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B2B-Weltmarkt Internet-Commerce One,Ariba u.a. - 500 Beiträge pro Seite



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Hi Leute!
Anbei ein Text aus der CHIP SUXXES Sonderteil Ausgabe 10/2000 (Super Zeitschrift) .
HINWEIS- Habe diesen Text eigenhändig geschrieben (keinen Scanner)- es kann vorkommen, daß sich hier oder da ein kleiner
Fehler eingeschlichen hat, der vom Originaltext abweicht.
Bin der Meinung, daß der Text ein Extra Thread verdient hat.

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WELTMARKT INTERNET

Das Internet als Markplatz: Nicht im Verkauf, sondern im Einkauf liegt das größte Gewinnpotential.
Internetshops sparen Zeit, Geld und machen den Markt transparenter.
Welche Einsparungsmöglichkeiten das Web für Einkäufer bietet, Zeigt dieser Beitrag.


Die Zahlen der Marktforscher deuten auf eine Revolution hin. Schon heute wickeln die Unternehmen weltweit
Ein Handelsvolumen von 17 Milliarden Dollar über das Internet ab.
Bis 2002 erwarten die Marktforscher von Forrester Research einen Anstieg auf 330 Milliarden Dollar -
Also fast das 20-fache. Dabei kommt das Geschäft mit dem Endverbraucher eine eher bescheidene Rolle zu.
Denn auch in Zukunft werden sich wohl 90 Prozent des Internet-Handels zwischen Unternehmen, also
" Business-to-Business" (B2B) abspielen. "Die Geschäftsbeziehungen der Zukunft finden in erster Linie digital statt", bekräftigt Harald A. Summa, Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Internet-Wirtschaft (Eco, Electronic Commerce Forum). Bereits 2000 würden die Unternehmen mehr als ein Drittel ihrer Geschäfte elektronisch abwickeln.
Das Internet ermöglicht jedem interessierten Käufer, sich in kürzester Zeit einen Überblick über das Angebot
Der verschiedenen Lieferanten zu verschaffen. Preise für Produkte und Dienstleistungen werden quasi per Mausklick vergleichbar - mit der Konsequenz, daß sich bisherige Verkäufermärkte in ausgesprochene
Verkäufermärkte verwandeln.
"Damit kommt der Beschaffungsseite in Zukunft eine viel wichtigere Rolle zu", erklärt Heinz Weiler, Mitbegründer und Geschäftsführer Healy Hudson Internet Business Solutions in München. Durch die breitere Auswahl an Einkaufquellen und die Transparenz im Web befänden sich die Unternehmen in der Lage, die Preise im Einkauf zu drücken und damit ihre Kosten zu senken.


>>Größere Auswahl beim Wareneinkauf

"Derzeit läßt sich im Bereich Electronic Commerce das Geld vor allem durch Einsparungen im Einkauf verdienen",
so Weilers Fazit. Auf Grund der stärkeren Nachfrageorientierung der Geschäftsstrukturen verschiebe sich der Schwerpunkt
der Electronic-Commerce-Anwendungen vom Verkaufs- zum Einkaufbereich. Das Beschaffungsmanagment, analysiert Heinz Weiler weiter, sei in völlig neuer Weise gefordert.
Unter dem Begriff "Electronic Sourcing" wird zusammengefasst, wie sowohl global operierende Unternehmen mit vielen
Tochtergesellschaften als auch regional tätige Firmen und Behörden auf diesen neuen Trend reagieren. Sie nutzen das neue Verfahren, um

>eine größere Zahl von Lieferquellen in ihr Auswahlverfahren einzubeziehen und die Eignung ihrer derzeitigen Lieferanten erneut zu überprüfen,
>ihre Einkaufvolumina zentral zu bündeln und mit den qualifizierten Lieferanten nach ihren Bedürfnissen auszuhandeln,
>die Einkaufsregeln und die getätigten Einkäufe in Datenbanken zu protokollieren sowie
>die lokalen Einkaufsprozesse zu standardisieren und die Abläufe zu straffen.

Auf Grund des substanziellen Einsparungspotentials kommt dem "Electronic Sourcing" bereits heute strategische
Bedeutung als Wettbewerbsfaktor zu. "Unternehmen, die nicht die beste Einkaufsquelle kennen, werden früher oder später ihre Marktposition verlieren", warnt Weiler. Die Gefahr lauere beim Kunden. Der sei durch das Internet nicht nur in der Lage, sondern auch in der Pflicht, die für ihn günstigsten Quellen selbst herauszufinden.
Auch der Verwaltungsaufwand bei Exportgeschäften läßt sich senken:
Wegen der zahlreichen Zollformalitäten liegt er überdurchschnittlich hoch und erreicht im Schneiit sieben Prozent des Exportwertes. Nach Ansicht der Welthandelsorganisation WTO ließe sich dabei ein Drittel einsparen Allerdings nur dann, wenn die Versendung der Waren und zugehörigen Zolldokumenten elektronisch erfolgt.
Schließlich geht es um ziemlich viel Geld: Die Unternehmensberatung McKinsey bescheinigte den von ihr untersuchten Unternehmen beim E-Sourcing Einsarungspotentiale zwischen zehn und 20 Prozent bei den Beschaffungskosten.



Fallstudie: E-Sourcing bei Babcock

Eine innovative e-Business_Lösung hat sich im Babcock-Bosig-Konzern in Oberhausen sehr schnell bezahlt gemacht. Durch die Einführung eines modernen Beschaffungssystems spart man jedes Jahr 20 Millionen Mark.
Die Babcock-Dienstleistungs-GmbH (BDL, Tochter der Lufthansa-Gebäudemanagment-Gruppe, organisiert den Einkauf von Produkten im Wert von rund 400 Millionen Mark pro Jahr über das Intranet.
Durch eine e-Business-Lösung auf Basis der Lotus Notes zur Steuerung des Beschaffungsprozesses werden die Kosten um zehn Prozent gesenkt.
Der Einkauf des Konzerns, der mit dem Tool arbeitet, hat das Ziel, damit pro Jahr etwa 400.000 Bestellpositionen in 20 Produktgruppen abzuwickeln. Geplant ist, daß von etwa 8.000 Clients aus Mitarbeiter direkte Bestellmöglichkeiten im Netz haben.
Nach Genehmigung durch den Vorgesetzten per Buttondruck werden die Aufträge elektronisch an den Lieferanten geschickt.
Der Lieferant stellt seine Rechnung ebenfalls elektronisch. Ist der Vorgang abgeschlossen, werden die Informationen an die SAP-Buchhaltung übertragen.
Güter, die bestellt werden können, sind in speziellen "Warenkörben" definiert. Sowohl bei der Babcock
Als auch bei den Lieferanten existieren spezielle Replikationen der Warenkörbe; bei Änderungen, etwa der Lieferfristen oder Preise, erfolgt eine Aktualisierung.
"Der virituelle Einkauf bringt neben dem Kosten- auch einen klaren Zeitvorteil", erklärt Peter Zumbach, Key-Manager bei der BDL. Mußten die Mitarbeiter auf ihre Bestellungen früher bis zu sechs Wochen warten, können sie heute mit der Lieferung innerhalb von zwei bis drei Tagen rechnen."

>>Jede Sekunde beim Online-Einkauf bringt Geld

Wohl gemerkt, bei allen diesen Einsparungen geht es lediglich um den Bereich E-Sourcing, also die Verlagerung der Bestellvorgangs vom Faxgerät auf den Computer.
So hat ein weltweit agierender Elektrokonzern 1997 ein Einkaufsvolumen von einer Milliarde Mark per
E-Sourcing abgewickelt - mit beeindruckenden Ergebnissen: Die Transaktionskosten konnten um 30, die
Materialkosten um 20 Prozent reduziert werden. Der Grund für die Einsparungen: Durch gestiegene Markt-
Transparenz und frei gewordene Einkaufskapazitäten konnte der Konzern erheblich mehr Lieferanten- und
Produktangebote vergleichen.
Indirekte Einkäufe gehen nicht unmittelbar in die Endprodukte ein. Sie umfassen eine Vielfalt unterschiedlicher
Produkt- und Servicekategorien und werden von zahlreichen Lieferanten bezogen.

>>Das Problem der indirekten Einkäufe meistern

Das macht diese Einkäufe besonders arbeitsintensiv und schwer steuerbar. Sie sollten einerseits standardisiert und zentral gebündelt werden, andererseits straff und IT-gestützt ablaufen.
"Hat ein Unternehmen den Handlungsbedarf erkannt, ist es sinnvoll, die indirekten Einkäufe zunächst einmal zu
gliedern", empfiehlt Heinz Weiler. Dabei sei eine Trennung nach Marketing und Werbung, Informations- und
Kommunikationstechnik, Gemeinkosten-Materialien, personalbezogene Kosten sowie unternehmens- beziehungsweise produktionsspezifische Kosten ratsam.
Je nach Unternehmen ließe sich dann der geeignete Ansatz auswählen, um die Kosten systematisch und effizient zu adressieren und damit die Einkaufsleistung zu verbessern.
Diese Methode bezeichnen Experten als "dynamisches Sourcing". Dynamisch deshalb, weil es ein dauerhaftes Patentrezept nicht gibt. Das Sourcing ist vielmehr für jede Einkaufskategorie maßzuschneidern und ständig zu verbessern. Um das Einsparungspotential auszuschöpfen ist, ist ein mehrstufiger Prozess aus Beratung für eine Gesamtkonzeption, kurzfristigem Witschaftlichkeitsnachweis, Investitionsplanung und Erarbeitung eines Lösungsansatzes notwendig.
Das Ganze mündet in die optimale Vernetzung von Einkäufern, Bestellern und Lieferanten.
Auf diesem schwierigen Feld hat sich eine völlig neue Art von Softwar-Anbietern etabliert. Firmen wie Harbinger haben sich darauf spezialisiert, dem Kunden die Vorrecherche im Internet abzunehmen. Das Ergebniss ist ein Katalo, der dem Einkäufer vorliegt und ihm die Arbeit erleichtert. Ein erstes Anwendungsbeispiel hat Harbinger bei einem Schweizer Chemiekonzern etabliert. Dort wird der gesamte Einkauf von Verbrauchsmaterialien per elektronischem Katalog abgewickelt. So hat man den Bestellvorgang dadurch beschleunigt, daß jeder Mitarbeiter die für ihn wichtigen Dinge selbst bestellen kann. Die zentrale Einkaufsabteilung sammelt die Bestellformulare und gibt die Bestellung auf. Für die Aktualität des Katalogs sorgt der Anbieter dieser Software-Lösung.



>>Alcatel Deutschland: drastischer Rückgang der Beschaffungskosten

Die bis vor kurzem typischen Abläufe bei der Materialbeschaffung in deutschen Großunternehmen schilderte kürzlich der "Spiegel" am Beispiel der Telekommunikationsfirma Alcatel Deutschland: Ein Mitarbeiter, der für seinen Bürodrucker eine neue Tonerkartusche benötigte, hatte ein Formular auszufüllen, es von einem Vorgesetzten abzeichnen zu lassen und an die Einkaufsabteilung weiterzuleiten.
Die Einkäufer recherchierten die Bestellnummer der Tonerkartusche in einem Katalog und schickten ein Fax an den Hauslieferanten für Büroartikel. Hatte er das gewünschte auf Lager, landete die Tonerkartusche nach einigen Tagen zusammen mit der Rechnung im Büro des Bestellers. War der Händler dagegen ausverkauft, konnte der Vorgang noch eine gute Woche länger dauern.
Nach Ablauf von nicht weniger als neun Stationen waren durchschnittliche Kosten von 150 Mark pro Bestellung
Zusammengekommen - Kosten, die den Materialwert des angeforderten Artikels nur all zu oft überstiegen.
Ganz anders der Ablauf bei der elektronischen Materialbeschaffung: Im Intranet von Alcatel steht nun ein Feld namens "Bestellen" zur Verfügung, das den Mitarbeitern Zugang zu einem elektronischen Katalog verschafft.
Darin lassen sich die meisten Artikel sogar im Bild betrachten - und per Mausklick bestellen.
Die Auslieferung binnen 24 Stunden ist die Regel, und am Monatsende landen alle Rechnungen per E-Mail bei Alcatel.
Die Mitarbeiter des Telekommunikationsunternehmens sind befugt, Standardartikel von bis zu 2.500 Mark ohne Rückfragen beim Vorgesetzten elektronisch zu beschaffen. Erfreuliches Resultat: Die Durchschnittskosten für einen Bestellvorgang liegen inzwischen nur noch bei 65 Mark - ein Rückgang von fast 60 Prozent.
Kein Wunder, daß bei diesen Aussichten der Gedanke nahe liegt, die Nachfrage ganzer Branchen zu bündeln
Und branchenspezifische B2B-Marktplätze aufzubauen.
Dabei kooperieren auch Firmen, die sonst als scharfe Konkurrenten auf dem Markt agieren.

>>Die Super_Märkte des B2B - ein Fall für das Kartellamt?

Doch die schöne Einkaufswelt hat ihre Tücken: Die geballte Einkaufsmacht ruft mittlerweile das Bundeskartellamt auf den Plan. Als erster Internet-Marktplatz ist Covisint, die gemeinsame Einkaufsplattform
Der Auto-Riesen DaimlerChrysler, Renault/Nissan, Ford und General Motors im Visier der Kartellwächter - noch vor seinem für Anfang 2001 geplanten Start.
Die Behörde befürchtet den Mißbrauch des Internets zur Schaffung von Kartellstrukturen und befragt als ersten Schritt die Zulieferer der Autokonzerne zu den Modalitäten des geplanten Business-to-Business-Handels.
Hintergrund: Der Internet-Marktplatz Covisint hilft den Weltkonzernen nicht nur bei der Rationalisierung der
Materialbeschaffung, sondern bietet die Chance, erheblichen Preisdruck auf Zulieferer und Dienstleister auszuüben.. Die betroffenen Firmen halten sich an ihren eigenen Geschäftspartnern schadlos.
Doch trotz aller kartellrechtlichen Problemen: Die Zukunft liegt im elektronischen Einkauf.
Heinz Weiser, Einkaufsleiter bei Tesa Deutschland, wagt die Prognose: "in ein paar Jahren wird es keine Möglichkeit mehr geben, Bestellungen ohne Internet durchzuführen."

M.Igler, A.Vogelsang

e-Business: So viel sparen die Unternehmen

-General Motors: Der Weltkonzern bezahlt etwa bei der Beschaffung von Gummidichtungen für Autofenster per
e-Businnes rund 30 Prozent weniger.
Ersparnis : etwa 60 Millionen Dollar pro Beschaffungsvorgang

-Alcatel Deut. :Das Telekommunikationsunternehmen reduzierte die Beschaffungskosten von Standardartikeln
durch Einführung einer B2B-Einkauflösung um 60 Prozent.
Ersparnis : 85 Mark pro Beschaffung

Quelle: Spiegel

SUXXES Profit-Electronic Sourcing
+Firmen-Einkäufer haben die Wahl zwischen zahllosen Beschaffungsquellen
Angebote und Preise lassen sich in kürzester Zeit vergleichen
Die internen Kosten für Beschaffungsvorgänge sinken drastisch
Spezialisierte Dienstleister bauen elektronische Bestellkataloge auf
B2B-Markplätze sorgen für weitere Kostenreduzierungen beim Einkauf
- Kartellrechtliche Bedenken können sich als Bremsklotz erweisen.

Quelle:Sonderteil der Zeitschrift CHIP Suxxes Ausg.10/2000

Artikelende ____________________________________________________________


Fazit: B2B könnte sich durch die erheblichen kosteneinsparungen zu einer wahren Revolution entwickeln.
Nicht nur Commerce One, Ariba und andere werden davon profitieren sonderen auch die Unternehmen der Alten Ökonomie.
Vielleicht könnte man das vergleichen mit der Verbreitung des Telefons, oder die Verbreitung der Eisenbahn, was ja bekanntlich zu einem Wirtschaftsaufschwung geführt hatte.
Jedefalls ist es ratsam auf die großen gut poitionierten B2B Unternehmen zu setzten.



Gruß Forsyth
@Forsyth:
>HINWEIS- Habe diesen Text eigenhändig
>geschrieben (keinen Scanner)-...

da hast du was geleistet....

danke :) humm
Für euch tue ich doch alles;-)
Der Artikel war einfach zu toll, um ihn euch vorzuenthalten.

Gruß Forsyth
Forsyth
Ich setzte Dein Einverständnis einmal voraus und verewige den Artikel noch im BG-Board.
Grüße
eboerse
hallo eboerse,

vielen dank für den artikel. ich denke, es wird ähnlich sein wie bei cmrc. da wurde anfangs auch über preisnachlässe seitens cmrc gesprochen. einige behaupteten gar, cmrc wurde von gm über den tisch gezogen. langfristig meines erachtens von geringerer bedeutung, da das wachstum im B2B wohl alles bisher dagewesene in den schatten stellt. dagegen sind aol, yahoo oder amazon wahre schnecken. und rentabel ist das geschäft auch. innerhalb von monaten schreiben nahezu alle B2B größen schwarze zahlen. eine einmalige konstellation: hohes umsatzwachstum, demzufolge hohe nebenkosten (vielleicht wäre anlaufkosten besser) und trotzdem der absehbare oder vollführte sprung in die gewinnzone. das zeigt, mit welchen gewinnmargen zukünftig zu rechnen ist. man sollte sich deshalb nicht von der jetzigen situation nervös machen lassen. in 2 jahren haben die amis schon lange ihren präsidenten und cmrc ist ein weltkonzern der marke
oracle oder sun. nur das die zukunftsaussichten dann für cmrc besser sein werden als für oracle jetzt. ppro wird hoffentlich da oben mitspielen. eine marktkap. zwischen 10 und 20 milliarden kann ich mir dann für ppro vorstellen.
jetzt ca. 1,4.
übrigens müßte poet einer der gewinner werden mit ihrer e-catalogsoftware laut dem obigen artikel von forsyth. diese werte muß man eben mal ein jahr halten und dann schauen. basis bleibt cmrc. da neigt sich das risiko/chanceverhältnis immer mehr zugunsten der chance.

mfg.goodi


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