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Medigene - der eigentliche Skandal - 500 Beiträge pro Seite



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Die Medigene-Adhoc zum vermutlichen Verlust der Rechte an
einer der wichtigsten Technologien (CVLP...)koennte mittlerweile
halbwegs eingepreist sein.Die finanziellen Konsequenzen wer-
den aber wohl erst im Laufe der Zeit klarwerden.
Unangenehmer Beigeschmack:Schon zur Bilanzerstellung muss die ak-
tuelle Prozessentwicklung klar gewesen sein,sonst waeren die
Schering-Umsaetze nicht mit Fragezeichen (wahrscheinlich Rueckzahlung)
versehen worden.
Die Meldung ueber den Prozessverlauf kam per Adhoc aber erst
ca 10 Tage spaeter,so dass Interessierte sich von ihren Aktien
trennen konnten.Der Kurs entwickelte sich entsprechend.
DER EIGENTLICHE SKANDAL ist aber der :
Aus einem Nebensatz einer Technical-Investor-Meldung geht hervor,
dass schon im Dezember,kurz vor Ablauf der Lock-up-Frist,die
Niederlage im Prozess gegen Loyola/Medimmune absehbar war:
Zitat :.....Loyola und Medimmune wiesen die Beschuldigungen den Angaben zufolge zurück und erhoben ihrerseits die gleichen Vorwürfe gegen
Medigene. Die Schadenersatzansprüche von Medigene habe das Gericht bereits im Dezember zurückgewiesen, nun werde auch das
Verfahren um das Eigentum an den Patenten abgelehnt werden. Ein Zeitpunkt für die Entscheidung über die Gegenklagen steht nach
Medigene-Angaben noch nicht fest. Zitatende.
Es war also schon im Dezember klar,dass der Prozess verloren gehen
wuerde.
Damals wurde mit keinem Satz der Stand der Dinge erwaehnt,nur der
Medigene-Kurs sank sofort mit Ablauf der Lock-up bis in heutige Tiefen.
Die Bedeutung des Verfahrens wird durch Medigene`s eigene Warnungen
im Emissionsprospekt klar.Die Vorentscheidung im Dezember haette
also als kursbedeutend unbedingt publiziert werden muessen,
stattdessen wird der Sachverhalt erst 3Monate spaeter bekannt,
alle Insider konnten sich,auch vor Inkrafttreten der neuen Publizi-
taetspflicht,von ihren Paketen trennen
Also wo ich mir schon die Muehe mache ,muss der Beitrag noch ein-
mal durchlaufen.
Wieso,bleibt noch zu fragen,haben unsere begnadeten Analysten,
allen voran Foertsch & Co,denen die Tatsachen doch wohl be-
kannt gewesen sein duerften,nicht von Medigene abgeraten sondern
diesen BETRUEGERVEREIN immer weiter empfohlen ?
Merke : Wer Betrueger wissentlich unterstuetzt,ist selber einer.
Hätten in diesem Fall geschädigte Kleinaktionäre Chancen auf Schadenersatz?
Natuerlich haben sie Anspruch auf Schadensersatz,da Medigene
wichtige Informationen unterschlagen bzw. zu spaet bekannt
gemacht hat.Durch die Gerichtstermine in Chicago laesst sich
genau nachweisen,wann die Firma von der Entwicklung gewusst
haben muss.Da die Firma statt Informationen ueber diese Ent-
wicklung falsche Jubelnachrichten verbreitet hat,hat sie die
Anleger getaeuscht.
Die Frage ist natuerlich,ob deutsche Gerichte das auch so sehen,
Da Medigene in den USA zwar nicht notiert sind,dortigen Anlegern
aber per NeuroVir Angebote und Informationen vorgelegt hat,
koennte eine Klage in den USA mehr Aussicht auf Erfolg haben.
Da in dem Prospekt zur NeuroVir-Uebernahme Ende Dezember
die gerichtliche Niederlage in Sachen Schadensersatz nicht erwaehnt
wird,koennte es sich um Prospektbetrug handeln.
Ausblick/Patentrechtsstreit belastet MediGene

München (vwd) - Überschattet von einem schwebenden Rechtsstreit in
den USA wird die MediGene AG, München, am Mittwoch ihre Bilanz für
das abgelaufene Geschäftsjahr 2000 vorlegen. Da das
Biotech-Unternehmen bereits Mitte März eine Vorschau auf seine Zahlen
gegeben hatte, erwarten Analysten nun vor allem Aussagen über
mögliche Konsequenzen aus dem Rechtsstreit beziehungsweise über
Fortschritte bei F+E und die klinische Erprobung neuer Therapeutika.
Das Bezirksgericht Chicago/USA hatte vergangenen Freitag die 1998
eingereichte Klage von MediGene gegen die Loyola Universität und
einen weiteren Beklagten abgewiesen.

Erst nach der Vorlage der schriftliche Begründung, die für den 4. April
erwartet wird, wollen MediGene und die per Kooperationsvertrag
verbundene Schering AG, Berlin, über das weitere Vorgehen
entscheiden. "Wir gehen davon aus, dass sich alle Beteiligten
außergerichtlich einigen", sagte eine MediGene-Sprecherin vwd. Mit der
Feststellungsklage will MediGene die Eigentumsverhältnisse an Patenten
für die sogenannte CVLP-Technologie klären lassen. Diese Technologie
dient zur Herstellung von virusähnlichen Partikeln, die in Medikamenten
zur Bekämpfung von Gebärmutterhalskrebs eingesetzt werden.

Sollte MediGene in diesem Patentstreit weder gerichtlich noch
außergerichtlich erfolgreich sein, müsste das Unternehmen nach
Einschätzung von Analysten das Projekt möglicherweise einstellen und
einen Teil der Entwicklungskosten an Schering zurückzahlen.
Ungeachtet dessen hält Analystin Isabella Zinck von der
HypoVereinsbank das im Vergleich zu anderen europäischen
Biotechnologie-Unternehmen breite Produktportfolio von MediGene für
einen wichtigen Punkt in der Bewertung. Demnach hat MediGene derzeit
fünf Medikamente in der klinischen Erprobung. Zudem sind einige
weitere Therapeutika in präklinischen Tests.

Unsicherheiten liegen nach Einschätzung von Zinck im
Markteinführungsrisiko von Produkten, in der Bewertung der ITD
(Integrated Target Definition)-Plattform und von
Herstellungs-Technologien. "Häufigkeit und Größenordnung von
Lizenzabschlüssen sind nur schwer zu prognostizieren", schätzt Zinck
ein. Sie erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2001 einen Umsatz von
13 Mio EUR. Die Forschungskosten prognostiziert sie mit 43 Mio EUR,
den Jahresüberschuss mit minus 30 Mio EUR und das Ergebnis vor
Zinsen und Steuern (EBIT) mit minus 34 Mio EUR.

Die HypoVereinsbank sieht die Aktie bei etwa 50 EUR fair bewertet und
stuft das Papier auf "Outperform" ein. Im Geschäftsjahr 2000 hatte
MediGene den Mitte März vorgelegten Zahlen zufolge den
Jahresfehlbetrag auf 6,952 (3,745) Mio EUR ausgeweitet. Allerdings
wurde dabei eine Auslegungsänderung auf Grund der
Bilanzierungsregeln nach GAAP über die Verbuchung von Erträgen aus
Kooperationen nicht berücksichtigt. Inklusive dieser Änderung beläuft
sich der Fehlbetrag auf 9,264 Mio EUR. Bleibt die Änderung
unberücksichtigt, stiegen die Einnahmen um 45 Prozent auf 8,666
(5,690) Mio EUR. Diese Summe setzt sich zusammen aus Erträgen von
6,354 Mio EUR und Einzahlungen von 2,312 Mio EUR.

Diese Einzahlungen stammen aus Kooperationen mit Schering und
Aventis über die klinische Erprobung von Medikamenten. Sie können
nicht als Einnahmen gebucht werden, weil sie möglicherweise
zurückgezahlt werden müssen. Sie werden als
Rechnungsabgrenzungsposten in die Bilanz eingestellt. Die Position
"flüssige Mittel und Wertpapiere" betrug Ende letzten Jahres den
früheren Angaben zufolge 115,226 Mio EUR, entsprechend rund 90
Prozent der Bilanzsumme. Vorstandsvorsitzender Peter Heinrich
bekräftigte das Ziel, 2004 die Gewinnschwelle zu erreichen. +++ Rolf
Neumann

vwd/26.3.2001/rne/gl

26. März 2001, 17:03

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