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Anrechenbarkeit von Schuldzinsen zu Speku-Gewinnen - 500 Beiträge pro Seite



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Ich hab mal eine Frage. Schuldzinsen zum Erwerb von Aktien sind ja mit den Spekulationsgewinnen hierdurch verrechenbar.
Sind die Kreditkosten auch verrechenbar,wenn die Aktien über die Spekulationsfrist von einem Jahr gehalten werden?

Falls nicht, wie weist man den Finazamt nach, welche Kreditkosten für welche Aktien anfiehlen, wenn sowohl Aktien während der Spekulationsfrist, sowie nachher verkauft wurden?

Danke im voraus!
Kommt drauf an. Wenn Du aus diesen Aktien Dividende erhalten hast, sind die Kreditkosten als Werbungskosten bei Einkünften aus Kapitalvermögen abziehbar. Sehr pauschal gesagt. Denn das Finanzamt könnte sich auf den Standpunkt stellen, dein Invest diente weniger der Erzielung von Dividenden sondern viel mehr denen von Kurssteigerungen. Wenn Du dann die Spekufrist überschritten hast, könntest Du neese sein. Auf diesen Standpunkt stellt sich das Finanzamt nartürlich dann, wenn die Kreditzinsen die Dividende übersteigen.

Wenn die Kreditkosten grundsätzlich anerkannt werden, ist es doch ganz einfach aufzuteilen. Anschaffungskosten der Aktien, die innerhalb der Spekufrist verkauft wurden x Zinssatz x Zeitraum zwischen An- und Verkauf. (bei 100%er Fremdfinanzierung)

Gruß CC
@ CColumbus

...wenn die Rechnerei mal so einfach wäre!

Stelle Dir vor, mein Konto steht genau auf null. Ich kaufe
mir nun Bayer-Aktien für 10.000 Euro auf Kredit.

Nach 1 Monat bekomme ich 1.000 Euro Zinsen auf eine
Anleihe. (Hat mit der Bayer-Aktie natürlich nichts zu tun).
Aktueller Kontostand: -9.000 Euro.

Nach weiteren 2 Monaten verkaufe ich meine MAN-Aktien
(die ich schon seit 2 Jahren halte) für 6000 Euro.
Aktueller Kontostand: -3000 Euro.

Nun kaufe ich mir ein Auto (!) (Also keine Auto-Aktie!!)
für 15.000 Euro.
Aktueller Kontostand: -18.000 Euro.

Dann wird mein Lottogewinn über 5000 Euro gutgeschrieben...

Und wie, bitteschön, soll man da jetzt noch die Kreditzinsen
für die B-Aktie rausrechnen?

Und wenn ich jetzt noch Anleihen verkaufe und dann
noch Schering-Aktien (zahlt Dividende!) und EM-TV-Aktien (macht
Kursgewinn!) und Heyde-Aktien (macht Kursverluste) kaufe...

Man bedenke: Auf die Bayer-Aktie (die ich nach einem halben
Jahr mit Gewinn verkaufe) erhalte ich auch noch eine Dividende.

Die Kreditzinsen, die ich als Werbungskosten absetzen möchte
könnte ich auf die Spekugewinne anrechnen - dann komme ich pro
Jahr auf 900 Mark Gewinn (steuerfrei!) Würde ich die Kreditzinsen
auf die Dividende anrechnen, habe ich weniger "Kapitalerträge", aber
dafür einen höheren Spekugewinn, der dann vielleicht über 1000 Mark
liegt...

Liege ich in diesem Jahr insgesamt - auch ohne Abzug von Kreditzinsen -
unter der 999,99 DM-Freigrenze, wäre es dann doch wieder besser,
die Zinsen bei den Kapitalerträgen abzuziehen.

Ähnlich ist es wohl auch mit den Deptogebühren.

Armes Deutschland! Steuerchaos, wohin man schaut!

kroko
@Kroko
Ich bin davon ausgegangen,daß es sich bei der Aufteilung um die zwischen Verkauf eines Teils der Aktien innerhalb der Spekufrist (steuerpflichtig daher Abzug anteilige Kreditzinsen möglich) und Verkauf nach Spekufrist (umgekehrt)handelt; also es ein extra Darlehnskonto für dieses Invest gibt. Ansonsten hast Du nartürlich recht.
Jeder Einzelunternehmer hat das Problem, wenn er von seinem Firmenkonto Entnahmen tätigt und damit ins Soll gerät oder sein Soll erhöht. Und da er von irgendwas leben muß, muß er ja Entnahmen machen. Stichwort Ein-, Zwei-, Drei-Kontenmodelle, § 4 Abs. 4a EStG, usw. Je gerechter das Recht sein soll, desto komplizierter wirds und dann wirds wieder ungerecht.


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