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Prodacta stellt Insolvenzantrag - 500 Beiträge pro Seite



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Der IT-Dienstleister Prodacta und seine 100-prozentige Tochtergesellschaft Prodacta Systemhaus haben beim Amtsgericht Karlsruhe Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Prodacta ist damit das zwölfte Unternehmen am Neuen Markt, das Insolvenz angemeldet hat.

Seinen Anfang nahm die schlechte Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2000, in dem das Unternehmen erhebliche Verluste eingefahren hatte. Durch den Firmenumbau hatte das Unternehmen die mehrmals nach unten korrigierten Ergebnisprognosen verfehlt und rutschte in die Verlustzone. Bei einem Umsatz von 32,6 Mio.DM erhöhte sich der Fehlbetrag der Gesellschaft auf 27,6 Mio.DM.

Mit den in der zweiten Jahreshälfte eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen zog Prodacta schließlich die Konsequenz aus den schlechten Zahlen: Reduzierung der Mitarbeiterzahl um rund 25 Prozent, die Neustrukturierung des Vertriebs und die Veräußerung der Tochtergesellschaft valuesoft waren die Folge. Im ersten Quartal 2001 zeigte die Restrukturierung mit einem planmäßigen Umsatz und einem Rückgang des Fehlbetrages erste Erfolge.

Anfang Mai wurden im Zuge der Neuausrichtung Zusammenschlüsse mit Konkurrenten vom Neuen Markt erwogen. Eine Zusammenarbeit mit Unternehmen, die sich auf Customer-Relationship-Management-Produkte (CRM) für die elektronisch unterstützte Pflege von Kundenbeziehungen konzentrieren, wurde als interessant angesehen. Prodacta wollte sich stärker auf eigene Produkte konzentrieren und den Lizenzumsatz eben auch mit Produkten anderer Firmen steigern. Analysten hatten allerdings schon damals kaum aussichtsreiche Fusionspartner am Neuen Markt ausmachen können.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2001, das zunächst noch weiter im Zeichen der Konsolidierung stehen sollte, plante das Unternehmen trotz des sich abschwächenden wirtschaftlichen Umfelds eine kontinuierliche Umsatz- und Ergebnisverbesserung. Für das Geschäftsjahr 2001 erwartete man eine Steigerung des Umsatzes um etwa 20 Prozent auf rund 38 Mio.DM bei einer weiteren Verbesserung des operativen Ergebnisses. Der Jahresfehlbetrag sollte deutlich vermindert werden.

All diese Planungen haben sich nun doch nicht erfüllen können: Verhandlungen mit Aktionären und potentiellen Investoren hätten zu keinem Ergebnis geführt, meldet das Unternehmen heute. Der Aktienkurs brach infolgedessen im frühen Handel um fast 50 Prozent ein. Gegenwärtig steht die Prodacta-Aktie noch 41,67 Prozent im Minus bei 0,35 Euro.

Autor: Sebastian Feuß (© wallstreet:online AG),11:47 02.08.2001



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