unternehmen die Aufgabe, wichtige von unwichtigen Neuigkeiten zu unterscheiden. Die Profis befürchten daher, dass die Firmen weniger Informationen veröffentlichen, was auch Kleinanleger benachteiligen würde.

Dennoch kommt aus der Analystenzunft auch Zuspruch. Ein Wertpapierexperte von Prudential Securities hofft, dass seine Kollegen sich in Zukunft wieder mehr auf ihre Fähigkeiten konzentrieren und nicht nur die Informationen der Unternehmen wiederkäuen. Analysten seien bisher oft wie Pinguine, die alle in eine Richtung watschelten.

Ein Beispiel für diese Herdenmentalität war zuletzt bei der Gewinnwarnung von Intel [Nasdaq: INTC Kurs/Chart ] und Apple [Nasdaq: AAPL Kurs/Chart ] zu beobachten - keiner der gut bezahlten Investmentprofis sah die Schwierigkeiten voraus. Erst als die Firmen ihre Gewinnwarnungen veröffentlicht hatten, revidierten die Analysten eilig ihre Einschätzungen.

Der Prudential-Experte bringt es auf den Punkt: Die neue Regel werde dafür sorgen, dass Analysten wieder härter arbeiten.


© 16.10.2000 www.stock-world.de
@ humm

Wäre schön, wenn das obige auch für die deutschen Aktienmärkte gelten würde, aber bis dahin ist denke ich noch ein sehr sehr weiter weg.

Gruss
Hallo mizuno!

Also in der Frage sind wir in Dtl. doch schon so weit. Oder was meinst du, was die Adhoc-Pflicht darstellt?
In Dtl. mangelt es nicht an den Gesetzen, sondern an der Durchsetzung.


bye
>Analysten seien bisher oft wie Pinguine, die alle in eine Richtung watschelten

wie wahr!! siehe letztes halbes Jahr
Ist in Deutschland noch wichtiger, da wir von den aktuellen Amigesetzen noch weit entfernt sind

viper63


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