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Sinn und Unsinn vergangener Analysen (Beispiele) - 500 Beiträge pro Seite



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Hallo,

als ich gestern Abend den Alleswisser-`Analysten` vom Platow-Brief in N-TV erleben `durfte`, war es mir ein tiefgründiges Bedürfnis, eine Auflistung von vergangenen Analysen hervorzukramen. Ich hoffe auf rege Beteiligung von Euch, es ist schon lachhaft, was da so zu Papier gebracht wurde...


Ich fange mal mit Kinowelt an:



Einige Analystenmeinungen aus 2000
06.12.2000
Fairer Wert 23 Euro
Morgan Stanley Dean Witter

Der faire Wert der Kinowelt-Aktie, so meinen die Analysten des amerikanischen Investmenthauses Morgan Stanley Dean Witter, liegt bei 23 Euro. Das Unternehmen sei im Gegensatz zu einigen seiner Mitbewerber ein etabliertes Unternehmen in seinem Markt. Die zukünftigen Cash Flows würden von der umfangreichen Library und den anhaltenden Investments in neue Rechte abhängen.

01.12.2000
kaufen
Value Research

Nach Ansicht der Analysten von Value Research, Bad Schwalbach, ist Kinowelt das mit Abstand diversifizierteste Medienunternehmen am neuen Markt. Mit eigenem Kinoverleih und Videovertrieb sowie einer 50,1prozentigen Beteiligung an der Kinopolis-Multiplexkette und einem eigenen Lizenzhandel kontrolliert die Gesellschaft sämtliche Stufen der Wertschöpfungskette. Fazit der Studie: Es ist immer wieder zu beobachten, dass Kapitalmärkte ineffizient reagieren: Die Veröffentlichung neuer Informationen wird von übertriebenen Kursausschlägen begleitet. Dieses Phänomen sehen wir bei Kinowelt Medien AG. Das Unternehmen verfügt über einen Kassenbestand von 144,6 Millionen Euro. Trotz finanzieller Verpflichtungen ist das Unternehmen nicht in Liquiditätsproblemen. Daher sollten Anleger das niedrige Kursniveau zum Einstieg nutzen.

24.11.2000
Akkumulieren
Nord LB

Die Analysten der NordLB empfehlen die Aktie der Kinowelt Medien AG zu akkumulieren. Das hohe Wachstum habe in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2000 angehalten. Für das vierte Quartal habe das Unternehmen einen deutlichen Umsatzanstieg prognostiziert. Im kommenden Jahr könnte sich das Wachstum hingegen abschwächen. Das stark ermäßigte Kursniveau mit der moderaten Bewertung mache die Aktie attraktiv und deshalb halten die Analysten an ihrer Empfehlung fest.

21.11.2000
Akkumulieren
Merrill Lynch

Das US-Investmenthaus Merrill Lynch empfiehlt die Aktie der Kinowelt Medien zu akkumulieren. Kinowelt werde, so meinen die Analysten, als Sieger aus dem Konsolidierungsprozess hervorgehen. Kinowelt sei eine Perle im deutschen Filmrechtehandel. Die Aktie habe noch Kurspotenzial.

27.09.2000
Outperform
Cheuvreux

Die Schwäche in der Aktie bietet eine gute Gelegenheit, um Neuengagements zu tätigen oder bestehende Positionen auszubauen. Das an den Finanzmärkten immer wieder diskutierte Warner-Filmpaket stelle für Kinowelt kein Problem dar. Die ersten Verkäufe haben gezeigt, dass die Rechte werthaltig seien. Die Analysten geben der Aktie einen inneren Wert von 81 Euro pro Aktie.

17.08.2000
Kaufempfehlung
GZ Bank

Die Genossenschafts-Zentralbank rät langfristig orientierten Anlegern zum Kauf von Aktien der Kinowelt Medien AG. Die Kinowelt-Strategie eines vertikal und horizontal integrierten Medienkonzerns sei schlüssig.
@ipo.trader

Über SInn und Unsinn von Anal(ysten) brauchen wir
uns nicht mehr zu unterhalten.
Steige ich auf Dein Beispiel Kinowelt ein:
Im Herbst letzten Jahres war Kinowelt noch eine Perle,
das Warner Filmpaket topp und Kurse um 20 EUR super-
billig.
Jetzt nach wirklich schlechten Zahlen, wird
die Kinowelt bei 4 EUR zum Verkauf gestellt und
das Filmpaket ist nichts mehr wert.
Was soll der scheiss, ich bin jetzt so viel
mit Kinowelt im Minus, da scheisse ich auf die 4 EUR.
Meiner Meinung nach wollen die Banken sich nur billig eindecken,
ich persönlich halte Kauf/Verkaufempfehlungen als
guten Kontraindikator!!!
Kinowelt wird sich fangen und auf keinen Fall
pleite gehen!!!

So long
RUDI
Nicht, daß man mich falsch versteht, ich möchte Aktien wie Kinowelt und Co. nicht schlecht machen, im Gegenteil. Mir liegt viel mehr daran, aufzuzeigen, daß die Analysten nur gegenwärtiges dokumentieren. Und das sieht doch jeder selbst.


Hier einige repräsentative Heyde-Researchs vom letzten Jahr:


Heyde - kaufen (14.08.2000)
Die Halbjahreszahlen von Heyde sind erst morgen fällig. Aber vwd erfuhr aus dem Unternehmen nahestehenden Kreisen, wie die Zahlen angeblich aussehen werden. Das Umsatzwachstum des 1. Quartals wurde demnach auch im 2 Q...


Heyde - Kaufen (11.07.2000)
Vom Systemintegrator zum Internetarchitketen Die Stärke von Heyde liegt in der Kombination von Beratung und Produktgeschäft: Die im Rahmen von Gesamtlösungen angebotenen Softwareprodukte sind teilweise techno-logis...


Heyde AG - Kaufen (15.06.2000)
Das Börsenmagazin "Der Aktionär" rät dem Anleger zum Kauf der Aktien des deutschen IT-Dienstleisters Heyde. Der wachsende Trend zu neuen Technologien zwingt Unternehmen aus allen Branchen zu einem Wandel der IT-Strukt...


Heyde nach Miebach-Erwerb weiter "Kauf" (07.06.2000)
Die Analysten von Sal. Oppenheim bekräftigen ihre Kaufempfehlung für die Heyde-Aktien nach der Akquisition der Miebach Logistik GmbH. Die Gewinnreihe je Aktie für die Jahre 200/01/02 lautet 1,71/2,58/3,51 EUR. Der Kau...
Sal. Oppenheim bestätigt Heyde als Kauf (06.06.2000)
Das Kölner Bankhaus Sal. Oppenheim hat die Aktie der Heyde AG als Kauf bestätigt. Mit der Übernahme der Miebach Logistik GmbH vervollkommne das Software-Beratungshaus seine Geschäftsstrategie, teilte Markus Golinski ...


Heyde nach Miebach-Akquisition weiter Kauf (06.06.2000)
Weiter ein Kauf bleibt Heyde für die Analysten der Bank Berenberg,nachdem das Unternehmen am Montag die Akquisition der Miebach Logistik GmbHpubliziert hat. Das Kursziel bleibt bei 205 EUR. Die Gewinnreihe für 2000/01...


Heyde - Kaufen (06.06.2000)
One-Stop-Shopping in der Logistik Mit der Akquisition der Miebach Logistik GmbH setzt die Heyde AG ihre Strategie des One-Stop Shopping auch innerhalb des Logistikbereiches um. Die besonderen Stärken von Miebach lieg...


SGZ Bank: Heyde bleibt "Outperformer" (29.5.) (29.05.2000)
Weiter als "Outperformer" stufen die Analysten die Aktie der SGZ Bank Heyde ein. Die Gewinnreihe für 2000/01 lautet auf 1,78/2,42 EUR je Aktie. Das Unternehmen habe ein sehr starkes 1. Quartal hinter sich, betonen die...


Heyde AG - Hervorragend positioniert in Wachstumsmärkten (29.05.2000)
Hervorragend positioniert in Wachstumsmärkten · Sehr starkes erstes Quartal · Wichtige strategische Vertriebsallianzen konnten geschlossen werden · Internationale Expansion wird weiter vorangetrieben...
Wen wundert das denn:

Kaum ein Analyst traut sich, gegen den Strom zu schwimmen. Fast niemand traut sich, eine Blase, die gerade in der Aufblasphase ist, Blase zu nennen. Er würde ja auch fast alle verärgern - in erster Linie diejenigen, die in dieser Aktie investiert sind. Statt zu verkaufen, werden sie eventuelle Kursrückgänge dem bösen Analysten in die Schuhe schieben. Ich erinnere in diesem Board an unverhüllte Morddrohungen für negative Kommentare zu EM.TV (als bei denen der Grund für den Kursverfall noch nicht so offensichtlich war).
Übrigens hat es schon seit ca. einem Jahr einzelne Verkaufsempfehlungen für Kinowelt gegeben, z.B. von ABN-Amro. Damals konnte auch ich deren Begründung (i.W. Liquiditätsprobleme) nicht nachvollziehen.
Natürlich sind die Analysten und Journalisten lieber everybody`s darling. Das ist genau so, wie die Autotester regelmäßig das meistgekaufte Auto zum Testsieger küren (also in Deutschland ein deutsches, in Frankreich ein Französisches Auto etc...) - damit erfreut man die Mehrheit der Leserschaft. (Das führt allerdings nicht zu so absurden Ergebnissen wie gelegentlich bei Aktien.)

Der Umkehrschluss ist leider auch nicht IMMER richtig: NICHT JEDE Aktie, die einhellig zu Verkauf empfohlen wird ist Spitze!

Gruß, rv


ps: Ich erwarte nach wie vor, dass Kinowelt die Liquiditätsprobleme in den Griff bekommt. Solange das aber nicht klar ist, gibt es auch bei diesem Kurs noch Risiken. Eine Verkaufsempfehlung ist aber m.E. fundamental kaum mehr zu begründen.
@rv,

das ist es ja gerade, was ich meine.
Selbst, wenn Kinowelt oder Heyde bei 0,1 Euro ständen, würde dieser Roger Peters deren Aktien strikt meiden und zum Verkauf empfehlen.

Nur, er vergisst dabei völig, daß er und seine Analystenkollegen diese Qualitätsunternehmen beim zehnfachen des aktuellen Kurses langfristigen Anlegern zum Kauf empfohlen haben.
Und mit denselben wenig aussagekräftigen Fundamentals wie bei der Kaufempfehlung, werden nun eben alle Verkaufsempfehlungen vom Stapel gelassen. Ganz nach dem Motto: "Igitt, mit denen will ich nichts zu tun haben."

Übrigens:

Du wirst keine Researchberichte auf deren Internet-Pages finden, die älter als 3 Monate sind...


ipo.trader


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