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Nur für echte Antizykliker: CISCO vor TURNAROUND...... - 500 Beiträge pro Seite



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...auch wenn Pappnasen und ANALytiker es als Letzte mitkriegen werden:"Helle Zukunft für CISCO"!






Bei Cisco richten sich alle Augen auf den Chefstrategen Mike Volpi


SIGRUN SCHUBERT, SAN FRANCISCO


In guten Zeiten macht es Spaß, ein Wunderkind zu sein. Mit der Zahl der Aufgaben wächst auch die Erfolgsquote – jede neue Herausforderung bietet die Chance, das eigene Talent noch einmal zu beweisen. Was aber, wenn sich auf einmal alles gegen einen verschwört? Wenn die Kräfte, die einen getragen haben, sich unvermittelt als starke Gegner erweisen? An solch einem Wendepunkt steht Michelangelo „Mike“ Volpi, Chefstratege bei Cisco, dem größten Anbieter von Internet-Infrastruktur.

Lesen sie hier das vollständige Interview mit Mike Volpi im Wortlaut.





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Während Cisco lange Zeit als das Unternehmen galt, das am stärksten und nachhaltigsten vom Internet-Boom profitierte, hagelt es nun schlechte Nachrichten. Als Cisco ankündigte, 8 000 Beschäftigte zu entlassen, galt das als der ultimative Warnschuss – schließlich war so etwas in der 17-jährigen Unternehmensgeschichte noch nie vorgekommen: „Wenn Cisco Leute entlässt, dann muss die Situation ernster sein, als wir erwartet hatten“, ahnte Analyst Christopher Stix von Morgan Stanley Dean Witter.

Weniger Kaufempfehlungen für Cisco

Stix steht mit seiner Meinung nicht allein da: Gleich reihenweise revidieren Finanzanalysten ihre Kauf-Empfehlungen für den High-Tech-Konzern. Nun lastet eine enorme Last auf Volpis Schultern: Schließlich muss er als Chef-Stratege dafür sorgen, dass Cisco weiterhin hohe Wachstumsraten aufweist, sonst ist das Vertrauen der Anleger auf lange Sicht dahin. Und ohne einen hohen Aktienkurs fehlt dem Unternehmen ein wichtiger Beschleuniger des Wachstums: Schließlich waren die Cisco-Papiere bei der Übernahme von High-Tech-Schmieden in der Vergangenheit eine wertvolle Währung. Allein im vergangenen Jahr kaufte Cisco – meist per Aktientausch – 22 Unternehmen mit viel versprechenden Technologien.

Die Neuerwerbungen erwiesen sich als äußerst lukrativ: 30 bis 50 % des Umsatzes erwirtschaftete Cisco in den vergangenen Jahren mit Produkten und Techniken, die das Netzwerk-Unternehmen ein Jahr zuvor noch gar nicht besessen hatte.

Volpi ein "aufsteigender Stern"

Wenn dieser Wachstumsmotor nun für längere Zeit stockt, wird auch der wirtschaftliche Erfolg Ciscos fraglich. Dabei hatte vor einigen Monaten doch alles noch so blendend ausgesehen: Im März 2000 hatte der Aktienkurs von Cisco einen Gipfel erreicht, die Marktkapitalisierung übertraf damals sogar kurzzeitig die der damaligen Nummer eins – des Softwarekonzerns Microsoft. Und Volpi galt als einer der wichtigsten Architekten des Erfolgs. Er sei ein „aufsteigender Stern“, lobte ihn sein Chef John Chambers damals.

Volpi sammelte eifrig Pluspunkte, es halfen ihm sein Technologie-Verständnis, sein strategisches Denken und die Fähigkeit, Teams zu schmieden und gut zu führen. Tatsächlich war der Aufstieg des gerade mal 34 Jahre alten Ingenieurs in eine der Schlüsselpositionen des Konzerns kometenhaft. Nachdem er als Newcomer bereits in den ersten Wochen bei Cisco seine Verhandlungsstärke unter Beweis gestellt hatte, wurde er kurzerhand zum Chef des Akquisitionsteams ernannt. Volpi organisierte die Übernahme von mehr als 42 Unternehmen und sicherte Cisco so den Zugriff auf neue, heiße Technologien und Talente aus dem Silicon Valley.

Auf den ersten Blick ist das erstaunlich. Volpi wirkt nicht wie ein aggressiver Verfolger möglicher Übernahmen. Der schlanke, dunkelhaarige Mann gibt sich ruhig, entspannt und angenehm – und ehrgeizig: „Ich wollte mich schnell weiterentwickeln“, erklärt er, warum er nach seinem Wirtschaftsstudium an der Elite-Uni Stanford bei Cisco anheuerte.

Chancen zur Weiterentwicklung gab es in Volpis Leben bisher reichlich: Sein Vater, Vittorio Volpi, ein Banker, wurde aus dem italienischen Mailand nach Japan versetzt, als Volpi sechs Jahre alt war. Neben Italienisch lernte Volpi fließend japanisch und englisch zu sprechen – bevor er sich 1984 zum Ingenieursstudium ins Silicon Valley aufmachte. Nach einem kurzen Zwischenspiel beim PC-Hersteller Hewlett Packard landete Volpi wieder in Stanford – das zusätzliche Studium der Wirtschaftswissenschaften sollte ihm den letzten Schliff für eine Karriere im Management eines High-Tech-Unternehmens geben.

Härtere Zeiten für Cisco

Das Gelernte wird er jetzt gut gebrauchen können – schließlich sind die Zeiten für Cisco härter geworden. Die Telekommunikationsunternehmen – wichtige Kunden von Cisco – haben ihre Investitionen in neue Internet-Infrastruktur teilweise bis zur Hälfte heruntergeschraubt, die Auftragslage ist mau.

Und als ob das nicht schlimm genug wäre, gelang es dem kleineren Rivalen Juniper Networks in den vergangenen Monaten auch noch, dem Riesen Cisco weitere Marktanteile abzujagen. Zwar ist Cisco im 2 Mrd. $ schweren Markt für Hochleistungs-Router – Schaltstellen, die den Internet-Verkehr an wichtigen Knotenpunkten regeln – mit 69 % Marktanteil immer noch die Nummer eins, doch Juniper holt auf.

Jetzt muss sich Volpi einiges einfallen lassen – leicht wird das nicht. Von Bescheidenheit zeigt er dennoch keine Spur: „Unsere Zukunft ist heller als die unserer größten Konkurrenten zusammen“, sagte er dem Handelsblatt.

Trotz dieser vollmundigen Verkündung ist eher Krisenstimmung angesagt: Cisco plant, den Bestand an Produkten einzuschränken, um die Krise zu meistern. Außerdem soll das Tempo der Akquisitionen verlangsamt werden – ein dramatischer Schritt für Cisco.

Wagner Rios, Analyst beim Marktbeobachter AMR Research glaubt, dass Volpi die Wende zum Guten gelingen kann: „Was er bisher geleistet hat, ist sehr beeindruckend.“

Aber nicht alle sind so optimistisch. Martin Pyykkonen, Analyst beim Investmenthaus C.E. Underberg, glaubt, die Herausforderungen für Volpi hätten den Gipfel noch längst nicht erreicht: „Es wird noch schlimmer werden, bevor es wieder aufwärts geht.“

Eine harte Probe für die Qualitäten eines Wunderkinds.



Das vollständige Interview mit Mike Volpi finden Sie am Montag in der "Netzwert"-Beilage im Handelsblatt.

HANDELSBLATT, Sonntag, 25. März 2001
wieso heißt der Thread eigentlich *Cisco vor dem Turnaround*, was einem subtilen pushversuch entspricht???? der vorletzte Satz unterstreicht doch eindrucksvoll die Aussage des Artikels: „Es wird noch schlimmer werden, bevor es wieder aufwärts geht.“ !!!!
Der Titel gibt meine persönliche (sublime?)Meinung zu Cisco wieder.

Was ich von manchen ANALysten halte, steht auch vorab zu lesen...
Na ja, ich will es mal so formulieren.

Cisco kann alte Höhen erreichen. Aber so richtig glücklich wird kaum einer damit. Die haben das gleiche Problem wie einige andere auch z. B. MSFT oder Nokia (wenngleich ich Nokia besser Chancen einräume). Das Problem ist weniger die Gnadenlos hohe Bewertung. Der Hund liegt im Wachstum begraben. Eine so riesige Fa. KANN nicht mehr so wachsen wie bislang.

Wer echtes Geld verdienen will sucht sich eine kleine Klitsche (oder besser 10 verschiedene). Hat er einen Treffer dabei, dann kann er sich zur Ruhe setzen ;)
Wenn nicht geht man halt weiter arbeiten, wie die meisten eben :)

Na ja, sagen wir mal eine kleine anständige AG mit einem guten Managment in einem aussichtsreichen Zukunftsmarkt reicht ja auch schon. Wer möchte nicht mal eine Nokia unten erwischen? ;)
@batterie:

Grundsätzlich muß ich Dir beipflichten, aber...

- ein gutes (echt gutes!) Management bewältigt auch schiere Größe ( Vergleiche langjährig z.B. die Daimler-Scheiße mit Siemens)

- Entlassungen in solcher Größenordnung sind noch stets heilsam für die Unternehmenskultur und damit shareholder value-steigernd gewesen.

- bei Telekommunikation (Nokia u.a.) ist einfach erstmal die Luft raus - und die UMTS-Euphorie ist was für Gläubige & Gesundbeter.
Noch mehr Argumente:



B Ö R S E viel zu pessimistisch

Der amerikanische Ökonom Allan Meltzer über Rezessionsängste und die Fehler von Notenbankchef Alan Greenspan.


© DER SPIEGEL vom 25. 03. 2001

SPIEGEL: Mr. Meltzer, amerikanische Hightech-Firmen wie Cisco, Dell oder Intel kündigen immer mehr Massenentlassungen an. Stehen die USA vor einer großen Wirtschaftskrise?
Meltzer: Ich kann nur davor warnen, solchen Nachrichten allzu viel Aufmerksamkeit zu widmen. Wer morgens die Zeitung aufschlägt, muss glauben: Oh, mein Gott, es sieht wirklich schlecht aus. Dabei liegt die Arbeitslosenquote weiterhin bei 4,2 Prozent. Und es entstehen nach wie vor über 100 000 zusätzliche Jobs pro Monat - unterm Strich läuft die Wirtschaft also recht gut.

SPIEGEL: Einige Ökonomen ziehen inzwischen aber schon Parallen zu den zwanziger Jahren, als der Aktiencrash die Große Depression auslöste.

Meltzer: Das ist viel zu pessimistisch. Als die Kurse 1929 nach unten rauschten, war die Situation völlig anders: Deutschland steckte in der Rezession, Großbritannien auch, und der Abschwung in den USA hatte begonnen. Aber seien Sie beruhigt: Im Mai 1930 hatten die Börsen schon wieder 60 Prozent ihrer Verluste wettgemacht.

SPIEGEL: Trotzdem ist erstaunlich, wie schnell die Stimmung umgeschlagen ist: Im Herbst schwärmte jeder noch über das amerikanische Wirtschaftswunder, und auch Europa galt als Hoffnungsträger.

Meltzer: Die Märkte neigen zu Extremen. Ich halte das für übertrieben. Eine Rezession haben wir in den USA erst, wenn die Wirtschaft zwei Quartale in Folge schrumpft. Dafür gibt es im Moment kaum Anzeichen. Ich glaube auch nicht, dass es, ausgehend von den USA, zu einer globalen Krise kommt.

SPIEGEL: Das Wachstum in den USA ist aber dramatisch zurückgegangen.

Meltzer: Kein Wunder. Wir haben eine Phase von eineinhalb Jahren hinter uns, in der die US- Ökonomie mit fünf Prozent wuchs. Alle Experten waren sich einig, dass dies über der gesunden Rate von drei Prozent liegt.

SPIEGEL: Wann geht es wieder aufwärts?

Meltzer: Meine Prognose lautet: Ab Mitte des Sommers gibt es eine merkliche Erholung. Die Autoindustrie kündigt bereits Produktionssteigerungen für das Frühjahr an. Und wer durch die Straßen der amerikanischen Großstädte läuft, sieht überall Schilder: "Mitarbeiter gesucht!"

SPIEGEL: Notenbankchef Alan Greenspan macht sich da mehr Sorgen.

Meltzer: Das sollte er auch, schließlich trägt er eine große Verantwortung. Deshalb hat er kräftig die Zinsen gesenkt. Die Geldmenge wächst schnell. Das wird die Ausgabenfreude der Verbraucher und die Investitionsbereitschaft der Firmen bald wieder heben.

SPIEGEL: Der Börse ist das zu wenig. Vergangene Woche stürzte sie ab, weil Greenspan nicht stark genug eingriff.

Meltzer: Die Märkte wünschen sich von Greenspan etwas, was nicht in seiner Macht steht. Sie wollen die Aktienkurse wieder dort sehen, wo sie vor einem Jahr waren - auf ihrem absoluten Höhepunkt. Aber die Notenbank kann nicht irgendwelchen Internet-Firmen neues Leben einhauchen.

SPIEGEL: Hätte Greenspan die übersteigerten Erwartungen der Börsianer nicht schon viel früher bremsen müssen?

Meltzer: Er hat immer wieder vor "irrationalem Überschwang" gewarnt ...

SPIEGEL: ... und diesen Überschwang zugleich durch eine Politik des leichten Geldes gefördert.

Meltzer: Das stimmt. Die Blase am Aktienmarkt ist auch deshalb entstanden, weil die Federal Reserve die Wirtschaft zu lange mit übermäßiger Liquidität versorgt hat, die auch in den Aktienmarkt floss. Insofern muss Greenspan heute für die Folgen seines früheren Handelns bezahlen. Auch er macht Fehler, das ist menschlich.

SPIEGEL: Wie sehr helfen im Kampf gegen die Rezession die riesigen Steuergeschenke von George W. Bush?

Meltzer: Der Präsident ist absolut auf dem richtigen Weg. Es ist immer richtig, die Steuern zu senken, auch wenn der Wachstumsschub vielleicht nicht so groß ausfällt, wie manche erhoffen.

SPIEGEL: Die Demokraten und viele Ökonomen sehen das anders.

Meltzer: Ich verstehe diese Leute wirklich nicht. Die sind gegen Steuersenkungen, wenn der Staat hohe Haushaltsüberschüsse macht, und sie sind dagegen, wenn er unter gewaltigen Schulden leidet. Im Klartext hieße das doch, dass man die Steuern niemals senken kann. So ein Unsinn.

SPIEGEL: Besteht aber nicht die Gefahr, dass die Rechnung am Ende nicht aufgeht und Bush mit seiner Drei-Billionen-Mark-Reform wie einst Ronald Reagan ein riesiges Defizit produziert?

Meltzer: Reagan hat nur deswegen so hohe Schulden hinterlassen, weil er auch die Verteidigungsausgaben stark erhöht hat und dadurch Michail Gorbatschow zur Beendigung des Kalten Kriegs zwang. Bush wird im allerschlechtesten Szenario ein Mini-Defizit hinterlassen. Wo ist das Problem? Ökonomisch lässt sich doch überhaupt nicht begründen, dass der Staat Überschüsse anhäufen soll. Das Geld gehört den Bürgern, und der Staat sollte es ihnen zurückgeben.

SPIEGEL: Bush gibt das Geld aber vor allem den Reichen zurück.

Meltzer: Viele Familien mit geringen Einkommen zahlen schon heute keine oder wenig Steuern. Sie können von einer Reform naturgemäß nicht profitieren. Wer aber einst die meisten Abgaben bezahlt hat, muss nun auch mehr zurückerhalten. Die Reichen werden dieses Geld ausgeben oder investieren, und beides ist gut für die Volkswirtschaft.

INTERVIEW: ULRICH SCHÄFER


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