DAX+0,46 % EUR/USD-0,59 % Gold+0,44 % Öl (Brent)0,00 %

Greenspan-Rede hilft den Märkten nicht weiter - 500 Beiträge pro Seite



Beitrag schreiben

Begriffe und/oder Benutzer

 

Die Talfahrt der US-Wachstumsbörse Nasdaq setzt sich fort. Weitere Hiobsbotschaften von Blue-Chips aus dem Technologiesektor, schwache Konjunkturdaten und eine Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan, die Hoffnungen auf frühzeitige Zinssenkungen zunichte macht, sorgen für weiteren Abwärtsdruck.

Indexname

Indexstand aktuell

Indexstand Vorwoche

Veränderung Punkte

Veränderung Prozent

Höchststand

Tiefststand

Nasdaq

2.118

2.260

-106

-5,0%

2.310

2.071

Dow Jones

10.466

10.440

26

+0,3%

10.787

10.237



Vor allem das auf einen Stand von 1996 gesunkene Verbrauchervertrauen macht den US-Börsen zu schaffen, besonders da Konsumentenausgaben in den USA zwei Drittel des Bruttoinlandsproduktes ausmachen. Da nutzen auch andere, positivere Konjunkturdaten nichts, auf die sich US-Notenbank-Chef Greenspan bezieht, als er der US-Wirtschaft in einer Rede vor dem Repräsentantenhaus positive Aussichten bescheinigt. Die Stimmung bleibt schlecht.

5-Tageschart Nasdaq Composite

Zumal auch von den großen US-Unternehmen keine erfreulichen Nachrichten kommen. Den Reigen von Gewinnwarnungen eröffnet der Hersteller von Kommunikationschips Texas Instruments. Doch fällt die Strafe der Anleger noch vergleichsweise milde aus, da Unternehmenschef Tom Engibous die Aussichten für TI in rosigen Farben malt . Die Warnung des Sportartikelherstellers Nike wiederum sorgt für einbrechende Kurse des Spezialisten für „Business-to-Business“-Software I2 Technologies. Dass der größte Kunde des Unternehmens rückläufige Geschäfte vermeldet, quittieren die Anleger mit dramatischen Verkäufen.

Überhaupt erwischt es den Software-Sektor schwer. Die Analysten von Goldman Sachs senken die Gewinnerwartungen und Empfehlungen für eine ganze Reihe von Software-Firmen . Darunter ist auch der weltweit zweitgrößte Software-Entwickler Oracle. Das Unternehmen von Larry Ellison muss trotz der vollmundigen Behauptung, dass die Geschäfte im 3. Fiskalquartal gut liefen, seine Prognosen um 100 Mio.$ nach unten revidieren – offenbar sehr zur Überraschung von Ellison .

Weniger überraschend kommt hingegen die Gewinnwarnung der Nummer Zwei unter den PC-Direktverkäufern Gateway. Dass der PC-Sektor am Boden liegt, ist schon länger offensichtlich. Peinlich für die Unternehmensführung ist zudem, dass auch die bereits vorgelegten Ergebnisse für 2000 korrigiert werden müssen. Statt wie bisher 28% unter dem Ergebnis von 1999 liegen die tatsächlichen Zahlen nun um 45% unter dem Vorjahresresultat.

5-Tageschart Dow Jones Industrial

Die Nummer Eins der Software-Branche Microsoft darf hingegen wieder hoffen. Das Berufungsverfahren gegen die von Richter Thomas Penfield Jackson verfügte Aufspaltung des Konzerns gibt erste Hinweise auf einen juristischen Erfolg für das Unternehmen von Bill Gates . Letztlich gleichen sich diese Faktoren aus, sodass Microsoft die Woche fast unverändert beschließt.

Die Aktie des Tabakkonzerns Philip Morris weist hingegen einen positiven Kursverlauf auf. Und das obwohl das US-Justizministerium eine neue Klageschrift gegen den Zigarettenhersteller eingereicht hat. Unter dem neuen Präsidenten Bush, der sich bereits während des Wahlkampfes gegen zu harte Strafen für die großen Zigarettenkonzerne ausgesprochen hat, stehen die Chancen für einen relativ milden Ausgang der Verfahren nicht schlecht.

Wie geht es weiter?

Zumindest aus der Charttechnik kann man für die Nasdaq etwas Hoffnung schöpfen. Die Unterstützung durch den zehnjährigen Aufwärtstrend, die bei 2.100 Punkten verläuft, wird gehalten. Offenbar sind institutionelle Anleger in den USA nicht gewillt, den Index unter diese Marke fallen zu lassen. Sehr schön zu beobachten ist dies an der späten Rallye der Nasdaq am Donnerstag, die ansonsten ohne eindeutigen Grund erfolgte.

Das Verbrauchervertrauen ist zwar auf neuen Tiefständen angelangt, doch kaufen die US-Konsumenten trotzdem weiter fleißig ein. Überraschend stiegen die Konsumentenausgaben im Januar um 0,7% an. Im Dezember waren es immerhin noch 0,4% Steigerung. Ein gutes, wenn auch nur eines unter vielen Zeichen. Was die Märkte brauchen, ist eine eindeutige Aussage über den Zustand der US-Wirtschaft und entsprechende Maßnahmen. Allerdings sind weitere Zinssenkungen durch die US-Notenbank vor dem nächsten Treffen im März kaum zu erwarten – auch wenn Fed-Chef Greenspan mitteilt, die Notenbank wolle in Zinsfragen bewusst „ambivalent“ bleiben.




Beitrag zu dieser Diskussion schreiben


Es handelt sich hier um eine ältere Diskussion, daher ist das Schreiben in dieser Diskussion nicht mehr möglich. Bitte eröffnen Sie hier eine neue Diskussion.