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Metabox stellt neuste Generation der Set-Top-Boxen vor - 500 Beiträge pro Seite



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Mittwoch 13. Dezember 2000, 13:36 Uhr


Frankfurt, 13. Dez (Reuters) - Die am Frankfurter Neuen Markt notierte Metabox AG hat eine neue Generation digitaler Set-Top-Boxen entwickelt und dafür bereits Aufträge über die Lieferung von 600.000 Geräten erhalten. Die beiden Großkunden seien in Israel und Großbritannien ansässig, sagte Vorstandschef Stefan Domeyer anlässlich der Präsentation der neuen Boxen am Mittwoch in Frankfurt. Der Preis für die Boxen liege je nach Ausstattung zwischen 270 und 720 Dollar. Die Namen der Auftraggeber wollte Domeyer nicht nennen.Im ersten Quartal 2001 sollen die Geräte ausgeliefert werden.
Die neuen Set-Top-Boxen können den Angaben zufolge an jedes Fernsehgerät angeschlossen werden und ermöglichen das interaktive Fernsehen. So sei das Abspielen von DVDs, CDs oder MP3-Dateien möglich, wie auch die Nutzung von Bezahlfernsehen, das Herunterladen kompletter Spielfilme aus dem Internet oder das Surfen im Internet bei parallelem Verfolgen einer Fernsehsendung. Mit dieser neuen Technologie werde ein völlig neuer Markt für das interaktive Fernsehen betreten der "unter Volldampf unterwegs" sei, sagte Domeyer. Bereits im Januar kommenden Jahres sollen die Geräte in die Serieproduktion gehen.

Bis zum Jahr 2005 würden mehr Europäer das interaktive Fernsehen nutzen als den Online-Zugang über den Computer, teilte das Unternehmen unter Verweis auf eine Studie des Marktforschungsinstituts Forrester Research mit. Die Zahl von derzeit sieben Millionen Nutzern des interaktiven Fernsehens werde sich binnen fünf Jahren auf rund 80 Millionen erhöhen.

Metabox will Domeyer zufolge seine Produkte nicht mehr über den Fachhandel vertreiben, sondern sie - ähnlich wie bei der Vermarktung von Handys - an Kabelnetzbetreiber sowie Inhalte- und Serviceanbieter verkaufen. Mit der Vermarktung über den Handel habe Metabox keine guten Erfahrungen gemacht. "Wir hatten eher bestürzende Absatzzahlen", sagte der Vorstandschef.

Zur Liquidität von Metabox sagte Domeyer, dass das Unternehmen völlig kreditfrei sei. Das genehmigte Kapital aus der letzten Hauptversammlung wolle die Firma zur Ausgabe von Aktien nutzen. Dabei handele es sich jedoch nicht um eine typische Kapitalrunde. "Wegen des schlechten Kurses machen wir das in monatlichen Runden", sagte der Vorstandschef. Dabei hoffe Domeyer, dass sich der Aktienkurs von Metabox wieder positiv entwickele. Auf die Frage, ob Metabox nicht besser innerhalb eines großen Konzerns aufgehoben sei, sagte Domeyer: "Ich habe noch keinen Gedanken daran verschwendet, das Unternehmen zu verkaufen".

Metabox hatte Anfang Dezember wegen Konsolidierungsfehlern einen Korrekturbedarf beim Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 1999 bekannt gegeben. Ende September hatte die Gesellschaft ihren Planumsatz für das Jahr 2000 auf 70 Millionen DM von 198 Millionen DM und ihren erwarteten Verlust auf 15 (14) Millionen DM korrigiert. In den ersten neun Monaten 2000 setzte Metabox nach eigenen Angaben 32 Millionen DM um und schrieb einen Fehlbetrag von elf Millionen DM.

Die Metabox-Aktien verbuchten am Mittwoch Kursverluste um zeitweise mehr als vier Prozent auf bis zu 7,40 Euro.

fvm/ban


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