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Hermle - Maschinenbauer vom Feinsten - 500 Beiträge pro Seite

eröffnet am 06.03.01 22:04:25 von
neuester Beitrag 07.02.21 18:20:09 von


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06.03.01 22:04:25
Guten Tag,

zu meiner Verblüffung habe ich zur Hermle hier keinen Thread gefunden. Kann das echt sein, dass niemand diesen feinen Maschinenbauer beachtet?

Die schwäbische Hermle fertigt Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren, also Maschinen, die in der Metallbearbeitung eine zentrale Rolle spielen. Näheres unter http://www.hermle.de/

Anbei ein paar Zahlenreihen, die für sich sprechen sollten:

Umsatz in Euro

1995 - 44,4
1996 - 52,3
1997 - 65,6
1998 - 62,9
1999 - 80,8

Jahresüberschuss

1995 - 2,2
1996 - 4,6
1997 - 9,5
1998 - 12,6
1999 - 13,8

Ergebnis DVFA

1995 - 3,0
1996 - 5,3
1997 - 4,5
1998 - 9,9
1999 - 13,6

Cash-Flow

1995 - 4,1
1996 - 7,3
1997 - 12,1
1998 - 15,7
1999 - 17,5

Quelle: http://www.hermle.de/deu/unternehmen/fakten/fs_fakten.htm

Hier die letzte Meldung:

-----
Gosheim, 1. Februar 2001 – Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG hat den Konzernumsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr nach ersten vorläufigen Berechnungen um gut 16% auf annähernd 140 Mio. Euro (Vj. 120,1) erhöht. Auch beim Jahresüberschuss geht das Unternehmen davon aus, den 1999er Rekordwert von 13,8 Mio. Euro nochmals zu steigern. Damit übertrifft der Werkzeugmaschinenspezialist die bisherigen Prognosen deutlich, die von einem Umsatzwachstum auf 130 Mio. Euro und einem Gewinn in Vorjahreshöhe ausgingen, und setzt seine Erfolgsserie fort. Seit 1995 hat sich der Hermle-Konzernumsatz etwa verdreifacht. Der Konzernjahresüberschuss ist im gleichen Zeitraum auf mehr als das Sechsfache angestiegen.

Der Auftragsbestand hat sich zum Stichtag 31.12.2000 im Konzern voraussichtlich auf annähernd 42 Mio. Euro fast verdoppelt (Vj. 21,4), und auch Anfang 2001 hält die lebhafte Nachfrage unverändert an. Daher rechnet Hermle im laufenden Geschäftsjahr mit weiterem Wachstum. Um flexibel auf die bevorstehende Expansion reagieren zu können, hat das Unternehmen am Firmensitz zusätzliche Produktionsräume geschaffen, die im Februar planmäßig bezogen werden.
------

Die Analystenkommentare stehen derzeit ausschließlich auf "Kauf".
Das KGV liegt um die 7-8, selber habe ich es nicht errechnet.



(Ich hoffe, es ist mir gelungen, den Chart reinzukopieren)

Findet jemand ein Haar in der Suppe?

Ich habe schon eine Position und überlege, aufzustocken.
Aus Chartsicht besteht IMO kurzfristig kein Handlungsbedarf.


MfG .. Kauderni
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07.03.01 10:03:05
Hi,
eine Superaktie, aber für die meisten vielleicht ein zu enger Wert!
Die Finanzwoche übrigens sieht ein Kurspotential bis 40Euro!!!!
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07.03.01 20:29:03
Hallo Wollo,

das mit der Marktenge ist richtig. Eine Hermle ist nicht das, was Fonds unbedingt massiv kaufen.

Übrigens habe ich neulich eine Meldung gelesen, dass ein Maschinenbauverband auch für 2001 wieder ein gutes Jahr erwartet. Leider habe ich jetzt keine Quelle zur Hand.

Hermle trommelt übrigens gerade heftig für ihr neues kleines Bearbeitungszentrum:

http://www.neue-maschine-von-hermle.de/

Das Trumm wird auch in der technischen Fachpresse stark beworben. Man scheint sich bei den Schwaben von dem Neuzugang im Programm viel zu versprechen.
Schaun wer mal :-)

MfG .. Kauderni
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07.03.01 21:16:09
Hallo!

Habe Hermele seid geraumer Zeit in der Watchliste. Bin über die AD Capital auf den Maschinenbauer aufmerksam geworden, da der schweizer Großaktionär Leibinger bei AD Capital, Herr Leibinger, im Aufsichtrat der Hermele AG sitzt.
Diesen Hinweis könnt Ihr im AD Capital Thread finden, als Beitrag von Art Bechstein.
Bin nicht eingestiegen weil es ein seeehr enger Wert ist und es tagelang garkeine Umsätze gibt. Beobachte aber den Chart auf Kaufsignale hin.
Als gelernter Werkzeugmacher habe ich mir die Prospekte zuschicken lassen und kann nur feststellen, es sind sehr solide und hochwertige Maschinen die hergestellt werden.


Gruß von einem Alfisti!
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07.03.01 22:05:47
Hallo!

Muß in dem Beitrag von 21:16:09 natürlich "Hermle" heißen! Sorry!

Hier noch ein Artikel zu Hermle.

06.03.2001
Hermle kaufen
Geldbrief


Die Analysten vom Geldbrief empfehlen Hermle (WKN 605283) mit einem
langfristigen Kurspotential von 50% zum Kauf.

Das Unternehmen habe im vergangenen Jahr nach vorläufigen Zahlen ein
außerordentlich positives Ergebnis erzielen können. Der schwäbische
Maschinenbauer habe bereits zum sechsten Mal in Folge ein Rekordergebnis
sowohl bei Umsatz als auch Ertrag erwirtschaftet.

In den vergangenen Jahren habe der Konzern eine bemerkenswerte Entwicklung
hinter sich gebracht, die von den meisten Investoren und Analysten noch gar
nicht in vollem Umfang zur Kenntnis genommen worden sei. Seit 1995 habe sich
der Umsatz verdreifacht und der Jahresüberschuss in etwa versechsfacht. Hermle
sei damit das profitabelste Unternehmen in der Maschinenbaubranche geworden.

Die Bruttoumsatzrendite betrage stolze 25% und würde von keiner anderen Firma
der Branche erreicht. Die Umsatzrendite sei rund fünfmal so hoch wie bei der
Konkurrenz. Auch der Auftragseingang liege zum gegenwärtigen Zeitpunkt um
100% über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Zudem stehe eine neue
Produktreihe kurz vor der Markteinführung.

Der Titel würde derzeit nur mit dem 8,5fachen Jahresgewinn bewertet. Der
Branchendurchschnitt liege derzeit etwa doppelt so hoch. Die Aktien hätten sich
in den vergangenen fünf Jahren vervierfacht und sollten ihre überdurchschnittliche
Kursentwicklung auch weiterhin fortsetzen können.

Der Vorstand gelte als ausgesprochen aktionärsfreundlich. Bei einer guten
Geschäftsentwicklung bestehe die Möglichkeit, dass die Ausschüttung ein
weiteres Mal angehoben werde. Aber selbst auf Höhe der Vorjahresdividende von
1,79 Euro oder 3,50 DM betrage die Dividendenrendite damit mehr als 6%.

Die Experten vom Geldbrief schätzen die Aktie damit als defensiven und
rentablen Geldparkplatz in stürmischen Börsenzeiten ein.


Gruß von einem Alfisti!
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07.03.01 22:22:07
Hallo Alfa Romeo,

soviel ich weiß ist Bernd Leibinger nicht nur Aufsichtsratsmitglied bei Hermle, sondern wie bei der AdCapital auch, Großaktionär. Die Entwicklung der Hermle AG zeigt eine weitsichtige Denkweise des Haupaktionärs. Leider findet man auf der Hermle home-page keine Angaben zur Aktie oder Besitzverhältnisse. Leibinger ist für die Hermle AG sowie die AdCapital AG ein Pluspunkt.

Gruß Substanzsucher

P. S. Habe auch mal vor 20 Jahren Werkzeugmacher gelernt.
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07.03.01 22:40:32
Hallo!

@ Substanzsucher!

Ja die Werkzeugmacher sind die Könige der Metallbearbeitung, freue mich in Dir einen Berufskollegen zu haben.
Habe aber nach der Ausbildung keinen Job bekommen und mußte mich anders orientieren.

So, Bernd Leibinger ist Großaktionär bei Hermle, ist ja nicht unwichtig zu wissen, da Schaltbau auch ein metallverarbeitender Betrieb ist.
Habe selber mit Euromicron schon zu tun gehabt und bin mit der abgewickelten Leistung, was Termin und Preis angeht zufrieden gewesen.

Aber ich will hier nichts in den Thread tragen, was nicht hierher gehört.

Gruß von einem Alfisti!
Avatar
08.03.01 19:24:55
Hallo zusammen,

und noch eine Empfehlung.
============================================================

08.03.2001
Hermle günstig
Wirtschaftswoche
Die Experten der Wirtschaftswoche halten die Hermle-Aktie (WKN 605283) auch nach dem aktuellen Kursanstieg für unterbewertet.

Der Boom im Maschinenbau dürfte Hermle 2000 das inzwischen sechste Rekordergebnis in Folge beschert haben. Die endgültigen Zahlen würden erst im Mai kommen, aber das Umsatzplus von 16 Prozent auf 139 Millionen Euro lasse auch auf der Ertragsseite ein zweistelliges Wachstum erwarten. In Zukunft könnte sich für Hermle sogar eine Sonderkonjunktur einstellen. Darauf würden jedenfalls die Auftragseingänge hindeuten, die um 100 Prozent über Vorjahresniveau liegen. Ein wesentlicher Grund für den Nachfrageboom sei die attraktive Produktpalette des Maschinenbauers.

Die Hoffnung ruhe hier vor allem auf einer neuen Maschinengeneration, mit der gleichzeitig gedreht und gefräst werden könne, so Wirtschaftswoche. Mit einer Bruttogewinnmarge von 25 Prozent sei Hermle zudem Branchenprimus in Sachen Profitabilität.
============================================================
Gruß Substanzsucher
Avatar
08.03.01 20:04:54
Substanzsucher - da bist du mir zuvorgekommen, die Meldung habe ich gerade im Editor :-)

Alfa Romeo: Ich glaube Charttechnik ist schwierig bei dem Wert, da die Anzahl der Anleger, die den Kurs unter sich aushandelt, relativ gering ist.
Schau dir mal im Chart die Anstiege von Anfang September 2000 und Anfang Februar an. Zumindest für mich ist da kein Kaufsignal erkennbar (bin aber auch nicht der große Chartprofi).
Die Anstiege beruhten wohl auf Meldungen:
- 30.8.00: "Rekordauftragseingang"
- 01.02.00: "Hermle erneut mit Umsatz- und Ergebnisrekord"

Das veranlasste wohl einige Leute, sofort zu kaufen.

Im Moment eiert der Kurs um das Hoch von Anfang Februar. Wenn man ein Kaufsignal abwarten möchte, könnte man das nachhaltige Überschreiten dieses Widerstandes als solches deuten.

MfG - Kauderni
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19.03.01 12:26:32
Hallo!

Hier eine neuere Empfelung zu Hermle!

19.03.2001
Hermle krass unterbewertet
Finanzwoche


Nach Darstellung der Experten von der Finanzwoche sind die Aktien von Hermle
(WKN 605283) nach wie vor krass unterbewertet.

Die Vorsteuer-Umsatzrendite der Firma belaufe sich auf 25% und betrage damit
das 2,5 bis 3-fache der für deutsche Unternehmen international ohnehin schon
hohen Hürde (8-10%). Mit einem geschätzten KGV von lediglich ca. 7 sei der
Titel sowohl im Verhältnis zum absolut erzielten Gewinn, als auch im Hinblick auf
die extrem hohe Rentabilität nicht annähernd fair bewertet.

Gruß von einem Alfisti!
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30.05.01 14:06:35
Da hat sich das Mitbieten in den letzten 2 Tagen ja gelohnt....
der Börsenumsatz ist sprunghaft gestiegen, und die Zahlen mit
18,2 mio euro Vorsteuergewinn bei attraktivem KGV,
solider Eigenkapitalquote und Vorsteuerrenditen bei 24 % sind eine interessante Alternative zu den schon stark
entwickelten Walter Aktien.
Die Kapazitätsausweitung sollte die Auftragsbestände auch schnell bedienen können, was ja bei Gildemeister lt Vorstand momentan etwas das Problem darstellt.
Kennt sonst jemand einen Maschinenbauer mit ähnlich hoher Gewinnspanne?
Freundliche Grüße, Stefan
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30.05.01 20:13:35
Hier der Link zum ersten Zwischenbericht 2001 und zur Rede anlaesslich der Bilanzpressekonferenz:

http://www.hermle.de/deu/news/neues/fs_neues.htm

Die eingangs dargestellte Entwicklung lässt sich nunmehr wie folgt fortsetzen (kleine Differenzen beim Umsatz im Vergleich zu oben beruhen auf Übertragungsfehlern von mir; diese Zahlen sollten jetzt korrekt sein):

Umsatz in Euro

1995 - 44,4
1996 - 52,3
1997 - 65,6
1998 - 93,0
1999 - 120,1
2000 - 139,9

Jahresüberschuss

1995 - 2,2
1996 - 4,6
1997 - 9,5
1998 - 12,6
1999 - 13,8
2000 - 18,2

Ergebnis DVFA

1995 - 3,0
1996 - 5,3
1997 - 4,5
1998 - 9,9
1999 - 13,6
2000 - 18,2

Cash-Flow

1995 - 4,1
1996 - 7,3
1997 - 12,1
1998 - 15,7
1999 - 17,5
2000 - 22,7

- Beim gestiegenen Cash-Flow verdient vielleicht Beachtung, dass gleichzeitig die Fertigungstiefe etwas zurückgenommen wurde, indem man die Lackierung ausgelagert hat. Auch konnten die Investitionen (vor allem Konstruktion und Service) vollständig aus dem um 30 % gestiegenen Cash-Flow finanziert werden.

- Das Eigenkapital ist mit 52,8 Mio. ebenfalls auf neuem Höchststand.

- Sowohl Auftragseingang als auch -bestand sind in 2000 wieder deutlich gestiegen, wobei sich auch 2001 in Q1 wieder eine gute Entwicklung abzeichnet: "Zum Stichtag 31.3.2001 hat sich der Auftragsbestand gegenüber dem Jahresende 2000 um fast 30 % auf 54,2 Mio. Euro erhöht" (Vorstandssprecher Dieter Hermle).

- Nach dem unlängst eingeführten Kompaktbearbeitungszentrum C500 gibt es nun eine weitere Neuheit zur Stangenbearbeitung

Was mir noch auffiel:

- Zurückgegangen ist die Liquidität von 21,2 auf 17,3 Mio. (1.1.2000-31.12.2000)

- Die Vorräte sind deutlich gestiegen, aber vor allem bei Materialien, nicht so sehr bei fertigen Maschinen

- Ziemlich stark zugenommen haben allerdings auch die Forderungen: auf 28.2 Mio. von 18.1 Mio. (Hermle AG) - haben die Kunden sehr großzügige Zahlungsziele ausgehandelt?

Dies und die Investitionen könnten vielleicht auch den sehr deutlich von 17.967 auf 8.260 gesunkenen "Mittelzufluss aus Geschaeftstätigkeit" im Cash-Flow erklären, wobei ich mir auch nicht so sicher bin, wie man das einordnen sollte. Gefällt mir aber nicht so gut.

Hmmh, ich möchte eigentlich die Hermle nicht unkritisch bejubeln, auch wenn der Threadtitel -zugegeben- etwas arg euphorisch klingt. Aber insgesamt sollte die Hermle doch eigentlich weiterlaufen, wenn die Konjunktur nicht ernstlich einbricht. Aber die ist im Maschinenbau ja bislang nicht übel.

Auf Basis von 2000 beträgt das KGV bei einem Gewinn pro Aktie von 3,57 Euro lediglich 7,7 und die Dividendenrendite knapp 5%. Setzt man den Gewinn 2001 pro Aktie "nur" 10% höher an - und das darf man sich bei Hermle wohl trauen, auch wenn die Konjunktur nicht mit Volldampf - wäre das 2001er-KGV nur 7.

MfG
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31.05.01 22:29:06
Die Zahlen sehen wirklich gut aus. Maschinenbauer mit so solider Bilanz UND so hervorragenden Renditekennziffern sind sehr selten. Der Cash Flow ist nicht optimal, aber auch nicht schlecht.

Ein Nachteil ist allerdins die fehlende SMAX-Mitgliedschaft. Dadurch gibt es keine brauchbaren Quartalsberichte. Außerdem sind nur Vorzugsaktien notiert, was zu einer dauerhaften Unterbewertung führt.

Kennt jemand die Aktionärsstruktur? Der AR-Vorsitzende und ein weiterer Aufsichtsrat von Hermle sitzen auch im AR der AdCapital AG, also nehme ich mal an, dass es da irgendeine Verbindung gibt.

Der Langfristchart ist beeindruckend:


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01.06.01 01:27:45
Leibinger ist bei AdCapital und Hermle Großaktionär. Wenn ich mich recht erinnere, hat er sich vor einigen Jahren bei Herme stärker im Unternehmen engagiert, vielleicht sogar als Vorstand. Meine Erinnerung beruht auf den HV-Auftritt von Leibinger bei AdCapital.

(Leibinger ist bei AdCapital durchaus ein Pluspunkt. Allerdings gefällt mir der VV Schug nicht besonders.)
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01.06.01 21:41:56
Günther Leibinger ist Stellvertretender Vorsitzender im Aufsichtsrat (Vorsitzender ist ein Walter Schneider, Vorsitzender des Vorstandes der Stuttgarter Bank AG). Diese Angaben stammen aus dem Geschäftsbericht 1999. Zur weiteren Aktionärsstruktur konnte ich nichts in Erfahrung bringen.

Servus
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05.06.01 10:55:42
Die Finanzwoche ist sicherlich nicht die schlechteste Herkunft für eine Empfehlung.

ciao
panta rhei

05.06.2001
Hermle kaufen
Finanzwoche

Die Analysten der Finanzwoche stufen die Aktie von Hermle (WKN 605283) mit kaufen ein.

Auf der Analystenkonferenz bei Hermle seien fantastische Ergebnisse bekannt gegeben worden. Nach einem Rekordgewinn von 3,57 Euro pro Aktie im letzten Jahr erwarte das immer sehr konservative Prognosen abgebende Management für das laufende Jahr einen weiteren Gewinnanstieg.

Für die neue Dreh- und Fräsmaschine erwarte man im Zuge einer Fachausstellung im Herbst einen neuen Auftragsschub. Noch vor Koenig & Bauer bewertet die Finanzwoche Hermle als die preiswerteste deutsche Maschinenbauaktie.
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10.06.01 22:44:44
@Mandrella

meiner ist länger:D
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10.07.01 15:00:10
Hermle Werkzeugmaschinen erwartet Auftragsabschwächung
Gosheim (vwd) - Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG, Gosheim, erwartet im Geschäftsjahr 2001 eine Auftragsabschwächung. Diese wird aber nicht so stark ausfallen, wie der Rückgang des Gesamtmarktes, der nach einer persönlichen Schätzung von Vorstandssprecher Dietmar Hermle im zweistelligen Prozentsatz liegen wird. Der derzeitige Auftragsbestand, so Hermle am Dienstag vor der Hauptversammlung in Gosheim, der sich Ende Mai 2001 auf 53 (44) Mio EUR belief, sichere 2001 nochmals ein spürbares Umsatzwachstum, nach 139,9 (120,1) Mio EUR im Jahr 2000. Beim Vorsteuerergebnis gab sich Hermle zuversichtlich, nochmals das hohe Vorjahresniveau von 33,9 (29,8) Mio EUR zu erreichen.

Der Jahresüberschuss wird sich wegen der neuen Körperschaftsteuerregelung voraussichtlich deutlich verbessern. Er betrug Ende 2000 rund 18,2 (13,8) Mio EUR. In den ersten fünf Monaten 2001 stieg der Umsatz auf rund 60 (45) Mio EUR. Die Exportquote blieb mit etwa 45 Prozent unverändert. Der Auftragseingang wuchs um neuen Prozent auf 73 (67) Mio DEM und war damit besser als erwartet. Im Jahr 2000 erreichte die Hermle-Umsatzrendite mit 24 Prozent brutto und 13 Prozent netto einen Wert, der in der Branche Seltenheitswert besitzt. Auch die Eigenkapitalquote von 65 Prozent ist außerordentlich hoch. Für 2000 wurde der Vorjahresbonus von 0,75 EUR in echte Dividende umgewandelt, sodass sich die Vorzugsdividende auf 1,25 EUR beläuft. +++ Volker Haasemann

vwd/10.7.2001/haa/sei
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10.07.01 18:56:42
Auftragseingang im 1. Quartal 2000: ca. 40,9 Mio. €
Auftragseingang im 1. Quartal 2001: ca. 48,2 Mio. €
Auftragseingang Jan-Mai 2000: ca. 67 Mio. €
Auftragseingang Jan-Mai 2001: ca. 73 Mio. €

Auftragseingang April/Mai 2000: ca. 26 Mio. €
Auftragseingang April/Mai 2001: ca. 25 Mio. €

Umsatz 1. Quartal 2001: 35,8 Mio. €
Umsatz März/April 2001: ca. 24 Mio. €

Also liegt die Book:Bill-Ratio immer noch über 1.

Auftragsbestand zum 31.5. ca. 55 Mio. €.
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10.07.01 19:00:27
> Umsatz März/April 2001: ca. 24 Mio. €

Das sollte natürlich April/Mai heißen.
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11.07.01 11:04:46
Die Maschinenbaukonjunktur scheint doch weniger günstig zu sein, als ich erwartet habe. Erst vor 2 Wochen habe ich mit einem Kollegen gesprochen, der Chefredakteur einer Werkzeugmaschinen-Fachzeitschrift ist. Er meinte, in der Branche wäre gute Stimmung, die Auftragsbücher wären voll.

Entweder sagen die nicht jedem gleich die Wahrheit, oder die Perspektiven haben sich erst seit kurzem eingetrübt.

Meine Walter-Stücke habe ich abgegeben, weil ein Hersteller von Verschleißmaterial (Schwerpunkt Werkzeuge) von einer Abschwächung unmittelbar betroffen sein müsste. Dividende + kleiner Kursgewinn ist immerhin der "Spatz in der Hand", und den freien Cash kann man vielleicht bald brauchen.

Bei Hermle hege ich die Hoffnung, dass die Strategie greift, Zyklus-Abschwächungen durch neue Produkte zumindest annähernd auszugleichen. In diesem Jahr läuft das kleine Bearbeitungszentrum C500 voll an, nächstes Jahr kommt die Maschine für die Stangenbearbeitung.

Solange mein Einstiegskurs nicht gefährdet wird, bleibe ich bei Hermle erst mal dabei. Zur Eröffnung 11.7. ist der Dividendenabschlag ja schon fast komplett wieder reingeholt worden.

MfG
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11.07.01 13:09:45
Verschleißmaterial muss immer gekauft werden, Investitionen in neue Maschinen kann man aufschieben.
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11.07.01 13:46:41
Der Verbrauch von Verschleißmaterial hängt unmittelbar am Produktionsvolumen .. also an der allgemeinen Konjunktur in der Metallverarbeitung. Stimmt, die Argumentation ist nicht schlüssig.
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23.07.01 19:52:41
Vortrag von Dietmar Hermle Sprecher des Vorstands
der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG

zur Hauptversammlung am 10. Juli 2001 in Gosheim -

Es gilt das gesprochene Wort -

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

im Namen des Vorstands begrüße ich Sie herzlich zur 11. ordentlichen
Hauptversammlung der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG hier an unserem Firmensitz
in Gosheim. Ich werde Ihnen heute nicht nur über eine sehr gute Geschäftsentwicklung
berichten, sondern auch über viele Neuigkeiten im Unternehmen. Gleich zu Beginn darf
ich Ihnen unser neues Vorstandsmitglied Franz-Xaver Bernhard vorstellen. Herr Bernhard
ist seit Anfang Januar für Forschung & Entwicklung sowie für den Vertrieb zuständig und
schon seit vielen Jahren für Hermle tätig.

Über die Bestellung von Herrn Bernhard freue ich mich persönlich sehr, hat doch der
Aufsichtsrat damit den Einsatz und die Leistungen während den letzten Jahren ebenso
wie den Aufbau eines gut funktionierenden Vertriebsnetzes honoriert. Das selbe gilt für die
Ernennung von Herrn Alfons Betting zum Generalbevollmächtigten Produktion. Beide
Herren waren auch maßgeblich und leitend an der Einführung von neuen Maschinenreihen
und sämtlichen Neuerungen im Unternehmen beteiligt. Es versteht sich von selbst, dass
sie operative Bereichsverantwortung haben. Gemeinsam mit Herrn Beck und mir bilden
sie das Hermle-Führungsteam, das wiederum eng mit unseren bewährten Bereichsleitern
zusammenarbeitet. Teamarbeit ist auch auf der Führungsebene absolut notwendig. Dies
dient der Sicherheit des gesamten Unternehmens, denn nur von ein oder zwei Personen
darf kein modernes Unternehmen abhängig sein.

Viel Neues können Sie auch bei der Betriebsbesichtigung erkennen, zu der wir Sie im
Anschluss an die Hauptversammlung wie jedes Jahr herzlich einladen möchten. In der
Produktion sehen Sie beispielsweise die derzeitige Vorbereitung für die Montage des
vierten Bearbeitungszentrums. Der Rundgang führt unter anderem durch den Anbau Ost,
ein dreistöckiges Gebäude im Osten des Hermle-Geländes, das wir im letzten Jahr
errichtet haben. Diese neue Fläche nutzen wir für die Vergrößerung der
Produktionsbereiche Blechfertigung und Montage sowie für die Serviceabwicklung.

Außerdem ist inzwischen das gesamte Gelände modernisiert, und die Produktionshallen
sind hell und sauber gestaltet. Dort, wo früher die Lackiererei war, ist unsere
Versuchsabteilung eingezogen. Hier finden laufende Tests mit Serienprodukten statt, und
auch neue Technologien aller Art und Prototypen vor dem Serienstart werden gemeinsam
mit der Entwicklung untersucht und erprobt. In den letzten zwei Jahren wurde in diesem
Bereich sowie für F & E und Qualitätssicherung erheblich investiert. Unser Versuch
verfügt heute über umfangreiches

Equipment, von einer Versuchsbox mit Messgeräten zur Untersuchung der
elektromagnetischen Verträglichkeit hinsichtlich Produkt und Umfeld bis zu speziellen
Versuchsboxen zur Untersuchung von Schwingungen inklusive der entsprechenden
Messgeräte und Rechner. Die Abteilung ist ein in sich geschlossener Bereich, der auch
die zugehörigen technischen Büros umfasst, um ein möglichst effizientes Arbeiten zu
ermöglichen. Enge Zusammenarbeit mit F & E, Service und Vertrieb, aber auch mit
Produktion und Beschaffung, sichern gleichzeitig einen schnellen Informationsfluss und
die umgehende Weitergabe der gewonnenen Erkenntnisse.

Auch den Bereich F & E haben wir konsequent ausgebaut und personell verstärkt, denn
er leistet einen ganz wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherung des Unternehmens Hermle.
Ohne konkrete Zahlen nennen zu wollen kann ich sagen, dass wir die Investitionen für
diesen Bereich in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht haben. Unsere
Konstrukteure arbeiten mit modernsten Rechnern und Software. Jedes Jahr führen wir
eine neue Maschine im Markt ein, und bei Hermle heißt "neu" nicht "überarbeitet" oder
"neues Design", sondern komplett neu. Alle Neukonstruktionen und Versuchsreihen
finden in enger Abstimmung mit der Qualitätssicherung statt.

Bitte haben Sie Verständnis, dass im Bereich Versuch keine Besuchergruppen
zugelassen sind. Dagegen können Sie die neuen Räume unserer Auszubildenden, die
ebenfalls umgezogen sind, gerne genauestens unter die Lupe nehmen. Hermle zählt zu
den größten Ausbildern der Region. Wir bilden unsere künftigen Mitarbeiter in neuen
Räumen mit modernster Maschinenausstattung aus. Jährlich investieren wir über zwei
Mio. DM für die Ausbildung junger Menschen. Die Einstiegsvorgaben sind sehr hoch und
es gibt auch keine automatische Übernahme. Durch diese Regelungen fördern wir hoch
motivierte und leistungsbereite Mitarbeiter – auch dies ist das Kapital der Zukunft.

Beim Rundgang durch die Montage können Sie einen Blick auf unser neues kompaktes
Bearbeitungszentrum werfen. Die C 500 ist für den Werkzeug- und Formenbau ebenso
geeignet wie für die Serienfertigung. Dem Fachpublikum haben wir die C 500 auf unserer
Hausmesse im Frühjahr vorgestellt. Das Echo war ausgesprochen positiv.

Während der Besichtigung werden Sie außerdem feststellen, dass wir schon wieder an
einem Ausbau arbeiten. Er dient der Installation einer Großanlage, die wir für die nächsten
Hermle-Innovationen benötigen. Denn um an diesem doch von vielen negativen Faktoren
geprägten Standort Deutschland auch in Zukunft erfolgreich Maschinen fertigen zu
können, sind modernste Abläufe, aber auch zukunftsträchtige Entwicklungen notwendig,
die auf hochgenauen Produktionsanlagen schnell und zuverlässig herstellbar sein
müssen. So ist diese neue Anlage ein weiterer Baustein für die Zukunft von Hermle, der
sich nahtlos in das Konzept 2000 und die zuvor installierten Anlagen einreiht.

Die nächste Neuvorstellung von Hermle gibt es auf der EMO 2001, der größten
europäischen Werkzeugmaschinen-Fachmesse und einer der größten weltweit, zu sehen.
Von den insgesamt 1.920 Ausstellern, die ihre Produkte dort auf einer Ausstellungsfläche
von fast 170.000 m² zeigen, stammt übrigens fast die Hälfte aus Deutschland. Auf der
EMO werden wir der Öffentlichkeit erstmals unser neues Stangenbearbeitungszentrum
vorstellen. Details über diese innovative Maschine können Sie im Internet unter
www.neue-maschine-von-hermle.de abrufen – wie Sie übrigens unter
www.job-bei-Hermle.de alles über unsere Ausbildung und offene Stellen erfahren können.
Mit dem Fräs-Dreh-Zentrum, das es in zwei Varianten geben wird, erschließen wir uns
zusätzliche Anwendungsfelder und decken ein bislang nicht optimal versorgtes
Arbeitsgebiet ab. Nach umfangreichen Tests in unserem Hause kommen Prototypen bei
einigen unserer Stammkunden zum Einsatz. Wie üblich wollen wir in Sachen Qualität
keinerlei Kompromisse eingehen. Neue Maschinen von Hermle kommen erst auf den
Markt, wenn sie sprichwörtlich auf Herz und Nieren geprüft sind.

Das, meine Damen und Herren, ist sicher ein wesentlicher Faktor für unseren Erfolg am
Markt, auf den ich nun zu sprechen komme. Denn in den vergangenen fünf Jahren konnte
sich Hermle regelmäßig positiv vom Branchendurchschnitt absetzen. Sie können das sehr
gut an der Grafik im Geschäftsbericht auf Seite 8 erkennen. Sie stellt den
Hermle-Auftragseingängen die Bestellungen für Bearbeitungszentren im Gesamtmarkt
gegenüber.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr nahmen die Bestellungen in der
Werkzeugmaschinenindustrie laut VDW-Angaben um 37 % zu. Im selben Zeitraum legten
die Bestellungen im Hermle-Konzern um 66 % von 96,7 Mio. Euro auf 160,1 Mio. Euro zu.
Dabei verzeichneten wir sowohl im In- als auch im Ausland neue Rekordwerte: In
Deutschland stiegen die Ordereingänge um 44 % auf 89,9 Mio. Euro, im Ausland haben
sie sich auf 70,2 Mio. Euro mehr als verdoppelt.

Ab dem zweiten Quartal 2000 waren unsere Kapazitäten voll ausgelastet. Um die hohe
Nachfrage zu bewältigen, haben wir den erweiterten Arbeitszeitkorridor von 38 +2/-3
Stunden voll ausgenutzt, und zusätzlich wurden Überstunden gefahren. Dennoch hat sich
der Konzern-Auftragsbestand zum Jahresende auf 41,8 Mio. Euro annähernd verdoppelt.
Je nach Maschinentyp bedeutet das eine Lieferzeit von zwei bis fünf Monaten.

Beflügelt von der guten Auftragslage erreichten wir 2000 auch bei der Umsatzentwicklung
neue Höchstwerte. Das Konzernvolumen kletterte um über 16 % auf 139,9 Mio. Euro (Vj.
120,1). Während wir im Inland wie im Vorjahr einen Umsatz von 80,8 Mio. Euro erzielten,
nahmen die Exporte um rund 50 % auf 59,1 Mio. Euro zu, das ist mehr als der
Hermle-Gesamtumsatz des Jahres 1996. Die Auslandsquote stieg deshalb von 32,7 %
auf 42,2 %.

Zur erfreulichen Umsatzexpansion trug nicht nur die Hermle AG bei – sie steigerte den
Umsatz um 15 % auf 137,5 Mio. Euro – sondern auch die Tochtergesellschaften. Die
Hermle + Partner Vertriebs GmbH (HPV) vergrößerte ihr Geschäftsvolumen um 6 % auf
4,8 Mio. Euro. Neben Hermle-Maschinen vertreibt die HPV auch Anlagen von DÜRR
Ecoclean, den Grob-Werken und von Waldrich Coburg.

Die Hermle Schweiz AG, unsere Vertriebs- und Servicegesellschaft für den wichtigen
eidgenössischen Markt, war in ihrem zweiten Jahr mehr als erfolgreich: Ihr Umsatz stieg
von 1,5 Mio. Euro auf 6,8 Mio. Euro.

Auch mit dem Geschäftsverlauf der Hermle-Leibinger Systemtechnik GmbH sind wir
zufrieden. Die HLS entwickelt seit Ende 1999 Automatisierungskomponenten für Hermle
und erreichte in ihrem ersten Geschäftsjahr ein Volumen von 1,3 Mio. Euro.

Bei der Hermle-Maschinenbau GmbH in Mössingen, die wir Anfang 2000 gegründet
haben, wurde insbesondere an der Entwicklung des Stangenbearbeitungszentrums
gearbeitet. Außerdem hat das Unternehmen zur Bewältigung von Nachfragespitzen und
zur vorläufigen Auslastung der Kapazitäten Montagearbeiten für die Hermle AG
übernommen und damit spürbar zur Umsatzausweitung im Konzern beigetragen. Derzeit
denken wir darüber nach, weitere Montagekapazitäten aufzubauen.

Flexible Kapazitätsausweitung war auch das wichtigste Ziel unserer Investitionen, die im
Berichtszeitraum konzernweit auf dem Vorjahresniveau von 6,6 Mio. Euro lagen. Unter
anderem betrafen sie die Erweiterung unserer flexiblen Fertigungszelle, an die zur
Jahresmitte ein zusätzliches Großbearbeitungszentrum angebunden wurde. Diese Anlage
wird derzeit um ein weiteres Bearbeitungszentrum vergrößert. Außerdem haben wir in den
Ausbau und die Vernetzung unserer IT-Infrastruktur sowie in die Ausstattung der
Konstruktionsarbeitsplätze mit modernen CAD-Systemen investiert. Die Abschreibungen
betrugen 4,5 Mio. Euro (Vj. 3,7).

Um das gestiegene Geschäftsvolumen zu bewältigen, haben wir auch unsere Belegschaft
vergrößert. Zum Jahresende 2000 waren im Hermle-Konzern 511 Mitarbeiter beschäftigt,
das sind 71 Personen oder 16 % mehr als zum Vorjahresstichtag. Neue Stellen haben wir
vor allem in der Konstruktion, in Forschung und Versuch sowie in Vertrieb und Service
geschaffen. Daran sehen Sie, meine Damen und Herren, in welchen Bereichen wir unser
Engagement noch weiter ausbauen wollen.

Obwohl wir 2000 deutlich mehr Mitarbeiter beschäftigt haben, hat sich der Anteil der
Personalkosten an der Konzern-Gesamtleistung weiter reduziert, und zwar von 18,5 % auf
18,0 %. Gleichzeitig sind wir erneut produktiver geworden – gemessen an der
Gesamtleistung je Mitarbeiter, die von 272 TEuro auf 281 TEuro zulegte. Durch die
Einführung eines neuen Taktmontagekonzeptes wird unsere Produktivität nochmals
gesteigert. Das heißt aber nicht, dass am Fließband montiert wird, vielmehr wickeln wir
die Arbeit verstärkt in Teams ab und übertragen den Mitarbeitern damit noch mehr
Eigenverantwortung. Die Gruppen montieren nicht nach stupiden Vorgaben, sondern
organisieren sich selbst. Auch das parallele Montieren von Baugruppen ist in die Teams
verlagert. Teile dieses Konzeptes beruhen übrigens auf Verbesserungsvorschlägen
unserer Mitarbeiter. Klare Vorgaben hierzu gibt unser Konzept 2000, das festlegt, welche
Kernkompetenzen wir im Unternehmen abdecken und welche Teile wir zukaufen. Da alle
Beschäftigten über dieses Konzept informiert sind, ist dessen Umsetzung gesichert.

Wie eingangs bereits erwähnt legen wir bei Hermle traditionell großen Wert auf die
Ausbildung junger Menschen. Im Berichtszeitraum wurden 57 Auszubildende beschäftigt,
11 mehr als im Vorjahr. Damit stieg die Quote der Auszubildenden im Verhältnis zur
gesamten Belegschaft von 10,5 % auf über 11 % an.

Ich möchte unseren Mitarbeitern an dieser Stelle ganz herzlich für ihren hohen Einsatz
und ihre Motivation danken. Wie im Vorjahr möchte ich auch allen Händlern und
Vertriebspartnern für die vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeit danken.
Ihre große Leistungsbereitschaft ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg unseres
Unternehmens. Um die Belegschaft an diesem Erfolg teilhaben zu lassen, werden unsere
Beschäftigten eine Prämie erhalten, die 70 % eines Monatsgehalts beträgt. Die
Ausbezahlung dieser Gratifikation erfolgt wie immer nach der Ausschüttung der Dividende
an unsere Aktionäre.

Damit bin ich beim Stichwort Dividende angelangt. Hierfür schlagen Ihnen Vorstand und
Aufsichtsrat folgendes vor: Vor dem Hintergrund der guten Geschäftsentwicklung möchten
wir den Bonus des vergangenen Jahres (0,75 Euro) in eine echte Dividende umwandeln.
Damit beträgt die Dividende je Vorzugsaktie für das abgelaufene Jahr 1,25 Euro. Inklusive
der Steuergutschrift erhalten anrechnungsberechtigte Aktionäre eine Bruttoausschüttung
von 1,79 Euro je Aktie. Das entspricht beim aktuellen Kursniveau von 29,50 Euro einer
Brutto-Dividendenrendite von rund 6,1 %.

Die Grundlage für die Umwandlung des Bonus in eine feste Dividende, meine Damen und
Herren, ist unsere gute Ertragslage, die sich 2000 erneut erfreulich verbessert hat. Obwohl
wir weiterhin mit einem enormen Wettbewerbsdruck konfrontiert wurden, konnten wir das
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit im Hermle-Konzern um fast 14 % auf 33,9
Mio. Euro steigern (Vj. 29,8). Hierin ist ein einmaliger positiver Effekt von 1,4 Mio. Euro
enthalten, der aus der Umstellung eines Leasingvertrages für das neue Gebäude
resultiert. Die Brutto-Umsatzrendite, die sich aus diesem Ergebnis errechnet, beträgt 24,2
% - ich würde sagen, das ist ein Niveau, das in unserer Branche Seltenheitswert besitzt
und schwer wiederholbar ist.

Der Jahresüberschuss stieg 2000 im Konzern um 32 % auf 18,2 Mio. Euro (Vj. 13,8).
Dieses überproportionale Plus folgt aus der zwingenden Auflösung von
Steuerrückstellungen, die wir im Vorjahr aufgrund einer anstehenden Betriebsprüfung
gebildet und nicht vollständig benötigt haben. Die Netto-Umsatzrendite kann sich mit 13
% ebenfalls sehen lassen. Bereinigt nach der DVFA/SG-Formel kletterte das
Konzernergebnis um 30 % auf 17,9 Mio. Euro (Vj. 13,7) oder 3,57 Euro je Aktie.

Durch die gute Ertragslage hat sich auch unser Cash-Flow weiter erhöht – er legte um 29
% auf 22,7 Mio. Euro zu (Vj. 17,5). Und auch unsere Eigenmittel nahmen um 30 % auf
52,8 Mio. Euro (Vj. 40,7) kräftig zu. So verbesserte sich unsere Eigenkapitalquote trotz
der um 21 % verlängerten Bilanz auf 65 % (Vj. 61). Nach wie vor haben wir übrigens keine
nennenswerten Bankverbindlichkeiten.

Damit, meine Damen und Herren, sind wir für die Zukunft gut gerüstet. Schließlich sieht
unser Umfeld erfahrungsgemäß ja nicht immer so rosig aus wie im Jahr 2000. Der
Branchenverband VDMA prognostiziert für das laufende Jahr zwar noch ein
Produktionsplus von 5 %, kündigt aber schon erste Wolken am Horizont an.

Obwohl wir bei Hermle per Ende Mai mit einem Auftragseingangsplus von 9 % auf 73 Mio.
Euro (Vj. 67) besser als erwartet ins neue Jahr gestartet sind, beobachten wir die
Marktsituation ganz genau, um schnell auf eventuelle Nachfragerückgänge reagieren zu
können. Auch wenn sich die Bestellsituation bei Hermle in den letzten Wochen etwas
entspannt hat, verfügen wir aber nach wie vor über einen sehr hohen Auftragsbestand.
Ende Mai betrug er konzernweit 53 Mio. Euro (Vj. 44). Unsere Umsätze vergrößerten sich
auf rund 60 Mio. Euro (Vj. 45), wobei der Auslandsanteil mit etwa 45 % unverändert
geblieben ist.

Wegen der sich absehbar abschwächenden Konjunktur gehen wir nicht davon aus, dass
sich diese Zahlen auf das Gesamtjahr hochrechnen lassen. Unser hoher Auftragsbestand
sichert aber aus heutiger Sicht im laufenden Jahr nochmals ein spürbares
Umsatzwachstum im Konzern. Beim Vorsteuerergebnis sind wir zuversichtlich, das hohe
Niveau des Vorjahres wieder zu erreichen. Der Jahresüberschuss wird sich dabei vor dem
Hintergrund der neuen Körperschaftsteuerregelung voraussichtlich deutlich verbessern.

In den kommenden Jahren ist – auf der Basis von Umfragen und direkten Kontakten zu
Unternehmen, aber auch aktuell niedrigeren Auftragseingängen – eine
Marktabschwächung im bis zu zweistelligen Prozentbereich zu erwarten. Dies ist
allerdings eine persönliche Einschätzung meinerseits. Verstärkte Probleme bereitet uns
die zögerliche Bearbeitung von Ausfuhrgenehmigungen, zum Beispiel in die GUS. Unsere
Kunden sind nicht bereit, sechs bis zwölf Monate zu warten, wenn andere EU-Länder in
wesentlich kürzerer Zeit reagieren.

Für Hermle rechnen wir ebenfalls mit einem Rückgang. Wie hoch dieser allerdings
tatsächlich ausfallen wird, ist aus heutiger Sicht schwer einzuschätzen. Ich glaube aber,
dass sich die Auftragsabschwächung für uns etwas weniger stark auswirken könnte, da
sich unser Unternehmen in der Vergangenheit immer etwas besser als der Markt
entwickeln konnte. Angesichts unserer zukunftsorientierten Ausrichtung mit interessanten
Produktneuheiten denke ich sogar, dass ein Teil der Auftragsrückgänge kompensierbar
ist. Im direkten Vergleich mit den Vorjahren bedeutet das für Hermle allerdings noch
immer ein hohes Niveau. Schwankungen in dieser Größenordnung können wir durch
unsere flexible Unternehmensstruktur auffangen. Mit innovativen Produkten wie dem
Stangenbearbeitungszentrum erschließen wir uns außerdem neue Märkte und
zusätzliche Absatzpotenziale.

Meine Damen und Herren, unser hohes Eigenkapital und unsere Cash-Bestände
erwecken - und das kann ich gut nachvollziehen – gewisse Begehrlichkeiten.

Aber gerade wenn sich dunkle Wolken am Horizont zeigen, bieten diese soliden
Fundamente doch eine gewisse Sicherheit – auch hinsichtlich des Themas Basel II und
dessen ganzen, noch nicht abschätzbaren Auswirkungen.

Ich habe schon bei der letzten Hauptversammlung darauf hingewiesen: Der Maschinenbau
ist und bleibt eine zyklische Branche, und die Maschinenbauer müssen Auf- und
Abschwünge abfedern können. Dies ist eine der Hauptaufgaben der Unternehmensführer,
und die Hermle AG, meine Damen und Herren, hat ihre Hausaufgaben gemacht.
Selbstverständlich kann sich niemand generell gegen eine Rezession absichern, deren
Ursachen übrigens nicht bei den Herstellern, sondern in anderen Regionen zu suchen
wären. Unser Unternehmen würde jedoch, käme es zu einer solchen Rezession, sicher
zu den Überlebenden zählen. Ich möchte hier nichts schwarz malen, aber dieses Thema
gehört meiner Meinung nach zu den wichtigen Informationen für unsere Aktionäre und
Anleger – mehr noch als Umsatzwachstum und Personalaufbau. Es ist für uns nicht so
sehr entscheidend, ob die deutsche Wirtschaft dieses Jahr nun um 1 % oder 2 % wächst.
Für uns sind Geschäftsklima und Umfeld unserer überwiegend mittelständischen Kunden
ausschlaggebend. Hier sind die Perspektiven derzeit nicht gerade rosig, und auch durch
die letzten Gesetzesinitiativen der Bundesregierung nicht verbessert worden.

Um so wichtiger ist unsere solide Unternehmenssituation, deren stärkste Eckpfeiler ich
nochmals zusammenfassen möchte:

Unsere Umsatzrendite liegt mit 24 % brutto und 13 % netto weit über dem
Branchendurchschnitt.
Auch unsere Eigenkapitalquote von 65 % und unsere Cash-Flow-Marge von gut 16
% sind außerordentlich hoch.
Hinzu kommen: eigener Vertrieb, eigene Entwicklung, eigene Produktion – alle von
hervorragender Qualität - keine nennenswerten Bankverbindlichkeiten und
ausgezeichnete, motivierte Mitarbeiter: Das ist Hermle.

Unsere Ziele für die Zukunft sind klar: Sicherung des Unternehmens Hermle und Ausbau
unserer soliden Basis für eine langfristig erfolgreiche Unternehmensentwicklung. Damit
wollen wir die Interessen aller unserer Partner bündeln – unserer Kunden und Lieferanten,
unserer Mitarbeiter – und natürlich unserer Aktionäre. Um auf Ihre Belange – und damit
komme ich zum Schluss meiner Ausführungen - noch besser einzugehen, haben wir
inzwischen auf unserer Homepage www.hermle.de übrigens eine Seite für Aktionäre
eingerichtet. Unter "Hermle an der Börse" finden Sie Informationen rund um die
Hermle-Aktie. Ich bin gespannt, was Sie von dieser Aktienseite halten – mit dem
Aktiekurs jedenfalls können wir derzeit, so denke ich, alle zufrieden sein.

Abschließend möchte ich Sie nochmals an unsere Betriebsbesichtigung erinnern.
Nehmen Sie sich die Zeit – wir zeigen Ihnen Ihr Unternehmen sehr gerne. Unsere
Mitarbeiter freuen sich über Ihr Interesse. Sie brauchen sich nicht zu beeilen, die
Rundgänge finden so lange statt, wie Interesse besteht. Unmittelbar nach der
Hauptversammlung laden wir Sie außerdem wieder zu unseren traditionellen
schwäbischen Spezialitäten ein.

Ich danke Ihnen für das Zuhören und wünsche Ihnen noch weitere interessante Stunden
bei Hermle.
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24.07.01 11:17:05
Hallo Mandrella,

schön, daß Du Hermle auch verfolgst.
Du hast mal geschrieben, der cash flow würde Dir nicht ganz so gut gefallen.
Hermlevorstand ist jedoch ausdrücklich stolz auf seinen cash flow.
Vielleicht könntest Du Deine Haltung präzisieren?
Ganz allgemein finde ich Hermle und seine Philosophie ausgesprochen zukunftsweisend.
Auszulagern, wenn Nachfragespitzen da sind, wieder zurückzuholen (Teilefertigung), wenn durch die eigenen Kapazitäten
bzw. bei normalisierter Auftragslage die Maschinen von eigenen Leuten produziertwerden können.

Daß es über einige Monate zu einer Auftragseingangsberuhigung kommt, scheint durch erste Anzeichen in der Werkzeugmaschinenbranche erkennbar zu sein.
Aber auch die drastisch runtergefahrenen Ausrüstungsinvestitionen in den USA spielen eine Rolle.
Die Amis reagieren immer schneller af Wirtschaftsituationen, während die Europäer mehr Kontinuität in ihren Investitionen
haben.
Ich frage mich, welche Rolle die EMO im September auf die Auftragseingänge haben wird.
Bei der Drupa im letzten Jahr gab es für KBA ja einen richtigen Aufschwung, der sich erst 3 Monate nach Drupa-Schluß bemerkbar machte.
Zumindest werden alle Hersteller dort mit Innovationen aufwarten, was zu verstäkter Nachfrage führen wird.
Im Vorfeld könnte es einen leichten Invstitionsstau geben.
Die Werkzeugmaschinenbauer sind in den letzten 2 Wochen ja überhaupt nicht "in",
was auf Aktien mit geringem Umsatz durch verkaufswütige Investoren sich besonders bemerkbar macht.
Hermle scheint durch den unbedingten Verkaufswillen einiger Aktionäre besonders getroffen worden zu sein.
Ich denke aber, die Firma hat das aufgrund ihrer Effektivität nicht verdient.
Die Firmenlenker, die in den letzten Jahren Hermle nach oben gebracht haben, sind weiterhin tätig,
außerdem wurden junge Leute, die ihre Qualitäten bewiesen haben, in den Vorstand geholt.

Die tolle Entwicklung im Vergleich zum Gesamtmarkt der Maschinenbauer wird von Hermle bewußt bescheiden dargestellt, obwohl sie den Markt im Umsatzwachstum und in der
Gerwinnquote (Vorsteuer 24 %, Nachsteuer 13%) klar outperformt haben.

Diese Bescheidenheit erinnert mich an die bijou brigitte-Bescheudenheit, die auch das Geld zusammenhalten wollen.
Immerhin hat Hermle so sich auf eine Eigenkapitalquote von 65 % hochgearbeitet.
In der Rede kommt häufig das besondere Kostenbewußtsein von Hermle zur Sprache,
und das macht mich zuversichtlich, daß Hermle mit diesen Vorstandsstrukturen, der gezielten Mitarbeiterauswahl, der Marktbeobachtung,
innovativen Produkten und der Schnelligkeit einer "kleinen" Firma weiter outperformen wird.


Welche Meinungen habt Ihr ?

Grüße, Stefan
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02.08.01 20:30:13
Hm, was ist wohl von dem Kurseinbruch deutlich unter den GD 200 nach der HV zu halten? Ist das jetzt erst mal das Ende der Geschichte? Sowas kündigt ja meistens eine längere Konsolidierung an, bzw. einen Kursrückgang. Wie seht ihr das?
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02.08.01 21:57:46
Hallo!

@Fondus

Hier ist eine Empfehlung die ich bei Aktiencheck gefunden habe.
Nach dem Posting von mir 19.03.01hat sich die Aktie gut entwickelt, was siche nicht an dem Posting lag sondern an dem soliden Unternehmen.
Das Tagesvolumen und die Kursentwicklung vor und nach der HV lässt vermuten das es sich um Dividendejäger handelt. Im Moment denke ich ist eine günstige Gelegenheit zu kaufen.
Von der Messe im September werden sicherlich Impulse ausgehen die sich im nächsten Jahr positiv niederschlagen werden.
Der Rationalisierungsdruck in der Produktion der metallverarbeitenden Industrie lässt sich nicht nur über die Steigerung der Produktion kompensieren.
Investitionen in neue universeller einsetzbare Maschienen sind unverzichtbar, zumal diese für mehrere Zwecke eingesetzt werden müssen, wie die von Hermle.
Ziel ist die Leistungszeiten der Produktionsanlagen so hoch wie möglich zu halten, zur Erhöhung der Produktivität.


Den MACD und das Momentum finde ich recht vielversprechend.
25.07.2001
Hermle eine Value-Aktie
Finanzwoche


Nach Ansicht der Wertpapierexperten vom Anlegerbrief Finanzwoche ist die
Berhold Hermle AG (WKN 605283) eine Value-Aktie.

Der Maschinenbauer sei ebenfalls von der zerbrechlichen Gesamtmarkttendenz
erfasst worden. Der Auftragseingang bei Hermle habe per Ultimo Mai bei plus
neun Prozent gelegen und somit würde das Unternehmen im Branchenvergleich
nach wie vor weit überdurchschnittliche Kennzahlen aufweisen. Hinzu komme,
dass Hermle eine extrem hohe Umsatzrendite von fast 25 Prozent vorzeigen
könne (vor Steuern). Dies komme nach Ansicht der Anlageexperten von der
Finanzwoche in der Bewertung nicht zum Ausdruck.

Hermle sei vergleichsweise mit einem geringen Risiko behaftet, auch wenn es zu
einem gedämpfteren Geschäftseingang auf Grund der Konjunktur kommen solle.

Die Aktie weise nur ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von sechs auf und biete zudem
eine Dividendenrendite von über sieben Prozent (brutto). Hermle weise nach
Meinung der Finanzwoche ein überdurchschnittliches Chance/Risiko-Verhältnis
auf.

Grußvon einem Alfisti!
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02.08.01 22:11:10
@StefanR
Die USA ist für Hermle nicht so wichtig; Hauptmärkte sind Deutschland und Europa. Daher wäre auch ein weiter fallender Dollar kein Problem.

Meine Besorgnis bezüglich des Cash Flows betrifft die stark überproportionale Zunahme von Forderungen und Vorräten in 2000:

Gesamtleistung: +18%
Forderungen: +46%
Vorräte: +32%

Ich habe mir bisher allerdings nicht die Mühe gemacht, bei Hermle nach den Ursachen für diese Bilanzentwicklung zu fragen. Wegen der unzureichenden Quartalsberichterstattung werden wir erst in einem Jahr wissen, ob sich diese Zahlen in 2001 wieder normalisieren.

Im Übrigen teile ich Deine Einschätzung zu dem Unternehmen. Hermle kann auf der EMO mit einem vielversprechenden neuen Produkt aufwarten. Aber es ist sich auch kein Fehler, sich Gedanken um den langfristigen Kursverlauf zu machen (siehe Posting von RCZ weiter oben). Hermle ist in den letzten fünf Jahren um bis zu 500% gestiegen, und die Umsätze im letzten halben Jahr waren ungewöhnlich hoch.
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22.08.01 11:41:46
Nun haben wir ein 2001er KGV von 5. Was kommt 2002? Ein Gewinneinbruch oder nur ein leichter Rückgang?
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22.08.01 13:54:34
Nach der Hermle-Aktie besteht zur Zeit keine Nachfrage. Das geringe Angebot genügt, um den Kurs deutlich zu drücken.

Die Dollarschwäche dürfte für Hermle kein Problem sein.
Neue Produkte sollten helfen, den zyklischen Abschwung der kommenden Monate abzufedern.
Auf den Auslandsmärkten hat Hermle weiterhin Potential.

In 2002 wird es sicher einen Gewinnrückgang geben. Das KGV dürfte dann aber immer noch unter 10 liegen.

Bei Hermle bin ich zur Zeit ratlos.
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22.08.01 15:51:40
Soll man glauben, dass "der Markt" vorausschauend einen zyklischen Abschwung vorweg nimmt?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei den geringen Umsätze die Kurse mehr als zufällig zustande kommen.
Natürlich ist nach Jahren des Wachstums die Aussicht auf einen Gewinnrückgang nicht gerade ein Kaufgrund. Andererseits spricht die erreichte Bewertung für sich.

Der Verlauf der EMO wird erste Indizien liefern, wie es um die Zukunft der Maschinenbauer bestellt ist.

ciao
panta rhei
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22.08.01 16:02:47
Auch mich hat der treppchenförmiger Kursrückgang etwas irritiert.
Ich sehe noch keine Anzeichen eines Gewinnrückgangs in 2002,
die vorsichtige Haltung des Vorstands ist im Hinblick auf Begehrlichkeiten,
die durch die exzellente Ertragssituation der letzten Monate entstanden ist,
zu erklären.
Ein Unternehmen, das viel verdient, ist anfälliger gegenüber Mitarbeiterwünschen, Zulieferern, Kunden und nicht zuletzt,
der Aktionäre.
Der Kursverlauf spiegelt ganz einfach Angebot und Nachfrage wieder, und Zitterhände scheinen ab und an unbedingt verkaufen
zu wollen.
Wir müssen wohl warten, bis wieder eindeutig positive Nachrichten von Seiten Hermle kommen.
Das kann aber noch etwas dauern, da die Investor relations-Abteilung nicht ausdrücklich werbewirksam in
Erscheinung tritt.
In 3 Wochen haben wir die EMO, dort findet sich viel Fachpublikum ein, und Hermle ist ja ausdrücklich
stolz auf sein neues Bearbeitungszentrum, was Drehen und Fräsen vereint.
Wenn die neue Maschine kein Flopp wird, kann das auch umsatzmäßig einen gehörigen Schuß nach vorne geben.
Hermle besetzt da ein Gebiet, auf dem Gildemeister und andere tätig sind.
Die Überzeugtheit, eine Innovation geschaffen zu haben (eigene Homepage, Erwähnung in verschiedenen Firmenmeldungen)
und die sonstige Bescheidenheit trotz bester Zahlen stimmen mich zuversichtlich.
Ich habe bei Stada vor 14 Monaten auch fast verzweifelt, keiner wollte die Kapitalerhöhung mitmachen, und der Kurs plumpste in den Keller
(fundamental unbegründet). Und jetzt will sie jeder haben.
Da ich ein großzügiger Mensch bin, habe ich auch ordentlich Bestände abgegeben.
Gleiches wünsche ich mir bei Hermle, es braucht wohl nur noch 1-2 Jahre Geduld bis zur Ernte.
Als Valueinvestoren sollten wir diese jedoch ruhig aufbringen.

Freundliche Grüße


StefanR
Avatar
22.08.01 17:30:11
Hallo,
ich denke auch, dass in nächster Zeit keine
negativen News zu erwarten sind.
Die Zahlen im 1.Q waren überaus brillant.
Der Vorstand wird nicht so blöd sein
und so viel wie möglich an Aufträgen im Q1
zu buchen, die nicht auch in Q2 buchbar wären.
Sowas macht man, wenn es nicht läuft und
man auf der HV Ruhe haben will. Weiterhin hätte
Hermle dann wohl auf der HV sehr viel moderatere
Töne angeschlagen. Die HJ-Zahlen werden wohl
sehr gut werden.
Was mich beschäftigt:
Es sind nur 1.000.000 Aktien im Free Float. Die EK-Quote
beträgt 65%. Ausländische Gesellschaften müssten
sich die Finger nach Hermle lecken. Und bei Gildemeister
sind die Taschen auch wieder gut gefüllt, für
die wäre eine Übernahme sehr verlockend. Auch ein
going-private halte ich für möglich.
Der niedrige Kurs ist für mich kein Verkaufsgrund.
KGV 2001 beträgt 4,5. Selbst, wenn 2002 wieder
nur der Gewinn von 2000 erwirtschaftet wird
beträgt es dann 02 6,5. Geduld.

trick17
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28.08.01 11:34:01
Maschinenbauer Hermle trotzt dem Markt - Umsatz legt kräftig zu
GOSHEIM (dpa-AFX) - Der Maschinenbauer Hermle hat im ersten Halbjahr dem schwachen Marktumfeld getrotzt und seinen Umsatz kräftig gesteigert. Die Erlöse kletterten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 34 Prozent auf 75,5 Mio. Euro (147,7 Mio DM), teilte die börsennotierte Berthold Hermle AG (Gosheim) am Dienstag mit. Die Exportquote lag bei 48 Prozent. Zahlen zum Gewinn nannte Hermle nicht, für das Gesamtjahr soll jedoch das Vorjahresergebnis von 34 Mio. Euro vor Steuern gehalten werden./DP/bz
info@dpa-AFX.de
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28.08.01 13:08:26
An der Börse muß man wohl nur ausreichend Geduld haben.
Umsatz im ersten Halbjahr 75,5 mio euro,
Gesamtumsatzerwartung für 2001 annähernd 160 mio euro.
Das heißt ja wohl, das Hermle im zweiten Halbjahr mit einem
starken Umsatzanstieg rechnet, sprich ca. 85 mio euro.
In altbewährter Bescheidenheit wird von einem dem 2000er Jahr
vergleichbaren Vorsteuerergebnis gerechnet.
Bei den Zahlen ist aber wohl wieder eine Überraschung vorprogrammiert.
Weitere Impulse bietet die EMO ab 12.9.
Alle Maschinenbauer erwarten sich davon gute Impulse, und untermauern ihre Erwartung mit dort
vorgestellten Innovationen.
Auffallend im Vergleich zu Gildemeister ist, daß Hermle mit seinen Umsätzen richtig Gewinn fährt,
Gildemeister aber vor allem auf Umsatzzuwachs aus ist, in der Eerwartung, dann preisgünstiger
produzieren zu können.
Hermle legt großen Wert auf die Profitabilität jeglicher Investitionen.
In einem stagnierenden Markt, bzw. bei schwächer tendierendem Dollar, ist das sicherlich weitblickend gedacht.
Die strategischen Qualitäten des Vorstands und die vielen anderen positiven Kennzahlen recht-
fertigen auf lange Sicht nicht diese eklatante Unterbewertung.
Aber da ist wohl wieder die selten anzutreffende Börsianergeduld gefragt.

Frdl. Grüße,

Stefan
Avatar
30.08.01 13:22:18
Hermle plant neues Montagewerk in Nehren - Baustart voraussichtlich im November 2001
Gosheim, 30. August 2001 - Der Vorstand der Hermle AG hat heute zusammen mit dem Nehrener Bürgermeister Landenberger den Vertrag für den Kauf eines Gewerbebaugrundstückes in der Gemeinde Nehren/Baden Württemberg unterzeichnet. Dort ist der Neubau eines Montagewerkes für die Tochtergesellschaft Hermle Maschinenbau GmbH (HMG) geplant. Die Entscheidung fiel nach intensiven Überlegungen und der Untersuchung mehrerer Standorte auf Nehren, da dort die Rahmenbedingungen für den erfolgreichen Aufbau eines Montagewerkes stimmen und ein ausreichendes Fachkräfteangebot in der Umgebung vorhanden ist. Hermle sieht daher gute Chancen, langfristig den Bedarf an hochqualifiziertem Personal decken zu können. Wie viele neue Arbeitsplätze entstehen werden, ist stark abhängig von der Entwicklung in der Maschinenbauindustrie, die im Moment nur schwer einschätzbar ist.

Das neue Werk in Nehren ist die konsequente Weiterentwicklung des bisherigen HMG-Standortes Mössingen, der aufgegeben wird, da sich dort neue Konzepte zur langfristig optimalen Gestaltung der Arbeitsabläufe nicht realisieren lassen. Ein Neubau bietet Hermle dagegen die Möglichkeit, exakt auf die Unternehmensanforderungen zugeschnittene Konzepte zu entwickeln und den Mitarbeitern ein modernes und ansprechendes Arbeitsumfeld mit interessanten Perspektiven zu bieten. Die HMG beschäftigt derzeit 21 Mitarbeiter, die zum Teil aus der in Insolvenz gegangenen KM Werkzeugmaschinen GmbH, Mössingen, stammen. Das Unternehmen arbeitet im Moment noch in den ehemaligen Räumen der KM Werkzeugmaschinen GmbH, die Hermle beim Start im Jahr 2000 angemietet hat.

Die HMG wird die Montage einer neuen Hermle-Produktreihe, des Stangenbearbeitungszentrums, sowie die Montage von Maschinen der C-Baureihe übernehmen. Bei dem Stangenbearbeitungszentrum handelt es sich um eine Neuheit am Markt, die neben dem Fräsen auch das Drehen beherrscht. Hermle wird diese Neuentwicklung auf der in Kürze stattfindenden Messe EMO in Hannover vorstellen. Das Werk in Nehren wird damit ein Kompetenzzentrum für die Stangenbearbeitung.

Durch den separaten Standort für ein neues Produkt schafft Hermle Transparenz und Flexibilität. Letztere bildet seit Jahren einen Kernpunkt der Hermle-Strategie und eine wichtige Grundlage für den Erfolg des Unternehmens. Das Neubauprojekt wird demzufolge auch so flexibel wie möglich gestaltet. Es ist geplant, das neue Werk in mehreren Schritten aufzubauen, um dem jeweils anstehenden Bedarf entsprechend und mit den Produkten sowie mit den Mitarbeitern zu wachsen. Im ersten Bauabschnitt entsteht ein Gebäude mit einer Gesamtfläche von rund 2.700 qm. Sowohl die Montagefläche wie auch die unterstützenden Bereiche und die Verwaltung werden so konzipiert, dass sie erweitert werden können, ohne die bestehenden Bereiche zu verändern. Die Gemeinde Nehren ist Hermle mit ihrem Gewerbeflächenangebot mit einer Option zur Erweiterung dabei sehr entgegen gekommen. Die bauliche und farbliche Gestaltung des Gebäudes wird den in den letzten Jahren am Firmensitz in Gosheim entstandenen Gebäuden entsprechen. Baustart ist voraussichtlich November dieses Jahres. (Quelle: Hermele AG)

30.08.2001 11:15
©boerse.de
Avatar
24.01.02 10:56:17
Dieser Thread ist zu wertvoll,
als dass er verloren geht.
Die Zahlen für 2001 dürften gut werden,
ansonsten hätte der erzkonservative
Vorstand schon längst eine
negative Nachricht auf der Homepage veröffentlicht.
Geduld.

trick17
Avatar
24.01.02 20:58:50
Hallo Trick17-2,

so ein kleiner, marktenger Zykliker wie Hermle ist anscheinend momentan nicht genau das, was am meisten interessiert.

Für 2001 habe ich auch keine größeren Bedenken, denn das 1. HJ. war ja mit Umsatz +34% gut angelaufen. Und die gute Stimmung in der Branche hat bis weit in das 2. HJ angehalten.

Für mich ist die eigentlich Frage: Was kommt dieses Jahr. Da ist im Maschinenbau allgemein wohl erst mal Konsolidierung angesagt. Ein Gewinnrückgang wäre durchaus möglich, ist für mich aber keineswegs ausgemachte Sache.

Was mich a bisserl optimistisch stimmt, ist die erklärte Politik von Vorstand Dietmar Hermle, den Abwärtszyklen durch gezielte Produkteinführungen in neuen Segmenten entgegenzuarbeiten.

Jetzt ist ja das neuen Stangenbearbeitungszentrum auf dem Markt (Fräsversion), das scheint mir sehr gut im Trend zu liegen: Komplettbearbeitung in einer Aufspannung. Vorne steckt man die Stange rein, hinten fallen die komplett bearbeiteten Teile raus. Beim Stangensegment gibt es mit Hermle erst vier Anbieter, wobei Hermle die stärkste Maschine hat und ein Wettbewerber die technisch komplexeste. Demnächst soll bei Hermle noch eine Drehversion der Maschine folgen.

Hast du eine Erwartung für 2002? Ich bin beim Ergebnis wie beim Kurs eher auf eine Seitwärtsbewegung eingestellt und gebe mich mit der schönen Dividendenrendite von 5% zufrieden.

Längerfristig hoffe ich, dass der Aufwärtstrend wieder aufgenommen wird.

MfG
Avatar
25.01.02 16:17:18
Hi Kauderni,
danke für das interessante posting.

In der Tat ist die Geschäftspolitik
von Hermle sehr konservativ und bodenständig.
Eine Gewinnschätzung kann ich auch
nicht genauer als Du konkretisieren.
ich hoffe, dass es 2001 5 Euro geworden sind
und rechne dieses Jahr mit einem leichten Anstieg.
Sollte der Gewinn jedoch auf das Niveau von 2000
zurückfallen, wäre das für mich kein Problem.

Ich bin halt gerne Aktionär bei dem Schuppen.
Die dividende stellt mich (wie Dich)
auch vollkommen zufriedenn. Ob Hermle im Trend liegt?
Mag sein, dass sie es nicht sind.
Vz-Aktien, markteng, zykliker, alles richtig.

Aber:
Welches Maschinbauunternehmen
in D hat annäherend gute Renditekennziffern?
Hermle ist DIE Perle. Sie kann jederzeit entdeckt,
vielleicht aber auch nie. Das ist Börse.
Sollten sie noch ein bisschen weiter zurückkommen,
werde ich nachkaufen.

trick17
Avatar
26.01.02 12:20:15
Firmen wie Hermle, die nur so einen kleinen free float an Aktien haben, werden einfach weniger beobachtet.
Es kann somit sein, daß es noch 5 Jahre dauert, bis die Aktie richtig entdeckt wird. Bis dahin muß man Geduld haben.
Vielleicht wird die Geduld aber durch einen langfristig kontinuierlich steigenden Kurs belohnt?!
Ich denke nicht, daß Hermle bei ausdrücklich guten oder schlechten Zahlen ad hoc-Mitteilungen rausgibt, insofern können wir durch ein Fehlen von Nachrichten nicht einfach auf eine gute Grundverfassung Rückschlüsse ziehen.
Die Schwaben halten einfach ihre Informationspolitik durch,
und das heißt, daß wesentliche Umsatz/Auftragseingangszahlen erst im April kommen werden.
Ich denke, daß die Aufträge auf der EMO auch nicht so kräftig wie bei Gildemeister waren, die ja eine Art Innovationsoffensive (Marketingoffensive?) gestartet haben, die Zuspruch fand.
Daß Gildemeister letztendlich so gestiegen ist, und Hermle eher konstant blieb, ist aber eher spekulationsgetrieben, als fundamental gerechtfertigt.
Hermle ist stolz auf seinen schnellen und guten Service, wohingegen Gildemeister da anscheinend nicht ganz nachkommt.
Schnelles Umsatzwachstum kann eben auch zu Qualitätsmängeln führen, die das Image beeinträchtigen und Qualitätsmängel, die unter Garantieansprüche fallen, kosten die jeweilige Firma auch richtig Geld (vgl Autohersteller Rückrufaktionen).
Auch Mazak, ein starker japanischer Konkurrent, hat da Defizite.
Vielleicht geht es der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie auch deswegen in den letzten Jahren so gut, weil die Japaner so viele hausgemachte Probleme haben(hoher Yen, Deflation, die Bewunderung gegenüber den Japanern, wie vor 15 Jahren in der Presse dargestellt, ist weg).
Kurzum, ich glaube, 2001 war im Nachsteuergewinn für Hermle sicherlich ein sehr gutes Jahr.
Wenn das neue Bearbeitungszentrum wirklich so innovativ ist, dann mache ich mir um 2002 auch keine Sorgen.
Eigentlich müßte es schon innovativ sein, sonst hätte diese konservative, kleine Firma nicht eine extra Internetseite dafür kreiert. Ansonsten ist Hermle ja nicht gerade extrovertiert.
Lassen wir uns überraschen..
Wen es interessiert, unter www.cnc-club.de gibt es einen
CNC-Anwenderchat, da habe ich einfach mal die allgemeine Servicefreundlichkeit von Hermle, Gildemeister (DMU,DMG, bedeutet Deckel Maho Gildemeister) und Mazak in Frage gestellt.
Gildemeister wurde da etwas kritisiert, Mazak ebenfalls in einer Aussage, Hermle wurde noch nicht erwähnt.
Die Hermle-Service-Leute teilten mir persönlich jedoch mit, daß Service bei Hermle im Vergleich zu Gildemeister einen hohen Stellenwert besitzt.
Die Suchfunktion in diesem Chat ist auch ganz gut.
Wenn man z.B. Gildemeister eingibt, sieht man alle Artikel mit diesem Wort. Und da werden bei einigen Artikeln schon Problemfälle geschidert.
Im Großen und Ganzen ist dieses Forum ziemlich speziell, und nicht gerade mein Steckenpferd, aber man soll ja die Firmen verstehen, in die man investiert...

Freundliche Grüße


Stefan
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26.01.02 16:08:49
@Trick17:
>"Welches Maschinbauunternehmen
in D hat annäherend gute Renditekennziffern?"

Renk u. Pfeiffer Vakuum



@Stefan:
>"Daß Gildemeister letztendlich so gestiegen ist, und Hermle eher konstant blieb, ist aber eher spekulationsgetrieben, als fundamental gerechtfertigt."

Fundamental wäre sicherlich Hermle die bessere Wahl. Aber was nutzt das Fondsmanager und institutionelle Anleger wenn sie Angesichts kaum vorhandener Börsenumsätze nicht in die Aktie einsteigen können.


Hermle ist sicherlich auch dann noch nicht zu teuer wenn die Auftragseingänge stärker einbrechen.

Ich würde sagen ein Wert wie Hermle empfielt sich für Anleger die den Wert langfristig halten wollen. Das Problem ist aber, daß nur sehr wenige Anleger bereit sind zyklische Werte langfristig zu halten.


M.f.G. thomtrader
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26.01.02 18:52:19
Auf die Hermle AG bin ich erstmals im Juni 2001 aufmerksam geworden. Sie war zu dem Zeitpunkt eine der sehr wenigen Unternehmungen in Deutschland, deren Aktien nahe am Allzeithoch notierten. Und das in einer Baisse!

An einem Wochenende habe ich dann einen Wochenendausflug ins Schwaebische nach Gosdorf unternommen, um mir die AG vor Ort ansehen zu koennen.

Kurz: Ich war sehr beeindruckt, die Gebaeude sind in einem erstklassigen Zustand. Besonders positiv war ich von den Ausmaszen des Betriebsgelaendes ueberrascht. Ich haette nicht gedacht, dass die Hermle AG so grosz ist.

Weiter gefiel mir, dass die Hermle in einem mittelgroszen Dorf sitzt. Die Mitarbeiter koennen sich dadurch wohl voll auf ihre Aufgabe, erstklassige Maschinen zu bauen konzentrieren und werden nicht durch staedtische Hektik gestoert.

Alles in Allem ein sehr beeindruckendes, bodenstaendiges schwaebisches Unternehmen des Mittelstandes, zu dessen Management ich nach dem ersten Eindruck Vertrauen haette, obwohl ich es noch nicht auf der Hauptversammlung in Augenschein nehmen konnte, da ich noch nicht Aktionaer bin.


Letztes Jahr jobbte ich in einem Betrieb der Kunststoffindustrie. Dort fragte ich einen Mitarbeiter, ob sie mit Maschinen von Hermle arbeiteten. Leider kannte er diese Firma nicht einmal. Er erklaerte mir, dass sie Anlagen von Deckel-Maho (gehoert zur Gildemeister AG) benutzen und mit diesen sehr zufrieden seien.

Von dieser Aussage war ich bezogen auf die Hermle AG natuerlich enttaeuscht und frage mich, ob Hermle wirklich so gut ist, wie es ihre Geschaeftszahlen der vergangenen Jahre nahe legen.

Kann mir jemand sagen, welches der japanische Konkurrent der Hermle AG ist?


P.S. Gehoert die Luxus-Villa am Hang oberhalb der Hermle AG eigentlich einem der Nachfahren des Firmengruenders?
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26.01.02 18:52:27
@Trick17-2

eine Gewinnschätzung von 5 Euro wäre mir doch zu hoch. Das wären rund +40% (Vorjahr 3,57) - obwohl es das ja schon gegeben hat.

In 1999 hat Hermle den Gewinn von 1,98 auf 2,74 gesteigert, das sind auch fast 40%. Wobei der Auftragseingang im Vorjahr extrem gestiegen war von 393 Mio. auf 652 Mio. Interessanterweise war im Rekordjahr 1999 der Auftragseingang mit 529 Mio. wieder schwächer, so dass die Durchlaufzeiten wohl eine starke Verlagerung von 1998 nach 1999 bewirkt haben.

In 2000 war der Auftragseingang mit 875 Mio. sehr gut - das stützt deine Prognose. Andererseits war der Vorstand ja schon im Halbjahresbericht zurückhaltend und hat eine Gewinnverbesserung nur im Rahmen der günstigeren Körperschaftsteuer angekündigt. Angesichts des starken Auftragseingangs in 2000 und 1. HJ. 2001 ist das vielleicht etwas tiefgestapelt?

Was mich mittelfristig eher zurückhaltend stimmt ist mein Eindruck von der Stimmung in der Metallverarbeitung. Vor gut zwei Wochen habe ich mit jemand gesprochen, der demnächst einen Vortrag hält mit dem Arbeitstitel "Fabrikplanung im Zeichen ungewisser Erwartungen". Das sagt eigentlich schon alles. Für mich übersetzt sich das beim Werkzeugmaschinenbau mit "Investitionszurückhaltung". Ich würde mich nicht wundern, wenn das "I"-Wort im Bericht 2001 unter dem Ausblick zu finden ist.

Aber vielleicht erholt sich die Konjunktur doch bald wieder, dann sieht natürlich alles viel besser aus.
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26.01.02 21:06:04
@simonswald

>> Leider kannte er diese Firma nicht einmal. Er erklaerte mir, dass sie Anlagen von Deckel-Maho (gehoert zur Gildemeister AG) benutzen und mit diesen sehr zufrieden seien. Von dieser Aussage war ich bezogen auf die Hermle AG natuerlich enttaeuscht und frage mich, ob Hermle wirklich so gut ist, wie es ihre Geschaeftszahlen der vergangenen Jahre nahe legen.

der Maschinenbau ist halt sehr stark mittelständisch geprägt. Folgende Firmen sind auch Anbieter von Fräszentren: Bridgeport (UK), EMAG, Müller Hille, Hurco, Roschiwal, WFL (A). Es gibt noch mehr. Welche hätte er davon wohl gekannt? Muss er ja auch nicht, wenn er "nur" seine Arbeit macht und keine Investitionsentscheidungen trifft.

>> Kann mir jemand sagen, welches der japanische Konkurrent der Hermle AG ist?

bei Fräszentren fallen mir Yamazaki Mazak und Toyoda ein. Okuma ist von den Japanern auch noch stark, die machen IMO aber nur Drehmaschinen. Also auch bei den Japanern gibt es im Maschinenbau nicht "den Konzern" wie Toyota bei Autos.

MfG
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27.01.02 12:19:21
tolle Infos hier.

@kauderni:
Gewinnschätzung von 5 Euro.
ich vermute mal, das 20% aus der Veränderung
der Körperschaftssteuer
kommt und die anderen 20% operativ.
Ich denke, der Vorstand ist extrem konservativ.
Vielleicht werden es auch nur 4,80 Euro.
So genau kann man das nicht schätzen.
Das 1.HJ in 2001 war jedenfalls sehr gut
und der auftragsbestand zum 30.06.01
auch ganz gut.


@Simonswald
Danke für diese Info, finde ich toll, sich
den Laden vor Ort anzuschauen. Was hat Dich den
von einem Investment abgehalten? Deine Ausführungen
sind aus meiner Sicht alles Kaufgründe.

@thomtrader
Pfeiffer und Renk werde ich mir mal anschauen,
danke.

@Stefan R
clever, in das Forum beim cnc-club
reinzuschauen. Das werde ich auch mal machen.


Schön, dass wir diesem Thread wieder Leben eingehaucht haben.

trick17
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27.01.02 14:33:20
@ Simonswald:

Du meinst wohl GosHEIM, nicht GosDORF. ;-)

Da oben sitzen viele Tüftler & Schaffer - kenne mich in diser Ecke gut aus, weil ich ganz in der Nähe wohne.

In Gosheim gibt es ziemlich viele wohlhabende Leute (man nannte Gosheim auch schon "Klein-Sindelfingen" - kein Witz!!, weil dort unglaublich viele Mercedes` gefahren werden) & außer der Masch.fabrik B. Hermle auch noch die Uhrenfabrik Hermle, die weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist.

Wem die Villa gehört, weiß ich nicht genau - kann mich aber mal umhören....

Die Aktie halte ich für interessant, obgleich man vor einem Neueinstieg die konjunkturelle Entwicklung abwarten sollte.

Bin schon investiert, wäre bei niedrigeren Kursen aber durchaus weiterhin auf der Käuferseite.

Bis dann
gru$ reini
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27.01.02 14:40:16
Ein EV/EBITDA-Multiplikator von ca.3 auf Basis der 01´ser Schätzung für ein Unternehmen, welches in einer sehr guten Branchenkonjunktur eine EBITDA-Marge von etwa 25% erzielt, ist für sich genommen natürlich ein schlechter Scherz; selbst Zykliker, die in so einer Situation bestensfalls halb so rentabel sind, haben häufig höhere Bewertungen.

Die beiden entscheidenden Fragen, die ich aber stelle und erst beaantworten muss, um Hermle auf meine Watchlist zu nehmen, sind:

1. Droht mittelfristig erneut so ein fürchterlicher Einbruch wie zuletzt 92/93/94 oder nur eine konjunkturbedingte Delle? Bei ersterem würde man sicherlich in die typische Zyklikerfalle geraten, letztere Alternative ist im Kurs enthalten.

2. Wie groß ist der Bewertungsabschlag, den man dauerhaft durch fehlende institutionelle Rückendeckung in Kauf nehmen muss.

Meinungen ?
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27.01.02 16:07:09
Ein eibruch wie 92-94 wäre natürlich schon heftig,
es deutet jedoch (noch!) nichts darauf hin.
Ausschließen kann man so etwas natürlich nie,
aber man kann hoffen, das Hermle seine
Hausaufgaben gemacht hat. Hermle ist ja eine
atmende Firma, in guten Zeiten werden Teile
von Auftraägen nach draußen gegeben in guten
macht man es selbst. Weiterhin ist Hermel wohl recht flexibl
bei der Auslastung der Mitarbieter (Stichwort:
Zeitarbeitskonto). Bleibt noch zu erwähnen,
dass Hermle mit neuen Maschinen versucht dieser
Problematik zu entgegnen. Dann wäre noch das Service-Geschäft,
was wohl nicht so zyklisch ist.
Sollte der Abschwung noch einmal derartig einnsetzen, dann
wird die Konkurrenz zuerst Probleme kriegen, wegen
der hohen Umsatzrendite von Hermle. Dadurch
hat Hermle einen langen Atem.

Punkt2:
Die insitutionellen sind bei Hermle nicht drin.
Kann mir auch nicht vorstellen, dass die mal
fett einsteigen: Vorzugsaktien, kein Börsenindize etc.
Spielt für mich aber keine Rolle.

trick17
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27.01.02 16:39:00
Hermle ist sehr günstig bewertet, bei einer hohen Dividenden-
rendite.

Börse Online hat die Gewinnschätzung in Heft Nr. 5 für
2002 leicht zurückgenommen, von bislang 3,90 EUR je Aktie
auf jetzt 3,70 EUR. Die erwarteten Dividenden bleiben
unverändert, je 1,35 EUR für 2001 und 2002.

(Nur zur Information, ich habe mich noch nicht genauer
mit dem Wert befaßt).

mfG
Dividendenstratege
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27.01.02 19:45:49
Da entwickelt sich ja ein interessanter Informationsaustausch bei einer so kleinen Aktie.
Ich denke, bezüglich der Gewinnentwicklung werden wir 2001 sicher nicht enttäuscht werden, da sich die Besteuerung für Hermle verbessert. Dennoch wird wohl 2002 ein offenes, spannendes Jahr... wir wissen nicht, wie sich die Investitionstätigkeit der metallverarbeitenden Industrie entwickelt und wie somit die deutschen Werkzeugmaschinenbauer abschneiden werden. Ich kann nur hoffen, daß das Stangenbearbeitungszentrum ausreichende Auftragsorder reinholt, der Auftragsbestand bei Hermle ist nämlich geringer als bei Gildemeister.
Ganz so hoch, wie kauderni angegeben hat, sind die Umsätze und Aufträge nicht, das Umsatzvolumen liegt in 2000 bei ca 140 Millionen, 2001 sollen es knapp 160 Millionen werden.
Wir haben es wirklich mit einer relativ kleinen Firma zu tun. Die geringen Börsenumsätze mögen jeden, der sein Geld nur kurzfristig in eine Aktie steckt, weil er es für private Zwecke braucht, davor warnen, zu stark in Hermle investiert zu sein. Hermle ist kein Kurzfristinvestment!
Hermle wird auch nicht durch die Fonds auf ein vernünftiges Niveau gehoben werden, es werden auch keine ad hocs kommen, die die Öffentlichkeit aufrüttelt. Hermle wird wohl durch gute Zahlen überzeugen, und diese werden, wenn sie positiv ausfallen, durch den Vorstand relativiert werden mit der Begründung künftiger Unwägbareiten.
Zur Servicefreundlichkeit habe ich soeben einen sehr positiven Beitrag auf meine diesbezügliche Frage erhalten:

"Ich kann über Hermle nur in besten Tönen sprechen.
Sollte ein Fehler an einer Hermle-Maschine auftreten, so ist mit Sicherheit am nächsten Tag das Problem behoben.
Vorbildlicher Service, eben Schwaben....
Unser Unternehmen hatte vor geraumer Zeit DMG-Maschinen.
..sehr lange Wartezeiten auf den Service..konnte und wollte unsere Geschäftsleitung wegen des Risikos eines Produktionsausfalls nicht eingehen.
Der Komplettwechsel zu Hermle hat sich in jeder Hinsicht gelohnt.
MfG..."

Diese Aussage ist sicherlich nur eine Quelle, aber sie bestätigt die Aussagen, die ich bisher in Erfahrung bringen konnte.
Schön ist, daß Leute vor Ort eine Beschreibung des Hermle-Umfeldes liefern.
Wenn jeder sein Scherflein beiträgt, wird das Gesamtbild vollständiger. Vorsichtig müssen Kleinanleger im zyklischen Bereich aber trotzdem sein, denn wenn es zu einem Investitionsstreik kommen sollte, kann die beste Firma nur kleinere Brötchen backen. Was etwas für Gildemeister spricht, ist, daß sie ihren Auslandsvertrieb schon besser strukturiert haben als Hermle. Sie sind einfach in dieser Hinsicht besser, weil sie 10mal soviel Mitarbeiter haben (5000) wie Hermle.
Falls die Entwicklung noch mehr in die Laserbearbeitung geht, kann so eine große Firma die Investitionen auch leichter aufbringen. Hermle ist hingegen auf seinen Einfallsreichtum und seine Tüftler angewiesen.
(Dennoch habe ich Gilde verkauft und bin bei Hermle eingestiegen)

MfG StefanR
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27.01.02 20:46:58
SORRY für die total falschen Angaben beim Auftragseingang. Man sollte auch die Legende lesen bei einer Grafik :-( Die Angaben waren nicht in Mio., sondern in % im Vergleich zu 1992. Hätte mir eigentlich auffallen dürfen. Die Relationen stimmen freilich.

Die -relativ- geringere Anfälligkeit von Hermle sehe ich wie Trick17-2, bedingt durch hohe Umsatzrendite, Flexibilität und Ausweitung des Produktprogramms. Bei einem Konjunkturrückgang hätte ich auch lieber Hermle als Gildemeister, zumal keine Fonds drin sein dürften, die dann massiv zu schütten anfangen.

Aber in einer echten Konjunkturkrise sollte man mit einem Werkzeugmaschinenbauer so oder so arm dran sein. Deswegen möchte ich persönlich die Aktie auch nicht übergewichten, zumal bei mir noch mehr konjunktursensitive Werte liegen.

Weiß jemand, ob in den schlechten Jahren Dividende gezahlt wurde? Wäre doch einigermaßen beruhigend, wenn es in schlechten Zeiten immer noch "Schmerzensgeld" für Kursrückgänge gibt.

@gelion

1. ist die 100.000-Euro-Frage, wenn man das wüsste.

2. lässt sich aber beantworten. IM GB 2000 stehen auch die KGVs der letzten 3 Jahre drin (Jahresschlusskurs), war immer unter 8. Der Chart zeigt auch, dass es nie große Ausreißer gab. 8 ist wohl die Schallmauer auch bei besten Ergebnissen für diesen marktengen Zykliker.

MfG
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27.01.02 23:13:18
@Kauderni

Hermle 1991: 5,-DM Dividende, 1992-1996 keine Dividende
lt. Börse Online

mfG
Dividendenstratege
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28.01.02 08:07:31
@Dividendenstratege

danke für die Info. 5 Jahre ohne Dividende ist schon happig. Im ungünstigsten Fall sitzt man also Jahre auf totem Geld. Hat schon seinen Grund, warum die Aktie so billig ist.

MfG
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03.02.02 22:48:10
Also in jedem Falle gibts bei der Gosheimer HV am 9.Juli die besten Spätzle der Republik ;-) Wenn das kein Kaufargument ist ;-)

Im Ernst, verschiedene Geschäftsführer einiegr Maschinenbauunternehmen halten Hermle für den am besten geführten Betrieb in der Branche! Der letzte GB 00 können sich die Konkurrenz an die Wand tapezieren!



-------------------------
Sorry, um die Zeit bekomm ich nichts fundamentaleres mehr hervor ;-),

Aber ich freu mich auf diesen Thread für einen so feinen Spezialwert.


Bis dann!
FreddyM
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13.02.02 11:27:45
Neues von Hermle. Der Inhalt dürfte unsere Erwartungen treffen: Gewinn und Umsatz 2001 rauf, Auftragseingang im 2. Hj. runter. Beachtenswert ist IMO der positive Ausblick auf die neue Stangenmaschine, die eigentlich einiges vom Auftragsrückgang abfangen sollte.

Die Dividende wird nicht erwähnt, ich rechne mit konstanter Zahlung.
______________

Berthold Hermle AG übertrifft Prognosen für das Geschäftsjahr 2001

- Hermle übertrifft Prognosen für das Geschäftsjahr 2001
- Konzernumsatz steigt auf über 161 Mio. € (Vj. 140)
- Auch beim Ergebnis voraussichtlich wieder Rekorde
- Neue Maschinenreihe erschließt weiteren Kundenkreis
- Gut gerüstet für ruhigere Zeiten

Gosheim, 13. Februar 2002 – Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG hat ihre angekündigten Ziele im Geschäftsjahr 2001 nach vorläufigen Berechnungen übertroffen. Trotz der starken Abkühlung der Branchenkonjunktur seit Mitte des Jahres konnte der Werkzeugmaschinenspezialist neue Umsatz- und Ergebnisrekorde aufstellen. So nahm der Konzernumsatz 2001 um rund 15 % auf über 161 Mio. € zu (Vj. 140). Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wird das hohe Vorjahresniveau von 33,9 Mio. € im Konzern aus heutiger Sicht ebenfalls wieder übertreffen. Auf dieser Basis ist beim Jahresüberschuss von einem deutlichen Zuwachs auszugehen (Vj. 18,2).

Infolge der spürbar abgeschwächten Konjunktur im zweiten Halbjahr gingen die Auftragseingänge im Hermle-Konzern 2001 um etwa 11 % auf rund 143 Mio. € zurück (Vj. 160). Der Auftragsbestand hat sich zum 31.12.2001 auf 23,5 Mio. € reduziert (Vj. 41,8). 2002 ist in der Werkzeugmaschinenbranche insgesamt von einem Umsatzrückgang um bis zu 20 % auszugehen, da sich eine Belebung nicht abzeichnet und erst zeitverzögert umsatzwirksam würde. Die Hermle AG ist auf diese schwierigen Rahmenbedingungen gut vorbereitet, da sie durch sehr flexible Unternehmensstrukturen schnell auf Bedarfsschwankungen reagieren kann. Darüber hinaus hofft Hermle, den konjunkturellen Einbruch durch eine neue Maschinengeneration, über die ein weiterer Kundenkreis erschlossen wird, teilweise zu kompensieren: Die auf der Herbstmesse EMO 2001 vorgestellte S-Reihe, mit der Hermle neben dem traditionellen Arbeitsgebiet "Fräsen" auch den Bereich "Drehen" abdeckt, erfährt im Markt sehr hohe Nachfrage und wird im zweiten Halbjahr 2002 zu zusätzlichen Umsätzen führen.

Hermle ist an den Börsen Stuttgart und Frankfurt im Geregelten Markt notiert.

13.02.2002 11:04
© boerse.de
Avatar
14.02.02 16:58:48
Ich finde die Zahlen angesichts der konjunkturellen Lage gut. Bin kurz davor mir ein paar Stück ins Depot zu legen.

M.f.G. thomtrader
Avatar
26.02.02 21:51:00
Dieser Thread hat mich veranlasst, in dieser Woche kräftig bei Hermle einzusteigen, nachdem ich meine MAN VZ nach 7jähriger Haltedauer verkauft habe.
Avatar
10.03.02 20:44:00
Im aktuellen Nebenwertejournal 3/2002, S.36, ist ein Artikel über Hermle erschienen. Nachfolgend eine stichwortartige Zusammenfassung von Aspekten aus dem Beitrag sowie das Fazit im Volltext.

---------

"Kurs reagiert auf schwächere Branchenkonjunktur - auch bei sinkendem Gewinn noch niedrige Bewertung"

Besonders hervorgehobene Punkte im Text:
- anhaltend positive Entwicklung 1996 bis 2000 bei gleichzeitig geringem Zuwachs an Mitarbeiter (416 auf 511),
- Personalkosten steigen unterproportional zum Erlös (Personalkostenquote nur 18%),
- stürmischer Zuwachs im Ausland,
- Reduzierung der Wertschöpfungstiefe,
- solide Bilanz mit 65,5% Eigenkapital,
- geringe Verpflichtungen aus Miete/Leasing, praktisch schuldenfrei
- hohe Liquidität, Zinsergebnis positiv
- Cashflow-Marge hoch mit 16% vom Umsatz,
- Neuregelung bei Körperschaftssteuer dürfte Ergebnisanstieg von 15% bringen, Ergebnis von 4,10 Euro pro Aktie scheint erreichbar
- Dividendenerhoehung auf 1,5 von 1,25 Euro moeglich
- Ausblick verhalten, Hermle sollte aber den Rückgang teilweise kompensieren können

Abgesehen vom verhaltenen Ausblick hatte Autor Ulrich Dörner tatsächlich nichts Negatives aufgeführt.

Fazit

Bei einem Börsenkurs von 24.70 Euro und einem geschätzten Gewinn je Aktie von E 4.10 für 2001 errechnet sich ein KGV von 6. Das Kurs-Cashflow-Verhältnis dürfte unter 5 liegen. Die ausgezeichnete Vermögens- und Ertragslage und eine hohe Dividendenrendite von fast 6% lassen die Aktie krass unterbewer erscheinen. Die scheinbare Unterbewertung dürfte auf die rückläufigen Auftragseingänge im 2. Halbjahr 2001 und die faire Vorwarnung des Vorstands zurüzuführen sein, der erwartet, dass sich die Branchenkonjunktur 2002 deutlich (untee Umständen um mehr als 10 %) abkühlen wird. Es dürfte zu Unsicherheiten den bei Aktionären geführt haben, wie sich das Ergebnis der Hermle AG wohl in schwächeren Phasen entwickeln wird. Selbstverständlich schlagen Umsatzrückgänge überdurchschnittlich auf den Gewinn durch. Aber selbst wenn Hermle auf das Niveau von 1999 zurückfalle sollte, als je Aktie E 2.74 verdient wurden, ergibt sich ein KGV von 9.Die Vorzugsaktien rechtfertigen einen Abschlag für das nicht vorhandene Stimmrecht. Hermle ist ein sehr solides Unternehmen, bei dem man auf längere Sicht nicht viel falsch machen kann, weil es sich beständig besser als die mittelständisch strukturierte Branche entwickelt. Sollte sich der zu einem großen Teil im Kurs enthaltene Abschwung in Grenzen halten, kann die Hermie-Aktie wieder deutlich höhere Kurse sehen. Es lohnt sich also, die Aktie nicht aus dem Auge zu verlieren und an schwachen Tagen eine erste Position aufzubauen. Auf Grund der geringen Anzahl von nur einer Million handelbarer Vorzugsaktien wird Aktie von institutionellen Anlegern vernachlässigt.

--------------

Ich selber habe mein Hermle-Rating von "halten" zu "aufstocken" geändert, und zwar auf Basis der positiveren Daten vom VDMA, siehe Thread http://www.wallstreet-online.de/ws/community/board/threadpag…

Die Empfehlung "bei Schwäche kaufen" scheint mir momentan sinnvoll, solange sich das Szenario nicht wirklich verdüstert.
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11.03.02 10:15:34
hallo,

bin auch bei Hermle eingestiegen, ich glaube da kann man nicht viel falsch machen. Ein konservativer Wert der die letzten Jahre immer gewachsen ist.
Habe auch die Gildemeister damals günstig einsammeln können und bin begeistert von der Performance. Allerdings sind bei Gildemeister schon recht viele Analysetn positiv gestimmt. Der Zwischenbericht von Gildemeister liest sich recht positiv, ich hoffe Hermle kann ähnlich gute Ergebnisse erzielen.

Grüsse Quax
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19.03.02 17:26:29
So, jetzt hab ich mich ein wenig mit Hermle beschäftigt. Meine Meinung:
Die Zahlen sind wirklich beeindruckend. Man darf dabei allerdings nicht vergessen das die
Werkzeugmaschinenmacher in den letzten Jahren viel Rückenwind hatten. Gute Infos dazu gibt
es auf den Seiten vom VDMA (http://www2.vdma.de/) und vom VDW (http://www.vdw.de/).
Klar hat sich Hermle besser als die Branche entwickelt. Dies ist hauptsächlich auf das
Auslandgeschäft zurückzuführen, welches vorher nur wenig vorhanden war.
Das Jahr 2002 wird für die Hermleaktie eine Qualitätsprüfung sein. In der Pressemitteilung
vom 13.02.02 wird von einem Umsatzeinbruch von bis zu 20% gesprochen. Mit 129 Mio. Umsatz
wäre das zwar noch mehr als 1999 (120,1 Mio. Umsatz, 2,74 DVFA/Aktie), allerdings wird
der Personalbestand in diesem Jahr höher sein. Das 99´ Ergebnis ist zu erreichen wird nicht
einfach sein. Hermle betont ja auf einen Abschwung vorbereitet zu sein (geringe Fixkosten,
flexible Fertigung, neue Produkte). Ob die Maßnahmen den Praxistest bestehen wird sich
zeigen.

Ist die Aktie billig?
Schwer zu sagen. Wenn der Abschwung im Maschinenbau sich nachhaltig fortsetzt mit Sicherheit
nicht. Hermle hat meines Erachtens auch große Chancen. Mit guten Produkten und guten
Marketing kann man in einem mittelständischen Marktumfeld Erfolge erzielen.
Hoffen wir das Beste!

gruss sp42b.
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05.04.02 00:39:53
Das erwartet die Konkurenz (Gildemeister):
---
Vorläufige Werte des I. Quartals 2002 und Ausblick 2002

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung ließ auch in den ersten Monaten dieses Jahres wenig Dynamik erkennen. Nach wie vor ist die Konjunktur in den für uns wichtigen Indutrieländern schwach ausgeprägt. Dennoch wird der weltwirtschaftlichen Entwicklung im Jahresverlauf wieder mehr Dynamik vorausgesagt. Sie soll nach übereinstimmender Meinung der meisten Forschungsinstitute etwa ab Mitte des Jahres spürbar werden. Das betrifft vor allem die USA und die Europäische Union. Die Aussichten für Japan bleiben vorerst negativ.
Der Konjunkturverlauf der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie stagnierte zum Jahresbeginn 2002, und die Nachfrage blieb zurückhaltend. Die Auftragseingänge der Branche lagen am Jahresanfang 24% unter den entsprechenden Vorjahreswerten (Stand: Februar 2002). Als Folge rechnen der deutsche Werkzeugmaschinenverband (VDW) und das ifo Institut in München für den Bereich der Werkzeugmaschinen mit einem Produktionsrückgang um 10%. Vor uns liegt ein Jahr der großen Herausforderungen. Eine Prognose für das Geschäftsjahr 2002 ist aus heutiger Sicht weiterhin problematisch. Noch ist nicht abzusehen, wann sich die Nachfrage nach Werkzeugmaschinen wieder beleben wird. GILDEMEISTER erwartet für das laufende Geschäftsjahr insgesamt einen verhalteneren Nachfrageverlauf.
Nach bisher vorliegenden Werten erreichte der Konzernumsatz im I. Quartal vorläufig ca. 230 Mio Euro und liegt damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahreszeitraumes (I. Quartal 2001: 233,3 Mio Euro). Ausgehend von den zu erwartenden Auftragseingängen des laufenden Geschäftsjahres könnte der Umsatz im Jahr 2002 wiederum über 1 Mrd Euro liegen. Selbst bei zunächst ungünstigem konjunkturellen Verlauf ist die Umsatzerwartung aufgrund des vorliegenden Auftragsbestandes gegenwärtig realistisch.
Der Auftragseingang betrug im I. Quartal vorläufig ca. 237 Mio Euro. Er liegt damit leicht über dem Niveau des vierten Quartals des Vorjahres. Gestützt auf forcierte Marketingmaßnahmen und unsere neuen innovativen Maschinen planen wir, unseren Anteil am weltweiten Marktvolumen zu erhöhen. Aus heutiger Sicht gehen auch wir davon aus, dass sich die Nachfragesituation im Jahresverlauf verbessern wird und unser Auftragseingang im Gesamtjahr um die 1 Mrd Euro erreichen kann.
Der Auftragsbestand im Konzern lag Ende März 2002 bei ca. 390 Mio Euro. Dieser immer noch hohe Auftragsbestand bedeutet eine gute Grundauslastung, so dass zu erwartende Schwankungen beim Auftragseingang einzelner Maschinentypen besser aufgefangen werden können. Dennoch ist auch GILDEMEISTER trotz des generell hohen Auftragsbestandes in einigen Bereichen, so im Spezialbereich der Mehrspindel-Drehautomaten, betroffen und hat für sein italienischen Werk Kurzarbeit vorgesehen.
Beim Ergebnis (EGG) erwarten wir - bedingt durch die hohen Anlaufkosten der neuen Produkte - im ersten Quartal einen Rückgang auf 3 - 6 Mio Euro. Eine weitergehende Aussage zur Ergebnisentwicklung für das laufende Geschäftsjahr ist derzeit noch nicht möglich. Wir arbeiten daran, auch unter ungünstigeren weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Jahre 2002 die Ertragskraft des Unternehmens zu erhalten.
GILDEMEISTER plant das Geschäftsjahr 2002 verhalten optimistisch. Wir werden uns den jeweiligen Marktgegebenheiten anpassen, weiter rationalisieren und flexible Arbeitszeitmodelle nutzen. Die Produktionskapazität für Neumaschinen wird - soweit erforderlich - selektiv angepasst. Zusätzlichen Umsatz werden wir dadurch ermöglichen, dass wir noch schneller als bisher unsere Neuentwicklungen zur Marktreife bringen. Investitionen sind in etwa in Höhe der Abschreibungen geplant. Unsere Vertriebs- und Marketingaktivitäten werden weiter forciert. GILDEMEISTER ist für zukünftige Herausforderungen gerüstet, um sich auch unter erschwerten Marktbedingungen zu behaupten.
---
gruss sp42b.
Avatar
05.04.02 12:16:38
Letzter Stand vom VDMA:

Auftragseingang im Februar – Minusraten laufen aus

Der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau weist nach Angaben des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) für den Monat Februar 2002 gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat insgesamt einen realen Rückgang von 7 Prozent auf, wobei die Inlandsbestellungen um 8 Prozent und die Auslandsorders um 6 Prozent niedriger ausfielen. In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich Dezember 2001 bis Februar 2002 ergibt sich im Vorjahresvergleich insgesamt ein Rückgang von 3 Prozent, bei 14 Prozent niedrigeren Inlands- und 4 Prozent höheren Auslandsaufträgen.

Frankfurt am Main, 28.03.02

-----------

Also der Rückgang scheint sich doch signifikant abzuflachen. Wobei die obigen Zahlen natürlich nicht genau den Werkzeugmaschinenbau treffen, der ist je wegen der relativ kurzen Durchlaufzeiten IMO eher etwas zyklischer.

Aber wenn dort der Auftragsrückgang auch nur im einstelligen Bereich liegt, mache ich mir bei Hermle keine Sorgen.
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26.04.02 17:33:47
Ich habe meine Position verdoppelt.
Die Aktie ist einfach brillant.
Das Ergebnis in 2001 war voll im Rahmen.
2002 wird schwächer, vermutlich auf Niveau von 2001.
Dividende dürfte auf 1,50 Euro für 01 steigen,
macht schon 6%.
Die Bilanz kann man sich übers Bett hängen
oder Ron Sommer schicken.
Aktien Wie hermle sind an der Dt. Börse extrem
selten. Im DAx überhaupt nicht zu finden.
Im MDAX vielleicht 2 oder 3 Unternehmen.
Am Neuen Markt sowieso nicht.

Der Maschinenbau ist DAS deutsche Aushängeschild.

Meine Meinung:
Hermle ist ein MUSS für jedes Depot.

trick17
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26.04.02 22:10:59
Das der Maschinenbau in (Süd)Deutschland eine ausgezeichnete Branche ist, steht für mich gegenwärtig außer Frage. (Ist aber verständlich, wenn man bedenkt, dass drei außerordentlich "renommierte" TU hier bestehen...)

Die entscheidende Frage ist eben nur, ob diese Branche bereits im "Reifestadium" oder noch in der Wachstumsphase ist. Aber Hermle mit der hohen DivR ist auch als evtl. stagnierendes Unternehmen interessant.

Seid Ihr der Meinung, dass der sog. Spezialmaschinenbau dem herkömmlichen Maschinenbau zu bevorzugen ist?
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27.04.02 01:13:36
Der Maschinenbau ist keine Wachstumsbranche, sondern die Prämiumbranche der deutschen Industrie.
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28.04.02 01:23:28
@trick17-2
"Das Ergebnis in 2001 war voll im Rahmen."
Nun mal langsam. Bilanz-Pk ist erst am 28.5.02.
Jü dürfte aber wohl über 20 Millionen liegen.

gruss sp42b.
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28.04.02 01:35:16
@Simonswald
Es geht nicht darum, ob der Maschinenbau eine
Wachstumsbranch ist. Sondern ob Hermle wachsen kann.
Hier besteht aufgrund der mittelständisch geprägten
Branche (Verdrängung möglich) und den Chancen im Ausland
noch erhebliches Potenzial.

Lebenszyklen sind übrigens eine Erfindung der Theorie und
kein Naturgesetz.

gruss sp42b.
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28.04.02 21:55:26
@sp42b

Lies Dir doch mal die Meldung vom 13.02.02
durch. Die Zahlen für 01 sind brillant.
Vergleiche mal die Meldung von Feb 01 und
die Fakt-Zahlen für 2000.
Der Vorstand ist immer sehr konservativ
mit seinen Aussagen.

5 Euro pro Aktie nach DVFA dürften in 2001 drin gewesen sein.

Das Ergebnis war also MINDESTENS voll im Rahmen.

@Simonswald
Es gibt auch hervorragende Unis in Norddeutschland.

@Sytakihans
Dein Satz trifft den Nagel auf dem Kopf.
In einen Depot mit Deutschen Aktien sind
Maschinenbauer Pflicht. Hermle ist dabei einer
der profitabelsten.

trick17
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29.04.02 00:38:18
In Norddeutschland? TU Braunschweig?


In Deutschland gibt es keine heraus ragenden Unis.Bestenfalls solche mit gutem "Ruf"...
Dafür aber gibt es ein international konkurrenzfähiges Mittelfeld, denke ich.
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29.04.02 00:40:11
zu sp42b.

Die besten Investitionsobjekte sind oft Unternehmen in stagnierenden Branchen, die selbst aber relativ schnell wachsen, denke ich.
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29.04.02 01:56:59
Rasso Vogl ordnet in seinem Buch "Aktien - Fundamentalanalyse" Unternehmen in folgende vier Kategorien ein:

Marktführer in einer Wachstumsbranche = Star
Marktführer in einer stagnierenden Branche = Cash Cow
geringer Marktanteil in einer Wachstumsbranche = ?
geringer Marktanteil in einer stagnierenden Branche = armer Hund

Beispiele für Stars: Centrotec, FJA, Qiagen, Stada, W.E.T.
Beispiele für Cash Cows: SAP, Kamps, Euwax Broker, A.S. Creation, Bijou Brigitte, BayWa
Beispiele für Fragezeichen: Stratec, PEH, CDV, diverse Startups am Neuen Markt
Beispiele für arme Hunde: PWO, Leica, Brüder Mannesmann, Schaltbau

Natürlich gibt es bei einem so einfachen Schema auch Fälle, die nicht passen. Dürr ist z.B. trotz Marktführerschaft in einer stagnierenden Branche keine Cash Cow.

Vergessen hat Vogl folgende zwei Kategorieren:

Marktführer in einer schrumpfenden Branche = armes Schwein (z.B. Walter Bau, evtl. VW)
geringer Marktanteil in einer schrumpfenden Branche = Pleitekandidat (z.B. diverse Börsenmakler, Burgbad, diverse IT-Dienstleister am Neuen Markt)
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29.04.02 01:59:51
... und Hermle passt auch nicht in dieses Schema, also war das Posting (das sich auf #70 bezog) hier eigentlich offtopic.
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29.04.02 21:37:05
@mandrella
Das hat Vogl von der Boston Consulting Group geklaut. Das Konzept stammt - wenn ich mich richtig
erinnere - aus den Siebzigern und ist im Marketingbereich (genauer Maketingmanagement, Analyse von
Geschäftsfeldern) sehr beliebt. Später wurde es übrigens um die Underdogs (=Pleitekandidat) und
Buckets (=armes Schwein) ergänzt. Das entspricht genau deinen Überlegungen!!!
gruss sp42b.
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30.04.02 00:21:22
Herr Prof. Schmalen, Universität Passau, sieht Gründe, dieses Matrixmodell der BCG zu kritisieren.
Es sei ein Marketing-Instrument (von jedermann leicht zu verstehen) gewesen, das dazu diente, die BCG-Berater an neue Aufträge (Desinvestments, "Portfoliobereinigungen" etc.)zu bringen.
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30.04.02 10:44:41
#71

Ja, ja, Mandrella,

traditionell keine Gelegenheit für einen unauffälligen Seitenhieb auf SLT auslassend?

Der "arme Hund" hat entgegen Deiner fundierten Prognose im SLT-Thread:

#297 von Mandrella 29.09.01 14:24:43 Beitrag Nr.: 4.529.476 4529476
"Ich halte dagegen und rechne mit einem operativen Verlust von 5-10 Mio. €. Lassen wir uns überraschen.."

Immerhin ein EBIT von 10,4 in 01 ausgewiesen; Gewinn, nicht Verlust, notabene.
Überraschung somit gelungen?

Hast Du sicher bisher nur übersehen? Leicht korrigierbar, die Zahlen der BPK sind dort eingestellt.

Grüsse,

Fanny
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30.04.02 13:31:55
@fanessa
Die Einordnung als "armer Hund" war noch sehr schmeichelhaft. Wenn man sich die Zahlen zum 1. Quartal ansieht, könnte man Schaltbau auch in die Kategorie "Pleitekandidat" stecken. Alles Weitere im Schaltbau-Thread.
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11.05.02 13:24:06
Seit Anfang des Jahres habe ich bei Hermle 1000er Kaufblöcke festgestellt.
Hermle ist eine kleine Firma mit relativ geringen Börsenumsätzen.
Diese 1000er Käufe sind ca. 10mal vorgekommen, meist zu leicht höheren
Preisen, als kleinere Aktienumsätze im selben Zeitraum.
Ob hier jemand strategisch eine größere Vermögensposition aufbaut?!
Und wenn es sich um ein und dieselbe Person oder Institution handelt, was
bewegt ihn dann, das zu tun?
Ist er von der Langfristanlage überzeugt und hat er den selben Wissenstand wie wir alle,
oder weiß er ein klein wenig mehr, und nutzt diesen Vorteil aus?

Am 28.5. gibt es endlich neue Zahlen auf der BLK.
Spannend ist, wie sich Hermle in Bezug auf Auftragsbestand und Gewinnsituation im 1. Quartal geschlagen hat.
Bei Gildemeister scheint sich der Nachsteuergewinn 2002 ja fast zu halbieren, die Aufträge sind zum Vorjahresquartal eingebrochen,
zum letzten Quartal aber nur leicht gesunken.
Gildemeister hat trotz Kursschwäche in den letzten Wochen eine gute Performance hingelegt, Hermle hat nichts dergleichen mitgemacht.
Hermle wird wahrscheinlich glänzende Bilanzzahlen, auch in Bezug auf EK-Entwicklung vorweisen können.
Für mich ist die Situation ähnlich spannend, wie bei Bijou Brigitte vor einigen Tagen.
Jeder wußte da, daß der Einzelhandel nicht gut dastand im ersten Quartal, daß also die Flächenumsätze gesunken sein würden.
Dennoch hat Bijou seinen Aktionären die Gewissheit gegeben, daß sie durch Filialzahlerhöhung, insbesondere im Ausland,
auch weiterhin wachsen können.
Für mich stellt sich die Frage, ob Hermle auch in einem momentan sinkenden Markt sich vergleichbar wacker schlagen kann.
Das bedeutet, Umsatzwachstum durch neue Produkte (Stangenbearbeitungszentrum mit Drehfunktion),
Erhöhung des Auslandsanteils.
Zweiteres kann wohl erst nach Aufbau einer Servicestruktur im Ausland richtig an Dynamik gewinnen.
Wie wird der Markt wohl die gegenläufigen Nachrichten der Bilanzzahlenverbesserung einerseits (und guter Dividendenzahlung) , und der wahrscheinlich nicht
berauschenden Zahlen im ersten Quartal andererseits, verarbeiten?

Auf fundierte Beiträge hoffend...

Frdl. Grüße,

StefanR
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11.05.02 13:29:48
@StefanR

Nur mal so am Rande: Was bewegt denn den Verkäufer dazu, sich von den 1000er Blöcken zu trennen ?

Ciao Nick
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11.05.02 14:12:47
Hab ich mich auch gefragt, Big Nick.
Ich denke, es gibt aber keinen einzelnen Verkäufer, vermute aber daß es einen
einzelnen Käufer gibt.
Warum?
Weil ich ab und an in die 1000er Blocks eigene Bestände habe einfließen lassen, zwecks
Diversifizierungsgründen und o.g. kurzfristigen(?!)Wachstumspause.
Ich vermute somit, daß die Verkäuferseite sich aus vielen ähnlich wie ich denkenden Personen zusammensetzt.

Frdl. Grüße, StefanR
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11.05.02 14:37:16
Schon möglich... Wenn sich Privatanleger nach und nach von ihren Beständen trennen, und diese von einem Insti aufgesogen werden, wäre das imho positiv.

Ciao Nick
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11.05.02 17:35:07
Immer das gleiche Spiel:
2001 war gut bei Hermle, aber wie wird die Zukunft?
Da der Vorstand sehr konservativ ist, wird
es auch zurückhaltende Aussagen für 2002 geben.
Dann werden die Zahlen wieder übertroffen und
wir fragen uns wie wird 2003?

Da greifen die Leute lieber zur Telekom.
Da wird immmer schön prognostiziert
und nichts eingehalten. Aber die Zukunft ist ja immer
so toll.

Mir alles völlig egal, ich halte meine Aktien.
Hermle wohlgemerkt, nicht Telekom

trick17
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21.05.02 17:14:15
...und wieder ne 1000er Stückzahl bei 24,45 ca 16 Uhr eingesammelt worden.
Da muß jemand ein 1000er Fetischst sein.

StefanR
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24.05.02 11:18:46
Auf der Internet-Seite von Hermle wird die Ausstellung eines neuen 5-Achs Bearbeitungszentrums angekündigt mit Neuerungen in der Dynamik. Ich bin Betriebswirt und kein Techniker. Kann mir jemand für einen Betriebswirt verständlich erklären, was das Neue an dieser Maschine ist und ob Gildemeister etwas ähnliches anbietet und wenn ja, ob die Hermle-Maschine eine bessere oder schlechtere Leistung als die Gildemeister-Maschine
bringt?

Zu den vorherigen Beiträgen über die Tausender-Pakete. Ich habe kürzlich eine zusätzliche Position über 1000 Stück gekauft. Dies war aber bei meiner Position in diesem Jahr ein Einzelfall. Es braucht nicht zu sein, daß ein einzelner alle diese 1000er Pakete einsammelt.
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24.05.02 19:06:59
Sehr schwer zu beantworten. Sind Fahrzeuge von BMW oder Audi besser? Es kommt eben wie überall auf die Anforderungen der Kundschaft an.
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28.05.02 09:14:26
Das ConSors-Realtimesystem zeigt mir für Hermle den Kurs "24,70 BZ" an. Was bedeutet denn der Zusatz "BZ"?
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28.05.02 09:24:30
@ Mandrella:

Keine Ahnung, was das soll, es sind jedenfalls 660 Stück bezahlt.

Ciao Nick
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28.05.02 10:06:34
Über den Zusatz "BZ" in Stuttgart habe ich mich auch schon mal gewundert. Angeblich ist es aber das selbe wie bezahlt.

"b, bz, bez, oder Kurs ohne Zusatz = bezahlt
Es erfolgt eine vollständige Abwicklung aller Kauf- und Verkaufsaufträge zu dem angegebenen Kurs. Angebot und Nachfrage fanden einen Ausgleich. " (Kurszusätze Börse Stuttgart)

Grüße K1
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28.05.02 11:30:43
Hermle schlägt unv 1,20/1,25 EUR Dividende je St-/Vorz.aktie vor
Gosheim (vwd) - Eine Dividende von jeweils unverändert 1,20 EUR je Stammaktie und 1,25 EUR je stimmrechtslose Vorzugsaktie schlägt die Verwaltung der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG, Gosheim, der Hauptversammlung am 9. Juli für das Geschäftsjahr 2001 vor. Wie der am Dienstag veröffentlichten Einladung zur Hauptversammlung zu entnehmen ist, wird für das Berichtsjahr ein Bilanzgewinn von rund 12,235 Mio EUR ausgewiesen. Die Hauptversammlung soll ferner der Verlängerung der Erlaubnis zum Rückkauf von bis zu zehn Prozent eigener Aktien vom 9. Januar 2003 bis zum 8. Januar 2004 zustimmen.


vwd/28.5.2002/mr/rio
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28.05.02 13:30:23
Berthold Hermle AG: Umsatz im Gesamtjahr 2002 rückläufig

Hermle-Konzerngewinn 2001 mit 26,5 Mio. € auf neuem Allzeithoch (Vj. 18,2)
Konzernumsatz steigt um 16 % auf 161,8 Mio. € (Vj. 139,9)
Ausschüttung durch Bonus auf 1,65 € je Aktie erhöht (Vj. 1,25)
Umsatz im 1. Quartal 2002 erwartungsgemäß um 19 % niedriger, Ergebnis deutlich positiv
Umsatz im Gesamtjahr 2002 rückläufig, aber auf solidem Niveau

Gosheim, 28. Mai 2002 – Der Werkzeugmaschinenhersteller Maschinenfabrik Berthold Hermle AG erzielte im Geschäftsjahr 2001 ein neues Rekordergebnis. Wie das Unternehmen auf der heutigen Bilanzpressekonferenz mitteilt, stieg das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit im Hermle-Konzern um rund 15 % auf 38,9 Mio. € (Vj. 33,9). Gemessen am Konzernumsatz, der um rund 16 % auf 161,8 Mio. € zunahm (Vj. 139,9), errechnet sich hieraus eine Bruttoumsatzrendite von 24 %. Der Jahresüberschuss nahm um fast 46 % auf 26,5 Mio. € zu (Vj. 18,2). Das entspricht einer Nettomarge von über 16 %. Bereinigt nach der DVFA/SG-Formel errechnet sich ein Ergebnis je Aktie von 5,38 € (Vj. 3,57).

Auf Basis dieser guten Ertragslage schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 9. Juli vor, zusätzlich zur gegenüber Vorjahr unveränderten Dividende von 1,25 € je Vorzugsaktie einen Einmal-Bonus von 0,40 € auszuschütten. Damit erhalten die Vorzugsaktionäre eine Ausschüttung von 1,65 € je Aktie.

Im ersten Quartal 2002 verzeichnete Hermle vor dem Hintergrund einer deutlich abgekühlten Branchenkonjunktur wie erwartet und angekündigt eine spürbar abgeschwächte Entwicklung. So nahm der Konzernumsatz per Ende März um 19 % auf 28,9 Mio. € ab (Vj. 35,8). Der Auftragseingang ging um 44 % auf 26,8 Mio. € zurück (Vj. 48,2), wobei das Vorjahresquartal durch Sondereinflüsse stark positiv geprägt war. Mit einem Auftragsbestand von 21,4 Mio. € zum 31.3.2002 (Ende Dezember 2001: 23,5) verfügt Hermle nach wie vor über ein solides Auftragspolster. Durch äußerst flexible Unternehmensstrukturen, so Vorstandssprecher Dietmar Hermle, ist die Hermle AG auf diese für den Maschinenbau typische Konjunkturschwankung sehr gut vorbereitet und erzielte daher ein deutlich positives Quartalsergebnis.

Im Gesamtjahr 2002 erwartet der Firmenchef ein solides Umsatzniveau und eine im Branchenvergleich gute Rendite, auch wenn die Spitzenwerte des Vorjahres nicht mehr erreicht werden. Abhängig davon, wann sich die Konjunktur belebt, rechnet Hermle 2002 mit einem Umsatzrückgang um 15 % bis 25 %.

Zum Stichtag 31.12.2001 beschäftigte Hermle konzernweit 561 Mitarbeiter (Vj. 511). Die Zahl der Auszubildenden nahm von 57 auf 61 junge Menschen zu, das entspricht einer Quote von rund 11 % der Gesamtbelegschaft. Im laufenden Jahr dürfte die Beschäftigtenzahl weitgehend stabil bleiben.

Aufgrund der guten Ertragslage verbesserte sich die Eigenkapitalquote per 31.12.2001 im Konzern weiter auf über 70 % (Vj. 65 %). Außerdem hatte der Hermle-Konzern keinerlei Bankverbindlichkeiten.

Der Cash-Flow legte im Hermle-Konzern 2001 um 36 % auf 30,9 Mio. € zu (Vj. 22,7), sodass die Investitionen von insgesamt 9,5 Mio. € (Vj. 6,6) vollständig aus eigener Kraft finanziert werden konnten. In Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände investierte Hermle konzernweit 5,9 Mio. € (Vj. 5,1), insbesondere zur Automatisierung und Flexibilisierung der Fertigung. Hinzu kamen Finanzinvestitionen in Höhe von 3,6 Mio. € (Vj. 1,5). Sie betrafen, neben einer Leasingkonstruktion zum Bau eines neuen Produktionsgebäudes, die Ende 2001 erfolgte Beteiligung am italienischen Hermle-Vertriebspartner, der inzwischen unter Alwa Hermle s.r.l. firmiert.

Die Beteiligung dient der weiteren Stärkung der Auslandsposition in wichtigen Kernmärkten von Hermle. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen 2001 seine amerikanische Niederlassung in die Hermle Machine Co. LLC, Milwaukee, verselbständigt, und mit der Hermle Nederland B.V., Venlo-Blerick, eine eigene Vertriebs- und Servicegesellschaft in den Niederlanden gegründet. Außerdem wird in Kürze auch der belgische Markt direkt bearbeitet.
(Quelle: Berthold Hermle AG)
28.05.2002 11:56
© boerse.de
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28.05.02 14:16:37
Preisfrage: Was ist eine "im Branchenvergleich gute Rendite"?
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28.05.02 14:39:01
Ich könnte mir vorstellen, daß Hermle unter den deutschen börsennotierten Maschinenbauern im Vorjahr mit 16 Prozent die beste Nettoumsatzrendite erzielt hat. Oder kennt jemand einen anderen deutschen Maschinenbauer, der diese Marge noch übertroffen hat?

Andere Maschinenbauer, die auch sehr gute Umsatzrenditen erzielen, wie z.Bsp. Singulus und Aixtron, haben teilweise KGV`s, die das Dreifache von demjenigen von Hermle ausmachen. Langfristig wird Hermle diese Distanz im KGV irgenwann reduzieren.

Per Ende März beträgt die Auftragsreichweite noch 1.6 Monate. Ich weiß nicht, ob ich das positiv oder negativ bewerten soll. Die sehr schnelle Lieferbereitschaft war immer ein Vorteil, den die japanischen Hersteller gegenüber deutschen Produzenten hatten. Hier dürfte Hermle jetzt gleich ziehen können.

Bei einem DVFA-Ergebnis von 5,38 Euro schüttet Hermle mit 1,65 Euro einschließlich Bonus nur 30 Prozent des Ergebnisses aus. Da gibt es noch viel Platz für zukünftige Dividenden-Steigerungen.

Herr Kapitza von von der Konkurrenz Gildemeister brüstet sich mit einer hohen Dividentenrendite. Gildemeister schüttet aber bei einem DVFA-Ergebnis von 0,99 Euro eine Dividente von 0,60 Euro aus, d.h. 60 Prozent aus. Im Gegensatz zur Hermle AG, die über hohe liquide Mittel (Ende 2000 ca. 21 Mio Euro) verfügt, kann Gildemeister die Dividende nicht mit eigenem Geld bezahlen. Der Gildemeister-Konzern ist sehr hoch verschuldet.

Laut Börse Online beträgt das 2003er KGV beim Haupt-Konkurrenten Gildemeister 11,7. Dasjenige von Hermle dürfte ca. die Hälfte ausmachen. Diese Bewertungsdifferenz wird langfristig reduziert werden
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28.05.02 20:42:40
Eine Auftragsreichweite von knapp 2 Monaten ist sicher eher ein kleiner Nachteil.
Gildemeister hatte vor einem Jahr ja argumentiert, daß die Japaner schneller liefern könnten, und damit
Gilde Aufträge wegschnappen.
Damals hatte Gilde Auftragsweite von 7-8 Monaten.
Die EMO im Herbst konnte Hermle nicht so gut nutzen, wie Gildemeister.
Diese hatten zu diesem Zeitpunkt eine Modelloffensive gestartet, und konnten, wahrscheinlich
auch mit Preisnachlässen, viele Aufträge einholen.
Bei Hermle waren keine großen Innovationen zur EMO vorhanden.

Entscheidend für Hermle sind meines Erachtens folgende Dinge:

- die neuen Modelle müssen einschlagen (Stangenbearbeitungszentren)
und zusätzliche Umsätze generieren bzw den Marktabschwung teilweise kompensieren.

- durch erhöhte Fertigungstiefe können die Mitarbeiter weiter beschäftigt werden

- es darf kein zu großer Margeneinbruch stattfinden

- das ausländische Vertriebs-und Servicenetz muß ausgebaut werden

- auf den Messen muß man intensiver vertreten sein

- die Wartungsqualität (und damit der Qualitätsvorsprung) muß erhalten bleiben,
und im Ausland aufgebaut werden

- die Werkzeugmaschinenkonjunktur muß in den nächsten 12 Monaten wieder anspringen.



Die guten Bilanzzahlen habe ich in dieser Form auch erwartet, genauer interessiert hätte mich
die Gewinnsituation im ersten Quartal, und der Auftragsanteil der neuen Produkte von Hermle.
Sehr fair ist die erhöhte Gewinnbeteiligung der Aktionäre am exzellenten Jahr 2001.
Ich glaube, Hermle wird auch 2002 gute Gewinne (vglbar mit 2000) einfahren, und damit eine gute Dividende
ausschütten, was man von Gilde so nach Kapitza- Äußerungen (Vorstansvors.) nicht sagen kann.
Gilde ist jedoch um Klassen größer als Hermle, meines Wissens hat Hermle 25000 Werkzeugmaschinen ausgeleifert,
Gilde ca. 250000.
5-Achsbearbeitungszentren gibt es auch von Mazak und Gilde.

Hermle ist aber definitiv von der Qualität her besser, mit dem Service von Gilde
und der Werkzeugqualität sind die CNC-Fräser nicht immer zufrieden.

Hermle ist eher der Hersteller für Abnehmer, die Kleinserien produzieren, wie Formel 1, Medizintechnik,
Flugzeugbau.

Die guten Bilanzzahlen kennzeichnen auch die Managementqualität und die Kosteneffizienz der Firma,
da muß der Cash flow gar nicht so riesig sein, wenn die Investitionsquote ausreicht, um die Umsätze
in schlechten Zeiten halbwegs stabil zu halten, und in guten Zeiten solide zu steigern.


Frdl. Grüße, StefanR
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29.05.02 01:08:45
Hermle erwartet Umsatzrückgang zwischen 15 und 25 Prozent
Stuttgart, 28. Mai (Reuters) - Die Maschinenfabrik Berthold Hermle rechnet nach den Worten von Vorstandssprecher Dietmar Hermle nach einem Rekordjahr für 2002 mit einem Umsatzrückgang zwischen 15 und 25 Prozent.
Gleichwohl solle in diesem Jahr eine "im Branchenvergleich gute Rendite" erzielt werden, sagte Dietmar Hermle am Dienstag bei der Bilanzvorlage in Stuttgart. Der Werkzeugmaschinenbauer orientiere sich dabei an den Angaben des Branchenverbandes VDW, der die durchschnittliche Umsatzrendite auf sechs bis sieben Prozent taxierte. Im vergangenen Jahr hatte Hermle eine Rendite von 24 Prozent erzielt. Obwohl gewisse Stabilisierungstendenzen zu erkennen seien, rechne Hermle mit einer Konjunkturwende nicht vor dem vierten Quartal 2002. Ein richtiger Aufschwung sei erst 2003 zu erwarten.
Im ersten Quartal 2002 lag der Konzernumsatz nach Angaben des Unternehmens mit 28,9 Millionen Euro 19 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Dabei habe der Maschinenbauer "ein solides positives Ergebnis" erzielt, sagte Hermle weiter. Damit habe Hermle Gildemeister-Vorstandschef Rüdiger Kapitza widerlegt, der mehrfach erklärt habe, kein Konkurrent habe im ersten Quartal schwarze Zahlen geschrieben. Diese Aussage sei "in jedem Fall unwahr, definitiv falsch und unfair", betonte Hermle. Der Vorstandschef kritisierte den großen Konkurrenten Gildemeister wegen dessen aggressiver Preispolitik.
Im vergangenen Jahr hatte der Hermle-Konzern seinen Umsatz um 16 Prozent auf 161,8 Millionen Euro gesteigert. Der Gewinn nach Steuern verbesserte sich um 46 Prozent auf 26,5 Millionen Euro. Die Vorzugsaktionäre sollen eine Dividende von 1,25 Euro und einen Bonus von 0,40 Euro je Aktie erhalten.
Einer Umwandlung der börsennotierten Vorzugsaktien in Stämme erteilte Hermle ebenso eine Absage wie einem Rückzug von der Börse.

gruss sp42b.
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29.05.02 12:14:05
Ich denke, dass sich das EPS bei Hermle mehr als halbieren wird. Von daher ist die Aktie imho kurzfristig nicht besonders interessant.

Ciao Nick
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29.05.02 12:41:23
Auftragseingang im April: Inlands- und Auslandsorders klaffen weit auseinander

Der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau weist nach Angaben des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) für den Monat April 2002 gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat insgesamt eine Stagnation auf. Die Inlandsbestellungen von Maschinen verfehlten im April 2002 ihr Vorjahresniveau um 21 Prozent. Die Auslandsnachfrage zieht dagegen mit 19 Prozent Plus weiter an.
In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflußten Dreimonatsvergleich Februar 2002 bis April 2002 ergibt sich im Vorjahresvergleich insgesamt ein Rückgang von sechs Prozent, bei vierzehn Prozent niedrigeren Inlandsaufträgen und einem Plus von einem Prozent bei den Auslandsaufträgen.
Frankfurt am Main, 29. Mai 2002

gruss sp42b.
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29.05.02 17:37:38
Hallo Nick,

Deiner Meinung nach wird das Ergebnis bei Hermle in 2002 um mehr als die Hälfte zurückgehen. Eine Reduzierung um die Hälfte würde einen Nachsteuergewinn von 2,69 Euro pro Aktie bedeuten in 2002. Bei einem jetzigen Aktienkurs von ca. 25 Euro ergibt das ein KGV von 9,3 und bei einer Dividende von 1,65 Euro pro Aktie eine Dividendenrendite von 6,6 Prozent. Selbst bei der unterstellten Gewinnhalbierung in 2002 wäre die Aktie von Hermle immer noch sehr niedrig bewertet.

Meiner Meinung nach wird sich der Gewinn in 2002 aber nicht halbieren gegenüber dem Vorjahr. Wenn der Gewinn von Hermle sich um 50 Prozent reduzieren sollte, müssten die Verkaufspreise für die Maschinen in einem Umfang sinken, daß einige der Konkurrenten pleite gehen. Dann könnte Hermle den Marktanteil der pleite gehenden Wettbewerber übernehmen. In den Anwendungsbereichen der Hermle-Maschinen sind die größten Marktanteile verteilt auf Gildemeister, Hermle und Agie Charmilles/Mikron. Die Umsatzrenditen vor Steuer betragen für diese Firmen 4.3 Prozent bei Gildemeister, 24 Prozent bei Hermle und 3,2 Prozent bei Agie Charmille/Mikron.

Genau vergleichbar sind die Vorsteuerrenditen nicht, weil Hermle fast ausschließlich im Fräsbereich tätig ist, während Gildemeister neben dem Fräsen auch im Drehen, und Agie Charmilles neben dem Fräsen auch im Erodieren engagiert ist. Sie deuten jedoch an, daß bei den beiden Hauptkonkurrenten die Renditen im Fräsbereich wesentlich niedriger sind als bei Hermle. Dieser Vergleich der Vorsteuerrenditen belegt also, daß ein Gewinnrückgang bei Hermel um 50 Prozent eine derart hohe Preissenkung voraussetzen würde im Markt, daß die Hauptkonkurrenten pleite gehen.

Gildemeister war Ende März 2002 netto mit 298 Millionen Euro verschuldet. Irgenwann erkennen auch die Banken, daß Herr Kapitza von Gildemeister nicht kreditwürdig ist und seine Schulden nicht zurückbezahlen kann. Und dann beginnen auch die Lieferanten von Gildemeister Vorauskasse zu verlangen. Bei Agie Charmilles ist die Finanzlage günstiger. Die Verschuldung betrug bei Agie Charmille Ende 2001 aber auch noch 281 Millionen Franken. Hermle hat Bank-Guthaben. Ende 2000 betrug die Netto-Liquidität ca. 20 Millionen Euro.

Dietmar Hermle gab immer sehr pessimistische Prognosen ab, die er regelmäßig wesentlich zum Besseren übertroffen hat. Seine Umsatzprognose der Bilanzpressekonferenz erwartet einen Rückgang im Umsatz von 15 bis 25 Prozent. Die große Frage ist nun, ob das Ergebnis proportional, bzw. um wieviel Prozent es überproportional zurückgehen wird. Im letzten Jahr war die Kapazität vollstens ausgelastet. Somit dürften erst mal Gleitzeitguthaben und Urlaubsrückstände abgebaut werden. Dafür werden entsprechende Rückstellungen aufgelöst. Gehaltszahlungen für entsprechende Freizeiten der Mitarbeiter wirken nicht kostenerhöhend, die Auflösung der entsprechenden Rückstellungen ist ergebnisneutral, sie belastet allerdings die Liquidität. Ferner dürften in 2001 noch in erheblichem Umfange Überstunden angefallen sein bei Hermle. Ein Wegfall von Überstunden in 2002 bewirkt noch keine Kostenerhöhung, weil die Überstunden ein variabler Kostenblock sind. Und dann kann Hermle auch noch frei werdende Stunden-Kapazität verwenden für Ersatz von Fremdbezug durch Eigenfertigung.

Zu einer atmenten Fabrik gehört es eben auch dazu, daß es mal Zeiten von rückläufiger Fertigung gibt, die zum Einsatz der Flexibilisierungsinstrumente führt. Die ergebnismäßige Auswirkung eines Umsatzrückganges sind für einen Außenstehenden schwer zu beurteilen. Ich glaube aber nicht, daß der Ergebnisrückgang 50 Prozent ausmachen wird.
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29.05.02 18:44:22
@hiberna
In den 1,65 Dividende ist ein einmaliger Bonus von 0,40 enthalten. Dividendenrendite im nächsten Jahr also "nur" 5%.

Der Gewinnrückgang wird nicht nur durch sinkende Produktpreise verursacht, sondern auch durch einen steigenden Anteil von Fixkosten.
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29.05.02 20:45:51
Die Bemerkung über den Einmal-Charakter des Bonus ist rich-
tig. Ich habe den Dividenden-Betrag gleich behalten, weil
selbst bei der von Nick erwarteten Halbierung des Ergebnis-
ses auf 2,69 Euro noch genügend Ergebnis übrig bleiben würde, um die volle Dividende von 1,65 Euro beizubehalten.
Angesichts von liquiden Mitteln Ende 2000 von 20 Millionen
Euro könnte ich mir vorstellen, daß die Dividende in 2002 in Höhe des Vorjahres aufrecht erhalten wird. Auch vor ein paar Jahren ist nach einem Bonus-Jahr die Dividende nicht wieder gesenkt worden.

Es ist auch richtig, daß der steigende Anteil an Fixkosten
einer von vielen Einflußfaktoren ist, der das Ergebnis nach unten drückt. Aber auch bei dieser Determinante zeigt sich, daß bei einer hohen Umsatzrentabilität Hermle eher als die
Konkurrenz in der Lage ist, steigende Anteile an Fixkosten zu verkraften.

Aus heutiger Sicht sieht es fast so aus, als ob der vorjährige Kapazitätsaufbau in der Branche verfrüht war. Damals ist man sicher von höheren Absatzerwartungen ausge-
gangen.
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29.05.02 21:07:57
@Hiberna:

Konkret schätze ich, dass Hermles Marge von 24% auf max. 15% sinken wird, eher gut 10%. So interpretiere ich auch die Bemerkungen in der Pressemitteilung. Dazu ein Umsatzrückgang von 20%. Macht, wenn man weiter so überschlägig rechnet ein Gewinneinbruch zw. 50 % und 66,7 %. Also ein EPS zw. 1,80 und 2,69. KGV wäre folglich zw. 13 und 9.

Klar ist die Aktie billig, aber ich denke eben nicht, dass sich dies unter obigen Konditionen ändern wird, eher im Gegenteil. Durch die Vz. Notierung fällt auch die ÜN-Fantasie weg...

Ciao Nick
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30.05.02 08:07:06
@Nick:
Der Umsatz nahm bei Hermle in 2002 um 16 Prozent zu gegenüber dem Vorjahr. Wenn nun der Umsatz in 2002 wieder auf das Niveau von 2000 fallen sollte, glaube ich, daß auch das Ergebnis pro Aktie von 3,57 Euro pro Aktie in 2002 wieder erreichbar sein könnte.

Sicher gibt es Kostenpositionen, die in 2002 höher sind als in 2001, unter anderem wegen der zusätzlich gebauten Fabrik in Mössingen. Es gibt aber auch eine hohe Kosten-Entlastung in 2002, die es in 2000 noch nicht gab und zwar in Form der Senkung der Gewinnsteuern. Dies zeigt sich auch darin, daß in 2002 das Ergebnis nach Steuern mit 46 zunahm gegenüber Vorjahr, während das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, das im wesentlichen mit dem Vorsteuerergebnis identisch sein dürfte, ungefähr im Gleichklang mit dem Umsatz nur um 15 Prozent angestiegen ist.

Im übrigen habe ich nicht den Eindruck, daß die Absatzpreise bereits dramatisch eingebrochen sind. Gildemeister schreibt im Quartalsbericht 01/2002, daß Gildemeister derzeit keine Erhöhung der Absatzpreise plant. Von einer Preissenkung wird dagegen im Quartalsbericht nicht gesprochen. Freilich glaube ich schon, daß die Absatzpreise gefallen sind, allerdings nicht dramatisch. Bei einem hohen Preisverfall hätte Gildemeister im ersten Quartal 2002 nämlich Verlust gemacht angesichts der sehr geringen Marge von nur 4,3 Prozent vor Steuern bei Gildemeister in 2001.

Zusammenfassend läßt sich also sagen, daß vor allem die Steuersenkung, die es in 2000 noch nicht gab, dazu führen dürfte, daß das Ergebnisniveau von 2000 wieder erreichbar sein könnte.
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30.05.02 17:31:53
@ Hiberna:

2002 wird bei viellecht gleichem Umsatz doch wesentlich mehr Output als 2000 anfallen, denke ich. Dramatisch müssen die Preise dafür gar nicht fallen, aber diese Luxusmargen sind in der Krise eben nicht aufrecht zu erhalten.

Ciao Nick
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30.05.02 20:13:35
Glaubt Ihr, dass es auf das operative Geschäft einmal Auswirkungen haben könnte, dass Hermle nicht so leicht (oder besser: nicht zu so guten Konditionen) eine Kapitalerhöhung durchführen kann. Konkurrenten wie Gildemeister tun sich da wohl leichter?
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30.05.02 21:53:27
Hermle braucht im Gegensatz zu Gildemeister keine Kapitalerhöhung und hat somit keinen Nachteil aus schlechteren Konditionen bei einer Kapitalerhöhung. Hermle hatte Ende 2000 eine Nettoliquidität von 20 Millionen Euro. Der Jahresabschluß von Hermle für das Jahr 2001 liegt mir noch nicht vor, so daß ich nicht weiß, wie hoch die Liquidität Ende 2001 war. Angesichts des Rekord-Ergebnisses in 2001 dürfte die Liquidität eher noch zu- als abgenommen haben in 2001.

Gildemeister hingegen hat eine Nettoverschuldung von 298 Millionen Euro per Ende März 2002 und benötigt dringenst eine Kapitalerhöhung. Jetzt in der Krise ist es aber für Gildemeister äußerst schwierig, neues Kapital zu erhalten.

Gildemeister hat es in den fetten Jahren nicht verstanden, seine Verschuldung abzubauen. Wenn es zu einer ernsten Krise wie vor 1995 kommt, wird Gildemeister pleite gehen. Hermle hatte Ende 1994 eine Nettoverschuldung von 26 Millionen Euro und hat bis Ende 2000 die Schulden vollständig zurückbezahlt und zusätzlich Bankguthaben von 20 Millionen Euro aufgebaut. Eine Firma Hermle benötigt keine Kapitalerhöhung. Die Vorzugsaktien sind gegenwärtig ca 25 Millionen Euro wert. Mit seiner freien Liquidität könnte Hermle somit alle an der Börse notierten Aktien fast vollständig zurückkaufen. Es wird bei Hermle daher eher zu einem Aktienrückkauf kommen mit anschließender Kapitalherabsetzung anstelle einer Kapitalerhöhung.

Hermle hat diese Verbesserung der Liquidität übrigens erreicht, ohne seit 1994 eine Kaptialerhöhung in Anspruch zu nehmen. Wieviele Kapitalerhöhungen Gildemeister durchgeführt hat, ist mir nicht bekannt. Es war aber zumindest eine gewesen.

Ich vermute, daß angesichts der schlechten Bilanzkennzahlen bei Gildemeister die Banken beim nächsten Auslaufen der Kreditlinien Probleme machen werden mit einer Verlängerung der Kredite. Ich wundere mich sowieso, daß die Lieferanten bei Gildemeister noch keine Vorauskasse verlangen angesichts der schlechten Bilanzrelationen.
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30.05.02 22:39:41
Zum Beitrag Nr.103:
Ich habe beim Lesen der Hermle-Bilanz von 1994 einen Fehler gemacht. Die Zahlen waren damals noch in DM und nicht in Euro ausgewiesen. Die Verschuldung von Hermle betrug Ende 1994 nicht wie von mir vorher angegeben 26 Mio Euro, sondern 26 Millionen DM.
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31.05.02 14:28:52
Heute ist die neueste Ausgabe der Fachzeitschrift "Special Tooling" mit der Post gekommen. Dort steht auf den Seiten 16-17 ein sehr informativer Artikel über die neu auf den Markt kommende Maschine von Hermle, über die C 40 U, das neue 5-Achs-Universalbearbeitungszentrum.
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02.06.02 21:20:54
Hallo!
Ich finde Hermle fundamental überzeugend. Es gibt kaum einen deutschen Maschinenbauer mit ähnlich beeindruckenden Kennziffern.
Auch der Langfristchart sieht richtig lecker aus.
Bin auf der Suche nach ähnlichen Rosinen. Mein Portfolio umfasst neben Hermle derzeit auch König und Bauer, Schöller-Bleckmann (WKN 605283), als Squeeze-out Fantasie Stollwerck,
Catalyst Semiconductor (CATS) und Salzgitter. Cash ist da, als mögliche Ergänzungen beobachte ich derzeit v.a. Westag u. Getallit, Elringklinger, Reuters (Turnaround ??), BUS (möglicher Squeeze-out) und Wanderer (Mutter von Böwe).
Wer hat noch Ideen für mittel bis langfristige Anlagemöglichkeiten.

Danke

Heulsusi
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03.06.02 09:51:26
Obwohl ich schon sehr lange intensiv suche, habe ich noch keine ähnlich guten Rosinen gefunden. Die anderen Werte in meinem Depot sind nicht von derselben Klasse wie die Berthold Hermle AG.
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03.06.02 11:14:57
@Heulsusi:
Deine Depotwerte und Watchlistwerte, sind größtenteils auch werte die ich auf der Watchlist habe. Ich könnte mir vorstellen das dir eine Renk recht gut gefällt. Kannst du dir ja mal anschauen.

@Hilberna:
Welche Werte hast du denn noch im Depot?
Würde mich echt interessieren. Ich kenne zwar einige Werte die eine ähnliche Klasse haben wie Hermle. Aber die sind meist auch teurer.

mfg thomtrader
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03.06.02 11:49:53
@thomtrader
Ich habe z.Bsp. Winkler + Dünnebier kürzlich in mein Depot gelegt. Doch W+D befindet sich erst in einer Situation wie Berhold Hermle in 1994, das heißt am Anfang einer großen Restrukturierung. Wenn die Restrukukturierung gelingen sollte, sind die Chancen einer Wertsteigerung riesig groß. Ob die Restrukturierung gelingt, läßt sich aber nicht mit Sicherheit voraussagen.

Hermle machte vor seiner Restrukturierung in 1994 einen Umsatz von 36.4 Mio Euro bei einem Verlust von 3 Mio Euro. In 2002 erreichte Hermle einen Umsatz von 162 Millionen Euro bei einem Jahresüberschuß von 26.5 Millionen Euro. Im Zeitraum 1994 bis 2002 wies Hermle Wachstumsraten in Umsatz und Gewinn aus, wie sie von den Neue Markt Firmen versprochen worden sind, aber in der Mehrheit nicht erreicht wurden.

Begleitet wurde dieses Wachstum durch jährlich sehr konservative, vorsichtige Prognosen des Vorstandes, die die Anleger regelmäßig etwas abgeschreckt haben. Im Gegensatz zu den Neue Markt Firmen stapelte der Vorstand bei seinen Prognosen immer tief, sehr tief.

Doch im Gegensatz zu den Neue Markt Firmen, die auch heute nach dem Kursverfall in der Mehrheit noch beim KGV überbewertet sind, ist Hermle mit einem KGV bewertet, als ob Hermle eine marode Firma ist. Eine wesentliche Ursache für die Unterbewertung liegt sicher darin, daß Hermle in keinem Segment vertreten ist, daß von den Analysten und Fondmanagern beobachtet wird. Aber mit einer Hermle kann man auch die Performance der Fondmanager übertreffen. Ich habe meine Hermle in 1995 mit einem Kurs von ca 7 Euro gekauft. Heute steht Hermle bei ca 25 Euro.
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03.06.02 12:00:58
W+D ist für meine Begiffe teuer + schlecht.

Würde dort nicht zuviel Hoffnung auf eine Restrukturierung reinstecken, der Vorstand ist schon länger mit den Schwierigkeiten überfordert und schon der Börsengang war eine Abzocke...

Ciao Nick
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03.06.02 13:09:05
@Nick
meine Antwort zu Deinem Beitrag steht bei Winkler + Dünnebier.
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03.06.02 20:18:25
Hallo zusammen!
Freut mich, dass sich auf mein Posting doch einige Leute melden. Ich denke, wir liegen bzgl. Anlageentscheidungen gut auf einer Wellenlänge.
Winkler und Dünnebier lebt meiner Meinung nach momentan eher von Übernahmefantasien.
Ein wirklich interessantes Investment könnte auch Fuchs Petrolub sein. Fundamental denke ich dürfte nach unten nichts anbrennen, die Zahlen waren soweit o.k. und keinen Menschen (=Analyst) interessiert die Aktie. Betrachtet man den längerfristigen Chart, so könnte sich bei ca. 50.- Euro ein Doppelboden (W-Formation) gebildet haben, was auf weiter steigende Kurse schließen lassen könnte.

Meinungen hierzu?

Gruss

Heulsusi
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03.06.02 22:49:46
Und noch ein Wert, auf den sich ein Blick lohnen könnte:

KSB St., Weltmarktführer bei Pumpen. Notiert momentan am Buchwert, Verschuldung nahe Null! Interesse der Analysten: ebenso nahe Null. In drei Tagen ist HV, Dividende 4.- Euro.
Auch interessant: KUV 0,16!!
Problem: Niedriger Streubesitz.


Gruss


Heulsusi
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04.06.02 11:56:17
Wird Hermle ein Nischenspieler (mit sehr guten Margen etc.) bleiben, oder werden sie ernsthaft größere Konkurrenten einholen und auch im Massenmarkt ein wichtige Rolle spielen können?
Oder ist das gar nicht das Ziel von Dietmar Hermle?
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04.06.02 13:20:51
@Simonswald
Im Werkzeug- und Formenbau dürfte Hermle in Europa nach Gildemeister der zweitgrößte Hersteller sein, gefolgt von Mikron. Dies ist schon ein recht großer Markt. In diesem Segment werden die Maschinen am meisten gefordert bezüglich der Vielseitigkeit der Inanspruchnahme bei gleichzeitig sehr hoher Genauigkeit. Tendenziell werden dabei eher recht kleine Lose, bzw. sogar Einzelstücke beim Anwender der Hermle-Maschinen gefertigt. Ich könnte mir vorstellen, daß Hermle sich auch in Zukunft darauf konzentrieren wird, Maschinen zu verkaufen in den Bereichen, in welchen die Anforderungen bezüglich Vielseitigkeit und Genauigekeit sehr hoch sind.

Daneben gibt es bei den Fräs-Anwendungen aber noch den großen Bereich der Serienfertigung, wobei große Lose hergestellt werden, also sehr viele Stücke der gleichen Art. Die großen Konkurrenten von Hermle zeichnen sich unter anderem dadurch aus, daß sie den Serienmarkt der Fräsanwendungen mehr bedienen.

Hermle beschränkt sich bisher fast ausschließlich auf die Technologie des Fräsens. Ferner bieten die großen Konkurrenten auch Maschinen an, die drehen und welche, die erodieren.

Ich nehme nicht an, daß Hermle kurzfristig im Massenmarkt eine wichtige Rolle spielen möchte. Großes Entwicklungspotential gibt es noch im Export. Hier hat Hermle mit den neuen Vertriebstöchtern in den Niederlanden, Italien und bald Benelux die richtigen Schritte eingeschlagen.
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04.06.02 19:18:23
@Heulsusi:

KSB und Fuchs sind zwar von der Qualität her mit Hermle nicht vergleichbar, beide sind aber trotzdem ausgezeichnete antizyklische Kaufgelegenheiten. Ich habe momentan zwar keine Aktien diese Kategorie im Depot, überlege mir aber in nächster Zeit eine dieser Aktien ins Depot zulegen.
Deine Aktienauswahl gefällt mir sehr. :)

mfg thomtrader
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04.06.02 20:29:21
Hallo thomtrader!

Danke für Dein Kompliment. Die Auswahl meiner Aktien beruht zum Großteil (gebe ich offen und ehrlich zu) auf der hervorragenden Arbeit, die sich manche User hier im Board machen. Hierzu zähle ich u.a. Mandrella (wir hatten übrigens mal ein gleiches "Hobby": PA Power!!) Dazu vergleiche ich Daten dann mit den mir zugänglichen Fundstellen und treffen Anlageentscheidungen nicht zuletzt auch aus dem Bauch heraus. Hermle halte ich für ein Bombeninvest, das beweist auch der Langfristchart.
Ich bin allerdings noch auf der Suche nach einer Art "Puma vor zwei Jahren", also ein Turnaround erster Güte. Die habe ich leider noch nicht gefunden. Ich hatte vor ca. einem Jahr konkret Dräger (bei unter 9.- Euro) im Visier, hatte dann aber doch nicht den Mut zu kaufen. Hier denke ich aber, dass trotz des fulminanten Anstiegs die Turnaround-story noch nicht zu Ende ist. Ich würde hier aber eher einen Rückgang auf 15 - 16.- Euro zum Einstieg nutzen.

Vielleicht hat hierzu jemand eine Idee?


Gruss

Heulsusi
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04.06.02 21:15:59
@Heulsusi
meine Anmerkungen zu Drägerwerk findest Du bei der Aktie von
Drägerwerk in meinem Beitrag.
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05.06.02 10:25:40
Die METAV findet vom 04.-08.06. in Düsseldorf statt. Kann jemand von Euch über den Messestand von Hermle berichten? Insbesondere interessiert mich, wie die neue Maschine von Hermle, die C40 U dynamic bei den Kunden ankommt.

Hermle scheint ja im Gegensatz zu Gildemeister den konven-
tionellen Antrieb beizubehalten und nicht den Linearantrieb
einzuführen. Hat jemand eine Meinung dazu, welches Antriebskonzept das bessere ist?
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05.06.02 12:40:47
Hermle kaufen
Quelle: FINANZWOCHE
Datum: 05.06.02

Die Analysten des Börsenbriefs "Finanzwoche" bewerten die Hermle-Aktie mit "kaufen". Die Aktie bleibe der bestverdienende Maschinenbautitel, im Branchenvergleich sei sie weiter deutlich unterbewertet. Die Dividende werde für das letzte Jahr auf 1,65 Euro angehoben, wobei eine Dividendenrendite von fast 7% unter dem Strich stehe. Dies entspreche vor dem Hintergrund, dass ab dem laufenden Jahr nur noch der halbe Dividendensatz zu versteuern sei, einer Rendite von fast 10%. Damit sei Hermle die renditestärkste deutsche Aktie vor gleichzeitig ausgezeichnetem Substanzhintergrund. Die Empfehlung der Analysten von "Finanzwoche" für Hermle lautet "kaufen".
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06.06.02 17:42:23
Börse Online hat in der heutigen Ausgaben nach dem Berichten des Jahresergebnisses durch Hermle jetzt seine Ergebnisprognose für 2003 aktualisiert.

Börse Online prognostiziert für 2003 eine Ergebnis von 5.50 Euro. Bei einem Aktienkurs von 24.15 Euro am 04.06.02 weist Börse Online für Hermle ein 2003er KGV von 4.4 aus.
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06.06.02 21:15:18
@Hiberna

Die Prognose von börse online kennzeichnet die research-Qualitäten
und Aktualität dieses Trendjournals.
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07.06.02 11:21:04
Auf den Hompage von Hermle ist unter Hermle an der Börse / Veröffentlichungen / Pressemitteilungen die Rede des Vor-
standsvorsitzenden zur Bilanzpressekonferenz veröffentlicht.
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07.06.02 12:45:26
Wer hat schon den neuen Geschäftsbericht? Welchen Anteil macht 2001 der Bereich Service/Wartung/Beratung am Umsatz aus?
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07.06.02 13:52:10
Ich habe den Geschäftsbericht nach der Bilanzpressekonfer-
enz angefordert, aber noch nicht erhalten. Im Internet auf
der Homepage von Hermle ist der Geschäftsbericht einsehbar und kann auch herunter geladen werden.
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09.06.02 22:52:24
zu BO:
Sie prognostizieren einen Gewinn von 5,50 Euro
pro aktie in 2003. So so.
Da steckt nichts dahiner. Das ist geraten.
Auch die Dividenden für 02 und 03 sind
geraten. Buchwertenangabe für
Hermle ist auch noch für 2000.

Fazit: NIX drauf geben.

Den GB habe ich mir angeschaut. Liquide Mittel sind
stark angestiegen. Wohin bloss mit der ganzen Kohle?
Der Vorstand ist aber nicht dumm, er wird schon
wissen, was er damit machen muss. insbesondere
bei dem bevorstehenden Abschwung ist es gut,
dass man nicht auf Banken angewiesen ist.

Ich hoffe, dass der Vorstand jetzt in der Abschwungperiode
investieren wird. Das kann man nicht machen, wenn
man hohe Bankverbindlichkeiten hat. Jetzt sind
die (Personal-)Kapazitäten nicht so stark ausgelastet
und beim nächsten Aufschwung bleibt keine für Investitionen,
da muss Umsatz gemacht werden und Kohle verdient werden.
Die Analysten werden das nicht verstehen (Hosenscheisser).
Langfristig jedoch die beste Strategie.
Pulver trocken halten, vielleicht kann man
ja bald auch günstig akquirieren.

Hermle - weiter so. Mein Vertrauen hat die Company.

Trick17
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10.06.02 10:48:58
@Trick 17
Ich habe die gleiche Meinung wie Du zu dem positiven Effekt der hohen liquiden Mittel.

Investitionsmöglichkeiten ergeben sich jetzt, wo der Absatz nicht so gut läuft wie im letzten Jahr, vor allem noch im Vertrieb. Der Vorstand hat ja damit begonnen, zusätzliche Auslandstöchter zu gründen. Da wird dann eventuell auch noch das eine oder andere Vorführ- und Schulungszentrum nebst Ausstattung mit eigenen Maschinen benötigt.

Die eigene Montage- und Ferigungskapazität dürfte ja zur Zeit groß genug bemessen sein im Anschluß an die Kapazitätserweiterungen im Vorjahr. Gewundert hat mich, daß der Vorstandsvorsitzende in seiner Rede zur Bilanzpressekonferenz nichts ausgesagt hat zu der Investition für einen Hallenneubau in Mössingen. Vielleicht steht aber etwas in dem Geschäftsbericht, der mir noch nicht vorliegt.

In der Rede zur BPK schreibt der Vorstand, daß die Kapazitäten im Vorjahr bis zu der Obergrenze ausgelastet waren und daß Arbeitsspitzen nur durch Überstunden und die Nutzung von Arbeitszeitkonten ausgeglichen werden konnten. Das könnte aber bedeuten, daß der Umsatzrückgang von 20 Prozent im ersten Quartal 2002 gar nicht zu einer Unterbeschäftigung, bzw. nicht zu einer hohen Unterbeschäftigung geführt hat. Bei 35 Wochenstunden Normalbeschäftigungs-Arbeitszeit machen 20 Prozent 7 Stunden die Woche aus. Diese 20 Prozent weniger kann also zum Teil erst mal über einen Wegfall von Überstunden aufgefangen werden und ferner über einen gewissen Zeitraum hinaus über das Zurückfahren von Guthaben auf den Arbeitszeitkonten. Ich mache mir noch keine Sorgen über eine drohende Unterauslastung mit sehr hohen negativen Ergebniseinflüssen.
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10.06.02 11:28:42
Interessant ist auch ein Vergleich der Kursverläufe von Gildemeister und Hermle.

Gildemeister hat gerade die 200 Tagelinie und den Widerstand bei 9 Euro nach unten durchbrochen. Hermle ist dagegen in den letzten Tagen bei schwachem Gesamtmarkt bis an den Jahreshöchstkurs gelaufen. Hermle sollte bei besseren Gesamtmarkt noch mindestens das AlltimeHigh, die 30 Euro aus 2001 erreichen.
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10.06.02 21:43:27
@Hiberna

Hermle ist derartig profitabel, die 20% Umsatzrückgang
sind dch lächerlich. Wenn dieses Jahr 125
Millionen euro umgesetzt werden ist das immerhin
das dreifache von 1997. Auch bei diesem
Rückgang wird noch fett Geld verdient und
die liquiden Mittel weiter ausgebaut.
Rote Zahlen gibt es bei Hermle wohl erst wieder wenn der
Umsatz auf unter 70 oder 80 Millionen Euro
zurückgeht. Das erwarte ich aber nicht.
Ausserdem ist die Finanzausstattung bei Hermle
so gut, dass sie eine solche Fastenzeit locker durchstehen.
Gildemeister war dann aber in der Zwischenzeit schon
dreimal beim amtsgericht, ist jedenfalls
meine Einschätzung.

Das mit der Halle hört sich sehr gut an, war mir völlig neu.

Auslastung 2001: Die Mitarbeiter haben letztes Jahr rangeklotzt.
Jeder von Ihnen hat Hermle einen Überschuss von 50.000
euro beschert. Soll sich der VV dann auf der BiPK
hinstellen und sagen: wir haben ne ruhige Kugel
geschoben? Die Hälfte der Kollegen würde wahrscheinlich
kündigen....

Ich gönne Ihnen jede freie Stunde vom Herzen!

Fleißig, diese Schwaben!

trick17
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11.06.02 09:28:30
@trick17-2
Zu der neuen Halle in Mössingen:
In 2000 wurde in Mössingen eine Hermle Maschinenbau GmbH gegründet, die dann Lohnarbeiten für die Hermle AG in Gosheim ausführte. Laut Presseinformation von Hermle vom 30.08.2001 war bei der Tochterfirma Hermle Maschinenbau GmbH ein neues Montagewerk geplant. Mich hat nun erstaunt, daß in der Vorstandsrede zur Bilanzpressekonferenz keine Information zu dem neuen Montagewerk enthalten war, dessen Baustart doch für den November/01 vorgesehen war.

Den Geschäftsbericht 2001 habe ich noch nicht erhalten. Weiß jemand, was aus dem geplanten neuen Werk geworden ist?
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12.06.02 09:57:04
zu #94

Wenn man sich auf die Daten aus Börse Online bezieht (ich habe mir diese vergangene Woche in der Bibliothek durchgesehen), errechnet man für Gildemeister sogar eine höhere Umsatzrendite(=Nettomarge) (ca.24%) als für Hermle (rund 20%).

Sind die Zahlen in Börse Online so nicht richtig oder bin ich einem Rechenfehler unterlegen?
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12.06.02 10:18:56
Gildem. hat auf jeden Falle eine Nettomarge <10 %
Spontan schätze ich mal max. 5%...

Ciao Nick
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12.06.02 11:06:12
@Simonswald
Um die Nettoumsatzrendite zu errechnen, muß ich das Nettoergebnis ins Verhältnis zum Umsatz setzen. Da das Nettoergebnis in Börse Online nicht ausgewiesen wird, kann die Nettoumsatzrendite auch nicht aus der Statistik von Börse Online errechnet werden, zumindest nicht direkt ohne Umwege. Das Nettoergebnis betrug bei Gildemeister 41 Mio Euro bei einem Umsatz von 1144,2 Mio Euro, woraus sich eine Nettoumsatzrendite von 3.6 Prozent errechnet für Gildemeister. Bei Hermle betrug die Nettoumsatzrendite 16.3 Prozent. Alle Angaben beziehen sich auf das Gesamtjahr 2001 und sind aus den Geschäftsberichten der beiden Gesellschaften entnommen. Die Geschäftsberichte werden von den jeweiligen Gesellschaften auf Anfrage kostenlos zugesendet.

Aussagefähiger ist jedoch die Bruttoumsatzrendite, also das Ergebnis vor Steuern ins Verhältnis gesetzt zum Umsatz. Sonst würden Unternehmen mit steuerlichen Verlustvorträgen optisch besser dastehen. Die Bruttoumsatzrendite betrug bei Hermle 24 Prozent und bei Gildemeister 4,2 Prozent.

Um seine magere Umsatzrendite etwas zu verschönen, führt übrigens Gildemeister eine neue Definition von Umsatzrendite ein. Auf dem hinteren Umschlagdeckel des Geschäftsberichtes definiert Gildemeister die Umsatzrendite als das Verhältnis von (Jahresüberschuß + Zinsen auf das Fremdkapital) zum Umsatz. Durch das Dazuaddieren von den Fremdkapitalzinsen verbessert Gildemeister seine ausgewiesene Umsatzrendite.
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12.06.02 17:27:20
Gildemeister erwartet einen höheren Auftragseingang im zweiten Quartal verglichen mit dem ersten Quartal, vor alleim aufgrund eines erfolgreichen Auftragseingangs auf der Metav-Messe in der vergangenen Woche. Dies könnte auch ein gutes Zeichen für Hermle sein. Ich vermute, daß dann die Branche insgesamt Auftragszuwächse erzielt hat, daß also Gildemeister seine zusätzlichen Aufträge nicht auf Kosten von Hermle reingeholt hat.

Hermle selbst wird wahrscheinlich nicht vor der Hauptversammlung am 9. Juli eine Aussage zum Auftragseingang im zweiten Quartal machen. Zur Information ist die heutige Meldung von Gildemeister über den Auftragseingang bei der Metav-Messe unten dargestellt:

„Nachrichten: Auftragseingang bei Gildemeister über den Erwartungen Wie vwd heute berichtet, wird die Gildemeister AG das zweite Quartal mit einem höheren Auftragseingang als zuletzt erwartet abschließen. Verantwortlich hierfür sei der positive Verlauf der METAV, der Leitmesse in der Metallverarbeitung. An den fünf Messetagen habe Gildemeister 170 Maschinen verkaufen können sowie einen Auftragseingang von 27,8 Mio EUR verbucht.
Der Auftragseingang werde vor diesem Hintergrund von April bis Juni über dem des ersten Quartals von gut 235 Mio EUR liegen. Wie es weiter heisst, werde sich der positive Verlauf der METAV auch auf den Umsatz und das Ergebnis des zweiten Quartals auswirken, sagte eine Sprecherin zu vwd, habe aber die Abgabe einer genauen Prognose als noch zu früh bewertet."
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13.06.02 09:38:33
Anbei ein Zeitungsartikel aus der Saarbrücker Zeitung von heute:

Rendite-Maschine aus Schwaben
Gosheim. Die Aktie der Maschinenfabrik Berthold Hermle scheint sicherer als manche Anleihe - genau das Richtige in diesen Börsenzeiten. Vielen Anlegern hat die anhaltend schwache Entwicklung der Weltbörsen jegliche Lust auf risikoreiche Glücksspiele verdorben. Defensive Titel sind gefragt. Weil spektakuläre Kurssprünge aber nicht von ihnen zu erwarten sind, muss die Dividenden-Rendite stimmen. Eberhard Weinberger wurde in der zweiten Reihe fündig: "Hermle bringt mehr Ausschüttung als Bundesanleihen und dürfte sicherer sein als die Anleihen mancher Telekommunikations-Konzerne", erklärt der Vermögensverwalter bei Dr. Ehrhardt Kapital.
Der Vorstand des Industrie-Unternehmens aus Gosheim in Baden-Württemberg wird in der Hauptversammlung am 9. Juli einen Einmal-Bonus von 40 Cent auf die Dividende von 1,25 Euro pro Aktie vorschlagen. "Mit einer Dividende von 1,65 Euro erreicht die Aktie eine Dividenden-Rendite von fast sieben Prozent", so Weinberger. Aber: "Nicht nur die Rendite der Aktie, sondern auch die Substanz des Unternehmens macht eine Investition in Hermle interessant." In den vergangenen sechs Jahren konnte das auf Bohr- und Fräsmaschinen spezialisierte Unternehmen stets neue Rekord-Ergebnisse mit beeindruckenden Gewinn-Margen vorweisen: Im vergangenen Geschäftsjahr stieg der Konzernüberschuss um 46 Prozent auf 26,5 Millionen Euro.
2002 macht sich die Konjunkturlage bemerkbar: Vorstandssprecher Dietmar Hermle erwartet ein Umsatzminus zwischen 15 und 25 Prozent. Dennoch wird Hermle besser dastehen als viele Konkurrenten, die die schwache Konjunktur deutlich früher zu spüren bekamen. "Ungeachtet dessen ist die Aktie im Branchenvergleich deutlich unterbewertet", so Weinberger. Eine Konjunkturwende könnte diesen Abschlag beseitigen. teb
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13.06.02 10:00:28
@Hiberna

Um zum Jahresüberschuss zu gelangen, hatte ich die Zahl der Aktien (bei Hermle inklusive der Stämme) mit dem Ergebnis je Aktie mulitpliziert und dann zum Umsatz ins Verhältnis gesetzt.

FEHLERQUELLE: Börse Online druckt für Gildemeister als Umsatz 144 Mio Euro. (Richtig ist 1044 Mio Euro, wie du schreibst) Da hat ein Mitarbeiter bei der Dateneingabe wohl geschlampt und eine "0" vergessen einzugeben...
Man sollte also stets sich auf die Geschäftsberichte und nicht auf Sekundärangaben beziehen, auch wenns mehr Mühe macht.

Bei dem von dir angegebenen Umsatz, ermittle ich die selben Umsatzrenditen wie du.
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