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Lambda: Großauftrag verschoben - 500 Beiträge pro Seite



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Während die Videotexter von der Weißwurstgrenze noch rufen „Großer Fehler bei Lambda“, muss der Anbieter von Lasern weitere herbe Kurseinbußen verkraften. Seit Mitte Mai kennt die Aktie von Lambda Physik nur eine Richtung, die nach Süden. Sie hat sich seitdem gedrittelt.

Der heutige Rutsch auf rund 25 Euro kommt durch die Meldung eines verschobenen Großauftrags zustande. Ein wichtiger Kunde aus dem Geschäftsbereich Lithographie nimmt Geräte der 193nm-Generation nicht schon im per September endenden Geschäftsjahr 2002, sondern erst 2003 ab. Als Ursache werden technologische Probleme auf Kundenseite angegeben.

Damit muss der aktuelle Auftragsbestand von 90 Mio. Euro um rund 16 Mio. Euro reduziert werden. Lambda Physik geht für das laufende Geschäftsjahr allerdings weiterhin von einer Umsatzsteigerung von 40 Prozent und einer überdurchschnittlichen Verbesserung des Ergebnisses aus. Darüber hinaus wird jedoch eher eine Beruhigung der Umsatzentwicklung erwartet. Insbesondere kann offenbar derzeit nicht abgesehen werden, inwieweit das weiterhin sehr dynamische Industriegeschäft die zu erwartenden Rückgänge im Bereich Lithographie wird auffangen können. Lithographische Anwendungen betreffen in erster Linie den Halbleiter-Sektor.

2001 wird als Rekordjahr also so schnell nicht zu überbieten sein. Die zum Börsengang genannten Prognose von mindestens 120 Mio. Euro Umsatz soll nach Unternehmensangabe weit übertroffen werden. Nach 100 Mio. Euro im Vorjahr kann mit rund 140 Mio. gerechnet werden. Für das kommende Geschäftsjahr errechnet der Vorstand aber bestenfalls ein niedriges Umsatzwachstum, wie es heißt.

Bisher gehen sieben Analysten für das laufende Geschäftsjahr im Mittel von einem Gewinn je Aktie in Höhe von 0,91 Euro aus. Vier sprechen sich für „kaufen“ aus, einer davon urteilt sogar mit „strong buy“. Im Vorjahr war ein Gewinn je Aktie von 0,42 Euro erzielt worden. Von den hoffnungsvollen Schätzungen bei 1,48 Euro für das Folgejahr wird man sich wohl ganz schnell verabschieden müssen. Die Börse bewertet das Unternehmen mit rund 340 Mio. Euro. Das statische KGV kann für das nächste Geschäftsjahr mit unter 30 angenommen werden. Da die Wachstumsphantasie aber zunächst einmal raus ist, dürfte auch nachhaltiger Kursphantasie zunächst einmal der Boden entzogen sein.

Autor: Klaus Singer (© wallstreet:online AG),11:16 02.08.2001



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