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KURUsawa Fakemachine........Das Schiff.............. - 500 Beiträge pro Seite



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Hallo Leute,

das Wetter ist schlecht, meine Stimmung etwas gedrückt, dann

schreib ich halt und es geht besser.

Saftkugler wurde gesperrt, dann entsperrt, er hat eine Ruhepause verdient

und bleibt in der Box.

KURUsawa Fakemachine präsentiert.....

...Sturmreiter......ohne Ahnung, aber mit 10 Fingern.....


...und einer Sage?..Geschichte?..die in den Hafenkneipen Portugals so

vermutlich nie erzählt wurde.


.und so gehts...
Im Sommer nach den grossen Stürmen lief eines Tages im portugiesischen Seehafen Manos während

einer Regenperiode ein Schiff ein.

Es war in den Morgenstunden und der Horizont im Westen schimmerte in einem matten Rot , gegen

das sich das Schiff wie ein riesiger Scherenschnitt schwarz abhob.

Das Schiff war, ein Dreimaster sagten später die einen, andere haben wohl 4 Masten gezählt und der

Rest behauptete , es wäre Dampf aus dem Achterschiff gekommen , aus einem Schornstein....schwören

wollte keiner, denn es galt der alte portugiesische Hafenspruch:> Wer im Sommer schwört die falschen

Dinge, der springt im Winter über die Klinge<.

Allerdings, die Mannschaft....an die Mannschaft konnten sich alle noch gut erinnern!

Es waren wilde Gesellen, die sich auf dem Deck tummelten, mit bronzeglänzenden , nackten

Oberkörpern schrieen sie sich in einer zwitschernden Sprache an, lachten viel und waren guter Dinge.

Es waren hübsche Gesellen, ..es waren wohl auch Frauen darunter!!...und der Regen prasselte auf sie

nieder, als das Schiff am Kai anlegte.
Auf dem Ruderdeck stand ein grosser Kerl, in eine schwarze Ölhaut gehüllt, das Gesicht durch eine

Kapuze verdeckt....der Kapitän.

Als dann der Inspektor des Hafenamtes in Begleitung zweier Soldaten das Schiff inspizierte und die

Papiere durchsah, gab es Probleme.

Zum einen war nicht ersichtlich, unter welcher Flagge das Schiff fuhr, zum anderen war die

Schiffsbesatzung mit 35 Mann angegeben, unterschrieben vom Hafenmeister von Cruelo, dem

Goldlandhafen der Westprovinzen.

An Bord zählte man jetzt allerdings , auch nach mehrmaliger Kontrolle, nur 20 Personen.

Das Logbuch gab nur unzureichend Auskunft, bei verwirrenden Einträgen, der Kapitän äusserte sich

zurückhaltend....und am Ende führten die Soldaten ihn vom Schiff, gefesselt an Händen und Füssen

und schafften ihn in den Hafenkerker.
Eine weitere Vernehmung durch den Untersuchungsrichter war auf den nächsten Tag anberaumt.

Die Schiffsbesatzung machte gegenüber dem Inspektor keinerlei Angaben. Nachdem der Schwarze von

Bord war, hörte das zwitschernde Geschnatter auf, eine seltsame Ruhe kehrte ein und alle diese bunten

Gestalten hingen über der Reling und schauten starr Richtung Stadt,......Richtung Kerker.

Niemand wollte das Schiff verlassen.

Der Hafeninspektor forderte Verstärkung nach, da ihm die Sache nicht geheuer war und es waren

schliesslich 5 schwerbewaffnete Soldaten, die zur Bewachung des Schiffes zurückblieben.




Es regnete den ganzen Tag weiter, der Kapitän sass im Kerker, aß und trank nicht, blieb stumm

und starrte nur auf das vergitterte kleine Fenster, das ein Stück grauen Himmels zeigte.

Auch auf dem Schiff herrschte die seltsame Ruhe fort, der Landregen prasselte auf die braunen Körper,

und es war eine Ruhe, ein starren....ein warten.

Der Tag verging, die Nacht kam, eine pechschwarze Regennacht...einige trübe Gasfunzeln beleuchteten

die Anlegestelle.

Die Wachsoldaten tranken Branntwein, unterhielten sich und lachten über die Besatzung, die immer

noch reglos-stumm über der Bordwand hing.
bist du sicher ,das dies in Portugal geschah?
hier gibt es nämlich auch eine Regenperiode über Pfingsten :rolleyes:





:laugh:
Es muss um die elfte Stunde gewesen sein, als ein Wind aufkam. Die Lampen schaukelten im

Rhythmus der leichten Böen und warfen wandernde Lichtkegel, die über Schiffswand und

Anlegestelle.

Dies war wohl auch der Grund, dass die Soldaten erst durch Zwitscherlaute vom Schiff auf die

Veränderung aufmerksam wurden.

Der undurchdringlich schwarze Horizont im Westen riss plötzlich an einer Stelle auf und ein

unglaublich helles Licht strahlte und leuchtete, ....und später behaupteten die Soldaten, es hätte

nur das Schiff beleuchtet und die Mannschaft hätte angefangen zu lachen, sie hätten Speisen und

Getränke an Deck geholt und ein Festmahl gehalten.

Die Soldaten sagten auch bei späteren Vernehmungen aus, sie seien wie gelähmt gewesen und in

der Stadt hätte sich nichts gerührt.

Um die zwölfte Stunde sei er dann am Pier gestanden, der Kapitän in seinem schwarzen Ölzeug und er

hätte ein Licht an seiner Kapuze befestigt , sagte die Wachsoldaten und einer behauptete gar, es seien

seine Augen gewesen, die gebrannt hätten.

Er ging an Bord und das Schiff legte unbehelligt ab.

Die Augenzeugen schworen, es sei das Licht, dieser Stern gewesen, der ihm den Weg wies..........

..der Richter nannte das Ganze später Fantasie..........Branntweinerinnerung..........

Die Soldaten blieben dabei......ohne den Stern hätte das Schiff nie den Hafen verlassen......



KURUsawa Fakemachine..............die Fahrt geht weiter....morgen..
Teil 2.......


In der Zeit der grossen Stürme , als die Welt aufgewühlt war durch neue Gedanken und Ideen, als die

reichen Westländer entdeckt und deren Goldvorräte ausgebeutet wurden, war die "Goldroute", jener

Schifffahrtsweg entlang des warmen Golfstroms, ein Brennpunkt des Weltgeschehens.

Hier bewegten sich täglich unglaubliche Werte an Gold, Diamanten und edlen Hölzern von West nach

Ost transportiert von Handelsschiffen, die unter schwerer Bewachung durch Kriegsschiffe ihre Fracht

bewegten.

Es gab aber auch die Räuber, die Seewölfen gleich im Schutze der kleinen Golfinseln, auf ihre Beute

warteten, ....Piraten, die ihre Unterschlupfe auf den Inseln hatten und mit kleinen, wendigen Zweimastern

über die Transporte herfielen und sie so schnell ausraubten, dass , bis sich die schwerfälligen

Begleitschutzschiffe in Position bringen konnten, der ganze Spuk bereits vorüber war und die Beute

unterwegs auf die Inseln. Gefangene machten die Piraten nicht, die aufgedunsenen Leichen der

Überfallenen trieben oft noch wochenlang im Wasser und den Haien dieser Gegend sagte man ob ihres

Übergewichts eine gewisse Trägheit nach.
...Sturmreiter gesperrt..??....macht nichts....

Es gab viele schauerliche Berichte über die Piraten jener Zeit, teilweise wurde ihnen dämonische

Fähigkeiten nachgesagt und der Wind sei auf ihrer Seite und würde bei den Überfällen nur in ihre Segel

Blasen, aber es war wohl nur das Unvermögen der Bewacher, das solche Geschichten aufkommen liess.

Piratenlegenden wurden auf jeden Fall genügend gesponnen, z.B. über Henry Hawk, dem Mann, der

niemals sprach und der mit seinem Schiff durch die Wolken kam, oder über den Fabulous Furious Freak

Brother, einen Jamaikaner, der mit Hilfe eines Voodoozaubers plötzlich mitten auf einem Schiff erschien,

die Leute massakrierte und seine Beute auf einer römischen Galeere, die von seelenlosen Zombies

gerudert wurde, in Sicherheit bringen liess.

Erwischt hat man im Laufe der Jahre alle und die mystischen Kräfte erwiesen sich letztendlich als

lächerlich, wenn`s unter dem Galgen zur Sache ging und manch hartgesottener Seewolf zum weinenden

Kind wurde.
Lindalotte gesperrt?.......wen scherts..?

Eine dieser Geschichten geistert allerdings bis heute durch die Köpfe, von dem namenlosen Schiff, mit

seinem schwarzbekleideten Kapitän, der bei Sonne oder Regen, Tag oder Nacht sein Haupt mit einer

Kapuze bedeckt hielt, mit einer lustig-zwitschernden Mannschaft.
Auch er kreuzte den Kurs der Goldschiffe, er griff tagsüber unter einer unerbittlich grellen Sonne an

und als einziger auch nachts......das Schiff , getaucht in gleissendes Licht,....von ein Stern behaupten die,

die es gesehen haben. Man könne sich nicht bewegen in diesem Licht, man könne nur schauen......mit

einer tiefen Sehnsucht und nur von dem einen Wunsch besessen, auf dieses Schiff zu kommen.

Die Schiffe, die vom Schwarzen aufgebracht wurden, erkannte man daran, dass kein Stück der

Goldladung fehlte,........es waren nur die Menschen verschwunden.

Wilde Spekulationen kursierten , Sklavenhandel wurde vermutet, die Ost-West-Gesellschaft rief eine

Untersuchungskommission ins Leben.....gegen materielle Verluste war man versichert, erfahrene

Schiffsbesatzungen zu verlieren, das stand auf einem anderen Papier.

Die Untersuchungskommission recherchierte und fand heraus, dass etliche vormals unbewohnte

Golfinseln jetzt bewohnt waren, man glaubte auch den ein oder anderen von den vermissten Seeleuten

zu erkennen, allein , niemand der Betroffenen äusserte sich oder wollte zurück.
.......und dann kam die Nacht, in der diese Geschichte ihr Ende fand.........

Es war die "WOtan" , ein Handelsschiff , das , unter Bedeckung von 2 grossen Kriegskaravellen, in den

Morgenstunden des 3. Juni den 36.Breitengrad überquerte. Plötzlich wurde der westliche Horizont in ein

grelles Licht getaucht und mit zusammengekniffenen Augen sahen die Besatzungen ein Schiff mitten

in dieser blendenden Helligkeit näherkommen. Eine bleierne Schwere befiel alle, sie konnten sich nicht

mehr rühren. Lachend-keckernde Gestalten, nahezu nackt und ohne Waffen, hüpften über das Deck und

am Ruder stand der schwarze Kapitän.

Die Besatzung des Handelsschiffs ergriff ein Drang, ein sehnlicher Wunsch....sie wollten an Bord dieses

Schiffes, sie wollten den Kapitän sehen, unter seine schwarze Kapuze schauen, mit ihm gehen.

In diesem Augenblick sandte die Sonne vom östlichen Horizont ihre ersten Strahlen über das Meer.

Es war der Augenblick, an dem der Tag noch nicht gewonnen, aber die Nacht bereits verloren hat.

Es war das Ende des schwarzen Kapitäns. Als ob die Sonnenstrahlen die Macht des gleissenden Lichts

über dem Piratenschiff neutralisieren würde, der ganze Zauber, die Erstarrung der Überfallenen fiel ab,

es war ein leichtes, den schwarzen Kapitän und seine Mannschaft zu überwältigen und gefangen zu

setzen.

Ein Seegericht trat noch am gleichen Tag auf den Kriegsschiffen zusammen und noch vor dem

Abendgebet hing der Schwarze am Halse aufgehängt in den Rahen seines eigenen Schiffes.

Nach damaligem Brauch wurde gegen Abend dann Feuer an das Piratenschiff gelegt, ein kleines Segel

gesetzt und alles weitere dem Schicksal und den Winden überlassen.

Das Feuer wollte allerdings nicht richtig brennen und erlosch als das Schiff langsam in die Dunkelheit

trieb.

Nur von den Rahen, vom oberen Mast, ungefähr dort wo der gehängte Kapitän leise im Wind schaukelte,

von dort kam ein intensiver Glutschein.............
Epilog:........seid dieser Zeit stehen über den Golfinseln im Sommer 2 helle Sterne, deren Licht

allerdings im Lauf der Jahre langsam abzunehmen scheint.

Zwischenzeitlich ist ein dritter Stern hinzugekommen, der jetzt schon höchst einfühlsam sein Licht

verbreitet und der wohl dereinst dem, der sein Licht sieht, weitaus heller vorkommen wird, als alle

anderen.....


Das Ende



KURUsawa Fakemachine, 3.6.01.....die Karawane zieht weiter........


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