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07.06.01 16:43:10
Plaut mit Grossauftrag zur weltweiten Einführung von MySAP.com
7.6.2001

Plaut Consulting, Inc., die US-Tochtergesellschaft der am Neuen Markt notierten Plaut AG (WKN 918 703), hat von Allied Domecq PLC den Auftrag zur Einführung von mySAP.com in allen Niederlassungen in den USA und Europa erhalten. Allied Domecq ist weltweit der zweitgrößte Anbieter hochwertiger Spirituosen und gehört gleichzeitig zu den größten Wein-Produzenten.



Plaut wird für die miteinander verknüpften Projekte globale Datenstandards nutzen, um die Effektivität von Verkauf und Marketing sowie die Ertragstransparenz in allen Geschäftszweigen von Allied Domecq zu verbessern. Der Auftrag umfasst die Einführung der Softwaremodule für die Verwaltung, Steuerung und Überwachung der Finanzen, des SCM Logistik Systems, des Material-Managements, der Produktionsplanung sowie von Verkauf und Vertrieb. Zusätzlich ist die auf IT-Dienstleistungen spezialisierte Management-Beratungsgesellschaft in diesem Projekt für den Aufbau der SAP-Basissysteme, der ABAP-Umgebung, das Change Management zur Anpassung interner Prozesse auf den Plattformwechsel und das Training der Anwender verantwortlich.

-Das ist eines der größten globalen Projekte, das Plaut Consulting je erhalten hat-, kommentierte Paul Shaughnessy, President und CEO von Plaut Nordamerika, den Zuschlag. -Ich schreibe diesen Erfolg unserer langjährigen Verbindung zu SAP und unseren nachgewiesenen Sachkenntnissen im Konsumgüter-Sektor, insbesondere in der Wein- und Spirituosen-Industrie, zu.-

Die laufende Implementierung für den Weinerzeugungs-Sektor in den USA soll im dritten Quartal 2001 produktiv werden. Die Phase der Einführung in der Spirituosen-Gruppe soll sich nahtlos an die erfolgreiche Beendigung dieses ersten Projektabschnitts bei Allied Domecq anschließen. Auf europäischer Seite wird das Projekt in den drei Ländern England, Schottland und Spanien durchgeführt.

-Plaut wurde wegen ihrer Erfahrung in der Wein- und Spirituosen-Industrie, vor allem aber aufgrund ihrer Spezialisierung auf die Einführung von SAP Systemen, ausgewählt,- sagte Graham Heatherington, Global Finance Director von Allied Domecq PLC. -Die globale Präsenz von Plaut ermöglicht uns, die Best Practices aus beiden Projekten und Kontinenten für uns gewinnbringend zu nutzen.-


http://www.austrostocks.com/cgi-bin/index.pl?cms_nr=4125&new…



MFG

JS
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11.06.01 19:23:49
HV-Bericht Plaut AG



Am Freitag, dem 1. Juni 2001, fand um 10:00 Uhr im Crowne Plaza Pitter Hotel in der Festspielstadt Salzburg die ordentliche Hauptversammlung der österreichischen Plaut AG statt. Der am Neuen Markt in Frankfurt notierte Full-Solution-Provider für Unternehmensstrategie, IT-Integration, eBusiness-Lösungen sowie Outsourcing und Hosting Services ging 1999 mit einem Emissionspreis von 22,00 Euro an die Börse und verzeichnete im Hoch Kurse jenseits der 80 Euro-Marke.
Im Zuge der Abwärtsbewegung am Neuen Markt und aufgrund unbefriedigender Zahlen kam die Aktie des Unternehmens im letzten Jahr aber stark unter Druck und kostet mittlerweile nur noch knapp 6 Euro.

Pünktlich um 10 Uhr eröffnete der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. G. Huttenlocher die Hauptversammlung, bei der rund 35 Aktionäre anwesend waren sowie Roland Pumberger, der für GSC Research berichtet. Dr. G. Huttenlocher stellte zunächst die anwesenden Mitglieder des Vorstands sowie des Aufsichtsrats vor und übergab das Wort im Anschluss daran an den CEO E. Lebeiner.


Bericht des Vorstands

Dieser stellte zunächst das Unternehmen Plaut AG vor und gab einige Kernzahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres 2000 bekannt. So konnte im Berichtszeitraum ein Umsatz von 290,6 Mio. Euro erzielt werden, welcher sich zu 80% aus dem Beratungs- sowie zu 20% aus dem Servicegeschäft zusammensetzt. Zu diesen Zahlen beigetragen haben mittlerweile rund 2.000 Mitarbeiter, davon etwa 1.600 Consultants in 18 Ländern (die wichtigsten Länder sind hier die USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien).

Nach einem Überblick über die historische Entwicklung der Plaut AG seit 1946 kam CEO Lebeiner auf das Business-Modell des Unternehmens zu sprechen. Dabei betonte er insbesondere den Full-Solution-Ansatz und ging auf die beiden Umsatzquellen Beratung und Service ein. Alleine in 2000 gründete die Plaut AG fünf Tochtergesellschaften in den Ländern Australien, Kanada, Spanien, Rumänien und Slowakei. Dazu kamen sieben Akquisitionen in Spanien, in den USA, in Kanada, Brasilien und Österreich.

Herr Lebeiner strich heraus, dass Plaut mit den Übernahmen zum einen neue Regionen erschließen möchte, zum anderen stehe der Erwerb von speziellem Know-how im Vordergrund. Aber auch die Verstärkung existierender Geschäftsfelder wird nach den Worten des CEO verfolgt. Aktuell generiert Plaut rund 70% der Umsätze aus dem Geschäft mit Großunternehmen, rund 30% stammen vom Mittelstand. Unter den weltweit über 2.000 Kunden befinden sich klingende Namen wie DaimlerChrysler, BMW, Ericcson, Alcatel, Peugeot und Austrian Airlines.

Danach benannte Herr Lebeiner die sechs wichtigsten Bereiche. Zum einen führte er die Wertschöpfungskette des Kunden an. Als zweiten Punkt nannte er das Beratungsportfolio mit der Strategieberatung, den BackOffice Solutions, den eBusiness Solutions, den FrontOffice Solutions sowie den IT & Hosting Solutions. Punkt drei sei das Services Roadmap, also die Entwicklung von Strategien und Konzepten, sowie die nachfolgende Umsetzung.

Als vierten Bereich gab der CEO die internationale Präsenz an mit den Hauptzielgebieten Europa, Nordamerika, Lateinamerika und Australien. Als fünften Punkt führte Herr Lebeiner die Zielgruppen an (SME, Accelerated Solutions, Major Accounts). Der sechste Bereich schließlich sei das branchenspezifische Know-how, also Manufacturing, Services und CPG/Retail. Alle diese Bereiche gelte es unter einem Ansatz zu integrieren.

Als besondere Stärken der Plaut AG führte der Vorstand insbesondere das hohe Potenzial für Cross-Selling an. Zudem führe ein hoher Pro-Kopf-Umsatz zur Verbesserung der Marge. Außerdem zeige Plaut ein schnelleres Wachstum als der Beratungsmarkt. Insbesondere der von Plaut gewählte Portfolioansatz mache das Unternehmen unabhängiger von spezifischen Dienstleistungen, Beratungssektoren und wenigen großen Projekten.

Im Hinblick auf den Mitarbeiterstamm bemerkte Herr Lebeiner, dass derzeit weltweit etwa 2.000 Leute für Plaut tätig sind. Für 2001 sei eine Aufstockung auf rund 2.300 Beschäftige geplant. Rund 85% der Belegschaft haben einen Hochschulabschluss, wobei das Durchschnittsalter bei 36 Jahren liegt. Als Fluktuation nannte der CEO eine Zahl von 10%, wobei diese aufgrund von Abwerbungen durch die Konkurrenz ansteigend sei. Im Durchschnitt hat jeder Berater im Geschäftsjahr 2000 einen Umsatz von 205.000 Euro erzielt, und diese Kennzahl soll im Geschäftsjahr 2001 auf 212.000 Euro gesteigert werden.

Um die Mitarbeiterbindung zu erhöhen, bietet die Plaut AG ihren Mitarbeitern insbesondere Karrieremöglichkeiten an. Die Möglichkeit der Weiterbildung, attraktive Projekte, ein Aktienoptionsplan für Mitarbeiter sowie ein internes Recruiting-/Qualifizierungsprogramm sollen nach den Worten von Herrn Lebeiner zusätzliche Anreize bieten.

Was die enttäuschende Kursentwicklung der Plaut-Aktie betrifft, so fühlt sich der Vorstand dem schwachen Gesamtmarkt ausgesetzt. Außerdem werde man von den Betreuerbanken vernachlässigt. Zwar seien auch die Nachrichten vom Unternehmen selbst nicht allzu gut gewesen, im Vergleich zu anderen Firmen habe man sich aber im Rahmen bewegt. Des Weiteren räumte der CEO ein, dass die Investor Relations-Tätigkeit verbessert werden muss. Hierfür sei zusätzlich zu Frau Monika Kretzschmar seit Oktober 2000 auch Herr Kielgas im Amt.

Zum Zeitpunkt den Börsengangs habe man seitens der Banken für den Wachstumswert Plaut ganz klar das Börsensegment Neuer Markt als den richtigen Hafen empfohlen. Heute sähe man es lieber, wenn man im Geregelten Markt notieren würde.

Nach diesen Ausführungen übernahm Finanzvorstand Erwin Schilliger das Wort und berichtete über die wichtigsten Finanzkennzahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres. Dabei strich er heraus, dass die Umsätze in 2000 gegenüber dem Vergleichszeitraum 1999 um 26,5% auf 290,6 Mio. Euro gesteigert werden konnten. Das EBITDA verbesserte sich im Berichtszeitraum um 134% auf 21,4 Mio. Euro, das EBIT erhöhte sich um 360% auf 11,2 Mio. Euro. Als Gewinn je Aktie wurden in 2000 0,25 Euro ausgewiesen nach 0,12 Euro im Vorjahreszeitraum.

Kritisch bemerkte Herr Schilliger, dass die Profitabilität in den vergangenen Jahren mit dem starken Umsatzwachstums nicht mehr Schritt halten konnte. Deshalb plane man, künftig die Profitabilität in den Vordergrund zu rücken und die Umsatzrendite - wie bereits in 1996/97 geschehen - in alte Höhen von 10 bis 15% hochzuschrauben.

Wie CEO Lebeiner ergänzend hinzufügte, gilt es dabei insbesondere auch, die Deckungsbeiträge in den einzelnen Geschäftsfeldern zu verbessern und den Fokus auf schneller wachsende Lines of Business (vor allem FrontOffice Solutions) zu legen. Neben weiterem Umsatzwachstum soll besonders auch die Umstellung auf stundenweise Fakturierung positive Impulse bringen.

Daneben soll sich der Fokus auf weniger, dafür aber große strategische Kunden richten. Akquisitionen sollen nur dann erfolgen, wenn sie die internationale Infrastruktur nutzen lassen und zu höheren Deckungsbeiträgen führen. Außerdem soll verstärkt das Augenmerk auf die Effizienz der Vertriebsorganisation gerichtet werden.

Wie Herr Lebeiner weiter ausführte, ist es das Ziel bis 2006, den Deckungsbeitrag auf 45% zu erhöhen, also um 1,5 Prozentpunkte pro Jahr für die nächsten Jahre. Dies soll insbesondere durch eine verbesserte Nutzung des internationalen Ressourcenpools (off-site/off-shore-Fähigkeiten), eine Erhöhung des Umsatzes pro Berater, eine Reduktion der Kosten für externe Berater sowie durch eine Verringerung der Fluktuation bei den Beratern erreicht werden.

Als weitere Ziele nannte der CEO eine Senkung der betrieblichen Ausgaben (SG&A) um 1,5% pro Jahr über die nächsten drei Jahre. Dabei sollen die Overhead-Kosten bezogen auf den Umsatz maximal 25 Prozent betragen. Ebenso im Fokus stehe eine Ausweitung der neuen, schneller wachsenden LoBs über die existierende internationale Infrastruktur, eine Senkung der Vertriebskosten durch die Ausrichtung auf weniger und größere Kunden, eine striktere Kontrolle der Overhead-Kosten, eine Fokussierung der Investitionen auf die „Big 4“ (USA, GB, F, D) sowie eine Koordination und Nutzung der IT-Investitionen über das ganze Unternehmen hinweg.

Abschließend beteuerte Herr Lebeiner erneut, dass die Expansion zwar Geld gekostet hat, dass die Kunden nun aber ein flächendeckendes Netz nutzen können. Zwar seien Akquisitionen auch weiterhin ein Thema, insbesondere in Skandinavien sowie in den BENELUX sei man noch unterbesetzt, künftig genießen Renditeziele aber oberste Priorität.


Allgemeine Aussprache

Als Erster trat Herr Dr. Werner ans Rednerpult und bemängelte zunächst die seiner Meinung nach nicht vorhandene Investor Relations-Tätigkeit des Unternehmens. Außerdem ist seiner Ansicht nach der Geschäftsbereich unglaubwürdig. Aufgabe eines Unternehmens sei es auch, Werte für die Aktionäre zu schaffen, bei Plaut aber gebe es eine Kapitalvernichtung par exellence. 73% Kursverlust seit dem IPO sprächen eine deutliche Sprache. Die Ausrede, Plaut sei am Neuen Markt mit Technologietiteln verglichen und daher ebenso abgestraft worden, lasse er nicht gelten. Auch eine Medion habe schließlich dem Börsenklima trotzen können.

Als weiteren Punkt interessierte Herrn Dr. Werner, wie der damalige IPO-Preis berechnet worden ist, da sich bei einem ausgewiesenen Gewinn von 0,25 Euro je Aktie in 2000 ein sehr stattliches KGV von 88 ergebe. Das IPO hat seiner Meinung nach daher nur zum „Kassemachen“ gedient. Dass die Vorstände zum Ausgabepreis von 22 Euro für 600 Mio. ATS Aktien verkauft haben, sei für ihn ein klares Indiz dafür.

Dr. Werner sieht in den Aktivitäten des Vorstands einen „unverständlichen Umgang mit Geld und Finanzen“. Über 400 Mio. ATS seien in Beteiligungen investiert worden, welche in der Summe nur Verluste brachten. Zum Thema Handelsplatz meinte er, dass ein Wechsel angegangen werden muss. Was den beauftragten Wirtschaftsprüfer betrifft, so müsse es einer sein, der in allen Ländern präsent ist, in denen auch Plaut aktiv ist.

Zum letzten Punkt entgegnete der Geschäftsführer der prüfenden Gesellschaft AUDIT Salzburg Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H., diesbezüglich arbeite man mit Ernst & Young zusammen. Diese Gesellschaft sei sehr wohl in all diesen Ländern vertreten und werde damit den Ansprüchen gerecht.

Danach führte CEO Lebeiner weiter aus, man arbeite generell daran, die Dinge zu verbessern. Es gebe allerdings Einflussfaktoren, die nicht gesteuert werden können. Viele Dinge müsse das Unternehmen aber auch selbst verbessern. Bereits jetzt versuche man, Verbindungen zu Investoren, Fonds und Presse zu knüpfen.

Der Aufsichtsvorsitzende Dr. Huttenlocher meinte zum Thema Aktienverkäufe, diese hätten zwar stattgefunden, die Situation stelle sich aber anders dar. Konkret seien Aktien in den Familien der Vorstände aus steuerlichen Gründen umgeschichtet worden, also auf andere Personen innerhalb der Familie übertragen worden. Zum „wesentlichen“ Teil seien die Stücke somit in den Familien verblieben, und es herrsche absolute Treue zum Unternehmen. An ein „Kassemachen“ denke niemand.

Zum Thema „schwacher Börsenkurs“ bemerkte dann Herr Kielgas, die Entwicklung weise zwar nach unten, jedoch nicht abgekoppelt vom Gesamtmarkt. Zudem habe die Entwicklung mit zwei wesentlichen Punkten zu tun. Zum einen habe sich Plaut der Transparenz verschrieben, weshalb detaillierte Zahlen auch der einzelnen Geschäftsfelder bekannt gegeben werden sollen. Mit Fehlentwicklungen wolle man nicht hinter dem Berg halten.

Zudem habe die Produktivität und die Profitabilität durch die Expansion gelitten. In der heutigen Zeit sei dies jedoch nicht anders möglich. Das Fundament sei nun aber geschaffen, und er sei auch zuversichtlich, dass Verbesserungen bei der Marge nun gelingen werden.

Im Hinblick auf den zunächst stark gestiegenen Aktienkurs von 22 auf über 80 Euro meinte Herr Lebeiner, man habe damals auch nicht gewusst, wie dies zu Stande kam. Jedoch sei seiner Meinung nach das stets recht geringe Handelsvolumen sowohl für den damaligen Aufschwung als auch jetzt für den Abschwung mit verantwortlich.

Daraufhin hakte Dr. Werner nach und wollte wissen, warum sich das Eigenkapital des Unternehmens so stark vermindert hat. Hierauf antwortete Herr Lebeiner dass im zweiten und dritten Quartal viele Akquisitionen getätigt wurden, was sich natürlich negativ auf das Eigenkapital ausgewirkt hat.

Bezüglich des damals mit 22,00 Euro festgesetzten Ausgabepreises bemerkte Herr Schilliger, damals sei eine Due Dilligence-Prüfung durchgeführt worden. Zunächst seien sogar 32 bis 35 Euro im Gespräch gewesen. Aufgrund des damals negativen Börsenumfelds habe man sich dann aber für 22,00 Euro entschieden. Zum Vorwurf des im Hinblick auf die vorgelegten Zahlen zu hoch angesetzten Ausgabepreises meinte Herr Schilliger nüchtern, das KGV-Ziel sei eben nicht erreicht worden.

Des Weiteren wollte Dr. Werner wissen, warum kein Rückkauf eigener Aktien stattfindet. CEO Lebeiner führte diesbezüglich aus, die Gesellschaft sei momentan mit einer „angespannten Liquiditätslage“ konfrontiert. Ein Rückkauf sei nicht möglich, da das Kapital zur Forderungsfinanzierung benötigt wird.

Zum Thema Ausblick erklärte Herr Lebeiner, der Umsatz für das laufende Geschäftsjahr 2001 werde von Analysten auf rund 320 Mio. Euro geschätzt. Dabei werde von der selben Berufsgruppe ein EBIT von 13 Mio. Euro veranschlagt. Ergänzend fügte Herr Kielgas an, das zweite Halbjahr könne nur schwer vorhergesagt werden. Plaut selbst wolle künftig konservativ mit Zielsetzungen umgehen. Die jetzige Situation sei in jedem Falle nicht so, dass die erwartete Steigerung der EBIT-Marge von 5% eintreten wird. Analysten gingen dagegen von einer Steigerung der Marge im Bereich von 2 bis 3% aus.

Als zweiter Redner trat Herr Ing. Holzinger ans Rednerpult und bemängelte die Tatsache, dass keine Dividende ausgeschüttet wird. Zudem hatte er den Eindruck, dass einige Akquisitionen schiefgegangen sind. CEO Leibener entgegnete darauf, dass die erwirtschafteten Ergebnisse reinvestiert werden, um das Wachstum zu ermöglichen. Steigende Aktienkurse sollten Aktionäre zufrieden stellen, leider sei das bei Plaut noch nicht eingetreten. Künftig sollen es verbesserte Margen aber ermöglichen, eine Dividende auszuschütten.


Abstimmungen

Bei einer Präsenz von 55,27 Prozent des Grundkapitals wurden alle zur Abstimmung vorgelegten Tagesordnungspunkte mit großer Mehrheit gebilligt. Vorstand und Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt, der Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2000 auf neue Rechnung vorgetragen und die AUDIT Salzburg Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2001 bestellt.


Fazit und eigene Meinung

Wohl aufgrund der Tatsache, dass die meisten Aktionäre mit der Aktie von Plaut bislang rund 75% ihres eingesetzten Kapitals eingebüßt haben, war im Vorfeld der Hauptversammlung doch eine eher betretene Stimmung festzustellen.

Die Entscheidung, an den Neuen Markt nach Frankfurt zu gehen, war mit Sicherheit nicht optimal. Allerdings hätte es zum Zeitpunkt des IPO wohl auch unter den Anlegern eine deutliche Mehrheit gegeben, die diesen Schritt befürwortet hätte. Dass nun alles anders gekommen ist, liegt aber, wie auch schon im Rahmen der Hauptversammlung kritisiert, nicht alleine am Markt, auch das Management konnte die gesteckten Ziele teilweise nicht erreichen.

Dass man nun die Kommunikation mit den Zielgruppen verbessern will, ist sicherlich im Sinne eines verbesserten Shareholder Value-Ansatzes. Mit Herrn Kielgas scheint man dazu auch einen kompetenten Mann gefunden zu haben. Ob es allerdings die Privatanleger sein werden, die in den Genuss einer verstärkten Unternehmenskommunikation kommen, bleibt fraglich. Vielmehr zielt man bei Plaut auch aufgrund des doch geringen Streubesitzes auf institutionelle Investoren und Fonds ab, wie Herr Kielgas dem Autor in einem persönlichen Gespräch nach der Hauptversammlung mitteilte.

Der Vorstand hat in den letzten Jahren im Hinblick auf das Umsatzwachstum eine eindrucksvolle Zahlenserie hingelegt. Lagen die Erlöse in 1997 noch bei 98,4 Mio. Euro, konnten in 2000 schon 290,6 Mio. Euro ausgewiesen werden. Dabei fand nicht nur ein Wachstum in den Kernbereichen statt, es wurde auch eine Diversifikationsstrategie verfolgt, so dass Plaut heute recht breit aufgestellt ist.

Die Zukunft wird zeigen, ob es dem Vorstand gelingt, das nun geschaffene Fundament auch in bare Münze umzuwandeln und die Rentabilität schrittweise zu erhöhen. Anleger werden das Management jedenfalls mit Sicherheit genau an diesem Kriterium messen.


Kontaktadresse

Plaut AG
Moserstrasse 33a
5020 Salzburg

Tel.: 0662 / 4092 - 0
Fax: 0662 / 4092 - 15
Internet: www.plaut.de

Investor Relations
Monika Kretzschmar

Tel.: 0662 / 4092 - 60
Email: monika.kretzschmar@plaut.de
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17.07.01 14:52:47
Plaut klettert auf den internationalen Consulting Charts
17.7.2001

Die führende amerikanische, unabhängige Wirtschaftsinformationsgruppe Kennedy Information Research Group (KIRG) hat in ihrer aktuellen Untersuchung der weltweit 50 größten Consulting-Unternehmen (-CN 50-), die Plaut Aktiengesellschaft als einzige Beratungsgesellschaft aus Zentraleuropa unter die Top 11 der in den USA am schnellsten wachsenden Unternehmen der Branche gewertet. Gemessen am Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2000 teilt sich Plaut Platz neun mit der Boston Consulting Group und den Buck Consultants.



Auch auf der -CN 50- selbst, in der KIRG die 50 umsatzstärksten international tätigen Beratungsunternehmen auflistet, hat sich Plaut vom 49. auf den 47. Platz verbessern können. Neben der Plaut Aktiengesellschaft, die mit über 2.000 Mitarbeitern und 34 Tochtergesellschaften in 18 Ländern tätig ist, finden sich auf den -CN 50-Charts nur mehr zwei weitere deutschsprachige Consulting-Unternehmen.

Für Erich Lebeiner, Vorstandsvorsitzender der Plaut AG, zeigt sich in der Bewertung durch die KIRG -eine Bestätigung unserer in der Vergangenheit eingeleiteten Wachstumsstrategie. Durch unsere Expansion und Diversifikation haben wir heute auch fachlich die kritische Masse übersprungen, um global agierenden Großkunden hohe Professionalität ­ wo immer sie auf dieser Welt gefordert wird ­ anbieten zu können.- Und er fügt hinzu: -Die erfreuliche Beurteilung durch die KIRG bestärkt uns, nun in der Konsequenz den Fokus auf die Profitabilität unseres Unternehmens zu legen, indem wir unsere Infrastruktur jetzt für die neuen, schneller wachsenden Geschäfte wie Supply Chain Management, Customer Relationship Management oder Outsourcing nutzen.- Plaut versteht sich als Full Solution Provider, der mit seinem Portfolio von der Strategieberatung über die Integration betriebswirtschaftlicher Lösungen im Front- und BackOffice bis hin zu IT & Hosting Services zu den führenden Beratungsunternehmen zählt.
WWW.austrostocks.at



mfg
junkstro


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