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Greenspan-der gößte Existenzvernichter der Neuzeit!-!! - 500 Beiträge pro Seite



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Dean Baker ist Direktor des Washingtoner Center for Economic and Political Research. Das Interview ist aus dem neuen SPIEGEL.

Spiegel: Wie beurteilen Sie den überraschenden Schritt des amerikanischen Zentralbankchefs Alan Greenspan, die Leitzinsen zu senken?

Baker: Das ist sein Eingeständnis, dass sich die US-Wirtschaft stärker abgekühlt hat, als er das mit seinen vorangegangenen Zinserhöhungen beabsichtigt hatte. Dass er diesen Schritt zwischen zwei Bundesbanktreffen für notwendig hielt, ist sehr außergewöhnlich.

Spiegel: Hatte er zu stark gebremst?

Baker: Man muss sich schon fragen, ob die Zinsanhebungen gerechtfertigt waren. 1994 und 1995 hob er sie an, gemäß der gängigen Wirtschaftstheorie, nach der eine galoppierende Inflation drohe, wenn die Arbeitslosigkeit unter 6% sinke. Im Nachhinein muss man sagen, dass dadurch die Wirtschaft ohne Not verlangsamt wurde, Menschen unnötig arbeitslos blieben. Die gleiche Situation hatten wir im Juni. Ich glaube, wir sollten lieber abwarten, bis Indizien für ein Problem auftauchen, bevor man unnötig Sand ins Getriebe wirft. Inflation ist schließlich ein Prozess, sie überrennt uns nicht einfach.

Spiegel: Zinssenkungen zeigen ihre Wirkung erst nach Wochen. Warum handelte Greenspan so hastig?

Baker: Er wollte den Märkten ein Signal senden, dass er zum Handeln bereit sei. Für die Wirtschaft macht es keinen Unterschied, ob die Zinsen am 3. oder am 30. Januar gesenkt werden. Aber Greenspans große Sorge gilt der Börse, die den größten Anteil am momentanen Abschwung hat. Daran ist Greenspan zum teil selbst schuld: Längst schon hätte er Maßnahmen ergreifen müssen, um die Bildung der Marktblase zu verhindern.

Spiegel: Welcher Art?

Baker: Er hätte vor allem seine berühmte Warnung aus dem Jahr 1996 vor einem irrationalen Überschwang wiederholen müssen. Die Märkte hören auf ihn. Wenn er das weiter betont hätte, dann, so glaube ich, wären die Börsenkurse wahrscheinlich nicht so himmelhoch gestiegen.

Spiegel: Steht die US-Wirtschaft vor einer Rezession?

Baker: Das hängt alles von der Börse ab. Wenn die Märkte sich weiter abschwächen, wird der Konsum einbrechen. Dann geht es abwärts, schneller noch, als es hochging. In dem Fall droht eine schlimme Rezession.


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