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Alcatel / Lucent: So geht es nach der geplatzten Fusion weiter - 500 Beiträge pro Seite



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Nach der gescheiterten Fusion zwischen den Telekommunikationsausrüstern Alcatel und Lucent, sind beide Unternehmen wieder auf sich allein gestellt. Für Lucent bedeutet das, weitere Anstrengungen zu unternehmen, um wieder profitabel zu werden. Alcatel hingegen sucht nach neuen Partnern in den USA.

„Wir schreiten mit unserem gegenwärtigen Umstrukturierungsprogramm weiter voran“, so Lucent-Sprecher Bill Price. Experten gehen hingegen davon aus, dass dies nicht genug sein wird, den ehemaligen Weltmarktführer wieder flott zu machen. Das im März abgelaufenen Quartal beendete das Unternehmen mit einen Verlust von 3,6 Mrd.$ und Bargeldbeständen von 1,4 Mrd.$. Für das laufende Quartal wird ebenfalls ein Verlust erwartet. Zudem werden innerhalb eines Jahres 2,3 Mrd.$ an Verbindlichkeiten fällig.

Dies alles, sowie das immer noch schlechte Marktumfeld für die gesamte Branche sprechen dafür, dass der Konzern sein ursprüngliches Ziel erweitern wird, in diesem Jahr 2 Mrd.$ an Kosten einzusparen. So fordert Analyst Lawrence Harris von Josephtal & Co auch einen “Return to basics”, sprich, Lucent muss den Umsatz steigern und die Kosten senken.

Neben dieser einfachen Formel steht Lucent aber noch vor weiteren Problemen. Laut den Vereinbarungen, die der Konzern im Zusammenhang mit dem Erhalt einer 6,5-Mrd.$-Kreditlinie mit den Banken getroffen hat, muss Lucent bis September mindestens 2 Mrd.$ an Barbeständen hervorbringen. Der Verkauf der Glasfaserproduktion ist damit quasi ein Muss. Am Donnerstag gibt sich Lucent-Chef Henry Schacht aber zuversichtlich. „Wir haben zahlreiche Bieter. Wir sind nicht unter Druck zu verkaufen und werden einen guten Preis erhalten“. Was ein guter Preis ist, lässt er jedoch offen. Das renommierte Wall Street Journal berichtet unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise von derzeitigen Geboten im Bereich von 4 bis 4,5 Mrd.$. Schwierigkeiten auf Grund von Überkreuzlizenzen mit dem Konkurrenten Corning werden wohl etwas auf den Preis drücken. Corning versucht, derzeit den Verkauf zumindest zu verzögern.

Alcatel hingegen sucht schon nach einem neuen Partner in Nordamerika, wo der Konzern rund 23% seiner Umsätze macht. „Unser Ziel, ein größerer Spieler auf dem US-Markt zu werden, ist wesentlich. Wenn sich Gelegenheiten ergeben...warum nicht?“, so Alcatels Vorstandschef Serge Tchuruk.

Tchuruk betont weiterhin, die geplatzte Fusion mit Lucent sei für sein Unternehmen nicht überlebenswichtig gewesen. Alcatel sei gut aufgestellt und gewinne Marktanteile hinzu. Ähnlich argumentiert auch Lucent-Chef Schacht: „Würden wir von dem Geschäft (mit Alcatel) zurücktreten, wenn wir nicht zuversichtlich wären, unseren Weg allein gehen zu können“?




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