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Continental - Buy
02.08.2001


Quelle: SEB AG

Continental   Buy

Ergebnisrückgang im ersten Halbjahr 2001

Nach dem sehr schwachen 1. Quartal 2001 hat Continental im 1. Halbjahr
2001 erneut ein enttäuschendes Ergebnis vorgelegt. Trotz eines Anstiegs des
Konzernumsatzes von 12% (8% bereinigt um Konsolidierungen) auf 5.948 Mio.
€ sank das operative Konzernergebnis (EBIT) infolge von Einmalbelastungen
von 267 Mio. € im Vorjahr auf 158 Mio. €. Vor Abzug der Einmalbelastungen
von insgesamt 58 Mio. €, wovon rd. 45 Mio. € für die Schließung des
Lkw-Reifenwerks in Herstal, Belgien, und der restliche Betrag auf die Aufgabe
der Reifen-Runderneuerung in Bad Nauheim entfielen, entsprach das EBIT mit
216 Mio. € (-20% gegenüber 1. Halbjahr 2000) nahezu unserer Schätzung von
219 Mio. €. Das Konzernergebnis vor Steuern brach infolge der operativen
Verschlechterung bei Lkw-Reifen und des Nordamerikageschäfts sowie des
einmaligen Restrukturierungsaufwands um 61,9% oder 112 Mio. € auf 69 Mio.
€ ein. Das Ergebnis nach Steuern fiel kräftig um 57,7% auf 44 Mio. €. Das
Ergebnis pro Aktie betrug nur noch 0,35 €. Ohne Berücksichtigung der
Restrukturierungskosten sowie des Effekts aus Bilanzierungsänderungen fällt
der Ergebnisrückgang mit einem Gewinn nach Steuern von 90 Mio. € milder
aus. Entsprechend stellte sich das Ergebnis je Aktie hier auf 0,72 €. Die
Entwicklung in den einzelnen Konzernbereichen verlief im 1. Halbjahr 2001
unterschiedlich. Während der Bereich Pkw-Reifen trotz anhaltend ungünstiger
Bedingungen (anhaltender Preisdruck, Materialpreissteigerungen, gesunkene
Fahrzeugproduktion in Nordamerika) das EBIT überraschend deutlich um 25
Mio. € oder 28,7% auf 112 Mio. € steigern konnte, schloss der Bereich
Nutzfahrzeugreifen infolge drastisch gesunkener Lieferungen nach
Nordamerika und nicht zuletzt auch wegen des Einmalaufwands für die
Einstellung der Lkw-Reifenproduktion in Belgien mit einem operativen Verlust
von 37 Mio. € ab. Ohne den Einmalaufwand wäre im 2. Quartal wie schon im
vorangegangen Quartal (7 Mio. €) ein leicht positives EBIT angefallen. Die
EBIT-Marge bei Pkw-Reifen betrug im 2. Quartal 2001 10,9% (unter
Ausklammerung des einmaligen Schließungsaufwands von 13 Mio. € für das
Reifenrunderneuerungswerk) und soll auch im 2. Halbjahr 2001 zweistellig
bleiben. Bei Continental Tire North America hat sich der operative Verlust im 2.
Quartal mit 30 Mio. € im Vergleich zum Vorquartal (-23 Mio. €) sogar noch
ausgeweitet. Zur Jahresmitte betrug damit der operative Verlust 53 Mio. €.
Gründe für die unbefriedigende Ergebnisentwicklung sind der anhaltende
Preisdruck in den USA infolge des starken US-Dollars, Material- und
Energiepreissteigerungen sowie erhöhte Aufwendungen zur
Produktionsanpassung, aber auch bestehende Ineffizienzen. Continental
Automotive Systems steigerte trotz des kräftigen Umsatzanstiegs von 31% auf
1,96 Mrd. € das EBIT infolge anhaltend hoher F+E-Aufwendungen nur leicht
um 5,6% auf 57 Mio. €. Die neu erworbene Temic wurde erstmalig im 2.
Quartal konsolidiert und in den Bereich Continental Automotive Systems
integriert und lieferte noch keinen positi-ven

Beitrag zum EBIT dieser Sparte ab. Derzeit belastet die Ausrichtung auf neue
Kunden noch die Ergebnisentwicklung bei Temic. Langfristig dürfte sich der
Erwerb von Temic, der die strategische Neuausrichtung zu einem weltweiten
Anbieter von Fahrwerkssystemen vorantreibt, aber auszahlen. Die zum
Verkauf stehende Sparte ContiTech steigerte den Umsatz um 2% auf 933 Mio.
€. Das operative Ergebnis lag mit 81 Mio. € um 2 Mio. € unter dem
Vorjahreswert und war durch Anlaufkosten für die bisher nicht voll
ausgelastete Fabrik in Mexiko belastet.

Trotz des wenig berauschenden Halbjahresergebnisses hält Continental an
seiner Prognose fest, im Gesamtjahr 2001 den Umsatz im Konzern auf über
11 Mrd. € auszuweiten und das operative Ergebnis gegenüber dem Vorjahr
(2000: 432,4 Mio. €) zu steigern. Dabei soll der Bereich Pkw-Reifen die
operativen Verluste bei Lkw-Reifen und Continental North America
überkompensieren. Zusätzlich werden erste positive Ergebniseffekte von den
eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung und Kapazitätsanpassung bei
den derzeit defizitären Bereichen Lkw-Reifen und Continental North America
erwartet. Für Continental Automotive Systems und ContiTech wird ein EBIT
auf Vorjahresniveau erwartet.

Unseres Erachtens dürfte es angesichts der unverändert schwierigen
Rahmenbedingungen (rückläufige Automobilkonjunktur in den USA,
Nachfragerückgang in den Reifenersatzmärkten) äußerst schwierig sein, den
im 1. Halbjahr verzeichneten Rückgang beim EBIT im zweiten Semester
aufzuholen oder sogar zu übertreffen. Wir senken daher unsere Schätzung für
den Gewinn pro Aktie 2001 von bisher 1,87 auf 1,31 € sowie für 2002 von
bisher 2,06 auf 1,81 €. Unsere bisherige Empfehlung Strong Buy nehmen wir
auf Buy mit einem Kursziel von 19 € zurück.


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