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E.Multi: Schwarze Zahlen statt rosarote Luftschlösser - 500 Beiträge pro Seite



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Das Entertainment-Unternehmen hat eine niedrige Bewertung, wenn die Ziele eingehalten werden. Belastend wirken sich das allgemeine Marktumfeld und der Wirbel um den Kinowelt-Anteil aus. w:o im Gespräch mit Vorstand Matthias Gärtner.

Der Vorstand von e.multi, Matthias Gärtner, beantwortet die wichtigste Frage unumwunden mit Ja: Das Unternehmen soll in diesem Geschäftsjahr schwarze Zahlen schreiben. Nach Schätzung der Schmidtbank wird das Ergebnis je Aktie auf 0,28 Euro betragen. e.multi hätte dann ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 5,7. Und das bei einem angestrebten Umsatzwachstum von 80% in den kommenden beiden Jahren, wie Gärtner sagt.

Der Kurs hingegen zeigt stetig nach unten. Der Gegensatz zwischen Börsenperformance und fundamentalen Daten erklärt sich Gärtner zunächst mit der gesamten Marktentwicklung: Das im Internet-Bereich des Neuen Marktes notierte Unternehmen sei mit diesem nach unten gerissen worden. Der zweite Grund ist das Straucheln von Kinowelt Medien, das eine Beteiligung an e.multi hält. Dieser Teil steht zur Disposition, um die Liquiditätssituation des angeschlagenen Medienkonzerns zu verbessern. Gärtner rechnet mit einer Lösung des Problems noch im laufenden Kalenderjahr. Ein neuer strategischer Partner wird gesucht – aus dem Medien- oder Telekommunikationsbereich.

Hinzu kommt noch ein weiterer Aspekt. Im ersten Quartal trugen die Zahlen noch rote Kleidung. Die harten Fakten sehen zunächst einen Umsatz von 1,13 Mio. Euro, der einem operativen Verlust von 1,57 Mio. Euro gegenüber steht. Der Beweis, dass e.multi profitabel arbeitet, steht also noch aus. Und: Die Anleger am Neuen Markt scheuen nach den Erfahrungen der letzten Jahre bis dahin ein Unternehmen wie der Teufel das Weihwasser.

Gärtner ist mit der Zuordnung zum Internet-Sektor nicht glücklich, er sieht e.multi in erster Linie als Entertainment-Unternehmen. Die Gesellschaft bietet Spiele wie z.b. Börsenspiele an, bzw. über die österreichische Tochter auch Wetten. Aktuell laufen diese vor allem über das Internet. Da dieses Medium langsam das Laufen erlernt, werden die angebotenen Inhalte auch für Telekom- und Handyunternehmen interessant.

„Wir werden unsere Spiele auch auf mobilen Endgeräten anbieten“, sagt Gärtner, zunächst noch auf der eingeschränkten Wap-Technologie basierend, später natürlich für GPRS und UMTS. e.multi steht in Verhandlungen mit zwei großen Unternehmen aus dem Bereich, die Gärtner noch nicht nennen möchte. Die Projekte stehen aber dicht vor der Umsetzung: „Die Spiele sind fertig, wir werden dieses Jahr noch starten.“

Für die Zukunft hat das Unternehmen weiter gehende Projekte in der Entwicklung. Sportliche Ereignisse wie zum Beispiel die Formel1 sollen mit Spielen verbunden werden. Die Fahrer werden dabei als virtuelle Aktien gehandelt, wobei die jeweilige Platzierung im Rennen den Kurs bestimmt. Dieses Konzept ist natürlich auf viele sportliche Bereiche übertragbar, neben dem Automobilsektor hat e.multi den Fußball im Auge. Außerdem hat es den Vorteil, dass diese Spiele unter dem Label „Geschicklichkeitsspiel“ laufen und so das staatliche Monopol auf Glücksspiel nicht betreffen.

Das Geld aus dem Börsengang, der vor einem Jahr erfolgte, ist bislang vor allem in zwei Bereiche geflossen: Einmal wurde damit die Technologie weiter entwickelt, zum zweiten strategische Beteiligungen eingegangen. Dazu zählt die 75%ige Beteiligung an der Argos Medien Ag und die 51%ige Beteiligung an der österreichischen bet-at-home.com. Liquidität ist noch vorhanden, weitere Akquisitionen sind nicht ausgeschlossen, „da kommt uns die aktuelle Situation entgegen.“


KGV scheint niedrig, fragt sich nur, warum der Vorstandsvorsitzende Gärtner seine Aktien zu diesen "günstigen" Kursen VERkauft! Nach den letzten Zahlen glaube ich nicht, daß das geplante Ebit erreicht werden kann, das hieße dann Verfehlung der Planzahlen. Ich glaube auch nicht, daß das Umfeld für Börsenspiele unbedingt so günstig sein wird in nächster Zeit. Mißtrauisch macht mich auch, daß gerade heute eine Ad Hoc erscheint, da hat man wohl auf einen Tag wie heute mit gewartet und das Ding aus der Schublade geholt.

Sollten Insiderkäufe in glaubwürdigem Umfang stattfinden, würde ich über ein Investment nachdenken, aber wenn der Vorstand gerade erst verkauft hat (Übertragung an Ehefrau haha), hat er wohl nicht unbedingt vor wieder zu kaufen.
Was ist deine Quelle? Wo steht, dass Gärtner Aktien verkauft hat? Ich konnte nichts finden. Herzlichen Dank für die Info.
Wie gesagt, Übertragung an Ehefrau, die kann dann ohne weitere Meldepflicht verkaufen. Quelle ist www.neuermarkt.com, hier der Direktlink zu der Transaktion:

http://display.neuermarkt.com/internet/nmcom/nmcom_dd.nsf/ma…

Der Eintrag ist vom 14.6.

e.multi Digitale
Dienste AG
Matthias Helmut
Gärtner
Vorstand
Vorsitzender
Nennwertlose
Inhaber-Stammaktien
548851
Verkauf
22240
- Unternehmen
Übertragung auf
Ehefrau


Ich habe mich vorher nur kurz mit e.multi aufgrund der niedrigen Bewertung beschäftigt, nach dem Insiderverkauf war die Sache für mich dann auch gegessen. Zudem erwirtschaftet die Firma, wenn ich mich recht erinnere, die meisten Umsätze bisher mit den Börsenspielen, die anderen (eigentlich nicht uninteressanten) Bereiche scheinen Zukunftsmusik zu sein. Nach dem Desaster am neuen Markt und der Konsolidierung bei den Online-Brokern dürfte das Interesse an Börsenspielen eher geringer ausfallen.

Die letzten Zahlen waren auch nicht eben berauschend, während Gärtner vorher noch tönte, e.multi habe die Erwartungen bisher immer eingehalten, wurde diesmal das EBIT verfehlt. Umso mehr wundert es mich, daß dennoch am geplanten Jahres-EBIT festgehalten wurde. Mir wäre das Risiko zu groß, daß die Jahreszahlen verfehlt werden, der Markt würde dies unabhängig von der Bewertung sicherlich nochmal abstrafen. Der Titel ist zudem äußerst markteng, bei schlechten news kann man praktisch nur an den Makler verkaufen, dem dann natürlich auch nichts anderes bleibt als weiter nach unten zu taxen.
Naja, nachdem Gärtner ca. 300.000 Aktien hat, kann man hier nicht von einem Insiderverkauf sprechen.
Falls e.multi die Planzahlen nicht einhält, glaube ich nicht, dass der Kurs dramatisch fallen wird, da die Bewertung bereits sehr, sehr niedrig ist. Sind die Zahlen OK könnt die Post abgehen. Allein die Beteiligungen sind schon mehr wert als e.multi bewertet wird.
Das sind dann immerhin etwa 7,5% seiner Aktien, und daß bei bereits stark reduziertem Kursniveau, also Zuversicht weckt das nicht gerade bei mir. Aber jeder muß selbst wissen wie er mit Insiderverkäufen umgeht. Aber man muß sich doch fragen wieso keine Insider Aktien kaufen, wenn der Kurs so arg niedrig ist?

Ich glaube auch, daß bei Nichterfüllung der Zahlen der Zahlen der Kurs durchaus noch weiter (auch stärker) fallen kann, Pennystock-Niveau ist da nicht weit. Schau Dir doch die Bewertungen anderer Firmen am neuen Markt an, viele notieren weit unter Buchwert, so einige sogar (weit) unter Cashbestand, also Luft nach unten ist da immer, da muß man sich nichts vormachen. Wer soll denn die Aktien kaufen nach Verfehlung der Zahlen? Die Kursfindung ist nicht immer rational, wenn keine Käufer da sind, fällt der Kurs, vor allem bei der extremen Marktenge. Und bei der Marktkapitalisierung von e.multi ist der Wert für Fonds gänzlich uninteressant. Dazu kommt, daß die Aktien, die Kinowelt noch hält, wie ein Damoklesschwert über dem Kurs hängen.

Also ich will die Firma nicht bewerten, aber ich sehe derzeitig einfach keinen Grund die Aktie zu kaufen, günstige Werte gibt es zuhauf am neuen Markt und bisher ist e.multi ja noch nicht mal profitabel gewesen.
Junge, Junge - die haben sich aber mies entwickelt! Und heute auch noch Tagesverlierer.

Gärtner, schätze, Du solltest langsam mal was tun.


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