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Vorweihnachtliche Bescherung am Neuen Markt von Onstock - 500 Beiträge pro Seite



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Nicht meine Worte aber ganz meine Meinung!!!
SK

Vorweihnachtliche Bescherung am Neuen Markt

13.12.00, 03:05

Kurz vor Weihnachten wollen wir nun einmal Bilanz ziehen, was der Neue Markt uns bisher "beschert" hat. Sicherlich, der Neue Markt hat uns Momente voller Freude spendiert, jedoch im Nachhinein umso bittere Stunden. Was ist also unter dem Strich übergeblieben?
Wenn man sich den gesamten Markt ansieht, muß man ganz klar sagen: Schöne Bescherung! Oder um noch deutlicher zu werden: Da haben wir den Salat! Gerade einmal noch 36% der Werte des Neuen Markts liegen oberhalb ihres Ausgabekurses. D.h. dass lediglich 122 von insgesamt 337 Unternehmen den Anlegern der ersten Stunde Kursgewinne bescheren konnten. Wurden uns da etwa teilweise Geschenke eingepackt, die wir gar nicht wollten? Diese Aufgabe obliegt normalerweise dem Weihnachtsmann, welcher an der Börse in Form einer Konsortialbank daherkommt. Sollten die Weihnachtsmänner, die doch normalerweise ihre Geschenke wie ihre Westentasche kennen müssten, sich so bitter vertan haben? Paßten da Preis und zukünfiges Potenzial etwa überhaupt nicht zueinander? Die Weihnachtsmänner müssen sich bei ihrer Schlittenfahrt teilweise stark verrechnet haben. Ein Schelm, wer dabei böses denkt...Zugegebenermaßen, einige Geschenke stanken so zum Himmel, daß die Geschenkverpackung nicht über den mässigen Inhalt hinwegtäuschen konnte (z.B. Fortunecity.com). Andere wurden uns so hübsch verpackt und mit einem süßen Geruch versehen, daß uns die Sinne komplett vernebelt wurden. Als wir dann wieder aufwachten, war das Geschrei groß (Plasmaselect, Infomatec, Gigabell, Fantastic). Nur wenige Präsente wurden ihren Vorschußlorbeeren gerecht (ACG, CE Consumer).
Nun finden kehren wir jedoch aus der Welt der Metaphern in die Realität zurück. Was sich oben so nett liest, ist in Wirklichkeit leider bitterer Ernst. Die Banken haben das Vertrauen und den Optimismus ihrer Kunden brutal mißbraucht. So wurde der Emissionserlös höher und somit auch der Provision der Banken. Doch es ist ja nicht so, daß die Unternehmen unfreiwillig gute Mine zum bösen Spiel gemacht hätten. Sie spielten ihre Rollen teilweise fast oskarreif. Die ersten haben mittlerweile ihre gerechte Quittung bekommen (Infomatec, Gigabell), die nächsten tauchen gerade ins Ungewitter ein (EM.TV).
An dieser Stelle muß man jedoch auch einen Vorwurf an die Deutsche Börse loswerden. Sie macht es mit ihren laschen Bilanzierungspflichten überhaupt erst möglich, daß die Anleger solange im Dunklen bleiben. Ein Paradebeispiel dafür ist die Erlaubnis, die tatsächlichen Quartalszahlen in einer Ad hoc nur am Rande, wenn überhaupt, mitzuteilen und stattdessen die kumulierten Zahlen (gerade in Mode gekommen sind die 9Monatszahlen) in den Mittelpunkt zu rücken.
Was anfangs als Wachstumssegment gegründet wurde, verkommt nach und nach zu einer Spielwiese für Pleitegeier und Möchtegerne. Die Verantwortlichen schauen aus dem Treiben aus Profitgier untätig zu. Sollte hier nicht bald etwas geschehen, so haben wir den Wilden Westen schneller über den großen Teich geholt, als wir es für möglich gehalten hätten.


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