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Interview mit e-m-s New Media AG - 500 Beiträge pro Seite



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08.01.2001

Michael Westerhoff
Investor Relations Manager


Top-Interviews: Können Sie uns einen Überblick über Ihr Geschäftsfeld geben ?
Michael Westerhoff: Die e-m-s New Media AG ist ein Unternehmen der Medienbranche mit Fokus auf den wachsenden DVD-Markt. Wir erzielen einen Großteil unseres Umsatzes mit Filmen, die wir auf DVD veröffentlichen. Darüber hinaus decken wir aber insbesondere über unsere Beteiligungen aber auch selbst die gesamte Wertschöpfungskette von der Filmproduktion bis hin zum Vertrieb der Produkte auf DVD und VHS-Kassette ab.

Top-Interviews: Welche Konkurrenten haben Sie und wie sehen Sie sich zu diesen positioniert?
Michael Westerhoff: Mit der starken Fokussierung auf die DVD haben wir eine Alleinstellung. Andere Unternehmen expandieren zwar in diesem Bereich, sie verlieren aber gleichzeitig Umsätze im VHS-Geschäft. Da wir VHS bisher als Randgeschäft betrachtet haben, sind wir vom Einbruch der Umsätze nicht betroffen und können uns voll und ganz auf den Zukunftsmarkt DVD konzentrieren.

Top-Interviews: Was planen Sie mit dem Erlös aus dem Börsengang?
Michael Westerhoff: Wir haben bereits investiert: Die e-m-s New Media AG hat sich beispielsweise mit 24,7% (plus eine Option auf weitere 13%) an der Advanced Medien AG beteiligt. Von diesem Engagement versprechen wir uns zusätzlichen hochwertigen Content für unsere DVDs. Darüber hinaus haben wir den Vertrieb und das Marketing mit namhaften Personen verstärkt. So kommt unser neuer Vertriebsleiter Herr Riedel aus München vom US-Major Columbia Tristar.

Top-Interviews: Wie groß ist bislang das Interesse für Ihren Titel bei institutionellen Anlegern?
Michael Westerhoff: Ein Großteil unserer Aktien liegt in Händen von institutionellen Anlegern. Rund 80 Prozent unserer Aktien wurden beim Börsengang von institutionellen Anlegern gezeichnet.

Top-Interviews: Sie planen im Jahr 2000 einen Umsatz in Höhe von 13 Mio. DM, 2001 schon 62 Mio. DM. Wie ist dieser Umsatzsprung überhaupt zu erreichen?
Michael Westerhoff: Wir werden den für 2000 angepeilten Umsatz übertreffen. Damit sind wir schon bei einem Faktor, der auch in 2001 eine große Rolle spielen wird: Der stark wachsende DVD-Markt hat unsere Umsätze bereits im vergangenen Maße mehr angekurbelt, als wir das erhofft hatten. Darüber hinaus haben wir in 2000 viele gute Filmrechte gekauft, die in 2001 in Kino, Fernsehen oder auf DVD ausgewertet werden können. Wir wollen 2001 die Früchte ernten, die wir 2000 gesät haben.

Top-Interviews: Welche Großkunden stehen auf Ihrer Abnehmerliste und welchen Umsatzanteil machen diese aus?
Michael Westerhoff: Auf unserer Kundenliste stehen alle großen Elektronikfachmärkte wie Saturn oder Media-Markt, Versandhäuser wie Neckermann, Handelsketten wie REWE, Karstadt oder Metro, um nur einige zu nennen. Außerdem werden unsere DVDs über Internethändler wie Amazon sehr gut verkauft. Kein anderes Produkt hat einen so hohen Anteil an Internet-Umsätzen wie die DVD.

Top-Interviews: Was versprechen Sie sich von der Beteiligung an der Advanced Medien AG? Ist eventuell auch eine Mehrheitsbeteiligung geplant? Und was versprechen Sie sich von den Minderheitsbeteiligungen an AZAWAKH sowie an der get AG und was ist deren Geschäftsfeld?
Michael Westerhoff: Advanced hatte ich bereits erwähnt. Das Münchener Unternehmen macht bereits seit zwei jahrzehnten Geschäfte im Lizenzhandel. Wir werden von der Erfahrung profitieren. Advanced hat Zugriff auf sehr gute Filme. Ich nenne nur mal als Beispiel den britischen Kinohit Grasgeflüster, der im Sommer vergangenen Jahres in die deutschen Kinos gekommen ist. Interessant sind auch die amerikanischen Beteiligungen von Advanced, allen voran ist das die gemeinsame Firma, die Advanced mit Starregisseur Wolfgang Petersen ("Der Sturm", "Air Force One", "Das Boot") gegründet hat, die 2001 zwei bis drei Blockbuster liefern will.
AZAWAKH und get sind strategische Beteiligungen, mit denen neue Produkte entwickelt werden sollen. Mit AZAWAKH entwickeln wir beispielsweise in diesen Wochen ein Format, das gleichzeitig auf DVD und im Fernsehen veröffentlicht werden soll. Die get AG ist im Zukunftsgeschäft Video on Demand aktiv. Da viele unserer Filmrechte auch Video on Demand einschließen, erschließt sich dadurch eine neue Vertriebsmöglichkeit für unsere Filmrechte. Wir wollen unserem Ruf als First Mover der Branche gerecht werden und frühzeitig bei der Entwicklung neuer Übertragungstechniken mit dabei sein.

Top-Interviews: Warum habe Sie nicht einen späteren Zeitpunkt für Ihren IPO gewählt und sind bei einem so ungünstigen Marktumfeld an die Börse gegangen?
Michael Westerhoff: Den Anlegern soll es doch recht sein. Sonst wären sie nicht so preiswert an unsere Aktien gekommen. Nein, ganz im Ernst: Im Frühjahr 2000 hätte niemand gedacht, dass der Neue Markt im Herbst so stark abstürzt. Heute weiss keiner, wann es wieder richtig aufwärts geht. Und sehen Sie es doch mal so: Wir hätten vor einem halben Jahr zwar mehr erlöst, aber eine Beteiligung wie unsere an Advanced wäre gleichzeitig viel teurer gewesen.

Top-Interviews: Würden Sie die Aktien von e-m-s eher konservativen oder spekulativen Anlegern empfehlen?
Michael Westerhoff: Fachmagazine sprechen zwar häufig von "spekulativ kaufen", aber im Grunde muss man ein bißchen Geduld mit unseren Aktien haben. Wir versprechen keine Kurssprünge von heute auf morgen. Bei uns wird es langsam aber sicher stetig bergauf gehen, wenn der Markt erst einmal das wahnsinnige Potential der DVD vollständig realisiert hat.
Insofern kann ich nur empfehlen: Jetzt preiswert kaufen und einfach ein wenig warten. Dieses Warten können häufig nur konservativere Anleger, die die Gesetze des Aktienmarktes genau kennen.

Top-Interviews: Bislang sollen in Deutschland erst rund 200.000 DVD-Player verkauft worden sein, wie sehen Sie allgemein die Zukunft der DVD und wann rechnen Sie mit dem endgültigen Durchbruch? Und was ist dafür noch nötig?
Michael Westerhoff: Der Durchbruch ist im Weihnachtsgeschäft 2000 geschafft worden. Nach aktuellen Hochrechnungen sollen rund eine Million Geräte in den Haushalten stehen. Hinzu kommen tausende DVD-ROM-Laufwerke und die PlayStation 2, die beide ebenfalls DVDs abspielen.
Dieses Jahr wird ein erneutes Wachstumsjahr werden.

Top-Interviews: Warum haben Sie die Produktion der DVD`s ausgelagert? Werden Sie diese zukünftig selber herstellen?
Michael Westerhoff: Bisher ist nichts in diese Richtung geplant. Warum auch? Es gibt keine Engpässe in der DVD-Produktion. Die Erfahrung mit der CD hat gezeigt, dass leicht Überkapazitäten entstehen können, die damals einige CD-Presswerke in finanzielle Schwierigkeiten gebracht haben. Warum also dieses Risiko ohne Grund auf sich nehmen?

Top-Interviews: Was sagen Sie zu der Kritik, das e-m-s bisher nur zweit- und drittklassige Filme vertreibt? Haben Sie vor, in Zukunft auch Blockbuster in Ihr Rechteportfolio aufzunehmen?
Michael Westerhoff: Naja, mit der BBC-Dokumentation "Dinosaurier - Im Reich der Giganten" haben wir immerhin die bestverkaufte Special-Interest-DVD (also alles, was kein Spielfilm ist) aller Zeiten in Deutschland im Programm. Durch unsere Advanced-Beteiligung und durch eigene Filmeinkäufe aus dem vergangenen Jahr haben wir demnächst einige Knaller im Programm. Trotzdem halte ich die Blockbuster-Diskussion für übertrieben. Was ist denn für ein Unternehmen wichtig? Dass es Gewinne mit seinen Produkten macht! Bei den Kosten für Lizenzen einiger Blockbuster ist mehr als fraglich, ob damit jemals schwarze Zahlen erwirtschaftet werden können. Warum also Millionen in den Sand setzen, nur um einen Blockbuster im Programm zu haben? So eitel sind wir nicht.
Wir wollen unseren Aktionären sagen: "Wir haben preiswert eingekauft und für Euch Gewinne aus dem Produkt rausgeholt".

Top-Interviews: Sie wollen sich in Zukunft auch an Co-Produktionen von Filmen engagieren, was erwarten Sie sich hiervon? Überwiegen die Risiken nicht die Chancen?
Michael Westerhoff: Die Chance einer Co-Produktion besteht darin, sehr früh an die Rechte eines Filmes zu kommen und die gesamte Wertschöpfungskette von der Kino- über die TV- bis zur Home-Entertainment-Auswertung abzudecken. Über Advanced werden wir z.B. die neuen Petersen-Filme co-produzieren, davon erwarten wir uns schon einiges. Außerdem kann Co-Produktion billiger sein als später teure Rechte zu kaufen.

Top-Interviews: Wie problematisch sehen Sie die Aspekte für Ihr Unternehmen, dass DVD`s keinen Kopierschutz besitzen, und wie sehen Sie das Video-on-Demand System, speziell in Bezug auf e-m-s ?
Michael Westerhoff: Das mit dem Kopierschutz ist unproblematisch. Noch gibt es keine preiswerten DVD-Recorder, mit denen der Zuschauer aufnehmen kann. Wenn es die gibt, stellt sich ein anderes Problem für den Besitzer eines solchen Recorders: Die DVD-R wird nicht über so große Speicherkapazität verfügen wie eine Kauf-DVD. Er wird die Daten also gar nicht komplett überspielen können.
Zu Video on Demand: Wir sehen dieses Thema als große Chance für unser Unternehmen. Wir sind durch die Beteiligung an der get AG frühzeitig an der Entwicklung beteiligt. Video on Demand ist ein zusätzlicher Vertriebsweg, weil wir ohnehin an vielen Filmen entsprechende Rechte besitzen. Video on Demand könnte eine Gefahr für Videotheken sein, weil es nun eine Alternative zur Fahrt in die beispielsweise am Sonntag geschlossene Videothek gibt. Die Kauf-DVD dürfte davon aber nicht betroffen sein. Trotz CD-Brennern werden weiter CDs verkauft, weil der Käufer natürlich auch Jäger und Sammler ist, der das Original-Produkt in seiner privaten Library stehen haben will. Wir freuen uns also auf Video on Demand, obwohl wir befürchten, dass die Realisierung noch länger dauern dürfte als wir alle hoffen.

Top-Interviews: Was planen Sie in absehbarer Zukunft? Dürfen die Anleger eventuell schon bald mit positiven News rechnen?
Michael Westerhoff: Bald stehen die Quartalszahlen an, die besser ausfallen dürften als erwartet. Verantwortlich dafür ist wie gesagt das starke Weihnachtsgeschäft. Darüber hinaus gehen wir mit offenen Augen durch die Welt und werden bei einem Unternehmen, das in unsere Strategie passt, auch wieder zugreifen.

Top-Interviews: Können Sie uns schon etwas über den Verlauf des vergangenen Weihnachtsgeschäft sagen? Werden die Planzahlen für das abgelaufene Jahr erreicht?
Michael Westerhoff: Der Umsatz wird wie bereits erwähnt übertroffen werden. Im Moment arbeiten wir daran, das Zahlenwerk zusammenzustellen. Freuen Sie sich drauf...

Top-Interviews: Wo, denken Sie, wird e-m-s in drei Jahren stehen?
Michael Westerhoff: Wenn das rasante Wachstum bei der DVD, wie alle erwarten, so weiter geht, werden wir zu den großen Independent-Firmen Deutschlands gehören. Wir entwickeln uns gerade vom DVD-Unternehmen zur plattformunabhängigen Entertainment-Company.
Sie, die Verbraucher und die Anleger werden in den kommenden drei Jahren sehr viel von uns hören. Dass wir das Potential dazu haben, haben wir ja bereits in unseren ersten zwei Monaten an der Börse bewiesen.

Top-Interviews: Vielen Dank !

quelle: www.top-interviews.de
Pressemitteilung 22.01.2001

DVD-Unternehmen legt vorläufige Zahlen für 2000 vor

e-m-s liegt über Plan

Dortmund. Die e-m-s new media AG hat ihr Umsatzziel im Geschäftsjahr 2000
übertroffen. Auch das Ergebnis fällt nach den vorläufigen Zahlen besser als
erwartet aus. Ausschlaggebend für die positive Entwicklung waren u.a. das
umsatzstarke Weihnachtsgeschäft und die Sonderkonjunktur im DVD-Markt.

Die e-m-s new media AG hat ihren Umsatz 2000 im Vergleich zum Vorjahr nach
vorläufigen Berechnungen um 120 % auf 15,4 Mio. DM gesteigert. Damit konnte
der ursprünglich für 2000 prognostizierte Umsatz um 2,2 Mio. DM übertroffen
werden. Im 4. Quartal betrug der Umsatz 6,4 Mio. DM, dies entspricht einer
Steigerung von 186 % gegenüber dem 3. Quartal 2000. Das Ergebnis vor Zinsen
und Steuern (EBIT) beläuft sich im Geschäftsjahr 2000 voraussichtlich auf -
0,7 Mio. DM und fällt damit besser aus als nach den zum Börsengang am
21.11.00 veröffentlichten "Als-Ob-Konzern"-Planzahlen. Nach den Planzahlen
war ein Verlust von 1,3 Mio. DM erwartet worden. Im 4. Quartal erzielte das
DVD-Unternehmen ein positives EBIT von 0,5 Mio. DM. Unberücksichtigt ist bei
den veröffentlichten Zahlen die 24,7-prozentige Beteiligung vom 12.12.2000
an der Advanced Medien AG, die nach IAS at Equity konsolidiert werden wird.

Die e-m-s new media AG kann sich mit den vorgelegten Geschäftszahlen vom
allgemeinen negativen Trend der Medienbranche absetzen. Ausschlaggebend
dafür war insbesondere die Sonderkonjunktur des boomenden DVD-Marktes,
speziell auch im Weihnachtsgeschäft 2000. Auch 2001 wird e-m-s vom stark
wachsenden DVD-Markt profitieren. Ende 2001 sollen drei Millionen deutsche
Haushalte über einen DVD-Player (1999: 200.000, 2000: 1 Mio.) verfügen.
Einen weiteren Impuls für eine positive Geschäftsentwicklung erwartet das
Unternehmen von einer Verstärkung des Vertriebsteams. Seit 1. Januar 2001
ergänzt der ehemalige Vertriebsdirektor der Columbia Tristar, Peter Riedel,
das Führungsteam der e-m-s new media AG als Vertriebsdirektor. Rolf Pietsch,
der langjährige Vertriebsleiter und Produktmanager der
Videovertriebsgesellschaft AVU, ist als Vertriebsleiter der e-m-s sales GmbH
tätig.

Ausführliche Details zum Geschäftsjahr 2000 wird e-m-s Ende März im Rahmen
der Bilanzpressekonferenz veröffentlichen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Michael Westerhoff,
Investor Relations Manager
e-m-s new media AG
Schleefstr.3
D-44287 Dortmund
Tel. 0231 / 9455 - 333
Fax 0231 / 9455 - 339,
E-Mail m.westerhoff@ems-newmedia.com
23.01.2001
E-M-S new media Outperformer
WGZ-Bank


Besser als erwartet schließe der DVD-Spezialist E-M-S (WKN 521280) das Geschäftsjahr 2000 ab, so die Analysten der WGZ-Bank.

Allein in Q4 habe ein Umsatz von 6,4 Mio. DM bei positivem EBIT von 0,5 Mio. DM erzielt werden können. Durch die Beteiligung an Advanced Medien dürften die ehrgeizigen Wachstumsziele zu einer plattformunabhängigen Entertainment Company zudem schneller als geplant erreicht werden. Die Stärken der Advanced Medien im Filmhandel (Produktion, Lizenzeinkauf) ergänzten die Wertschöpfungskette der E-M-S new media ideal – gemeinsam verfügten beide Unternehmen über mehr als 2000 Filmlizenzen.

Ein Risikofaktor könnte die Auswirkung der Beteiligung auf das Zahlenwerk im Rahmen der Konsolidierung darstellen. Die Experten der WGZ-Bank bestätigten ihre Einstufung; eine Anpassung der Zahlen erfolge bei Bekanntgabe der endgültigen Ergebnisse Ende März.

quelle: www.aktiencheck.de


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