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Die Unsicherheit über UMTS lastet auf den Kursen der Telekom- und Technologie-Aktien. Bank-Aktionäre fürchten, dem ersten UMTS-Unternehmen könnte die finanzielle Luft ausgehen.

Die Terminverschiebungen künftiger asiatischer Betreiber von UMTS-Netzen bestärken die Unsicherheiten. Da hilft es auch wenig, wenn die europäische Vivendi Universal bekräftigt, ihr UMTS-Netz in Monaco Ende Juni diesen Jahres in Betrieb nehmen zu wollen. Das wäre eines der ersten UMTS-Netze weltweit. Vielleicht kommt man dann der Antwort auf die Frage ein Stück näher, wie dieser neue Dienst angenommen wird, obwohl Monaco nicht gerade als repräsentativ gelten kann.

Nachdem im letzten Jahr bei den Lizenz-Versteigerungen in England und Deutschland noch ungebremste Gier herrschte und die eine oder andere Milliarde mehr kein Problem darstellte, herrscht jetzt Katzenjammer. Der Schwarze Peter wird in der Gegend herumgeschoben. Der Aufbau der Infrastruktur dauere länger wie geplant, sagen die einen und glauben an einen Start von UMTS erst im Jahre 2005. Die anderen klagen, es gäbe keine Endgeräte, die dritten wollen angeblich zu viel gezahlte Lizenzen zurück.

Erst einmal muss kräftig investiert werden. Da der Weg über Aktienemissionen zurzeit wenig lukrativ ist, werden Schulden gemacht . France Telecom platziert mit insgesamt 16,4 Mrd.$ die größte Anleihe, die jemals ausgegeben wurde. Der Zinsaufschlag verdeutlicht, wie dringend das Geld gebraucht und wie hoch das Risiko solcher Geldbeschaffungs-Maßnahmen eingestuft wird.

UMTS erinnert an BTX Mitte der 80-er Jahre. Damals wurde mit großem Aufwand versucht, diese Technologie zu einer Art Geheimwaffe für alles und jedes hochzustilisieren. Zu geringe Fokussierung und hoher technischer Aufwand führten zum Flop. Die französische Minitel-Alternative wurde dagegen mit wesentlich weniger Aufwand und Anspruch seinerzeit ein voller Erfolg. Mit UMTS tritt nun wieder ein Medium an, das alles können soll – noch dazu überall. Vom mobilen Fernseher über den Ersatz von Radio und Musikabspielgeräten bis hin zum Internetzugang und zur Bildnachricht mittels eingebauter Kamera gehen die Träume. Wird das in der umfassenden Form gebraucht? Die Zweifel werden immer größer. Entsprechend schillernd sind die neueren Prognosen.

Accenture, die ehemalige Andersen Consulting, hat in einer breit angelegten Untersuchung zwar eine große Nachfrage nach hochwertigen Mobilfunkangebote herausgefunden. Dabei stehen aber standortbezogene Dienste im Vordergrund, die etwa die nächste Bezugsquelle für ein bestimmtes Produkt nachweisen, ein Restaurant in der Nähe ermitteln oder Preisvergleiche zwischen Anbietern am aktuellen Standort ermöglichen.

Besonders prägnant hat vor einigen Tagen Merrill Lynch Stratege Steve Milunovich den unnötigen technischen Aufwand gegeißelt: „Wir bauchen diese stinkenden 3G-Datenraten nicht!“. Er empfiehlt, zwischen portablen und mobilen Anwendungen zu differenzieren und unterschiedliche Wege bei den Netzwerkinfrastrukturen zu gehen .

Während Durlacher Research eine Umsatzsteigerung mobiler Datendienste in Europa von 6,5 Mrd.$ auf 76,4 Mrd.$ im Jahre 2005 erwartet, ist die englische Venturecapital-Firma ETF skeptisch. Die Schuld wird den Handy-Herstellern in die Schuhe geschoben, die zu wenig täten, um mit interessanten GPRS-Geräten den Markt auf Touren zu halten. Daher würden die Hälfte aller Unternehmen, die in UMTS investieren auf Sicht von 12 Monaten vom Markt verschwinden.

GPRS (general Packet radio System), eigentlich als Zwischenlösung gedacht, wird von Durlacher eine erhebliche Bedeutung zugemessen. Insbesondere WAP-Dienste sollten stark von der höheren Übertragungsgeschwindigkeit profitieren. Daran knüpft auch Forrester Research an. Im Jahr 2004 soll jeder dritte Europäer -rund 220 Millionen- hauptsächlich per WAP-Handy mobil im Internet surfen. Derzeit würden schon viele der etwa 130 Millionen Mobiltelefon-Besitzer Daten übertragen. Darunter versteht die Marktforschungsgesellschaft hauptsächlich die 2 Milliarden SMS-Texte, die monatlich versandt werden. Dies drücke aber aus, dass sich Europa zur führenden Region des mobilen Internet-Zugriffs entwickeln könne.

Accenture sieht in der Kombination von GPRS und WAP ebenfalls eine große Perspektive. Echte Multimedia-Angebote würden zu Beginn des UMTS-Betriebs noch Probleme mit der verfügbaren Datenrate und entsprechend leistungsfähigen Endgeräten haben. Man erwartet eine Übergangszeit von fünf Jahren, gerechnet ab der Stunde Null, dem Start von UMTS, den Accenture im Jahr 2003 sieht.

Die Tochter des weltweit zweitgrößten Anbieters mobiler TK-Infrastruktur Ericsson Ericsson Consulting sieht vorher, dass allein in Deutschland innerhalb der nächsten sieben Jahre 730 Mrd.DM in UMTS investiert werden. 230 Mrd.DM entfielen auf Lizenzkosten, Infrastruktur und Vermarktung. Der Rest soll von Banken und Anbietern neuer Dienste investiert werden. Die überwiegende Mehrheit der befragten Großunternehmen äußerten die Erwartung, dass M-Commerce die wichtigste Anwendung von UMTS sein werde.






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