DAX+0,72 % EUR/USD-0,47 % Gold+0,30 % Öl (Brent)+0,36 %

Dax Aktien Strategie der Woche, 06.05.2001 - 500 Beiträge pro Seite



Beitrag schreiben

Begriffe und/oder Benutzer

 

Dieser Text enthält Strategien für DAX Aktien, die aus der Analyse von Charts entwickelt wurden. Die Grundstrategie hinter den Überlegungen ist dabei die "Trendfolge". Für die gegebenen Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen kann keinerlei Haftung übernommen werden. Der Kauf von Aktien und Derivaten beinhaltet ein hohes Risiko. Die angegebenen Stopkurse dienen zwar zur Risikokontrolle. Es kann aber nicht garantiert werden, daß diese Kurse unter tatsächlichen Marktumständen auch erzielt werden können. Die Vergangenheit hat gezeigt, daß es in Einzelfällen zu wesentlich schlechteren Ausführungen kommen kann. Der Leser sollte sich vor Befolgen einer Empfehlung immer ein eigenes Urteil unter Hinzuziehung weiterer Informationsquellen bilden, und sich eine für seine persönlichen Verhältnisse passende Strategie zum Umgang mit dem enthaltenen Risiko zurechtlegen.

Grafiken zu den Texten sind unter http://www.gernotdaum.de/Dax zu finden.

Liste der Einstufungen:
Long Aktien: DaimlerChrysler, Infineon
Long Put: Allianz, Post, Epcos, Lufthansa, DowJones
Auf neue Signale warten: BASF, BMW, Commerzbank, Henkel, Metro, MünchenerRück, Siemens
Nur für Trader: AdidasSalomon, Bayer, Dax, Degussa, DresdnerBank, DeutscheBank, Telekom, EON, Fresenius, Hypovereinsbank, Linde, MAN, Preussag, RWE, SAP, Schering, ThyssenKrupp, VW


Highlights: Es gibt mit DaimlerChrysler einen zweiten Long Kandidaten, auch hier wegen des Abschlusses einer SKS Umkehrformation. Weiterhin steht BMW vor einem Kaufsignal durch ATH Überschreitung, so daß die Automobil Branche wieder recht gut dasteht. Der Dax selbst ist kein Short Kandidat mehr, wobei die Überwindung der entsprechendene Widerstandszone nicht sehr überzeugend verlaufen ist. Ähnlich ist die Situation bei Fresenius, auch diese Aktie ist kein Short Kandidat mehr. Die Münchener Rück hingegen könnte demnächst ein Verkaussignal geben und würde damit die durch die Allianz gezeigte schwache Verfassung der Versicherungs Branche unterstreichen.

Bei der Hypovereinsbank habe ich diesmal ausnahmsweise einen vom Trendfolgeansatz abweichende Methode dargestellt, da sich zur Zeit immer mehr Seitwärtstrends etablieren. In einem übertragenen Sinn kann Trendfolge auch bedeuten, sich den aktuellen Verlaufsmustern anzupassen. Und das kann auch bedeuten, Aktien in einem klar etablierten Seitwärtstrend nur noch antizyklisch mit Oszillatoren zu handeln.

In der letzten Woche waren die Deutsche Bank und VW von der Liste der Short Kandidaten entfernt worden.

Eine kurze "Follow Up" Betrachtung zu den Long Empfehlungen aus anderen Märkten, die ich im Laufe der letzten Wochen gegeben hatte. Hier hat es in letzter Zeit zum Teil sehr deutliche Gewinne gegebene (Tarkett Sommer, Kali und Salz, Honda Motors). Das zeigt, daß die eine Auswahl aus einem sehr großen "Universum" von Aktien zu einer besseren Trefferquote führen kann, als die vollständige Betrachtung einer kleinen Gruppe wie den Dax Aktien. Genau das (nämlich die Möglichkeit eine so große Menge von Aktien in einem vernünftigen Zeitrahmen betrachten zu können) gehört zu den Stärken der technischen Analyse gegenüber der Fundamentalanalyse.


1.) Long Kandidaten

DaimlerChrysler: Senkt man doe Nackenlinie der SKS um den Dividendenabschlag (2.35), so ist sie bereits überschritten. Da der "Klassiker" ("Technische Analyse von Aktien Trends" von Robert D. Edwards / John Magee) empfiehlt so vorzugehen, ist dies für mich ein Kaufsignal. Wer vorsichtig ist, kann noch abwarten, ob der Kurs sich eine Zeit lang auf dem aktuellen Niveau hält, und ob das Volumen ansteigt. Die Aktie hatte im Februar einen langen Abwärtstrend überwunden, und danach eine SKS Umkehrformation ausgebildet. Die linke Schulter wurde im Oktober bei 50 gebildet, der Kopf zu Jahreswechsel bei 43 und die rechte Schulter im März bei 48. Der Stop liegt bei 48, das Mindestkursziel bei 71.

Infineon: Am 11.04 wurde durch Überschreiten der Nackenlinie bei 45,50 eine SKS Umkehrformation beendet. Wer neue Long Positionen plant, oder eine bestehend ausbauen antizyklisch möchte, kann weiterhin einen Rückgang in den Bereich 42/43 abwarten, ein solcher "Throw Back" kommt häufig nach einer SKS Formation vor. Es würde sich in diesem Fall auch eine sehr häufig zu beobachtende Chartsymetrie herausbilden (Verstärkung der SKS durch 2 weitere "äußere" Schultern, bzw. "rounding bottom"). Der Stop liegt bei 37,50, das erste Ziel befindet sich bei 55.


2.) Short Kandidaten

Allianz: Unveränderter Short Kandidat. Sollte der Dax an der 6200er Hürde scheitern hat man mit dieser Aktie einen idealen Kandidaten für neue Short Positionen (unter Dax 6050). Zielkurs ist 240. Der Stopkurs für Short Positionen kann auf 335 nachgezogen werden.

Post: Durch den erneuten Kursrückgang in dieser Woche kann der Stopkurs nun auf 19,20 nachgezogen werden. Die Aktie befindet sich in einem klaren Abwärtstrend. Da sie sich jedoch in "uncharted area" befindet, können keine Kursziele angegeben werden, so daß der Stop kontinuierlich nachgezogen werden muß.

Epcos: Weiterhin im Abwärtstrend. Neue Short Positionen können prozyklisch beim Unterschreiten der 59 eingegangen werden. Der mittelfristige Zielkurs für bestehende Short Positionen liegt bei 49, der Stop bei 77.

Lufthansa: Hatte am 22.3 eine SKS Formation abgeschlossen, die über 1,5 Jahre gebildet wurde, und damit ein starkes Verkaufsignal ausgelöst. Das Kursziel liegt nun mittelfristig bei 14 Euro. Stopkurs ist 23,80. Die aufgrund der laufenden Tarifverhandlungen und des Pilotensteikes bedingte kurzfristig hohe Volatilität ändert nichts an dieser mittelfristigen Einschätzung.

DowJones: Ist in einem Pull Back in den Diamanten zurückgelaufen und nun schon fast an dessen Obergrenze. Allerdings stellt ein abgeschlossener Diamant ein nur schwer zu überwindendes Hindernis dar. Daher sehe ich das Baisse Szenario weiterhin erst mit dem Überwinden der 11000 als vorläufig beendet an. Mit der Ausbruch aus einem Diamanten wurde eine 2-jährige Topformation abgeschlossen. Dies bedeutet den Anfang einer Baisse mit vergleichbarer zeitlicher Ausdehnung wie die Formation selbst, also bis zu 2 Jahren. Den Dow Jones analysiere ich hier, weil sich der Dax stark daran orientiert und ähnlich zusammengesetzt ist.


3.) Vor mittelfristigen Signalen

BASF: Befindet sich im Seitwärtstrend, hält sich aber über der 30 Wochen Linie. Neue Kaufsignale ergeben sich über 50, unter 39 würde die Aktie zum Short Kandidaten.

BMW: Die Aktie tendiert zwar stark, aber es sollte die Überschreitung des ATH bei 41 für ein Kaufsignal abgewartet werden. Sonst besteht die Gefahr, sich in einem fruchtlosen Seitwärtstrend zu engagieren.

Commerzbank: Durch die Überschreitung der 33 würde die Aktien einen Doppelboden bei 28 abschliessen, und damit ein aussichtsreiches Kaufsignal auslösen.

Henkel: Befindet sich im Seitwärtstrend, hat aber das Potenzial sowohl nach oben als auch nach unten daraus auszubrechen. Daher sollte die Aktie genau beobachtet werden. Beim Fall unter 65 würde ein Verkaufsignal ausgelöst (d.h. die Aktie wird zum Short Kandidaten). In diesem Fall wäre eine SKS Umkehrformation beendet. Andererseits kommt es zum Kaufsignal, wenn die Aktie über 77 steigt. Der Anstieg über 73 wäre (wegen eines Dreieckausbruches) ein "Vorsignal" dazu.

Metro: Befindet sich im Seitwärtstrend. Ein neues Kaufsignal von hohem Potenzial würde durch Überschreiten der 55 entstehen, was aber nicht einfach wird.

MünchenerRück: Befindet sich noch Seitwärtstrend. Beim Unterschreiten der 307 könnte jedoch schon bald ein Verkaufsignal durch Ausbildung eines "Rounding Tops" entstehen. Eine "Rounding" Formation ist recht typisch für eine Aktie mit hohem Nennwert und verhältnismäßig niedriger Volatilität. Sie ist ähnlich der SKS Formation, besitzt jedoch mehr Spitzen.

Siemens: Hat den Abwärtstrend unterbrochen, wird aber beim Unterschreiten der 80 wieder zum Short Kandidaten. Diese Marke hatte sich diese Woche durch den Aktiensplitt von 120 aus verschoben. Der unterbrochene Abwärtstrend war durch ein Doppeltop im März/September 2000 eingeleitet worden und könnte durchaus noch Restpotenzial besitzen. Bei einem Scheitern des Daxes an der 6200 wäre diese Aktie neben der Allianz ein weiterer interessanter Short Kandidat mit dem Potenzial den Dax "nach unten überzuperformen".


4.) Nur für kurzfristige Trades

AdidasSalomon: Befindet sich im Seitwärtstrend. Ein Anstieg über 72 wäre der Ausbruch aus einem Konsolidierungsdreieck und somit ein Kaufsignal. Bei einem Fall unter 50 wird die Aktie zum Short Kandidaten.

Bayer: Tendiert zur Schwäche, aber noch ist der Seitwärtstrend nicht gefährtdet. Bei einem Fall unter 43 käme es zu einem Verkaufsignal.

Dax: Hat diese Woche die Widerstandszone 6200 bis 6225 kurz überwinden können,und ist damit kein Short Kandidat mehr. Allerdings bleibe ich skeptisch, da er sofort wieder zurückgefallen ist. Eine "echte" und "gute" Überwindung eines Widerstandbereiches führt zu hohen Umsätzen durch Anschlusskäufe. Bei einem Fall unter 5940 wird der Dax daher wieder zu Short Kandidaten. Insgesamt würde ich mittefristig orientierten Anlegern allerdings vom Index Trading abraten. Es ist besser, auf Einzelaktien mit klarer Chart Situation zu setzten. Der Dax hatte am 23.02.01 den langen Aufwärtstrend aus 1997 gebrochen. Seitdem ist der Primärtrend eindeutig eine Baisse.

Degussa: Befindet sich bei der möglichen Ausbildung einer sehr langen SKS Umkehrformation. Die Nackenlinie verläuft aber sehr hoch (zur Zeit bei 40) und steigt weiter an. Daher sollte nach weiteren Anzeichen einer möglichen Trendwende Ausschau gehalten werden.

DresdnerBank: Die Aktie befindet sich in einem lang etablierten Seitwärtstrend. Erst eine deutlicher Ausbruch aus dieser Seitwärts Range (durch einen Fall unter 41 oder das Überschreiten der 58) könnte bei dieser Aktie ein Signal liefern.

DeutscheBank: Hatte in diesem Jahr bereits 2 Trendfolge Fehlsignale gegeben (eins auf der Long und eins auf der Short Seite). Aus dieser Situation kann sich ein Diamant entwickeln. Das kann jedoch dauern, daher stufe ich die Aktie auf "im langfristigen Seitwärtstrend" ein. Interessanterweise gilt diese Einstufung auch für andere Banken (Dresdner- und Hypovereinsbank). Kurzfristtrader können die Aktie mit Oszillatoren handeln, mittelfristig orientierte Anleger meiden die Aktie.

Telekom: Im Seitwärtstrend, der das Ende des langen Abwärtstrendes bedeuten könnte (aber nicht muß). Neue Short Positionen sollten erst wieder prozyklisch beim Unterschreiten von 23.82 eingegangen werden.

EON: Im Seitwärtstrend. Ein neues (prozyklisches) Verkaufsignal ergibt sich erst wieder beim Unterschreiten der 47 oder beim Ausbruch aus einer (noch zu bildenden) Konsolidierungsformation.

Fresenius: Hat diese Woche den Stopkurs überschritten, und ist damit kein Short Kandidat mehr. Erst bei einem Fall unter 70 würde die Aktie nun erneut dazu.

Hypovereinsbank: Befindet sich im langfristigen Seitwärtstrend, und ist daher nur für Kursfristtrader mit Hilfe von Oszillatoren (eine Gruppe von Indikatoren für Seitwärtstrends) handelbar. In meiner Grafik ist beispielhaft der RSI eingeblendet. Man sieht deutlich, wieviele profitable Signale es hier in den letzten 2-3 Jahren gegeben hätte, wenn man bei einem Drehen des RSI bei 20 gekauft und bei einem Drehen bei 60 verkauft hätte.

Linde: Seit Unterschreiten des Stopkurses im März im Seitwärtstrend. Neue Signale ergeben sich erst wieder beim Fall unter 40 (short) oder beim Anstieg über 57 (long). Bei 57 verläuft ein langjähriger Abwärtstrend, so daß hier ein Kaufsignal von hohem Potenzial entstehen könnte.

MAN: Beruhigen sich die Kursausschläge in nächster Zeit, könnte sich hier ein Diamant herausbilden. Dies wäre als Boden Umkehrformation eine absolute Seltenheit. Es würde dann aber die Chance auf ein vernünftig handelbares Signal bestehen.

Preussag: War im März unter den Stopkurs bei 38 gefallen, und befindet sich damit im Seitwärtstrend. Vorläufig sind keine neuen Signale in Sicht.

RWE: Hatte einen Abwärtstrend mit einer (seltenen) V-Formation beendet. Aufgrund der daher nach unten geringen Unterstützung bleibt die Lage aber kritisch. Bei einem Fall unter 40 würde ich die Aktie daher wieder als Short Kandidat einstufen.

SAP: Befindet sich in einem volatilen Seitwärtstrend. Erst ein Fall unter 130 macht die Aktie nun wieder zu einem prozyklischen Short Kandidaten. Wer gerne antizyklisch agiert, kann zwischen 180 und 205 versuchen (mit entsprechendem Risiko natürlich) eine Short Position einzugehen. Bei 180 und 205 befinden sich längerfristige Abwärtstrendlinien.

Schering: Befindet sich nach Überwinden des Abwärtstrendes im Seitwärtstrend. Neue Signale ergeben sich nun erst wieder durch Unterschreiten der 50 (short) oder durch Ausbildung einer SKS Umkehrformation (theoretische rechte Schulter bei 52).

ThyssenKrupp: Es könnte sich eine langfristige asymetrische SKS Formation herausbilden, bei der die Nackenlinie recht hoch (bei 22) verläuft. Aufgrund der technischen Signifikanz der Marke kann jedoch auch das Überschreiten der 18,80 bereits als Kaufsignal angesehen werden.

VW: Der Chart ähnelt sehr dem der Deutschen Bank. Also könnte sich auch hier ein Diamant herausbilden, was jedoch dauern kann. Bis dahin kann die Aktie nur von Kurzfristtradern mit der Hilfe von Oszillatoren gehandelt werden.


____________________________________________________________________________________________________
Erläuterungen:

1.) Begriffe

- Long: Kaufen
- Short: Verkaufen
- Call: Kaufoption, Kaufoptionsschein
- Put: Verkaufsoption, Verkaufsoptionsschein
- Option, Derivat: Überbegriffe für Call und Put
- ATH: All Time High (Allzeit Höchstkurs)
- ATL: All Time Low (niedrigster jemals erreichter Kurs)
- Hausse: Mittelfristig anhaltender Kursanstieg
- Baisse: Mittelfristig anhaltender Kursverfall
- GD-nnn (z.B GD-100): Gleitende Durchschnittslinie aus dem Mittelwert der Kurse der jeweils letzten nnn Tage.
- Oszillatoren: Eine Gruppe von Indikatoren für Seitwärtstrends

2.) Sonstiges

"Short Aktien" (Leerverkauf von Aktien): Gibt es in Deutschland nach meinem Wissen nicht, zumindest nicht für Kleinanleger. Aber alle Aktien, die unter "Short Aktien" und "Long Put" stehen, die sich in einem Depot befinden, sollten aus charttechnischer Sicht verkauft werden.

"Short Put", "Short Call": Stillhalterstrategien, die prinzipiell für die Aktien geeignet sind, die oben unter "Nur für Kurzfristige Trades" eingestuft werden. Wegen hoher "Margin" Anforderungen sind solche Strategien jedoch für Kleinanleger meist nicht möglich. Margin heißt "Sicherheit", und meint meist ein zu hinterlegender Geldbetrag. Eine Ausnahme bilden die sogenannten "exotischen" Optionen, für die jedoch oft überhöhte Gebühren verlangt werden. Weiterhin müssen bei diesen Strategien Analysen der Volatilität (d.h. der durchschnittlichen Schwankungsbreite der Aktien) angestellt werden, was ich hier nicht tue.

"Long Call" und "Long Put" erwartet eine signifikante Bewegung in den nächsten 1-2 Monaten aus charttechnische Sicht (d.h es fliessen keine Überlegungen zur Volatilität ein).

Statt der Strategie "Lang Call", kann immer auch die Strategie "Long Aktien" angewendet werden, wenn die Verwendung von Optionen nicht gewünscht ist. Umgekehrt ist die Strategie "Long Aktien" nicht automatisch auch als "Long Call" geeignet. Bei "Long Aktien" wird ein langfristiger Kursanstieg erwartet, der eventuell erst nach Verfall der Option einsetzen kann.

"Trendfolge": Weithin akzeptierte Strategie an den Finanzmärkten. Die Trendfolge geht von der Annahme aus, das es zu einem beliebigen Zeitpunkt wahrscheinlicher ist, daß ein bestehender Trend sich fortsetzt, als daß er aufhört oder sich umkehrt.

"Stop Kurs": Kurs, bei dem eine Position ohne zu Zögern aufgelöst wird. Strategie zur Verlustbegrenzung und damit zur Erhaltung des Kapitals für bessere Investment Chancen. Das Erreichen eines Stop Kurses bedeutet in der Regel, daß ein zuvor angenommener Trend nicht mehr existiert, und steht damit auch in unmittelbarem Zusammenhang mit der Trendfolge Strategie.

"Kurzfristiger Stop Kurs": Ein Kurzfristiger Stoppkurs gilt als ausgelöst, wenn der
Kurs intraday unter (bzw. bei Short Kandidaten über) dem genannten Kurs gelegen hat. Ein kurzfristiger Trader geht aber auch eine ausgestoppte Position erneut ein, wenn die weitere Entwicklung dies nahelegt.

"Mittelfristiger Stop Kurs": Ein mittelfristiger Stoppkurs gilt als ausgelöst, wenn der Schlusskurs unter (bzw. bei Short Kandidaten über) dem genannten Kurs gelegen hat. Nicht näher klassifizierte Stoppkurse sind als mittelfristige Stopkurse zu betrachten.

"Langfristiger Stop Kurs": Ein langfristiger Stoppkurs gilt als ausgelöst, wenn der Schlusskurs eine ganze Börsenwoche (von Montag bis Freitag) unter (bzw. bei Short Kandidaten über) dem genannten Kurs gelegen hat. Diese Handhabung ist auch für Anleger geeignet, die sich nicht täglich mit der Börse beschäftigen (können).
Sorry für die Dublette. Hier hat mir mein Browser ein Streich gepielt, der nach Betätigung der Rückwärtstaste das selbe nochmal gepostet hat. Er fragte mich zwar noch, ob er er die "Informationen nochmal veröffentlichen soll", aber ich hatte keine Ahnung, was er meinte. Jetzt weiss ich es.

Gruß Statistikfuchs
Hallo Statistikfuchs!

Ich bin seit einiger Zeit interessierter Leser Deiner Beiträge und sah mir insbesondere Deine Charts zum DOW an. Hier sprichst Du von einem Diamanten, der gerade an seiner oberen Begrenzungslinie angekommen ist. Ein (deutliches) Überschreiten der 11.000er Marke würde, wenn ich Dich recht verstehe, eine etwa zweijährige Hausse nach sich ziehen? Weiter unten schreibst Du, daß Du eher von einer Baisse ausgehst.

Nun, ich bin kein Chartprofi, nehme die ganzen Ausführungen nur zur Meinungsbildung. Aber wenn ich mir den DOW so ansehe, gehe ich eher davon aus, daß er nach oben statt nach unten ausbricht. Das wird selbstverständlich nicht morgen passieren, aber möglicherweise in den nächsten Wochen.

Mich würde Deine Einschätzung dazu interessieren. Angenommen, er bricht über die 11,200er Marke bis Ende der kommenden Woche, wie sieht Dein Kursziel dann aus? Welche Widerstände bestehen, etc.?

Natürlich bin ich auch an der Meinung anderer Boardteilnehmer interessiert.

Gruß

Wallstreetdoctor
ich glaube, charttechnische Signale dieser Art sollten in einem ganz offen kontraindizierenden Umfeld sehr vorsichtig gewertet werden. Von einer 2jährigen Hausse würde man wohl nur dann ausgehen wollen, wenn das Verharren des Dow Jones über 11000 über längere Zeit konstant ist. Ich glaube abgesehen davon sowieso, daß dieser Index kein "normales" Verhalten aufweist, sondern irgendwelchen Sonderfaktoren unterliegt. Das könnten z.B. intensive Aktienrückkaufprogramme der notierten Firmen oder entsprechende Einkaufsprogramme der US-Pensionsfonds sein.

Ganz klar gesagt, ich denke, er könnte eine Weile über der 11.000 notieren und bei der Gelegenheit größeres Rückschlagspotential aufbauen. Ist zwar jetzt keine Charttechnik, aber immerhin `ne Meinung, Widerspruch durchaus willkommen ;-)

mfg landing_zone
@Wall Street Doctor: Zum Dow: Meine Beurteilung ist eigentlich immer noch bärisch. Der Ausbruch aus dem Diamanten bedeutete das Ende einer zweijährigen Seitwärtsbewegung. Das Signal hat eindeutige die Ausssage "Baisse", und mit den 2 Jahren meine ich die Dauer dieser Baisse. Nur muß ich natürlich auch festlegen, bis wohin meine bärische Einschätzung noch gilt, d.h. einen Stop setzen. Den habe ich verhältnismäßig hoch gesetzt, nämlich auf "Rückkehr in den Diamanten und Ausbruch auf der anderen Seite". Damit wären wir bei der Marke 11.000. Kommt es nun zu einem Ausbruch auf der anderen Seite, ist das Szenario bullisch. Allerdings kann man dann nicht von einer 2-jährigen Hausse ausgehen. Das liegt daran, daß ein Diamant als Umkehrformation normalerweise wesentlich mehr "Kraft" hat, als als Fortsetzungsformation.

Fundamental steht die aggressive Zinssenkung der FED hinter der aktuellen Entwicklung. Die Gefahr liegt darin, daß eine Rezession damit nur verschleppt, nicht verhindert wird, und am Schluß um so stärker ausfällt. Das Positive an einer Rezession ist nämlich, daß die Wirtschaft um Fehlentwicklungen (z.B. Firmen mit nicht tragfähigem Geschäftsmodell) bereinigt wird. Nun kann man sich natürlich auf den Standpunkt stellen, daß diese Bereinigung durch die starke Baisse der Nasdaq ja bereits erfolgt ist, und der Dow keine junge Star Up Unternehmen enthält. Deshalb ist es auch fundamental korrekt einen "Stop" für meine bärische Beurteilung zu setzen. Ich möchte aber darauf hinweisen, daß die Nasdaq schon einmal (nämlich im Zeitraum 1972-74) den Dow Jones mit einer Zeitverzögerung von einem Jahr "nach unten gerissen hat".

@landing_zone: Da ich mit Handelssystemen experimentiere, ist mir aufgefallen, daß der Dow Jones bei den verschiedensten Ansätzen ganz schlechte Ergebnisse liefert. Deutlich schlechter jedenfalls als der Dax oder auch die NASDAQ. Woran es liegt kann ich nicht sagen, nur daß ich diese Beobachtung gemacht habe.

Gruß Statistikfuchs
@Statistikfuchs

Der Dow ist wirklich ein komischer Index. Viele klassische Signale sind entweder Fehlsignale oder nur profitabel, wenn man nach dem Signal den Pullback abwartet, der oft das gegebene Signal scheinbar wieder aufhebt. So jedenfalls meine subjektive Einschätzung. Solltest Du die mit einer Statistik belegen können, würde mich das interessieren.

Ich glaube, daß das eher mit den sehr fortgeschrittenen Tradern und Tradingmethoden an der WallStreet zu erklären ist. So Jungspunte wie wir sind da doch die Geldbringer.

Danke für Deine Arbeit, ist immer wieder interessant.

Viele Grüße,

Tarantoga
@Tarantoga: Die Statistiken, die ich mache, sind noch etwas erklärungsbedürftig. Ich führe eine "Tage nach dem Signal" Analyse durch. Außerdem ist die Darstellungsform eine Tabelle, das läßt sich hier im WO Board ziemlich schlecht darstellen. Ich müßte noch ein wenig Arbeit in Erklärung, Aufbereitung in HTML, Transfer ins Internet und Verlinkung stecken. Ich nehme mir das aber mal vor.

Du kannst mir aber mal Deine EMail Adresse schicken, entweder hier als Board Mail, oder an "Gernot.Daum@t-online.de". Ich werde Dich dann auf alle Fälle informieren, wenn ich etwas Präsentierbares habe.

Das gilt auch für alle andere.

Gruß Statistikfuchs
Nach den Cisco-Zahlen. Jetzt wird`s interessant. Senkt die Fed die Zinsen um 0,5 oder nicht? Zeichen für einen Preisauftrieb, z.B. Lohnkosten gibt es durchaus, ganz abgesehen von den Energiekosten.
Wenn man davon ausgehen würde, daß die Fed ein starkes Interesse hätte, die Aktienmärkte zu stabilisieren (dafür spricht die häufig angewandte Schocktherapie, mit ihrem Überrasschungsmoment für die Aktienmärkte), würde das Ausbleiben einer Senkung oder möglicherweise auch eine um nur 0,25% wohl die (allerdings nur vorläufige) Kapitulation vor den Abtriebskräften bedeuten. Denn die Reaktion der Märkte wäre voraussehbar. Andererseits würde diese wahrscheinlich ohnehin kommen und die Fed könnte das antizipieren, anstatt ihr Pulver zu verschießen.
@ StatistikFuchs

So BMW und Daimler nicht doch wieder in einen Seitwärtstrend fallen, sollte Sixt recht interessant werden.
Was hältst Du von der Aktie und was wäre für Dich ein Investmentsignal? Wann würde Dein Tradingstil OS zulassen?
Ich tendiere auf jeden Fall dazu, eindeutige Signale bei den DAX Autos abzuwarten.

( Ich hoffe, Du ließt das noch, bevor Du Deinen neuen Thread aufmachst.)


Schönes Wochenende,

Tarantoga
@Tarantoga: Meine Einstellung zu Optionsscheinen hat mit Tradingstil nichts zu tun. Ich bin grundsätzlich dagegen, weil ich nicht bereit bin die Profite der Emittenden zu finanzieren, die diese geschickt im Pricing unterbringen. Die einzig fair bewerteten Optionsscheine sind die an Optionsanleihen gekoppelten, die von den Firmen selbst herausgegeben wurden. Nur gibt es diese fast nicht mehr. Allerdings habe ich nichts gegen ein Trading mit Optionen an der Eurex einzuwenden. Für Short Spekulationen oft sogar die einzige Möglichkeit. Hier ist die Bewertung fair, weil man auch die Gegenposition einnehmen kann, und nicht einfach "der Laden geschlossen wird, wenns brenzlig wird" (was die Citibank wohl gerne macht).

Zu den Dax Autos: BMW hat das ATH überschritten. Knapp zwar, aber mit hohem Volumen, Damit ist die Aktie für mich Kaufkandidat. Ein Risiko geht man bei Aktien sowieso immer ein. Schön ist, daß sich die Daimler und BMW Kaufsignale gegenseitig bestätigen. Ich sehe eine interessante Spread Möglichkeit, die etwas komplexer ist, und sich mit Eurex Optionen realiseren läßt: Long in Damler und BMW, Short in VW (zur Absicherung des Branchen- und Gesamtmarktrisikos). Das paßt zumindest zu den Charts (VW oszilliert in letzter Zeit eher, und ist momentan "oben").

Zu Sixt: Ich weiß nicht, ob es da einen Zusammenhang gibt. Die Aktie könnte ein Turnaround Kandidat werden, aber ich halte es noch für zu früh. Der Kurs liegt noch klar unter der von mir als Minimalanforderung für Long Signale verwendeten 30 Wochen Linie.

Gruß Statistikfuchs


Beitrag zu dieser Diskussion schreiben


Es handelt sich hier um eine ältere Diskussion, daher ist das Schreiben in dieser Diskussion nicht mehr möglich. Bitte eröffnen Sie hier eine neue Diskussion.