Royal Dutch will Barrett um jeden Preis - 500 Beiträge pro Seite



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Wenige Tage nachdem Barrett ein freundliches Übernahmeangebot abgelehnt hat, versucht es Royal Dutch mit massivem Druck. Der niederländisch-britische Energiekonzern hat sein Angebot an den US-Erdgas-Produzenten auf 0,55$ pro Aktie erhöht. Dies entspricht einer Prämie von 24% auf den Schlusskurs vom 28. Februar des Jahres - dem Stichtag der vorangegangenen Offerte. Auch wenn die ungewohnte Aggressivität, mit der sich die Europäer das amerikanische Unternehmen offenbar einverleiben wollen, zunächst verwundert, so steckt hinter ihrem Verhalten doch System.

Gemessen an den bei Royal Dutch sonst üblichen Größenordnungen würde eine Übernahme von Barrett kaum ins Gewicht fallen. Der jetzt diskutierte Kaufpreis von 2,2 Mrd.$ entspricht gerade einmal 1% der Marktkapitalisierung des Ölkonzerns, die derzeit auf 215 Mrd.$ beziffert wird. Was den Deal für Royal Dutch vielmehr interessant macht, ist der Umstand, dass durch eine Akquisition das lukrative Geschäftsfeld Erdgas weiter ausgebaut werden könnte. Nicht erst seit heute spricht viel dafür, dass Erdgas, das schon jetzt zur Stromerzeugung und zum Betrieb von Verbrennungsmotoren genutzt wird, in Zukunft zu einem unverzichtbaren fossilen Energieträger werden wird. Dies hat auch Royal Dutch – freilich weit früher als die Konkurrenz – erkannt und quer über den Erdball, insbesondere im asiatisch-pazifischen Raum, im großen Stil hinzu gekauft.

Erst letzte Woche stimmte Fletcher, der größte neuseeländische Erdgas-Produzent, der Übernahme durch Royal Dutch zu, wohingegen die Bemühungen um Woodside Petroleum, den Branchenpriumus in Australien, noch andauern. Auf dem us-amerikanischen Markt rangiert Royal Dutch hinter den Konkurrenten Exxon Mobil, BP Amoco and Texaco derzeit nur auf dem vierten Platz. Auch wenn der Zukauf von Barrett an dieser Rangfolge nicht ändert wird, dürfte sich die Investition dennoch lohnen. Allein im letzten Jahr stieg der Preis pro Kubikmeter Gas in den USA auf über das Doppelte. Darüber hinaus hat US-Präsident Bush bereits zu verstehen gegeben, dass er der Erschließung neuer Erdgasvorkommen selbst dann keine Steine in den Weg legen wird, wenn die Lagerstätten in Naturschutzgebieten liegen sollten.




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