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Metabox....Tage des Donners - 500 Beiträge pro Seite



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Hallo zusammen..

ich halte die Ereignisse der letzten Tage rund um die Metabox AG
für ein legendäres Stück NM- und Wirtschaftsgeschichte.

Leider sind die ganzen Vorkommnisse und Informationen dazu in etlichen
Threads verstreut.

Ich möchte einmal chronologisch diesen bisher wohl einmaligen Krimi
aufführen, damit er nicht verloren geht.

Dabei möchte ich mich direkt bei DODO bedanken, der mir mit seiner
Site www.metabox-info.de, daß suchen der entsprechenden
Artikel sehr einfach gemacht hat.


>Nachdem wir im März zunächst mit kleinen aber doch positiven Meldungen
"vewöhnt" wurden (Meta TV Content-Partner von Kabel Berlin-Brandenburg,
Mitgliedschaft im DVB-Konsortium, IBUT-Projekt), kam es dann ab dem 28.02.2001
knüppeldick.
Schon seit längerer Zeit diskutierten die User über unregelmäßigkeiten, die
scheinbar bei der KE aufgetreten sind. Es herrschte hierüber grosse Unsicherheit
bezüglich des Ausgabepreises und anderen zunächst nicht erklärbaren Dingen.

Diese Diskussion wurde durch das erscheinen des Prior-Briefes jäh unterbrochen.<


Mittwoch, 28.02.2001



Prior-Brief:
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen
Metabox




HILDESHEIM (dpa-AFX) - Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt nach
Informationen des Prior Börsen-Briefes gegen die Hildesheimer Metabox AG .
Es bestehe der Verdacht auf Kursmanipulation, hieß es am Mittwoch. Bereits
Anfang des Jahres seien die Geschäftsräume der am Neuen Markt notierten
Multimedia-Firma durchsucht worden. Der Verdacht richte sich auf falsche
Angaben in Unternehmensberichten. In so genannten ad-hoc-Meldungen hatte
Metabox mehrfach Großaufträge von ungenannten Kunden bekannt gegeben, die
nie zu Stande kamen./bz/DP/kh



>Die Antwort der Metabox AG ließ nicht lange auf sich warten, und erschien am selben Tag.<



Metabox: Von Ermittlungen ist uns nichts bekannt

Hildesheim (vwd) - Der Metabox AG, Hildesheim, ist nicht bekannt, dass
die Staatsanwaltschaft Frankurt Ermittlungen wegen des Verdachtes auf
Kursmanipulation aufgenommen hat. Das sagte
Unternehmenssprecherin Aenne Schaper am Mittwoch auf Anfrage von
vwd. Hausdurchsuchungen habe es auf jeden Fall nicht gegeben. In
einem Bericht der "Priorbörse" hatte es unter Berufung auf
Behördenkreise geheißen, dass die Staatsanwaltschaft mit den
Ermittlungen einer Strafanzeige des Hessischen Staatskommissariats
für die Börsenaufsicht nachgehe. Bereits Anfang des Jahres habe die
Staatsanwaltschaft die Geschäftsräume des Unternehmens durchsucht
und dabei umfassendes Beweismaterial sicher gestellt. +++Kirsten
Bienk

vwd/28.2.2001/kib/mr



Metabox: Von Ermittlungen ist uns nichts bekannt ... (zwei)

Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel, Frankfurt, hat bei
seinen Untersuchungen einen "Verdacht auf Insiderhandel"
ausgemacht. Aus diesem Grund ist das Verfahren am 19. Januar 2001
an die Staatsanwaltschaft Hildesheim abgegeben worden, sagte eine
Sprecherin am Mittwoch. Diese habe den Fall an die Staatsanwaltschaft
Hannover weiter geleitet. Gleichzeitig habe die Hessische
Börsenaufsicht eine Anzeige wegen Kursmanipulation eingeleitet.

Das Bundesaufsichtsamt hatte geprüft, ob Metabox gegen § 15 WpHG
verstoßen hat, als am 28. September 2000 eine für das laufende Jahr
reduzierte Gewinn- und Umsatzerwartung heraus gegeben worden war.
Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Stefan Domeyer hatte sich
nämlich bereits am 25. September die der Mitteilung zu Grunde
liegende Verschiebung von Lieferungen angebahnt. +++Kirsten Bienk

vwd/28.2.2001/kib/mr



>Des weiteren wurde Strafanzeige gegen das Börsenblatt erhoben.<



Met@box AG erstattet Strafanzeige gegen Egbert Prior

Hildesheim, 28. Februar 2001

Die Met@box AG, Hildesheim, hat bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf Strafanzeige gegen
den Herausgeber des umstrittenen Börsenbriefes "Prior Börse", Egbert Prior, erstattet. Grund ist
die jüngste Ausgabe der "Prior Börse", in der dieser zahlreiche falsche Angaben macht. Zudem
prüft eine Reihe von Großaktionären des Unternehmens, den Beschuldigten wegen der bereits
heute morgen verursachten Vermögensschäden auf Schadensersatz zu verklagen. Der Vorstand
der Met@box AG wird zudem den Erlass einer Einstweiligen Verfügung gegen Egbert Prior
beantragen, um weitere öffentliche Falschaussagen zu unterbinden. Weiterhin wurde Herr Prior
aufgefordert, eine Gegendarstellung zu veröffentlichen.

Prior versucht, Unternehmen und Vorstände zu kriminalisieren. Es ist unwahr, dass die
Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen die Met@box AG ermittelt. Ebenso hat es niemals die von
Prior behauptete Hausdurchsuchung in den Räumen der Met@box AG gegeben. Eine
Sicherstellung von Beweismaterial fand ebenfalls niemals statt. Falsch ist ebenfalls die
Behauptung Priors, die Met@box AG habe sich im vergangenen Jahr beharrlich geweigert, den
Unterzeichner eines Letter of Intent zu benennen. Vom ersten Tag an wurde die Inter-Nordic als
Met@box-Vertragspartner genannt. Eine grob falsche Darstellung der 99er Bilanz, wie von Prior
behauptet, gab es ebenfalls nicht. Die Met@box AG hatte einen von einem Wirtschaftsprüfer
testierten Abschluss 1999 vorgelegt, dessen Konsolidierungsfehler erst durch den Wechsel zu
einem neuen Wirtschaftsprüfer aufgedeckt würde. Sämtliche diesbezüglichen, korrekten und
vollständigen Informationen sind den Pflichtmitteilungen des Unternehmens zu entnehmen.

Prior beruft sich auf angebliche "gut unterrichtete Behördenkreise". Das Unternehmen zweifelt
die Richtigkeit dieser Quellenangabe an, hat jedoch vorsorglich eine Strafanzeige gegen
Unbekannt erstattet, um den Behörden eine Möglichkeit der Aufklärung zu geben.



>Die Nachrichten waren noch nicht verdaut, drohte neues ungemach seitens der BAWE
und der Schutzgemeinschaft der Kleinanleger.<



Bundesaufsichtsamt: Untersagungsverfügung gegen Metabox

Frankfurt (vwd) - Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel,
Frankfurt, hat gegen die Metabox AG, Hildesheim, eine
Untersagungsverfügung erlassen. In dieser Verfügung wird dem
Unternehmen verboten, in Ad-hoc-Meldungen darauf hinzuweisen, dass
Lieferverträge dem Bundesaufsichtsamt vorgelegt worden sind. Das
sagte eine Sprecherin des Amtes am Mittwoch zu vwd. Das
Hildesheimer Unternehmen hatte am 28. November 2000 ad hoc
gemeldet, einen Vertrag über die Lieferung von mindestens 100.000
Geräten nach Großbritannien unterzeichnet und den Vertrag vor
Veröffentlichung der Ad-hoc-Meldung dem Bundesaufsichtsamt
vorgelegt zu haben.

Sollte sich Metabox der Verfügung, die am Donnerstag rechtskräftig
wird, widersetzen, ist nach Angaben der Sprecherin ein Zwangsgeld
fällig. Die Untersagungsverfügung sei erlassen worden, da es sich in
diesem Fall nicht um Tatsachen handele, die das Bundesaufsichtsamt
prüfen könnte. Das Unternehmen erwecke aber den Anschein, als ob
dies der Fall wäre.Das Bundesaufsichtsamt stelle gegenwärtig weitere
Untersuchungen gegen das Unternehmen an und arbeite mit der
Staatsanwaltschaft zusammen. Welche Personen des Insiderhandels
verdächtigt werden, sagte die Sprecherin nicht. Sie wies aber darauf
hin, dass Hinweise von Dritten eingegangen seien.

Indes bereitet die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) eine
Strafanzeige gegen Metabox vor und fordert Schadenersatz. Die
Anleger sind nach Ansicht von Sprecher Markus Straub in hohem Maße
unseriös über die Situation des Unternehmens informiert worden.
Vorstandsvorsitzender Domeyer verweigere die Zusammenarbeit mit
der Gemeinschaft. Straub hält Metabox für einen der Pleitekandidaten
des Jahres 2001 und begründet dies unter anderem mit dem geringen
Kassenbestand. +++ Kirsten Bienk




>An den nächsten beiden Tagen publizierten etliche Medien von der Financial Times über das
Handelsblatt die Vorkommnisse bei Metabox...die Verunsicherung war enorm unter den Aktionären,
der Kurs fiel am Freitag Intraday bis 1.50€, dann erschien der Aktionärsbrief, der die Situation
der AG darlegte und einen kämpferischen CEO präsentierte.
Wie oben schon erwähnt, war die KE-Geschichte bei den meisten Aktionären im Hinterkopf, viele
hatten erwartet, daß der CEO sich auch dazu äussern würde, aber der Aktionärsbrief war überlagert
von den Prior-Anschuldigungen. Das trug nicht gerade zur Beruhigung der Nerven der User bei.<



Hildesheim, den 02. März 2001


Brief des Vorstandsvorsitzenden
An die Aktionäre der Met@box AG Hildesheim



Sehr geehrte Mitunternehmerinnen und Mitunternehmer,


die vergangene Woche stand ganz im Zeichen neuer Anschuldigungen gegen unser Unternehmen - und dadurch ausgelöst eines erneuten Kursrückganges.
Besonders ärgerlich aus unserer Sicht war die Ausgabe Nr.17 der Prior Börse vom 28.2.2001, die eine Fülle von Behauptungen über die Metabox AG enthielt,
die jeglicher sachlichen Grundlage entbehrten. Unsere Geschäftsräume wurden zu keinem Zeitpunkt durchsucht.
Wir werden alle rechtlich möglichen Schritte unternehmen, um eine solche Berichterstattung, die das Unternehmen in einer unzulässigen Weise kriminalisiert,
für die Zukunft zu verhindern.

Einzelne Journalisten recherchierten in diesem Umfeld weiter und meldeten, dass die Staatsanwaltschaft Hannover sowohl gegen mich als auch gegen Vorstandskollegen
ermittelt. Bis zu diesem Tag hatten wir davon keine Kenntnis. Mittlerweile wissen wir, dass es um Ermittlungen auf Grund von Adhoc-Mitteilungen im Jahr 2000 geht.
Die Staatsanwaltschaft prüft, ob einzelne Vorstände aus der Veröffentlichung dieser Mitteilungen Vorteile ziehen konnten und ob diese Mitteilungen den vorliegenden Tatsachen entsprechen.
Die Antwort auf den ersten Punkt heißt aus unserer Sicht: Nein! Bis heute hat keiner der Vorstände Aktien der Met@box AG verkauft. Bis zum 7. Januar 2001 unterlagen diese Aktien ohnehin
dem Lock-Up aus dem IPO. Die Antwort auf den zweiten Punkt heißt: Ja! Wir haben uns zu jedem Zeitpunkt bemüht, allen Aktionären alle neuen Tatsachen sofort zugänglich zu machen und daher
alle aus unserer Sicht kursrelevanten Ereignisse sofort adhoc gemeldet.

Jede einzelne Adhoc-Mitteilung entsprach den zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Tatsachen. Wir werden alles daran setzen, um die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover zu einem schnellen Ende zu bringen
und alle dafür erforderlichen Informationen selbstverständlich umgehend zur Verfügung stellen. Aber diese Mühlen mahlen bekanntlich langsam.

Mit Unmut habe ich die Äußerungen der Schutzgemeinschaft für Kleinaktionäre (SdK) registriert, deren Sprecher diese Woche vollmundig behauptete, die Met@box AG zähle zu den nächsten Pleitekandidaten am Neuen Markt.
Diese Unterstellung kam zu Stande, ohne dass dieser Sprecher vorher das direkte Gespräch mit dem Unternehmen suchte, anders als z.B. sein SDK-Kollege Conze, der erst vor zwei Wochen zu einem offenen Meinungsaustausch
bei uns in Hildesheim empfangen worden ist. Gerade Herr Straub hat seit dem Börsengang der Met@box AG immer wieder versucht, sich auf Kosten unserer Aktionäre zu profilieren, ohne jemals Fakten benannt zu haben.

Fakt bleibt dennoch, dass das laufende Geschäft der Met@box AG finanziert ist, und wir überdies aus dem geplanten Verkauf nicht betriebsnotwendiger Assets weitere Liquiditätsreserven von mehr als 10 Millionen Mark haben.
Wir haben in den letzten Wochen sogar aus eigener Kraft Betriebsmitteldarlehen bei einzelnen Tochterunternehmen gegenüber Banken stark zurückgeführt (die Met@box AG selbst hat ja, wie besonders unsere langjährigen Aktionäre wissen,
niemals mit Bankdarlehen gearbeitet). Neue Mittel braucht alleine die Produktion der met@box 1000 - und zu deren Finanzierung mit Hilfe externer institutioneller Investoren habe ich bereits in den letzten Aktionärsbriefen Stellung genommen.
Mittlerweile haben unsere Kunden in Israel und England erste Exemplare der in Kleinserien produzierten met@box 1000 erhalten. Ich darf Ihnen versichern, dass sie mit dem Ergebnis hochzufrieden sind.

Wir sehen in diesen Tagen eine Fortsetzung der Kampagne des zweiten Halbjahres 2000. Es ist offenbar Mode geworden, Unternehmen wie Met@box zu missbrauchen, um Auflagen und Quoten zwecks eigener Profiterzielung zu steigern.
Rechtlich ist diesen Medien nur selten beizukommen, wenn wir auch erste Erfolge wie z.B. im Fall der so genannten Zeitschrift "Infosat", einer Broschüre des Technisat-Eigentümers Lepper, erzielen konnten. Aber Justitia kann auch sehr Milde sein, wie der Fall Bernecker gezeigt hat.
Insgesamt schadet die Kampagne nicht nur Ihnen, den Aktionären, sondern auch der Gesellschaft selbst. Erst heute ist ein aussichtsreiches neues Geschäft geplatzt, weil dieser (seien Sie beruhigt: NEUE) Kunde wegen der schlechten Presse auf Distanz geht.
Dies können wir alle dem Herrn Prior auf die Rechnung setzen.

Im vergangenen Jahr bestand ein Gutteil der Pressekampagne darin, uns mit Infomatec auf eine Stufe zu stellen. Den Schaden daraus haben wir alle in unseren Depots wiedergefunden, obwohl wir immer klar gesagt haben, dass es keinerlei Gemeinsamkeiten mit den Infomatec-Machenschaften gibt.

Wir lassen uns nicht kriminalisieren, schon gar nicht von einschlägig Gerichtsbekannten.

Übrigens: Ich habe heute Met@box-Aktien gekauft!


Ihr

Stefan Domeyer (CEO)




Samstag, 03.03.2001



>Die Bombe platzte, zunächst erschien ein Auszug eines Spiegel-Online Artikels,
dann der gesamte Beitrag, der auch so in der Print Ausgabe am Montag erschienen
ist.<



Der amerikanische Freund

Wieder ist eine Neue-Markt-Firma zum Skandalfall geworden, die
Justiz ermittelt. Vorstände und Aufsichtsräte der Hildesheimer
Metabox AG haben sich immer wieder zu Billigpreisen neue Aktien
besorgt - angeblich, um einem US-Großinvestor den Einstieg zu
ebnen.

Der Aschenbecher auf dem Besuchertisch quillt über, das Grünzeug
am Fenster hat bessere Tage gesehen. Doch in die Ruhe des
Handelsregisters Hildesheim hat sich Hektik eingeschlichen.

Die beiden Damen im
Amtsgerichtsgebäude beschäftigt an
diesem Morgen nur ein Thema: die Akte
Metabox. Soeben hat die einstige
Vorzeigefirma der Region aktuelle
Registerauszüge ihrer eigenen
Tochterfirmen angefordert. Die Gründe
für diese Bestellung kennt hier niemand.
Hat Metabox den Überblick verloren?

Auch sonst ist Büro 222 ganz gefangen von der rätselhaften Welt
des Neuen Markts. "Was ist eigentlich eine Ad-hoc-Meldung?", fragt
eine Beamtin. "Da geht es irgendwie um Großaufträge, die es gar
nicht gibt", erklärt ein Kollege.

Der Mann hat Recht, irgendwie. Der gesamte Neue Markt ist in Verruf
geraten, die erst im März 1997 gestartete Börse für vermeintliche
Zukunftswerte kommt nicht zur Ruhe. Innerhalb weniger Monate
haben sich die schlechten Nachrichten gehäuft: Zusammenbrüche,
Finanzlöcher, Insiderverstöße, Scheingeschäfte. Vergangene Woche
rutschte der Nemax, der Index des Neuen Markts, sogar unter 2000
Punkte - erstmals seit Herbst 1998. "Pleitegeier im Anflug", urteilte
die "Frankfurter Allgemeine" über die Entwicklung.

Auch die Metabox AG aus Hildesheim ist mittendrin in Turbulenzen.
Vergangene Woche wurde publik, dass die Staatsanwaltschaft in
Hannover gegen Vorstände der Firma ermittelt - wegen des
Verdachts auf Insiderhandel, Kursmanipulation und Anlegerbetrug. Es
geht um großartige Erfolgsmeldungen über noch großartigere
Bestellungen - denen dann aber keine konkreten Umsätze folgten.
Und es geht um das mögliche Abkassieren von Insidern nach
Jubel-News und Kursexplosionen.

Die Unterlagen des Handelsregisters spielen bei der Arbeit der
Strafverfolger eine besondere Rolle. Aus den Papieren ergibt sich der
Verdacht, Metabox könne ein Selbstbedienungsladen für Eingeweihte
sein. Immer wieder haben sich Vorstände, Aufsichtsräte und
befreundete Firmen bei Metabox zu Vorzugspreisen mit neuen Aktien
eingedeckt - renommierte institutionelle Investoren sind bei den neun
Kapitalerhöhungen kaum zu entdecken.

Es waren Ingenieure und Manager der Computerfirma Amiga
Technologies, die 1996 beschlossen, an der Technik für
Zukunftsfernsehen zu arbeiten. Aus ihrer Pios Computer AG wurde
Metabox, und die ging im Juli 1999 an die Börse. Das Unternehmen
setzt auf die Entwicklung eines TV-Zusatzgeräts namens "Metabox
1000" oder "Phoenix", mit dem Fernsehzuschauer DVDs und CDs
spielen, Spielfilme bestellen und im Internet surfen können.

Bei so viel Vision griffen die Führungskräfte bei Kapitalerhöhungen
gern zu. Anfang April 2000 gab die finanzhungrige Metabox AG 100
000 neue Aktien heraus, die nach einem Aktiensplit im September
derzeit 500 000 Stück entsprechen. Der damalige Vertriebsvorstand
Rainer Kochan räumte ab: Er bekam nach heutigem Stand 300 000
Stück zum Vorzugspreis von 0,20 Euro. Der bereinigte Marktkurs lag
bei über 6 Euro, die Aktien waren also 30-mal so viel wert. Auch
Hans Ullrich Sinner und Franz Jakob Simais, beide Manager der
Konzerntochter Amstrad, erhielten - auf heutige Werte umgerechnet
- 5000 beziehungsweise 95 000 Exemplare zum Niedrigpreis. Die Firma
VKA AG strich mehr als 16 000 Aktien für je 0,20 Euro ein - hinter
dem Kürzel verbirgt sich etwa Metabox-Aufsichtsratschef Manfred
Drung, einst Mitgründer des Unternehmens. Metabox selbst hatte
sich an VKA beteiligt und ist mit ihr über eine gemeinsame
Immobilienfirma verbunden.

Vorstandschef Stefan Domeyer zahlte Anfang April für 3150 Stück
jeweils 3,90 Euro. Zu diesem Preis erlangten auch Aufsichtsrat
Geerd-Ulrich Ebeling, Manager Peter White und
Ex-Fußball-Bundesliga-Schiedsrichter Wolf-Günter Wiesel
Aktienpakete. Der Sportsfreund ist bei Metabox für besondere
Aufgaben zuständig.

Kurz danach kamen gute News. Es gebe eine "strategische Allianz"
mit einem ausländischen Unternehmen, hieß es in der
Ad-hoc-Mitteilung vom 10. April. 500 000 Boxen seien verkauft. Der
Jahresumsatz steige auf stolze 200 Millionen Mark, trommelte
Metabox 24 Stunden später.

Das trieb den Kurs innerhalb kurzer Zeit um über 100 Prozent. Chef
Domeyer, der unter anderem von einem britischen Investor geredet
hatte, deckte sich Ende Mai - bereinigt - noch mal mit 500 000
Aktien ein, diesmal für 0,20 Euro. Der Börsenkurs lag da schon bei
rund 17 Euro.

Und es kam noch schöner. Am 28. Juni explodierte der Kurs auf über
40 Euro. Diesmal war in einer Ad-hoc-Mitteilung vom "Letter of
Intend" mit einem skandinavischen Konsortium namens Inter-Nordic
die Rede. Der Vertrag über 1,8 Millionen Boxen werde in den nächsten
Wochen unterschrieben. Und am 5. Juli wurde ein "Rahmenvertrag"
mit der französischen Worldsat über 500 000 Geräte verkündet. In
diesen Sommerwochen galt Metabox plötzlich als Segenspender der
Kleinaktionäre, als heißer Tipp fürs Reichwerden.

Ein fataler Irrtum.

Die Lieferung von 500 000 Boxen aus dem April-Deal ist bis heute
nicht vollzogen. Nicht mal der Kundenname ist bekannt, in einem
Aktionärsbrief schwadronierte Domeyer vom "Israel-Geschäft".
Offenbar ist die israelische Firma Ampa Investments involviert, die
Anfang März 2000 - vor dem Aktienhype - einige Prozent am Kapital
der Metabox übernommen hat. Ampa hat sich dazu bisher nicht
geäußert.

Keinen Abschluss gibt es bis heute über das skandinavische
Großprojekt. Im Sommer räumte Metabox-Vorstand Ebeling ein, sein
Unternehmen sei mit mindestens zehn Prozent am Kapital des
vorgeblichen Käufers Inter-Nordic beteiligt. Es gebe einen Anteil in
dieser Höhe nur an einer Meta TV Nordic, heißt es heute.

Auch das Geschäft mit den Franzosen ist nicht perfekt. "Es gibt
keinen Vertrag, keine Unterschrift", sagt eine Sprecherin von
Worldsat, es gebe noch Gespräche.

Nun will die Justiz wissen, ob Metabox mit falschen oder ungenauen
Angaben den Kurs gepusht hat - und wer mit einem Aktienverkauf
womöglich abgesahnt hat. Das Bundesaufsichtsamt für den
Wertpapierhandel hat in monatelangen Untersuchungen Indizien für
auffällige Käufe und Verkäufe gefunden. Metabox dementiert. Weder
er noch seine Vorstandskollegen hätten Aktien veräußert, erklärt
Domeyer, es sei nichts Unrechtes passiert.

Die Wunder-Box Phoenix war bei aller Euphorie weit weg von der
Marktreife. Erst im Dezember 2000 wurde eine Testversion
vorgestellt, derzeit werden angeblich "Kleinstmengen" gefertigt, die
Serienproduktion laufe im zweiten Quartal an. Das Geld allerdings wird
knapp. Im Jahr 2000 setzte Metabox statt erhofften 200 Millionen
Mark nur 50 Millionen um, bei 19 Millionen Verlust.

Alles kein Problem, beruhigte Domeyer immer wieder. "Einige große,
bereits heute engagierte Investoren" hätten einen Finanzrahmen von
40 Millionen Mark zugesagt. Doch welche Investoren?

Der Metabox-Chef wartet jetzt mit einer überraschenden Story auf.
Er habe im Herbst mit einer US-Investorengruppe verhandelt, sagt er
dem SPIEGEL. Metabox habe kurzfristig frisches Kapital aufnehmen
wollen, die Amerikaner hätten im Gegenzug sofort handelbare Aktien
gefordert. Deshalb hätten einige Altaktionäre "auf eigenes Risiko"
Wertpapiere aus ihren Beständen als Darlehen an die Metabox AG
abgegeben, die sie zu "marktnahen Preisen" an die US-Firma
weiterverkauft habe. Die geliehenen Aktien seien den Verleihern
später wieder per Kapitalerhöhung zugeflossen. Vom Erlös aus dem
Aktiendeal habe nur Metabox profitiert, sagt Domeyer. Den
amerikanischen Freund will er nicht nennen.

Die selbstlosen Altaktionäre - Manager, Aufsichtsräte, Freunde -
wurden nach dieser Version bei neuen Kapitalerhöhungen wieder
befriedigt. Von den über 25 000 neuen Aktien, die am 27. November
gezeichnet wurden, fiel fast die Hälfte an die Manager Simais und
Sinner sowie die Pressesprecherin Aenne Schaper.

Anfang Dezember kamen beim "Wiederholungstäter Metabox"
("Capital") auch dubiose Firmen ins Spiel. So erhielt eine Bond Limited
aus Zürich am 5. Dezember mehr als 130 000 Aktien zum Preis von je
4,61 Euro. Dahinter soll nach Aussage eines Ex-Metabox-Manns eine
Briefkastenfirma auf den British Virgin Islands stecken, laut Domeyer
sei es eine "Schweizer Anlagefirma". In Zürich finden sich jedenfalls
weder im Handelsregister noch im Telefonbuch Spuren der Bond
Limited.

Am gleichen Tag übernahm die ITG Treuhand GmbH aus Alfeld knapp
390 000 Aktien zum Stückpreis von einem Euro, weit unter
Marktwert. Die Firma gehört unter anderem dem
Metabox-Aufsichtsrat Siegfried Fleischer. Drei Tage später nahm
auch die 100-prozentige ITG-Tochtergesellschaft IBEC AG ein
Metabox-Paket ab - 40 000 Stück zu je 4,60 Euro. Bei der IBEC
agiert Manfred Drung als Vorstandschef, der Aufsichtsratsvorsitzende
von Metabox.

Der Mann wurde - laut Domeyer - für sein Aktiendarlehen am 29.
Januar 2001 entschädigt. "Ich, Manfred Drung, zeichne hiermit 400
000 auf den Inhaber lautende Stückaktien ... zum Ausgabepreis von
je Euro 1."
Fortsetzung folgt...mehr war in einem Postingfenster nicht unterzukriegen,
muß ein Kapazitätsproblem seitens WO sein.

Schön wäre, wenn bis dahin nicht gepostet wird, damit das im Zusammenhang steht..


Danke..stompi.
Und es folgte die gegendarstellung von MBX:

Hildesheim, 4. März 2001. Entschieden weist das Unternehmen sämtliche Unterstellungen eines Artikels in der jüngsten Spiegel-Ausgabe zurück,
wonach Vorstände oder Aufsichtsräte der Met@boxAG sich mit "Billigaktien" versorgt haben sollen. Alle genannten Kapitalerhöhungen wurden
ausschließlich dazu genutzt, dem Unternehmen frische Mittel zu marktnahen Kursen zufließen zu lassen. Offenkundig verwechselte der Spiegel mehrfach
den Nennwert von Aktien, zu dem sie im Handelsregister eingetragen werden, mit den tatsächlichen Ausgabekursen. Dem Chefredakteur liegt seit
gestern eine einstweilige Verfügung sowie eine Unterlassungsverpflichtungserklärung vor, das Unternehmen behält sich weitere rechtliche Schritte vor.

Der Spiegel greift mehrere Kapitalerhöhungen der Met@box AG an, die diese seit Börsengang im Juli 1999 durchführte. Was dem Spiegel entging: Die
Kapitalerhöhung vom April 2000 diente vor allem der Bezahlung der 100prozentigen Übernahme der Amstrad GmbH (Alt-Eigentümer: Hans Ullrich
Sinner und Franz Jakob Simais) sowie der Secom GmbH (Alt-Eigentümer: Rainer Kochan). Diese Übernahmen erfolgten bereits Ende 1999, die
Eintragung der zur Bezahlung verwandten Aktien zog sich aber auf Grund langsamer Behördenwege einige Monate hin. Eingetragen wurden diese
Aktien wie allgemein üblich mit ihrem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestausgabekurs in Höhe von 1 Euro - , was nach dem Splitt der Aktien am 1.
September 2000 im Verhältnis 1:5 0,20 Euro entspricht. Daneben konnten bei dieser Kapitalerhöhung auch Mitarbeiter zusätzliche Aktien zeichnen. Sie
erhielten ihre Aktien zum damaligen Kurs von 19 Euro (3,80 Euro nach dem Splitt).

Bei den anderen monierten Kapitalerhöhungen entging dem Spiegel die Tatsache, dass die Altaktionäre zunächst ein Wertpapierdarlehen gaben, um die
Kapitalerhöhung durchzuführen. Dies ist ein übliches Verfahren, um den neuen Investoren umgehend handelbare Aktien zur Verfügung zu stellen. Der
CEO Stefan Domeyer stellte Ende Mai 2000 der Gesellschaft 100.000 Aktien leihweise aus seinem Bestand zur Verfügung. Die Met@box AG gab
diese an neue institutionelle Investoren zu Marktpreisen aus. Mit Eintrag der Kapitalerhöhung ins Handelsregister erhielt Stefan Domeyer diese Aktien
zurück.

Genauso funktionierten auch weitere Kapitalerhöhungen im Herbst 2000. Altgesellschafter liehen dem Unternehmen Aktien, das Unternehmen verkaufte
diese zu marktnahen Preisen an Investoren. Die Altgesellschafter erhielten bei Eintrag ins Handelsregister ihre Aktien zurück, erzielten aber keinerlei
finanziellen Vorteil.

in Gutachten einer auf Aktienrecht spezialisierten Kanzlei, das die Met@box AG im Februar diesen Jahres in Auftrag gab, unterstützt diese Position.
Das Unternehmen wollte sicher gehen, dass es die Wertpapierdarlehensverträge korrekt handhabt. Quintessenz des Gutachters: "...so ist festzustellen,
dass die daran beteiligten Aktionäre nach Durchführung der Transaktion jedenfalls nicht besser gestellt waren als vorher, da die Kapitalerhöhung
ausschließlich dem Zweck diente, ihnen den Aktienbesitz wieder zu verschaffen, den sie zunächst einmal darlehensweise der Gesellschaft zur Verfügung
gestellt hatten." Und weiter: "Im Grund genommen hat sich die Position der hierin beteiligten Aktionäre sogar verschlechtert, da ihr Aktienbesitz durch
die Transaktion formal verwässert worden ist, wobei dies allerdings eine zwingende Folge der bereits genehmigten Kapitalerhöhung darstellte."


ekräftigt wird das durch die AdHoc zum Abschluss der KE.

Met@box AG hat Kapitalerhöhungsmaßnahme abgeschlossen

Die Met@box AG hat, bei Nutzung des genehmigten Kapitals unter Ausschluß des
Bezugsrechtes, insgesamt 1.384.978 Aktien an internationale Investoren
ausgegeben. Der gesamte dem Unternehmen zugeflossene Ausgabebetrag beläuft
sich auf 12 Mio DM, die für die laufende Finanzierung und Produktionsanlaufkosten
eingesetzt werden. Der Preis je Aktie lag nicht wesentlich unter dem Börsenpreis.
Größter Einzelinvestor war dabei die US-Firma GEM Global Emerging Markets. GEM ist
eine 1993 gegründete amerikanische Kapitalanlagegesellschaft, die sich auf die
Plazierung attraktiver Equity Investments in notierten und nicht-notierten
Unternehmen weltweit spezialisiert hat. Seit ihrer Gründung hat GEM über 130
Transaktionen mit einem Marktwert von mehr als 2 Mrd USD durchgeführt. Vorstände
und Aufsichtsräte des Unternehmens haben durch die Kapitalmaßnahmen keine neuen
Aktien erhalten.

Für weitere Informationen: Aenne Schaper, Met@box AG, Daimlerring 37, D-31135
Hildesheim, Tel.05121-7533-0, Fax 05121-7533-75, E-Mail:
shareholder-info@metabox.de Investor Relations-Partner der Met@box AG:
Schumacher`s AG für Finanzmarketing, Prinzregentenstr. 68, D-81675 München, Tel:
1803/692120, E-Mail: metabox@schumachers.net

Ende der Ad hoc-Mitteilung, © DGAP 04.03.2001
Habt Ihr den Bericht in NTV gesehen???
Die werden so langsam auch wieder objektiver, oder....?
Es geschehen noch zeiten und wunder.

Orginalzitat:

Die Börse quittiert die Stellungnahme von MBX mit einer Kurssteigerung von mehr wie 20%.

Immerhin ! Sah gestern alles noch ganz anders aus.
Aber das sind ja bestimmt alles nur Zocker oder der Vorstand selbst der hier Aktien kauft. Habe ich ganz vergessen.

Helv
@ Stompi

hätte ich fast vergessen - Danke für deine Mühe ist sehr interessant alles auf einmal lesen zu können.

Helv
-----Fortsetzung des Spiegel Artikels----


Das steht auf dem Zeichnungsschein. Der Vorstand hatte
erst am selben Tag die Ausgabe der Aktien beschlossen, "mit
Zustimmung des Aufsichtsrats".

Mit dem Dumpingpreis von einem Euro bewegt sich Metabox rechtlich
auf dünnem Eis. Bei einer Kapitalerhöhung wie bei Metabox dürfe der
Preis der Neuaktien laut Gesetz "nicht mehr als fünf Prozent vom
aktuellen Kurs abweichen", erklärt Wirtschaftsprüfer Klaus Schneider
von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre.

Das Tohuwabohu ist kaum mehr einzugrenzen. Besorgt um
Imageprobleme, hat sich bereits im Sommer 2000 die Nord/LB, die
Metabox an die Börse gebracht hatte, als "Designated Sponsor"
verabschiedet.

Im Aufsichtsrat nahm der frühere N-tv-Chef Karl-Ulrich Kuhlo im
November 2000 nach vier Monaten Reißaus: "Ich fühlte mich schlecht
informiert." Auch Wirtschaftsjournalist Manfred Schumacher, früher
bei "Focus", legte vor zwei Wochen den Sitz im Kontrollgremium
nieder.

Vorstandschef Stefan Domeyer ist Realist, die miese Stimmung ist
ihm geläufig. Neukunden von Metabox wollten "wegen des schlechten
Rufs des Unternehmens nicht genannt werden", sagt er - erst
vergangenen Freitag platzte wieder ein Geschäft.




>Leicht vorstellbar, daß dieser Artikel einen Sturm auslöste, und uns allen ein Wochenende bescherte, daß zumindest
ich so noch nicht erlebt habe.
In dem Artikel wurden alle möglichen Dinge genannt, die hier vielen seit etwa zwei Wochen bekannt waren.
Zunächst schienen sich die schlimmsten Befürchtungen zu bestätigen und alle Kritiker und Basher der MBX AG feierten ein
Freudenfest am Board.
In diese tiefe Verunsicherung hinein, erschien dann eine Erklärung im MBX-Forum, in der der CEO Stellung zu den Passagen des
Artikels nahm<




Anmerkungen der Firma MBX zu dem Spiegelartikel

Teil 1
Liebe Mitaktionäre,

ich war heute morgen schon überrascht über diese Spiegel-Vorabmeldung. Seitdem arbeite ich
nun mit unserer Anwaltskanzlei an Gegenmaßnahmen. Herrn Aust liegt seit 2 Stunden ein
umfangreiches Schreiben vor, samt Unterlassungsverpflichtungserklärung. Leider sind
deutsche Gerichte am Wochenende nicht im Dienst, wenn es um Einstweilige Verfügungen
geht. Daher werden wir diese erst am Montag morgen in Hamburg einreichen können, falls der
Spiegel die ihm gesetzte Frist verstreichen lässt. Beantragt wird, sämtliche Exemplare der
Ausgabe 10/2001n aus dem Handel zu entfernen und zu vernichten.

Eine nähere Stellungnahme zu diesem Schmähwerk stelle ich in den nächsten Thread. Mehr ist
heute Nacht leider nicht mehr zu machen.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Domeyer



Teil 2
„Der Spiegel“
(Anmerkungen der Met@box AG eingefasst MBX)

Der amerikanische Freund

Wieder ist eine Neue-Markt-Firma zum Skandalfall geworden, die Justiz ermittelt. Vorstände
und Aufsichtsräte der Hildesheimer Metabox AG haben sich immer wieder zu Billigpreisen
neue Aktien besorgt - angeblich, um einem US-Großinvestor den Einstieg zu ebnen.

MBX> Die Met@box AG wird ausschließlich durch verleumderische Kampagnen wie die des
Spiegel zum sogenannten Skandalfall. Laut Duden ist ein Skandal ein „empörendes Ereignis“,
derartige Ereignisse finden jedoch nur in der perversen Fantasie der hier genannten
Journalisten statt, nicht jedoch tatsächlich.

Vorstände und Aufsichtsräte haben sich nicht, in keinem einzigen Fall, mit Billigaktien versorgt.
Aus den Ausführungen des Autors spricht lediglich die blanke Unkenntnis elementarer
aktienrechtlicher Vorgänge. <MBX

Der Aschenbecher auf dem Besuchertisch quillt über, das Grünzeug am Fenster hat bessere
Tage gesehen. Doch in die Ruhe des Handelsregisters Hildesheim hat sich Hektik
eingeschlichen.

Die beiden Damen im Amtsgerichtsgebäude beschäftigt an diesem Morgen nur ein Thema: die
Akte Metabox. Soeben hat die einstige Vorzeigefirma der Region aktuelle Registerauszüge
ihrer eigenen Tochterfirmen angefordert. Die Gründe für diese Bestellung kennt hier niemand.
Hat Metabox den Überblick verloren?

MBX> Nein, aber wie man weiß, gehören aktuelle Handelsregisterauszüge zu den Unterlagen,
die ein Unternehmen seinen Wirtschaftsprüfern im Rahmen der Jahresabschlussprüfung
vorlegt.<MBX

Auch sonst ist Büro 222 ganz gefangen von der rätselhaften Welt des Neuen Markts. "Was ist
eigentlich eine Ad-hoc-Meldung?", fragt eine Beamtin. "Da geht es irgendwie um
Großaufträge, die es gar nicht gibt", erklärt ein Kollege.

MBX> Es darf bezweifelt werden, dass es diesen Dialog tatsächlich gab. Der Autor möge die
hier zitierten Beamten namentlich benennen, um deren Zeugenaussage zu hören. Dies wird
lediglich als dramaturgisches Stilelement zur Stimmungsmache eingesetzt.<MBX

Der Mann hat Recht, irgendwie. Der gesamte Neue Markt ist in Verruf geraten, die erst im
März 1997 gestartete Börse für vermeintliche Zukunftswerte kommt nicht zur Ruhe. Innerhalb
weniger Monate haben sich die schlechten Nachrichten gehäuft: Zusammenbrüche,
Finanzlöcher, Insiderverstöße, Scheingeschäfte. Vergangene Woche rutschte der Nemax, der
Index des Neuen Markts, sogar unter 2000 Punkte - erstmals seit Herbst 1998. "Pleitegeier im
Anflug", urteilte die "Frankfurter Allgemeine" über die Entwicklung.

MBX> Welcher „Mann“ wird hier benutzt, um eine eigene Aussage des Autors zu vermeiden
und sich statt dessen lediglich der Aussage eines anonymen, wohl nicht existenten Menschen
zu bedienen? <MBX

Auch die Metabox AG aus Hildesheim ist mittendrin in Turbulenzen. Vergangene Woche
wurde publik, dass die Staatsanwaltschaft in Hannover gegen Vorstände der Firma ermittelt -
wegen des Verdachts auf Insiderhandel, Kursmanipulation und Anlegerbetrug.

MBX> Die Staatsanwaltschaft Hannover hielt es jedoch keineswegs für notwendig, die Firma
selbst davon in Kenntnis zu setzen. Das Auskunftsersuchen anonymer Journalisten geht wohl
über das schützenswerte Recht des Unternehmens und seiner Organe. Im Übrigen ermittelt die
Staatsanwaltschaft gegen jeden beliebigen Bürger dieses Landes, sofern nur eine vage Anzeige
vorliegt.<MBX

Es geht um großartige Erfolgsmeldungen über noch großartigere Bestellungen - denen dann
aber keine konkreten Umsätze folgten. Und es geht um das mögliche Abkassieren von Insidern
nach Jubel-News und Kursexplosionen.

MBX> Darum geht es eben nicht. Es geht um Pflichtmitteilungen durch den Vorstand der
Met@box AG. Pflichtmitteilungen haben die Eigenschaft, dass sie nicht nach Gutdünken der
Unternehmen veranlasst werden dürfen, sondern ausschließlich nach Maßgabe des
Wertpapier-Handelsgesetzes. Sofern dessen Vorschriften greifen, MUSS eine Pflichtmitteilung
erfolgen. Dass das Unternehmen hier in allen Fällen pflichtmäßig veröffentlicht hat, wurde
inzwischen aus den angeforderten Ermittlungsakten deutlich, in dem die Behörden die
Mitteilungspflicht bejahten.<MBX

Die Unterlagen des Handelsregisters spielen bei der Arbeit der Strafverfolger eine besondere
Rolle. Aus den Papieren ergibt sich der Verdacht, Metabox könne ein Selbstbedienungsladen
für Eingeweihte sein. Immer wieder haben sich Vorstände, Aufsichtsräte und befreundete
Firmen bei Metabox zu Vorzugspreisen mit neuen Aktien eingedeckt - renommierte
institutionelle Investoren sind bei den neun Kapitalerhöhungen kaum zu entdecken.

MBX> Dies entspricht der Unkenntnis des Autors über die technische Abwicklung von
Kapitalerhöhungen. Zur Erklärung: bei jedem Börsengang verpflichten sich Altaktionäre, den
Banken eigene Aktien leihweise zur Verfügung zu stellen, die diese dann im Rahmen des
„greenshoe“ platzieren. Die Altaktionäre haben entsprechend dem Wertpapierleihe- Vertrag
den Anspruch auf Rücklieferung der gleichen Anzahl von Aktien, die Altaktionäre kaufen also
nicht und verkaufen nicht, sie leihen und erhalten zurück. Genau auf diesem Wege wurden im
Frühjahr 2000 und Ende 2000 / Anfang 2001 Kapitalerhöhungen vorgenommen und die Aktien
bei externen Investoren platziert. Notwendig wird dieser Aufwand übrigens nur, weil die
Durchführung einer Kapitalerhöhung, also die Ausgabe neuer Aktien, in Deutschland durch die
Arbeitsweise der Handelsregister und der Deutschen Börse AG bis zu einem halben Jahr
dauert, Investoren jedoch direkt bei Zahlung an die Unternehmen die Aktien übernehmen
müssen. Diese zeitliche Lücke überbrücken die Unternehmen mit Hilfe der
Altaktionäre.<MBX

Es waren Ingenieure und Manager der Computerfirma Amiga Technologies, die 1996
beschlossen, an der Technik für Zukunftsfernsehen zu arbeiten. Aus ihrer Pios Computer AG
wurde Metabox, und die ging im Juli 1999 an die Börse. Das Unternehmen setzt auf die
Entwicklung eines TV-Zusatzgeräts namens "Metabox 1000" oder "Phoenix", mit dem
Fernsehzuschauer DVDs und CDs spielen, Spielfilme bestellen und im Internet surfen können.
Bei so viel Vision griffen die Führungskräfte bei Kapitalerhöhungen gern zu. Anfang April 2000
gab die finanzhungrige Metabox AG 100 000 neue Aktien heraus, die nach einem Aktiensplit
im September derzeit 500 000 Stück entsprechen. MBX> Kommentar siehe unten (*) <MBX
Der damalige Vertriebsvorstand Rainer Kochan räumte ab: Er bekam nach heutigem Stand
300 000 Stück zum Vorzugspreis von 0,20 Euro. Der bereinigte Marktkurs lag bei über 6 Euro,
die Aktien waren also 30-mal so viel wert. Auch Hans Ullrich Sinner und Franz Jakob Simais,
beide Manager der Konzerntochter Amstrad, erhielten - auf heutige Werte umgerechnet - 5000
beziehungsweise 95 000 Exemplare zum Niedrigpreis. Die Firma VKA AG strich mehr als 16
000 Aktien für je 0,20 Euro ein - hinter dem Kürzel verbirgt sich etwa
Metabox-Aufsichtsratschef Manfred Drung, einst Mitgründer des Unternehmens. Metabox
selbst hatte sich an VKA beteiligt und ist mit ihr über eine gemeinsame Immobilienfirma
verbunden.

MBX> Wie den Aktionären auf der Hauptversammlung 2000 erläutert worden ist, sind die
Amstrad GmbH und die Secom GmbH vollständig übernommen worden, und zwar
überwiegend gegen die Gewährung von Aktien der Met@box AG. Diese Aktien sind den
Herren Kochan, Simais und Sinner hier vertragsgetreu verschafft worden. Der Autor hat also
wieder einmal zu unprofessionell und oberflächlich recherchiert. Jedwede Unterstellung, den
Herren Kochan, Simais und Sinner wären hier Vorteile gegenüber anderen Aktionären
eingeräumt worden, entbehren jeder Grundlage. <MBX

Vorstandschef Stefan Domeyer zahlte Anfang April für 3150 Stück jeweils 3,90 Euro. Zu
diesem Preis erlangten auch Aufsichtsrat Geerd-Ulrich Ebeling, Manager Peter White und
Ex-Fußball-Bundesliga-Schiedsrichter Wolf-Günter Wiesel Aktienpakete. Der Sportsfreund ist
bei Metabox für besondere Aufgaben zuständig.

MBX> Rufschädigend und verleumderisch. Wie durch die HV 1999 genehmigt und der HV
2000 vorgestellt, hat die Met@box AG allen Mitarbeitern Aktien auf Basis einer
Kapitalerhöhung zum Preis von 19,50 Euro angeboten. Der Preis hat den Börsenkurs nicht
wesentlich unterschritten, die Unterschreitung mussten alle Mitarbeiter als geldwerten Vorteil
versteuern. Der Autor greift sich willkürlich einige Namen heraus, wohl um diese prominent
anzuprangern. Tatsächlich besteht die Namensliste aus mehr als 100 Mitarbeitern. Einen
Rundungsbetrag von 3.200 Aktien hat im übrigen die VKA übernommen, um diese denjenigen
Mitarbeitern anzubieten, die erst kurz nach der Kapitalerhöhung in das Unternehmen
eintraten.<MBX

Kurz danach kamen gute News. Es gebe eine "strategische Allianz" mit einem ausländischen
Unternehmen, hieß es in der Ad-hoc-Mitteilung vom 10. April. 500 000 Boxen seien verkauft.
Der Jahresumsatz steige auf stolze 200 Millionen Mark, trommelte Metabox 24 Stunden später.

Das trieb den Kurs innerhalb kurzer Zeit um über 100 Prozent. Chef Domeyer, der unter
anderem von einem britischen Investor geredet hatte, deckte sich Ende Mai - bereinigt - noch
mal mit 500 000 Aktien ein, diesmal für 0,20 Euro. Der Börsenkurs lag da schon bei rund 17
Euro.

MBX> Diese 100.000 Aktien entstammen aus dem zum Börsengang bestehenden
genehmigten Kapital, das ursprünglich vom Bankenkonsortium für die Darstellung der
Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) gefordert worden war. Leider war die Nord/LB schon im
Juli 1999 nicht in der Lage, den Greenshoe endgültig zu übernehmen. Somit hat sich der
Vorstand mit Unterstützung der Londoner Investmentbank Williams de Broe auf einer
sogenannten Rodshow im Mai 2000 erfolgreich bemüht, diese 100.000 Aktien zu platzieren.
Zahlreiche namhafte Fondsgesellschaften in London und Paris haben diese Aktien
übernommen. Da, wie oben beschrieben üblich, eine sofortige Belieferung erforderlich war, hat
der Vorstandsvorsitzende Domeyer mit Zustimmung der Nord/LB die benötigten Aktien
leihweise zur Verfügung gestellt und nach der Kapitalerhöhung mehrere Monate später zurück
erhalten. Die genannten Zahlen sind ebenfalls völlig falsch: zum Handelsregister wurden die
Aktien mit dem erforderlichen Mindestwert von 1 Euro (für den unwissenden Autor:
Aktiensplit am 1.9.2000 im Verhältnis 1:5; 0,20 Euro mal 5 = 1 Euro) angemeldet, der
übersteigende Betrag, immerhin 79 Euro pro Aktie, wurden in die Kapitalrücklage gebucht.
Wie in all den kritisierten Fällen übrigens, denn stets sind alle aus Aktienplatzierungen
geflossenen Gelder zu 100 % in die Gesellschaft geflossen! <MBX

Und es kam noch schöner. Am 28. Juni explodierte der Kurs auf über 40 Euro. Diesmal war in
einer Ad-hoc-Mitteilung vom "Letter of Intend" mit einem skandinavischen Konsortium namens
Inter-Nordic die Rede. Der Vertrag über 1,8 Millionen Boxen werde in den nächsten Wochen
unterschrieben. Und am 5. Juli wurde ein "Rahmenvertrag" mit der französischen Worldsat
über 500 000 Geräte verkündet. In diesen Sommerwochen galt Metabox plötzlich als
Segenspender der Kleinaktionäre, als heißer Tipp fürs Reichwerden.

Ein fataler Irrtum.
Die Lieferung von 500 000 Boxen aus dem April-Deal ist bis heute nicht vollzogen. Nicht mal
der Kundenname ist bekannt, in einem Aktionärsbrief schwadronierte Domeyer vom
"Israel-Geschäft". Offenbar ist die israelische Firma Ampa Investments involviert, die Anfang
März 2000 - vor dem Aktienhype - einige Prozent am Kapital der Metabox übernommen hat.
Ampa hat sich dazu bisher nicht geäußert.

MBX> Vorsätzliche Falschdarstellung! Offenbar hat doch der Autor das Handelsregister
eingesehen. Dann musste er auch feststellen, dass die oben (*) genannten 100.000 nicht, wie
behauptet, bei Managern des Unternehmens gelandet sind, sondern von der AMPA
Investments gezeichnet worden sind. Der Hauptversammlung wurde dies vorgestellt, der
Ausgabepreis lag bei 3,4 Mio EURO entsprechend nicht wesentlich unter dem
Börsenpreis.<MBX

Keinen Abschluss gibt es bis heute über das skandinavische Großprojekt. Im Sommer räumte
Metabox-Vorstand Ebeling ein, sein Unternehmen sei mit mindestens zehn Prozent am Kapital
des vorgeblichen Käufers Inter-Nordic beteiligt. Es gebe einen Anteil in dieser Höhe nur an
einer Meta TV Nordic, heißt es heute.

MBX> Wo hat Geerd-Ulrich Ebeling gesagt, Met@box sei an Inter-Nordic beteiligt? <MBX

Auch das Geschäft mit den Franzosen ist nicht perfekt. "Es gibt keinen Vertrag, keine
Unterschrift", sagt eine Sprecherin von Worldsat, es gebe noch Gespräche.

MBX> Wenn die Französisch-Kenntnisse des Autors so mangelhaft sind wie seine
betriebswirtschaftlichen, lässt sich diese Falschmeldung sicher erklären. <MBX

Nun will die Justiz wissen, ob Metabox mit falschen oder ungenauen Angaben den Kurs
gepusht hat - und wer mit einem Aktienverkauf womöglich abgesahnt hat. Das
Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel hat in monatelangen Untersuchungen Indizien
für auffällige Käufe und Verkäufe gefunden. Metabox dementiert. Weder er noch seine
Vorstandskollegen hätten Aktien veräußert, erklärt Domeyer, es sei nichts Unrechtes passiert.

MBX> Und dies entspricht auch der Wahrheit, die Behauptung des SPIEGEL ist eine
Verleumdung. Außerdem möge man benennen, wer beim BaWH welche Indizien gefunden
haben soll. <MBX

Die Wunder-Box Phoenix war bei aller Euphorie weit weg von der Marktreife. Erst im
Dezember 2000 wurde eine Testversion vorgestellt, derzeit werden angeblich "Kleinstmengen"
gefertigt, die Serienproduktion laufe im zweiten Quartal an. Das Geld allerdings wird knapp. Im
Jahr 2000 setzte Metabox statt erhofften 200 Millionen Mark nur 50 Millionen um, bei 19
Millionen Verlust.
Alles kein Problem, beruhigte Domeyer immer wieder. "Einige große, bereits heute engagierte
Investoren" hätten einen Finanzrahmen von 40 Millionen Mark zugesagt. Doch welche
Investoren?

Der Metabox-Chef wartet jetzt mit einer überraschenden Story auf. Er habe im Herbst mit
einer US-Investorengruppe verhandelt, sagt er dem SPIEGEL. Metabox habe kurzfristig
frisches Kapital aufnehmen wollen, die Amerikaner hätten im Gegenzug sofort handelbare
Aktien gefordert. Deshalb hätten einige Altaktionäre "auf eigenes Risiko" Wertpapiere aus
ihren Beständen als Darlehen an die Metabox AG abgegeben, die sie zu "marktnahen Preisen"
an die US-Firma weiterverkauft habe. Die geliehenen Aktien seien den Verleihern später
wieder per Kapitalerhöhung zugeflossen. Vom Erlös aus dem Aktiendeal habe nur Metabox
profitiert, sagt Domeyer. Den amerikanischen Freund will er nicht nennen.

MBX> Niemals hat das Unternehmen von einem „amerikanischen Freund“ gesprochen. Diese
Formulierung soll lediglich wieder einmal jeden diskreditieren, der in Geschäftsbeziehungen zur
Met@box AG steht. Investoren sind keine „Freunde“, sondern Kapitalanleger. Und ohne
solche funktioniert nun mal kein Unternehmen.<MBX

Die selbstlosen Altaktionäre - Manager, Aufsichtsräte, Freunde - wurden nach dieser Version
bei neuen Kapitalerhöhungen wieder befriedigt. Von den über 25 000 neuen Aktien, die am 27.
November gezeichnet wurden, fiel fast die Hälfte an die Manager Simais und Sinner sowie die
Pressesprecherin Aenne Schaper.
Anfang Dezember kamen beim "Wiederholungstäter Metabox" ("Capital") auch dubiose Firmen
ins Spiel. So erhielt eine Bond Limited aus Zürich am 5. Dezember mehr als 130 000 Aktien
zum Preis von je 4,61 Euro. Dahinter soll nach Aussage eines Ex-Metabox-Manns eine
Briefkastenfirma auf den British Virgin Islands stecken, laut Domeyer sei es eine "Schweizer
Anlagefirma". In Zürich finden sich jedenfalls weder im Handelsregister noch im Telefonbuch
Spuren der Bond Limited.

MBX> Die Met@box AG hat durch die Investition der Bond Ltd. 600.000 EURO zusätzliches
Eigenkapital erhalten. Die Ausgabe erfolgte nicht wesentlich unter dem Börsenpreis. Dies mag
de Autor vielleicht persönlich nicht gefallen, aber wer versteht schon, dass sein Blatt von einer
GmbH & Co. KG verkauft wird? <MBX

Am gleichen Tag übernahm die ITG Treuhand GmbH aus Alfeld knapp 390 000 Aktien zum
Stückpreis von einem Euro, weit unter Marktwert. Die Firma gehört unter anderem dem
Metabox-Aufsichtsrat Siegfried Fleischer. Drei Tage später nahm auch die 100-prozentige
ITG-Tochtergesellschaft IBEC AG ein Metabox-Paket ab - 40 000 Stück zu je 4,60 Euro. Bei
der IBEC agiert Manfred Drung als Vorstandschef, der Aufsichtsratsvorsitzende von
Metabox.
Der Mann wurde - laut Domeyer - für sein Aktiendarlehen am 29. Januar 2001 entschädigt.
"Ich, Manfred Drung, zeichne hiermit 400 000 auf den Inhaber lautende Stückaktien ... zum
Ausgabepreis von je Euro 1." Das steht auf dem Zeichnungsschein. Der Vorstand hatte erst
am selben Tag die Ausgabe der Aktien beschlossen, "mit Zustimmung des Aufsichtsrats".
Dies sind die bereits hinlänglich beschriebenen Kapitalanmeldungen zur Rücklieferung von
Aktien aus dem Wertpapierleihe-Vertrag.
Mit dem Dumpingpreis von einem Euro bewegt sich Metabox rechtlich auf dünnem Eis. Bei
einer Kapitalerhöhung wie bei Metabox dürfe der Preis der Neuaktien laut Gesetz "nicht mehr
als fünf Prozent vom aktuellen Kurs abweichen", erklärt Wirtschaftsprüfer Klaus Schneider
von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre.

MBX> Es muss bezweifelt werden, dass Herr Schneider als Wirtschaftsprüfer solches erzählt
haben soll. Sein vorgebliches Zitat findet sich in keinem deutschen Gesetz. Vielmehr gibt es
zahlreiche Kommentare zu der Problematik, welcher Preis „nicht wesentlich unter dem
Börsenpreis“ liegt. In den guten alten Zeiten von Vulkan und Mannesmann galt hier eine, wenn
auch vage, Regel von 5% unterhalb des Börsenkurses. Da in den letzten Jahren die Volatilität
(für den Autor: die kurzfristige Schwankungsbreite von Aktienkursen) besonders auch am
Neuen Markt wesentlich höher liegt, ist die von der Met@box AG angesetzte Marke von 10%
als angemessen zu betrachten. Diesem hat im übrigen auch die letzte Hauptversammlung ihre
Zustimmung gegeben.<MBX

Das Tohuwabohu ist kaum mehr einzugrenzen. Besorgt um Imageprobleme, hat sich bereits im
Sommer 2000 die Nord/LB, die Metabox an die Börse gebracht hatte, als "Designated
Sponsor" verabschiedet.

MBX> Sie hat sich nicht „verabschiedet“. Vielmehr war die Met@box AG äußerst
unzufrieden mit den Dienstleistungen der Nord/LB. Nach der fragwürdigen Greenshoe-
Leistung hat die Nord/LB als Zentralinstitut der norddeutschen Sparkassen eine mangelhafte
Marktpflege betrieben (wie auch bei Salzgitter AG oder MB Software AG zu beobachten
war). Offenbar war die Nord/LB mit dem durch den Börsengang verdienten Geld zufrieden
und hat sich auf weitere IPOs konzentriert. Der Wechsel zu der Londoner Investmentbank hat
gezeigt, wie gut diese Aufgabe erledigt werden kann. Die Trennung erfolgte im "gegenseitigen
Einvernehmen". <MBX

Im Aufsichtsrat nahm der frühere N-tv-Chef Karl-Ulrich Kuhlo im November 2000 nach vier
Monaten Reißaus: "Ich fühlte mich schlecht informiert." Auch Wirtschaftsjournalist Manfred
Schumacher, früher bei "Focus", legte vor zwei Wochen den Sitz im Kontrollgremium nieder.

MBX> Herr Schumacher hat bereits vor einem Jahr seine Position im Burda-Verlag verloren,
weil eine Aufsichtsratsfunktion angeblich im Interessenkonflikt zu den Aufgaben eines
Redakteurs gehöre. Da Herr Schumacher nunmehr wieder eine Position als Journalist anstrebt,
sah er sich gezwungen, diesem eventuellen Konflikt auszuweichen durch seinen Rücktritt.
Dieser Rücktritt ist im übrigen noch nicht wirksam.<MBX

Vorstandschef Stefan Domeyer ist Realist, die miese Stimmung ist ihm geläufig. Neukunden
von Metabox wollten "wegen des schlechten Rufs des Unternehmens nicht genannt werden",
sagt er - erst vergangenen Freitag platzte wieder ein Geschäft.

MBX> Dies ist in der Tat so, und der hier vorliegende Schmähartikel des SPIEGEL verbessert
die Situation nicht. Der Kunde FORSA, eines der führenden Meinungsforschungsinstitute
Deutschlands, hat tatsächlich am Freitag unter Bezugnahme auf die Presse die
Geschäftsbeziehung beendet, nachdem die Met@box AG bereits für Feldtests umfangreiche
Vorleistungen erbracht hatte. Es ging um einige tausend Spezialausführungen der MB 500 mit
BOT. <MBX




>Es wurde bis tief in die Nacht im MBX-Chat darüber diskutiert, diesen Andrang über das Wochenende hat
es meines Wissens nach noch nie gegeben im Chat. Der Grundtenor war positiv und man schenkte den Aussagen des CEO
Glauben. Die offizielle Presserklärung zu den Anschuldigungen des Spiegels erschien dann am Sonntag<




Pressemitteilung der Metabox AG

Vorwürfe wegen vermeintlicher Billigaktien haltlos
Spiegel verwechselt Nenn- und Kurswerte
Rechtsgutachten bekräftigt Vorgehensweise des Unternehmens
einstweilige Verfügung gegen den Spiegel angestrebt


Hildesheim, 4. März 2001. Entschieden weist das Unternehmen sämtliche Unterstellungen
eines Artikels in der jüngsten Spiegel-Ausgabe zurück, wonach Vorstände oder Aufsichtsräte
der Met@boxAG sich mit "Billigaktien" versorgt haben sollen. Alle genannten
Kapitalerhöhungen wurden ausschließlich dazu genutzt, dem Unternehmen frische Mittel zu
marktnahen Kursen zufließen zu lassen. Offenkundig verwechselte der Spiegel mehrfach den
Nennwert von Aktien, zu dem sie im Handelsregister eingetragen werden, mit den
tatsächlichen Ausgabekursen. Dem Chefredakteur liegt seit gestern eine einstweilige
Verfügung sowie eine Unterlassungsverpflichtungserklärung vor, das Unternehmen behält sich
weitere rechtliche Schritte vor.

Der Spiegel greift mehrere Kapitalerhöhungen der Met@box AG an, die diese seit Börsengang
im Juli 1999 durchführte. Was dem Spiegel entging: Die Kapitalerhöhung vom April 2000 diente
vor allem der Bezahlung der 100prozentigen Übernahme der Amstrad GmbH (Alt-Eigentümer:
Hans Ullrich Sinner und Franz Jakob Simais) sowie der Secom GmbH (Alt-Eigentümer: Rainer
Kochan). Diese Übernahmen erfolgten bereits Ende 1999, die Eintragung der zur Bezahlung
verwandten Aktien zog sich aber auf Grund langsamer Behördenwege einige Monate hin.
Eingetragen wurden diese Aktien wie allgemein üblich mit ihrem gesetzlich vorgeschriebenen
Mindestausgabekurs in Höhe von 1 Euro - , was nach dem Splitt der Aktien am 1. September
2000 im Verhältnis 1:5 0,20 Euro entspricht. Daneben konnten bei dieser Kapitalerhöhung auch
Mitarbeiter zusätzliche Aktien zeichnen. Sie erhielten ihre Aktien zum damaligen Kurs von 19
Euro (3,80 Euro nach dem Splitt).

Bei den anderen monierten Kapitalerhöhungen entging dem Spiegel die Tatsache, dass die
Altaktionäre zunächst ein Wertpapierdarlehen gaben, um die Kapitalerhöhung durchzuführen.
Dies ist ein übliches Verfahren, um den neuen Investoren umgehend handelbare Aktien zur
Verfügung zu stellen. Der CEO Stefan Domeyer stellte Ende Mai 2000 der Gesellschaft
100.000 Aktien leihweise aus seinem Bestand zur Verfügung. Die Met@box AG gab diese an
neue institutionelle Investoren zu Marktpreisen aus. Mit Eintrag der Kapitalerhöhung ins
Handelsregister erhielt Stefan Domeyer diese Aktien zurück.

Genauso funktionierten auch weitere Kapitalerhöhungen im Herbst 2000. Altgesellschafter
liehen dem Unternehmen Aktien, das Unternehmen verkaufte diese zu marktnahen Preisen an
Investoren. Die Altgesellschafter erhielten bei Eintrag ins Handelsregister ihre Aktien zurück,
erzielten aber keinerlei finanziellen Vorteil.

Ein Gutachten einer auf Aktienrecht spezialisierten Kanzlei, das die Met@box AG im Februar
diesen Jahres in Auftrag gab, unterstützt diese Position. Das Unternehmen wollte sicher gehen,
dass es die Wertpapierdarlehensverträge korrekt handhabt. Quintessenz des Gutachters: "...so
ist festzustellen, dass die daran beteiligten Aktionäre nach Durchführung der Transaktion
jedenfalls nicht besser gestellt waren als vorher, da die Kapitalerhöhung ausschließlich dem
Zweck diente, ihnen den Aktienbesitz wieder zu verschaffen, den sie zunächst einmal
darlehensweise der Gesellschaft zur Verfügung gestellt hatten." Und weiter: "Im Grund
genommen hat sich die Position der hierin beteiligten Aktionäre sogar verschlechtert, da ihr
Aktienbesitz durch die Transaktion formal verwässert worden ist, wobei dies allerdings eine
zwingende Folge der bereits genehmigten Kapitalerhöhung darstellte."



>Auch hierzu gab es grösstenteils ein positives Feedback..es klärt die Lage recht ausführlich
auf, und rückt die Dinge ins richtige Licht.
Das es dann zur später Stunde gegen 20.00Uhr am Sonntag abend noch eine AdHoc-Veröffentlichung
geben sollte, damit rechnete niemand...aber wie heisst es so schön, unverhofft kommt oft....<



Ad hoc-Mitteilung übermittelt durch die DGAP Für den Inhalt der
Mitteilung ist der Emittent verantwortlich.



Met@box AG hat Kapitalerhöhungsmaßnahme abgeschlossen

Die Met@box AG hat, bei Nutzung des genehmigten Kapitals unter
Ausschluß des Bezugsrechtes, insgesamt 1.384.978 Aktien an
internationale Investoren ausgegeben. Der gesamte dem Unternehmen
zugeflossene Ausgabebetrag beläuft sich auf 12 Mio DM, die für die
laufende Finanzierung und Produktionsanlaufkosten eingesetzt werden.
Der Preis je Aktie lag nicht wesentlich unter dem Börsenpreis. Größter
Einzelinvestor war dabei die US-Firma GEM Global Emerging Markets.
GEM ist eine 1993 gegründete amerikanische Kapitalanlagegesellschaft,
die sich auf die Plazierung attraktiver Equity Investments in notierten
und nicht-notierten Unternehmen weltweit spezialisiert hat. Seit ihrer
Gründung hat GEM über 130 Transaktionen mit einem Marktwert von
mehr als 2 Mrd USD durchgeführt. Vorstände und Aufsichtsräte des
Unternehmens haben durch die Kapitalmaßnahmen keine neuen Aktien
erhalten.
Mit dieser AdHoc endete für mich eine Woche, wie ich sie nie zuvor
an der Börse erlebt habe.
Es war mir persönlich ein Anliegen, daß nochmal zusammenfassend zu
dokumentieren.
Ich werde mir das in den nächsten Jahren bestimmt noch das ein oder andere mal
durchlesen und mich an diese Zeit erinnern...einfach crazy..


stompi.
@stompi

schön das du das so chronologisch festgehalten hast, dafür Danke.
Leider ist dir jedoch im Eingangsposting (05.03.01 12:22 Uhr) ein Fehler unterlaufen.

Du schreibst: „Nachdem wir im März zunächst mit kleinen aber doch positiven Meldungen
"vewöhnt" wurden (Meta TV Content-Partner von Kabel Berlin-Brandenburg,
Mitgliedschaft im DVB-Konsortium, IBUT-Projekt), kam es dann ab dem 28.02.2001
knüppeldick.“
Das vermittelt den Eindruck als wäre das IBUT-Projekt (ISDN Bot User Trial) eine Meldung seitens Metabox gewesen. Dem ist leider nicht so, daß war mal wieder ein Recherche-Ergebnis der „findigen Aktionäre“ :D

Erwähnenswert wäre zu diesen Ereignissen sicherlich noch das es am Samstag dieses turbulenten Wochenendes mehr als 500 Postings bezüglich Metabox gab. Womit Metabox wieder einmal (wie fast immer) auf Platz 1 der am meisten diskutiertesten Aktien bei WO war. Zum Vergleich zum Platz 2 wurden ca. 77 Beiträge verfasst.


Gruß Nitrilo

P.S. Wegen dem Problem der Kapazität des Postingsfenster bei extralangen Postings, einfach den Text in einer Textverarbeitung vorbereiten und dann in das Postingsfenster rüberkopien. Hat zusätzlich noch den Effekt das die mühselige Arbeit bei langen Texten nicht verloren geht, wenn WO mal wieder Störungen hat.
Das ganze zeigt mal wieder deutlich wie immer wieder neue negativ Kampagnen gegen MBX getstartet werden. Zudem kamen in den letzten Wochen immer neue basher aus Ihren Löchern gekrochen und der Kurs wurde nach unten manupuliert (m.E.)
Immer wenn MBX eine Informationslücke oder kleine Schwachstelle hat, wird hier gnadenlos draufgehauen. Wildeste Spekulationen werden freigesetzt. Bis dann ein Befreiungsschlag seitens MBX erfolgt. Wenn jetzt noch die Auftraggeber genannt werden und der Spiegel zu einer gegendarstellung gezwungen wird, bzw seine Ausgaben zurückziehen muß, dann haben wir das schlimmste hinter uns und können uns über steigende Kurse freuen. Damit wäre MBX sogar ein Held des NM, der dessen Negativimage wieder auf bessern könnte, wenn hier nachgewiesen wird, daß MBX zu unrecht abgestraft wurde.

Gruß Bulliwulli
Es ist schon erstaunlich, wieviele "es gutmeinende" Anlageberater uns MBX-Aktionäre vor dieser "schrecklichen" AG schützen wollen. Selbstzweck oder Philantrophie ? - Wahrscheinlich nicht! Vielmehr haben wohl bestimmte Kreise größtes Interesse daran, zu verhindern, dass Metabox erfolgreich wird. Auf diese albernen und primitiven Bash-Versuche Stellung zu nehmen, ist eigentlich reine Zeitvergeudung. Erfreulicherweise wird wohl in Zukunft vonseiten des W:O-Boards besser beobachtet und auch geahndet, wer Falschnachrichten postet.
up


@stompi
Danke!!Gute Zusammenfassung der letzten Woche!
Als MBX Aktionär braucht man Nerven wie Stahlseile.

Gruß Günter
hallo

wollten uns nicht einige hanfseile andrehen?

heute haben wir gut lachen ist mal richtig ungewohnt.

ciao


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